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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 296 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

29.03.2012 20:00
#26 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

auch wenn ich ihn sonst nicht zitiere, da er als "Atheistenpapst" überschätz wird, soll er hier dennoch zu Wort kommen.

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Nichts ist wahr, alles ist erlaubt! Die Realität ist das, was du daraus machst!

Atheist ( gelöscht )
Beiträge:

30.03.2012 12:30
#27 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Zitat von Der Kapitän
An die Evolutionstheorie zu glauben ist genau so dumm wie an die göttliche Schöpfung zu glauben. Beides ist weder beweisbar noch widerlegbar.

Beitrag gelöscht. Und bald wird auch dein Account gelöscht, wenn du so weiterzumachen gedenkst, Atheist!

Gysi

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

30.03.2012 17:31
#28 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Lest meinen Kommentar einfach noch einmal gründlich durch und versucht die Argumentation zu verstehen. Wenn ihr dies nicht wollt bleibt bei eurem dogmatischen, ideologischen Naturwissenschaftsfundamentalismus. Ich habe jedoch weder die Zeit, noch die Lust hier alles dreimal zu erklären. Wenn ihr nicht auf das bessere Argument hört, sondern stur eure Sichtweise vertreten wollt, seid ihr Ideologen. Idealisten hingegen hören Argumente und bilden sich darauf hin eine Meinung. Falls ihr Ideologen seid, macht diese Diskussion keinen Sinn mehr!
!
Und gebt mir bitte eine Antwort in dem Qualia-Thema!

Beste Grüße, euer Kapitän!

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

30.03.2012 17:34
#29 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

@ Atheist: Ich finde es traurig, dass du Passagen aus meinem Kommentar löscht! Ich werde so weiter machen und wenn ihr mich dann rausschmeißt, bemitleide ich dieses Forum! Ich habe doch auch nichts böses im Sinn! Ich will nur gemeinsam mit euch der Wahrheit ein kleines Stückchen näher kommen! ( :

Grüße, der Kapitän

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

Ragecookie Offline




Beiträge: 619

30.03.2012 19:22
#30 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Na mal immer langsam Herr Kapitän ich glaub niemand hat grad gegen dich was gesagt und es ist normal Passagen zu zitieren auf die du Antworten willst. Also immer mit der Ruhe :)

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Science is more then a body of knowledge, it is a way of thinking, a way of sceptical interrogating the universe.

-Carl Sagan

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

30.03.2012 19:39
#31 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Zitat von Kaptain
Lest meinen Kommentar einfach noch einmal gründlich durch und versucht die Argumentation zu verstehen.



Ich glaube das dürfte eher ich zu dir sagen. Ich habe dir plausibel dargestellt, warum Wissenschaft und Glaube nicht auf einer Stufe stehen.
Es ist eine ganz andere Vorgehensweise wissenschaftlich vorzugehen, oder Offenbarungen zu Glauben, die man nicht prüfen kann.
Das ist alles andere als gleichwertig, und hat nichts mir Wissenschaftsdogmatismus zu tun, was an sich ein Paradoxon für mich ist.

Ich bin mir der Subjektivität der Wissenschaft durchaus bewusst, umso mehr muss ich mich darüber wundern, das du einen Glauben,
der beansprucht objektiv richtig zu sein als gleichwertig ansehen möchtest.

Ich hoffe das die Diskussion nicht gestorben ist, sondern das du versuchst deine Position nochmal besser darzustellen.
Uns nur zu bitten das alte zu lesen, auf das wir schon geantwortet haben kann nicht die Lösung sein.

Danke

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Nichts ist wahr, alles ist erlaubt! Die Realität ist das, was du daraus machst!

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.185

30.03.2012 20:29
#32  "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Zitat von Kapitän
@ Atheist: Ich finde es traurig, dass du Passagen aus meinem Kommentar löscht!

Das ist ein Missverständnis! Ich habe Atheist gemaßregelt, weil er dich beleidigt hatte ! Diese Beleidigung hatte ich gelöscht! (Rot ist die Farbe, die ich nur in der Funktion als Administrator verwende.)

