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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 61 Antworten
und wurde 2.033 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Seiten 1 | 2 | 3
Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

26.05.2012 14:45
Religion und Intelligenz antworten

http://en.wikipedia.org/wiki/File:LynnHa...ntelligence.svg

Diese Zahlen können nicht lügen, oder?

Soll kein Angriff sein, sondern eine ernste Debatte sein.
Gibt es diese allgemeine Beziehung zwischen Intelligenz und Religiosität wirklich?

Wer hat noch nichts von den US Südstaaten Rednecks gehört, dessen Bildung und Intelligenz,
zumindest nach dem Klischee nicht besonders hoch ist, und die sehr zu religiösem Fanatismus neigen?

Wer hat noch nichts davon gehört, das Gruppen die gesellschaftlich benachteiligt sind, evtl.
aufgrund ihrer mangelnden Intelligenz sich eher zu religiösem Fanatismus hinreissen lassen?

Es gibt Menschen die sind schlauer als anderen. Weiss Gott ich bin nicht einer der klügsten,
da gibt es weit bessere, das weiss ich. Aber muss man nur einen gewissen Grad erreichen, um Dinge zu
erkennen, die andrer nicht sehen, weil sie nicht können?

Viele sagen es gibt eine Art "Talent" zu glauben. Ist evtl. eher das Gegenteil der Fall?

Eure Meinung würde mich interessieren.
PS: so nun will auch ich das deutschlandweite schöne Wetter genießen.

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Nichts ist wahr, alles ist erlaubt! Die Realität ist das, was du daraus machst!

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

28.05.2012 03:10
#2 RE: Religion und Intelligenz antworten

Ich denke Religiösität kann durchaus mit Intelligenz einhergehen. Tut es bestimmt auch oft. Der Pfarrer in meiner Gemeinde zum Beispiel scheint mir kein dummer zu sein. Er glaubt an Gott, aber mit seinem Intellekt hat das wenig zu tun. Es ist eine Frage, ob man sich darauf einlässt. Ich denke die strategisch beste Position, die man bei dieser Frage einnehmen kann, ist der Agnostizismus. Alles andere ist nicht nachweisbar. Natürlich ist es aber auch ein Phänomen in dieser Welt, dass Ungebildete zu religiösem Fanatismus neigen. Ungebildet zu sein, lässt sich aber nicht vollständig auf fehlende Intelligenz zurückführen. Allgemein denke ich, wenn der Bildungsstandard steigt, steigt die Zahl der Agnostiker.

Grüße, el kapitanski

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

MikLondon Offline




Beiträge: 2

28.05.2012 09:55
#3 RE: Religion und Intelligenz antworten

Es ist mE wiederum eine Definitionsfrage von beiden Begriffen. Was beinhaltet denn Religion? Was ist religioes? - Ich will da keine Lexikon- oder Wikipedia-Definitionen bemuehen, sondern nur mal die Frage nach der -Bedeutung- von Religion stellen. Welchen Stellenwert hat/haben Religion/Religionen in der Gesellschaft? Welchen politischen Einfluss, welche wirtschaftliche Machtposition? Religionsgemeinschaften sind politische, soziale und oekonomische Faktoren. Denjenigen, die in diesen Gemeinschaften den Ton angeben und ueber die Mittel der Gemeinschaft Verfuegungsgewalt haben und ausueben - denjenigen unterstelle ich Intelligenz. Intelligenz im Sinne von: erkennen, mit welchen Instrumenten Einfluss auf Menschen und Gruppen genommen werden kann; Intelligenz, eunzusehen, zu begreifen und zu verstehen, nach welchen Prinzipien politische Organisation funktioniert und beeinflusst werden kann; Intelligenz, die Instrumente zu nutzen und Vorteile aus der Einflussnahme zu ziehen. - - - Denn in meinen Augen ist es eine Sache, den blinden Gefolgsleuten einer Theorie stumpfe Ignoranz zu unterstellen (in vielen Faellen bestimmt gerechtfertigt) - dabei aber ausser Acht zu lassen, dass es Menschen gibt, die das Potential dieser "willigen Masse" fuer sich zu nutzen wissen und Profit daraus schlagen. Machtgewinn, finanzieller Gewinn - das sind nicht ganz von der Hand zu weisende Vorteile, die intelligenten Menschen auf diese Art Faschismus zufliessen. Ich wuerde also immer trennen: Religion - als nicht sehr intelligente Form (Religionsanhaenger) und Religion - als intelligente Form (Religionsstifter/Religionsbegruender/Religionsfuehrer). - - - Intelligenz dabei bitte moralisch wertfrei verstehen!

