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Dieses Thema hat 101 Antworten
und wurde 3.670 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
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Savonlinna ( gelöscht )
Beiträge:

07.09.2013 00:07
#76 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Lukrez im Beitrag #74
Gibt es überhaupt Zufall?
Geschieht nicht alles mit Notwendigkeit?

Meine Sicht dazu ist die:
Es "gibt" das, wozu die Menschen ein Wort erfunden haben. Sie benennen das, von dem sie meinen, dass es existiert oder von dem sie wollen, dass es existiert. Insofern kann ich immer nur fragen: Was bezeichnen Menschen als Wirklichkeit?

Wenn in der Justiz bei Verbrechern gefragt und untersucht wird, ob sie als "zurechnungsfähig" bezeichnet werden können oder nicht, dann wird davon ausgegangen, dass nicht alles mit Notwendigkeit geschieht. Denn ginge man vom Gegenteil aus, kann man niemanden für sein Tun verantwortlich machen. Weil ein Staat aber nicht funktioniert, wenn man den Menschen den freien Willen abspricht, spricht man dem Menschen diesen freien Willen zu.

Ich selber denke, dass Menschen Realitäten schaffen können. Eigentlich beobachte ich das auch andauernd.


Zitat
Ohne Ursache keine Wirkung und in einem ewigen Univerum kann es keinen wirklichen Zufall geben.


"ewig" ist für mich ein Unwort. Keiner kann sich Ewigkeit vorstellen, aber ein Wort kann man dafür natürlich bilden. Ewigkeit gibt es dann nur im Wort-Universum.
Ich denke zwar auch, dass jede Wirkung eine Ursache hat - aber sie ist nicht auffindbar. Und darum nennen manche das dann "Zufall", weil man die Ursache eben nicht kennt.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.191

10.09.2013 15:28
#77 Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Savonlinna
"ewig" ist für mich ein Unwort. Keiner kann sich Ewigkeit vorstellen, aber ein Wort kann man dafür natürlich bilden. Ewigkeit gibt es dann nur im Wort-Universum.

Es gibt eben auch Dinge, die wir uns nicht so richtig vorstellen können. Unendlichkeit geht über einen begrenzten Zeitraum hinaus. Das kann man sich schon irgendwie vorstellen. Das Universum ist begrenzt: 13 Mrd. Jahre alt und mehr als 13 Mrd. Lichtjahre groß im Durchschnitt. Die Ewigkeit hat nicht die Dimensionen, die wir kennen: Zeit und Raum. Aber aus so einem dimensionslosen Zustand scheint unser Zustand der Diumensionen entstanden zu sein. Weiß der Fuchs, wie.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

10.09.2013 19:33
#78 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Ewig und unendlich gibt es nicht. Nichts ist ewig, und "unendlich" ist nur in der Mathematik von Bedeutung. Daß z.B. Gott ewig existiert ist absoluter Blödsinn. Ihr braucht nur mal nachzudenken: Wieviel ist unendlich plus 1? Oder unendlich minus eins? Und wie kann ein Gott an die Ewigkeit mal eben tausend Jahre anhängen?
Stellt euch vor, ihr habt unendlich viele Tomaten - ihr könnt nicht eine weitere Tomate dazulegen, denn die unendlich vielen Tomaten nehmen ja schon einen unendlich großen Raum ein...

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Glaubst du noch oder denkst du schon?

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.191

12.09.2013 14:44
#79 Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Ahriman
Daß z.B. Gott ewig existiert ist absoluter Blödsinn.

Ach, und ein zeitlich begrenzt existierender Gott ist kein Blödsinn? Natürlich gibt es Ewiges. Was ist denn hinter dem Endlichen? Zweifellos was anderes. Und dahinter, falls das auch endlich ist? Zweifellos was anderes. Und so fort. Und wenn das andere das Nichts ist. Irgendwas ist unendlich: das Etwas - oder das Nichts!