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Philosophierender Kommunist Offline




Beiträge: 539

30.03.2012 21:29
#33 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Das hat zwar mit dem Thema nichts zu tun, (ich hoffe, ihr verzeiht mir das ^^), aber ich musste es mir aus der Seele schreiben:
Wie kann ein Gott über jemanden richten, wenn er den Menschen nicht mal das Gesetz erklärt bzw. sie darüber komplett unterrichtet?
Das ist ja irgendwie so, als ob jemand eine Klausur schreibt, aber die Themen nicht kennt. :S Was denkt ihr?

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

31.03.2012 15:09
#34 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Wenn ich mal wieder Zeit finde, gehe ich nochmals auf eure Einwände präziser ein. Mein ausführlicher Post sollte nur meine Sicht der Dinge auf den grundsätzlichen Diskussiongegenstand darstellen. Ich verstehe eure Argumente gut und kann sie auch nachvollziehen, aber ich habe trotzdem noch die besseren Argumente. Lest den alten Post noch öfters durch und versucht meine Argumentation nach zu vollziehen! Grüße, der Kapitän! ( :

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

Ragecookie Offline




Beiträge: 619

31.03.2012 15:22
#35 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Nein, du hast nicht die besseren Argumente.

Deine Argumentation sagt, dass wir keinem unserer Argumente trauen können weil alles was wir Wahrnehmen,Testen oder Nachweisen subjektiv ist.
Wie du aus dieser Logik darauf kommst Wissenschaft und Religion gleich zustellen ist mir immernoch ein Rätsel.

Aber ich akzeptiere jetzt mal die Prämisse das alles subjektiv ist und wir uns bei nichts sicher sein können.
Trotzdem können wir aber sagen für unsere subjektive Realität, egal ob sie wahr ist oder nicht gelten im Rahmen dieser Realität, die Gesetze die wir beobachten und beweisen können. Selbst wenn wir an allem zweifeln müssen, können wir sagen, dass soweit es unserere Wahrnehmung betrifft gelten Quantenmechanik,Evolution und Relativitätstheorie. Wissenschaft hat hier wenigstens die Ehrlichkeit zu sagen unserer Ergebnisse sind nur die beste Aproximation von dem was wir bisher herausgefunden haben und können später durch weitere Forschung als Fehlerhaft gelten oder verbessert werden.
Religion hat die Arroganz zu sagen wir haben eine Wahrheit und keine andere Wahrheit ist gültig neben unserer, das heißt die Religion erhebt einen Anspruch auf etwas was du eigentlich in deinem Denkschema als absolut Verboten hinstellst nämlich an etwas bedingungslos zu glauben ohne es zu hinterfragen.

Weiterhin kannst du soviel an der Quantenmechanik,der Evolution und anderen wissenschaftlichen Fakten zweifeln wie du willst. Das ändert aber nichts an der Tatsache dass du diesen unterworfen bist. Wenn du mit subjektiven Neutronen beschossen wirst, wirst deine subjektive Existenz enden. Als du heute morgen aufgestanden bist und auf zwei Beinen gelaufen bist, hast du das der subjektiven Evolution zu verdanken. Und wenn du dich subjketiv nahe der subjektiven Lichtgeschwindgikeit bewegst wird für dich subjektiv die subjektive Zeit subjektiv Langsamer vergehen.

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-Carl Sagan

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

31.03.2012 19:06
#36 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Glaubt mir oder glaubt mir nicht. Diese Diskussion macht für mich keinen Sinn mehr, wenn ihr nicht ernsthaft über meine Äußerungen nachdenkt. Ich bin mir ziemlich sicher das ich Recht habe, aber ich gebs auf. Haltet mich für einen Spinner. Ich weiß gerade eh nicht so recht ob ich verrückt bin oder nicht. Naja, was solls, ändert sich hoffentlich bald. Ich verstehe nur nicht, dass es euch prinzipiell unmöglich scheint meine Argumentation zu verstehen... ) : Naja, ich dreh wohl am Rad...

