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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 161 Antworten
und wurde 5.714 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
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Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

06.08.2010 19:56
#26 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Ich hatte ja schon mal was zu dem Thema geschrieben. Aber ich hatte gestern eine interessante Unterhaltung mit einem Bekannten, die mir mal wieder den Gedanke der Endlichkeit nahe brachte.

Ich bin, wie die meisten Atheisten der Ansicht, das Tod = Nichtexistenz.

Mir ist bewusst, das diese Nichtexistenz sich ja durch die Abwesenheit jedes Belibigen Zustandes auszeichnet. Keine Gedanke, keine Gefühle, keine Erinnerungen...etc.

Ich muss ganz erlich sagen, das diese Gedanke mir etwas Angst machen. Auch wenn ich mir bewusst bin, das wenn ich Tod bin Angst kein Problem ist, da ich ja nicht mehr existieren werde. Der Gedanke in eine schöne Feenwelt einzugehen erscheint mir ganz nett. Auch wenn ich mir bewusst bin, das es nicht so sein wird.

Wie ich schon mal sagte, ich kann in der Nichtexistenz, gegenüber der Existenz keinen Vorteil erkennen.

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Nichts ist wahr, alles ist erlaubt! Die Realität ist das, was du daraus machst!

radiogucker Offline

Rustikaler


Beiträge: 2.379

06.08.2010 20:22
#27 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

danke gysi, habs mal versucht zu verstehen.

bezogen auf dieses universum bin ich also fast die ganze zeit über tot, leb bissi und sterb mal kurz.
aber bezogen auf eine unendliche anzahl von universen bin ich unendlich lange tot, lebe unendlich lange und verbringe auch viel zeit beim sterben.
sterben tut hoffentlich nicht so weh.


"Erst kommt das Fressen, dann die Moral." (B.Brecht)
"Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Hass gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt." (Kurt Schumacher, SPD)

Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

06.08.2010 20:46
#28 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Hallo radiogucker
Wenn ich Dich richtig verstehe fürchtest Du Dich nicht vor dem Tod (sein), sondern
vor dem Prozess des Sterbens. Das ist verständlich und sicherlich geht es den meisten
Menschen so, davor sind auch Christen und andere Religiöse nicht gefeit.
Jeder weiss, daß das Sterben mit Krankheit, Schmerz und Angst verbunden sein kann und
jeder wünscht sich, daß er selbst damit so wenig wie möglich konfrontiert wird.

Meiner Meinung nach sollte es die Möglichkeit für todkranke Menschen ohne Hoffnung
auf Genesung geben, daß sie selbst den Zeitpunkt bestimmen können, wann sie aus dem
Leben scheiden und daß sie ein Recht auf ärztliche Hilfe (Sterbehilfe) in dieser
Situation haben.

viele Grüsse
Till

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.306

06.08.2010 20:58
#29 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Radiogucker
aber bezogen auf eine unendliche anzahl von universen bin ich unendlich lange tot, lebe unendlich lange

So isses. Und die "Übergänge" zu und die Überschneidungen mit den anderen Universen merkst du nicht, denn räumliche Unterschiede sind universumsinterne Phänomene!
Hier auf dieser Zeitschiene bist du mit deinem Tod tot. Verabschiedet in die Nichtexistenz. (Das sehe ich ebenso, Eulenspiegel.) Aber was juckt dich die Nichtexistenz? Du blühst in allen Existenzen, und die Nichtexistenz merkst du gar nicht. Der Tod ist für dich nicht fühlbar. Nur das Leben. Und das ist irgendwie ewig. Todesbrüche bemerkst du nicht. Nur die Überlebenden bemerken die Tode ihrer Zeitgenossen. Und haben die Arbeit mit ihnen.

Und auf unserer Zeitschiene (dieses Universums) ergibt sich noch ein anders Problem: Was bedingt das Ich-Gefühl? Und dazu meinte ich festgestellt zu haben, dass die Grenzen deines Ichs nicht mit deinem Körper fest umrissen sind. Wen diese Idee neugierig macht: http://wogeheichhin.de/es.html und http://wogeheichhin.de/klon.html

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

radiogucker Offline

Rustikaler


Beiträge: 2.379

06.08.2010 23:23
#30 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

ich beib jetzt mal in diesem univeraum. bevor ich geboren wurde, gabs mich nicht, ich war nichtexistent. warum sollte mich dann das nichtexistieren nach dem leben erschrecken oder mir angst machen?

