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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 748 mal aufgerufen
 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
StillillBill Offline




Beiträge: 220

18.10.2012 14:53
Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Zitat
Kritischer Vortrag über den Buddhismus und die Person des 14. Dalai Lama Tendzin Gyatsho anlässlich dessen Besuch in Österreich. Der Psychologe und Sozialpädagoge Colin Goldner referiert über die Hintergründe des tibetischen Buddhismus und die vermeintliche Menschenfreundlichkeit des Dalai Lama. Der Vortrag spannt einen Bogen von dem repressiven feudalistischen Mönchsregime, welches vor dem Einmarsch der Chinesen Tibet regiert hatte, über den Aufstieg des Dalai Lama als „Kämpfer für die Menschenrechte", bis zu seinen Verbindungen zu faschistischen Sektenführern und der politisch Rechten in Österreich.



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„Seit er meinen Bruder kreuzigen ließ, um sich mit mir zu versöhnen,weiß ich, was ich von meinem Vater zu halten habe.“
Theodor Weißenborn

Und Jahwe war mit Juda, so daß er das Bergland eroberte. Die Bewohner der Ebene nämlich vermochte er nicht zu vertreiben, weil sie eiserne Wagen besaßen.
Richter 1:19

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

18.10.2012 19:34
#2 RE: Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Eine Stunde dreißig ist mir dann doch etwas lang, aber wer glaubt, das im Buddhinsmus und in Tibet alles Gold ist was glänzt,
der hat sicher einen zu kurzen Blick.

Vllt. sehe ich mir das Video ein anderes Mal an.

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Nichts ist wahr, alles ist erlaubt! Die Realität ist das, was du daraus machst!

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.990

19.10.2012 08:35
#3 Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Ich bin mit dem Redner eins: Die chinesische Führung ist nicht das Pralle. Aber die Motivation zur Okkupation 1950 war korrekt!

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

19.10.2012 12:16
#4 RE: Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #3
Ich bin mit dem Redner eins: Die chinesische Führung ist nicht das Pralle. Aber die Motivation zur Okkupation 1950 war korrekt!


Du meinst, das war der Wille des tibetischen Volkes?

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.990

19.10.2012 14:52
#5 Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Zitat von Reisender
Du meinst, das war der Wille des tibetischen Volkes?

Weiß ich nicht. Eine Abstimmung zur Okkupation wird es nicht gegeben haben. Aber die feudalistische, quasi qottesstaatliche Herrschaft der Lama-Klasse wird das Volk auch nicht gehabt haben wollen. => Ausbeutung, Unterdrückung, fehlende Bildung, besonders für Mädchen. Laufende Vergewaltigungen durch diese Mönche. Ein Mädchen galt nichts!
Ich habe noch nie gehört, dass der aktuelle Dalai Lama diese Zeit vor 1950 je mal verurteilt hatte!

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Reisender Offline



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19.10.2012 14:57
#6 RE: Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #5

Zitat von Reisender
Du meinst, das war der Wille des tibetischen Volkes?
Weiß ich nicht. Eine Abstimmung zur Okkupation wird es nicht gegeben haben. Aber die feudalistische, quasi qottesstaatliche Herrschaft der Lama-Klasse wird das Volk auch nicht gehabt haben wollen. => Ausbeutung, Unterdrückung, fehlende Bildung, besonders für Mädchen. Laufende Vergewaltigungen durch diese Mönche. Ein Mädchen galt nichts!
Ich habe noch nie gehört, dass der aktuelle Dalai Lama diese Zeit vor 1950 je mal verurteilt hatte!



Heinrich Harrer, ein östereichischer Alpinist, der sieben Jahre in Tibet lebte und Berater des
noch jugendlichen Dalai Lama wurde, beschreibt das Leben in Tibet sehr viel anders.
Du solltes wohl nicht alles glauben was Du denkst.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.990

19.10.2012 15:10
#7 Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Zitat von Reisender
Du solltes wohl nicht alles glauben was Du denkst.

Ich sauge mir diese Geschichten nicht aus meiner Phantasie zusammen. So übel kann ich gar nicht selbständig denken... Ich habe von diesen Geschichten aus verschiedenen Quellen gehört, u.a. auch von Goldner.