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

Ragecookie Offline




Beiträge: 619

31.03.2012 19:24
#37 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Es geht nicht darum, dass ich deine Argumente nicht verstehe sondern dass sie einfach Falsch sind und du Dogma unterstellst wo keines ist. Du glaubst ja schon fast selbst dogmatisch an deine Argumente und siehst sie als einzige Wahrheit.

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-Carl Sagan

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.185

31.03.2012 19:26
#38  "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Zitat von Kapitän
Haltet mich für einen Spinner.

Warum sollten wir? Aber du hast den Ehrgeiz, Recht zu haben. Weniger den, die Wahrheit zu erreichen, oder etwas davon. Dafür reden wir und wägen das Für und Wider ab. These - Antithese. Du scheinst mit ein wenig verbohrt zu sein, während du uns wissenschaftlich Geneigten ideologische Verbissenheit vorwirfst... Du kennst den psychologischen Reflex der Projektion?

Die Wissenschaft wirft ihre Theorien immer in die Kritik. Wer das nicht tut, ist nicht wissenschaftlich. Du bist nicht wissenschaftlich. Aber das willst du offenbar auch gar nicht sein.
Doch beides wollen wir gemeinsam: Recht haben, Erkenntnis gewinnen! Vom wissenschaftlichen Erkenntnispfad habe ich dir schon erzählt. Die Religion hat einen solchen Erkenntnispfad nicht... Darum ist die Wissenschaft im Vorteil gegenüber der Religion. Bekomme ich vielleicht noch eine Antwort darauf?

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kereng Offline




Beiträge: 310

01.04.2012 10:28
#39 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Zitat von Der Kapitän
Ich weiß gerade eh nicht so recht ob ich verrückt bin oder nicht.


Verrückt muss man das nicht nennen, sondern eher "Kognitive Dissonanz".

Den Begriff benutze ich sonst bei Gläubigen, die zwar im Alltag kritisch denken können, vielleicht sogar Wissenschaft betreiben, aber nebenbei an Gott glauben. Bei dir ist es so, dass du im Elfenbeinturm der Philosophie erkannt hast, wie unsicher alles Wissen ist, aber im Alltag auf diese Erkenntnis verzichtest und die wissenschaftlichen Zusammenhänge akzeptierst.

Wenn Glauben und Wissenschaft grundsätzlich gleichwertig sein sollen, was bringt dich dann dazu, dich im täglichen Leben an letzterer zu orientieren? Wenn wir gar nicht wissen können, ob es die Schwerkraft gibt, warum verlässt du das Haus durch die Tür im Erdgeschoss und nicht durch ein Fenster im vierten Stock?

Die unwiderlegbare Möglichkeit, dass die Welt, die wir sehen, gar nicht echt ist, kann meinetwegen gerne im Elfenbeinturm bleiben. Mein Leben findet in dieser Welt statt, und hier funktioniert die Wissenschaft und hat die Lebenserwartung verdoppelt, während der Glauben nichts gebracht hat.

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

01.04.2012 13:48
#40 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Zitat von Rage
Es geht nicht darum, dass ich deine Argumente nicht verstehe sondern dass sie einfach Falsch sind und du Dogma unterstellst wo keines ist



Dem schliesse ich mich an. Die Diskussion scheitert eindeutig an mangelndem Interesse von Kaptain, bzw. an einem zu größen Selbstbewusstsein,
das davon ausgeht, das mit ein, zwei Eingangsposts das Thema erschlagen wäre. ... schade!

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Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

04.04.2012 13:43
#41 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Hallo Kapitän,

Du schriebst in einem vorangegangenen Post, dass Du nur der Philosophie sicher glaubst. Aber auch diese Philosophie ist in den beschränkten Gehirnen der Menschen entstanden. Weißt Du denn mit Sicherheit, dass beispielsweise die Gesetze der Logik allgemeingültig sind und auch ausserhalb menschlicher Erkenntnis korrekt sind? Wikipedia: "In der Philosophie (griechisch φιλοσοφία, lateinisch philosóphia, wörtlich „Liebe zur Weisheit“) wird versucht, die Welt und die menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen."

