Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 52 Antworten
und wurde 1.421 mal aufgerufen
 Christentum
Seiten 1 | 2 | 3
Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

09.02.2011 10:41
#26 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat
ich stimme dir zu. im christentum kommt der liebe eine besondere bedeutung zu. jesus hat wie kein anderer vor ihm die liebe in den mittelpunkt seiner ethik gestellt. wie es heißt: Du sollst Gott mit ganzem herzen lieben und deinen nächsten wie dich selbst. das ist der kern der lehre der propheten. heißt: die lehre funktioniert nicht ohne liebe.



Man kann diese Liebe auch etwas differenzierter betrachten.

Für mich ist das einfach nur pure Abhängigkeit. Er "verlangt" ja im Grunde Liebe. Wie Gysi schon angedeutet hat. Jesus und Gott lieben, bedingungslos. Und warum? Der Liebe selbst willen, oder um Gott zu gefallen und in den Himmel zu kommen? Und wenn du Gott nicht liebst, kannst du gleich zum Teufel gehen.

Aber im Grunde hört sich das ja alles schön und gut an. Aber wann in der Geschichte hat mal je eine christliche Gemeinschaft, die gleichzeiting auch Einflus und Macht hatte, sich nach diesem Prinzip gerichtet???

_______________________________________________
Nichts ist wahr, alles ist erlaubt! Die Realität ist das, was du daraus machst!

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

09.02.2011 13:45
#27 RE: Christentum = Liebe? antworten

Die goldene Regel,
die Nächstenliebe,
die Feindesliebe,
sind wesentliche Aussagen der christlichen Botschaft.
Wenn ein Christ tötet, verstößt er gegen seine Religion.

Wenn ein Muslim tötet (Ungläubige), erfüllt er den Auftrag seiner Religion.

Das scheint mir ein sehr wesentlicher Unterschied zu sein.

absinth76 Offline



Beiträge: 286

09.02.2011 18:51
#28 RE: Christentum = Liebe? antworten

ich hoffe es wird von nutzen sein ein paar von den worten einer meiner lieblingsheilige - der Heilige Nikolai Velimirovich von Serbien zu uebersetzen, aus seinem Gedichtebuch - "Gebete am See".

"Die Liebe macht mich zum Gott und Dich, Gott, zu einem Menschen.
Wo einer ist, dort ist keine Liebe.
Wo zwei vereint sind, dort ist die Liebe nur gespenstisch.
Wo drei vereint sind, dort ist Liebe.
Dein Name ist Liebe, da er Einigkeit in Drei lautet.

Waerest Du einer, waerest Du weder Liebe noch Hass.
Waerest Du zwei, waerest Du wandelbare Liebe und Hass.
Doch, Du bist Dreiigkeit, deshalb bist Du Liebe und in Dir ist weder Finsterniss noch Wandelbarkeit.

Liebe weiss nichts ueber Zeit und Raum. Sie ist ausser Zeit und Raum. Fuer sie ist ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre, wie ein Tag.
Wenn ich durch Liebe an Dir verschweisst bin, dann existieren keine Erde und Himmel - es existiert nur Gott.
Es existeren dann weder ich noch du - es existiert nur Gott.

Liebe hat drei Hypostasen: Jungfräulichkeit, Wissen und Heiligkeit.
Ohne Jungfräulichkeit ist Liebe keine Gnade, sondern irdische Selbstliebe und Leidenschaft.
Ohne Wissen ist Liebe keine Weisheit, sondern Wahnsinn.
Ohne Heiligkeit ist Liebe keine Stärke, sondern Schwäche.
Wenn sich Leidenschaft, Wahnsinn und Schwäche vereinen, dann entsteht eine Hölle, die der Teufel seine Liebe nennt.

Wenn meine Seele ein ueberreines Maedchen ist, und mein Verstand hellseherische Weisheit, und mein Geist belebendes Bewusstsein, dann bin ich auch Liebe, die mit Deiner Liebe uebereinstimmt.
Durch die Liebe sehe ich Dich wie mich, und Du siehst mich wie Dich.
Durch die Liebe schaue ich nicht auf mich, sondern nur auf Dich. Durch die Liebe siehst Du nicht Dich, sondern nur mich.

Liebe opfert sich, und fuehlt das Opfer nicht als Geben, sondern als Nehmen!
Kinder der Erde: das Wort liebe ist das laengste Gebet!..."

Zur Hölle, aber mit Jesus!

TheDevilsAdvocate Offline

Skeptic


Beiträge: 841

10.02.2011 06:50
#29 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat von Gysi
Er hat seine Jünger explizit aufgefordert, deren Familien zu hassen und ihn selbst - den Herrn - zu lieben.



Nein, hat er eigentlich nicht an der besagten Stelle. Diese Leseart liegt wohl eher an der Übersetzung.

Zitat von Gysi

Alle Ungläubigen - also die, die ihm nicht folgten - verdammte er per Jüngstem-Gerichts-Urteil "in den Feuerofen". (Matthäus)



Ja, soweit korrekt aber doch auch nichts "Neues".

Zitat von Gysi

Wer sich Jesus unterwarf, den liebte er... Wer aber andere Interessen in sich trug - wie z.B. seinen Familienvater und Mann nicht verlieren zu wollen - der wurde mit einem unglaublichen Hass verfolgt.



Nein, auch hier ist es wiederrum ein Übersetzungsproblem.

Zitat von Gysi

Zudem war Jesus jähzornig. Dieser Jähzorn war es auch, der ihn ans Kreuz brachte. Siehe sein Auftritt in dem Tempel Jerusalems gegen die Händler.



Was? Weil er einmal im Tempel angeblich kurz "aufräumte" kann man darauf schließen, dass er zu Wutanfällen neigte oder wegen geringsten Anlässen austickt? Bißchen weit hergeholt, finde ich.