dkchrys Offline



Beiträge: 112

28.05.2012 11:56
#4 RE: Religion und Intelligenz antworten

Ein Problem ist auch, was ich immer wieder in Diskussionen feststelle und auch vor kurzen mit einigen Moslems bestätigt sah,garnicht mal so die Intelligenz.
Sie spielt durchaus eine Rolle, aber der Punkt ist eher Halbwissen, Inselwissen bzw. einfach allgemein ungebildet zu sein. Das vermischt sich dann mit fehlendem selbstvertrauen Autoritäten zu hinterfragen(eben auch aufgrund mangelnder Bildung).
Was ich sagen will, wenn man mit frommen Moslems diskutiert, stellt man fest,dass sie wahrscheinlich so ziemlich auf jede Frage,was den Islam betrifft eine Antwort haben. Geht es, aber um Geschichte,insbesondere Religionsgeschichte, Biologie, Physik, Psychologie, Philosophie oder Geologie stellt man fest,dass viele davon keine Ahnung haben. Sie geben nur die Phrasen wieder,welche ihnen in Internetvideos oder in ihrer Gemeinde gepredigt werden, welche dann noch oft bedauerlicherweise falsch sind.
Viele Menschen bekommen also immer nur einen Ausschnitt der Welt in der Sie leben und das Wissen,dass um sie floriert mit und weil es dann so gut zur Weltanschauug passt und man ein urvertrauen an islamische Prediger hat, muss das ja dann auch stimmen.
Es fehlt also einfach ein bewusstsein dafür Quellenkritik zu betreiben.
Und das ist auch bei gebildeteten Intelligenten Christen der Fall. Mann muss sie doch mal nur fragen,was sie über den historischen Jesus denn wirklich wissen und was er wirklich predigte. Wie die Bibel entstanden ist oder die katholische Kirche. Das ist alles leicht zugängliches Wissen, wo von viele aber noch nie gehört haben oder sich nicht dafür interessieren.

Das gleiche Phänomen lässt sich auch im Bereich der vielen bekannte Verschwörungstheorien erblicken. Es fehlt einfach an Bildung und die Fähigkeit Quellen in ihrer Seriösität zu kategorisieren.
Und ich denke,da kommt jetzt die Intelligenz ins Spiel. Intelligentere Menschen haben oft einfach auch ein größeres Bedürdnis sich zu bilden. Mit Bildung kommt auch das Hinterfragen und die richtige Einordnung der Quellen ins Spiel.
Wer zum Beispiel einmal festgestellt hat,dass es Personen gibt, die für eine bestimmte Weltanschauung, vorallem für die eigenen, mit Lügen,Halbwahrheiten und unwissen werben wird in zukunft vorsichtig sein. Wer immer nur glaubt,dass vor einem die Wahrheit gepredigt wird und nicht die Mittel hat,dass zu überprüfen, wird auch erstmal weiter auf der Spur fahren.

Dann gibt es natürlich gebildete Leute und Intelligente Leute,welche trotzdem glauben. Das kann ich mir dann nurnoch mit frühkindheitlicher Indoktrination erklären. Ich meine,wer immer noch daran glauben will,dass Homosexualität eine Sünde darstellt,dem ist dann auch nicht mehr zu helfen.

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

28.05.2012 12:57
#5 RE: Religion und Intelligenz antworten

Zitat
Dann gibt es natürlich gebildete Leute und Intelligente Leute,welche trotzdem glauben. Das kann ich mir dann nurnoch mit frühkindheitlicher Indoktrination erklären.



Sicher gibt es viele Gläubige, die zur Religion erzogen worden sind und sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen können. Es gibt allerdings auch intelligente, gebildete Menschen, die sich später bewusst für den Glauben bzw. die Religion entscheiden.

