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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 4.438 mal aufgerufen
 Esoterik
seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 669

25.03.2011 09:32
C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Dein Gott ist nicht mein Gott, er kann es gar nicht sein, weil jeder seinen Gott, seine Gottes-Idee hat oder nicht? „Gott“ ist ein innerpsychisches Geschehen. Dein Gott existiert in deiner Psyche und ist insofern wahr - für dich. Was verstehst du unter Gott?
Ein Gott, der alles umfasst, kann kein personales Wesen sein? Gott ist nicht etwas physikalisch Nachweisbares wie eine Strahlung. Ich könnte mir eher Götter vorstellen, als verschiedene Aspekte oder Kräfte der Psyche oder des Unbewussten. Das tönt jetzt nach C.G. Jung und ist es auch. C.G. Jung (1875 - 1961) ist der „Prophet des Unbewussten" (Titel einer kritischen Biographie) oder der „Getriebene Visionär“ (S. am Ende). Ich wundere mich, wieso Jung in diesem Forum nicht vorkommt.

Jung träumte und phantasierte verschiedene Figuren seines Unbewussten (Anima, die Seele eine blau gekleidete Frau; Philemon, der weise Alte mit Rauschebart, der ihn Dinge lehrt etc). U.a. zeichnete er eine Figur mit Hörnern, den er Atmavictu nannte. Die Namenserfindung ist eine Mischung zwischen Atman, ein ganzheitliches hinduistisches Prinzip, und victus, was etwas mit Leben zu tun hat. Jung mochte Latein. Er hat ein grossen Buch wie ein Mönch in altertümlicher kalligraphischer Schrift mit seinen Träumen, Imaginationen vollgeschrieben und mit Illustrationen versehen. Eine Riesenarbeit von 1913 bis ca. 1929. Er bezeichnete es als Experiment zur Erforschung / Wiederfindung der (seiner) Seele. Es war aber eher eine kreative Selbsttherapie. Er nannte es „Liber novus“ oder das Rote Buch, das 50 Jahre unter Verschluss war und erst vor einige Jahren publiziert und kommentiert wurde. Im Museum Rietberg in Zürich war eine Ausstellung darüber. Dieser Atmavictu sieht wie ein Teufel aus, hat etwas Dämonisches an sich. Er verkörpert vlt. die animalischen Triebe. Bei der jungschen Symboldeutung kann alles positiv oder negativ ausgelegt werden. Hier das Leaflet von der Ausstellung mit einigen Mandalas und Bildern von Jung: http://www.kultur-online.net/?q=node/14383

Ohne Religion kein Gott. Religion ist [kollektive] Beachtung gewisser psychodynamischer Faktoren, die aufgefasst werden, als „Mächte“ (Geister, Dämonen, Gesetze, Ideen, Ideale etc.), die der Mensch in seiner Welt als mächtig, gefährlich oder hilfreich genug erfahren hat, um ihnen sorgfältige Berücksichtigung (Rituale, Gebete) angedeihen zu lassen, oder als gross, schön und sinnvoll genug, um sie andächtig anzubeten und zu lieben. Jung sagt, die stärksten Wahrheiten können nicht in Worten sondern nur als Symbole zum Ausdruck kommen. Ein Ausdruck für Gott, aber auch für das Selbst sind Mandalas: Kreisförmige Gebilde, z.B. mit einem Kreuz darin. Darin spielt die Quaternität (Vierheit) eine wichtige Rolle (davon ein andermal evtl. mehr). Mandalas kann man selber malen oder davon träumen. Für Jung sind Träume als Botschaften des Unbewussten wichtig.

Religion ist eine Beziehung zu dem höchsten oder stärksten Wert, sei er nun positiv oder negativ. Die Beziehung kann freiwillig oder unfreiwillig sein, d.h. man kann von einem „Wert“ also einem energiebeladenen psychischen Faktor [Komplex] aus unbewusst besessen sein, oder man kann ihn bewusst annehmen. Diejenige psychologische Tatsache, welche die grösste Macht in einem Menschen besitzt, wirkt als „Gott“, weil es immer der überwältigende psychische Faktor ist, der „Gott“ genannt wird. Sobald ein Gott aufhört, ein überwältigender psychischer Faktor zu sein, wird er ein blosser Name. Sein Wesentliches [das durchdringende Bewusstsein der Macht und Grösse] ist tot, und seine Macht ist dahin. Warum haben die antiken Götter ihr Prestige und ihre Wirkung [Kraft] auf die menschlichen Seelen verloren? Jung: Weil die olympischen Götter ihren Dienst getan hatten (ich: weil man an die Geschichten und Märchen von Homer nicht mehr glaubte) und ein neues Mysterium begann: Gott wurde Mensch (Jesus). - Aber auch dieses Mysterium ist am Verblassen, weil man die Geschichten der Bibel nicht mehr glaubt, die packen uns kaum noch. Religion lebt ja von Geschichten und Mythen.