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StillillBill Offline




Beiträge: 220

19.10.2012 15:15
#8 RE: Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Ich hab früher auch immer geglaubt, dass der tibetische Buddhismus friedfertig ist, bis ich dann irgendwann vom Kalachakra-Ritual hörte:

http://www.trimondi.de/Kalachakra/dec.dt.htm

Zitat
Über die geheimen Riten des Kalachakra Tantra darf bei Androhung von mittelalterlichen Strafen für Leib und Seele von Uneingeweihten nicht diskutiert werden. Wer dessen okkulte Geheimnisse ausplaudert, dem werden "Kopf und Herz zerspringen" und er wird in den tiefsten Höllen schmoren. Das hat seinen guten Grund, denn in den acht höchsten Initiationen kommen Dinge zur Sprache, die einem humanistischen Wertesystem konträr widersprechen. (Michael Henss – Kalachakra – ein tibetisches Einweihungsritual – Zürich 1985, 46)



Das Kalachakra-Tantra ist alles andere als pazifistisch, sondern es prophezeit und fördert ideologisch einen blutigen Religionskrieg zwischen Buddhisten und Nicht-Buddhisten um die Weltherrschaft (Shambhala-Mythos).



Als Gegner des Buddhismus nennt der Text explizit die "Führer" der drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam): "Adam, Henoch, Abraham, Moses, Jesus, der im weißen Gewand [Mani], Mohammed und Mathani [der Mahdi]". Das Kalachakra-Tantra bezeichnet sie als "die Familie der dämonischen Schlangen". (Shri Kalachakra I. 154)



Das Kalachakra-Tantra richtet sich demnach gegen alle Religionen, die einen semitischen Ursprung haben, und wurde aus diesem Grunde von rechts-radikalen, antisemitisch eingestellten Kreisen für ihre rassistische Propaganda in Dienst genommen.



Das Kalachakra-Tantra beschwört einen globalen Krieg zwischen der islamischen und nicht-islamischen Welt, in dem die Anhänger Mohammeds als die Hauptgegner der Buddhisten herausgestellt werden. Der Original-Text spricht davon, dass das "machtvolle, gnadenlose Idol der Barbaren, die dämonische Inkarnation" in Mecca lebt. (Shri Kalachakra I. 154) Von den Hauptgegnern des kommenden Shambhala-Königs, Rudra Chakrin ("zorniger Raddreher") erfahren wir, dass sie mleccha heißen, das bedeutet sowohl "Barbaren", als auch die "Einwohner Mekkas". Ein weiterer Kalachakra Kommentar spricht von Rudra Chakrin als dem "Töter der Mlecchas".



Seitenlang und mit Begeisterung fürs Detail werden im Kalachakra-Tantra mörderische Superwaffen, über welche die buddhistische Shambhala Armee verfügt und die sie gegen die "Feinde der Lehre" einsetzt, beschrieben. (Shri Kalachakra I. 128 – 142) Moderne lamaistische Kommentatoren dieser Rüstungsphantasien ergehen sich in spektakulären Vergleichen mit Waffengattungen aus dem 20. und 21. Jahrhundert.



Die buddhistische Kriegsführung in den Shambhala-Schlachten richtet sich offensichtlich nicht nach den Grundsätzen des Völkerrechts, sondern gilt im Originaltext als "gnadenlos" und "grausam". "Die äußerst wilden [buddhistischen] Krieger werden die barbarische Horde niederwerfen" und "eliminieren." – heißt es im Originaltext. (Shri Kalachakra I. 163/165)



Alle Teilnehmer an einer Kalachakra-Initiation haben das fragwürdige Recht als "Shambhala-Krieger" wiedergeboren zu werden, um in der prophezeiten Endschlacht je nach Rang als Fußvolk oder als Offiziere zu kämpfen. Für die "Reinkarnationen" hoher Lamas sind jetzt schon die Posten im Generalstab vergeben. (E. Bernbaum – Der Weg nach Shambhala – Auf der Suche nach dem sagenhaften Königreich im Himalaya – Hamburg 1982, 252, 35)