____________________________________________________
...Prüfet alles, das Gute behaltet... (1 Thess 5,19-21)

"It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.182

10.02.2011 09:51
#30  Christentum = Liebe? antworten

Zitat von TDA
Nein, hat er eigentlich nicht an der besagten Stelle. Diese Leseart liegt wohl eher an der Übersetzung.

Und wie heißt es richtig?

Zitat
Ja, soweit korrekt aber doch auch nichts "Neues".

Die Bibel ist ja auch nicht gerade ein neues Buch.

Zitat
Was? Weil er einmal im Tempel angeblich kurz "aufräumte" kann man darauf schließen, dass er zu Wutanfällen neigte oder wegen geringsten Anlässen austickt? Bißchen weit hergeholt, finde ich.

Er wusste doch, was ihm drohen konnte. Trotzdem konnte er sich nicht beherrschen. Dann schrie er auch mal einen Dattelbaum an, weil der keine Früchte trug. Das zeugt von Fahrigkeit und nicht von Gelassenheit...

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

TheDevilsAdvocate Offline

Skeptic


Beiträge: 841

10.02.2011 10:11
#31 RE: Christentum = Liebe? antworten

Dann schrie er auch mal einen Dattelbaum an, weil der keine Früchte trug. Das zeugt von Fahrigkeit und nicht von Gelassenheit...

(Stelle mir das gerade bildlich vor.) Selbst ich hartgesottener Bibelkritiker finde diese (Art der) Auslegung völlig bei den Haaren herbeigezogen und leider allzu typisch für wohlmeindende Skeptiker.

Abgesehen davon wüsste ich gerne mal wie Du darauf kommst, dass Jesus an der Stelle (Mk 11:12-14; Mt 21:18-22) "schrie".

____________________________________________________
...Prüfet alles, das Gute behaltet... (1 Thess 5,19-21)

"It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes

TheDevilsAdvocate Offline

Skeptic


Beiträge: 841

10.02.2011 10:44
#32 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat von Gysi

Zitat von TDA
Nein, hat er eigentlich nicht an der besagten Stelle. Diese Leseart liegt wohl eher an der Übersetzung.

Und wie heißt es richtig?




Um mich sehr kurz zu fassen: Hier geht es einfach um Bevorzugung. Du sollst Jesus, bzw. Gott an erster Stelle setzen und alles andere hinten dran setzen. Hier geht es nicht wörtlich darum zu hassen. Es ist kein Aufruf negative Empfindungen gegenüber Mitmenschen zu hegen oder gar auszuleben. Es ist in seinem Ursprung ein hebräisches Sprichwort. Es geht ferner darum, dass Jesus hier messianische Erwartungen schürt, bzw. mit einbezieht oder, was auch oft der Fall ist, sich auf irgendetwas aus dem AT bezieht. (siehe hierzu z.B. Buch Micha 7:5-7)

Niemand glaube seinem Nächsten, niemand verlasse sich auf einen Freund; bewahre die Tür deines Mundes vor der, die in deinen Armen schläft.Denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter setzt sich wider die Mutter, die Schwiegertochter ist wider die Schwiegermutter; und des Menschen Feinde sind sein eigenes Hausgesinde.Ich aber will auf den HERRN schauen und des Gottes meines Heils warten; mein Gott wird mich hören.

Seine damalige Zuhörerschaft würde derartiges wissen und ihn verstehen. Wir, die dagegen 2000 später in Übersetzungen etwas nachlesen, haben weitaus mehr Schwierigkeiten seinen Worten einen Sinn zu verleihen.

____________________________________________________
...Prüfet alles, das Gute behaltet... (1 Thess 5,19-21)

"It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.182

10.02.2011 13:57
#33 Christentum = Liebe? antworten

Zitat von TDA
Gysi: Dann schrie er auch mal einen Dattelbaum an, weil der keine Früchte trug.
Selbst ich hartgesottener Bibelkritiker finde diese (Art der) Auslegung völlig bei den Haaren herbeigezogen

Dann hat er eben nicht "geschrien", Herrgott. Aber er hat den Feigenbaum dazu verdammt, nie wieder Früchte tragen zu können! Weil der die Frechheit besass, keine Früchte hergeben zu können, obwohl der Gesalbe Kohldampf schob. Wenn das keine übertrieben kindische, aggressive Reaktion ist...

Zitat
Um mich sehr kurz zu fassen: Hier geht es einfach um Bevorzugung. Du sollst Jesus, bzw. Gott an erster Stelle setzen und alles andere hinten dran setzen. Hier geht es nicht wörtlich darum zu hassen. Es ist kein Aufruf negative Empfindungen gegenüber Mitmenschen zu hegen oder gar auszuleben. Es ist in seinem Ursprung ein hebräisches Sprichwort. Es geht ferner darum, dass Jesus hier messianische Erwartungen schürt, bzw. mit einbezieht oder, was auch oft der Fall ist, sich auf irgendetwas aus dem AT bezieht. (siehe hierzu z.B. Buch Micha 7:5-7)

"Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter, seine Frau und seine Kinder, seine Brüder und Schwestern, ja selbst seine eigene Seele, so kann er nicht mein Jünger sein." (Lukas 14/26)

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

TheDevilsAdvocate Offline

Skeptic


Beiträge: 841

10.02.2011 14:10
#34 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat von Gysi
Dann hat er eben nicht "geschrien", Herrgott.



Zitat von Gysi

Aber er hat den Feigenbaum dazu verdammt, nie wieder Früchte tragen zu können! Weil der die Frechheit besass, keine Früchte hergeben zu können, obwohl der Gesalbe Kohldampf schob. Wenn das keine übertrieben kindische, aggressive Reaktion ist...



Na, wenn das der tatsächliche Grund sein sollte, dann würde ich Deine Kritik ja auch verstehen. Die Frage ist aber ob das der Grund dieser Story ist.