Jung wird von den Religionsphilosophen, Theologen und Esoterikern aller Schattierungen geschätzt (eine Unmenge bezieht sich auf ihn als "wissenschaftliche Autorität"), vund on den Gläubigen, Theisten als Scharlatan abgelehnt, nicht ganz zu Unrecht. Er ist schon sehr spekulativ. Der Pfarrerssohn Jung sah sich nicht als Theologen oder Philosophen (auch nicht als Künstler oder Dichter, der er z.T. war) sondern als strenger Naturwissenschaftler (er war Arzt und Psychiater), der in der Arbeit mit Patienten unvoreingenommen nur Phänomene beschreibe, was natürlich so nicht zutrifft; er macht metaphysische Annahmen. Jung darf man nicht als Guru oder Religionsstifter ansehen, das hätte er auch nicht gewollt. Im Vorwort vom Liber novus. Von einem Verwandten in bedächtigem Basler-Akzent gelesenen Vorwort sagt er, dass sein Weg nur für ihn gelte, und für andere ein Irrweg sein kann.
Es empfiehlt sich, TseegeeJung, der sich gerne als selber als weiser oder listiger Alter (Archetyp) sah, in homöopathischen Dosen zu "konsumieren" und nicht allzu ernst zu nehmen aber doch als interessante Quelle der Erkenntnis.

verwendete Quelle:
C.G. Jung: Menschenbild und Gottesbild - Bd. 4, C.G. Jung Grundwerk in 9 Bänden (das ich vor ca. 20 Jahren im Überschwang gekauft hatte)

Übrigens:
„Gedanken Träume Erinnerungen“, aufgeschrieben von Aniela Jaffé, das als Einführung zu C.G. Jung immer empfohlen wird, ist im Volltext aks pdf im Internet als auch das jung-kritische Buch aus christlicher Sicht: Carl Gustav Jung der getriebene Visionär von Els Nannen

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RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
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Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.321

25.03.2011 20:00
#2  C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Danke für den guten Einstieg, Seneca!

Kann man das kollektive Unbewusste vielleicht als ein psychisches Erbe der Altvorderen bezeichnen, das in uns allen ist? Quasi als geronnenen Erfahrungsschatz.

In Freuds Unterbewusstsein ist es ja so, dass in ihm persönliche Erlebnisse lagern und verarbeitet werden. Und bei Jung wäre es dann die - noch tiefer liegende - Erfahrungsablagerung unserer Vorfahren.
Das ist eine Idee von mir. Ich bin mir gewiss nicht sicher, ob man sie so korrekt annehmen kann. Wie siehst du das?

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Lichtbringer Offline

glaubnix


Beiträge: 1.399

26.03.2011 15:23
#3 RE: C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Von der Psychiatrie aus gesehen, ist Gott eine Wahnvorstellung und sie kann sogar Trugwahrnehmungen verursachen. Der Massenwahn od. der übernommene Aberglaube bestätigt das falsche Denken, beim Faschismus war es auch so!

http://www.wirtz.ch/texte/Psychologie%20und%20Religion.pdf

http://www.dr-wischmann.privat.t-online.de/jung.htm

http://www.sgipt.org/wisms/geswis/psychiat/kraep83.htm

http://www.heilendes-bewusstsein.ch/medi...tundeinheit.pdf

http://www.ernstspengler.ch/files/Jung_M...Buchbeitrag.pdf

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Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen.
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Meine Toleranz ist grenzenlos, aber nicht gegenüber den Intoleranten!

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 669

26.03.2011 16:56
#4 RE: C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Zitat Gysi:

Kann man das kollektive Unbewusste vielleicht als ein psychisches Erbe der Altvorderen bezeichnen, das in uns allen ist? Quasi als geronnenen Erfahrungsschatz.
Ja, ich denke, das ist so, s. unten Phylogenese.

Gute Aufsätze in den Links von Glaubnix, wenigstens der von Spengler (30S.) und von Dr. Wischmann (27S.) - Danke für die Hinweise, habe die Aufsätze nicht gekannt.