Nach einer Vision des tibetischen Lamas Kamtrul Rinpoche ist es der reinkarnierte Dalai Lama selbst, der als zorniger Feldherr (Rudra Chakrin) die buddhistischen Heere in der Shambhala-Schlacht anführen wird, um "alles Böse im Universum" zu unterwerfen. Propagandisten des Kalachakra-Tantra vertreten einen primitiven Märtyrer-Kult, der demjenigen moslemischen Djihad-Kämpfer ähnelt: Wer während des Shambhala Krieges erschlagen wird, erhält als Belohnung einen garantierten Eintritt in das Shambhala Paradies. (E. Bernbaum – Der Weg nach Shambhala – Auf der Suche nach dem sagenhaften Königreich im Himalaya – Hamburg 1982, 253)



Das Kalachakra-Tantra fördert auf allen Ebenen das Denken und Handeln in Feindbildern und propagiert, ganz im Gegenteil zur Ursprungslehre des historischen Buddha (Theravada-Buddhismus) und zu den ethischen Forderungen des Mahayana-Buddhismus, den Krieg zwischen den "Guten" und den "Bösen", zwischen den "Gläubigen" und den "Ungläubigen".



Das Kalachakra-Tantra beinhaltet eine buddhokratische Staatslehre. Diese ist, staatsrechtlich gesehen, noch "theokratischer" als das Theokratieverständnis des fundamentalistischen Islams, denn der buddhistische "Chakravartin" (Weltenherrscher) wird als direkte "Inkarnation" oder "Emanation" des Höchsten Buddha (Adi-Buddha), als wandelnder "Gottmensch" auf Erden, angesehen, während der "Kalif" nur der "Stellvertreter" Gottes (Allahs) auf Erden ist, dem nicht einmal der Rang eines "Propheten" zukommt.



An der Spitze des autoritativen buddhokratischen Kalachakra-Staates residiert auf dem "Löwenthron" ein absoluter "Priesterkönig" (Chakravartin), der die religiöse, politische, juridische und militärische Macht in Personalunion vereinigt. Die "bürgerliche Gewaltenteilung" ist hier etwas völlig Unbekanntes. Wer die staatsrechtliche Position der Dalai Lamas im traditionellen Tibet (bis 1959) kennt, der weiß, dass das Amt des tibetischen "Gottkönigs" dem eines Chakravartin en miniature entspricht. Die recht fragwürdigen und halben Demokratisierungsreformen, die der XIV. Dalai Lama unter den Exiltibetern durchgeführt hat, werden durch die buddhokratischen staatspolitischen Konsequenzen aus dem Kalachakra-Tantra wieder zunichte gemacht.



Der Anspruch auf die buddhokratische Weltherrschaft ist eine explizite Forderung des Kalachakra-Tantra. Auch hier haben wir ein fundamentalistisches Pendant zu islamistischen Weltherrschaftsansprüchen. Wenn sich beide Systeme in einer blutigen Endschlacht als Todfeinde gegenüberstehen sollten, dann ergibt sich das aus der Logik ihres theokratischen bzw. buddhokratischen Absolutismus.



Moderne Buddhokratie-Visionen für unseren gesamten Planeten, die vom XIV. Dalai Lama begrüßt werden, beruhen auf den Grundlagen des Kalachakra-Tantra. Siehe hierzu Robert A. Thurmans Buch – Revolution von Innen – Die Lehren des Buddhismus oder das vollkommene Glück. (1999), wo der Autor die autoritative, politische Theorie eines "Buddhaversums" entwickelt. Thurman, der von Time Magazine als das "Sprachrohr des Dalai Lama" in den USA bezeichnet wird, sah schon 1979 in einem Traum den tibetischen Kirchenfürsten als "Zeitgott" über dem Waldorf Astoria Hotel in New York thronen, während um ihn herum "die große Schar der Honoratioren – Bürgermeister, Senatoren, Firmenvorstände und Könige, Scheiche und Sultane, Prominente und Stars" herumschwirrten, "mitgerissen vom Strudel der 722 tanzenden Gottheiten [des Kalachakra-Tantra....] umschwärmten [sie] gleichsam wie Bienen im Nadelstreifen eine riesige Honigwabe."