Die Unendlichkeit ist mit keiner unserer bekannten Dimensionen zu fassen. Sie ist eben eine andere Dimenson. Oder keine.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

12.09.2013 18:06
#80 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Gysi
Ach, und ein zeitlich begrenzt existierender Gott ist kein Blödsinn?


Zumindest hätte er ein Attribut weniger, das ihn unmöglich macht, eben ewig zu sein. Dummerweise kommt dann aber erst recht die Frage auf, woher er kommt, wie er entstanden ist oder wer ihn gemacht hat. So oder so, Götter sind Unfug.
Zeitlich begrenzte Götter gab es ja schon, Wotan, Zeus, Jupiter usw. usw. Die sind heute alle tot.

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Barclay Offline



Beiträge: 17

13.09.2013 11:15
#81 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Savonlinna im Beitrag #76
Zitat von Lukrez im Beitrag #74
Gibt es überhaupt Zufall?
Geschieht nicht alles mit Notwendigkeit?

Meine Sicht dazu ist die:
Es "gibt" das, wozu die Menschen ein Wort erfunden haben. Sie benennen das, von dem sie meinen, dass es existiert oder von dem sie wollen, dass es existiert. Insofern kann ich immer nur fragen: Was bezeichnen Menschen als Wirklichkeit?

Wenn in der Justiz bei Verbrechern gefragt und untersucht wird, ob sie als "zurechnungsfähig" bezeichnet werden können oder nicht, dann wird davon ausgegangen, dass nicht alles mit Notwendigkeit geschieht. Denn ginge man vom Gegenteil aus, kann man niemanden für sein Tun verantwortlich machen. Weil ein Staat aber nicht funktioniert, wenn man den Menschen den freien Willen abspricht, spricht man dem Menschen diesen freien Willen zu.

Ich selber denke, dass Menschen Realitäten schaffen können. Eigentlich beobachte ich das auch andauernd.


Das ist ein gerne vorgetragener Irrtum um die angebliche "Freiheit des Willens" zu retten, leider so untauglich wie alle anderen auch.
Erstens:
Hat der Mensch das nicht was Du einen freien Willen" nennst, dann hätte ihn nicht nur der Verbrecher nicht, sondern auch die Richter hätten keinen die ihn verurteilen.
Dein Beispiel funktioniert also nur, wenn Du dem Verbrecher einen freien Willen zugestehst, dem Richter aber absprichst.

Zweitens:
Eine Strafverfolgung und ggfls. Verurteilung nach rechtsstaatlichen Prinzipien findet nach dem Verursacherprinzip statt. Das bedeutet der, der die Verantwortung für ein begangenes Verbrechen hat (es "verursacht" hat) wird hierfür zur Verantwortung gezogen und gegebenenfalls bestraft. Hierfür spielt zunächst einmal das Vorhandensein oder das Nichtvorhandensein eines freien Willen bei der Begehung der Tat keine Rolle.

Drittens:
Bei der Festlegung des Strafmaßes wird oftmals zu Recht von einer Einschränkung des freien Willens -und somit von einer geringeren Verantwortlichkeit- des Straftäters ausgegangen und das Strafmaß entsprechend angepasst. Das nennt man verminderte Schuldfähigkeit.

Viertens:
Du bist de Facto nicht einmal in der Lage das zu denken was Du "willst", bzw. Du hast keinerlei wissentlichen Einfluss auf die Gestaltung dessen was Du willst oder nicht willst.
Was soll das sein: "Wille"? Wovon soll der frei sein? Was bedeutet "Freiheit"?

Wenn jemand sagt er habe "frei entschieden", dann meint er damit in der Regel daß er nicht von jemand anderem oder äußeren Umständen beeinflusst wurde anders zu entscheiden als es seinem Wollen entsprang. Das sagt aber gar nicht darüber aus wie das Wollen zu Stande kam, ob "frei" oder als Folge zwangsläufiger Prozesse auf die Du willentlich keinen Einfluss nehmen kannst.