Am wichtigsten sind bei Jung die Begriffe Selbst, kollektives Unbewusstes und Individuation oder Individiuationsprozess, gleich Verwirklichung des Selbst (salopp gesagt).

Nach Wischmann:

Das Selbst ist Zentrum und Umfang der Psyche, es ist Beginn, Grund, und Ende, Ziel des Individuationsprozesses. Der Archetyp [das Selbst] ist Objekt der Menschheitserfassung, passiv durch die Zeitgeschichte geprägt, und er ist Subjekt, er determiniert und strukturiert die menschlichen Erfahrungen wie auch die individuelle Lebensgeschichte.

Es ist Jungs Verdienst, den teleologischen [ziel- oder zweckgerichteten] Aspekt in die Psychologie hineingetragen zu haben, das Kausalprinzip durch das Synchronizitätsprinzip [?] ergänzt zu haben. Jede Handlung und Meinung ist nicht nur Erfahrung, Reaktion auf Vergangenes, sondern auch Intention, Stimulus für Zukünftiges; jeder Traum ist nicht nur aus schon Dagewesenem zu erklären, sondern nur unter Miteinbeziehung des zukunftsweisenden Sinnes zu verstehen. Jedes psychische Phänomen ist nicht ausschließlich retrospektiv aus der individuellen Geschichte kausal begründet, sondern hat den prospektiven, finalen, sinnhaften Charakter des schöpferischen Verstehens; jeder Tod bietet die Chance der Wiedergeburt. Die Bewußtwerdung ist schmerzhafte Entfremdung vom problemlosen, kindhaften Einssein mit der Mutter "Unbewußtes"[2] und ist hoffnungsvolle (Wieder-) Annäherung an die Ganzheit und die Aufgehobenheit im Gottesbild [!?]. - Das Gottesbild ist also im Selbst beheimatet oder ist ein Korrelat dazu, um nicht zu sagen abgespaltener Teil (seneca).
....

Der wichtigste Begriff ist bei Jung das Unbewußte. Unter den Begriff des Unbewußten faßt er alle psychischen Inhalte oder Vorgänge, welche nicht auf das Ich in wahrnehmbarer Weise bezogen sind, (das Bewußtsein wäre demnach die Funktion oder Tätigkeit, welche die Beziehung psychischer Inhalte zum Ich- Komplex unterhält). Auf diese Inhalte kann (nur) aufgrund ihrer Manifestationen in Fehlleistungen, Phantasiebildern, Träumen usw. geschlossen werden, wobei sich nach Jung eine Einteilung des Unbewußten in persönliches und kollektives Unbewußtes anbietet. Die Inhalte des persönlichen Unbewußten sind die Errungenschaften der persönlichen Existenz, die vom Ich-Bewußtsein nicht (an)erkannt werden, also Vergessenes, Verdrängtes, unterschwellig Wahrgenommenes, Gedachtes und Gefühltes; alles, was potentiell ebensogut bewußt sein könnte (bei Freud ist dieses im "Es" enthalten).

Die Inhalte des kollektiven Unbewußten dagegen können nicht bewußt gemacht werden. Die der Phylogenese [Stammesgeschichte] entstammenden kollektiv-unbewußten Komplexe mit autonomen Charakter, von Jung Archetypen genannt, sind selbst nicht wahrnehmbar, sondern nur ihre Auswirkungen in Symbolen, mythologischen Bildern und Motiven, Träumen und "freisteigenden" Phantasiebildern (wie z. B. den unter 3.4-3.5 beschriebenen; Link in vorherigen Post).

Das Ich-Bewußtsein wird weiterhin vom kollektiven Bewußtsein bestimmt, d. h. der Gesamtheit der Traditionen, Sitten, Regeln und Normen der jeweiligen Umwelt; ein Begriff, der dem Freud'schen "Über-Ich" ähnelt und der den "moralischen Aspekt" des Gewissens ausmacht (ergänzend dazu der eher individuelle "ethische Aspekt" des Gewissens als Ausdruck des Selbst, als "Stimme des Inneren"),

Dem Unbewußten wird [von Jung] nun ein aktiver, finaler Charakter zugesprochen, im Sinne einerzielgerichteten Kompensation des Bewußtseins. D. h.: eine einseitige Einstellung des Bewußtseins - die aufgrund der Gerichtetheit seines "Blickfeldes" (als Folge des Differenzierungsprozesses) notwendigerweise entsteht - wird, wenn sie zu exzessiv ist, durch die dem Unbewußten zugefallenen ausgeschlossenen Inhalte in Form von Träumen und "freisteigenden" Bildern kompensiert bzw. kontrastiert. - Gegensätzlichkeit und Kompensation sind wichtige Begriffe bei Jung.