Zitat von Gysi

Zitat von TDA
Um mich sehr kurz zu fassen: Hier geht es einfach um Bevorzugung. Du sollst Jesus, bzw. Gott an erster Stelle setzen und alles andere hinten dran setzen. Hier geht es nicht wörtlich darum zu hassen. Es ist kein Aufruf negative Empfindungen gegenüber Mitmenschen zu hegen oder gar auszuleben. Es ist in seinem Ursprung ein hebräisches Sprichwort. Es geht ferner darum, dass Jesus hier messianische Erwartungen schürt, bzw. mit einbezieht oder, was auch oft der Fall ist, sich auf irgendetwas aus dem AT bezieht. (siehe hierzu z.B. Buch Micha 7:5-7)



"Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und seine Mutter, seine Frau und seine Kinder, seine Brüder und Schwestern, ja selbst seine eigene Seele, so kann er nicht mein Jünger sein." (Lukas 14/26)




Du musst mir keine Bibelübersetzung posten, Gysi. Ich weiß schon welche Stellen Du meinst.

____________________________________________________
...Prüfet alles, das Gute behaltet... (1 Thess 5,19-21)

"It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.182

10.02.2011 14:29
#35 Christentum = Liebe? antworten

Zitat von TDA
Du musst mir keine Bibelübersetzung posten, Gysi. Ich weiß schon welche Stellen Du meinst.

Dann weißt du ja, wie sehr dieser Jesus Hass speien konnte. Du scheinst mir das zu ignorieren und mit beschönigenden Interpretationen zu kommen.
Die Feigenbaum-, die Tempelgeschichte und die Ansage gegen die Familien der Jünger - das brachte mich dazu, zu sagen, dass dieser Mann seinen liebenden Geist durchaus vergessen konnte, wenn es gegen seine Interessen ging.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

TheDevilsAdvocate Offline

Skeptic


Beiträge: 841

10.02.2011 15:28
#36 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat von Gysi
Dann weißt du ja, wie sehr dieser Jesus Hass speien konnte. Du scheinst mir das zu ignorieren und mit beschönigenden Interpretationen zu kommen.



Nein, ich weiß nicht wie sehr dieser Jesus Hass speien konnte, nur weil Du das so sehen willst. Ich hege eher den Eindruck, dass Du hier etwas nicht wahrhaben möchtest, zugunsten Deiner radikaleren Jesus-Hass-Theorie. Mir geht es nicht um eine "beschönigende Interpretation", sondern darum wie (antike) Texte gemeint sind. Es geht mir darum wie Leute von einst miteinander gesprochen haben und das wir es hier mit einem Idiom oder sogar einer Hyperbel zu tun haben. Um diese Texte zu verstehen kann ich nicht mit meinem Wortverständnis des 21. Jahrhunderts einfach drauf loslesen, mich nur an einer Übersetzung orientieren und sie interpretieren wie es mir passt, in der Hoffnung irgendeinem antiken Text gerecht zu werden, insbesondere als Kritiker!

Und wie schnell man sich da vertut, oder auch bereit ist was Negatives hineinzuprojizieren, sehen wir an Deinem Feigenbaumbeispiel, wo Jesus den Baum "anschrie". Nichts davon zu finden im Text! So sehr wie ich Deiner Meinung bin Nichts zu beschönigen, so sehr plädiere ich dafür eine ungerechte Textkritik genauso zu unterlassen, wenn man möglichst fair und objektiv bleiben will.

Sich hinzustellen und zu behaupten:"Da steht doch "Hass" also ist das auch so gemeint." zeugt eher von einer gewissen Ignoranz und zugleich Wunschdenken. Wie leicht es sich zuweilen manche Kritiker machen. Es zeugt in solchen Fällen vom nicht wahrhaben wollen, dass die eigene Bibelkritik nicht haltbar ist angesichts der Tatsache, dass wir es hier mit einer sprachlichen Besonderheit zu tun haben und der Leser nun gefragt ist sich damit näher zu beschäftigen, statt einfach die Augen davor zu verschließen, um die eigene Kritik weiterhin aufrecht erhalten zu können. Sowas ist unehrlich und unglaubwürdig. Und da nützt es auch nicht als Antwort einfach einen Bibelvers zu posten, als würde dieser das vorhergesagte aufheben.


Zitat von Gysi

Die Feigenbaum-, die Tempelgeschichte und die Ansage gegen die Familien der Jünger - das brachte mich dazu, zu sagen, dass dieser Mann seinen liebenden Geist durchaus vergessen konnte, wenn es gegen seine Interessen ging.



Das ist mir schon klar, was Dich dazu brachte. Ich kann auch im ersten Augenblick nachvollziehen, wieso Du so denkst, keine Frage.

____________________________________________________
...Prüfet alles, das Gute behaltet... (1 Thess 5,19-21)

"It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes

TheDevilsAdvocate Offline

Skeptic


Beiträge: 841

10.02.2011 16:13
#37 RE: Christentum = Liebe? antworten

Pinchas Lapide (jüdischer Religionswissenschaftler, keineswegs Christ) zu diesem Thema im Kapitel Hassen und Lieben:

"Bibelhebräisch ist eine erdnahe Sprache, die gerne in Kontrastpaaren denkt, die nicht wörtlich gemeint sind, sondern mit der Hellhörigkeit des Gesprächpartners rechnen. Hassen und Lieben ist ein Paradebeispiel hierfür.[...]Nur wer sich daran erinnert, daß >>hassen<< in der hebräischen Bibel häufig den Sinn von >>hintansetzen, weniger lieben, geringschätzen<< hat, wobei das Kontrastwort >>lieben<< den Sinn von vorziehen, Vorliebe haben<< besitzt, wird der Aussageabsicht Jesu gerecht. So z.B. heißt es im Gotteswort:>>Jakob habe ich geliebt; Esau aber habe ich gehaßt<< (Mal1,2-3 und Röm 9,13. Derselbe Sinn ergibt sich auch aus dem Abschnitt über den Ehemann mit zwei Gattinnen, >>eine, die er liebt, und eine, die er haßt<< (Dtn 21,15) - wozu der Talmud mit Recht fragt: >>Gibt es denn vor Gott Geliebte und Gehaßte? << (Jeb 23a)

Fazit: Jesus und seine Worte sind ohne Kenntnis seiner hebräischen Bibel oft unklar und mißverständlich.