Sorry für das OT.

Die Klugheit der Theologen wird oft überschätzt,
weil man ihnen auch noch die Dummheit der Gläubigen als Verdienst anrechnet.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

13.09.2013 13:52
#82 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Die Frage nach Willensfreiheit ist genau so wenig zu beantworten wie die Frage nach Gott.
Wer sie dennoch beantworten will, hängt einfach als Gläubiger in seinem Weltbild fest, an dessen
Richtigkeit er glaubt, egal ob mit oder ohne Gott.

Theoretisch lässt sich aber sagen:
Im materialistischen Weltbild ist freier Wille nicht möglich, da der Wille eine Funktion des
Bewusstseins ist und Bewusstsein eine unbewusste zelluläre Funktion.

Wer am freien Willen festhalten möchte, kommt an einem spirituellen Weltbild mit einer wie
immer gearteten Göttlichkeit und einem Primat des Bewusstseins nicht vorbei.

Barclay Offline



Beiträge: 17

13.09.2013 19:03
#83 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Die Frage nach einer wie auch immer gearteten Freiheit des Willens ist zur Genüge beantwortet.
Die einzigen die das abstreiten sind die denen das Ergebnis nicht gefällt.

Zitat
"Reisender"
Wer am freien Willen festhalten möchte, kommt an einem spirituellen Weltbild mit einer wie
immer gearteten Göttlichkeit und einem Primat des Bewusstseins nicht vorbei.



Wer am freien Willen festhalten möchte kommt nicht darum herum sich irgend etwas auszudenken und das als Wahrheit
zu verkaufen.

Die Klugheit der Theologen wird oft überschätzt,
weil man ihnen auch noch die Dummheit der Gläubigen als Verdienst anrechnet.

Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

13.09.2013 19:22
#84 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #82
Die Frage nach Willensfreiheit ist genau so wenig zu beantworten wie die Frage nach Gott.
Wer sie dennoch beantworten will, hängt einfach als Gläubiger in seinem Weltbild fest, an dessen
Richtigkeit er glaubt, egal ob mit oder ohne Gott.

Theoretisch lässt sich aber sagen:
Im materialistischen Weltbild ist freier Wille nicht möglich, da der Wille eine Funktion des
Bewusstseins ist und Bewusstsein eine unbewusste zelluläre Funktion.

Wer am freien Willen festhalten möchte, kommt an einem spirituellen Weltbild mit einer wie
immer gearteten Göttlichkeit und einem Primat des Bewusstseins nicht vorbei.


Bewusstsein besteht aus Informationen, Geist ist Information. Unsere Sinne können nur Informationen erfassen. Eines der Gehirngespinste aus diesen Informationen ist Gott.
Die Wahrnehmung des Menschen ist immer Werte-fokussiert. Diese Wertefokussierung ist ein Filter, welches die Qualität unserer Wahrnehmung und somit auch die Qualität unseres Bewusstseins sehr beschneidet. Ein vermeintlich spirituelles Bewusstsein ist somit nichts weiter als eine egoentrische Karikatur der Wirklichkeit. Gott ist in der Psychoanalyse die heilige Kuh unseres Überich.

Der Mensch entscheidet immer und ausnahmslos zu seinem Vorteil und nicht zu seinem Nachteil. Wenn man das umdreht, dann entscheidet der Vorteil und nicht wir selbst. Egal ob es sich dabei um geistige und ideelle Werte, oder nur um vermeintlich materielle geht.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

14.09.2013 13:46
#85 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Geodei im Beitrag #84
Zitat von Reisender im Beitrag #82
Die Frage nach Willensfreiheit ist genau so wenig zu beantworten wie die Frage nach Gott.
Wer sie dennoch beantworten will, hängt einfach als Gläubiger in seinem Weltbild fest, an dessen
Richtigkeit er glaubt, egal ob mit oder ohne Gott.