Ausgehend von einer Enantiodromie[?], einem Homöostaseprinzip [Ausgleichsprinzip] der psychischen Energie (= Libido - bei Jung allgemeine nicht nur sexuell verstanden) sagt Jung, daß z. B. die minderwertige Funktion des "Denktypen" - das wäre das "Fühlen" - bei zu starker Libidobesetzung der Hauptfunktion "Denken" sich regressiv entwickelt und inkompatibel mit der begünstigten Funktion wird. Mit der ihr innewohnenden Energie verfällt sie dem Unbewußten, wobei dieser Energiebetrag entsprechende Phantasien anregt, die bei einer neurotischen Entwicklung den Bewußtseinsprozeß dauerhaft stören oder unterbrechen können. - Z.B. bein naiven, fundamentalistisch-fanatischen Gottesvorstellungen (seneca).

Diese Phantasien sind nun nicht nur passiver, kausaler Natur (da die Psyche des Einzelnen nicht ausschließlich reduktiv aus seiner Lebensgeschichte zu erklären ist, sondern auch durch zeitgeschichtliche, phylogenetische Umstände bedingt ist), sondern auch aktiver, finaler und prospektiver Natur, da in ihnen das Ziel der Wiederherstellung der Ganzheit, des Gleichgewichts angestrebt wird (das kann mit der Selbstheilungstendenz des physischen Organismus verglichen werden). Werden die Phantasien kausal verstanden, sind sie als Symptome zu kennzeichnen, bei finaler Betrachtungsweise als Symbole. - Das ist jetzt ein bisschen schwierig, aber es besteht Hoffnung. Bin übrigens kein Jung-Spezialist sondern nur interessierter Laie.

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Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.321

26.03.2011 19:58
#5  C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Also, ich verstehe Jung so, dass er Gott als eine psychische Orientierung definiert, die Freud als Überich definiert. Ich sehe das Überich als die Erziehung, die anerzogene Autorität.

Die Interpretation "Gott" ist aber eine bewusste Abspaltung aus sich heraus. Also irgendwie eine Schizophrenie.

Das siehst du auch so, Seneca. Aber ich bin mir überhaupt nicht sicher, ob Jung dass auch so sieht. Bei Freud ist das so, aber bei Jung?

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seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 669

28.03.2011 12:20
#6 RE: C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Für Freud, der sich als Atheist verstand, war der wesentliche Antrieb die Sexualität. Er wollte Jung, den er als seinen Nachfolger und "Kronprinzen" ansah, das Versprechen abnehmen, ein Bollwerk gegen die schwarze Schlammflut des Okkultismus zu errichten. Für Jung war jedoch die Religion wichtig. Im Alter hat er an einen pers. Gott geglaubt, aber nicht unbed. im christlichen Sinn (Referat S. 12, wo Jungs pers. Glaubensentwicklung dargestellt ist).

Gott ist vermutlich eine unbewusste Abspaltung des Selbst. Den pathologischen Begriff Schizophrenie (Spaltungsirresein) hier zu erwähnen, halte ich für zu hoch gegriffen. Aber auf jeden Fall ist der Gotteskomplex ist im Selbst lokalisiert.
Unter Komplex versteht Jung, salopp gesagt, eine Ansammlung von psychisch wirkmächtigen Vorstellungen und Gefühlen, die eben "kompliziert" sind. Für Jung sind Komplexe wichtig, auch Archetypen sind eigentlich Komplexe. Er nannte seine P. zuerst komplexe Psychologie später analytische Psychologie (vgl. Freuds Psychoanalyse).

Aus dem Referat (S. 6) Rieländer Silberer im Theologiestudium 1969, bearb. 1990
http://www.psychologische-praxis.rielaen...ng_Religion.pdf

