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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!




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Dieses Thema hat 38 Antworten
und wurde 2.282 mal aufgerufen
 Judentum
Seiten 1 | 2
Taubes Bambi Offline



Beiträge: 6

08.09.2011 20:50
Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Hallo zusammen!

So – ich denke, dass es eine bekannte Kritikfrage ist, denn es geht um die nichtjüdische Mutter.

Vorher gab es noch kein Judentum, da viele Leute sich schon miteinander zu tun haben: Kinder.
Sobald das Judentum kommt, dass die nichtjüdische Mütter die Kinder gebären und sie auch „trotzdem“ beim Judentum eintreten. Das Judentum ehrt die nichtjüdische Mutter, die jüdisch sein wird. Später kommt der Regel, der feststeht: Nur die jüdische Mutter gebären die Kinder, die „automatisch“ jüdisch werden sein. Ade um die nichtjüdische Mutter! Obwohl die nichtjüdische und jüdische Mütter jedoch das gleiche Vorfahren haben, da sie vor dem Judentum schon untereinander sind.

Heutzutage – ich finde es irgendwie ungerecht vom Judentum, weil es die nichtjüdische Mutter ablehnt, dass die Kinder nicht jüdisch sind. Arme und jüdische Väter! Irgendwie finde ich die Antidiskriminierung vom Judentum über die nichtjüdischen Mütter, die nichtjüdische Kinder (die werden gerne jüdisch oder jiddisch sein), obwohl sie das Religion Judentum bereitwillig lernen möchten. Aber der Rabbinat ….so weiterhin! Nach einigen Jahren werden sie endlich jüdisch sein.

So finde ich es nicht richtig vom Gesetz des Judentums. Für mich fehlt es irgendwie die Nächstenliebe und die Menschenwürde. Hm?

Nur das kann ich nicht nachvollziehen.

Meine Lieben, aufgrund meiner Taubheit habe ich nur diese zusätzlichen Schwierigkeiten, weil ich nicht gut in Deutsch drauf bin, dass es nicht meine Muttersprache der deutsche Schriftsprache ist. Sondern meine Muttersprache ist Gebärdensprache.

Sag mir einfach, welches und was ihr nicht verstehen könnt, würde ich hier jederzeit bereits antworten bzw. erklären. Danke voraus!

Und ansonsten wünsche ich Euch allen einen schönen Tag.

Liebe Grüße,
Taubes Bambi

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.113

09.09.2011 08:51
#2 Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Zitat von TB
Heutzutage – ich finde es irgendwie ungerecht vom Judentum, weil es die nichtjüdische Mutter ablehnt, dass die Kinder nicht jüdisch sind. Arme und jüdische Väter!

Arm? Warum? Armselig ist eine Religion, die ein derartiges Herrenmenschen-Denken vertritt. Aber das tun die anderen monotheistischen Religionen - in anderer Weise - auch.

Zitat
aufgrund meiner Taubheit habe ich nur diese zusätzlichen Schwierigkeiten, weil ich nicht gut in Deutsch drauf bin, dass es nicht meine Muttersprache der deutsche Schriftsprache ist.

Du bist gut zu verstehen, das reicht. Es gab etliche User hier im RF, die waren es nicht...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Taubes Bambi Offline



Beiträge: 6

09.09.2011 23:47
#3 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Und warum?

Nur das habe ich nicht verstanden, weil das Judentum "stur" ist, dass man schwer beim Judentum eintreten wird. Die Geduld wird sich genug hart auf die Probe gestellt - dauert es nach 2 oder 3 oder auch weiteren Jahren lang. Bis endlich wird man jüdisch sein. Bei anderen Religionen ist "kein Problem", dass jeder Mensch sich in jedem Religion herzlich willkommen heisst.

Was ist so schwer daran, weil die Rabbianer die werdenen Juden nach ein paar Jahren aufnehmen wird? Vorher oder nachher gilt es auch das Gleiche. Das Religion kennt sicherlich keine Zeitsgrenzen. Hm?

