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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 54 Antworten
und wurde 1.985 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
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seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 669

14.01.2011 19:11
#51 RE: An Gläubige: Das Gefühl als Grundlage des einzig wahren Glaubens? antworten

Das Primat der Ethik. Finde ich gut. - Philosophie ist einzig sinnvoll als Erkenntnislehre und Verhaltenslehre (Ethik).

Wo kommt sie her, die Ethik? - Sie ist wie das Bewusstsein ein Produkt der Evolution (Spiegelneuronen, Empathie). Sie hat sich für das Zusammenleben der Menschen nützlich und sinnvoll erwiesen.

Haben Tiere eine Ethik? - Tiere haben keine Ethik wie die Menschen, sondern nur Verhalten als Aktion und Reaktion, wie es der Erhaltung der Art nützt.

Ist Ethik eine Bewußtseinsfunktion? (S. oben)

Wie entsteht Bewußtsein und vor allem warum? - Reaktion und Steuerung der Lebensvorgänge, der höheren Tiere und des Menschen. Bewusstsein hat sich als notwendig und nützlich erwiesen.

Ist Bewußtsein ein Zufallsprodukt der Evolution? - Ist Evolution zufällig oder gesteuert von irgendwem oder irgenwas? Wohl kaum. Irgendeinen Beweger anzunehmen ist spekulativ. Philosophen (z.B. Bergson u.a.) nahmen eine geheimnisvolle Lebens-Kraft (vis vitalis) an, das ist auch spekulativ.

Oder ist Bewußtsein, wie Marx sagte, der Materie immanent? - Ja, die Materialisten (Holbach) sagen, die Produkte der Evolution (die Möglichkeit ihrer Hervorbringung) sind er Materie immanent, von Anfang an.

Entsteht Bewußtsein aus Fett und Knochen um zu erkennen, das wir Fett und Knochen sind und von begrenzter Haltbarkeit? - JA.

Wie sieht unsere gegenständliche Welt außerhalb unserer bewußten
Wahrnehmung aus, das Ding an sich sozusagen.
- Die Welt ist vorher da, einfach so. Wir werden ungefragt in sie geworfen. Die Dinge an sich können wir nicht erkennen (Kant).

Gäbe es die Welt unserer Wahrnehmung auch dann, wenn es diese Wahrnehmung nicht gäbe? Ja, die Welt gibt es auch ausser und ohne uns. Aber die Welt für uns ist unsere Vorstellung (Berkeley, Schopenhauer) - das muss ich noch vertiefen in meinem philos. thread.

Wie haben wir die Relativität von Zeit und Raum zu verstehen? - schwierig. Kant: Raum und Zeit sind die die Grundanschauungsformen apriori (KrV).

Was meint Meister Eckart wenn er sagt:
Das NUN, in dem Gott die Welt erschuf,
und das NUN, in dem ich zu euch spreche,
ist alles das gleiche NUN.

Das ist Mystik - sehr schwierig. Das muss ich noch vertiefen, wenn ich Zeit habe.

Als Agnostiker habe ich keinen Glauben, weder daran, daß es einen Gott gibt, noch daran, daß es keinen Gott gibt. Ich weiß nur, daß ich nichts weiß,
wie der große Sokrates schon sagte.
- So kann man Agnostiker sein lassen. Aber viele Agnostiker sind zu faul zum denken, denn sonst kämen sie zum Atheismus.

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RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

chamuc Offline




Beiträge: 637

14.01.2011 22:39
#52 RE: An Gläubige: Das Gefühl als Grundlage des einzig wahren Glaubens? antworten

Reisender - seneca

** ich



Wie entsteht Bewußtsein und vor allem warum? - Reaktion und Steuerung der Lebensvorgänge, der höheren Tiere und des Menschen. Bewusstsein hat sich als notwendig und nützlich erwiesen.