Der wichtigste Archetypus ist der des Selbst, wobei "Selbst" ein weltanschaulich neutraler, psychologischer Ausdruck für das ist, was der Mensch jeweils als höchste Wirklichkeit in sich empfindet. Das Selbst stellt sich dar in Ganzheitssymbolen wie Kreis, Quadrat, Kreuz, Mandala, Quaternität. Die Zahl vier ist der psychische Ausdruck der Vollkommenheit. Diese Symbole sind von Gottesbildern nicht zu unterscheiden. Mit Selbst ist die "psychische Totalität" des Menschen, seine Ganzheit gemeint, die Bewußtsein sowie persönliches und kollektives Unbewußtes erfaßt.
Das Ziel der Individuation, die "Selbst"-werdung ist die voll entfaltete und integrierte Persönlichkeit; sie ist Utopie und Postulat. Man kann sich dieses Ziel nicht weit genug denken. "Selbst"-werdung kann nicht als Persönlichkeitsentfaltung in egozentrischer Hinsicht verstanden werden, vielmehr bedeutet „Selbst“-werdung: Der Mensch hat seiner Berufung zu entsprechen, die er von innen her erfährt. Darunter kann man nach Jung durchaus auch die Hinordnung auf ein objektiv transzendentes Du und echte Nachfolge Christi verstehen.

In seinem Wesen ist das Selbst unsagbar; es ist ein "lediglich negativer Grenzbegriff..., über dessen Natur man in der Psychologie nichts Positives aussagen könne." [m.E. schwadroniert hier Jung etwas]
Das Selbst ist vom bewußten Ich unterschieden; es überschreitet dieses unbegrenzt, so daß die Grenzen des Selbst nicht erkannt werden können. [dito]
Das Selbst hat einen autonomen Charakter. [kann unabhängig vom Willen wirken; Frage der nicht vorhandenen Willensfreiheit]
Es wird zugänglich in einer unmittelbaren ganzheitlichen Erfahrung, die den Menschen innerlich gefangen nimmt. Hier kann man von einer transzendentalen Erfahrung sprechen; sie erscheint dem Menschen wie eine Gnade, sie fordert unbedingten Gehorsam und führt gerade dadurch zu höherer Entfaltung.
Das Selbst ist also psychisch transzendent, und es kommt einer [quasi-]religiösen Erfahrung gleich. Es drückt sich in religiösen Vorstellungen, in Bildern und Symbolen von einer Gottheit aus. "Gott" ist die äußere Form dieses Archetypus. Im Archetypus des „Selbst“ liegt also der Ort, wo die Religion ihre fundamentale Bedeutung in der Jungschen Psychologie bekommt.
Für die Individuation und die seelische Gesundheit bekommen daher Religion und Glaube höchste positive Bedeutung [bei Jung]. Der Weg der Individuation führt daher zu einer religiösen Bindung. - Wie auch immer diese aussehen mag.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.321

28.03.2011 13:20
#7 C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Zitat von Seneca
Darunter kann man nach Jung durchaus auch die Hinordnung auf ein objektiv transzendentes Du und echte Nachfolge Christi verstehen.

Das... verstehe ich nicht. Was hat Jesus C. mit meiner Persönlichkeitsentfaltung zu tun? Dass sie nicht unbedingt egozentrisch zu verstehen ist, kann ich noch nachvollziehen. Aber das mit Jesus - nöööö.

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Lichtbringer Offline

glaubnix


Beiträge: 1.399

28.03.2011 22:45
#8 RE: C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Habe im Freud Link folgendes gelesen.

http://www.smartredirect.de/ad/clickGate...ng_Religion.pdf

Animus und Anima bezeichnen die unbewußte Natur des Männlichen bzw. des Weiblichen.
• Die Anima ist charakterisiert durch traditionelle weibliche Züge, durch ein Leben aus dem Gefühl, aus dem Irrationalen.
• Animus dagegen verweist auf typisch männliche Züge des Lebens: Rationalität, Vtontheit, Weltbeherrschung.

Auf der zweiten Stufe der Individuation erfolg die Auseinandersetzung mit dem gegengeschlechtlichen Pol und seiner unbewußten Natur in der eigenen Seele. Der Mann ist dann mit den unbewußten Strömungen konfrontiert, die die Anima in ihm hervorruft; während die Frau sich dann mit den Strömungen ihres Animus auseinanderzusetzen hat.

Nun verstehe ich die Bedeutung aus dem Ausschnitt des Thomas Ev. 22
Es geht darum dass man sich Miteinander Auseinandersetzt (An sich Arbeitet) und sich Versteht.