(Quelle: Ist die Bibel richtig übersetzt Band 1+2, von Pinchas Lapide, Bechtermünz 1999, S. 127)

____________________________________________________
...Prüfet alles, das Gute behaltet... (1 Thess 5,19-21)

"It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.182

10.02.2011 16:58
#38 Christentum = Liebe? antworten

Zitat von TDA
Und wie schnell man sich da vertut, oder auch bereit ist was Negatives hineinzuprojizieren, sehen wir an Deinem Feigenbaumbeispiel, wo Jesus den Baum "anschrie". Nichts davon zu finden im Text!

Ja, unverzeihlich, wie ich mich verstiegen habe! Nichtmal althebräisch vertehe ich - das ist ja entsetzlich! Weißt du, ich hatte in Erinnerung, dass dieser Jesus den Dattelbaum verfluchte. Da wurde dann ein "Anschreien" draus. Lag ich denn sooo verkehrt mit meiner Erinnerung? Oder hatte der Gesalbte den Baum in der Tonlage verflucht, wie man das Vaterunser spricht?

Zitat
"Bibelhebräisch ist eine erdnahe Sprache, die gerne in Kontrastpaaren denkt, die nicht wörtlich gemeint sind, sondern mit der Hellhörigkeit des Gesprächpartners rechnen. Hassen und Lieben ist ein Paradebeispiel hierfür.[...]Nur wer sich daran erinnert, daß >>hassen<< in der hebräischen Bibel häufig den Sinn von >>hintansetzen, weniger lieben, geringschätzen<< hat,

Ach, Jesus verlangte von seinen Jüngern ja nur, deren Kinder und Ehefrau "hintanzustellen" - um ihn zu bevorzugen! Ja, dann ist ja alles klar! In der Bibel steht: "Hasst eure Kinder, Eltern und Frauen!", aber in Wirklichkeit hatte er großes Verständnis für sie... Nur nicht sowiel, wie für seine Sache und für sich selbst. Ja, wenn die Bibel erst auf diese Weise richtig interpretiert ist... dann würdest du mit dem Koran gewiss ähnliches hinzaubern können. Am Ende (der Exegese) kommen dann doch Heilige Bücher da raus.

Was bezweckst du, TDA? Was ist Jesus für dich?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

TheDevilsAdvocate Offline

Skeptic


Beiträge: 841

10.02.2011 17:19
#39 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat von Gysi

Zitat von TDA
Und wie schnell man sich da vertut, oder auch bereit ist was Negatives hineinzuprojizieren, sehen wir an Deinem Feigenbaumbeispiel, wo Jesus den Baum "anschrie". Nichts davon zu finden im Text!

Ja, unverzeihlich, wie ich mich verstiegen habe! Nichtmal althebräisch vertehe ich - das ist ja entsetzlich!




Ja, ist es. Scherz beiseite...

Zitat von Gysi

Weißt du, ich hatte in Erinnerung, dass dieser Jesus den Dattelbaum verfluchte. Da wurde dann ein "Anschreien" draus. Lag isch denn sooo verkehrt mit meiner Erinnerung?Oder hatte der Gesalbte den Baum in der Tonlage verflucht, wie man das Vaterunser spricht?



Na, die Frage ist doch was aus der "Erinnerung" wird und wie schnell man etwas hineininterpretiert, was textlich einfach nicht gegeben ist.

Zitat von Gysi

Zitat
"Bibelhebräisch ist eine erdnahe Sprache, die gerne in Kontrastpaaren denkt, die nicht wörtlich gemeint sind, sondern mit der Hellhörigkeit des Gesprächpartners rechnen. Hassen und Lieben ist ein Paradebeispiel hierfür.[...]Nur wer sich daran erinnert, daß >>hassen<< in der hebräischen Bibel häufig den Sinn von >>hintansetzen, weniger lieben, geringschätzen<< hat,

Ach Jesus verlangte von seinen Jüngern ja nur, deren Kinder und Ehefrau "hintanzustellen" - um ihn zu bevorzugen! Ja, dann ist ja alles klar!




Yepp, Du hast es erfasst. Priorität hat Gott, alles andere kommt danach und genau dieser Punkt wird dadurch illustriert. Für Jesus ist nichts wichtiger als die Mission, der Gottesdienst, usw. Genau dies wird immer wieder in seinen Parabeln deutlich. Gott kommt - Du hast keine Zeit mehr - orientiere Dich jetzt und sei Dir bewusst welche Prioritäten Du dir setzt. Lass Alles stehen und liegen, usw, usf.


Zitat von Gysi

In der Bibel steht: "Hasst eure Kinder, Eltern und Frauen!", aber in Wirklichkeit hatte er großen Verständnis für sie. Nur nicht sowiel, wie für seine Sache und für sich selbst.



Die Frage ist doch was seine Sache ist ,bzw. war, lieber Gysi. Aber Du tust, was soviele Kritiker tun - den Kontext (mal wieder) völlig zu ignorieren zugunsten einer äußert textkritischen Lesung. Ich kann dies zwar mitunter verstehen, nur nicht mehr teilen und finds mitunter ehrlich gesagt absurd, was sich Kritiker zuweilen aus den Fingern saugen, um Herr über die Bibel zu werden.


Zitat von Gysi

Ja, wenn die Bibel erst auf diese Weise richtig interpretiert ist... dann würdest du mit dem Koran gewiss ähnliches hinzaubern können. Am Ende (der Exegese) kommen dann doch Heilige Bücher da raus.



Tja, wenn die Bibel erst auf Deine Weise richtig interpretiert wird, dann würde man gewiss auch in einem Kochrezept eine Anleitung fürs Vergiften finden


Zitat von Gysi

Was bezweckst du, TDA? Was ist Jesus für dich?



Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich von Dir wissen, was Du mit diesen zwei Fragen bezweckst und warum Du sie ausgerechnet mir gestellt hast.

