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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 101 Antworten
und wurde 3.670 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5
Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

31.08.2013 14:47
#26 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #25
Ohne eine übergeordnete transzendente Wirklichkeit hat das Leben an sich keinen Sinn, dass ist völlig richtig.
Wir werden geboren um zu sterben; und haben uns zwischen diesen beiden Ereignissen einen Sinn selbst zu suchen.
So sammelt der eine eben Bierdeckel wenn er wenig Geld hat und alte Autos oder Gemälde, wenn er viel Geld hat,
und viele Menschen mögen darin tatsächlich einen Sinn sehen, auch wenn es nur banaler Blödsinn ist.


Viele Menschen wurden auch geboren, nur um zu leben. Sie studieren Naturwissenschaften, begeistern sich für das Leben und denken einen Scheißdreck darüber nach, ob für andere das Leben ohne eine übergeordnete transzendente Wirklichkeit einen Sinn ergibt oder nicht. Sie urteilen auch nicht darüber was ein banaler Blödsinn ist oder nicht, sondern differenzieren diesbezüglich nur für sich selber.

solche Menschen gibt es zum Glück immer häufiger.

Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

31.08.2013 14:55
#27 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Und dann gibt es noch sehr viele Menschen, die von der Sinnfrage ihrer Artgenossen in mehr oder weniger wertig eingestuft werden, ganz je nach dem, ob für sie das Leben und nicht nur das eigene, auch ganz ohne Gott einen Sinn hat. Was natürlich auch nur ein katastrophaler Blöd-Sinn ist.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

31.08.2013 15:24
#28 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Immer häufiger gibt es vor allem Menschen, deren Leben ein einziger verzweifelter sinnloser Überlebenskampf ist,
einzig mit der Aussicht, nach Jahrzehnten des Leides den Arsch zu zumachen.

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

31.08.2013 16:22
#29 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Geodei im Beitrag #27
Und dann gibt es noch sehr viele Menschen, die von der Sinnfrage ihrer Artgenossen in mehr oder weniger wertig eingestuft werden, ganz je nach dem, ob für sie das Leben und nicht nur das eigene, auch ganz ohne Gott einen Sinn hat. Was natürlich auch nur ein katastrophaler Blöd-Sinn ist.

Ehrlich gesagt, das verstehe ich nicht so richtig. Äußerst du dich öfter so konfus?

Eine "wertige Einstufung" ist durchaus legitim, soweit sie sich auf das Wirken dieser Menschen und die Auswirkungen auf die Mitmenschen erstreckt.
Oder so gesagt: Mir ist ein netter freundlicher hilfsbereiter Atheist als Nachbar lieber als ein luftgetrockneter asketischer Katholik, der Lachen für Sünde hält. Der eine hilft mir bereitwillig mit einem Ei oder einer Zwiebel aus, während der andere ebenso bereitwillig für mich betet, was sicher billiger ist.
Ich hatte mal unter mir einen Nachbarn, der war offenbar strenggläubiger Musel. Der hat fünfmal am Tag gebetet, indem er lautstark sang. Jawohl er hat gesungen, diese arabische Art zu singen, wo man die einzelnen Töne rauf und runter jault. Ich habe ihn für einen Volltrottel eingestuft. Allah muß ja verrückt sein, wenn ihm sowas gefällt.

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Barclay Offline



Beiträge: 17

01.09.2013 09:11
#30 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #25
Ohne eine übergeordnete transzendente Wirklichkeit hat das Leben an sich keinen Sinn, dass ist völlig richtig.


Nein, das ist sogar völlig falsch.
Und das hat einen ganz einfachen Grund: Wenn dem nämlich so wäre, dann müsste es möglich sein diese "transzendente Wirklichkeit"
unabhängig von den eigenen Bedürfnissen als objektiv sinnstiftend zu erkennen.
Weil aber 1.000.000 Menschen die von sich behaupten diese "transzendente Wirklichkeit" erkennen zu können,
1.000.000 unterschiedliche "Wirklichkeiten" beschreiben,
ist das, was da als Wirklichkeit beschrieben wird mehr Ausdruck der eigenen Wünsche nach Realität,
als Beschreibung von etwas erkanntem.

