Als Kiddusch ha-Schem bezeichnet man das "Festhalten am Glauben", bzw. an der "Heiligung des [göttlichen] Namens". Damit wird bezeichnet, dass es unter allen Umständen erste Priorität sein sollte, den Namen Gottes zu schützen, um ihn nicht zu entweihen. Ferner ist damit auch die ganze Praxis des jüdischen Lebens gemeint. Das Schützen geht soweit, dass man sein eigenes Leben hingibt, also eine Art jüdischer Märtyrertod, oder sich für seinen Glauben töten läßt, um letzten Endes die "Heiligung des Namens" zu schützen. Der Tod kann also demnach freiwillig sein.
Das Kiddusch ha-Schem zieht sich durch die ganze Geschichte des Judentums, bis hin zur Schoa.
Aber ist nicht das Handanlegen an den Tempel Gottes eine zu unterlassende Handlung? Wie ist ein Kiddusch ha-Schem gerechtfertigt?
Zitat von Milarepa Wie ist ein Kiddusch ha-Schem gerechtfertigt?
Gar nicht. Ich sage nur Chillul Haschem.
edit:
Zitat bis hin zur Schoa.
Dann stellt sich für mich die Frage: Starben die ermordeten Juden des Holocaust als Märtyrer?
__________________________________________________________________ "Das Neueste ist: Wir haben jetzt einen Anhaltspunkt, wo Gott sich versteckt hält und wir werden ihn ausräuchern und ihn fragen: 'Warum'?" Charles Bukowski
Zitat Aber ist nicht das Handanlegen an den Tempel Gottes eine zu unterlassende Handlung?
Wann sollen Juden am Tempel Hand angelegt haben?
Zitat Dann stellt sich für mich die Frage: Starben die ermordeten Juden des Holocaust als Märtyrer?
Im Prinzip: Nein. In der Liturgie, vor allem im Gedächtnisgebet für die Opfer(El Malej Rachamim), werden sie als solche bezeichnet, dass sie "al kiddusch haSchem", in der Heiligung G'ttes, gestorben sind. Diese Bezeichnung rührt aber nicht aus einem von den Opfern gefassten Entschluss her, sondern wurde gewählt, da sie wegen ihres Judeseins ermordet wurden.
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Der Philosoph denkt über G"tt nach, der Gläubige denkt über sich selbst nach. Denn der Philosoph weiss dass es ihn selbst gibt, und daher denkt er darüber nach ob es G"tt gibt. Der Gläubige weiß dass es G"tt gibt,und deswegen denkt er darüber nach in welchem Verhältnis er zu G"tt steht und wie er G"ttes Willen erfüllen kann.
----------------------------------------------- Der Trend geht ganz eindeutig zur Zweitsignatur :-) die Wirklichkeit manchmal eben doch anders ist als die Realität. (Helmuth Kohl)
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