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

Ragecookie Offline




Beiträge: 619

28.05.2012 18:50
#6 RE: Religion und Intelligenz antworten

Zitat von Der Kapitän

Zitat
Dann gibt es natürlich gebildete Leute und Intelligente Leute,welche trotzdem glauben. Das kann ich mir dann nurnoch mit frühkindheitlicher Indoktrination erklären.



Sicher gibt es viele Gläubige, die zur Religion erzogen worden sind und sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen können. Es gibt allerdings auch intelligente, gebildete Menschen, die sich später bewusst für den Glauben bzw. die Religion entscheiden.




Hast du dafür eine Quellen? Weil ansonsten wage ich diese Aussage stark zu bezweiflen.

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-Carl Sagan

indeosummussimilare Offline



Beiträge: 3

28.05.2012 19:41
#7 RE: Religion und Intelligenz antworten

Also der These, dass religiöse Menschen dumm sind, kann ich mich nicht anschließen. Vielleicht mag das für die meisten Fanatiker hinkommen, wobei es auch da immer welche gibt, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie mit ihrer Intelligenz einfach nicht mehr wissen, wohin. Aber bei allen, die zu einem "gesunden" Maß religiös sind, finde ich nicht, dass man pauschalisierte Aussagen treffen kann. Habe da neulich erst eine interessante Doku gesehen, bei der es um die Erhöhung der geistigen Fähigkeiten durch Spiritualität ging. Hierbei wurden an betenden Nonnen, meditierenden buddhistischen Mönchen etc ein Gehirnscan durchgeführt, der das Ergebnis hatte, dass eine Hirnhälfte durch die tiefe Konzentration und geistige Hingabe aktiviert wurde und dadurch angestrebte Eigenschaften wie Mitgefühl etc sowie das Verbundenheitsgefühl mit dem angebeteten Objekt verstärkt wurden - das ist vielleicht keine Intelligenz, die entsteht, aber zumindest ein enormes geistiges Potenzial, das nicht unterschätzt werden sollte. Ich glaube aber, dass viele intelligente Menschen - gerade Naturwissenshcaftler z.B. - sich mit dem Glauben schwertun, weil sie einfach von früh auf darauf getrimmt werden, nur Dinge zu glauben, die man beweisen kann. Ich kenne aber auch genug Akademiker, die ich durchaus als intelligent und in irgendeiner Forem gläubig bezeichnen würde.

Narr Offline



Beiträge: 146

28.05.2012 20:58
#8 RE: Religion und Intelligenz antworten

Zitat von indeosummussimilare
...gerade Naturwissenshcaftler z.B. - sich mit dem Glauben schwertun, weil sie einfach von früh auf darauf getrimmt werden, nur Dinge zu glauben, die man beweisen kann.


Hmmm, imo hast du hier was nicht ganz verstanden... Dinge die man 'beweisen' kann braucht man nicht zu glauben.

Zitat von indeosummussimilare
Ich kenne aber auch genug Akademiker, die ich durchaus als intelligent und in irgendeiner Forem gläubig bezeichnen würde.


Uni schützt vor Torheit nicht... 'Akademiker' heißt ja erstmal nix - schon gar nichts in Bezug auf die Intelligenz.

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

28.05.2012 21:49
#9 RE: Religion und Intelligenz antworten

Ist ja schon interessant, das daraus offensichtlich doch ein nette Diskussion entsatanden ist.

Es ging mir, um mal auf das ein oder andere geschriebene einzugehen, nie um Pauschalisierungen.
Eine Statistik kann ohnehin immer nur eine Tendenz darstellen. Aber diese Tendenz der Zahlen scheint ja erst mal nicht von der Hand zu weisen zu sein.

Auch ist richtig, das Bildung nicht gleichzusetzten ist mit Intelligenz. Aus einer höheren Bildung resultiert aber eine höhere Intelligenz.
Nicht umsonst kann man seinen IQ steigern, indem man das Gehirn einfach mal mehr benutzt. Im Gegenzug stumft es ab, wenn man es nicht gebraucht,
wie ein Muskel, der nicht bewegt wird.

So geht es sicher auch Leuten, die in einer Gesellschaft leben, in welcher ihnen Bildung verwehrt wird.
So in Ländern des arabischen Raumes, wo Bildung für die Unterschicht ökonomisch nicht wirklich umsetztbar ist.
In diesen Ländern ist der Hang zu Religion auch stärker. Sicher aufgrund mangelder Bildung oder Alternativen.

