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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 32 Antworten
und wurde 1.838 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Seiten 1 | 2
Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

02.08.2012 22:22
Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Hallo zusammen,

da diese Begriffe schon in einem anderen Thema gefallen sind und ich mir im Moment viele Gedanken darum mache, wollte ich diese erst einmal mit euch klären.

Theismus ist für mich der Glaube an einen Gott

Atheismus ist nach der Wikipedia Definition der Glaube daran, dass es keinen Gott gibt.

Agnostizismus ist das Fehlen von Wissen über die Existenz eines Gottes und damit mit keinerlei Glauben an oder gegen einen Gott, sondern mit absoluter Entscheidungsunfähigkeit über diese Frage verbunden.

Agnostischer Atheismus oder auch atheistischer Agnostizismus ist die Haltung, dass wir über die Existenz Gottes grundsätzlich nichts aussagen können, er aber extrem unwahrscheinlicher Unfug ist. (Um das zu klären das andere Thema)

Könnt ihr mir da zustimmen?

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

Mithras Offline



Beiträge: 283

03.08.2012 00:12
#2 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

>>Agnostischer Atheismus oder auch atheistischer Agnostizismus ist die Haltung, dass wir über die Existenz Gottes grundsätzlich nichts aussagen können, er aber extrem unwahrscheinlicher Unfug ist. (Um das zu klären das andere Thema)<<

Also, ich bin dann Atheist: ich glaube nicht an irgendeinen von den Menschen verkündeten Gott. Einen solchen gibt es nicht, das kann ich für mich entscheiden.

Und ich bin Agnostizist: denn mir fehlt das Wissen über die Existenz einer universellen Wesensheit oder wie auch immer, weil sich ein solches Konstrukt meiner menschlichen Vorstellungskraft entzieht, ich aber nicht mit Absoluter Sicherheit deren Abwesenheit belegen kann. Hier bin ich Entscheidungsunfähig.

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Philosophierender Kommunist Offline




Beiträge: 539

03.08.2012 07:06
#3 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Der Kapitän im Beitrag #1
Hallo zusammen,

da diese Begriffe schon in einem anderen Thema gefallen sind und ich mir im Moment viele Gedanken darum mache, wollte ich diese erst einmal mit euch klären.

Theismus ist für mich der Glaube an einen Gott

Atheismus ist nach der Wikipedia Definition der Glaube daran, dass es keinen Gott gibt.

Agnostizismus ist das Fehlen von Wissen über die Existenz eines Gottes und damit mit keinerlei Glauben an oder gegen einen Gott, sondern mit absoluter Entscheidungsunfähigkeit über diese Frage verbunden.

Agnostischer Atheismus oder auch atheistischer Agnostizismus ist die Haltung, dass wir über die Existenz Gottes grundsätzlich nichts aussagen können, er aber extrem unwahrscheinlicher Unfug ist. (Um das zu klären das andere Thema)

Könnt ihr mir da zustimmen?

Also, so ganz stimmt das nicht.

Der Theismus bedeutet Glauben an einen oder mehrere personale/n, transzedente/n, über alles herrschende/n Gott/Götter. Das heißt, dass man z.B. zu Gott durch Beten Kontakt aufnehmen kann oder mit ihm "sprechen" kann. Es gibt nämlich auch den Deismus; das ist der Glaube an einen Gott, der zwar alles erschaffen hat, aber nicht in das Wirken seiner Schöpfung eingreift, z.B. durch Wunder.
Der Theismus schließt neben dem Monotheismus auch den Polytheismus ein.
Ich zitiere aus Wikipedia, falls ich es nicht verständlich genug ausgedrückt habe:
"Der Unterschied besteht im weiteren Verhalten Gottes. Während der Deismus annimmt, dass Gott nicht weiter in die Welt eingreift, nimmt der Theismus an, dass Gott jederzeit als Kausalursache in die Welt eingreifen kann. Für den Deisten dagegen gibt es keine Wunder (ein Ereignis, das den Naturgesetzen widerspricht), und letztlich auch keine Offenbarung. Ein späteres Eingreifen Gottes würde bedeuten, dass Gott bei der Schöpfung Fehler gemacht habe und daher eingreifen müsse. Dies würde nicht zu einem Gott passen, den man sich als vollkommen denkt. Ein Einfluss nehmender Gott, zum Beispiel wie im Buch Hiob, stünde ferner im Gegensatz zum freien Willen des Menschen."
Wenn du mich fragst, sind beide wahr, es ist wie die zwei Seiten einer Medaille. Je nach dem, ob du Kopf oder Zahl betrachtest, wird sich eine andere Seite der Münze zeigen.