Theoretisch lässt sich aber sagen:
Im materialistischen Weltbild ist freier Wille nicht möglich, da der Wille eine Funktion des
Bewusstseins ist und Bewusstsein eine unbewusste zelluläre Funktion.

Wer am freien Willen festhalten möchte, kommt an einem spirituellen Weltbild mit einer wie
immer gearteten Göttlichkeit und einem Primat des Bewusstseins nicht vorbei.


Bewusstsein besteht aus Informationen, Geist ist Information. Unsere Sinne können nur Informationen erfassen. Eines der Gehirngespinste aus diesen Informationen ist Gott.
Die Wahrnehmung des Menschen ist immer Werte-fokussiert. Diese Wertefokussierung ist ein Filter, welches die Qualität unserer Wahrnehmung und somit auch die Qualität unseres Bewusstseins sehr beschneidet. Ein vermeintlich spirituelles Bewusstsein ist somit nichts weiter als eine egoentrische Karikatur der Wirklichkeit. Gott ist in der Psychoanalyse die heilige Kuh unseres Überich.

Der Mensch entscheidet immer und ausnahmslos zu seinem Vorteil und nicht zu seinem Nachteil. Wenn man das umdreht, dann entscheidet der Vorteil und nicht wir selbst. Egal ob es sich dabei um geistige und ideelle Werte, oder nur um vermeintlich materielle geht.





Bewusstsein und Information sind nicht identisch.
Bewusstsein kann aber Information bewusst machen.
Ein Pflanzensame enthält eine Vielzahl an Information,
ohne sich dessen bewusst zu sein.
Bewusstsein in seiner meditativen Qualität ist die totale Präsenz des Seins.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

14.09.2013 14:35
#86 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Meditation ist nicht, wie etwa die Psychoanalyse, eine Aufdeckungstechnik. Es geht hier nicht in erster Linie darum, die Verdrängungschranke zu heben und den Schatten ans Licht zu bringen. Das kann geschehen, aber es kann auch ausbleiben. Das Hauptziel ist vielmehr, das ego-zentrierte Geschehen überhaupt zu suspendieren, damit das ego-überschreitende oder transpersonale Bewußtsein sich bilden kann und schließlich der Zeuge, das Selbst, entdeckt wird.
Ken Wilber

Barclay Offline



Beiträge: 17

14.09.2013 20:55
#87 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Und gab es auch Leute diesen esoterischen Quark geschluckt haben?
Dieses Zitat hat ja den gleichen Gehalt an Information wie ein Metatron-Channeling.

Die Klugheit der Theologen wird oft überschätzt,
weil man ihnen auch noch die Dummheit der Gläubigen als Verdienst anrechnet.

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

16.09.2013 08:38
#88 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #85
. Bewusstsein und Information sind nicht identisch.


Alles was das Bewusstsein ausmacht, sind Informationen. Das Gehirn, der Sitz des Bewusstseins, kann nur Informationen verarbeiten und speichern. Daher kann man sehr wohl sagen, dass das Bewusstsein die Summe aller Informationen ist, die im Laufe der Evolution und während des Lebens des Individuums verarbeitet wurden.

Zitat von Reisender im Beitrag #85
Bewusstsein kann aber Information bewusst machen. Ein Pflanzensame enthält eine Vielzahl an Information, ohne sich dessen bewusst zu sein.


Bewusstsein ist eine menschliche Definition für "sich selbst im Spiegel erkennen". Das ist meiner Meinung nach eine sehr ungenügende Beschreibung.

Können Pflanze nicht auf Umweltreize reagieren? Sie müssen doch ihre Umwelt erkennen können, um sich nach der Sonne auszurichten, erkennen können, wo oben und unten ist, den Einbruch des Winters erkennen können, um Blätter abzuwerfen. Pflanzen können Fliegen fangen, reagieren auf Pflanzenschädlinge und informieren sogar ihre Nachbarn über den Angriff der Schädlinge. Auch Pflanzen besitzen ein gewisses Bild über ihre Umwelt und reagieren gezielt darauf.