____________________________________________________
...Prüfet alles, das Gute behaltet... (1 Thess 5,19-21)

"It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes

hadji ( gelöscht )
Beiträge:

10.02.2011 17:21
#40 RE: Christentum = Liebe? antworten

wenn das Christentum die Liebe wäre, wieso hatte Gott der Vater sein Sohn Jesus allein auf der Erde gelassen, einsam und verlassen.
sodas die Juden ihn ausgepeitscht und gekeuzigt hatten. Liebe Christen hier im Forum, lasst euch nicht von den Juden verarschen.
Jesus wurde weder ausgeüeitscht noch ist er gekreuzigt. Die Wahrheit hat euch Mohammad, friede sei auf ihn, gebracht, also nimmt die Botschaft an.

Erste Verwarnung hadji. Die Darstellung der Juden als Jesusmörder und der verallgemeinerte Aufruf sie würde Christen verarschen ist der Verwarnunggrund. Vanion.Mod.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.182

10.02.2011 17:57
#41 Christentum = Liebe? antworten

Zitat von TDA
Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich von Dir wissen, was Du mit diesen zwei Fragen bezweckst und warum Du sie ausgerechnet mir gestellt hast.

Weil ich irritiert bin. Ich versuche, die Gottgestalt Jesus in eine historische und menschliche Gestalt zu realisieren. Dabei werde ich sicher auch Fehler machen. Und dafür faltest du mich mit einer Schärfe zusammen, die ich nicht verstehe! Ich kenne die Bibel nicht auswendig!
Ich sagte, dass Jesus menschliche Schwächen hat (Jähzorn) - Antwort: falsch!
Ich sagte, dass Jesus die Jünger von deren Familien mit Hasstiraden entfremdet - Antwort: falsch!
Ich sagte, dass das Verfluchen des Feigenbaums reichlich albern ist und von seiner Unausgeglichenheit zeugt - Antwort: ein kategorisches Falsch! Er brüllte den Feigenbaum nicht an, okay. Das ist aber das Einzige, was falsch ist an meiner Darstellung dieser Geschichte, dieses Gleichnisses - was auch immer. Aber du schmierst mir dieses kategorische Falsch! aufs Butterbrot. Da kommt mir schon der Verdacht hoch, dass dir die Kritik an Jesus generell nicht recht ist...

Dass etliche Worte, Sätze und Denkweisen von damals heute sich irgendwie anders lesen, ist mir schon klar. Jesus stellte seine Jünger bedingungslos unter den Willen Gottes. Die Familien mitsamt den Kindern interessierten dabei nicht. Darf ich das wenigstens in der Form sagen, ohne falsch zu liegen? Und dass die Interessen Gottes mit seinen identisch waren, ist selbstredend... Ist das menschlich? Von Nächstenliebe getragen? Respekterzeugend? Lobenswert? Vorbildlich und für die Kindererziehung 2011 geeignet?

Ich sehe nicht, dass mein Missverständnis zentral ist. Es ist marginal. Es ändert meine Kritik an diesen Mann nicht. (An anderer Stelle hatte ich übrigens sein Konzept der Nächsten- und Feindesliebe gelobt. Es ist also nicht so, dass ich eine totale Anti-Haltung gegen diesen Jesus einnehme... Allerdings gegen all die Schönredereien und seine Vergöttlichung.)

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

radiogucker Offline

Rustikaler


Beiträge: 2.379

10.02.2011 20:58
#42 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat von hadji
Die Wahrheit hat euch Mohammad ... gebracht, also nimmt die Botschaft an.

Der Mann hat mir nix gebracht, vor allem keine Wahrheit, die ich als die meine annehmen würde...


"Erst kommt das Fressen, dann die Moral." (B.Brecht)
"Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Hass gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt." (Kurt Schumacher, SPD)

TheDevilsAdvocate Offline

Skeptic


Beiträge: 841

10.02.2011 23:52
#43 RE: Christentum = Liebe? antworten

@Gysi

Naja, wenn ich Dich zusammenfalten wollte, würde das entschieden anders aussehen. Ich falte Dich auch nicht zusammen, weil Du Fehler machst. Sehr wohl kritisiere ich die Bestimmtheit mit der hier Dinge mitunter einfach behauptet wurden. Jesus mag menschliche Schwächen durchaus gehabt haben. Ich behaupte, aus den bisherigen Textpassagen geht dies nicht hervor.

Zitat von Gysi

Ich sagte, dass Jesus die Jünger von deren Familien mit Hasstiraden entfremdet - Antwort: falsch!



Ja und dazu stehe ich nach wie vor und habe dies auch begründet. Ich sehe in keinem dieser Passagen einen abwertenden, von Hass geleiteten Wortschwall gegenüber Familien.

Zitat von Gysi

Ich sagte, dass das Verfluchen des Feigenbaums reichlich albern ist und von seiner Unausgeglichenheit zeugt - Antwort: ein kategorisches Falsch!



Yepp. Diese Geschichte so oberflächlich zu deuten, egal ob sie tatsächlich passiert ist oder auf Legendenbildung beruht, ist weitaus alberner, in meinen Augen.

Zitat von Gysi

Er brüllte den Feigenbaum nicht an, okay. Das ist aber das Einzige, was falsch ist an meiner Darstellung dieser Geschichte, dieses Gleichnisses - was auch immer.



Ob dies das Einzige ist sei mal dahingestellt.

Zitat von Gysi

Aber du schmierst mir dieses kategorische Falsch! aufs Butterbrot.
Da kommt mir schon der Verdacht hoch, dass dir die Kritik an Jesus generell nicht recht ist...



Dann lese meine Beiträge bitte nochmal. Ich gab mich nicht mit einem "falsch" als Antwort an Dir zufrieden, so wie ich das sehe.

Zitat von Gysi

Dass etliche Worte, Sätze und Denkweisen von damals heute sich irgendwie anders lesen, ist mir schon klar. Jesus stellte seine Jünger bedingungslos unter den Willen Gottes. Die Familien mitsamt den Kindern interessierten dabei nicht. Darf ich das wenigstens in der Form sagen, ohne falsch zu liegen?