@till

nun ja, die sache mit dem sterben werd ich wohl hinbekommen. bleibt mir ja nix anderes über. so richtig panik hab ich da auch nicht.
zum thema sterbehilfe hab ich argumente gehört, mir aber noch keine meinung gebildet....

@gysi
danke für die links, ich gucke.


"Erst kommt das Fressen, dann die Moral." (B.Brecht)
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Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

07.08.2010 12:21
#31 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat
Das ist verständlich und sicherlich geht es den meisten
Menschen so, davor sind auch Christen und andere Religiöse nicht gefeit.
Jeder weiss, daß das Sterben mit Krankheit, Schmerz und Angst verbunden sein kann und
jeder wünscht sich, daß er selbst damit so wenig wie möglich konfrontiert wird.



Für mich kann ich das nicht bestätigen. Weder der Vorgang, noch der "Zustand" tot zu sein bereitet mir Angst. Sondern es ist jetzt, wo ich noch lebe lediglich der Gedanke daran, nicht zu existieren. Weil man sich das in gewisser Weise nicht vorsetllen kann. Ich weis nicht wie ich es erklären soll, aber es ist wie ein Gehirnkrampf. Zwei Drähte die sich nicht berühren sollten, schlagen aneinander.

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Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

07.08.2010 12:53
#32 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Hallo Alinardus
Was ich zuletzt geschrieben hatte, bezog sich nicht auf das Tot-sein an sich
sondern auf die Zeit unmittelbar davor. Die kann problematisch sein, damit
muß man irgendwie zurecht kommen.
Das Tot-sein selbst stelle ich mir wie einen tiefen Schlaf (ohne Traum) oder
wie eine Bewusstlosigkeit vor, nur daß das ein sehr dauerhafter Zustand ist.
Ein Problem sehe ich dabei nicht.
Grüsse
Till

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.306

07.08.2010 12:53
#33 Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Alinardus
Weil man sich das in gewisser Weise nicht vorsetllen kann. Ich weis nicht wie ich es erklären soll, aber es ist wie ein Gehirnkrampf.

Stimmt, man kann es sich nicht vorstellen. Aber unsere Nichtexistenz wird trotzdem existent sein. Auch können wir uns einen raum- und zeitlosen Zustand nicht vorstellen - und nicht, was da abgehen soll. Aber so ein Zustand muss existieren. Wir sind uns bewusst, dass alles Vergangene nicht mehr ist. Und dass alle Zukunft noch nicht ist. Unsere Gegenwart ist aber nur ein Punkt, ein Nichts. Und unser Leben ist die absolute Fülle. Der Boden dieser Existenz ist jedoch nach unserer Wahrnehmung die Nichtexistenz. Da kann doch (mit unserer Wahrnehmung) irgendwas nicht stimmen...

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Stan ( gelöscht )
Beiträge:

07.08.2010 13:17
#34 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Gehts es denn wirklich um den eigenen Tod?
Oder ist der Gedanke einen geliebten Menschen zu verlieren nicht der schlimmere?

Der eigene Tod wird,wenn man Glück hat,gar nicht wahrgenommen..vlt. fällt man um und ist tot,schläft ein und wacht nicht mehr auf und wenn man dann nicht mehr existiert,dann war es das eben. Nur die eitlen,und das sind wohl doch die meisten Menschen,werden bei dem Gedanken nutz und sinnlos auf Erden verweilt zu haben unruhig.
Aber wenn man einen geliebten Menschen,womöglich das eigene Kind, verliert,tröstet man sich gerne mithilfe des Glaubens an einen Sinn,daran ,das es diesem Menschen jetzt "besser geht" (wer kennt diesen platten Standardspruch nicht??)und das man sich eines Tages wiedersehen wird.

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

07.08.2010 14:38
#35 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

@ Gysi

Das mir deine These der Ewigkeit nicht behagt, bzw. das ich sie für Unsinn halte, hatten wir glaube ich schon mal. Ich möchte das ungern wieder aufgreifen.

@Till

Ja das die Zeit vor dem Tod schwierig sein kann meinte ich nicht. Das ist mir zwar klar aber darum geht es mir nicht.