Das Kalachakra-Tantra fordert in den geheimen höheren Einweihungsstufen die bedingungslose und grenzenlose Unterwerfung unter den absoluten Willen des ausführenden Gurus (im gegeben Fall des Dalai Lamas als dem höchsten Kalachakra-Meister). Das "Ich-Bewusstsein" und die Persönlichkeit des Initianten werden Schritt um Schritt ausgelöscht, um ihn in ein menschliches Gefäß für die zum Teil kriegerischen und aggressiven tantrischen Gottheiten und Buddhawesen umzuwandeln. Im Kalachakra-Tantra findet demnach keine "Veredelung", "Verklärung" oder "Integration" des Individuums, sondern dessen systematische "Vernichtung" zugunsten eines kodifizierten religiösen Musters statt.



In den geheimen acht höchsten Einweihungen des Kalachakra-Tantra soll der Initiant durch extreme mentale und physische Übungen in einen Zustand "jenseits von Gut und Böse" versetzt werden. Der Original-Text fordert ihn deswegen zu folgenden Untaten und Verbrechen auf: töten, lügen, stehlen, die Ehe brechen, Alkohol trinken, sexuell mit Mädchen aus den Unterklassen verkehren. Wie in allen anderen Tantras auch kann dies sowohl symbolisch als auch wörtlich verstanden werden. Selbst der XIV. Dalai Lama legitimiert es, wenn ein Kalachakra-Adept - unter bestimmten Umständen - Menschen tötet, "die der [buddhistischen] Lehre Schaden zufügen" und "sich anschicken, abscheuliche und unheilvolle Handlungen zu begehen". Er verlangt jedoch, dass dies aus "Mitgefühl" geschehen müsse. (Dalai Lama – The Kalachakra Tantra – Rite of Initiation – London 1985, S. 348 ff.; dt. Kalachakra-Tantra - Berlin 2002, S. 365) Das im ursprünglichen Buddhismus ausgesprochene absolute Tötungsverbot wird hier durchbrochen.



In den höchsten magischen Initiationen werden sogenannte "unsaubere Substanzen" benutzt. Das Kalachakra-Tantra empfiehlt den Genuss von Fleischarten verschiedener tabuisierter Tiere. Auch Menschenfleisch (maha mamsa) kommt als Ritualsubstanz zur Anwendung. Gewöhnlich stammt es von Toten und ist das "Fleisch von denen, die aufgrund ihres eigenen Karmas starben, die in der Schlacht aufgrund ihres schlechten Karmas oder aufgrund eigener Fehler getötet wurden." - schreibt der tantrische Großmeister und Shambhala König Pundarika in seinem traditionellen Kalachakra Kommentar und führt fort, dass es sinnvoll sei, diese Substanzen in der Form von Pillen zu sich zu nehmen. Das Fleisch von unschuldigen Menschen, die von ihren Mördern als Gottesopfer, aus Furcht, innerhalb eines Ahnenkultes, aus Begierde (Gewinnsucht) oder gegen Lohn getötet wurden, ist mit "unaussprechlicher Sünde" behaftet und darf im Ritual nicht verwendet werden. "Aber, wenn etwas davon ungefragt in die Bettelschale fällt, ist es ohne unaussprechliche Sünde" – und darf deswegen benutzt werden. (In: John Ronald Newman - The outer wheel of time: Vajrayana buddhist cosmology in the Kalacakra Tantra - Madison 1987, 266 f.)



Das Kalachakra-Tantra trägt morbide Charakterzüge. Zahlreiche, der in den Zeremonien verwendeten Ritualgegenstände stammen von Toten (Schalen aus Menschenschädel, Trompeten aus Beinknochen, Knochenketten). Schon ein Blick auf das große Kalachakra Thangka (Wandbild), das während der Zeremonie ständig über dem Thronsitz des XIV. Dalai Lama hängt, kann einen von dem zornvollen Charakter dieses Rituals überzeugen. Der darauf dargestellte Zeitgott "Kalachakra" und seine Gefährtin, die Zeitgöttin "Vishvamata", die sich stehend sexuell vereinigen, halten in ihren insgesamt 32 Händen 24 Gegenstände von aggressiver, morbider und kriegerischer Natur (Haken, Schwert, Hackmesser, Trommeln und Gefäße aus Schädelschalen, eine Art Zepter, dessen Spitze drei abgeschlagene Menschenköpfe zieren usw.)