Ist durchaus annehmbar, sofern diese Familien sich nicht der Sache anschließen.

Zitat von Gysi

Und dass die Interessen Gottes mit seinen identisch waren, ist selbstredend... Ist das menschlich? Von Nächstenliebe getragen? Respekterzeugend? Lobenswert? Vorbildlich und für die Kindererziehung 2011 geeignet?



Was? Die Interessen Gottes?


Zitat von Gysi

Ich sehe nicht, dass mein Missverständnis zentral ist. Es ist marginal. Es ändert meine Kritik an diesen Mann nicht. (An anderer Stelle hatte ich übrigens sein Konzept der Nächsten- und Feindesliebe gelobt. Es ist also nicht so, dass ich eine totale Anti-Haltung gegen diesen Jesus einnehme... Allerdings gegen all die Schönredereien und seine Vergöttlichung.)



Ich behaupte ja auch nicht, dass Dein Missverständnis zentral wäre oder Du eine totale Anti-haltung gegen diesen Jesus einnimmst. Ich behaupte nur, es existiert berechtigte Einwände gegen Deine/diese Kritik und dies weder etwas mit Schönredereien noch Jesu Vergöttlichung zu tun haben muss.

____________________________________________________
...Prüfet alles, das Gute behaltet... (1 Thess 5,19-21)

"It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes

tobiasgronauer Offline



Beiträge: 332

11.02.2011 00:13
#44 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat
17 Ich liebe, die mich lieben; und die mich frühe suchen, finden mich.

sprüche 8,17

ludder bibbel

hmmm

bibelgott liebt zwar alle menschen, aber offenbar liebt er diejenigen mehr, die ihn auch lieben

d.h. es ist ein bisschen conditionalisiert die liebe

und man muss ihn suchen früh um ihn zu finden, vielleicht weil er so unsichtbarr ist und sich ein bisschen versteckt hält damit man in nich so laicht finden kann

als täst für uns

---

-----------------------------
Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie einsam machen und bloß und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen (offb 17,16)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.182

11.02.2011 10:11
#45 Christentum = Liebe? antworten

Zitat von TDA
Jesus mag menschliche Schwächen durchaus gehabt haben. Ich behaupte, aus den bisherigen Textpassagen geht dies nicht hervor.

Hatte er überhaupt welche? Darf ich meine Frage wiederholen? => Wer und was ist Jesus für dich? Der Heiland? Gottes Sohn? Der Wiederauferstandene? Oder einfach nur ein Freiheitskämpfer, Erneuerer (seines jüdischen Glaubens) und Mensch?

Zitat
Ich behaupte nur, es existiert berechtigte Einwände gegen Deine/diese Kritik und dies weder etwas mit Schönredereien noch Jesu Vergöttlichung zu tun haben muss.

Und ich halte deine Einwände gegen meine Argumente immer noch für entschieden zu überreizt. Und insgesamt für falsch. Du scheinst nach Weichzeichnungen des Herrn und Erlösers zu suchen. Und wenn du tief bis in die althebräischen Schriften gehen musst. Und bei wohlmeinenden Interpret(inn)en fündig wirst... Ich sehe das so.

Du hast den Background eines Theologen, The Devils Advocate. Wie kommt's?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

11.02.2011 10:15
#46 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat von Gysi

Zitat von TDA
Jesus mag menschliche Schwächen durchaus gehabt haben. Ich behaupte, aus den bisherigen Textpassagen geht dies nicht hervor.

Hatte er überhaupt welche? Darf ich meine Frage wiederholen? => Wer und was ist Jesus für dich? Der Heiland? Gottes Sohn? Der Wiederauferstandene? Oder einfach nur ein Freiheitskämpfer, Erneuerer (seines jüdischen Glaubens) und Mensch?





Für mich war er ein charismatischer,rethorisch begabter Spinner.

TheDevilsAdvocate Offline

Skeptic


Beiträge: 841

11.02.2011 14:03
#47 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat von Gysi

Zitat von TDA
Jesus mag menschliche Schwächen durchaus gehabt haben. Ich behaupte, aus den bisherigen Textpassagen geht dies nicht hervor.

Hatte er überhaupt welche? Darf ich meine Frage wiederholen? => Wer und was ist Jesus für dich? Der Heiland? Gottes Sohn? Der Wiederauferstandene? Oder einfach nur ein Freiheitskämpfer, Erneuerer (seines jüdischen Glaubens) und Mensch?




Für mich ist Jesus in erster Linie ein Mensch mit einem Selbstverständnis eines apokalyptischen Propheten, der das Königreich seines Gottes herannahen sah und aus Überzeugung bis in den Tod ging. Weder wollte er eine neue Religion, noch war er ein Freiheitskämpfer. Mich zu fragen, ob ich Jesus als Heiland, Sohn Gottes oder als Widerauferstandenen sehe, ist nicht nachvollziehbar für mich, solange ich mich als Atheisten bezeichne.

Zitat von Gysi

Zitat von TDA

Ich behaupte nur, es existiert berechtigte Einwände gegen Deine/diese Kritik und dies weder etwas mit Schönredereien noch Jesu Vergöttlichung zu tun haben muss.

Und ich halte deine Einwände gegen meine Argumente immer noch für entschieden zu überreizt.




Überreizt im Vergleich zu was? Für mich ist solche Rhetorik eher ein Zeichen von Überreizung: Dann hat er eben nicht "geschrien", Herrgott.

Zitat von Gysi

Und insgesamt für falsch.



Du magst sie insgesamt für falsch halten, aber eine triftige Begründung, die textlich belegbar wäre, vermisse ich weiterhin.

Zitat von Gysi

Du scheinst nach Weichzeichnungen des Herrn und Erlösers zu suchen.