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.113

10.09.2011 09:03
#4 Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Zitat von TB
Die Geduld wird sich genug hart auf die Probe gestellt - dauert es nach 2 oder 3 oder auch weiteren Jahren lang. Bis endlich wird man jüdisch sein. Bei anderen Religionen ist "kein Problem", dass jeder Mensch sich in jedem Religion herzlich willkommen heisst.

Man kann das aber auch so sehen: Der Rabbi will, dass deine Entscheidung für das Judentum nicht einer Spontanentscheidung unterworfen ist, die keinen tieferen Inhalt hat.
Und andere Bekenntnisgruppen, die dich so schnell "herzlich willkommen" heißen, wollen nur was für ihre Statistik tun...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

chamuc Offline




Beiträge: 637

10.09.2011 11:11
#5 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Hallo Bambi!

Zitat von Taubes Bambi
Bei anderen Religionen ist "kein Problem", dass jeder Mensch sich in jedem Religion herzlich willkommen heisst.

Auch bei anderen Religionen ist das nicht immer so!

Ein Freund von mir hat sich (nach einer ideologisch bewegten Vergangenheit) vor ein paar Jahren zum Wieder- eintritt in die katholische Kirche entschlossen - zu einer Zeit also, als aus dieser Kirche schon eine stetige Austrittswelle im Gang war.

Man hätte nun denken sollen, dass man sich unmäßig freut und "den roten Teppich" ausrollt, weil da einer zurückkommt.

Aber weit gefehlt! Mein Freund bekam eine Einladung zu einem Gespräch mit einem Jesuitenpater, der von ihm freundlich, aber in der Sache unnachsichtig seine Gründe hören wollte.
Da mein Freund ein belesener und philosophisch beschlagener Mensch ist, dürfte das Gespräch dem Pater genau so viel Spaß gemacht haben wie ihm. Trotzdem (oder deswegen? ) hat der Pater noch ein zweites Gespräch anberaumt. Erst danach wurde mein Freund aufgenommen.

Die wollten - genau wie Gysi es oben sagte - sich einfach sicher sein, dass ihr Neumitglied nicht einfach aus einer Laune heraus beitreten will, sondern ernsthafte Motive hat und seine Entscheidung von Dauer ist.

Ich weiß nicht, ob diese pingelige Nachprüfung in der katholischen Kirche generell üblich ist oder vielleicht nur in Teilen davon. Aber es hat mir hohen Respekt abgenötigt, dass man sich trotz Austrittswelle nicht einfach dem Zeitgeist beugt, sondern tatsächlich nur ernsthaft Interessierte aufnimmt.

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

11.09.2011 00:01
#6 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Es gibt auch Religionen die gar keine Fremden aufnehmen.

Das Judentum will keine "Erweckungsreligion" sein wie das das Christentum,
sondern legt für die Menschen die sich für den jüdischen Glauben entscheiden Bewußt
die Latte recht hoch, so dass ein Konvertit eine lange Zeit erhält das Ganze nochmal
zu überdenken und den Schritt nur zu tun wenn er und auch der Rabbiner davon überzeugt ist,
dass der Schritt aus dem Glauben an G"tt heraus erfolgt und nicht aus anderen Gründen.

Glaube ist Aberglaube

Taubes Bambi Offline



Beiträge: 6

12.09.2011 21:08
#7 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Gysi - natürlich ist mir ja bewusst und klar, wie sicher man ist, wenn man bei der "Heiligenhaus" eintreten möchte. Und auch noch natürlich wird die Religion jemanden nicht einfach so herzlich Willkommen. Vorher müsste man sich ja ein paar Themen über die Religion lernen muss und dann in die Kirche eintreten wird. Okay!

Dauerzeit vom Judentum: 2-3 Jahren, dass man dann endlich Jüdin oder Jude werden möchte! Mit der Dauerzeit finde ich es etwas übertreiben. Das Religion kennt keine Zeitsgrenzen. Ich denke mal, wie wichtig es ist, wie viel Wissen und Kenntnisse es genug vorhanden sind, dann bittesschön.