Sich von (einem) Gott geliebt fühlen zu können und damit einen Sinn in seinem Leben zu sehen
ist eine legitime Ersatzbefriedigung für den, der sich über die Eigenschaften definiert die ihn für andere
liebenswert machen.
Man kann den Spieß auch umdrehen und behaupten: Wer den Sinn seines Lebens darin sieht von einem transzendenten
Wesen geliebt zu werden, begibt sich auf das gleiche Niveau wie ein Sklave, der den Sinn seiner Existenz daraus zieht
von seinem Besitzer benötigt zu werden.
Das mag für den Einzelnen in Ordnung sein, mir persönlich wäre das zu wenig.

Allerdings auch nur, wenn ich mir die Frage stellen würde welchen Sinn mein Leben haben soll.
Das tu ich aber nicht.
Schon alleine die Tatsache das ich geboren wurde und ein menschliches Leben führe, beinhaltet so viel Verantwortung,
Abenteuer und die gesamte Palette menschlicher Emotionen und Probleme, daß mir die Frage nach dem "Sinn" des ganzen
manchmal wie das Gejammer derer vorkommt, denen ein eigener Planet und ein ganzes Leben nicht reicht um sich zu beschäftigen.

Die Klugheit der Theologen wird oft überschätzt,
weil man ihnen auch noch die Dummheit der Gläubigen als Verdienst anrechnet.

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

01.09.2013 09:56
#31 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat
Ohne eine übergeordnete transzendente Wirklichkeit hat das Leben an sich keinen Sinn, dass ist völlig richtig.


Muss das Leben denn einen Sinn haben?
Ich halte diese Sinnfrage eines letzten Grundes für falsch und sie ist sowieso nicht zu beantworten?
Eine Frage wie beispielsweise: Warum ist etwas und nicht nichts.
Und was macht letztendlich unser Leben und den Spaß an unserem Leben aus?
Sind es nicht gerade die vollkommen sinnlosen Dinge?
Ist es nicht gerade das spielerisch Nutzlose was uns Spaß macht?

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

01.09.2013 10:39
#32 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Gut gesagt, Barclay.

Zitat von Barclay
mir die Frage nach dem "Sinn" des ganzen
manchmal wie das Gejammer derer vorkommt, denen ein eigener Planet und ein ganzes Leben nicht reicht um sich zu beschäftigen.


Differenzieren wir etwas. Da sind zunächst diejenigen, die von einem kräftigen Minderwertigkeitskomplex befallen sind. Die können sich natürlich aufwerten, wenn sie sich einbilden von einem Gott geliebt zu werden. Die meisten Christen halten sich bekanntlich auch für was besseres, sie sind selbstverständlich moralisch allen anderen völlig überlegen. Der Minderwertigkeitskomplex wird ihnen zusammen mit den Glaubenslehren angezüchtet, man sagt ihnen von Kind an, daß sie "allzumal Sünder" sind und aus Dreck gemacht und schlecht und verworfen, wenn ohne Gottes Gnade.
Dann haben wir jede Menge Menschen, die Tag für Tag schwer arbeiten und doch auf keinen grünen Zweig kommen, und dann noch die, die nicht mal schwer arbeiten können, weil sie niemand braucht, die dann nichts andres tun können als herumzulungern. Für die ist das natürlich Manna, wenn denen ein Priester erklärt, gerade sie wären die Auserwählten und sie würden mit dem kargen Leben Verdienst für das Jenseits erwerben.
Kann man es denen verübeln, wenn sie einen Sinn ihres Lebens in einer Religion finden? Schließlich ist doch wohl allgemein bekannt, daß auf dem Boden von Not und Elend die Religionen gar prächtig gedeihen und die Priester nicht daran denken, die Armut abzuschaffen selbst wenn sie könnten: Sie würden sich doch damit selber abschaffen.

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Barclay Offline



Beiträge: 17

01.09.2013 10:40
#33 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Lukrez im Beitrag #31
Muss das Leben denn einen Sinn haben?