** Als nützlich, ja. Aber auch notwendig? Offenbar haben die höchsten Tiere ihr Bewusstsein mit steter Steigerung ihrer Intelligenz erworben. Aber auch die Schwarmintelligenz von Insektenstaaten erbringt erstaunliche Leistungen, und zu fragen wäre, ob die Evolution nicht genausogut auf diesem Weg zur Höherentwicklung kommen wird, genügend Zeit vorausgesetzt.
Anm.: Es ist allerdings zuzugeben, dass die Entwicklung von Bewusstsein offenbar schneller und flexibler dazu führt, dass die betreffenden Gene sich ausbreiten und weitere Verbreitungschancen erhalten. Da der Planet nicht ewig bewohnbar bleiben wird, ist es für mich eine Sternstunde der Evolution, als das Leben in Form von Neil Armstrong 1969 einen anderen Himmelskörper betrat.
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Ist Bewußtsein ein Zufallsprodukt der Evolution? - Ist Evolution zufällig oder gesteuert von irgendwem oder irgenwas? Wohl kaum. Irgendeinen Beweger anzunehmen ist spekulativ. Philosophen (z.B. Bergson u.a.) nahmen eine geheimnisvolle Lebens-Kraft (vis vitalis) an, das ist auch spekulativ.

** Höchstwahrscheinlich! Nachbau der Eltern mit kleinen Zufallsänderungen, die sich dann bewähren oder eben nicht, ist doch die - sehr erfolgreiche - Methode der Evolution. Die "geheimnisvolle Lebens-Kraft" drängt sich allerdings dort auf, wo man versucht, sich das Entstehen der allerersten Simpel-Lebewesen aus toter Materie vorzustellen.
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Oder ist Bewußtsein, wie Marx sagte, der Materie immanent? - Ja, die Materialisten (Holbach) sagen, die Produkte der Evolution (die Möglichkeit ihrer Hervorbringung) sind er Materie immanent, von Anfang an.

** Ich könnte mir vorstellen, dass Marx und seine Zeitgenossen, denen Darwin gerade eben das Prinzip der Entstehung aller Lebensvielfalt vorgeführt hatte, mit überwältigender Klarheit einen geraden Weg von der Bakterie zum niederen zum höheren zum bewussten Tier Mensch als unausweichlich und stringent erkannten. Deswegen "der Materie immanent".
Dass der Weg so klar und unausweichlich gar nicht sein muss, konnten sie unter dem Eindruck der eben erst gefundenen Klarheit vielleicht nicht so deutlich sehen.
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Entsteht Bewußtsein aus Fett und Knochen um zu erkennen, das wir Fett und Knochen sind und von begrenzter Haltbarkeit? - JA.

** Wirklich, um das zu erkennen? Ist das nicht eher ein zwangsläufiges Nebenprodukt des Versuchs, einem konzertiert agierenden Rudel bessere Jagd- und Abwehrchancen zu vermitteln?
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Wie sieht unsere gegenständliche Welt außerhalb unserer bewußten Wahrnehmung aus, das Ding an sich sozusagen. - Die Welt ist vorher da, einfach so. Wir werden ungefragt in sie geworfen. Die Dinge an sich können wir nicht erkennen (Kant).

Gäbe es die Welt unserer Wahrnehmung auch dann, wenn es diese Wahrnehmung nicht gäbe? Ja, die Welt gibt es auch ausser und ohne uns. Aber die Welt für uns ist unsere Vorstellung (Berkeley, Schopenhauer) - das muss ich noch vertiefen in meinem philos. thread.

** Die Annahme drängt sich auf. Aber niemand kann ausschließen, dass Du, Leser/Leserin, lediglich als Gehirn existierst, das in einer Nährlösung schwimmt und über feine Drähte all Dein Erleben eingespielt bekommst. Nichts und niemand außer Dir existiert. Dein Erleben kommt vom Band, samt der Illusion Deines freien Willens (und der Lektüre in diesem Forum).
Wenn es allerdings so wäre, dann wären wir gut beraten, die Existenz der Welt (auch ohne uns) zu fingieren, weil es a) für unser Erleben keinen Unterschied macht und b) darüber niemand Beweise erheben kann.
Trotzdem sollten wir die Möglichkeit, es sei nur eine Fiktion, im Kopf behalten.
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Wie haben wir die Relativität von Zeit und Raum zu verstehen? - schwierig. Kant: Raum und Zeit sind die die Grundanschauungsformen apriori (KrV).

** Einfach. Einstein sagt, dass eine Uhr, die den Ort wechselt, überall anders geht. Sogar zwei Uhren am linken und am rechten Arm gehen unmerklich verschieden. Jeder Ort hat einen eigenen Zeitablauf. Das ist die Relativität von Zeit und Raum, welche streng genommen gar nicht separat erfassbar sind, sondern nur als Raumzeit.
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Als Agnostiker habe ich keinen Glauben, weder daran, daß es einen Gott gibt, noch daran, daß es keinen Gott gibt. Ich weiß nur, daß ich nichts weiß, wie der große Sokrates schon sagte. - So kann man Agnostiker sein lassen. Aber viele Agnostiker sind zu faul zum denken, denn sonst kämen sie zum Atheismus.