Das es auch Menschen gibt die intelligent sind und glauben, will ich nicht bestreiten.
Wäre mal schön wenn sich ein solcher hier zu Wort melden würde, um zu erklären, warum er dennoch glaubt.

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Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

28.05.2012 22:04
#10 RE: Religion und Intelligenz antworten

Zitat
Hast du dafür eine Quellen? Weil ansonsten wage ich diese Aussage stark zu bezweiflen.



Nein, ich habe keine Quellen. Ich sehe es aber bei manchen Leuten. Bestes Beispiel mein Vater: Er ist Ingenieur bei Siemens, glaubt nicht unbedingt an eine Religion, aber denkt es müsste schon noch sowas wie eine höhere Macht geben, die allem immanent ist. Oder schau dir Theologie-Absolventen an. Um dieses Studium zu bestehen, braucht man schon eine Portion Intelligenz und nicht alle glauben seit ihrer frühen Kindheit an Gott.

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

28.05.2012 22:12
#11 RE: Religion und Intelligenz antworten

Religion ist nicht unbedingt eine Sache des Intellekts.
Religion kommt aus einem unbestimmten "Bauchgefühl" uns setzt sich auch gegen den Verstand durch.
(Und wie schon nachgewiesen setzt Religion unbedingt eine gewisse Autoritätsgläubigkeit voraus.)
Also ist Religion keine Frage der Intelligenz!
Allerdings: Fundierte Bildung drängt Religion fast immer stark zurück und verdrängt das irrationale "Religionsempfinden" meistens.
Die meisten irgendwie selbsternannten religiösen Menschen die ich kenne sind pure Heuchler und bekennen sich lediglich aus einem gefühlten gesellschaftlichem Konsens heraus zu einer Religion.
Und kirchlich heiraten ist selbst bei Atheisten aus eben diesem Grunde heutzutage wieder sehr gefragt.

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

29.05.2012 07:16
#12 Religion und Intelligenz antworten

Zitat von Kapitän
Oder schau dir Theologie-Absolventen an. Um dieses Studium zu bestehen, braucht man schon eine Portion Intelligenz und nicht alle glauben seit ihrer frühen Kindheit an Gott.

Dazu hätte ich dann doch gerne statistische Erhebungen. Oder wenigstens ein konkretes Beispiel.

Zitat
Bestes Beispiel mein Vater: Er ist Ingenieur bei Siemens, glaubt nicht unbedingt an eine Religion, aber denkt es müsste schon noch sowas wie eine höhere Macht geben, die allem immanent ist.

Das ist aber noch lange kein religiöser Gottglaube! Eine "höhere" Macht ist eine höhere Macht. Und seine These ist eine These. Das Weltbild deines Vaters ist keine Religion.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Ragecookie Offline




Beiträge: 619

29.05.2012 09:17
#13 RE: Religion und Intelligenz antworten

Zitat von Gysi

Zitat von Kapitän
Oder schau dir Theologie-Absolventen an. Um dieses Studium zu bestehen, braucht man schon eine Portion Intelligenz und nicht alle glauben seit ihrer frühen Kindheit an Gott.

Dazu hätte ich dann doch gerne statistische Erhebungen. Oder wenigstens ein konkretes Beispiel.

Zitat
Bestes Beispiel mein Vater: Er ist Ingenieur bei Siemens, glaubt nicht unbedingt an eine Religion, aber denkt es müsste schon noch sowas wie eine höhere Macht geben, die allem immanent ist.

Das ist aber noch lange kein religiöser Gottglaube! Eine "höhere" Macht ist eine höhere Macht. Und seine These ist eine These. Das Weltbild deines Vaters ist keine Religion.




Genauso hätte ich das auch gesagt.
Höhere Macht ist kein Glaube an eine Religion.
Wie ich mit Seven schon mal diskutiert hatte gibt es durchaus einen statistische Menge pantheiistischer Wissenschaftler. Deshalb sind diese aber nicht religiös.

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-Carl Sagan

Narr Offline



Beiträge: 146

29.05.2012 10:13
#14 RE: Religion und Intelligenz antworten

Zitat von Ragecookie

Höhere Macht ist kein Glaube an eine Religion.
Wie ich mit Seven schon mal diskutiert hatte gibt es durchaus einen statistische Menge pantheiistischer Wissenschaftler. Deshalb sind diese aber nicht religiös.