Mir fällt's doch auf, dass die jüdische Gemeinde in Deutschland es wieder, wieder und wieder versuchen, präsent werden zu sein, dass die Werte vom Judentum wertvoll ist oder so weiterhin. Ich nehme mal an, dass es einen jüdischen kindergarten in Dortmund gibt. Dort nimmt man doch einige Kinder, die andere Religionen hat, auf. Natürlich werden die andere religiöse Kinder das Judentum kennenlernen: Rituale, etc. Ich finde es doch ein bisschen widersprüchlich. Dort werden die Erzieherinnen sie die jüdische Lieder oder so weiteres beibringen. So ähnlich wie beim Judentum eintreten! Hm?

Ich denke, dass ich mir momentan nachdenke, denn ich möchte im ganzen Klaren schlussfolgern.

radiogucker Offline

Rustikaler


Beiträge: 2.379

23.09.2011 00:45
#8 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Zitat von kadesch
Es gibt auch Religionen die gar keine Fremden aufnehmen.

Das Judentum will keine "Erweckungsreligion" sein wie das das Christentum,
sondern legt für die Menschen die sich für den jüdischen Glauben entscheiden Bewußt
die Latte recht hoch, so dass ein Konvertit eine lange Zeit erhält das Ganze nochmal
zu überdenken und den Schritt nur zu tun wenn er und auch der Rabbiner davon überzeugt ist,
dass der Schritt aus dem Glauben an G"tt heraus erfolgt und nicht aus anderen Gründen.

Find ich doof.
Um Mohammedaner zu werden reicht es geboren zu werden oder 3 x zuzusagen, daß Allah der tollste Gott von allen ist.
Um Christ zu werden genügt bissi Wasser und (Jahre später*) ein zustimmendes Bekenntnis.
Warum machen es die Juden so kompliziert?


*Macht mir das Christentum eigentlich sympathischer, als andere Vereine. Da lässt man den Menschen ein paar Jahre Zeit, bevor sie sich endgültig zu einem Gott bekennen.


"Erst kommt das Fressen, dann die Moral." (B.Brecht)
"Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Hass gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt." (Kurt Schumacher, SPD)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.113

23.09.2011 09:17
#9 Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Atheist kannst du ohne Aufnahmeprüfungen und Bewährungszeit werden. Unbürokratisch, zügig, sofort.

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chamuc Offline




Beiträge: 637

23.09.2011 21:10
#10 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Unbürokratisch, zügig, sofort.
Außer manchmal.

Als ich Mitte der Siebziger den Schoß der Evangelischen Landeskirche zu verlassen wünschte, hat man mir nach persönlicher Vorsprache und Abgabe des ausgefüllten Formblatts eine Überlegungs- und Entscheidungsfrist von weiteren - ich glaube: vier - Wochen auferlegt, nach deren Ablauf ich erneut persönlich zu erscheinen hätte.

Zu meiner Verwunderung fand ich im bezeichneten Dienstzimmer einen würdig-schwarz gekleideten Kleriker vor, der mich über die Ernsthaftigkeit meines Austrittsentschlusses noch einmal eingehend befragte und mich eindringlich vor den Folgen warnte. Zwar hat er nicht wörtlich mit der Hölle gedroht, aber in epischer Breite alle Aspekte meines Verzichts auf mein Seelenheil durchdekliniert.

Noch heute habe ich vor Augen, wie er plötzlich ein anderer wurde. Als ich am Ende seiner Argumentation meinen Entschluss klar bekräftigte, wechselte sein bis dahin väterlich-wohlwollender Ton schlagartig ins kurz Angebundene, als hätte ich ihn soeben persönlich beleidigt. Kalt und schmallippig unterschrieb er meinen Austritt und verabschiedete mich beinahe grußlos.

Ich habe erst später begriffen, dass das vermutlich ein trainierter Auftritt war, mit dem er vielleicht das eine oder andere zögernde Schäfchen doch noch 'umgedreht' hat.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.113

24.09.2011 12:00
#11 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Sag mal - wo war denn das?

Ich bin 1977 aus der ev. Kirche ausgetreten. Mit einem schriftlichen aber formlosen Begehren. Das war's.