Eine durchaus berechtigte Frage die ihre Beantwortung in der Intention des Fragestellers findet.
Ein philosophisch gebildeter Mensch wird die Frage an sich als unzulässig verwerfen (schon alleine deshalb weil
die in ihr verwendeten Begriffe unzureichend definiert sind), ganz genau so wie alle anderen aus dem Fundus religiöser
Apologeten wie z.B. "Warum gibt es überhaupt irgendetwas und nicht "Nichts"", oder "wenn alles einen Ursprung hat,
welchen Ursprung hat dann das Universum?" etc, etc, etc.

Die Überlegung die hinter diesen und ähnlichen Fragen steht ist so schwierig zu entdecken wie banal.
Dem natürlichen Verständnis des Menschen nach sind die Räume in der in der Lage ist sich zu bewegen begrenzt.
Sowohl zeitlich wie auch räumlich. Begriffe wie "Unendlichkeit" sind für ihn nicht vorstellbar.
Schon bei einer (im kosmischen Maßstab lächerlich geringen) Streckenangabe von 1 Milliarde Kilometer streckt die menschliche
Vorstellungskraft die Waffen.
Wir müssen also in Einheiten denken die wir in der Lage sind nachzuvollziehen. Alles was darüber hinausgeht ist abstrakt.

Auf die Frage "Warum ist überhaupt irgendwas und nicht Nichts?" angewendet bedeutet das, es wird eine Frage mit zwei Alternativen
gestellt (Etwas / Nichts) von denen der Gefragte aber nur eine in der Lage ist sie gedanklich nachzuvollziehen, nämlich "Etwas".
Die andere Alternative "Nichts" ist nicht vorstellbar, weil der, der es versuchen würde in dieser Vorstellung nicht existieren würde,
er sich also vorstellen müsste nicht zu existieren, das geht nicht.
Zweitens gibt es so etwas wie "Nichts" nicht. Selbst in einem absoluten Vakuum findet Quantenfluktuation statt, um das verständlich zu erklären
braucht es allerdings einen Physiker.

Sämtliche nach (vermeintlich) menschlichem Verständnis "logischen" Fragen die in letzter Konsequenz die Existenz eines Gottes wahrscheinlich,
oder bestenfalls möglich erscheinen lassen sind Luftnummern deren fehlender Gehalt an fundamentaler Logik sich aber nur dem offenbart,
der sich lange und intensiv genug damit beschäftigt und darüber nachdenkt.

Das hat die RKK sogar schon öffentlich zugegeben:

Zitat
„Wer sagt, die menschlichen Wissenschaften müssten mit solcher Freiheit behandelt werden, dass ihre Behauptungen als wahr festgehalten und von der Kirche nicht verworfen werden könnten, auch wenn sie der geoffenbarten Lehre widersprächen, der sei ausgeschlossen.“


(1. Vatikanisches Konzil, 3. Sitzung, 1870)


Das bedeutet, der Verstand ist der Feind der Religion.
Wer sich nun anschaut über wie viel "Verstand" der durchschnittliche Mensch verfügt, der wird sich kaum darüber wundern daß so viele Menschen
religiös sind.

Die Klugheit der Theologen wird oft überschätzt,
weil man ihnen auch noch die Dummheit der Gläubigen als Verdienst anrechnet.

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

01.09.2013 11:18
#34 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Also, ich kann mir schon vorstellen, nicht zu existieren. Schließlich habe ich vor meiner Zeugung auch nicht existiert. Ich stell mir das vor wie traumlos schlafen oder besser noch wie die Zeit, als ich auf dem Operationstisch lag und der Dok mein Herz reparierte. Da war auch "nichts", der Anästhesist hatte meinen Computer runtergefahren.
Und Nichts? Wie sieht "Nichts" aus? Ich sehe vor mir einen großen schwarzen Raum, wie so ein Universum, das völlig leer ist, in dem einfach nichts drin ist, gar nichts. Kein Atom, kein Quant, kein Neutron, kein Proton, einfach kein gar nichts, auch keine Zeit.
Und was nützt mir das? Denn nun könnte wieder so ein Gescheitarsch ankommen und fragen: Und wer hat dieses große leere Universum gemacht? Dann geht's wieder von vorn los.
Ehrlich, mir sind solche Überlegung nur Spielerei, die damit verbundenen Fragen ziemlich wurscht. ego cogito, ergo sum. Es ist schon 'ne Weile her, da hieß das ego copulo, ergo sum...
Muß denn alles einen Sinn haben? Darüber kann ich zusammen mit den Monty Pythons nur lachen. Es sind doch gerade die sinnlosen Sachen im Leben, die am meisten Spaß machen. Welchen Sinn hat es, auf einen Berg zu klettern oder eine Modelleisenbahn zu bauen?

