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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!




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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 1.165 mal aufgerufen
 Judentum
Helena Offline



Beiträge: 8

28.11.2011 10:09
Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

Hallo an alle,

da dieses Forum bald geschlossen wird, beschreibe ich mein Anliegen nicht besonders ausführlich und hoffe trotzdem auf Antworten bzw. Denksantöße.

Ich wurde protestantisch getauft, verweigerte meine Konfirmation und trat mit 18 aus der Kirche aus - in die ich faktisch ja nie aufgenommen wurde. Grund: Der Pfarrer tat mich als Kind ab, nahm mich nicht ernst, beantwortete meine Fragen nicht (die damals durchaus Substanz und Inhalt hatten), versuchte mich zu übergehen (kann ich bis heute nicht leiden). Der echte Grund war aber: Ich hatte wichtige Fragen zu mir, meinem Gott und meiner Zugehörigkeit zu diesem Gott mit seinen Regeln, die nie beantwortet wurden.

Bevor ihr euch wundert wieso ich das unter Judentum schreibe - voila:

Mein Vater erzählte mir schon als Kleinkind das Teile meiner Familie jüdischen Glaubens waren. Vor dem 2. Weltkrieg. Er selbst stammt aus Berlin. Seine Mutter war Polin, sein Vater deutsch. Er brachte mir als Kind jiddisch bei, hatte eine große Affinität zu Israel, wollte sogar dorthin mal auswandern und wir haben bis heute Freunde dort. Ich lebte selbst in Israel einige Monate als Au Pair bei diesen Freunden und im Grunde war mir schon immer klar dass "wir" als Familie (also Oma, Papa, mein Bruder und ich) dem Judentum viel näher waren als dem Christentum. Das wohl irgendwann, irgendwer, diesen Teil der Familie einfach "umtaufte", aber der Kern, bzw. das Herz noch immer jüdisch war (kann das nicht besser erklären da es wirkllich ein Gefühl ist und ich keine Beweise habe) - vor allem weil mein Vater dieser Religion immer sehr positiv gegenüber stand. Als ich mit 12 Jahren das erste mal in Israel war bekam ich sofort ein Chai (korrekt geschrieben?) geschenkt und trug es als Schmuckanhänger. Prompt wurde ich unter Schulkameraden zur Außenseiterin (Jude...), die Lehrer behandelten mich wie ein rohes Ei. Aber wir waren nach wie vor offiziell protestantisch, bis ich offiziell austrat. Ich beschäftigte mich später immer wieder sporadisch mit den Religionen, rannte aber vor einer Glaubenfrage/-festlegung immer davon.

Lange Rede...mein Anliegen ist auf diese mich inzwischen ziemlich belastende Situation einen Deckel zu bekommen. Einerseits bete ich und glaube an einen Gott, für mich machen die jüdischen Gesetze Sinn und diese Religion ist für mich "näher und normaler" als z.B. die christliche. Auch wenn ich da noch einige Anmerkungen hätte, aber das ist jetzt nicht das Thema. Das Judentum "fühlt" sich bei mir mehr an wie "coming home" als es andere Religionsgemeinschaften tun und darüber würde ich mich gerne austauschen um evtl. dann den Schritt zu machen dieser Gemeinschaft auch offiziell beizutreten. Durch Blutlinie bin ich keine Jüdin, meine Mutter ist Protestantin.

Meine Frage - wie kann ich das tun? Wo finde ich einen Ansprechpartner? Mit wem kann ich mich austauschen?

Kann ich einfach die jüdische Gemeinde anrufen, den Rabbi verlangen, einen Termin machen und ihm meine Geschichte vortragen?
Gibt es dafür evtl. andere Stellen innerh. der Gemeinde? Oder sind meine Motive schlicht albern da ich nicht mit seitenweisen Bibelzitaten aufwarten kann und keinen Buchstaben hebräisch kann (ok - ich kann bis fünf zählen).

Danke fürs lesen und Hilfen und Grüsse
Helena

"Qui tacet, consentiere videtur."
(Wer schweigt, der scheint zuzustimmen.)

Jupiter J Offline



Beiträge: 58

28.11.2011 11:25
#2 RE: Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

Eigentlich scheint mir hier eine Antwort ziemlich einfach: Du hast deinen Weg gefunden, musst ihn also nur noch gehen. Gibt es in deiner Stadt/Umgebung jüdische Gemeinde(n), kennst du Juden die ihren Glauben leben ? Wenn ja, könntest du dich mit diesen Menschen ausführlich austauschen, was es denn auch konkret bedeutet dem Judentum beizutreten und als Jude zu leben. Das muss kein Rabbi sein.Weiters könntest du dich dazu im Internet informieren. Wenn du also eine gute Auswahl an Informationen zusammengetragen hast, kannst du entscheiden ob du so leben kannst und dann den letzten Schritt, den beitritt zum Judentum vollziehen und als Jude leben.