Die Naturwissenschaften tun nichts anderes als die Philosophie - Dinge oder Ereignisse deuten und Erklärungen für diese suchen. Man kann sich keiner menschlichen Erkenntnis vollkommen sicher sein, auch nicht den Erkenntnissen der Philosophie.

Wissenschaftliche Thesen versuchen, unsere Existenz und die uns umgebende Natur bestmöglich zu erklären. Immanuel Kant: „Die Ordnung und Regelmäßigkeit an den Erscheinungen, die wir Natur nennen, bringen wir selbst hinein, und würden sie auch nicht darin finden können, hätten wir sie nicht, oder die Natur unseres Gemüts ursprünglich hineingelegt." Wenn man in dem Fall eines Apfels eine Systematik erkennt und daraus das Gesetz der Schwerkraft entwickelt, soll das auf der gleichen Stufe stehen wie der Glaube, das der Fall des Apfels "Gottes Werk" sei?

Natürlich muss man Erkenntnisse durch Forschung als auch den Gottesglaube immer skeptisch betrachten. Bei den Naturwissenschaften ist Skepsis aber ein wichtiger Bestandteil bei der Entwicklung von Thesen wie z. B. der Evolutionstheorie. Für den Gottglauben waren wissenschaftliche Erkenntnisse stets Ärgernisse, durch die regelmässig Glaubensinhalte widerlegt wurden.

Das Wissenschaft und Glaube nicht auf einer Stufe stehen können, erkannte schon Charles Darwin nach langem Gewissenskampf - und veröffentlichte "Die Entstehung der Arten".

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

05.04.2012 21:36
#42 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

So, sorry war zwischenzeitlich in der Psychiatrie.

Ich will gemeinsam mit euch der Wahrheit einen Schritt näher kommen. Ich lese mir eure Argumente auch sehr genau durch und verstehe sie, nur werden sie von meinen eben widerlegt. Ich erklärs euch noch einmal in Kurzform: Kant hat gezeigt, dass wir nichts sicheres über die Realität herausfinden können und dazu zählen nun mal auch die Naturwissenschaften. Wenn ich nichts von der Realität wissen kann, kann ich erst recht keine Aussage darüber treffen, ob der Mensch vom Affen abstammt. So leicht ist das. Wenn ihr zeigen wollt, die Evolutionstheorie sei erwiesen, dann müsst ihr erst einmal Kant widerlegen und das hat bis heute keiner geschafft, da es uns mit unserem beschränkten Verstand prinzipiell unmöglich ist. Keines eurer Argumente widerlegt Kant und beweist damit die Evolutionstheorie. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, allerdings nur, wenn bessere Argumente genannt werden. Ich gestehe mir gerne ein, falsch zu liegen, das ist schließlich keine Schande, aber bisher habe ich allerdings recht. So funktioniert die Philosophie. Die Verbohrtheit sehe ich auf eurer Seite. Grüße, el capitanski

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

05.04.2012 21:57
#43 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Ideologen sind Dogmatiker mit dem Unterschied, dass Dogmatiker denken sie sind im Begriff der Wahrheit und jegliche Diskussion ablehnen. Ideologen hingegen sind auch Dogmatiker, haben also auch eine feste starre Meinung, im Kontrast zu den Dogmatikern lassen sie sich allerdings auf Diskussionen ein, um sich auf die Suche nach neuen Argumenten zu begeben, die ihre dogmatische Position belegen. Ich persönlich weiß nicht, wen von den Beiden ich schlimmer finden soll... ) : Es sind beides traurige Positionen oder besser gesagt "Haltungen".

Idealisten hingegen sind offen für neue Sichtweisen! Sie ändern ihre Meinung und korrigieren diese lebenslang, um der Wahrheit möglichst nahe zu kommen.

Der normale Mensch (mich eingeschlossen) und ich bezweifle, dass es Dogmatiker, Ideologen oder Idealisten in Reinform gibt, ist immer eine Mischung aus beiden. Er lässt sich mal mehr mal weniger vom besseren Argument überzeugen, hat sich aber in seinem Leben auch bestimmte Dogmen und Axiome gesetzt, die er nicht so leicht aufgibt! Das ist in der Wissenschaft so und das ist im Alltag so!