Das Evangelium nach Thomas 5

(22) Jesus sah Kleine, die gesäugt wurden. Er sprach zu seinen Jüngern:
„Diese Kleinen, die gesäugt werden, gleichen denen, die ins Königreich
eingehen.“ Sie sprachen zu ihm: „Werden wir als Kleine ins Königreich eingehen?“
Jesus sprach zu ihnen:
„Wenn ihr die zwei zu eins macht und wenn ihr das
Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere
wie das Untere und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem
einzigen macht, so daß das Männliche nicht männlich und das Weibliche
nicht weiblich ist,

und wenn ihr Augen macht anstelle eines Auges und eine
Hand anstelle einer Hand und einen Fuß anstelle eines Fußes, ein Bild
[ει̉κών] anstelle eines Bildes, dann werdet ihr in [das Königreich] eingehen.“

http://www.anthrowiki.info/ftp/bibliothe...-Evangelium.pdf

http://www.edition-alpha-et-omega.de/Apokryphen.htm

Finde das Thomas Evangelium nicht schlecht warum wurde es nicht Aufgenommen Vermutlich haben die Pfaffen diesen Text missverstanden, waren Betroffen und schämten sich

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

29.03.2011 14:44
#9 RE: C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Vocatus atque non vocatus, Deus aderit
(gerufen und ungerufen, Gott wird dasein)

Das stand über der Haustür von Jungs Anwesen In Küßnacht.

Wie man sieht, ist Jung für Atheisten etwa so ergiebig
wie Bach für Unmusikalische.

Auszug aus einem Interview von John Freeman:
Und glauben sie an Gott
Oh ja

Glauben sie heute noch an Gott?
Heute?(lange Pause) Ich weiß. Ich brauche nicht zu glauben,
ich weiß!

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 669

30.03.2011 16:20
#10 RE: C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten


http://www.adhikara.com/carl-gustav-jung/8.jpg

Jungs Mandala stellt "das System (Gefüge) der ganzen Welt" (Systema mundi totius) oder "die Gegensätze des Mikrokosmos innerhalb der makrokosmischen Welt und ihrer Gegensätze" dar. Wichtig sind in dieser interpretierenden Aussage das Ineinander von Makro- und Mikrokosmos und die Gegensatzstruktur. Daß der Mensch als Mikrokosmos die genaue Entsprechung des Makrokosmos sei, ist uraltes Wissen. Jung spricht auch von "correspondentia" spricht. In einem Vortrag über Paracelsus, der übrigens auch das Mikrokosmos-Makrokosmos-Motiv hat, sagte Jung: "Die animistisch belebte Welt ist der größere Kreis, der Mensch ist der limbus minor, der kleinere Kreis.

Im Mandala von 1916 ist eine Vierheit (Quaternität) als Ausdruck zweier Gegensatzpaare zu erkennen. Die Gegensatzthematik ist ein wesentlicher Bestandteil der jungschen Psychologie; vom Menschen sagt Jung: "Der Mensch als ein die Weltgegensätze in sich vereinigender Mikrokosmos entspricht also dem irrationalen Symbol, das psychologische Gegensätze vereinigt."

Die Quaternität besteht aus zwei Achsen, die ein Kreuz bilden. Die Senkrechte Achse symbolisiert das schöpferische Prinzip; oben das göttliche Kind, unten der "dominus mundi" (= der Herr der Welt, Abraxas, dazu später); oben sehen wir das feurige Licht, unten das physische Leben. Da "ignis" (Feuer), "eros" (Liebe) und "vita" (Leben) die Lebenswärme in ihrer himmlischen und irdischen Gestalt bezeichnen, kann man die senkrechte Achse als die der Wärme bzw. der Liebe interpretieren. Die horizontale Achse hingegen kann als Achse des Lichtes verstanden werden; wobei "horizontal" mit Bedacht gewählt ist, denn das griechische Wort "horizein" bedeutet "begrenzen, bestimmen, definieren"; weswegen der Horizont die Grenzlinie des Erkennens ist.

Die Schlange (links) und der Heilige Geist (rechts) sind Symbole des Wahren; die Schlange des sinnlich-Wahren, der Heilige Geist des göttlich-Wahren. Die Schlange zeugt die irdische, der Heilige Geist die himmlische Welt.

Jungs Mandala enthält noch weitere Informationen, auf die ich hier jedoch nicht mehr hinweisen kann. Die makrokosmische Ordnung wiederholt sich, wenn auch spiegelverkehrt, im Mikrokosmos. Alles ist eingebettet im Pleroma der unaussprechlichen Gottheit [Das Pleroma ist keine Gottheit, sondern die umfassende Fülle bzw. die Leere, vgl. septem sermones ad mortuos, sermo 1]

Aber eigentlich stelle dieses Mandala Jungs (systema totius mundi) nur seinen damaligen Seelenzustand dar. - Aber es ist so schön, über die Zeichen und Symbole zu spekulieren.