Nein, dies ist nicht mein Anliegen. Ich arbeite mit dem was da ist. Weder mit dem Wunschdenken des Christen, noch mit dem Wunschdenken manch Kritikers, gebe ich mich zufrieden. Dieser Vorwurf ist typisch für Kritiker, die nicht über den eigenen Tellerrand ihrer Kritik schauen können und sofort befürchten man würde Jesus postiver darstellen, als er gewesen sein muss. Ich könne Dir ebenso entgegegnen, dass Du auf Teufel komm raus versuchst Jesus schlechter darzustellen durch eine unnötige Hartzeichnung, nebenbei bemerkt.

Zitat von Gysi

Und wenn du tief bis in die althebräischen Schriften gehen musst. Und bei wohlmeinenden Interpret(inn)en fündig wirst... Ich sehe das so.



Dieser Einwand ist so als ob Du einen gebürtigen Englänger erzählen willst, wie er richtig Englisch zu sprechen hat. Weißt Du wie ich das sehe? Jemand schnappt sich die Bibel und liest sie mit einem äußert kritischen Auge. Und dann wird Alles mögliche aus dem Kontext gerissen sobald es auch nur im geringsten kritisch anmuten mag. Da wird aber auch nicht nachgeprüft, sondern einfach angenommen. Und dann wird es weiterverbreitet (im Web). Und ein jeder, egal ob Christ oder nicht, der dagegen angeht, wird in die Schublade "Jesus-versteher" gedrängt und für nicht normal befunden. (Deswegen auch z.B. Fragen (eine ganze Salve) an einen Atheisten, ob dieser glaube Jesus sei Gottes Sohn, der Heiland oder der Wiederauferstandene!) Nein, Jesus muss kritisierbar bleiben - der Zweck heiligt die Mittel - so sehe ich und kritisier ich diese Vorgehensweise so vieler wohlmeinender Bibelkritiker, die weit übers Ziel hinausschießen und oftmals nicht einmal über simpelste Bibelkenntnisse verfügen. (Und beachte man auch hier, dass ich wie in den meisten vorangegangenben Beiträgen eher Allgemein spreche und nicht explizit Worte an Dich richte, lieber Gysi. (Nimm die Kritik also bitte nicht persönlich)

Ich muss auch nicht tief in die althebräischen Schriften graben, aber ich muss sehr wohl eine sprachliche Besonderheit der damaligen Zeit beachten. Und diese ist textlich belegbar, ob es dem Kritiker passt oder nicht. Ich muss ferner beachten, dass Jesus sich ebenso gut in den Schriften auskannte. Diese Textstellen zu ignorieren zugunsten einer Bibelkritik ist für mich unredlich und unehrlich. Zumindest sollte man als Kritiker darüber bescheid wissen und triftige Gründe anführen können, wieso es im Falle von Jesus anders sein muss und er z.B. tatsächlich Hass anordnete. Übrigens - welche wohlmeinenden Interpreten, die Ahnung vom frühen Judentum und der Sprache haben, kannst Du nennen, die eher zu Deiner Interpretation tendieren?


Zitat von Gysi

Du hast den Background eines Theologen, The Devils Advocate. Wie kommt's?



Nu übertreib mal nicht.

____________________________________________________
...Prüfet alles, das Gute behaltet... (1 Thess 5,19-21)

"It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.182

11.02.2011 14:38
#48 Christentum = Liebe? antworten

Zitat von TDA
Überreizt im Vergleich zu was? Für mich ist solche Rhetorik eher ein Zeichen von Überreizung: Dann hat er eben nicht "geschrien", Herrgott.

Mich nervte eben dein dröhnendes Geschreie: "Hurra, da habe ich aber einen bösen, bösen Schnitzer entdeckt, lieber Gysi! Jesus hatte nämlich überhaupt nicht geschrien." Punkt. Das lässt mich natürlich blöd aussehen und alle meine Kritik an diesen Mann als reichlich dämlich aussehen. Das bezwecktest du. Warum? Jesus verfluchte den Dattelbaum! Und das er das nicht in der Tonlage eines Weihnachtsliedes tat - sondern vielleicht doch etwas lauter? - hättest du in deiner Qualitätskritik an meine Kritik durchaus mit einfließen lassen sollen.

Zitat
Dieser Vorwurf ist typisch für Kritiker, die nicht über den eigenen Tellerrand ihrer Kritik schauen können und sofort befürchten man würde Jesus postiver darstellen, als er gewesen sein muss. Ich könne Dir ebenso entgegegnen, dass Du auf Teufel komm raus versuchst Jesus schlechter darzustellen durch eine unnötige Hartzeichnung, nebenbei bemerkt.

Auch Kritiker müssen kritisiert werden können.
Ich erwähnte, dass in der Bibel geschrieben steht, dass Jesus (seine Jünger) dazu aufforderte, die Familien mitsamt den Kindern zu hassen. Und du kommst angeschwebt: Nein, im Kontext der Sprachbedeutung bedeutete das damals was ganz anderes! Was denn? Dass er die Kinder und Familien der Jünger verstand und liebte? Doch wohl nicht. Er wollte sich von denen abgrenzen und für seine Jünger unbedeutend machen. Weil Gott (seine Sache, seine Religion, seine Politik!) für sie die erste Bedeutung zu haben hat! Das hieß auch damals nichts anderes als: Trete deinen Kindern und deiner Frau doch in den Arsch! Gott (vor allem ich!) ist wichtiger als sie!

Wenn in der Bibel Texte stehen, die so fürchterlich missverstanden werden müssen - warum sind die denn nicht - zwecks eines exakten Verständnisses - schon lange geändert worden?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Bernd Schulten ( gelöscht )
Beiträge:

11.02.2011 15:07
#49 RE: Christentum = Liebe? antworten

Hallo Gysi oder wie auch immer!