Die Kunst ist meiner Meinung nach immer nur und ausschließlich dem besseren Argument zu folgen und für sich den Idealismus in Reinform anzustreben. Und die einzige Position, die dies tut ist - und deshalb bin ich strikt dieser Überzeugung - der radikale Erkenntnisskeptizismus! Er setzt sich nie Dogmen, zweifelt an allem, setzt sich nie etwas als wahr und hält nur das beste Argument für am wahrscheinlichsten und der Wahrheit am nähesten, grundsätzlich jedoch nicht für wahr! Es ist die einzige vertretbare und haltbare Position, die es gibt!

Weshalb Erkenntnisskeptizismus und nicht Wahrheitsskeptizismus? Der Wahrheitskeptizismus besagt, es gäbe keine Wahrheit, womit er zu einer Erkenntnis gekommen ist. Doch woher wissen wir, dass es keine Wahrheit gibt? Wir können das nicht wissen, den diese Frage transzendiert unser Erkenntnisvermögen und unsere Vernunft, wie im übrigen alle großen und grundsätzlichen Fragen. Da wir also grundsätzlich und prinzipiell nichts wissen können (Der Satz cogito ergo sum ist reine Spekulation, vom Urdogmatiker Descartes (um es auf die Spitze zu treiben)). Und das ist genau die Aussage des Erkenntnisskeptizismus!

Inhaltlich ist der Erkenntnisskeptizismus also die einzig vertretbare Position, doch formallogisch ergeben sich Probleme. Wenn wir sagen, wir können nichts wissen, sagen wir auch, dass wir nicht wissen, dass wir nichts wissen können, womit wir eventuell wieder etwas wissen können. Wenn wir etwas wissen können, wissen wir auch, dass wir nichts wissen können, womit wir widerrum nicht wissen, dass wir nichts wissen können und so wieder etwas wissen können! Das ist verrückt! Ein logischer Zirkel! In philosophischen Diskussionen werden diese formallogischen Probleme als Standardkeule genommen, um solche Positionen zu widerlegen. Auch der Relativismus fällt in diese Kategorie. Wenn alles relativ ist, ist auch die Aussage dass alles relativ ist relativ, womit alle Aussagen auch absolut sein können. Es gibt viele solche inkonsistenten Positionen. Ich weiß allerdings heute noch nicht, wie man diese logischen Probleme lösen kann, um die inhaltlich einzig richtige Position des Erkenntnisskeptizismus von logischen Widersprüchen zu befreien.

Der Zirkel, der durch die Aussage "Wir können nichts wissen" ausgelöst wird, ist dabei noch das kleinere Übel! Interessant, aber höchst problematisch wird es dann, wenn der Erkenntnisskeptizismus gegen sein eigenes Prinzip vorgeht! Das Grundprinzip des Erkenntnisskeptizismus ist der Zweifel. Wenn diese Position allerding skeptisch bleiben will muss sie am Zweifel zweifeln und dann passiert das schrecklichste Szenario, dass es in der Philosophie gibt... ) :

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Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

05.04.2012 22:01
#44 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Ich weiß nun, wie man das erste formallogische Problem auflöst. "vielleicht etwas wissen" heißt nicht wissen, sondern vermuten, womit wir nichts wissen.

Was ich damit sagen will, ist, dass der Erkenntnisskeptizismus die Evolutionstheorie über Bord wirft...

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Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

05.04.2012 22:04
#45 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Sorry, dass ich nicht im Einzelnen auf jeden Punkt von euch eingegangen bin. Ich habe zur Zeit viel um die Ohren und bin nicht dazu gekommen. Das Kernproblem habe ich allerdings behandelt und meine Sicht der Dinge dazu geäußert. Ab jetzt werde ich mich darum bemühen wieder näher auf eure Punkte einzugehen! Grüße!