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chamuc Offline




Beiträge: 637

24.09.2011 13:33
#12 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Schon wieder 1977! Müsste auch mein Austrittsjahr sein (allenfalls ± 1).

Und es war im schönen Freiburg, im Ländle. Hauptwohnsitztechnisch war ich allerdings noch Bielefelder.

a) Möglicherweise musste die Evangelische Kirche in einer Region, wo die Leute in erdrückendem Übergewicht noch dem alten, seit 1517 entlarvten Aberglauben anhängen, um jedes Schaf besonders hart kämpfen.

b) Möglicherweise mussten die Badener erst in Nordrhein-Westfalen nachfragen, ob sie mich rauslassen dürfen...

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.113

24.09.2011 16:19
#13 Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

1977. Ist mir auch aufgefallen. 1977 zog ich auch von Hagen/Westf. (Mein Heimatort war Meinerzhagen) nach Bremen. Ich war 25. Ein einschneidendes Jahr! Da gab es alle paar Monate was Neues! In der Liebe, im Studium, in der Arbeit und so fort.

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Wu Offline




Beiträge: 417

25.09.2011 22:39
#14 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Ich denk, das es das Judentum es eigentlich nicht kompliziert macht ursprünglich. Es ist (wie einige andere Religionen auch z.T. der Hinduismus (wenn es sowas gibt), Shintoismus, ursprünglich auch Bön in Tibet) reine Volksreligion. Also eigentlich: Du bist Jude von Geburt (und da zählt eben glaub ich die Mutterlinie), oder du bist es nicht.

http://tao-forum.de/

chamuc Offline




Beiträge: 637

27.09.2011 20:33
#15 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Ach stimmt ja, Wu, natürlich: Jude ist man von Geburt an.

Dabei fällt mir ein, dass es angeblich unter den bekannt scharfsinnigen Rabbis eine alte und stets mit höchstem gedanklichem Aufwand diskutierte Streitfrage sei, ob die Juden nun am ehesten eine Religionsgemeinschaft seien (Klammer: gemeinsamer Glaube) oder ein Volk (Klammer: Stammeszugehörigkeit, also gemeinsame genetische Herkunft) oder eine Nation (Klammer: gemeinsames politisch-wirtschaftliches Schicksal über lange Zeit, welches oft zur Herausbildung gemeinsamer Traditionen und Mentalitäten beigetragen hat).

Volker Offline



Beiträge: 151

12.05.2014 16:11
#16 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Zitat von kadesch im Beitrag #6
Es gibt auch Religionen die gar keine Fremden aufnehmen.

Das Judentum will keine "Erweckungsreligion" sein wie das das Christentum,
sondern legt für die Menschen die sich für den jüdischen Glauben entscheiden Bewußt
die Latte recht hoch, so dass ein Konvertit eine lange Zeit erhält das Ganze nochmal
zu überdenken und den Schritt nur zu tun wenn er und auch der Rabbiner davon überzeugt ist,
dass der Schritt aus dem Glauben an G"tt heraus erfolgt und nicht aus anderen Gründen.


Das Christentum legt die Latte auch sehr hoch. Wer als Erwachsener in der Orthodoxen Kirche getauft werden will, erhält vorher mehrere Jahre Katechumenen-Unterricht. Dass er in dieser Zeit auch am Gottedienst teilnimmt, sofern ihn nicht wichtige Verpflichtungen daran hindern, ist ebenfalls selbstverständlich.
Die "Erweckungs"frömmigkeit ist nicht christlich sondern eine Erfindung der amerikanischen Protestanten, die ja auch ansonsten eine Religion haben, die dem Christentum nur ein ganz klein wenig ähnelt.

Volker Offline



Beiträge: 151

22.05.2014 16:55
#17 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Zitat von chamuc im Beitrag #10
Unbürokratisch, zügig, sofort.
Außer manchmal.

Als ich Mitte der Siebziger den Schoß der Evangelischen Landeskirche zu verlassen wünschte, hat man mir nach persönlicher Vorsprache und Abgabe des ausgefüllten Formblatts eine Überlegungs- und Entscheidungsfrist von weiteren - ich glaube: vier - Wochen auferlegt, nach deren Ablauf ich erneut persönlich zu erscheinen hätte.

