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Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 555 Antworten
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 Philosophie und Wissenschaft
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Reklov Offline




Beiträge: 3.819

17.05.2018 16:26
#551 RE: Dualismus: Die Verdoppelung der Welt antworten

Zitat
Und Jesus war nicht Sigmund Freud...

Gysi,

... die Botschaft Jesu berührt mich schon mehr, als die Zeilen von S.Freud. - Beachtlich finde ich aber auch die buddhistische Empfehlung: >> Nichts belachen (auslachen), nichts beweinen, nichts verachten. <<

Wer auch die Kunst des Nebensichstehens praktiziert, wird von Gemütswallungen nicht so sehr berührt, wie jemand, der sich von weltlichen Angelegenheiten/Dingen völlig knebeln lässt und deswegen deren Ketten nicht mehr zu sprengen weiß.

Zitat
Du redest ganz schön verschmalzt (in deinem allgemeinen Duktus der Von-sich-selbst-Eingenommenheit und Arroganz) und irgendwie... liebesunerfahren. Also (damit keine Missverständnisse aufkommen...) => realgefühlsunerfahren.

Ich kenne natürlich sowohl Hass, wie auch Liebe! Heute amüsiere ich mich aber gerne über jede damalige Torheit meiner jungen Jahre. Da mir jedoch durch meine Leidenschaften kein großer Schaden entstanden ist, kann ich auch, von einer komfortablen Position aus, darüber lächeln. - Ich weiß aber auch, dass es (bereits in meinem Bekanntenkreis) Lebensläufe gibt, die an Hass oder Liebe zerbrachen - vielleicht auch, weil sie die symbiotische Beziehung von Liebe und Hass nicht unter ihre geistige Kontrolle, unter Einsicht und Nachsicht bringen konnten. (?)

Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 16.496

17.05.2018 17:41
#552 Dualismus: Die Verdoppelung der Welt antworten

Zitat von Reklov
Beachtlich finde ich aber auch die buddhistische Empfehlung: >> Nichts belachen (auslachen), nichts beweinen, nichts verachten. <<

Schöne Verhaltensrichtlinien. Ich sehe sie als ANGEDACHTE Verhaltensrichtlinien, und sie müssen aber vertieft werden, um brauchbar zu sein. Hältst DU dich an diese Richtlinien? Kann man das? Soll man das? Immer? Hältst du dich an Jesus' Gebot der Nächstenliebe? Kann man auf Befehl lieben? Kann man Islamisten lieben? Oder Nazis? Oder den Pitbull vom Nachbarn Ede Kasulske?

Man kann sich "auf Befehl" zurücknehmen und sich auf die Umstände besinnen, denen der unterliegt, den man kritisiert oder gar im Affekt hasst. Man kann seine Gefühle steuern, zum Vorteil der Einsicht. Und mit einem guten Ergebnis: "To know her ist to love her!" (Phil Spector)

Aber Gefühle haben einen Lebensanspruch, und man darf sie nicht unterdrücken, ohne Schaden am ganzen Gefühls- und biologischen System zu verursachen. Auch der HASS hat seine Existzenzberechtigung. Frustrationsgefühle, die standhaft nicht berücksichtigt werden, können sich zu Hass entwickeln. Dieser Hass ist dann der Anzeiger dafür, dass da jemand in Ignoranz oder Ahnungslosigkeit was verdaddelt hat... Hass kann auf DICH weisen und dich zur Verantwortung rufen. Ich appelliere auf jeden Fall dafür, den Hass zu schätzen!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 3.819

18.05.2018 12:27
#553 RE: Dualismus: Die Verdoppelung der Welt antworten

Zitat
Hältst DU dich an diese Richtlinien? Kann man das? Soll man das? Immer? Hältst du dich an Jesus' Gebot der Nächstenliebe? Kann man auf Befehl lieben? Kann man Islamisten lieben?

Gysi,

... Nächstenliebe bedeutet z.B., sich auch mit jemandem auseinanderzusetzen, ihn mit seinen Möglichkeiten so zu nehmen, wie er nun mal nur sein kann. Die versch. Wesensarten der Liebe (bis hin zur Natur- und Tierliebe) haben alle ihre eigenen Räume, in denen sie besucht und angewendet werden können. - Ich versuche zumindest, niemanden zu hassen - und das ist schon mal die halbe Miete. Einen verblendeten Islamisten kann man zumindest wegen seiner vergifteten Interpretation der Koran-Zeilen bemitleiden (Jesus: "Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun"). Solches könnte zumindest als ein Nebenzweig der Liebe verstanden/betrachtet werden.