Helena Offline



Beiträge: 8

28.11.2011 14:15
#3 RE: Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

Danke für deine Antwort.

JA ich kenne eine jüd. Gemeinde, aber keine Person dort persönlich.
Darum meine unbeholfene Frage - an wen wende ich mich am besten?

"Qui tacet, consentiere videtur."
(Wer schweigt, der scheint zuzustimmen.)

Jupiter J Offline



Beiträge: 58

28.11.2011 15:11
#4 RE: Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

Zitat von Helena
Danke für deine Antwort.

JA ich kenne eine jüd. Gemeinde, aber keine Person dort persönlich.
Darum meine unbeholfene Frage - an wen wende ich mich am besten?



Gibt es keine offene Abende etc., in der Interessierte die Gemeinde kennenlernen können ? Normalerweise gibt es doch solche Veranstaltungen, dass z.B. die Gemeinde zum Kaffeekränzchen einlädt um sich kennenzulernen.Vielleicht schaust du mal im Internet oder aus Aushängen ob die Gemeinde solche Veranstaltungen abietet, und was es da in nächster Zeit gibt.

Helena Offline



Beiträge: 8

29.11.2011 11:10
#5 RE: Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

Ich habe in den Ankündigungen nichts dergleichen gefunden. Werde aber die HPs regelmässig besuchen ab jetzt.
Kann ich bei deinen Antworten davon ausgehen dass der Rabbi nicht der richtige Ansprechpartner für mich ist?

"Qui tacet, consentiere videtur."
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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.097

29.11.2011 11:52
#6 RE: Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

Wenn ich Kontakt zu irgendwas oder irgendwen haben möchte, versuche ich es auch über das Netz. Über die Kontaktangagbe der Homepages. Und wenn ich nicht weiß, wen ich genau ansprechen muss, dann rede ich die Gruppe allgemein mit "Sehr geehrte Damen und Herren, ..." an. (Darüber in der Betreffzeile ganz kurz mein Anliegen.) Aber der Rabbi ist für dich gewiss der richtige Ansprechpartner.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

pilgarlic Offline




Beiträge: 77

29.11.2011 14:48
#7 RE: Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

Natürlich ist der Rabbi der richtige Ansprechpartner. Nur ist eine Konversion zum Judentum eine nicht ganz so einfache Sache. es kann dir passieren, dass dich der Rabbi erst mal wieder wegschickt, und das nicht nur einmal.

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"Wenn der Mensch wirklich Mensch wird, wird er Gott..." Taisen Deshimaru
()

Helena Offline



Beiträge: 8

30.11.2011 09:41
#8 RE: Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

Zitat von pilgarlic
Natürlich ist der Rabbi der richtige Ansprechpartner. Nur ist eine Konversion zum Judentum eine nicht ganz so einfache Sache. es kann dir passieren, dass dich der Rabbi erst mal wieder wegschickt, und das nicht nur einmal.



Das ist mir klar. Ich wollte u.a. auch den richtigen Ansprechpartner erfahren.

"Qui tacet, consentiere videtur."
(Wer schweigt, der scheint zuzustimmen.)

absinth76 Offline



Beiträge: 286

30.11.2011 13:44
#9 RE: Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

Zitat von pilgarlic
Natürlich ist der Rabbi der richtige Ansprechpartner. Nur ist eine Konversion zum Judentum eine nicht ganz so einfache Sache. es kann dir passieren, dass dich der Rabbi erst mal wieder wegschickt, und das nicht nur einmal.


Natuerlich, man muss auch mehrere Tage im Regen und Schnee halbnackt und schweigend vor der Tempeltuer sitzen. Damit die drinn auch sicher sind, dass man wirklich rein moechte.

---gelöscht -----

Zur Hölle, aber mit Jesus!

pilgarlic Offline




Beiträge: 77

30.11.2011 16:01
#10 RE: Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

gelöscht

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Helena Offline



Beiträge: 8

30.11.2011 18:29
#11 RE: Ich habe ein "Anliegen"... Antworten

Zitat von absinth76
[quote="pilgarlic"]Natürlich ist der Rabbi der richtige Ansprechpartner. Nur ist eine Konversion zum Judentum eine nicht ganz so einfache Sache. es kann dir passieren, dass dich der Rabbi erst mal wieder wegschickt, und das nicht nur einmal.


Natuerlich, man muss auch mehrere Tage im Regen und Schnee halbnackt und schweigend vor der Tempeltuer sitzen. Damit die drinn auch sicher sind, dass man wirklich rein moechte.

gelöscht


Alles klar. Ich werde nächste Woche dann mal nackend vor der Synagoge tanzen und jeden anflehen mich endlich als würdig zu betrachten aufgenommen zu werden. Macht vielleicht keinen Eindruck auf den Rabbi und die Gemeinde, aber ich habe die Titelseite des lokalen Käseblattes sicher in der Tasche. ;-)

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