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Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

01.09.2013 11:24
#35 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat
Die andere Alternative "Nichts" ist nicht vorstellbar, weil der, der es versuchen würde in dieser Vorstellung nicht existieren würde,


Richtig. In der oben geschilderten Vorstellung existiere ich ja doch, quasi daneben. Ich stehe vor meinen leeren Universum und schau es mir von außen an. Und auch wenn da drin ein "Nichts" ist, so ist doch das Nichtsuniversum als solches ein Etwas, und kein Nichts.
Wir sehen, es ist lächerlich - oder auch lustig. Eine von den sinnlosen Sachen, die Spaß machen können. Ich nenne es Hirnfurzerei. Und ein Furz ist gut und sinnvoll, denn er erleichtert. Und lustig ist er auch - wenn man allein ist...

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

01.09.2013 12:14
#36 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Das bedeutet, der Verstand ist der Feind der Religion.
Wer sich nun anschaut über wie viel "Verstand" der durchschnittliche Mensch verfügt, der wird sich kaum darüber wundern daß so viele Menschen
religiös sind
.
.......................
Wie zum Beispiel Max Plank, der Vater der QM,
oder C.G.Jung, der Vater der Tiefenpsychologie.
Um alle aufzuführen, die wegen Mangel an Verstand religiös sind, reicht der Platz hier nicht.

Barclay Offline



Beiträge: 17

01.09.2013 12:38
#37 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Ein netter Versuch Reisender, leider vollkommen wirkungslos.
Zunächst einmal möchtest Du wohl mit Deinem Einwurf suggerieren die genannten seien
"religiös" in dem von Dir gewünschten Sinne gewesen, das heißt sie hätten an einen personalen Gott-
oder noch besser: an die Wahrheit der heiligen Schrift geglaubt. Das ist leider falsch.
Ich habe das andernorts schon detailliert ausgeführt, die Intelligenz oder den Verstand eines Menschen erkennt man
nicht daran ob er religiös ist, sondern an dem Grad an Fundamentalismus der seinem Glauben zu Grunde liegt.
Das bedeutet:
Je weniger Verstand und Intelligenz - um so fundamentalistischer der eigene Glaube.
Sogar Einstein was religiös, hat aber nicht an Gott geglaubt.

Wenn Du schon vermeintliche Autoritäten anführst um Deiner eigenen Überzeugung den Anschein von Rechtmäßigkeit
zu verleihen, dann bringe Beispiele die dazu geeignet sind.
Du wirst keinen ernst zu nehmenden Evolutionsbiologen finden der an die Schöpfungslehre glaubt.
Wissenschaft lebt von der Suche nach Antworten auf offene Fragen, die Religion lebt davon Fragen so zu formulieren daß sie zu
ihren Antworten passt.
Wenn ein Wissenschaftler Aussagen über seinen persönlichen Glauben macht, dann hat das in der Sache nicht mehr Relevanz
als die Behauptungen des Metzgers von der Ecke. Es sei denn, er kann seine Aussagen wissenschaftlich fundiert belegen,
dann spricht man aber von "Wissen", nicht von "Glauben".

Um das etwas einfacher zu formulieren: Wenn Max Planck behauptet "Zartbitterschokolade schmeckt gut" haben dann automatisch
all die Unrecht die behaupten "Zartbitterschokolade schmeckt nicht gut" nur weil es Max Planck war der die Behauptung aufgestellt hat?