Zu meiner Verwunderung fand ich im bezeichneten Dienstzimmer einen würdig-schwarz gekleideten Kleriker vor, der mich über die Ernsthaftigkeit meines Austrittsentschlusses noch einmal eingehend befragte und mich eindringlich vor den Folgen warnte. Zwar hat er nicht wörtlich mit der Hölle gedroht, aber in epischer Breite alle Aspekte meines Verzichts auf mein Seelenheil durchdekliniert.

Noch heute habe ich vor Augen, wie er plötzlich ein anderer wurde. Als ich am Ende seiner Argumentation meinen Entschluss klar bekräftigte, wechselte sein bis dahin väterlich-wohlwollender Ton schlagartig ins kurz Angebundene, als hätte ich ihn soeben persönlich beleidigt. Kalt und schmallippig unterschrieb er meinen Austritt und verabschiedete mich beinahe grußlos.

Ich habe erst später begriffen, dass das vermutlich ein trainierter Auftritt war, mit dem er vielleicht das eine oder andere zögernde Schäfchen doch noch 'umgedreht' hat.


Wenn sich das wirklich so abgespielt hat, war es illegal.

Der Austritt aus Religionsgemeinschaften, die Kirchen-(oder Kultus-)steuer einziehen, wird vor dem Amtsgericht erklärt. Kleriker oder andere Mitarbeiter der betreffenden Religionsgemeinschaft haben dabei nichts verloren.

Richtig ist, dass es in den 70er Jahren noch die 4-Wochen-Frist gab, bevor der Austritt rechtskräftig wurde. Dies hat der Gesetzgeber aber meines Wissens inzwischen geändert.

Persönlicher Nachtrag: Der Beamte, bei dem ich meinen Austritt aus der Evangelischen Kirche im Rheinland erklärt habe, empfand es, als er schon pensioniert war, als das Highlight seiner Laufbahn, dass ein Theologiestudent bei ihm seinen Kirchenaustritt erklärt hatte.

Die einzige Reaktion der Kirchengemeinde, in der ich jahrelang ehrenamtlich aktiv gewesen war, war übrigens ein vorgedrucktes Schreiben, in dem mir mitgeteilt wurde, welche Rechte ich durch den Austritt verloren hatte.

schelem alach Offline




Beiträge: 1.659

22.05.2014 17:03
#18 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Zitat Gysi:
Atheist kannst du ohne Aufnahmeprüfungen und Bewährungszeit werden. Unbürokratisch, zügig, sofort.

Hehe Gysi, Christ kannst du auch ganz einfach werden.
Brauchst nur ein bisel Wasser...das benutzt du ja sowieso jeden Tag, hoffe ich doch für dich

Du brauchst kein Mauerwerk um CHRIST zu sein, du brauchst keine Institution um Christ zu sein.

Du brauchst eigentlich nichts, außer ein Herz, was nicht nur für dich selbst schlägt. Kurz gesagt

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Amen, Lob und Herrlichkeit,
Weisheit und Dank,
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unserem GOTT in alle Ewigkeit. AMEN

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.113

22.05.2014 17:14
#19 Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Zitat von Schelem Alach
Du brauchst eigentlich nichts, außer ein Herz, was nicht nur für dich selbst schlägt.

Hab ich. Es schlägt für die Menschen und die Wahrhaftigkeit. Wer mit so einem Herzen ausgestattet ist (oder mit seiner "Mitte", wie SOL mich korrigieren würde), der kann nur Atheist sein!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

schelem alach Offline




Beiträge: 1.659

22.05.2014 17:24
#20 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Hahaha, nein du bist ein Christ. Du merkst es vielleicht gerade nur nicht.
Bezeichne dich doch wie du willst und wie du es magst, aber du hast scheinbar LIEBE und nächsten Liebe.
Das heißt du bist auf dem Weg...ein anderer Gang, als ich, aber du bist auf dem WEG

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.113

22.05.2014 17:31
#21 Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Zitat von Schelem Alach
Das heißt du bist auf dem Weg...ein anderer Gang, als ich, aber du bist auf dem WEG

Meine Vita ist anders: Vom Christentum weg über esoterisches Geschwafel zum letztendlich reinen Atheismus.