Aus, Thomas Noack
C.G.Jung: Die Bilder des Unbewußten
Der Rohstoff eines wissenschaftlichen Werkes

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seneca Offline

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01.04.2011 15:55
#11 RE: C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Wichtig für Jung sind auch die Septem Sermones Ad Mortuos
pseudognostische, von Junge geschriebene Texte.
Die sieben Reden oder Belehrungen an die Toten.
Geschrieben von Basilides in Alexandria,
der Stadt, wo der Osten den Westen berührt.

transcribiert von C.G. Jung 1916

Folgendes liest sich wie für Adepten einer Mysterienreligion:

Aus Sermo I:
http://demiurge23.blogspot.com/2005/09/d...-der-toten.html

...
Höret, ich beginne beim Nichts.
Das Nichts ist dasselbe wie die Fülle.
In der Unendlichkeit ist voll so gut wie leer.
Das Nichts ist leer und voll. ....

Ein Unendliches und Ewiges hat keine Eigenschaften,
weil es alle Eigenschaften hat.

Das Nichts oder die Fülle nennen wir das PLEROMA.
Dort drin hört Denken und Sein auf,
denn das Ewige und Unendliche hat keine Eigenschaften.
In ihm ist keiner, denn er wäre dann vom Pleroma
unterschieden und hätte Eigenschaften,
die ihn als etwas vom Pleroma unterschieden.
Im Pleroma ist nichts und alles:
Es lohnt sich nicht über das Pleroma nachzudenken,
denn das hieße: Sich selber auflösen.

(Im Mandala, Bild systema mundi totius ist das Pleroma der äusserste Kreis)


Gott und Teufel sind unterschieden
durch voll und leer, Zeugung und Zerstörung.
Das WIRKENDE ist ihnen gemeinsam.
Das Wirkende verbindet sie.
Darum steht das Wirkende über beiden
und ist ein Gott über Gott, denn es vereinigt
die Fülle und die Leere in ihrer Wirkung.
Dies ist ein Gott, von dem Ihr nicht wusstet,
denn die Menschen vergaßen ihn.
Wir nennen ihn mit seinem Namen ABRAXAS.

(im Bild systema mundi totius ist der Abraxas ganz unten, gegenüber dem göttlichen Kind)

Er ist noch unbestimmter als Gott und Teufel.
Um Gott von ihm zu unterscheiden,
nennen wir Gott Helios oder Sonne.
Der Abraxas ist Wirkung, ihm steht nichts entgegen,
als das Unwirkliche, daher seine wirkende Natur
sich frei entfaltet. Das Unwirkliche ist nicht,
und widersteht nicht.
Der Abraxas steht über der Sonne und über dem Teufel.
Er ist das unwahrscheinlich Wahrscheinliche,
das unwirklich Wirkende.
Hätte das Pleroma ein Wesen, so wäre der Abraxas
seine Verdeutlichung.


Er ist zwar das Wirkende selbst, aber keine bestimmte Wirkung,
sondern Wirkung überhaupt. Er ist unwirklich wirkend,
weil er keine bestimmte Wirkung hat.

Er ist auch Kreatur, da er vom Pleroma unterschieden ist.
Die Sonne hat eine bestimmte Wirkung, ebenso der Teufel,
daher sie uns viel wirksamer erscheinen
als der unbestimmbare Abraxas.
Er ist Kraft, Dauer, Wandel.

Abraxas hiess eine LP von Carlos Santana, 1970


http://www.vinylrecords.ch/S/SA/Santana/.../abraxas-10.jpg

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seneca Offline

religiöser Atheist


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09.04.2011 15:14
#12 RE: C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Abraxas(Abrasax) Diese Gottheit personifiziert in der Gnosis das unsagbar höchste Seiende [das Pleroma], dem alles weitere per Emanation [S. Plotin] entströmt. In 365 Geistwesen, die den Urgrund repräsentieren, wird Abraxas Gestalt.