Sind sich z. B. Hunde und Katzen nicht bewusst, dass Sie vier Pfoten haben? Sie haben unterschiedliche Persönlichkeiten, sind teils forsch, teils ängstlich. Sie haben die gleichen Gefühle wie wir Menschen, können durch traumatisierende Erlebnisse ihren Charakter ändern usw. Sind alle Lebewesen, die sich nicht um einen aufgemalten, roten Fleck bei ihrem Spiegelbild scheren, nur biologische Roboter, ohne sich irgendetwas bewusst zu sein?

Um es kurz zu sagen, der Pflanzensamen ist die Information, die er enthält. Es ist unwichtig, ob er alle Informationen beschreiben kann, die er enthält. Das kann auch der Mensch nicht.

Zitat von Reisender im Beitrag #85
. Bewusstsein in seiner meditativen Qualität ist die totale Präsenz des Seins.


Genau, trotz der ideologischen Kulturwirklichkeit löst die hedonistische Zielrealitär die vielfältige Wahrnehmungsentflechtung aus, integriert das extreme Informationskontinuum vollumfänglich, entwickelt das ausdrückliche Prognoseparadigma und publiziert den erfassenden Meinungsprozess anhand der normativen Kraft des Faktischen mit unvermeidbarer Konsequenz in der bewusstseinsbildenden Metaebene des selbstreflektierenden Über-Ichs.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

16.09.2013 09:54
#89 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Blackysmart im Beitrag #88
Zitat von Reisender im Beitrag #85
. Bewusstsein und Information sind nicht identisch.


Alles was das Bewusstsein ausmacht, sind Informationen. Das Gehirn, der Sitz des Bewusstseins, kann nur Informationen verarbeiten und speichern. Daher kann man sehr wohl sagen, dass das Bewusstsein die Summe aller Informationen ist, die im Laufe der Evolution und während des Lebens des Individuums verarbeitet wurden.

Zitat von Reisender im Beitrag #85
Bewusstsein kann aber Information bewusst machen. Ein Pflanzensame enthält eine Vielzahl an Information, ohne sich dessen bewusst zu sein.


Bewusstsein ist eine menschliche Definition für "sich selbst im Spiegel erkennen". Das ist meiner Meinung nach eine sehr ungenügende Beschreibung.

Können Pflanze nicht auf Umweltreize reagieren? Sie müssen doch ihre Umwelt erkennen können, um sich nach der Sonne auszurichten, erkennen können, wo oben und unten ist, den Einbruch des Winters erkennen können, um Blätter abzuwerfen. Pflanzen können Fliegen fangen, reagieren auf Pflanzenschädlinge und informieren sogar ihre Nachbarn über den Angriff der Schädlinge. Auch Pflanzen besitzen ein gewisses Bild über ihre Umwelt und reagieren gezielt darauf.

Sind sich z. B. Hunde und Katzen nicht bewusst, dass Sie vier Pfoten haben? Sie haben unterschiedliche Persönlichkeiten, sind teils forsch, teils ängstlich. Sie haben die gleichen Gefühle wie wir Menschen, können durch traumatisierende Erlebnisse ihren Charakter ändern usw. Sind alle Lebewesen, die sich nicht um einen aufgemalten, roten Fleck bei ihrem Spiegelbild scheren, nur biologische Roboter, ohne sich irgendetwas bewusst zu sein?

Um es kurz zu sagen, der Pflanzensamen ist die Information, die er enthält. Es ist unwichtig, ob er alle Informationen beschreiben kann, die er enthält. Das kann auch der Mensch nicht.

Zitat von Reisender im Beitrag #85
. Bewusstsein in seiner meditativen Qualität ist die totale Präsenz des Seins.