Zitat
Man kann seine Gefühle steuern, zum Vorteil der Einsicht. Und mit einem guten Ergebnis: "To know her ist to love her!" (Phil Spector)

Zustimmung! - Den genannten Song gibt es, als seltenes Ton-Dokument, auch von den Beatles:

https://www.youtube.com/watch?v=YEoR-oNs4ow

Im Radio habe ich den Song schon ewig nicht mehr gehört, so dass ihn wohl kaum einer aus der jüngeren Generation kennen wird.

Zitat
Hass kann auf DICH weisen und dich zur Verantwortung rufen. Ich appelliere auf jeden Fall dafür, den Hass zu schätzen!

JA, - so kann man auch den Hass unter Kontrolle bekommen.

>> Wie wäre das nun, wenn Gott den Menschen so geschaffen hätte, dass er keine eigene Entscheidung treffen, sondern nur automatisch Gottes Willen tun könnte, wie ein Schloss, dass unwillkürlich dem richtigen Schlüssel gehorcht? Oder wie ein Verkaufsautomat, das beim richtigen Geldbetrag einen Riegel Schokolade liefert. Wenn der Mensch so beschaffen wäre, dass er Liebe gäbe, wenn Gott nur auf den richtigen Knopf drückte, wäre das dann tatsächlich Liebe? Um der Liebe sicher zu sein, muss Gott uns einen freien Willen zum Lieben oder Nichtlieben (Hass) geben. Sonst könnten wir sie nie aus freier Entscheidung erwidern. Und Gott wäre dann tatsächlich der Diktator, als den ihn viele betrachten und von dem sie meinen, er würde auch in unseren Tagen brutale Gewalt ausüben. <<

Als Gott die Welt erschuf, wollte er damit das Allerbeste. Gerade darum musste er ihren Bewohnern echte Freiheit garantieren und das tat er auch. Somit war jeder imstande, echte Liebe zu üben: Mit Liebe umworben zu werden und um Liebe zu werben - oder diese abzulehnen. Schon allein die Tatsache, dass es in der Welt das Böse gibt, zeigt, dass sie von einem allmächtigen Gott geschaffen wurde. Denn nur so kann das Gute wirklich gut und die Liebe nichts anderes als Liebe sein. Liebe ist eben nicht einfach «eine versteckte Form des Egoismus», wie es manchmal heisst. Noch einmal: Das Vorhandensein des Bösen in der Welt liefert kein Argument gegen einen Gott, der echte Liebe ist, sondern ganz im Gegenteil: Gerade weil er Liebe ist, lässt er auch das Böse zu, damit wir uns frei für seine Liebe entscheiden können.

Viele werden sich an dieser Stelle fragen, warum denn Gott überhaupt den Menschen und die Welt erschuf. Er muss doch das Chaos vorausgesehen haben, das dieser freie Wille anrichten würde. Wäre es da nicht besser gewesen, dies alles gar nicht erst passieren zu lassen? Dieselben Fragen stellen sich im Grunde genommen in unserem eigenen Leben, zum Beispiel in der Ehe. Bei der Trauung wissen wir, dass wir einmal den Schmerz der Trennung durch den Tod erleben werden. Und doch nehmen wir all diesen Kummer und das Herzeleid auf uns. Wir wissen, dass der Schmerz kommen wird, aber wir glauben dennoch, dass die Freude und die Bereicherung, die diese neue Gemeinschaft in unser Leben bringt, besser ist als überhaupt keine Liebe.

Trotz allem wagte Gott also seine Schöpfung. Er muss davon überzeugt gewesen sein, dass die Wärme der Liebe die Bitterkeit des Leidens immer noch weit übertreffen wird. Auch nur ein Tag Liebe ist unendlich viel mehr als überhaupt keine Liebe; und wo Leben ist, entsteht Gelegenheit zur Liebe. <<
(Internet-Auszug über das sog. "Böse" - oder die Absonderung von "Gott". Sünde=Absonderung vom Guten)


Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 16.496

18.05.2018 13:27
#554  Dualismus: Die Verdoppelung der Welt antworten

Zitat von Reklov
Nächstenliebe bedeutet z.B., sich auch mit jemandem auseinanderzusetzen, ihn mit seinen Möglichkeiten so zu nehmen, wie er nun mal nur sein kann.