Auch die Tatsache Tod zu "sein" stört mich nicht. Weil du dich nicht dran stören kannst. Es ist diese Abwesenheit von allem die Mich beängstigt. Vllt kann ich das was ich meine auch schlecht in Worte fassen.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.306

07.08.2010 15:47
#36 Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Alinardus
Das mir deine These der Ewigkeit nicht behagt, bzw. das ich sie für Unsinn halte, hatten wir glaube ich schon mal. Ich möchte das ungern wieder aufgreifen.

Warum denn nicht? Streite dich ruhig mit mir. Halte mich für blöde. Esoterisch. Latent religiös. Ich sehe nur, was ich sehe. Wenn ich was Entscheidendes übersehen, eine logische Ableitung falsch vorgenommen haben sollte - sag's! "Unsinn!" ist kein Argument. Und das Ende der Fahnenstange hast auch du in Sachen (reales) "geschlossenenes Weltbild" noch nicht erreicht.

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Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

07.08.2010 16:58
#37 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Es liegt mir fern mich mit dir zu streiten Gysi Zum einen verstehe iich deine These immer noch nicht recht, und zudem teile ich heir einfach nicht deine Meinung. Aber ich will sie dir nicht absprechen.


Das "Unsinn" kein ausgereiftes Argument ict ist mir durchaus bewusst. Aber es ist meine Weise mich auszudrücken. Tadle mich dafür nicht. Für mich hört man nach dem Tod auf zu existiern. Und zwar föllig. Ich mag mich irren aber so sehe ich das.

Worauf du mit dem geschlossenen Weltbild hinaus willst weiß ich im Moment nicht.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.306

07.08.2010 17:14
#38 Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Alinardus
Für mich hört man nach dem Tod auf zu existiern. Und zwar föllig. Ich mag mich irren aber so sehe ich das.

Wenn du von dieser Zeitschiene als einzige in der Existenz ausgehst - und davon, dass dein Ich-Bewusstsein zu 100 Prozent an deinen Körper gebunden ist, dann hast du recht. Ich gehe allerdings davon aus, dass niemand aus sich heraus seine Existenzweise erklären kann. Du kannst dich mit deinen Augen nicht erkennen.
Du kannst auch nicht sagen: Was ich nicht erfahre, das gibt es auch nicht. Ich meine die anderen Zeitschienen neben der unseren.
Man sollte überhaupt vorsichtig mit Verabsolutierungen und dem Ziehen fester Grenzen (Ich) sein.

Zitat
Worauf du mit dem geschlossenen Weltbild hinaus willst weiß ich im Moment nicht.

Eine Welterklärung, die sich genügt. Die keine schwerwiegenden Fehler übrig lässt und eine überzeugende erste Ursache erklärt.

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Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

07.08.2010 18:48
#39 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Was soll das sein: Zeitschiene? Andere Zeitschienen neben unseren? Mit Verlaub, in meinen Ohren klingt das wie Blödsinn.
Lieber Gysi, ich halte nichts von philosophischen Spinnereien. Ich kann mich mit meinen Augen sehr wohl erkennen, wenn ich in den Spiegel sehe oder ein Foto von mir vor der Nase habe.

Zitat
Eine Welterklärung, die sich genügt. Die keine schwerwiegenden Fehler übrig lässt und eine überzeugende erste Ursache erklärt.