Den Atheismus hast du richtig beschrieben. Ich würde aber noch ergänzen: der Glauben an keinen Gott und Götter. Atheisten glauben also auch nicht an mehrere Götter. Für sie gibt es ihrem Glauben nach einfach keinen übermächtigen Gott und auch keine Götter.

Den Agnostizismus hast du richtig beschrieben. Wobei das mit dem Agnostizismus etwas komplizierter ist. Agnostiker glauben daran, dass Gott weder zu beweisen noch zu widerlegen ist. Agnostizismus bedeutet einfach nichts weiter als Nichterkennbarkeit, wobei A- eine Vorsilbe für "nicht" ist und das "gnosti" sich vom Verb "gnoein" herleitet, welches "erkennen, wissen" bedeutet.
Es gibt verschiedene Abstufungen:
1) agnostischer Atheismus: Agnostische Atheisten glauben zwar nicht, dass es Gott oder Götter gebe, aber da sie behaupten nicht, dass es solche nicht gäbe, sondern nur, dass sie darüber nicht Bescheid wissen. Also sie haben sich dazu entschieden, nicht an irgendwelche Götter oder Gott zu glauben, aus welchem Grund auch immer, aber sie schließen die Existenz von Göttern oder Gott nicht aus. So, wie du in deinem Beitrag den "agnostischen Atheismus" beschrieben hast, stimmt es ja nicht ganz. Sie sagen ja nicht, dass es Unfug ist, sondern sie glauben einfach nicht an Gott oder Götter, ohne Gott oder Götter als Idee zu bewerten (positiv/negativ).
2) agnostischer Theismus: Das Gegenteil von 1). Sie glauben zwar an Gott/Götter, behaupten aber, es nicht zu wissen. Sie haben sich dazu entschieden, an einen Gott oder Götter zu glauben, aus welchem Grund auch immer, behaupten dennoch, es nicht zu wissen, ob es einen oder mehrere Götter gibt.
3) Apatheismus ("apathischer oder pragmatischer Agnostizismus"): Apatheisten sind der Meinung, dass die Frage der Existenz oder Nichtexistenz eines oder mehrerer Götter keine Rolle für das Leben des Einzelnen spielt. Also, sogar wenn es einen Gott oder mehrere Götter gäbe, wären sie für das Leben des einzelnen irrelevant.
4) Ignostizismus: Ignostiker sind solche, die die Frage nach der Existenz oder Nichtexistenz Gottes bedeutungslos finden, solange es keine kohärente Definition von Gott gibt. Diese Position finde ich am vernünftigsten, denn wie kann man über etwas reden, von dem man nicht weiß, was es genau bedeutet? Ignostizisten sind also solche, die zuerst einmal in Worten klar stellen wollen, wer oder was Gott ist, so dass sie danach für sich entscheiden können, ob es dann einen solchen Gott gibt oder nicht, weil sie eine Antwort auf die Frage nach der Existenz oder Nichtexistenz persönlich als unsinnig empfinden, solange sie nicht wissen, was mit Gott gemeint ist.
5) starker Agnostizismus ("harter, geschlossener, strenger, permanenter Agnostizismus"): Diese Sorte von Agnostikern ist der Ansicht, dass die Existenz von Gott/Göttern prinzipiell und für alle Zeiten für alle Menschen unerkennbar ist. Also die Pessimisten unter den Agnostikern, die die Erkenntnisfähigkeit des Menschen an sich als so unzulänglich und begrenzt sehen, dass der Mensch nie erfährt, ob es Gott/Götter gibt.
6) schwacher Agnostizismus ("weicher, offener, empirischer, temporaler Agnostizismus") : Diese Sorte von Agnostiker ist der Ansicht, dass die Existenz von Gott/Göttern für einen selbst oder momentan nicht erkennbar ist, aber in Zukunft erkennbar sein könnte. Also die Optimisten unter den Agnostikern, die a) die eigene Erkenntnisfähigkeit oder die Erkenntnisfähigkeit anderer Menschen als zulänglich genug bewerten, die Existenz von Gott oder Göttern vielleicht irgendwann zu erkennen oder aber auch b) den eigenen gegenwärtigen Zustand oder den gegenwärtigen Zustand der Unwissenheit anderer Menschen nicht als Grund sehen, die Existenz von Gott/Göttern zu erkennen, d.h. es mag sein, dass man selbst oder andere die Existenz von Gott oder Göttern vielleicht irgendwann in der Zukunft erkennt.
7) spiritueller Agnostizismus: Das sind Agnostiker, die ohne an Gott zu glauben, religiöse Praktiken pflegen. Also Menschen, die weder an die Existenz noch an die Nichtexistenz Gottes glauben, aber trotzdem religiöse Praktiken pflegen, weil sie vielleicht die Wirkung der jeweiligen Praktik auf die Seele als positiv empfinden.

Wie der Glaube, den du unter "agnostischer Atheismus" beschrieben hast, der zufälligerweise auch der Glaube von Mithras ist, bezeichnet wird, das weiß ich nicht. Hat vielleicht auch einen wissenschaftlichen Namen, den kenne ich aber nicht.


Uff, das reicht erst mal.
Ich hoffe, das hilft dir.
mfg

PS: Ich würde sogar noch weiter gehen und den Begriff der Erkenntnis eindeutig klarstellen wollen. Wann hat man etwas erkannt? Was muss alles sein, damit man etwas erkannt hat?

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

03.08.2012 14:24
#4 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Für den Gläubigen ist es letztendlich wurst, ob es den Gott, an den er glaubt, gibt
oder nicht gibt. Wichtig allein ist sein Glaube, denn der kann Berge versetzen, so der
Volksmund.
Frapierend in diesen Zusammenhang sind die umfangreichen Forschungen der letzte Jahre
über Placebos, Scheinmedikamente ohne jeglichen Wirkstoff.
Die Ergebnisse sind vielfach erstaunlich. Oft ist die Wirksamkeit realer Wirkstoffe
nur unerheblich besser als das Placebo.
Die Kraft des Glaubens an das Medikament verursacht häufig Heilung oder Besserung.
Die Wirkmechanismen des Glaubens sind dabei weitgehend unbekannt.

Philosophierender Kommunist Offline




Beiträge: 539

03.08.2012 23:48
#5 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #4
Für den Gläubigen ist es letztendlich wurst, ob es den Gott, an den er glaubt, gibt
oder nicht gibt. Wichtig allein ist sein Glaube, denn der kann Berge versetzen, so der
Volksmund.
Frapierend in diesen Zusammenhang sind die umfangreichen Forschungen der letzte Jahre
über Placebos, Scheinmedikamente ohne jeglichen Wirkstoff.
Die Ergebnisse sind vielfach erstaunlich. Oft ist die Wirksamkeit realer Wirkstoffe
nur unerheblich besser als das Placebo.
Die Kraft des Glaubens an das Medikament verursacht häufig Heilung oder Besserung.
Die Wirkmechanismen des Glaubens sind dabei weitgehend unbekannt.

Ich glaube, dass wir jetzt aneinander vorbeireden. Welche Bedeutung von Glauben meinst du?
In diesem Thread geht es mehr um Glauben im Sinne von "Für-Wahrscheinlich-Halten". Also die Existenz oder Nichtexistenz Gottes für hypothetisch wahrzuhalten.
Die Bedeutung, die du meinst, drückt Glauben im Sinne von Vertrauen, Überzeugung, Treue aus, v.a. im Kontext religiöser Bekenntnisse.
Das sind zwei Paar Schuhe.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

04.08.2012 13:18
#6 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Ich glaube, dass wir jetzt aneinander vorbeireden. Welche Bedeutung von Glauben meinst du?
In diesem Thread geht es mehr um Glauben im Sinne von "Für-Wahrscheinlich-Halten". Also die Existenz oder Nichtexistenz Gottes für hypothetisch wahrzuhalten.
Die Bedeutung, die du meinst, drückt Glauben im Sinne von Vertrauen, Überzeugung, Treue aus, v.a. im Kontext religiöser Bekenntnisse.
Das sind zwei Paar Schuhe.

Dann müßte man wohl den Begriff des Glaubens eindeutig definieren.
Der alte Luis Trenker wurde an seinem neunzigsten Geburtstag gefragt, ob er Angst
vor dem Sterben habe.
Der Alte, mit einem Glas Tiroler Roten und der unentbehrlichen Tabackspfeife,
lachte ganz herzlich und sagte:
Vor was soll ich Angst haben, ich habe volles Vertrauen zu meinem Herrgott.
Und ich glaube jetzt, daß man religiösen Glauben kaum nachempfinden kannst,
wenn man selbst Atheist oder Agnostiker ist.

Narr Offline



Beiträge: 146

04.08.2012 13:38
#7 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

@Reisender,
kannst du bitte deine Zitate kenntlich machen - so verliert man total die Übersicht wer was wo gesagt hat.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

04.08.2012 13:45
#8 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

@Reisender,
kannst du bitte deine Zitate kenntlich machen - so verliert man total die Übersicht wer was wo gesagt hat.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
@Narr
Danke für den Hinweis, geht es so?

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

04.08.2012 16:13
#9 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Im Rahmen der Wiener Vorlesungen diskutierten am 31. 5. 2011 die Physiker Walter Thirring und Anton Zeilinger sowie der Mediziner und Theologe Johannes Huber zum Thema „Baupläne und Materien der ‚Schöpfung‘“. Wissenschaftler befassen sich ihr Forscherleben lang mit begrenzten Detailfragen. Wenn sie in die Jahre kommen, beginnen sich viele von ihnen mit den Grundfragen des Lebens als Ganzem zu beschäftigen, stellte Prof. Hubert Christian Ehalt, Koordinator der Wiener Vorlesungen, schon eingangs fest.

Bemerkenswert war die Reaktion einiger Atheisten aus dem Publikum, die sich enttäuscht darüber zeigten, dass sich Wissenschaftler auch mit Glaubensfragen beschäftigen. Von Physikern hatten sie sich nicht diesen „religiösen Touch“ erwartet. Anton Zeilinger hatte betont, dass man als Wissenschaftler nur Agnostiker sein kann, sich als Mensch aber nicht dieser Beschränkung unterwerfen müsse. Trotzdem beharrte ein Zuhörer darauf, dass wohl Atheisten weniger unter Beweisdruck stünden als jene, die an Gott glauben. Damit konnte aber Zeilinger schon gar nichts anfangen, denn beweisen könne man ohnehin weder die eine, noch die andere Einstellung.

Der Kapitän Offline



Beiträge: 151

04.08.2012 19:56
#10 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zeilinger spricht wahre Worte!

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"Was passiert mit einer Wahrheit, der eine Wirklichkeit abhanden kommt, auf die sie sich beziehen könnte?" Julian Rödel

Philosophierender Kommunist Offline




Beiträge: 539

05.08.2012 03:15
#11 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #8
@Reisender,
kannst du bitte deine Zitate kenntlich machen - so verliert man total die Übersicht wer was wo gesagt hat.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
@Narr
Danke für den Hinweis, geht es so?

Du kannst auch die "Diesen Beitrag zitieren"-Funktion benutzen. Dazu musst, nachdem auf "antworten" geklickt hast und der Beitragsfenster erschienen ist, runterscrollen. Da siehst du die ganzen Beiträge des Forums zu dem jeweiligen Thread, die davor geschrieben worden sind, und zu jedem dieser Beiträge gibt es eine "Diesen-Beitrag-zitieren"-Funktion rechts oben.

Zitat von Reisender im Beitrag #9
Im Rahmen der Wiener Vorlesungen diskutierten am 31. 5. 2011 die Physiker Walter Thirring und Anton Zeilinger sowie der Mediziner und Theologe Johannes Huber zum Thema „Baupläne und Materien der ‚Schöpfung‘“. Wissenschaftler befassen sich ihr Forscherleben lang mit begrenzten Detailfragen. Wenn sie in die Jahre kommen, beginnen sich viele von ihnen mit den Grundfragen des Lebens als Ganzem zu beschäftigen, stellte Prof. Hubert Christian Ehalt, Koordinator der Wiener Vorlesungen, schon eingangs fest.

Bemerkenswert war die Reaktion einiger Atheisten aus dem Publikum, die sich enttäuscht darüber zeigten, dass sich Wissenschaftler auch mit Glaubensfragen beschäftigen. Von Physikern hatten sie sich nicht diesen „religiösen Touch“ erwartet. Anton Zeilinger hatte betont, dass man als Wissenschaftler nur Agnostiker sein kann, sich als Mensch aber nicht dieser Beschränkung unterwerfen müsse. Trotzdem beharrte ein Zuhörer darauf, dass wohl Atheisten weniger unter Beweisdruck stünden als jene, die an Gott glauben. Damit konnte aber Zeilinger schon gar nichts anfangen, denn beweisen könne man ohnehin weder die eine, noch die andere Einstellung.



Finde ich auch gut so. Diese Wissenschaftler trennen ihr Privatleben und ihre Arbeitsgrundsätze. Meiner Erachtens darf kein Gedanken- oder Glaubensmonopol herrschen. Ich bin sowieso der Meinung, dass sowieso viele Naturwissenschaftler oder Anhänger der Naturwissenschaften den Fehler machen, auf Grund der Erklärbarkeit der Schöpfung (bzw. der Dinge, klingt neutraler) Gott als überflüssig zu erachten. Da herrscht keine Kausalität. Vielleicht hat er gerade das vor, nämlich, dass wir seine Schöpfung entschlüsseln.
Manche Atheisten sind genau das, was sie Gläubigen vorwerfen, nämlich dogmatisch, engstirnig und gedanklich starr und unflexibel.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

05.08.2012 14:17
#12 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Wenn man sich umhört, waren beinahe alle wirklich großen Wissenschaftler Agnostiker.
Die klare Erkenntniss, über das innerste Wesen unserer Existenz keine gültige Aussage
machen zu können, ist sokratische Weisheit.
Mit dem ersten Schluck aus dem Becher der Wissenschaft wird man Atheist,
am Grunde des Bechers aber wartet Gott, so Heisenberg.
Wenn es hier im Forum Atheisten gibt, dann wohl nur aus dem Grund, weil keiner
jemals den Grund des Bechers der Wissenschaft geschaut hat.

Philosophierender Kommunist Offline




Beiträge: 539

05.08.2012 15:06
#13 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #12
Wenn man sich umhört, waren beinahe alle wirklich großen Wissenschaftler Agnostiker.
Die klare Erkenntniss, über das innerste Wesen unserer Existenz keine gültige Aussage
machen zu können, ist sokratische Weisheit.


Diesen Abschnitt finde ich super.

Zitat von Reisender im Beitrag #12

Wenn es hier im Forum Atheisten gibt, dann wohl nur aus dem Grund, weil keiner
jemals den Grund des Bechers der Wissenschaft geschaut hat.

Hier widerspreche ich dir. Ich kann die Atheisten gut verstehen. Ich lasse ihnen ihren Glauben. Objektivität und Toleranz ist sehr wichtig. Wir sollten uns eingestehen, dass es eine Sache des Glaubens ist und keiner weiß, ob es Gott gibt oder nicht. Von daher religiöse Toleranz. Keiner ist gefragt worden, ob er auf die Welt kommen wollte, also möge doch jeder jedem die Freiheit gewähren, an das zu glauben, was er möchte.
Ich finde, bevor hier jemand das Wort Gott benutzt, sollte er den Begriff definieren.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.189

06.08.2012 07:43
#14 Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Reisender
Mit dem ersten Schluck aus dem Becher der Wissenschaft wird man Atheist,
am Grunde des Bechers aber wartet Gott, so Heisenberg.
Wenn es hier im Forum Atheisten gibt, dann wohl nur aus dem Grund, weil keiner
jemals den Grund des Bechers der Wissenschaft geschaut hat.

Nach der Heisenberg-These haben Größen wie Dawkins, Hawking und Perlmutt also "nicht auf den Grund des Bechers der Wissenschaft geschaut", ah, ja....

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

06.08.2012 08:42
#15 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #12
Mit dem ersten Schluck aus dem Becher der Wissenschaft wird man Atheist, am Grunde des Bechers aber wartet Gott, so Heisenberg.
Wenn es hier im Forum Atheisten gibt, dann wohl nur aus dem Grund, weil keiner jemals den Grund des Bechers der Wissenschaft geschaut hat.


Wenn Wissenschaftler von einem Gott sprechen, werden Gläubige gerne hellhörig. Was die Wissenschaftler genau damit meinen, ist dann völlig egal, Hauptsache "Gott" wird nicht angzweifelt.

Einstein sagte einmal: "Gott würfelt nicht." Diesen Ausspruch zitieren heute noch gerne allerlei Gläubige, um diesen bekannten Wissenschaftler als Unterstützer für ihren individuellen Glauben heranzuziehen.

Was Einstein mit Gott wirklich meinte, wird nie von Gläubigen zitiert:"Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger, aber doch reichlich primitiver Legenden. [...] Für mich ist die unverfälschte jüdische Religion wie alle anderen Religionen eine Inkarnation des primitiven Aberglaubens. Und das jüdische Volk, zu dem ich gern gehöre und mit dessen Mentalität ich tief verwachsen bin, hat für mich doch keine andersartige Qualität als alle anderen Völker."

Auf dem Grund des Bechers wartet eine Gottesdefinition, die sich komplett von dem religiösen Kinderglauben unterscheidet.


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"Ich kann mit den religiösen Mythen grundsätzlich nichts anfangen, schon
weil sich die Mythen der verschiedenen Religionen widersprechen. Es ist
doch reiner Zufall, daß ich hier in Europa und nicht in Asien geboren bin,
und davon kann doch nicht abhängen, was wahr ist, also auch nicht, was
ich glauben soll. Ich kann doch nur glauben, was wahr ist."
(Werner Heisenberg, "Positivismus, Metaphysik und Religion" 1952)

Philosophierender Kommunist Offline




Beiträge: 539

10.08.2012 14:43
#16 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Eigentlich könnten wir tun, was wir wollten, wenn es Gott nicht gibt. Wieso tun wir es trotzdem nicht?

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

10.08.2012 15:06
#17 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Philosophierender Kommunist im Beitrag #16
Eigentlich könnten wir tun, was wir wollten, wenn es Gott nicht gibt. Wieso tun wir es trotzdem nicht?


Innerhalb unserer biologischen, sozialen und kulturellen Grenzen tun wir doch, was wir wollen,
ob mit oder ohne Gott.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.189

10.08.2012 15:22
#18 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von PK
Eigentlich könnten wir tun, was wir wollten, wenn es Gott nicht gibt. Wieso tun wir es trotzdem nicht?

Weil Moral und Gesetz aus der menschlichen Gesellschaft herauskommen und nicht von Gott.
Wenn du besoffen nachts um drei durch die Straßen torkelst und Howard-Carpendale-Lieder grölst, kommt sehr bald ein stabil gebauter Anrainer und haut dir eine auf die Nuss. Unangenehm. Die gesammelten schlechten Erfahrungen und Ahnungen domestizieren dich. SO geht das mit dem Liebsein.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Philosophierender Kommunist Offline




Beiträge: 539

10.08.2012 15:23
#19 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #17
Zitat von Philosophierender Kommunist im Beitrag #16
Eigentlich könnten wir tun, was wir wollten, wenn es Gott nicht gibt. Wieso tun wir es trotzdem nicht?


Innerhalb unserer biologischen, sozialen und kulturellen Grenzen tun wir doch, was wir wollen,
ob mit oder ohne Gott.

Als ob diese Grenzen dann noch eine Rolle spielen. Nennen wir das Kind beim Namen. Der Menschen ist des Menschen Wolf, nur dass wir uns künstliche Grenzen erschaffen, damit die Menschheit sich nicht komplett ausrottet.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

10.08.2012 16:35
#20 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Philosophierender Kommunist im Beitrag #19
Zitat von Reisender im Beitrag #17
Zitat von Philosophierender Kommunist im Beitrag #16
Eigentlich könnten wir tun, was wir wollten, wenn es Gott nicht gibt. Wieso tun wir es trotzdem nicht?


Innerhalb unserer biologischen, sozialen und kulturellen Grenzen tun wir doch, was wir wollen,
ob mit oder ohne Gott.

Als ob diese Grenzen dann noch eine Rolle spielen. Nennen wir das Kind beim Namen. Der Menschen ist des Menschen Wolf, nur dass wir uns künstliche Grenzen erschaffen, damit die Menschheit sich nicht komplett ausrottet.


Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust.
Die Vitalis oder Emotionalseele, die den Willen zur Macht darstellt,
den Macht heißt Fressen, Sex und Sicherheit.
Das ist unser tierisches Erbe.
Die geistige oder mentale Seele ist nur veranlagt und erhält durch ein
zeitl.-kult. Paradigma ihre Prägung.Mit der jeweiligen Sprache und Kultur
prägen sich unser Ethos.
Das ist unser metaphysisches oder göttliches Erbe.
In diesen Spannungsfeld vollzieht sich nun unser Leben.

Philosophierender Kommunist Offline




Beiträge: 539

10.08.2012 17:02
#21 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #20
Zitat von Philosophierender Kommunist im Beitrag #19
Zitat von Reisender im Beitrag #17
Zitat von Philosophierender Kommunist im Beitrag #16
Eigentlich könnten wir tun, was wir wollten, wenn es Gott nicht gibt. Wieso tun wir es trotzdem nicht?


Innerhalb unserer biologischen, sozialen und kulturellen Grenzen tun wir doch, was wir wollen,
ob mit oder ohne Gott.

Als ob diese Grenzen dann noch eine Rolle spielen. Nennen wir das Kind beim Namen. Der Menschen ist des Menschen Wolf, nur dass wir uns künstliche Grenzen erschaffen, damit die Menschheit sich nicht komplett ausrottet.


Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust.
Die Vitalis oder Emotionalseele, die den Willen zur Macht darstellt,
den Macht heißt Fressen, Sex und Sicherheit.
Das ist unser tierisches Erbe.
Die geistige oder mentale Seele ist nur veranlagt und erhält durch ein
zeitl.-kult. Paradigma ihre Prägung.Mit der jeweiligen Sprache und Kultur
prägen sich unser Ethos.
Das ist unser metaphysisches oder göttliches Erbe.
In diesen Spannungsfeld vollzieht sich nun unser Leben.

Unsinn. Wenn ich mir manche Menschen anschauen, besitzen sie die von dir sogenannte geistige oder mentale Seele gar nicht, sondern sind nur animalisch. Und von denen gibt es eine ganze Menge, das kannst du mir glauben.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

10.08.2012 17:11
#22 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Zitat von Philosophierender Kommunist im Beitrag #21
Zitat von Reisender im Beitrag #20
Zitat von Philosophierender Kommunist im Beitrag #19
Zitat von Reisender im Beitrag #17
Zitat von Philosophierender Kommunist im Beitrag #16
Eigentlich könnten wir tun, was wir wollten, wenn es Gott nicht gibt. Wieso tun wir es trotzdem nicht?


Innerhalb unserer biologischen, sozialen und kulturellen Grenzen tun wir doch, was wir wollen,
ob mit oder ohne Gott.

Als ob diese Grenzen dann noch eine Rolle spielen. Nennen wir das Kind beim Namen. Der Menschen ist des Menschen Wolf, nur dass wir uns künstliche Grenzen erschaffen, damit die Menschheit sich nicht komplett ausrottet.


Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust.
Die Vitalis oder Emotionalseele, die den Willen zur Macht darstellt,
den Macht heißt Fressen, Sex und Sicherheit.
Das ist unser tierisches Erbe.
Die geistige oder mentale Seele ist nur veranlagt und erhält durch ein
zeitl.-kult. Paradigma ihre Prägung.Mit der jeweiligen Sprache und Kultur
prägen sich unser Ethos.
Das ist unser metaphysisches oder göttliches Erbe.
In diesen Spannungsfeld vollzieht sich nun unser Leben.

Unsinn. Wenn ich mir manche Menschen anschauen, besitzen sie die von dir sogenannte geistige oder mentale Seele gar nicht, sondern sind nur animalisch. Und von denen gibt es eine ganze Menge, das kannst du mir glauben.


Glaub ich ja, glaub ich ja.
In der östlichen Philosophie stellt ein Methapher den Menschen mit
Körper, Seele und Geist als einen Wagen da mit Pferden und den Wagenlenker.
Wenn der Wagenlenker schläft, bestimmen die Pferde Tempo und Richtung der Reise
und häufig geht dann der Wagen zu bruch.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

13.08.2012 14:22
#23 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

Robert Andrews Millikan (1868-1953)
Amerikanischer Physiker, Nobelpreisträger 1923

"Leute, die wenig von Wissenschaft wissen, und Leute, die wenig von Religion verstehen, mögen sich einmal streiten, und die Zuschauer mögen denken, da streiten sich nun die Wissenschaft und der Glaube, während es sich in der Tat um einen Zusammenstoß zwischen zwei Arten von Unwissenheit handelt."

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

13.08.2012 17:40
#24 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

"Agnostiker" belügen sich doch selbst.
Es gibt praktisch keine Agnostiker!
Vor Jahren schon hatten wir das ausführlichst hier durchdiskutiert.
Entweder man glaubt an einen Gott oder nicht - im ersten Fall ist man kein Atheist und im zweiten Fall ist man zwingend Atheist!
Man kann aber zwischen starkem und schwachen Atheismus unterscheiden.
Man kann auch glauben, dass es keinen Gott gibt und ist dann eben ein "starker Atheist" oder besser Antitheist.
Alle anderen, die nicht glauben, sind Atheisten und eben keine Agnostiker.
Die Bequemlichkeitsformel der "Agnostiker", das eben überhaupt nicht zu wissen, ist nichts anderes als verlogen!
Der Agnostiker will nicht wissen ob er an einen Gott glaubt?

Das Gegenteil von Theismus ist Antitheismus und eben nicht Atheismus!
Theisten und Antitheisten sind aber unbedingt auch immer Gläubige, während Atheisten nicht glauben.
Atheismus ist also der richtige Begriff für Agnostizismus und Agnostizismus gibt es überhaupt nicht!

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

13.08.2012 19:40
#25 RE: Theismus - Atheismus - Agnostizismus antworten

@Lukrez

Ich sehe das anders, kann aber dein Wortgeplänkel auch nicht ganz nachvollziehen.

Für mich ist im Grunde jeder Atheist, der halbwegst ehrlich zu sich selber und zur logischen Denkweise ist auch immer ein Stück Agnostiker.
Du kannst ja nicht zu 100 % wissen, das es kein wie auch immer geartetes höheres Wesen gibt, das man als Gott bezeichnen könnte.

Es ist im agnostischen Sinne wirklich nicht im Bereich des Wissens oder Nicht-Wissens. Es ist nicht prüfbar.
Man sollte hier nur von Annäherungen sprechen, oder Wahrscheinlichkeiten.

Wenn du zu 100 % sagts, "es gibt keinen Gott" ist das schon im Grunde eine Art, eine "endgültige Wahrheit" aufzustellen.
Und dagegen kann ich als Spektiker aus tiefstem Herzen nur widersprechen.

Das heißt nicht, das ich glaube das es einen Gott gibt, oder ich mir eine Hintertür auflassen möchte.
Mein Herz sagt mir auch "es gibt ihn nicht" aber mein Verstand zwingt mich, dem nicht Klärbarem zumindest den Raum der geringsten Wahrscheinlichkeit zu geben.

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