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Ragecookie Offline




Beiträge: 619

05.04.2012 23:13
#46 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

So schön dieses ganze Erkenntnistheorem auch ist, es liefert nicht ein handfestes Ergebnis.
Es ist ein Konstrukt um ein anderes Konstrukt anzuzweifeln.
Wissenschaft sagt nie wir haben eine Wahrheit, sie sagt nur wir haben eine gute aproximation an eine mögliche Wahrheit gefunden.
Ehrlich gesagt, interessiert mich Philosophie in sich nicht sehr, da ich das ganze Denkkonzept unrealistisch und zu abstrakt finde als das es irgendwo eine anwendbare Funktion hat.
Eine Sache ist allerdings wahr, manche Philosophen stellen Fragen die Naturwissenschaftler beantworten. Einige Naturwissenschaftler sind auch beides, Philosoph und rationaler Nat. Wis.

Bottom Line: Erkenntnisskeptizismus bringt keinen Menschen auf den Mond, Erkenntnisskeptizismus baut keine Kraftwerke, Erkenntnisskezptismus bringt keine Ergebnisse außer tiefgründig Denkmodelle die keine Nutzen erfüllen.

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-Carl Sagan

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

06.04.2012 12:46
#47 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Die Philosophie hat sich auch nie die Aufgabe gesetzt konkrete Ergebnisse zum technischen Fortschritt oder zur sofortigen Verwertbarkeit zu liefern. Werfe mal einen Blick in unseren Studienführer. Einer der ersten Sätze dort lautet, die Philosophie sei eine Fundamentalwissenschaft. Das Wort "fundamental" sagt schon einiges aus. So nimmt sich die Philosophie der grundsätzlichen Fragestellungen an. Sie bildet die Basis, auf derem allgemeinem Weltverständnis man konkrete, empirische Forschung betreiben kann und soll. Sie ist der Welt und jeglichem Denken immanent, weshalb man sie nicht einfach als nutzlos und unrelevant ablehnen kann und darf. Ich finde Philosophie wichtig, da man sich mit ihrer Hilfe ein universales und umfassendes Verständnis über die Welt und die Rolle des Menschens in ihr aneignen kann. Dieses Grundverständnis ist meiner Meinung nach sehr wichtig, um sich in dieser Welt grob orientieren zu können. Der Prozess der Bildung ist in unserer Gesellschaft (und ich weiß nicht, ob das auch ein immanentes Konzept der Bildung ist) so konzipiert, sich zuerst breit gefächert zu bilden und aufzustellen, um sich danach auf sein Interessengebiet zu spezialisieren. Natürlich sollten neben der Philosophie in diesem Grundstudium auch alle anderen Wissenschaften zu Wort kommen, nur denke ich, dass die Philosophie den wesentlichsten Beitrag zur Grundbildung leistet, da sie sich selber dadurch auszeichnet, größtenteils allgemein zu bleiben und übergreifende Zusammenhänge zu vermitteln.

Grüße, der Kapitän

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Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

06.04.2012 15:17
#48 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

@ Kaptain

Zitat

Ich will gemeinsam mit euch der Wahrheit einen Schritt näher kommen. Ich lese mir eure Argumente auch sehr genau durch und verstehe sie, nur werden sie von meinen eben widerlegt. Ich erklärs euch noch einmal in Kurzform: Kant hat gezeigt, dass wir nichts sicheres über die Realität herausfinden können und dazu zählen nun mal auch die Naturwissenschaften. Wenn ich nichts von der Realität wissen kann, kann ich erst recht keine Aussage darüber treffen, ob der Mensch vom Affen abstammt. So leicht ist das. Wenn ihr zeigen wollt, die Evolutionstheorie sei erwiesen, dann müsst ihr erst einmal Kant widerlegen und das hat bis heute keiner geschafft, da es uns mit unserem beschränkten Verstand prinzipiell unmöglich ist.



Mit deiner Aussage wiederlegst du die Evolutionstheorie ganz und garnicht.

Dein, oder Kants zweifel lässt sich, wie ich schon mal sagte bis ins Absurde steigern. Lebe ich überhaupt? Schreibe ich gerade einen Post?
Oder kann ich meinen Sinnen überhaupt nicht trauen? Wenn du den Zweifel an der Wahrheit so zuspitz, machst du dir das Leben und Denken an sich
unmöglich, da du an ALLEM zweifeln muss. Ist nicht Kants Aussage über die Wahrheit nicht ebenso seinem Zweifel unterworfen usw, usf.