Finde ich völlig überflüssig. Die Welt ist da, sie ist wie sie ist, und ich glaube nicht mal, daß sie eine Ursache haben muß. Es macht für mich keinen Unterschied, ob da mal ein Gott auf einen roten Knopf mit der Aufschrift: "Urknall-Zünder" gedrückt hat oder ob das von alleine losging. Ob da ein Gott (oder sonstwas für ein Gespenst) war oder nicht: Du wirst es niemals wissen. Du kannst dem Priester glauben oder dem Physiker - aber wissen, wer von den beiden recht hat, wirst du nie.
Und der Sinn des Ganzen? Mach dich nicht lächerlich. Wenn dieses gigantische unfaßbare kosmische Uhrwerk überhaupt einen "Sinn" hat, dann sicher keinen, den ein Menschenhirn zu erkennen vermag. Oder glaubst du, ein Fäulnisbakterium würde je rausfinden, wozu der Apfel da ist, in dem es lebt?
Oh ja, es ist hochinteressant, über das Universum, die Welt und das Leben so viel wie nur möglich herauszufinden. Es ist hochinteressant zu erkunden, "was die Welt im Innersten zusammenhält". Dafür hat Goethes Faust seine Seele dem Teufel verschrieben. Heute wäre er Quantenphysiker geworden. Das alles ist spannend und aufregend. Aber immer dort, wo in den Forschungsergebnissen (vorläufig noch) eine Lücke offen ist, oder dort, wo die Wissenschaft naturgemäß gar nicht hinschauen kann (etwa in die nicht vorhandene Zeit vor dem Urknall), da nun einen "Gott" als Erklärung hineinzuschieben, daß ist lachhaft.
Ein reales "geschlossenes" Weltbild wirst du niemals bekommen. Es sei denn, du flüchtest dich in das Transzendentale, in Mystik oder Esoterik oder halt wie Millionen andere in die Arme einer Kirche.
Ich glaube nicht, daß wirklich "alles" eine Ursache haben muß. Warum sollte es?

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Glaubst du noch oder denkst du schon?

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.306

07.08.2010 19:24
#40 Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Ahriman
Was soll das sein: Zeitschiene? Andere Zeitschienen neben unseren? Mit Verlaub, in meinen Ohren klingt das wie Blödsinn.

Du solltest besser fragen, bevor du mit Urteilen antwortest. "Was ist eine Zeitschiene?" statt "Das klingt wie Blödsinn!" Die Zeitschiene dieses Universums ist sein Geschehensablauf. Dieses Universum hat seine eigene Zeitschiene, weil seine Zeit mit seinem Entstehen vor 12,7 Mrd. Jahren entstanden ist. Und andere Universen werden wohl ihre eigenen Zeitschienen haben, ich gehe davon aus.
Leute, die zu Vorurteilen neigen und nicht gerne nachdenken, flüchten gerne zu Hochmut oder Gotteserklärungen.

Zitat
Finde ich völlig überflüssig. Die Welt ist da, sie ist wie sie ist, und ich glaube nicht mal, daß sie eine Ursache haben muß.

Du glaubst es nicht. Ich schon. Und danach zu suchen, ist keine Spinnerei. Danach nicht zu suchen, halte ich jedoch für geistige Faulheit, Überfordertsein oder Desinteresse.

Zitat
Ob da ein Gott (oder sonstwas für ein Gespenst) war oder nicht: Du wirst es niemals wissen.

Von einem Gott habe ich nie geredet. Ich habe immer andere Argumente eingebracht. Ich habe stets behauptet, dass eine geschlossene Welterklärung ohne Gott auskommt. Ich habe im Gegenteil sogar behauptet, dass eine Gottesannahme unlogisch ist!

Zitat
da nun einen "Gott" als Erklärung hineinzuschieben, daß ist lachhaft.

Wer aus deinem Erkenntnispanorama ausschert, ist gleich ein Gottgläubiger, nicht? So gehen die Religiösen auch vor: Wer nicht gläubig ist, wird als Ungläubiger aus dem Kanon unserer Gemeinschaft rausgeschnitten... Überleg mal, was du da schreibst...

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Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

07.08.2010 20:14
#41 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat
Was soll das sein: Zeitschiene? Andere Zeitschienen neben unseren? Mit Verlaub, in meinen Ohren klingt das wie Blödsinn.



Schön, das nicht nur ich das so sehe.

Aber mahl ehrlich Gysi, das ist einfach pseudo-wissenschaftlicher Unsinn. Andere Dimensionen, andere Zeitschienen. Allein das Prinzip der "Zeit" hat der Mensch für sich noch nicht erfasst. Ich finde auch der Mensch hat seine Erkentnisgrenzen, nicht das er aufhören sollte zu suchen. Aber die teilweise sehr fantastischen Theorien mancher Physiker sind mir sehr suspekt.

Klar kannst du sagen, ja von den Ideen des Kopernikus hat man damals auch nicht viel gehalten, aber wir leben heute in einer anderen Zeit.

Und mit Verlaub, deine Theorie von der Ewigkeit durch eine wie auch immer geartete andere Zeitschleife ist nicht plausibler als der Glaube an einen Gott.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.306

07.08.2010 20:35
#42 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Alinardus
Andere Zeitschienen neben unseren? Mit Verlaub, in meinen Ohren klingt das wie Blödsinn.
---------------------------
Schön, das nicht nur ich das so sehe.