Na ja, so ganz stimmt das ja nicht... 'Etwas-isten' haben nichts mit der 'Religiosität' von z.B. Einstein zu tun.
Wer an eine 'höhere Macht' glaubt, glaubt an einen gott, auch wenn er es nicht so nennt.

Da ich selbst Naturwissenschaftler bin wage ich jetzt mal eine Vermutung: in manchen Momenten staunt man über, ist bewegt, ja vielleicht sogar überwältigt von natürlichen Abläufen die man erkennt und ganz automatisch in Bezug zu sich selbst setzt. Diese Momente - kann ich mir vorstellen - nannte Einstein 'religiöse Momente' - einfach, weil ihm andere Worte fehlten. Pantheismus ist das aber nicht. Pantheisten sehen 'gott' in Allem - aber was soll das dann bedeuten? Imo kann man's dann auch lassen. Stimmt von einer Aussage auch das Gegenteil ist die Aussage wertlos, weil zu allgemein.
Und wie nannte Dawkins Pantheismus so nett 'sexed-up Atheism'

Worum es bei diesem Faden geht - Intelligenz von Gläubigen/Nichtgläubigen... das ist erst mal nur eine Korrelation, ob dabei auch eine kausale Beziehung besteht ist die Frage. Der Wikiartikel zu dem die Grafik gehört, geht darauf auch ausführlich ein.

Da 'Intelligenz' ein so schwammiger Begriff ist denke ich nicht, dass Glauber im Prinzip weniger intelligent sind. Sie machen sich weniger intelligent, weil sie sich bestimmte Denkarten verbieten müssen.

Seven_days ( gelöscht )
Beiträge:

29.05.2012 10:26
#15 RE: Religion und Intelligenz antworten
Narr Offline



Beiträge: 146

29.05.2012 11:55
#16 RE: Religion und Intelligenz antworten

Zitat von Seven_days
...


der Artikel ist nichtssagend wie ein alter Socken.

Zum einen ist es vollkommen schnurz wie viel Leute irgendwas 'glauben' - das macht es weder besser noch 'wahrer' Sonst ginge es nach dem Motto 'Leute, fresst mehr Scheiße, Millionen Fliegen können nicht irren!'

Zum zweiten: es liegt im Interesse der Glauber zu suggerieren, dass sich 'glauben' und 'Wissenschaft' angeblich nicht ausschließen.
'Wissen ist Macht' und wer sein Wissen aus gesicherten Erkenntnissen zieht übernimmt die Führung in der Gesellschaft. Die wissenschaftliche Methode hat offensichtliche Vorteile, Religionen können mit ihrer Welterklärung nicht mithalten, im Gegenteil, sie geraten immer mehr ins Hintertreffen. Dagegen versuchen sie mit allen Mitteln, auch unlauteren, zu kämpfen.

Als Beispiel kann man die kath. Kirche nehmen - sie bekennt sich zum 'einen und wahren lebendigen gott, Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde, allmächtig, ewig, unermesslich unbegreiflich, an Vernunft und Willen sowie jeder Vollkommenheit unendlich'
Schon diese Grundsatzaussage ist totaler Schwachsinn. Wenn etwas 'vollkommen' ist es unveränderbar, kann dann also nicht 'lebendig' sein, weil das hieße, es kann sich anpassen, ist also nicht 'vollkommen'. Dieses gott ist 'wahr' aber 'unbegreiflich' - wie soll dann aber die 'absolute Wahrheit' begriffen werden?... usw....

Schon das alles steht in krassem Gegensatz zu jeder Naturwissenschaft. Und das ist bei jeder Religion das gleiche. Die Basis einer jeden Religion ist die NICHT-Überprüfbarkeit der Behauptungen. Aber genau auf der Überprüfbarkeit ihrer Behauptungen beruht JEDE Wissenschaft.