Die Klugheit der Theologen wird oft überschätzt,
weil man ihnen auch noch die Dummheit der Gläubigen als Verdienst anrechnet.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

01.09.2013 13:18
#38 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Barclay im Beitrag #37
Ein netter Versuch Reisender, leider vollkommen wirkungslos.
Zunächst einmal möchtest Du wohl mit Deinem Einwurf suggerieren die genannten seien
"religiös" in dem von Dir gewünschten Sinne gewesen, das heißt sie hätten an einen personalen Gott-
oder noch besser: an die Wahrheit der heiligen Schrift geglaubt. Das ist leider falsch.
Ich habe das andernorts schon detailliert ausgeführt, die Intelligenz oder den Verstand eines Menschen erkennt man
nicht daran ob er religiös ist, sondern an dem Grad an Fundamentalismus der seinem Glauben zu Grunde liegt.
Das bedeutet:
Je weniger Verstand und Intelligenz - um so fundamentalistischer der eigene Glaube.
Sogar Einstein was religiös, hat aber nicht an Gott geglaubt.

Wenn Du schon vermeintliche Autoritäten anführst um Deiner eigenen Überzeugung den Anschein von Rechtmäßigkeit
zu verleihen, dann bringe Beispiele die dazu geeignet sind.
Du wirst keinen ernst zu nehmenden Evolutionsbiologen finden der an die Schöpfungslehre glaubt.
Wissenschaft lebt von der Suche nach Antworten auf offene Fragen, die Religion lebt davon Fragen so zu formulieren daß sie zu
ihren Antworten passt.
Wenn ein Wissenschaftler Aussagen über seinen persönlichen Glauben macht, dann hat das in der Sache nicht mehr Relevanz
als die Behauptungen des Metzgers von der Ecke. Es sei denn, er kann seine Aussagen wissenschaftlich fundiert belegen,
dann spricht man aber von "Wissen", nicht von "Glauben".

Um das etwas einfacher zu formulieren: Wenn Max Planck behauptet "Zartbitterschokolade schmeckt gut" haben dann automatisch
all die Unrecht die behaupten "Zartbitterschokolade schmeckt nicht gut" nur weil es Max Planck war der die Behauptung aufgestellt hat?


Es geht doch nicht um Recht oder Unrecht haben, dass trifft für theistische oder atheistische Aussagen gar nicht zu.
Ich bestreite lediglich, dass Religiosität etwas mit Intelligenz zu tun hat.
Es gibt gleichermaßen theistische und atheistische Idioten und ebenso intelligente Menschen.
Religiosität hat etwas mit innerer Gestimmtheit zu tun, ähnlich wie Musikalität.
Als Agnostker kann ich keine belegbare Aussage zu Gott machen, ich weiß einfach nichts.
Alle Aussagen über Gott oder Nichtgott entspringen dem persönlichen Weltbild und den zeitl.-kult.
Paradigmen.

Barclay Offline



Beiträge: 17

01.09.2013 14:03
#39 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Wenn ich behaupte daß ich hier gerade vor einem Computer sitze und auf Deinen Beitrag antworte,
dann ist das eine atheistische Aussage. Diese ist "wahr", somit habe ich "Recht" damit das zu behaupten.
Wenn ich behaupte daß die Bibel Gottes wahres Wort ist, dann ist das eine theistische Aussage
und ich habe das Recht diese Aussage so lange als unbewiesene Behauptung zurückzuweisen wie ihr Inhalt nicht bewiesen ist.