Ich hab's erklärt. Wenn ihr immer noch an euren alten Erfassungsfragmenten festhalten wollt, kann ich euch auch nicht helfen. Mit wütendem Keifen verteidigt ihr sie. DAS ist für mich nichts anderes als das Verteidigen einer Religion!

Ich wage den Blick "vor" die Zeit. Und ich habe Ergebnisse der logischen Ableitung, die kein Religions-Hokuspokus sind. Sie dürfen und sollen ja gerne kritisch beäugt und hierfragt werden! Euer dröhnendes Abschmieren ist jedoch nicht eine solche Kritik... Eine Kritik zu Ahrimans Vorwurf eines Gottglaubens (den ich euch wohl unterjubeln will) meiner Person gibt es nicht. Ihr wisst wirklich nicht, was ihr da redet!

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Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

07.08.2010 23:36
#43 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Ich habe dir keinen Gottglauben angedichtet Gysi und ich finde es etwas unfair, wenn du meine Skepsis gegen deine etwas verworrenen und weit gegriffenen Ideen als Verteidigung einer Religion bezeichnest.

Ich finde wir befinden uns hier weniger im Bereich einer religiösen Debatte, als viel eher in einer physikalischen Diskussion (Zeit, Zeitschleifen, Dimensionen etc.) Wie du dir da, deine "persönliche" Ewigkeit vorstellst ist mir ein Rätsel.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.306

08.08.2010 09:28
#44 Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Alinardus
Ich habe dir keinen Gottglauben angedichtet Gysi

Ahriman machte das, sagte ich doch. Regelrecht angepisst werde jedoch nur ich. Er wird sanft abgenickt, obwohl seine Unterstellung eine Unverschämtheit ist. Diskussionstechnisch unterirdisch...

Zitat
gegen deine etwas verworrenen und weit gegriffenen Ideen

Dann sag mir doch, WAS dich so verwirrt!

Zitat
Ich finde wir befinden uns hier weniger im Bereich einer religiösen Debatte, als viel eher in einer physikalischen Diskussion (Zeit, Zeitschleifen, Dimensionen etc.)

Was hier physikalisch ist und was religiös, das bestimmst nicht du. Hier geht es um das "Problem der menschlichen Endlichkeit" für einen Atheisten. Dass du das Phänomen der Ewigkeit mit aller Gewalt in die religiöse Ecke schieben willst, ist ein Problem deiner erlernten Kategorisierung, die möglicherweise falsch erlernt ist. Könnte doch sein, oder? Ich halte es für Unsinn, von einer Endlichkeit auszugehen bei Nichtexistenz der Ewigkeit. Nur weil wir die Ewigkeit nicht sehen, kennen und kaum nachvollziehen können.

Zitat
Wie du dir da, deine "persönliche" Ewigkeit vorstellst ist mir ein Rätsel.

Weil es DIR "ein Rätsel" ist, rede ich nicht unbedingt Müll. Vielleicht liegt der Mangel ja (auch wenn's dir schwer vorstellbar sein mag...) bei dir. Weil du dir noch nicht die selben Gedanken gemacht hast wie ich. Etwas mehr Selbstunsicherheit würde ich manchem Mitdiskutanten schon anempfehlen. Überborderndes Selbstbewusstsein ist dir ja auch von manchen Religiösen bekannt - und? Kommt sowas gut an?
Ich habe nicht von meiner "persönlichen Ewigkeit" geredet. Ich habe davon geredet, dass alles Endliche auch Unendlich sein muss! (Wie speziell deine oder meine Ewigkeit aussehen mag - darüber kann man spekulieren. Auf jeden Fall sollte man sich über das Wesen des Ichs ein paar tiefere Gedanken machen, um ein weiteres Verständnis davon zu bekommen.)

PS.: Meine Thesen sind natürlich angreifbar! Sie sind nicht nur mit logischen Ableitungen, sondern auch mit Glaubenssätzen (unbelegbaren Annahmen) gefüllt. Wenn wir auf eine vernünftige Ebene in der Diskussion kommen sollten, werde ich sie gerne selber anbringen. Falls sie nicht von euch kommen.