In den höchsten geheimen Einweihungen des Kalachakra-Tantra finden sexualmagische Riten statt, deren Ziel es ist, "Sexualität" in weltliche und spirituelle Macht zu transformieren. Die dabei benutzten realen oder imaginierten Frauen (beides ist möglich) stellen spezifische Energieformen dar, wobei das Alter eine wichtige Rolle spielt. Man beginnt mit 10-jährigen Mädchen. Bis zum 20. Lebensjahr repräsentieren die Sexualpartnerinnen positive Eigenschaften. Sind sie älter, dann gelten sie als negative Energieträger von Zorn, Wut, Hass usw. und als "Dämoninnen". In der 8. bis 11. Einweihungsstufe des Kalachakra-Tantra wird nur mit "einer" Frau sexualmagisch experimentiert, in der 12. bis 15. Einweihungsstufe, dem sogenannten Ganachakra, nehmen neben dem Meister und dem Initianten insgesamt 10 Frauen an dem Ritual teil. Es ist die Pflicht des Schülers, seinem Lama die Frauen als "Geschenk" anzubieten. "Laien", die in das Ritual angeweiht werden, sollen ihre weiblichen Verwandten (Mutter, Schwester, Ehefrau, Tochter, Tanten usw.) darbringen. "Wenn der Schüler diese Weisheitsgefährtinnen nicht seinem Meister übergibt, um seine Familie zu schützen, dann darf [der Meister] dieses Ritual nicht durchführen." – ist im Kalachakra Mûlatantra zu lesen. Konsekrierte Mönche und Novizen dagegen dürfen mit ihnen nicht-verwandte Frauen aus den verschiedenen Kasten verwenden. Im geheimen Ritual selber experimentieren die Partizipanten mit dem männlichen und weiblichen Samen (Sperma und Menstruationsblut). Frauen gelten im Kalachakra-Tantra als bloße "Energiespender" für den männlichen Praktikanten und spielen nach Beendigung des Rituals keine Rolle mehr. (Siehe hierzu: Nâropâ – Iniziazione Kâlacakra – Roma 1994)



Das Kalachakra-Tantra hat im gegenwärtigen Zeitalter, welches nach den Lehren des Lamaismus dem apokalyptischen Untergang entgegenstürzt (Kali-Yuga), insbesondere einen destruktiven und aggressiven Charakter. Es gibt darin spezielle Riten, welche die Vernichtung der Welt durch Symbolakte und Meditationen beschleunigen sollen. "Was ist Kalachakrayana [der "Weg des Kalachakra]?" - fragt einer der besten Fachleute auf dem Gebiet der Tantrismus, der Inder Shashi Bhusan Dasgupta und antwortet vielsagend - "Das Wort Kala bedeutet Zeit, Tod und Zerstörung. Kala-Chakra ist das Rad der Zerstörung."

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Theodor Weißenborn

Und Jahwe war mit Juda, so daß er das Bergland eroberte. Die Bewohner der Ebene nämlich vermochte er nicht zu vertreiben, weil sie eiserne Wagen besaßen.
Richter 1:19

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

19.10.2012 15:27
#9 RE: Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Golners Buch löste eine Reihe äußerst kontrovers geführter Disskussionen aus.
In Tibet war er wohl selbst nie, nur einige Zeit in Nepal als Entwicklungshelfer.
Er ist verschworener Atheist und einem Vertreter des Priester-Königtums nicht freundlich verbunden.
Das alte Tibet war wohl sehr vielschichtiger als Goldners Buch.

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

19.10.2012 22:10
#10 RE: Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Ich habe nun den Film komplett gesehen.

Zu dem politischen und geschichtlichen Sachen kann auch ich, wie ich gestehen muss wenig Stellung nehmen.
Aber ich denke schon, das es in guter Ansatz ist, auch mal die andere Seite zu hören.