Genau, trotz der ideologischen Kulturwirklichkeit löst die hedonistische Zielrealitär die vielfältige Wahrnehmungsentflechtung aus, integriert das extreme Informationskontinuum vollumfänglich, entwickelt das ausdrückliche Prognoseparadigma und publiziert den erfassenden Meinungsprozess anhand der normativen Kraft des Faktischen mit unvermeidbarer Konsequenz in der bewusstseinsbildenden Metaebene des selbstreflektierenden Über-Ichs.


Ahhh, das wusste ich nicht.
Das ändert natürlich alles.
Alles, was das Bewusstsein meiner Festplatte ausmacht, sind die gespeicherten Information.
Ja, so wird es wohl sein.

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

16.09.2013 11:55
#90 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Reisender
Genau, trotz der ideologischen Kulturwirklichkeit löst die hedonistische Zielrealitär die vielfältige Wahrnehmungsentflechtung aus, integriert das extreme Informationskontinuum vollumfänglich, entwickelt das ausdrückliche Prognoseparadigma und publiziert den erfassenden Meinungsprozess anhand der normativen Kraft des Faktischen mit unvermeidbarer Konsequenz in der bewusstseinsbildenden Metaebene des selbstreflektierenden Über-Ichs.


Getretener Quark wird breit, nicht stark.

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

16.09.2013 14:35
#91 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Gedankensplitter zum Bewusstsein:

Nietzsche: »Die vollendet gedachte Historie wäre kosmisches Selbstbewusstsein.« [Genau das nahm Hegel von seiner Philosophie an!]

Arthur Schopenhauer: »Jeder steckt in seinem Bewusstsein wie in seiner Haut und lebt unmittelbar nur in demselben.«

Erwin Schrödinger: »Bewusstsein gibt es seiner Natur nach nur in der Einzahl. Ich möchte sagen: die Gesamtzahl aller ›Bewusstheiten‹ ist immer bloß ›eins‹.«

Leo Tolstoi: »Die Vernunft drückt das Gesetz der Notwendigkeit aus, das Bewusstsein das Wesen der Freiheit.«

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

16.09.2013 14:57
#92 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Auch die Physiker sind sich im klaren darüber, daß wir mit unserem Bewußtsein nur einen begrenzten Auschnitt der Seinstotalität erfahren. So bedeutete für Louis-Victor de Broglie, den Entdecker des Welle-Teilchen-Dualismus, das Konzept der Raumzeit eine gleichzeitige Existenz von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Er war der Ansicht, der Mensch erfahre die Raumzeit nicht, weil er immer nur nacheinander in Kontakt mit einzelnen Scheiben davon komme, gleichsam wie wenn wir von einem großen Kuchen ein Stück nach dem anderen abschnitten, in der Meinung, das folgende Stück werde erst mit dem Vorgang des Abschneidens selbst geschaffen. Sowohl der große Kuchen als auch die Raumzeit, das heißt alle Dinge und Ereignisse, existierten aber schon von Anbeginn, und nur der Mensch nähme sie in seiner daseinsmäßigen Beschränktheit als in der Zeit entstehend und geboren werdend wahr. Im gleichen Sinne bemerkte Einstein im Jahre 1955 in einem Brief an die Schwester seines Freundes Michele Besso: «Für uns gläubige Physiker stellt diese Trennung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft jedoch nichts weiter als eine Illusion dar, wenn auch eine besonders hartnäckige».

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

16.09.2013 19:48
#93 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #92
das Konzept der Raumzeit eine gleichzeitige Existenz von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft.

Sehr schön. Damit wäre dann das gesamte Weltall determiniert und wir haben tatsächlich keinen freien Willen. Interessant, ich bin noch gar nicht geboren und auch schon gestorben.

Zitat von Einstein
Für uns gläubige Physiker


Unglaubwürdig. Einstein hat sich stets dagegen gewehrt, als gottgläubig bezeichnet zu werden. Es hat ihn schwer geärgert, daß religiöse Menschen immer wieder versuchten, ihn gewissermaßen auf ihre Seite zu ziehen.