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Stan ( gelöscht )
Beiträge:

08.08.2010 10:26
#45 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Ahriman
. Aber immer dort, wo in den Forschungsergebnissen (vorläufig noch) eine Lücke offen ist, oder dort, wo die Wissenschaft naturgemäß gar nicht hinschauen kann (etwa in die nicht vorhandene Zeit vor dem Urknall), da nun einen "Gott" als Erklärung hineinzuschieben, daß ist lachhaft.
Ein reales "geschlossenes" Weltbild wirst du niemals bekommen. Es sei denn, du flüchtest dich in das Transzendentale, in Mystik oder Esoterik oder halt wie Millionen andere in die Arme einer Kirche.
Ich glaube nicht, daß wirklich "alles" eine Ursache haben muß. Warum sollte es?



Genau....Mut zur Lücke!!

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

08.08.2010 10:34
#46 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Gysi
Die Zeitschiene dieses Universums ist sein Geschehensablauf.


Andere Universen sind eine reine Gedankenspekulation. Überaus nützlich sind sie für Schriftsteller der Science-Fiction und der Fantasy. Weil man für ein anderes Universum ja ohne weiteres andere physikalische Gesetze und einen ganz anderen Verlauf der Menschheitsgeschichte annehmen kann, so daß beispielsweise Drachen fliegen können und Zauberei möglich wird. Zur Unterhaltung also durchaus akzeptabel, völlig legal und überaus vergnüglich - und somit sogar vernünftig. In anderen oder parallelen Universen finden die Schriftsteller eine große Freiheit.
Aber sonst? Ein Gehirnfurz.

Zitat
Danach nicht zu suchen, halte ich jedoch für geistige Faulheit, Überfordertsein oder Desinteresse.


Oder es ist Realismus. Wenn dir das Spaß macht, okay. Aber diese unsere Welt wurde geformt von Leuten, die nach handfesteren Dingen gesucht haben.

Zitat
Von einem Gott habe ich nie geredet.

Oh, da habe ich was verwechselt. Tut mir leid.

Zitat
Ich halte es für Unsinn, von einer Endlichkeit auszugehen bei Nichtexistenz der Ewigkeit. Nur weil wir die Ewigkeit nicht sehen, kennen und kaum nachvollziehen können.


Siehste, Gysi, da komme ich schon wieder nicht mit. Wenn ich davon ausgehe, daß es keine Ewigkeit gibt, dann ist alles was ist, endlich. Das ist - meine ich - sehr simple Logik. Verstehe ich dich falsch?
Nun, "ewig" und "unendlich" gibt es nicht. Beides sind physikalische Unmöglichkeiten. Also finde dich mit der "Endlichkeit der Menschheit" ab. Was ist denn auch so besonders an uns, hier an einem Ende einer drittklassigen Galaxis von einigen Milliarden Galaxien auf einem mikrigen Planeten?
Anthropozentrischer Hochmut...
http://de.wikipedia.org/wiki/Anthropozentrismus

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Glaubst du noch oder denkst du schon?

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.306

08.08.2010 11:24
#47 Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Ahriman
Andere Universen sind eine reine Gedankenspekulation.

Woher kommt unser Universum? Aus einem raum- und zeitlosen Zustand. Wie hat der das denn hingekriegt? Wissen wir nicht. Aber er hat es hingekriegt. Aber nur einmal? Ist diese Annahme überzeugend, weil wir ja nur dieses eine Universum wahrnehmen? DAS halte ich für reine Gedankenspekulation!

Zitat
Oder es ist Realismus.

Dein "Realismus" begnügt sich mit dem, was du weißt. Oder die Menschen wissen. Mit dem Stand der Wissenschaft. Forschung, Nachdenken, Ausprobieren und Spekulation sind dein Ding nicht. Aber ohne dem gibt es keine neuen Erkenntnisse.

Zitat
Oh, da habe ich was verwechselt. Tut mir leid.

Es war dein Reflex, etwas als religiös abzubürsten, das für die Realforschung eingenommen wird/werden soll, was jedoch die Religion besetzt. Du akzeptierst die Macht der Religion. Das tue ich nicht.

Zitat
Siehste, Gysi, da komme ich schon wieder nicht mit. Wenn ich davon ausgehe, daß es keine Ewigkeit gibt, dann ist alles was ist, endlich.