Zitat
Bezeichne dich doch wie du willst und wie du es magst, aber du hast scheinbar LIEBE und nächsten Liebe.

Und dieser Jesus von Nazareth - hatte der die Liebe und die Nächstenliebe auch in sich? => „Im übrigen, diese meine Feinde, die nicht wollten, dass ich König über sie werde: Bringt sie her und schlachtet sie vor mir.“ (Lukas 19,27)
„Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, seine Mutter, seine Frau, Kinder Brüder und Schwestern, ja selbst seine eigene Seele, so kann er nicht mein Jünger sein.“ (Lukas 14, 26)

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schelem alach Offline




Beiträge: 1.659

22.05.2014 17:33
#22 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Ach da sind wir wieder, das Angebot steht noch?

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schelem alach Offline




Beiträge: 1.659

22.05.2014 17:38
#23 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Da haben wir mal den ganzen Abschnitt zum lesen:

Weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, meinten die Menschen, die von all dem hörten, das Reich Gottes werde sofort erscheinen. Daher erzählte er ihnen ein weiteres Gleichnis. 12 Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde zu erlangen und dann zurückzukehren. 13 Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie Geld im Wert von zehn Minen und sagte: Macht Geschäfte damit, bis ich wiederkomme.2 14 Da ihn aber die Einwohner seines Landes hassten, schickten sie eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann unser König wird. 15 Dennoch wurde er als König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn jeder bei seinen Geschäften erzielt hatte. 16 Der erste kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine zehn Minen erwirtschaftet. 17 Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger Diener. Weil du im Kleinsten zuverlässig warst, sollst du Herr über zehn Städte werden. 18 Der zweite kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine fünf Minen erwirtschaftet. 19 Zu ihm sagte der König: Du sollst über fünf Städte herrschen. 20 Nun kam ein anderer und sagte: Herr, hier hast du dein Geld zurück. Ich habe es in ein Tuch eingebunden und aufbewahrt;3 21 denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesät hast. 22 Der König antwortete: Aufgrund deiner eigenen Worte spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewusst, dass ich ein strenger Mann bin? Dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe? 23 Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei der Rückkehr mit Zinsen abheben können. 24 Und zu den anderen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die zehn Minen hat. 25 Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn. 26 (Da erwiderte er:) Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. 27 Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!

Und den zweiten auch mal:

Viele Menschen begleiteten ihn; da wandte er sich an sie und sagte: 26 Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. 27 Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. 28 Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? 29 Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertig stellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten 30 und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. 31 Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? 32 Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden. 33 Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet. 34 Das Salz ist etwas Gutes. Wenn aber das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man ihm die Würze wiedergeben? 35 Es taugt weder für den Acker noch für den Misthaufen, man wirft es weg. Wer Ohren hat zum Hören, der höre!

Und jetzt mal ALLES lesen im ZUSAMMENHANG.
Die meisten machen den FEHLER, sich nur VERSE raus zupicken, so gewinnt man eine falsche Sicht.
darum gibt es auch so viele Gruppierung von Christen

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schelem alach Offline




Beiträge: 1.659

22.05.2014 17:41
#24 RE: Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Wenn es irgendwo hängt, einfach mal fragen. Ich versuche zu helfen

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.113

22.05.2014 18:20
#25 Vor dem Judentum: Mütter.... Antworten

Zitat von Schelem Alach
Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!

Und? Isser dafür oder dagegen? Mir scheint, dass er mit dem Gleichnis eine DROHUNG aussprach. Und dass der König in seinem Gliechnis sein Alter Ego ist!

Und zum zweiten begründet Jesus seine Barmherzungslosigkeit mit den Bedingungen des KRIEGES, in dem er sich befand oder den er erwartete. Er verlangte den Verzicht der Familien seiner Jünger auf alles, selbst auf die grundlegenden Überlebensbedingungen. Macht das die Sache anders? Er redet vom HASS, euer Protagonist der Nächstenliebe.

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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