Ich weise nochmals auf die mangelhafte Definition von "Religiosität" hin!
Einstein war religiös, glaubte aber nicht an einen personalen Gott.
Der Papst ist religiös, er glaubt an den Gott der Christen (zumindest offiziell)
Deepak Chopra ist religiös, er glaubt an eine Art Weltseele.
Jasmina ist religiös, sie glaubt an Numerologie und Engel-Channeling

Je weniger Intelligenz und Bildung bei einem Gläubigen vorhanden ist, um so dogmatischer wird seine Überzeugung sein,
weil er nicht über die intellektuellen Mittel verfügt die metaphysischen Elemente seiner Religion mit dem in Übereinstimmung
zu bringen was man intersubjektive Realität nennen kann.
Das führt im schlimmsten Fall bis zum Salafismus oder der Anerkennung von Marienwundern.
Man kann sämtliche Erkenntnisse der Wissenschaft schlichtweg leugnen und weiterhin behaupten daß die Erde 6000 Jahre alt ist,
man kann aber von niemandem der bei klarem Verstand ist erwarten diese Meinung zu teilen.

Agnostiker sind Atheisten ohne Eier ;-) Mit der Begründung "ich kann ja das Gegenteil nicht beweisen" könnte man sich genau so gut
zum Agnostiker in der Frage ob es unsichtbare, fliegende Einhörner gibt erklären.
Man kann aber auch dem der solches behauptet einen Vogel zeigen und eine eindeutige Stellung beziehen, schon alleine
aus dem Grund daß man solchen Menschen zeigen möchte, daß sie nicht mit jedem Unsinn ein Recht auf Anerkennung haben und darauf
daß man ihre Behauptungen ernst nimmt.

Mit Musik hat Religiosität dann zu tun wenn die Emotionen die sie in mir auslösen ein Gefühl der Erhabenheit und Schönheit bewirken.
Wenn ich das beim Hören von Musik empfinden kann, ja, das ist eine Form von Spiritualität.
Wenn ich dann behaupte daß diese Musik von jedem genau so empfunden werden muss wie von mir, und jeder der das nicht kann die
"Wahrheit" nicht erkennen könne, dann ist das Religion.

Zwinge ich nun andere ein Orchester zu finanzieren daß meine Musik nach meinen Noten spielt, erkläre jede andere Musik für falsch
und bringe schon kleinen Kindern bei, daß mit ihnen etwas nicht stimmt wenn sie diese Musik nicht mögen und dieser Makel nur behebbar
ist wenn sie länger und öfter meine Musik hören,sie sogar dafür bestraft werden können die Musik nicht zu mögen,
das ist dann Christentum, Judentum, Islam etc.

Die Klugheit der Theologen wird oft überschätzt,
weil man ihnen auch noch die Dummheit der Gläubigen als Verdienst anrechnet.

Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

01.09.2013 14:22
#40 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Ist jetzt aber auch nichts anderes, als dass Zartbittescholade nichz gut schmeckrn kann, weil Du nichts von Schokolade verstehst. Und
somit alle die von Schokolade ganz besonders begeistert sind, einfach nur Idioten sind.
Wein das von Deiner innere Stimmung kommt, verstehen wir jetzt auch, was Agnostiker mit Intelligenz meinen.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

01.09.2013 14:30
#41 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Barclay im Beitrag #39
Wenn ich behaupte daß ich hier gerade vor einem Computer sitze und auf Deinen Beitrag antworte,
dann ist das eine atheistische Aussage. Diese ist "wahr", somit habe ich "Recht" damit das zu behaupten.
Wenn ich behaupte daß die Bibel Gottes wahres Wort ist, dann ist das eine theistische Aussage
und ich habe das Recht diese Aussage so lange als unbewiesene Behauptung zurückzuweisen wie ihr Inhalt nicht bewiesen ist.

Ich weise nochmals auf die mangelhafte Definition von "Religiosität" hin!
Einstein war religiös, glaubte aber nicht an einen personalen Gott.
Der Papst ist religiös, er glaubt an den Gott der Christen (zumindest offiziell)
Deepak Chopra ist religiös, er glaubt an eine Art Weltseele.
Jasmina ist religiös, sie glaubt an Numerologie und Engel-Channeling

Je weniger Intelligenz und Bildung bei einem Gläubigen vorhanden ist, um so dogmatischer wird seine Überzeugung sein,
weil er nicht über die intellektuellen Mittel verfügt die metaphysischen Elemente seiner Religion mit dem in Übereinstimmung
zu bringen was man intersubjektive Realität nennen kann.
Das führt im schlimmsten Fall bis zum Salafismus oder der Anerkennung von Marienwundern.
Man kann sämtliche Erkenntnisse der Wissenschaft schlichtweg leugnen und weiterhin behaupten daß die Erde 6000 Jahre alt ist,
man kann aber von niemandem der bei klarem Verstand ist erwarten diese Meinung zu teilen.