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Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

17.09.2013 07:13
#94 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

@ Reisender

Hallo grosser Zitator,

hast Du eigentlich auch eine eigene Meinung oder zitierst Du ständig nur Dinge, um Deine Einstellung nicht öffentlich machen zu müssen?

Was ich zu Tieren und der menschlichen Definition des Bewusstseins schrieb, scheint für Dich absolut uninteressant zu sein. Statt dessen klatschst Du wieder irgend welche Zitate rein. Ich werde mal öfter den Phrasendrescher-Generator bemühen, um Dir zu antworten. Antworten mit selbsterstelltem Inhalt erwartest Du sicherlich nicht.

Erkläre mir bitte mit Deinen eigenen Worten Dein gepostetes Zitat : "Bewusstsein in seiner meditativen Qualität ist die totale Präsenz des Seins." . Für mich war das so Nichtssagend, dass ich einen Phrasendrescher-Generator für die Antwort bemüht habe.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

17.09.2013 11:18
#95 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Blackysmart im Beitrag #94
@ Reisender

Hallo grosser Zitator,

hast Du eigentlich auch eine eigene Meinung oder zitierst Du ständig nur Dinge, um Deine Einstellung nicht öffentlich machen zu müssen?

Was ich zu Tieren und der menschlichen Definition des Bewusstseins schrieb, scheint für Dich absolut uninteressant zu sein. Statt dessen klatschst Du wieder irgend welche Zitate rein. Ich werde mal öfter den Phrasendrescher-Generator bemühen, um Dir zu antworten. Antworten mit selbsterstelltem Inhalt erwartest Du sicherlich nicht.

Erkläre mir bitte mit Deinen eigenen Worten Dein gepostetes Zitat : "Bewusstsein in seiner meditativen Qualität ist die totale Präsenz des Seins." . Für mich war das so Nichtssagend, dass ich einen Phrasendrescher-Generator für die Antwort bemüht habe.


Meine Erklärung wirst Du wohl auch als Nichtssagend empfinden; seis drum, so kurz wie möglich und fast zitatfrei.

Wir sind im Sein präsent, weil wir uns des Seins bewusst sind, weil wir uns selbst reflektieren.
Eigentlich ist es falsch zu sagen, dass wir Bewusstsein haben, weil wir Bewusstsein sind.
Der Normalfall ist, dass unser Bewusstsein von unablässigen Gedankenketten förmlich überlagert wird.
(Das Denken ist des Lebens Sklave; Shakespiere)
In vertiefter Meditation nun bist du in einen gedankenfreien Zustand äußerst klarer und präziser Bewusstheit.
Es ist als ob ein ständig bewölkter Himmel klar und strahlend wird.

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

17.09.2013 12:52
#96 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Mir scheint, hier ist Theologe tätig. Die haben das gelernt, gequirlte Scheiße so zu präsentieren, daß man es für höchste Gelehrsamkeit halten soll.

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

17.09.2013 14:24
#97 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Ahriman im Beitrag #96
Mir scheint, hier ist Theologe tätig. Die haben das gelernt, gequirlte Scheiße so zu präsentieren, daß man es für höchste Gelehrsamkeit halten soll.



Ob das gequirlte Scheiße ist, ist einfach eine Frage der Sichtweise.
Mit Theologie aber hat Meditation nichts zu tun, es geht dabei nicht um Glauben, sondern
um Erfahrung.

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

17.09.2013 18:30
#98 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #95

Wir sind im Sein präsent, weil wir uns des Seins bewusst sind, weil wir uns selbst reflektieren.


Dann frage ich mich, was mit dem Sein gemeint ist. Die Realität kann damit nicht gemeint sein, denn auch ein Regenwurm ist in der Realität präsent, obwohl er nach der menschlichen Definition kein Bewusstsein hat und sich seines Seins angeblich nicht bewusst ist. Ist sich ein Regenwurm bewusst, dass er Hunger hat, auszutrocken beginnt oder bei starkem Regen zu ertrinken droht? Irgendwie muss der Wurm diese Zustände doch wahrnehmen und entsprechende Handlungen ausführen.
Daher nochmal meine Frage: Sind sich alle Lebewesen, die sich nicht im Spiegel selbst erkennen können, absolut rein gar nichts bewusst?