Alles. Eben. Die Existenz ist eine unendliche Kette von Endlichkeiten. Irgendetwas ist ewig. Und wenn es das Nichts ist. Ich neige zu der Annahme, dass es eine Kausalbeziehung zwischen dem Nichts und der Fülle gibt. Perlmutt, Schmidt und Leibundgut (Astro-Physiker) haben Ende der Neunziger diese These rausgebracht. Sie sagen, dass das Nichts das exakte Spiegelbild der Dinge ist. Es ist ausgestattet mit Grenzenlosigkeit und Antigravitation. Im Gegensatz zu unserer unreflektierten Vorstellung vom Nichts hat es durchaus Eigenschaften. Mich würde es nicht wundern, wenn das Nichts eines Tages von der herrschenden Wissenschaft als die Erste Ursache allgemein anerkannt wird. Gedankenfürze. Warum so abfällig? Geht's nicht netter? Und du bist eine Kreativitätsbremse, die Forschungspotenziale (in dir) vernichtet.

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Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

08.08.2010 12:03
#48 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Kreativität ist eine Sache Gysi, aber manchmal wagen sich Leute etwas zu weit aus dem Fenster mit ihren Thesen. Aber vllt verstehe ich deine These immer noch nicht.

Deine Ewigkeit ist mir nicht ersichtlich. Wir hatten an anderer Stelle schon mal über das Prinzip der Zeit gesprochen. Für mich ist Zeit keine physikalische Größe, sondern nur ein menschlicher Gedanke, um sich die Welt zu erklären.

Da es in meiner Ansicht nach physikalisch keine Zeit gibt, ist so zu sagen für mich auch alles Ewig. Ich sehe für das Universum auch keinen Anfang und kein Ende.

Das ändert aber nichts daran, das DU und ICH ohne die Prozesse in unserem Körper und unserem Hirn nicht existieren können. Ich weiß nicht wie du dir das vorstellst.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.306

08.08.2010 12:35
#49 Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat von Alinardus
Für mich ist Zeit keine physikalische Größe, sondern nur ein menschlicher Gedanke, um sich die Welt zu erklären.

Warum behauptest du denn sowas? Weil es auch anderere sagen, die du als cool ansiehst, aus welchen Gründen auch immer. DAS ist in meinen Augen Humbug, Spinnerei.

Zitat
Das ändert aber nichts daran, das DU und ICH ohne die Prozesse in unserem Körper und unserem Hirn nicht existieren können. Ich weiß nicht wie du dir das vorstellst.

Unser Körper ist die Bio-Maschine, die produziert, altert und vergeht. Habe ich je was anders behauptet? Ich habe behauptet, dass unser Universum unendliche Male kopiert ist. Es ist auch in unendlichen Zeitversetzungen kopiert. 1970 gibt es irgendwo auch jetzt. 1360, 2000 vor Chr. Dies als Beispiel. Nichts vergeht. Und alles, was wir als Zukunft vor uns haben, ist irgendwo anders schon existent. Wir können nicht dahinfliegen. Denn dieses "Woanders" ist nicht räumlich von uns getrennt. Solche Trennungen sind nur universumsintern existent. D.h. also, dein ganzes Leben ist festgeschrieben und unvergänglich. Du erlebst es immer. Lasse dich mal auf die anderen Universen (Zeitschienen) ein, dann weißt du vielleicht, was ich meine. Damit ist noch lange nicht alles an Ewigkeit (und Grenzenlosigkeit deines Ichs) erklärt. Aber das soll erst mal reichen. Den "Rest" kann ich gerne sofort nachreichen - bei Bedarf...

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radiogucker Offline

Rustikaler


Beiträge: 2.379

08.08.2010 12:42
#50 RE: Atheismus/ Problem der menschlichen Endlichkeit antworten

Zitat
alles, was wir als Zukunft vor uns haben, ist irgendwo anders schon existent



kenn ich das nicht (so etwa) aus dem islam?

alles was ich bisher gelesen hab deutet doch darauf hin, dass jeder für sich nach dem ewigen oder unendlichen leben sucht. ob durch gott oder zeitstränge, wiedergeburt oder sonstwas. so richtig tot für immer will keiner so richtig wahr haben...

oder ist ausser mir noch wer dieser meinung?


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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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