Agnostiker sind Atheisten ohne Eier ;-) Mit der Begründung "ich kann ja das Gegenteil nicht beweisen" könnte man sich genau so gut
zum Agnostiker in der Frage ob es unsichtbare, fliegende Einhörner gibt erklären.
Man kann aber auch dem der solches behauptet einen Vogel zeigen und eine eindeutige Stellung beziehen, schon alleine
aus dem Grund daß man solchen Menschen zeigen möchte, daß sie nicht mit jedem Unsinn ein Recht auf Anerkennung haben und darauf
daß man ihre Behauptungen ernst nimmt.

Mit Musik hat Religiosität dann zu tun wenn die Emotionen die sie in mir auslösen ein Gefühl der Erhabenheit und Schönheit bewirken.
Wenn ich das beim Hören von Musik empfinden kann, ja, das ist eine Form von Spiritualität.
Wenn ich dann behaupte daß diese Musik von jedem genau so empfunden werden muss wie von mir, und jeder der das nicht kann die
"Wahrheit" nicht erkennen könne, dann ist das Religion.

Zwinge ich nun andere ein Orchester zu finanzieren daß meine Musik nach meinen Noten spielt, erkläre jede andere Musik für falsch
und bringe schon kleinen Kindern bei, daß mit ihnen etwas nicht stimmt wenn sie diese Musik nicht mögen und dieser Makel nur behebbar
ist wenn sie länger und öfter meine Musik hören,sie sogar dafür bestraft werden können die Musik nicht zu mögen,
das ist dann Christentum, Judentum, Islam etc.





Definitionsmängel sind sicher unbestritten.
Ich rede aber von Religiosität im Sinne innerer Gestimmtheit und nicht von religiöser Instrumentalisierung.
Wenn Shakespiere sagt:
Das Denken ist des Lebens Sklave,
und Leben der Hanswurst der Zeit,
und Zeit, der Allerwelsvermesser,
muss stille stehn;
dann ist das eine zutiefst religiöse Aussage.
Mit biblischen Mythen und persönlichen Gott hat das natürlich nichts zu tun.

Als Agnostiker kann ich Dir versichern, sehr wohl Eier zu haben,
aber ich halte mein Weltbild eben nicht für die Wirklichkeit selbst,
denn das wäre ja auch wieder ein Glaube, sondern eben nur für ein Bild,
der Entwicklung unterworfen.

Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

01.09.2013 15:11
#42 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

wenn du als Reisender sagst dass du dein Weltbild nicht für die Wirklichkeit hälst und aber trotzdem anderen ins Weltbild schreibst, so ist es und es ist so, dann ist es vieleicht noch behandebar. Aber Intelligenz ist eine Veranlagung und nichts was man einnehmen kann.

Barclay Offline



Beiträge: 17

01.09.2013 15:14
#43 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Mit Religiosität in dem von Dir genannten Sinne habe ich auch nicht das
geringste Problem. Jeder Mensch darf und soll glauben was er will.
Sein eigenes Weltbild nicht für die Wirklichkeit selbst zu halten (und vor allem nicht
für die Wahrheit) ist auch nicht das schlechteste.
Allerdings musst Du auch da kompromissbereit sein, ansonsten wäre Dir das Leben nicht möglich.

Es ist eine Sache eine Überzeugung zu besitzen,
eine andere dafür zu töten.
Für das eine kämpfe ich,
das andere verabscheue ich zutiefst.

Die Klugheit der Theologen wird oft überschätzt,
weil man ihnen auch noch die Dummheit der Gläubigen als Verdienst anrechnet.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

01.09.2013 16:02
#44 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Barclay im Beitrag #43
Mit Religiosität in dem von Dir genannten Sinne habe ich auch nicht das
geringste Problem. Jeder Mensch darf und soll glauben was er will.
Sein eigenes Weltbild nicht für die Wirklichkeit selbst zu halten (und vor allem nicht
für die Wahrheit) ist auch nicht das schlechteste.
Allerdings musst Du auch da kompromissbereit sein, ansonsten wäre Dir das Leben nicht möglich.