** Das könnte man etwas provokativ auch so herum betrachten: wenn Atheisten sich ernsthaft auf ihre eigene, gute Regel einließen, nur Bewiesenes als Tatsache zu betrachten, müssten sie alles Jenseitige (Schöpfer, Seele, Weiterleben) als dem Beweis prizipiell unzugänglich für unklärbar halten und sich zu Agnostikern erklären.

Es wäre dabei sicherlich sinnvoll, die Nichtexistenz des Jenseitigen zu fingieren - genau wie die Existenz der Welt auch ohne uns, siehe oben. Trotzdem sollten wir auch hier die Möglichkeit, es sei nur eine Fiktion, im Kopf behalten.
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Danke an Euch, Reisender und seneca, für die Anregung!

Lichtbringer Offline

glaubnix


Beiträge: 1.394

15.01.2011 02:30
#53 RE: An Gläubige: Das Gefühl als Grundlage des einzig wahren Glaubens? antworten

Es gibt ein Ich Bewusstsein, eigene Identität Ego zur Kontrolle der eigenen Handlungen und ein Bewusstsein, das sich auf bestimmte innere oder äußere Geschehnisse richtet wie Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Erinnern oder Vorstellen. Somit ist Bewusstsein auch Aufmerksamkeit!

Das Bewusstsein für die eigene Identität ist schwach, deshalb bestimmt oft die Gesellschaft Unser Bewusstsein! Die Gewohnheiten der materiellen Welt, das Denken wird einem abgenommen, Sicherheit durch Arbeit usw., lässt Unsere eigenen Fähigkeiten im dunkeln!


http://de.wikipedia.org/wiki/Bewusstsein

Wir handeln, wir leben nach bestimmten Mustern, die bewußt oder zutiefst unbewußt vom Denken vorgeschrieben werden. Es ist außerordentlich wichtig, das Denken zu verstehen, denn das Denken hat die Menschen getrennt, national, geographisch, nach ihren Glaubensvorstellungen, nach ihren Dogmen.
Krishnamurti

Wenn Sie sterben, wird Ihr Bewußtsein, das von der Menschheit geteilt wird, fortdauern. Und dieses Bewußtsein manifestiert sich in irgendeiner Person, und dann sagt sie: "Es ist mein", "Ich bin ein Individuum", "Atman", "Seele" und so weiter.
Krishnamurti

Seltsam? Der Geist Gottes der noch nie auf der Erde war hat sich am stärksten ins Bewusstsein eingeprägt! Warum es so ist zeigt folgender guter Link

"Es ist möglich, dass sich die Menschheit an der Schwelle eines goldenen Zeitalters befindet, wenn dies jedoch der Fall ist, muss zuerst der Drache getötet werden, der den Eingang bewacht, und dieser Drache ist die Religion". (Bertrand Russell 1872 - 1970, Mathematiker und Philosoph)

http://www.glauben-und-wissen.de/M1.htm

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Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen.
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Meine Toleranz ist grenzenlos, aber nicht gegenüber den Intoleranten!

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

15.01.2011 12:29
#54 RE: An Gläubige: Das Gefühl als Grundlage des einzig wahren Glaubens? antworten

Eine Menge Antworten,die mir alle geläufig sind, allein, mir fehlt der Glaube.
Eine andere Zeit, ein anderes Paradigma, bringt andere Antworten hervor.

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

15.01.2011 19:19
#55 RE: An Gläubige: Das Gefühl als Grundlage des einzig wahren Glaubens? antworten

Zitat von Lichtbringer
Seltsam? Der Geist Gottes der noch nie auf der Erde war hat sich am stärksten ins Bewusstsein eingeprägt! Warum es so ist zeigt folgender guter Link


Der Link bezw. die Seite ist nicht gut. Schon der Titel führt in die Irre: Wer weiß, braucht nicht zu glauben. Wer nichts weiß, muß glauben. Wissen und Glauben schließen einander aus.

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Glaubst du noch oder denkst du schon?

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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