Dargestellt wird Abraxas als Mischwesen. Er hat die Arme und den Rumpf eines Menschen und den Kopf eines Hahns, der Phronesis heißt. Seine Beine bilden die beiden Schlangen Logos (die göttl. Welt-Vernunft) und Nus oder Nous (der menschl. Verstand).
Abraxas trägt einen Schild, die Sophia [Weisheit], und eine Geißel Dynamis [Kraft]
Abraxas Name ist ein Beispiel für Zahlensymbolik. Die sieben griechischen Buchstaben haben zusammen den Zahlwert 365, entsprechend der Geistwesen und der Tage im Jahr (System des Basilides, 2. Jh.). Siehe hierzu auch das Zauberwort „Abrakadabra”.
Auch der Name des iranischen Gottes Mithras hat als Zahlwert 365. Beide galten als Gottheiten der Numerologie und repräsentierten die 365.000 Jahre (365 Äonen), welche die derzeitige Welt andauern soll. Die Vorstellung, daß ein Gottesjahr 1000 Menschenjahre entspricht findet sich auch in der Bibel (Psalm 90,4).
Das Christentum betrachtete den gnostischen „Herrn der Welt” Abraxas als Dämon. In der frühesten Zeit des Christentums soll er die Titel „Unser Vater” und „Herr der Heerscharen” getragen haben und neben Mithras auch mit Jahwe gleichgesetzt gewesen sein (WALKER, 6)

Gnosis (griech. „Erkenntnis”).
Um die Zeitenwende trat dieses Bewegung im Osten des Römischen Reichs auf und verbreitete sich nach Westen. Gnostizismus (Gnostik) ist eine Sammelbezeichnung der in den ersten Jahrhunderten der Zeitenwende im Mittelmeerraum entstanden bemühten Richtungen verschiedener religiöser Prägung, jüdisch, hellenistisch oder christlich, die sich um Gnosis bemühten.

Den verschiedenen gnostischen Lehren, deren Ursprung erheblich älter als das Christentum sein und auf ägyptischem Gedankengut beruhen soll, gemeinsam ist die Anschauung einer obersten Wirklichkeit jenseits aller Vorstellungskraft, die sich in zahllosen Abstufungen durch Emanation entfaltet. Diese entströmen dem höchsten Sein, ohne daß dieses sich dabei vermindert (siehe auch Füllhorn).

Neben dem Pneuma der göttlichen Oberwelt gibt es die dunkle Materie. Durch Vermischung dieser Substanzen schuf der Demiurg [der böse Schöpfer- wörtl. Handwerker-Gott] die sichtbare Welt, die samt allem fleischlichen wegen dieser „bösen” Beimengung erlösungsbedürftig ist. - Jesus ist ein Abkömmling des guten Gottes.

Diese Erlösung sucht der Gnostiker durch Erkenntnis zu erreichen, die Gnosis des kosmischen Geschicks und seiner selbst als Anteil des Göttlichen. - Heute sind verschiedene esoterische Strömung eine Art Gnosis.

Die christliche Gnosis soll angeblich von Simon Magus begründet worden sein; als wichtiger Text gilt auch das (apokryphe) Thomas-Evangelium. Im 2. und 3. Jahrhundet wurde sie zu einer starken Konkurrenz für die sich entwickelnde christliche Kirche. Diese bezog aus der Auseinandersetzung mit der Gnosis innere Festigung, übernahm aber auch gnostische Vorstellungen.

Der modernen Gnosis geht es weniger um ein in „Gut und Böse” eingeteiltes Weltbild als vielmehr um eine Aufforderung an den Menschen, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen ohne die Verantwortung einer göttlichen Wesenheit aufzubürden, deren Existenz letztlich weder zu beweisen noch zu leugnen ist.

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RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

hokusai ( gelöscht )
Beiträge:

29.04.2011 22:54
#13 RE: C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

C.G. Jung schmückt meinen Bücherregal in vorderster Reihe
und ich habe auch alles gelesen;
war ein besonders guter Analytiker.

Über die Entwicklung der Persönlichkeit
Das symbolische Leben
Psychologie und Alchemie
(Traumsymbole des Individuationsprozesses)
Erlösungsvorstellungen in der Alchemie u.a.)
Das symbolische Leben.

Zur eigenen Lebensfindung- und Gestaltung hat er
mir sehr geholfen.
LG

Arturos Offline



Beiträge: 291

05.05.2011 15:34
#14 RE: C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Zitat von

Zur eigenen Lebensfindung- und Gestaltung hat er
mir sehr geholfen.
LG




Welche Thesen oder Denkanstöße genau haben dir geholfen ?

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.321

05.05.2011 15:49
#15 C.G. Jung: Das kollektive Unbewusste, Archetypen Antworten

Zitat von Arturos
Welche Thesen oder Denkanstöße genau haben dir geholfen ?

Hokusai hat unser Forum verlassen und ausdrücklich um die Löschung ihres Accounts gebeten.
Es sei ihr hier "zu hart" abgelaufen. Sie wäre auch im Umgang mit Atheisten ungeübt. Mit Atheisten, die sie nicht - zumindest in der Stärke - in einem Religionsforum erwartet hatte.

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