JA!! Und an dem Schreihals Onkel Dagobert siehst du, wie man die Nächstenliebe auch praktiziert! Eine praktizierte Kommunikation ist oft besser als gar keine!

Zitat
Den genannten Song gibt es, als seltenes Ton-Dokument, auch von den Beatles:

Ja, der Song heißt "To know HIM ist to love HIM!" Sorry, Phil. Bei den Beatles heißt er "To know HER..." Von denen habe ich den auch das erste Mal gehört. Das Sonore in der Stimme Johns brach da schon so richtig durch. Hammer! Das Original von den "Teddy Bears" ist nicht so gut...

Zitat
Als Gott die Welt erschuf, wollte er damit das Allerbeste. (...)

Was für ein Geseiere... Entschuldigung. Du wandelst auf Descartes' Spuren. Aber dein Hero de Spinoza hatte ihm doch so gut gekontert (für die damalige Zeit). Der war da (vor 400 Jahren!) schon weiter als du jetzt. Entwickelst du dich zurück?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 3.819

19.05.2018 14:00
#555 RE: Dualismus: Die Verdoppelung der Welt antworten

Zitat
Du wandelst auf Descartes' Spuren. Aber dein Hero de Spinoza hatte ihm doch so gut gekontert (für die damalige Zeit). Der war da (vor 400 Jahren!) schon weiter als du jetzt. Entwickelst du dich zurück?

Gysi,

... jeder Denker brachte/bringt seine Weltsicht zu Papier. Man sollte diese nicht wertend gegenüber stellen, denn sie können nur Mosaiksteine des Ganzen sein. Es ist, wie bei einer Perlenkette: Die einzelnen Perlen ergeben/ergänzen die ganze Kette. Heute funkeln noch manche der Perlen, welche antike Denker in die Kette eingefädelt haben - und - es werden ja immer wieder neue hinzugefügt. -
Vergiss also Deine kleinkarierten Vergleiche und Unterteilungen von Gedankenmodellen aus bestimmten Zeiträumen. Spinozas Perlen funkeln auf ihre Weise und Descartes fügte diejenigen in die "Kettenschnur" ein, welche er am Grund des Meeres finden konnte. Der Kenner darf die Gedankenperlen schon durchdenken und auch unterscheiden, sollte sie aber nicht bewerten wollen, denn die "Kette" liegt ja noch lange nicht fertig aufgereiht zur endgültigen Bewertung vor uns!

Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 16.496

19.05.2018 14:57
#556  Dualismus: Die Verdoppelung der Welt antworten

Zitat von Reklov
Vergiss also Deine kleinkarierten Vergleiche und Unterteilungen von Gedankenmodellen aus bestimmten Zeiträumen. Spinozas Perlen funkeln auf ihre Weise und Descartes fügte diejenigen in die "Kettenschnur" ein, welche er am Grund des Meeres finden konnte.

"Kleinkariert" bist DU, wenn du die Philosophen nicht in ihre Geschichte einreihst und nicht abhängig machst von dem damaligen Stand der Philosophie! Sondern nur "Perlen" rauspickst, die dir genehm sind...

Zitat
Der Kenner darf die Gedankenperlen schon durchdenken und auch unterscheiden, sollte sie aber nicht bewerten wollen, denn die "Kette" liegt ja noch lange nicht fertig aufgereiht zur endgültigen Bewertung vor uns!

Du bist kein "Kenner", wenn du die Geschichte negierst! Die schafft erst die Ketten. Die du aber so offenbar nicht haben willst!

Die "endgültige Bewertung". Aha. Wer führt die denn aus? Gott? Du? Ich kann mir vorstellen, dass das Ende der Philosophie eine solche "endgültige Bewertung" ermöglichen wird. Das kann da sein, wenn alle Sparten der Philosophie vollständig in die anderen Wissenschaftszweige eingehen werden: Ethik in die Soziologie. Gottglaube wird von der Psychologie abgedeckt, wenn sie als Persönlichkeitsspaltung erkannt werden sollte. Metaphysik kommt in die Märchensparte von Grimm und Co. Aber du meinst ja, zur "endgültigen Bewertung" stünde die Religion an. DIE wird deutlich früher ihren Geist aufgeben als die Philosophie...

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