Gesellschaftlich war in Tibet sicher nicht alles Gold was glänzt, und ich kann mir durchaus vorstellen,
das die beschriebenen Verhältnisse nicht aus der Nase gezogen sind.

Auch das die Unterdrückung und die Menschenrechtsverletzungen nicht speziell auf Tibet gerichtet sind,
ist denke ich ein Punkt den man sich vergegenwärtigen sollte. China ist ein Land dem demokratische
Verhältnisse fremd sind. Das bekommt die ganze Bevölkerung zu spüren, wie man immer mal wieder in den
Nachrichten sieht.

Auch die wirtschaftlichen Interssen der Westländer liegen auf der Hand und man muss kein Wirtschaftsweiser
sein um das zu erkennen.

Daruber hinaus muss man sich über die Verbindung des tibetischen Buddhismus zu Mystizsmus und Esoterik
keine falschen Vorstellungen machen. Das das hänebüchener okkulter Unsinn ist, darüber muss man sich nicht streiten.

Ich bin nach wie vor ein Mensch, der den philosophischen Kern des Buddhismus sehr interessant findet.
Aber spätestens seit dem ich vor ein paar Jahren das Tibetische Totenbuch gelesen haben, hat sich mein Bild
des tibetischen Buddhismus stark relativiert.

Der Zen Buddhismus ist wie ich finde ein "besserer" Zugang zum Buddhismus und zeigt deutlich,
das okkulte Handlungen und Geisterbeschwörungen mit dem Kern des Buddhismus wenig zu tun haben.

Auch der "Appel" an die Jenigen, die glauben sie seien Buddhisten, nur weil sein mal einen Ratgeber gelesen haben
und sich einen free Tibet Button ans Revers heften, fand ich sehr gelungen. Das sind in der regel Leuten,
die sich mit der Materie nur so weit befassen, bis sie etwas interessantes gefunden haben, das ihnen gefällt, um
die Fahne nach dem Wind zu hissen. Das Bild bleibt dann aber oberflächig.

Es gibt sicher einiges, das man in Frage stellen kann und was einer genauern Überprüfung bedürfen würde,
aber im Großen und Ganzen fand ich den Beitrag sehr gelungen.

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

18.02.2013 17:02
#11 RE: Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Im Westen prägen schweigend meditierende Mönche mit kahl geschorenen Köpfen das populäre
Bild des Buddhismus. Der religiöse Alltag ist bei den Buddhisten jedoch genau so wirr und
voller Aberglauben wie bei allen anderen Religionen.
Wer heute einen buddhistischen Tempel in Thailand besucht, sähe sich einen Szenario gegenüber, dass mit der Lehre
des Buddha nicht das geringste zu tun hat.
Vor dem Tempel stehen Straßenhändler mit kleinen Vögeln, die in Käfige eingesperrt sind. Die Gläubigen kaufen
diese Vögel und lassen sie frei, um ihr Mitgefühl zu demonstrieren und spirituelle Verdienste zu erlangen.
Später werden die Vögel wieder eingefangen und an den nächsten Kunden verkauft. Andere reiben Blattgold an den großen
Buddha-Statuen. Im Tempel knistern die Schafgarbestengel zur Orakel-Befragung. Sind die Vorhersagen günstig, und das sind
sie immer, kaufen sie gleich vor dem Tempel ein Lotterielos und kehren mit dem Gefühl, ein guter Buddhist zu sein nach Hause
zurück.
Wie bei allen Religionen sind die üblichen Praktiken ein spiritueller Trost für jene, die davon abhängig sind und erfüllen
eine wichtige soziale Funktion, haben aber nichts mit den tiefen mystischen Erkenntnissen eines Buddha zu tun.

Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

18.02.2013 21:25
#12 RE: Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #11
Im Westen prägen schweigend meditierende Mönche mit kahl geschorenen Köpfen das populäre
Bild des Buddhismus. Der religiöse Alltag ist bei den Buddhisten jedoch genau so wirr und
voller Aberglauben wie bei allen anderen Religionen.
Wer heute einen buddhistischen Tempel in Thailand besucht, sähe sich einen Szenario gegenüber, dass mit der Lehre
des Buddha nicht das geringste zu tun hat.
Vor dem Tempel stehen Straßenhändler mit kleinen Vögeln, die in Käfige eingesperrt sind. Die Gläubigen kaufen
diese Vögel und lassen sie frei, um ihr Mitgefühl zu demonstrieren und spirituelle Verdienste zu erlangen.
Später werden die Vögel wieder eingefangen und an den nächsten Kunden verkauft. Andere reiben Blattgold an den großen
Buddha-Statuen. Im Tempel knistern die Schafgarbestengel zur Orakel-Befragung. Sind die Vorhersagen günstig, und das sind
sie immer, kaufen sie gleich vor dem Tempel ein Lotterielos und kehren mit dem Gefühl, ein guter Buddhist zu sein nach Hause
zurück.
Wie bei allen Religionen sind die üblichen Praktiken ein spiritueller Trost für jene, die davon abhängig sind und erfüllen
eine wichtige soziale Funktion, haben aber nichts mit den tiefen mystischen Erkenntnissen eines Buddha zu tun.


Sehr wahrscheinlich ist auch Buddha selbst eine identifikativ-idealistische Projektion.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

19.02.2013 13:29
#13 RE: Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Zitat von Geodei im Beitrag #12
Zitat von Reisender im Beitrag #11
Im Westen prägen schweigend meditierende Mönche mit kahl geschorenen Köpfen das populäre
Bild des Buddhismus. Der religiöse Alltag ist bei den Buddhisten jedoch genau so wirr und
voller Aberglauben wie bei allen anderen Religionen.
Wer heute einen buddhistischen Tempel in Thailand besucht, sähe sich einen Szenario gegenüber, dass mit der Lehre
des Buddha nicht das geringste zu tun hat.
Vor dem Tempel stehen Straßenhändler mit kleinen Vögeln, die in Käfige eingesperrt sind. Die Gläubigen kaufen
diese Vögel und lassen sie frei, um ihr Mitgefühl zu demonstrieren und spirituelle Verdienste zu erlangen.
Später werden die Vögel wieder eingefangen und an den nächsten Kunden verkauft. Andere reiben Blattgold an den großen
Buddha-Statuen. Im Tempel knistern die Schafgarbestengel zur Orakel-Befragung. Sind die Vorhersagen günstig, und das sind
sie immer, kaufen sie gleich vor dem Tempel ein Lotterielos und kehren mit dem Gefühl, ein guter Buddhist zu sein nach Hause
zurück.
Wie bei allen Religionen sind die üblichen Praktiken ein spiritueller Trost für jene, die davon abhängig sind und erfüllen
eine wichtige soziale Funktion, haben aber nichts mit den tiefen mystischen Erkenntnissen eines Buddha zu tun.


Sehr wahrscheinlich ist auch Buddha selbst eine identifikativ-idealistische Projektion.



Die Buddhisten berufen sich auf die Lehren des Siddhartha Gautama, der in Nordindien lebte, nach den heute in der Forschung vorherrschenden Datierungsansätzen im 5. und möglicherweise noch im frühen 4. Jahrhundert v. Chr. Er wird als „historischer Buddha“ bezeichnet, um ihn von mythischen Buddha-Gestalten zu unterscheiden, die nicht historisch bezeugt sind. „Buddha“ (wörtlich „Erwachter“) ist ein Ehrentitel, der sich auf ein Erlebnis bezieht, das als Bodhi („Erwachen“) bezeichnet wird. Gemeint ist damit nach der buddhistischen Lehre eine fundamentale und befreiende Einsicht in die Grundtatsachen allen Lebens, aus der sich die Überwindung des leidhaften Daseins ergibt. Diese Erkenntnis nach dem Vorbild des historischen Buddha durch Befolgung seiner Lehren zu erlangen, ist das Ziel der buddhistischen Praxis.

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

18.03.2013 19:33
#14 RE: Colin Goldner: Hinter dem Lächeln des Dalai Lama antworten

Ich finde nach wie vor, das der Buddhismus eine sehr tiefe philosophische Erkenntnis vermitteln kann.
Aber diese ist selbstverständlich auch wieder "nur" subjektiv, und in der Gesellschaft mit sehr viel
Humbug überlagert, im Westen wie im Fernen Osten.

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