Zunehmend versuchen die Kirchen sich in wissenschaftliche Gebiete zu mischen. Großkirchen beanspruchen die Interpretationshoheit und lehnen Kreationismus und Intelligent Design ab, behaupten ihre Schöpfungsgeschichte würde im Einklang mit der Evolutionstheorie stehen, nennen es 'Evolution plus X'. Und was soll dieses X sein? Evolution ist ein sich selbst organisierender Prozess, der auf Naturgesetzen und dem Zufall beruht, der gerichtet, aber nicht Zielgerichtet abläuft. In die Naturgesetze greift niemand ein - ohne wenn und aber.

Welcher glauber kann aber den Gedankenspagat vollbringen: beten aber davon ausgehen, dass sein gott nichts tun wird um ihm zu helfen? Wer an Jesus als gottes Sohn glaubt, glaubt auch an gottes eingreifen in die Evolution, hat die Wissenschaft also schon verlassen. Wer an ein eingreifen irgendeines gottes in unsere Welt glaubt hat die Wissenschaften verlassen.
Und da ist es völlig unerheblich, ob manche (Natur)wissenschaflter glauben sie könnten das.

Seven_days ( gelöscht )
Beiträge:

29.05.2012 12:11
#17 RE: Religion und Intelligenz antworten

Dein Kommentar ist nichtssagend wie ein alter Socken.
Bla, bla, bla...ohne Inhalt.

Narr Offline



Beiträge: 146

29.05.2012 12:46
#18 RE: Religion und Intelligenz antworten

Zitat von Seven_days
Dein Kommentar ist nichtssagend wie ein alter Socken.
Bla, bla, bla...ohne Inhalt.


Hmm, interessant. Ich hab mir ja die Mühe gemacht, darzulegen warum der Artikel nichtssagend ist.
Könnten sie ihre Meinung begründen? Oder sind sie einfach nur unhöflich, weil ad hominem? Oder wollen sie die eingangs eingestellte Statistik bestätigen?

Seven_days ( gelöscht )
Beiträge:

29.05.2012 12:54
#19 RE: Religion und Intelligenz antworten

Ich bin einfach nur unhöflich, weil dein Kommentar nicht ansatzweise in sich schlüssig ist und erst recht keine Entgegnung zu meinen Link.

Du mußt meinen Link nicht gut finden, aber dann versuche auch nicht, ihn anders zu interpretieren.
Er beinhaltet eine ganz eindeutige Aussage.

Was soll der Blödsinn mit dem "sie" ?

dkchrys Offline



Beiträge: 112

29.05.2012 15:50
#20 RE: Religion und Intelligenz antworten

Ja,ich denke man muss schon unterscheiden zwischen einer Religion,also einem ganzen System an das man glaubt und einzelne unabhängige Glaubenskonstrukte.

Ich denke Religionen, kann man sehr schnell verwerfen. Sie halten einfach einer kritischen Betrachtung nicht stand. Andere Sachen, wie höhere Mächt, die in den Bereich des übernatürlichen gehen ist denke noch mal eine andere Sache, da die Ansatzpunkte doch andere sind.
So können Leute gefragt werden, ob sie an Gott glauben und beantworten dieses mit "Ja", haben dabei aber einfach eine höhere Macht im Sinn oder ein ganz anderes Gottesbild, als der Fragende.

Aber ich denke, warum trotzdem viele Menschen an Religion festhalten, also an einer bestimmten,liegt auch daran,dass sie zwar intelligent genug,aber schlicht und weg kein Interesse daran haben, ihre Religion genauer zu hinterfragen und das nötige Wissen anzueignen.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

29.05.2012 15:51
#21 Religion und Intelligenz antworten

Zitat von Narr
Wer an eine 'höhere Macht' glaubt, glaubt an einen gott, auch wenn er es nicht so nennt.

Strikt nein! Eine höhere Macht ist eine höhere Macht! Und noch lange nicht ein Gott. Die ganzen Naturabläufe sind eine höhere Macht, oder nicht?
Und eine höhere Macht, die man nicht sieht, noch nicht erkennt, ist eine höhere Macht, die man noch nicht erkennt! Und nicht ein Gott!