Es ist eine Sache eine Überzeugung zu besitzen,
eine andere dafür zu töten.
Für das eine kämpfe ich,
das andere verabscheue ich zutiefst.



Wie genau definiert man eine Überzeugung?
Ist es eine Art Glaube an die Wahrheit der persönliche Weltsicht?
Beurteilt man aus einer Überzeugung heraus andere Weltsichten automatisch als falsch?

Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

01.09.2013 19:58
#45 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

wissen Reisender besteht immer aus Informationen von denen einige als allgemeinen gesichert angenommen werden können, und ander nur als persönliche Überzeugung.
Gut hat also immer mehrere Bedeutungen. Gut kann einmal eine nützlich Infomation sein und gleichviel bedeuten, wie nicht schlecht.
Gut kann aber auch bedeuten, "ich mag es" und es sagt nichts darüber aus, ob es tatsächlich besser als ist.
Eine Überzeugung ist also immer eine Annahme die nicht als allgemein-gesicherte Wahrheit Gültigkeit hat.
Agnostiker sind also auch nur Lügner, die behaupten dass sie über Gott nichts wissen. Obwohl es über Götter mehr Informationen gibt
als über sonst was. Nur eben keine als allgemein gesichert geltenden.

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

02.09.2013 00:26
#46 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat
Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt


Dieser Satz könnte auch aus dem Mund eines Schauspielers kommen: "Das hat alles keinen Sinn, wenn es das Publikum nicht gibt." Aber auch ein Gladiator könnte gesagt haben: "Das hat alles keinen Sinn, wenn es Cäsar nicht gibt!"
Ein Bankrotterklärung des Menschen. Sein Leben und Wirken und seine Taten, das alles findet nur statt zur Unerhaltung seines Gottes, zu dessen Vergnügen.
Ist das der Sinn eures Lebens? Ihr armen Würstchen, ihr Hampelmänner eines Gottes!

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Glaubst du noch oder denkst du schon?

Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

02.09.2013 13:12
#47 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt, ist die gleich Frage wie, hat Hunger einen Sinn, wenn es keinen Superkoch gibt der uns das Essen macht.

Leben ist leben und leben ist Leben. Alles lebt gerne. Gerne zu leben ist also schon mal etwas Sinnvolles.

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

02.09.2013 18:34
#48 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Ahriman im Beitrag #46
Ein Bankrotterklärung des Menschen. Sein Leben und Wirken und seine Taten, das alles findet nur statt zur Unerhaltung seines Gottes, zu dessen Vergnügen. Ist das der Sinn eures Lebens? Ihr armen Würstchen, ihr Hampelmänner eines Gottes!


Das Seltsame ist doch die Tatsache, dass die meisten Gläubigen keine konkrete Antwort darauf geben können, welchen Sinn ihr Gott ihrem Leben gibt. Es wird immer behauptet, es gäbe ohne ihn keinen Sinn, aber welcher Sinn das sein soll, habe ich noch von keinem Gläubigen gehört.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.191

02.09.2013 18:43
#49 Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Blackysmart
Es wird immer behauptet, es gäbe ohne ihn keinen Sinn, aber welcher Sinn das sein soll, habe ich noch von keinem Gläubigen gehört.

Dahingehend hatte uns Manden geholfen: Ohne ewiges Leben ist das endliche sinnlos. Und das ewige Leben schenkt uns Gott. Wenn wir uns anständig benehmen. Also glauben.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Barclay Offline



Beiträge: 17

02.09.2013 20:43
#50 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Ja, aus Angst vor dem Tod reden Menschen sich die unglaublichsten Dinge ein.

Die Klugheit der Theologen wird oft überschätzt,
weil man ihnen auch noch die Dummheit der Gläubigen als Verdienst anrechnet.

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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