Ich denke wie Ragecookie. Dieses ganze kantische Konstruckt ist selber zu abstrakt und zweifelhaft, als das du darauf dein ganzes Denken aufbauen kannst.

Man kann nichts mit Sicherheit wissen, und die Festlegung einer "absoluten Wahrheit" erscheint auch mir absurd.
Aber du wirst wohl kaum davon ausgehen, das ein Apfel nach oben fällt, wenn du ihn los lässt. Das sag dir der Empirismus.
Das der Mensch vom Affen abstammt (tut er im Prinzip nicht, sie hatten gemeinsame Vorfahren, aber das nur am Rande) ist ebenso
durch den Empirismus belegt, bzw. wird und durch ihn nahe gelegt. Und solange ich nichts gegenteiligens höre, bleibe ich bei dieser
plausiblen Erklärung.

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Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

06.04.2012 15:21
#49 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

@ Kaptain

Zitat
Ich finde Philosophie wichtig, da man sich mit ihrer Hilfe ein universales und umfassendes Verständnis über die Welt und die Rolle des Menschens in ihr aneignen kann



Ganau das ist das Problem. Das viele Philosophen früher so gedacht haben. Ein System entwerfen zu können, das es dem Menschen ermöglich die Welt zu erklären.
Ich denke nicht das das möglich ist, und jeder Philosoph, der glaubt sein subjektiv aufgestelltes System sein ein objektives ist eher ein Phantast als ein Philosoph.

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Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

07.04.2012 13:42
#50 RE: "Wenn es keinen Gott gibt, dann ist alles erlaubt."(Dostojewski) antworten

Richtig Alinardus, man muss grundsätzlich an allem zweifeln, um der Wahrheit näher zu kommen. Alles andere führt nicht zur Wahrheit, sondern zu Glauben, den ihr fälschlicherweise - da ihr in dem Sinne eben auch gläubig seit - ablehnt. Eure Position ist im aller höchstem Maße inkonsistent!

By the way: Der Empirismus ist eine philosophische Sichtweise hinsichtlich unser Erkenntnisfähigkeit und dem Verhältnis von Realität und Denken. Er besagt, dass wir nicht durch den Verstand zu Erkenntnissen kommen, sondern nur durch Sinneswahrnehmungen. Mit empirischer Forschung in den Naturwissenschaften hat diese Position erst einmal nichts zu tun.

Kein Philosoph hat bisher behauptet er hat erkannt wie die Welt oder unsere Stellung in ihr beschaffen ist. Sie alle haben stets verkündet, sie vermuten es nur.

Ich sehe schon, das hier ist ein Naturwissenschafts- und Sozialwissenschaftsforum und kein Philosophisches. Diese Wissenschaften jagen leider nicht der Wahrheit hinterher, sondern haben sich dem pragmatischem Ziel der Wohlstandserhaltung und -steigerung verpflichtet. Das ist nichts Schlechtes und auch notwendig, aber die Erlangung der Wahrheit und die damit einhergehende autodidaktische Selbstbildung ist ein viel höheres Ziel, welches ihr allerdings nicht anstrebt. Naturwissenschaften bedürfen im Strengen Sinne auch keiner Diskussion. Hier geht es nur um konkreten Wissensaustausch. Das hat allerdings nichts mit Bildung zu tun.

Aufgrund dieser genannten Gründe weiß ich nicht, ob ich hier richtig bin. Ich werde mir das ganze hier noch eine Zeit lang anschauen und dann entscheiden, ob ich hier weiter aktiv bleibe. Ich will natürlich diskutieren, aber wenn ihr meine Argumente nicht ernst nehmt oder sie nicht versteht, dann macht meine Teilnahme an diesem ziellosen Wissensabtausch nicht mehr viel Sinn... ) :

Naja, wir werden sehen. In diesem Sinne feuchtfröhliche Grüße von der See,
euer Kapitän

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