Zum zweiten kommt es darauf an, wie man sich selber zu seiner Annahme verhält. Wenn man die Ceteris-Paribus-Klausel dahintersetzt, ist sie wissenschaftlich kritisch. Wenn man sie verabsolutiert, ist es religiös.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Narr Offline



Beiträge: 146

29.05.2012 15:51
#22 RE: Religion und Intelligenz antworten

Zitat von Seven_days
Ich bin einfach nur unhöflich,...


genau deswegen sieze ich sie ab jetzt - wenn ich sie überhaupt anspreche. Mit unhöflichen Menschen möchte ich kein vertrauliches 'du'

Zitat von Seven_days
weil dein Kommentar nicht ansatzweise in sich schlüssig ist und erst recht keine Entgegnung zu meinen Link.


wo das angeblich 'nicht schlüssig' ist können sie mir anscheinend nicht aufzeigen und doch, es ist eine Entgegnung auf ihr Link.

Zitat von Seven_days
Du mußt meinen Link nicht gut finden, aber dann versuche auch nicht, ihn anders zu interpretieren.
Er beinhaltet eine ganz eindeutige Aussage.


Danke, dass sie mir zugestehen ihr Link nicht 'gut finden' zu müssen. Aber warum sollte ich keinen Kommentar dazu abgeben? Wer hier öffentlich etwas einstellt - muss mit Kommentaren rechnen. Sonst sollte er/sie das besser lassen.

Aber ich bin ja nicht so. Für die anfangs angesprochene Zielgruppe hier etwas ausführlicher:

Behauptung: Viele berühmte Wissenschaftler waren überzeugte Christen,… Beispiel ist Isaac Newton
Zu der Zeit Isaac Newtons Zeit (1643-1727) nannten sich auch Atheisten ‚Christen‘. Wissenschaften waren fest in der Hand der Kirche. Da ging es in erster Linie um Gottesbeweise. Und wer forschen wollte, malen, bildhauern... der konnte die Hand die ihn füttert nun mal nicht beißen.
Aber das ist letztlich egal. Denn ein Argument mit dem Hinweis auf eine Autorität - weil Newton Christ war gehen Wissenschaft und Glaube zusammen – ist ein logischer Fehlschluss. Ein Versuch sich von der Last des selbstständigen Denkens zu befreien.
Noch dazu werden Wissenschaftler gerne falsch oder aus dem Zusammenhang zitiert. So meinte Einstein zu seinem angeblichen gottglauben: „Es ist selbstverständlich eine Lüge, was Sie über meine religiösen Überzeugungen lesen, eine Lüge, welche systematisch wiederholt wurde. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und habe dies niemals bestritten, sondern es klar ausgedrückt. Wenn es etwas in mir gibt, was man als religiös bezeichnen kann, dann ist es meine ungeheure Bewunderung für die Struktur dieser Welt, soweit sie die Wissenschaft erforscht hat“ - Albert Einstein in "The Human Side", editiert von Helen Dukas (Einsteins Sekretärin) und Banesh Hoffman, Princeton University Press.

Beispiel: …40 Prozent der Wissenschaftler bejaht …
Nur sieben Prozent der Mitglieder der amerikanischen Akademie der Wissenschaften glauben an die Existenz eines personalen Gottes.
Also kommt es schon mal darauf an, welche Statistik man heranzieht. Aber selbst wenn 100% der Wissenschaftler an einen Gott ‚glauben‘ würden, hieße das nicht, dass ‚gott‘ und (Natur)Wissenschaft zusammen gehen. Das hieße nur, dass diese Leute entweder das eine oder das andere nicht verstanden hätten.
Behauptung: (des Oxforder Mathematikers John Lennox: „Entweder verdankt die menschliche Intelligenz ihre Entstehung letztlich geist- und zweckloser Materie, oder es gibt einen Schöpfer. Es ist seltsam, dass einige Menschen behaupten, ihre Intelligenz führe sie dahin, die erste der zweiten Möglichkeit vorzuziehen.
Nein das ist nicht seltsam. Erst mal ist ein Mathematiker kein Naturwissenschaftler. Aber egal. Wer der Argumentation der Naturwissenschaften mit der überwältigenden Evidenz für die Evolution und ihre Mechanismen folgt kann keinen eingreifenden gott annehmen.
Naehrt man sich dem Thema von der Logik her, müsste ein gott der schöpft komplexer sein als seine Schöpfung. Dann verschiebt man die Frage nur, wer hat diesen gott geschaffen?
Nur weil man Fragen (noch) nicht beantworten kann spricht das nicht für einen gott.