Zitat von Reisender im Beitrag #95
Eigentlich ist es falsch zu sagen, dass wir Bewusstsein haben, weil wir Bewusstsein sind.


Wir mussten erst einmal klären, was Du genau mit Bewusstsein meinst, denn es gibt viele Bedeutungen dieses Begriffs.

Zitat von Reisender im Beitrag #95
Der Normalfall ist, dass unser Bewusstsein von unablässigen Gedankenketten förmlich überlagert wird. (Das Denken ist des Lebens Sklave; Shakespiere) In vertiefter Meditation nun bist du in einen gedankenfreien Zustand äußerst klarer und präziser Bewusstheit. Es ist als ob ein ständig bewölkter Himmel klar und strahlend wird.


Da der Regenwurm seine Nervenzellen nicht mit unnützen Gedanken überlagert, wäre doch gerade er ständig im Zustand absoluter Bewusstheit. Wenn ich meine Gedanken in Meditation vollkommen ausschalten kann und nur fühle, was unterscheidet mein Gehirn in diesem Moment vom Regenwurm?

Anders herum betrachtet, welche Hirnregionen bzw. Hirnfunktionen sind notwendig, um in den Zustand klarer und präziser Bewusstheit zu kommen?

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

18.09.2013 13:14
#99 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Ich kenne die Gefühlslage und den Bewusstseinszustand eines Regenwurmes nicht.
Ich müsste selbst zum Regenwurm werden, was meine Fähigkeiten klar übersteigt.
Alle Aussagen darüber sind wohl reine Spekulation.
Es gibt Fragen, die sich eben nicht beantworten lassen.
Als Bewusstsein sehe ich einfach die Fähigkeit oder Kraft, uns unseres Seins bewusst zu sein
und über mich und die Welt zu reflektieren.
Unser Vorstellungsvermögen ist beinahe unbegrenzt.
Wir können uns in unserer Phantasie fast alles vorstellen, außer kein Bewusstsein zu haben.

Inspektor Offline



Beiträge: 25

30.09.2013 01:12
#100 RE: Das hat alles keinen Sinn, wenn es Gott nicht gibt - Autor? antworten

Zitat
Daher nochmal meine Frage: Sind sich alle Lebewesen, die sich nicht im Spiegel selbst erkennen können, absolut rein gar nichts bewusst?



Interessante Frage. Solange *Bewusstsein* unterschiedlich definiert bleibt, sonst waere es ja ein Dogma, wird diese Frage immer subjektiv beantwortbar oder nicht beantwortbar sein. Ist sich die Woelfin um der Gefahr bewusst, wenn sie die Gefahr wittert und ihre Jungen beschuetzt? Oder ist der Instinkt der Tiere gleichzusetzen mit einem *niederen Bewusstsein*, das keinen Verstand als Bremse hat? Denn der Verstand behindert ja sehr oft den Zugang zum eigenen Bewusstsein beim Menschen. Der Regenwurm, wuerde er nicht in die trockene Wueste rutschen, wenn es kein Bewusstsein gebe? Oder ist alles natuerlich so bei Tieren festsinnig geregelt und sie werden *gelenkt*? Und nur der Mensch tanzt aus der Reihe, seit er den Verstand ab einem bestimmten Zeitpunkt erhalten hat? Finde, dass diese Frage ein eigenes Thema verdient.

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Wer anderen einen Glauben unterstellt, den sie nicht haben, wer Aussagen unterstellt, was sie bedeuten, ein Solcher ist *kein* Unglaeubiger, denn er glaubt sehr wohl, naemlich, was andere seines Glaubens nach zu glauben haben.

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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