Entschuldigung, aber werden sie langsam nicht auch so fanatisch wie manche Religionisten?
Die Stelle wo Jesus sagt das er ein Schwert bringt wie verstehen Sie das, Matthäus 10:34,35?
Warum sollen die Fälscher der Bibel stärker sein als ein so grosses Lebenwesen wie der Schöpfer, der das Universum machte und vieles Gigantische mehr?
Sind diese Fälscher-Kriminellen denn nicht alles kleine Würstchen?
Warum macht dann der Hersteller nichts dagegen um eine so genannte verfälschte Bibel wieder richtig zu stellen, und schafft stattdessen ein neues Buch, den Koran? Hätte er denn nicht die Bibel bereinigen können und auf den Koran verzichten können?
Warum haben die Menschen in ihrem geistigen Modul (geistiges Haus)z.B. die Religionizität einprogrammiert, so wie auch das Gewissen?
Haben sie schon mal daran gedacht das es nur eine Originalreligion geben kann, und alle anderen wären dann nur Fälschungen?


Mit friedlichen Grüssen
Bernd Schulten

TheDevilsAdvocate Offline

Skeptic


Beiträge: 841

12.02.2011 00:15
#50 RE: Christentum = Liebe? antworten

Zitat von Gysi
Mich nervte eben dein dröhnendes Geschreie: "Hurra, da habe ich aber einen bösen, bösen Schnitzer entdeckt, lieber Gysi! Jesus hatte nämlich überhaupt nicht geschrien."Punkt



Also nervt Dich deine Interpretation meiner Beiträge. Damit kann ich gut leben.

Zitat von Gysi

Das lässt mich natürlich blöd aussehen und alle meine Kritik an diesen Mann als reichlich dämlich aussehen.



Also das ist nun wirklich nicht mein Problem, ob es Dich oder angeblich all Deine Kritik an Jesus als reichlich dämlich für andere aussehen lässt, damit das mal ganz klar ist! Da wird nicht einfach zugegeben: "Jo, Text ist falsch wiedergegeben." Stattdessen wird die eigene Person und die Gefahr, dass die restliche Kritik an Jesus darunter leidet, hier nun aufgegriffen und thematisiert. WTF?

Ich hatte WAS zuerst dazu geschrieben? Abgesehen davon wüsste ich gerne mal wie Du darauf kommst, dass Jesus an der Stelle (Mk 11:12-14; Mt 21:18-22) "schrie". Und Du machst hier daraus ein Affenzirkus ohnesgleichen, weil Du einen simplen Fehler gemacht hast, auf den ich nicht einmal halb soviel herumreite, wie Du! Meine Beiträge/Einwände darauf reduzieren zu wollen ist unverschämt.


Zitat von Gysi

Das bezwecktest du. Warum? Jesus verfluchte den Dattelbaum! Und das er das nicht in der Tonlage eines Weihnachtsliedes tat - sondern vielleicht doch etwas lauter? - hättest du in deiner Qualitätskritik an meine Kritik durchaus mit einfließen lassen sollen.



Was ich bezwecken will habe ich klargestellt.

Was verstehst Du eigentlich unter "verfluchen"?

Im übrigen: Ich stellte Dir bezüglich des Baumes ja meine Frage - lese bitte den Beitrag nochmal, wenn es sein muss. Diese Frage wurde von Dir quittiert mit Dann hat er eben nicht "geschrien", Herrgott. . Und jetzt kommst Du daher und kritisiert mich, ich hätte etwas in meiner damaligen Kritik einfließen lassen sollen? Ich hatte Dir eine Frage gestellt! Du hattest doch die Gelegenheit dazu dich zu äußern.

Warum soll ich überhaupt annehmen, dass Jesus aufgebracht war, wie Du es anscheinend tust?

Zitat von Gysi

Ich erwähnte, dass in der Bibel geschrieben steht, dass Jesus (seine Jünger) dazu aufforderte, die Familien mitsamt den Kindern zu hassen. Und du kommst angeschwebt: Nein, im Kontext der Sprachbedeutung bedeutete das damals was ganz anderes! Was denn?



Diese Frage wurde bereits beantwortet. Lese es halt nochmal, wenn es sein muss.

Zitat von Gysi

Dass er die Kinder und Familien der Jünger verstand und liebte? Doch wohl nicht.



Wieso denn nicht? Erkläre das doch mal! Es heißt auf jeden Fall nicht, dass sie sie hassen sollen, wie ich bereits dargestellt habe. Und genau DAS war doch Dein Argument am Anfang!

Zitat von Gysi

Er wollte sich von denen abgrenzen und für seine Jünger unbedeutend machen.



Dies bedeutet immer noch nicht, dass Jesu dazu aufrief sie zu hassen, wie Du es behauptest Wenn etwas zweitrangig ist, dann ist es übrigens nicht unbedeutend.

Zitat von Gysi

Weil Gott (seine Sache, seine Religion, seine Politik!) für sie die erste Bedeutung zu haben hat! Das hieß auch damals nichts anderes als: Trete deinen Kindern und deiner Frau doch in den Arsch!



s.o.

Zitat von Gysi

Gott (vor allem ich!) ist wichtiger als sie!



Wir reden hier vom Judentum. Das wäre sowieso an der Tagesordnung gewesen Gott an erster Stelle zu setzen.

Zitat von Gysi

Wenn in der Bibel Texte stehen, die so fürchterlich missverstanden werden müssen - warum sind die denn nicht - zwecks eines exakten Verständnisses - schon lange geändert worden?



Offensichtlich sind es nur manche Kritiker, die mit solchen Stellen arge Probleme bekommen (und selten weiter nachhaken) Vielleicht benötigen diese Kritiker ja tatsächlich eine eigene Bibelübersetzung.

____________________________________________________
...Prüfet alles, das Gute behaltet... (1 Thess 5,19-21)

"It is a capital mistake to theorize before one has data. Insensibly one begins to twist facts to suit theories, instead of theories to suit facts." S. Holmes

Seiten 1 | 2 | 3
Landeskirche »»
 Sprung  
________________________________________

"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

________________________________________

=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

... Platz für Verlinkungsaustausche ...

VORSICHT! Vertrauensunwürdige Werbung!

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor