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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 477 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Faramud Offline




Beiträge: 9

21.09.2012 15:28
Kritische Betrachtung Antworten

Ich grüße Euch!

Ich bin diesem Forum beigetreten mit der Frage im Kopf, was Religion wirklich bedeutet. Ist es nicht so, dass es im Grunde nur um eine Reflexion des "Nichtverstehens" seiner Umwelt handelt - sprich eine Art Rechtfertigung, Unbegreifliches in einen Rahmen zu stecken, damit der Verstand mit diesem Defizit arbeiten kann? In meinen Augen ist die Verehrung einer Gottheit doch nur die Unfähigkeit, mit dem Leben und seinen Gedanken zurechtzukommen und somit Gegebenes zu akzeptieren. Unser Gehirn sucht immer eine Erklärung für alles und jeden, und wenn es an die natürlichen Grenzen stößt, dann wird schnell etwas "Höheres" herbeigezaubert. Also im Grunde die Verantwortung für das eigene Handeln weg schieben und sich auf Dinge berufen, die eine große Gruppe aufgrund von Traditionen als allgemein gültig erklärt - also die Bibel, der Koran etc.
Mir kommt es so vor, als würden wir immer noch in der Steinzeit feststecken und nicht eins und eins zusammenzählen. Warum kann man sich nicht auf den Moment besinnen und sich die Realität vor Augen führen?

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.379

21.09.2012 17:09
#2 Kritische Betrachtung Antworten

Religion ist das Nachglühen atavistischer Philosophie und Handlungsdirektiven diktatorischer Stämme und Staaten, sehe ich auch so.

Noch heute sagen die Gläubigen, Beten brächte ihnen Halt und Trost. Wir haben aber als Alternative dazu die Analyse und das richtige Handeln dazugelernt. Sowas bietet mehr Halt und Trost. Und bietet außerdem die Chance zur Befreiung aus dem Elend. Und das nicht erst im Jenseits.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

02.10.2012 09:53
#3 RE: Kritische Betrachtung Antworten

Ob die Neigung vieler Menschen, sich vieles Unverstandene übersinnlich erklären zu wollen, tatsächlich nur "das Nachglühen atavistischer Philosophie und Handlungsdirektiven diktatorischer Stämme und Staaten" ist, darf mit Fug und Recht und nach allen Erfahrungen, auch mit dem Kommunismus, bezweifelt werden.

Der Aberglaube - d.h. der Glaube daran, dass es Geister, Hexen, Teufel oder Engel gibt, die übermenschliche Kräfte besitzen, heilen oder zerstören können, erschaffen und vernichten und sich sogar über die Gesetze der Natur (Naturgesetze) hinwegsetzen können (Götter sind dabei keine Ausnahme, im Gegenteil, sie sind der Gipfel solcher Denk-Exzesse), ist im Menschen wohl vorgegeben, seit er denken und sich demzufolge auch etwas aus-denken kann und seit er seine Gedanken anderen mitteilen kann.

Letzteres sorgt für die unendliche Ausbreitung der seltsamsten Ideen und Geisteskonstrukte.

Kritisch muss angemerkt werden, dass die derzeitige Konstruktion und nahezu absolute Fixierung der Gesellschaft (des Staates, der Wirtschaft, des Handels, der Pseudowissenschaften oder der Medien) auf Besitz und Geld den Aberglauben regelrecht fördert. Dabei geht jede naturwissenschaftlich-sachliche und objektive Bildung des Volkes den Bach hinunter in Richtung finsterstes Mittelalter.

Faramud sieht es auch goldrichtig, wenn er meint, dass wir immer noch in der Steinzeit feststecken und lieber an übersinnliche, wenn auch unmögliche Wunder glauben, als "eins und eins zusammenzuzählen".

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„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.379

02.10.2012 12:42
#4 Kritische Betrachtung Antworten

Zitat von Klimsch
(...) darf mit Fug und Recht und nach allen Erfahrungen, auch mit dem Kommunismus, bezweifelt werden.

Mit dem Kommunismus hat die Menschheit noch keine Erfahrungen. Du meinst wahrscheinlich den Stalinismus. Aber ich verstehe den Zusammenhang nicht.

Zitat
Der Aberglaube

Für den Gläubigen ist es ernsthafter Glaube - also eigentlich Wissen. Und für den Ungläubigen Aberglaube. Also etwas, worüber man schmunzeln kann. Was man abtut: Aberglaube. Aber beidem - dem Aberglauben wie dem Glauben - liegt eine Bereitschaft zur irrationalen Realitätsreflexion zugrunde. Als Glaubender sollte man den Aberglauben nicht so abfällig behandeln. Man sollte sich erstmal lieber selbstkritisch an die eigene Nase fassen.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

03.10.2012 17:04
#5 RE: Kritische Betrachtung Antworten

Zitat
Gysi:
"Für den Gläubigen ist es ernsthafter Glaube - also eigentlich Wissen. Und für den Ungläubigen Aberglaube. Also etwas, worüber man schmunzeln kann. Was man abtut: Aberglaube. Aber beidem - dem Aberglauben wie dem Glauben - liegt eine Bereitschaft zur irrationalen Realitätsreflexion zugrunde. Als Glaubender sollte man den Aberglauben nicht so abfällig behandeln. Man sollte sich erstmal lieber selbstkritisch an die eigene Nase fassen."



Kennst du den Unterschied zwischen Glaube und Wissen?
Einer glaubt, die Erde sei hohl und drin sei die Hölle oder sonstwas,
der andere weiß es tatsächlich besser.

Glaube, dass es Götter, Geister etc. gibt, ist kein Wissen, sondern Aberglaube.
Ich weiß ich weiß, die Kirche beurteilt es anders, das aber wohl nur, weil es sie schon so lange gibt und weil das so viele glauben.
Der Unterschied zwischen Götterglaube und sonstigem Aberglauben ist nicht so groß wie manche behaupten.

Glaube ist z.B. auch, und zwar purer Aberglaube, dass eine bestimmte Zahl oder die Richtung der Katze, wenn sie die Straße überquert, Glück bringt.
Solche Sachen sind durch nichts belegbar, also Aberglaube.

Ich glaube auch, und zwar z.B., dass es den Menschen nicht gelingen wird, eine gerechte und friedliche Welt zu organisieren. Ich weiß es nicht, aber Aberglaube ist das deswegen noch lange nicht, sondern eher eine begründete Vermutung.

Ich hab mich früher viele Jahre nicht zu einer klaren Meinung über eine eventuelle Götterexistenz durchringen können. Die Realität zeigt aber ganz klar und eindeutig, und das über lange lange Zeiträume, dass da eben nichts ist, was uns steuert, lenkt, erschafft oder beendet. Wie soll das funktionieren?

Und nebenbei: ich reflexiere die Realität nicht irreal, sondern viel eher so real wie möglich.
Die Gläubigen reflexieren alles unter der (allerdings nur eingebildeten, also irrealen) Voraussetzung, dass es Götter (einen Gott) gibt.
Sie gehen von einer Annahme aus, deren Realität sie sich erhoffen und erwünschen, je länger sie daran denken umso mehr.
Dass das Ganze tatsächlich nur eingebildet ist, kommt ihnen umso weniger in den Sinn, je länger sie auf dieser gedanklichen und Gefühlsschiene fahren.
Dabei benutzen sie die absurdesten Begründungen.

Über die kann ich allerdings tatsächlich nur schmunzeln.

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„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.379

03.10.2012 17:43
#6 Kritische Betrachtung Antworten

Ja. Klimsch. Den NN verband ich immer mit einem Gläubigen. Hab ich mich da also vertan. Oder hast du dich einfach nur verändert? Ist ja auch schon was länger her, dein letzter Auftritt hier.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

04.10.2012 11:47
#7 RE: Kritische Betrachtung Antworten

Zitat
Gysi:
Ja. Klimsch. Den NN verband ich immer mit einem Gläubigen. Hab ich mich da also vertan. Oder hast du dich einfach nur verändert? Ist ja auch schon was länger her, dein letzter Auftritt hier.



Zunächst:
Was meinst du mit NN?

netto netto,
nomen nescio,
nomen nominandum,
Normal-Null
oder
nomen novum?

Wer sich Änderungen verschließt, versteinert und ist nur zu bedauern.
Selbst mit knapp 70 kann man noch dazulernen, aber Atheist bin ich und werde es sicherlich immer bleiben.
Meine Grundhaltung gegenüber Religion (oder auch in anderen Lebensstrategien und Sichtweisen) hat sich allerdings nicht verändert.
Ich habe z.B. Michel Onfrays "Wir brauchen keinen Gott" mit Interesse gelesen und finde seine Aussage

"Der Glaube an einen gewalttätigen, eifersüchtigen, intoleranten und streitlustigen einzigen Gott hat deutlich mehr Hass, Leid und Tod hervorgebracht als Frieden."

Wie könnte man dieser Feststellung angesichts der neuesten Entwicklungen "im islamischen Sektor" der Welt widersprechen?

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„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.379

04.10.2012 12:48
#8  Kritische Betrachtung Antworten

Ja, dann trügt mich meine Erinnerung. Dass das passieren kann, muss man leider immer wieder mal einräumen.

NN heißt Nickname.

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