Behauptung: (getarnt als Frage) es ist nicht plausibel Liebe, Schönheit und wissenschaftlicher Erkenntnis als Produkt geistloser, zielloser Materie zu betrachten; es ist plausibler, diese Erfahrungen als Produkt eines schöpferischen Geistes zu verstehen....
Das Entstehen von ‚Liebe‘ und ‚Schönheitssinn‘ ist evolutionär gut beschreibbar und wesentlich ‚plausibler‘ als die Annahme eines ‚schöpferischen Geistes‘ für den es weniger als 0 Hinweise gibt.
Außerdem gibt es da noch das kleine Theodizee-Problemchen, aber das wird bei solchen Machwerken ja gerne außen vor gelassen

Behauptung: Ich bin überzeugt, man kann Spuren von Gottes Handeln in dieser Welt erkennen, wenn man sein Handeln nicht vorher methodisch ausschließt
Die Kirchen versuchen seit langem den ‚Gottesbeweis‘ zu finden. Das ist ja auch ihre Aufgabe. Denn wer behauptet steht in der Beweispflicht. Einen Beleg und ich geb's zu: Ich hab mich geirrt. Perfide bei dieser Behauptung - die Naturwissenschaften würden 'methodisch etwas ausschließen'. Darauf wird nicht näher eingegangen, nur eine hintervotzige Bemerkung die dazu dient die Naturwissenschaften zu diskreditieren.

Behauptung Die Naturwissenschaften können ebenfalls keine Wertentscheidungen treffen.
Genausowenig wie die Kirchen. Aber die Naturwissenschaften zusammen mit der Psychologie, der Soziologie, den Gesichtswissenschaften…. Können fundierte Handlungsempfehlungen geben, die in Einklang mit ‚unserer Natur‘ als Trockennasenaffen stehen.

In diesem Stil geht der ganze Artikel weiter. Wird mir zu langweilig das weiter aufzudröseln. Bei solchen Abscheidungen tendiere ich dazu bei der eingangs-Statistik auch kausale Zusammenhänge zu vermuten.

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

29.05.2012 16:02
#23 RE: Religion und Intelligenz antworten

Was ich damit sagen will: Oft hat der religiöse Glauben mit mangelnder Bildung und Naivität zu tun. Er muss es aber nicht. Man kann sich auch ohne Beweise einzufordern, wie es die gleiche Person vielleicht in der Wissenschaft macht, bewusst für den Glauben oder eine Weltreligion entscheiden und an diese glauben, obwohl man selbst auf einem sehr hohen Bildungsniveau und intelligent ist. Religionen sind der Wissenschaft gleichberechtigt, führen nur nicht zu Wohlstand. Ich selbst bin Agnostiker und mag diese vorschnellen Abwertungen der Religionen, wie sie hier tagtäglich praktiziert werden, nicht.

Grüße, el capitano

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

29.05.2012 16:19
#24 Religion und Intelligenz antworten

Zitat von Kapitän
Man kann sich auch ohne Beweise einzufordern, wie es die gleiche Person vielleicht in der Wissenschaft macht, bewusst für den Glauben oder eine Weltreligion entscheiden und an diese glauben, obwohl man selbst auf einem sehr hohen Bildungsniveau und intelligent ist.

Wer wissenschaftlich denkt, denkt mit Ceteris-Paribus-Klausel. Also mit dem Hintertürchen von möglichen Alternativen. Die großen Weltreligionen verteufeln aber den Zweifel! Das geht mit Wissenschaft nicht zusammen!

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Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

29.05.2012 17:07
#25 RE: Religion und Intelligenz antworten

Solange sich Glauben und Wissenschaft nicht überschneiden, gibt es kein Problem. Schwieriger ist es zum Beispiel mit der Evolutionstheorie. Hier muss man sich entscheiden, ob man glaubt oder forscht.

Ein Punkt, wo wir wahrscheinlich übereinstimmen, ist die Ablehnung von gewalttätigem, religiösem Fanatismus. Obwohl ich nicht sagen kann, ob dieses Verhalten richtig oder falsch ist, lehne ich es ab. Denn wenn wir nicht wissen, ob wir nach unserem irdischen Leben in den Himmel kommen, sollten wir das beste aus unserem Leben hier machen.

Grüße Juli

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