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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 389 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

31.07.2013 21:13
Glaube ist eine Ersatzwirklichkeit für alles was wir nicht wissen und nicht verstehen. Antworten

Wissen ist ein Austausch von Informationen. Was damit auch klar bedeutet: das Wissen ist nicht Macht ist. Denn Wissen ist nie vollständig. Glaube ist in diesem Sinne aber auch ein Filter der Wahrnehmung. Besonders wenn Glaube in Zusammenhang mit ideellen Werten zur Welterklärung und Identitätsaufwertung belastet ist, wird Glaube zu einem Konfliktgenrator. Deswegen weil Glaube in diesem Sinne zum Projektionsinstrument von Idealen, absoluten Wahrheiten und als Grundlage (Prämisse) für hehere Ursachen wird, die durch die Beweislastumkehrung der Idealisten nur schwer mit sachlichen Argumenten auf den Boden der Wirklichkeit zurückgeholt werden können.
Aber nicht nur das. Im Glaube projeziert der Mensch auch Antiideale, als negative Qualitätsrefernz, die von den Gläubigen auch durch sie Beweislastumkehrung belastet werden.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.466

01.08.2013 08:44
#2 Glaube ist eine Ersatzwirklichkeit für alles was wir nicht wissen und nicht verstehen. Antworten

Es gibt den religiösen Glauben und den Glauben, der ganz bewusst die spekulative Ableitung aus gegebenen Informationen ist. Wir kommen ohne Glauben nicht aus, wie spekulieren ständig. Wir fußen den Glauben auf Wahrscheinlichkeiten oder Vertrauen. Ich war noch nie in den USA. Aber ich glaube trotzdem, dass da vor New York die Freiheitsstatue steht. Die Belege sind erdrückend. Wir glauben und vertrauen. Sonst könnten wir einpacken.
Man darf aber auch glauben, dass der Gottglaube auf die irrige Annahme zurückgeht, dass das Verhältnis unserer Schöpfung zum "Schöpfer" mit dem Verhältnis von uns zu unseren Produktionen gleichzusetzen ist. Und man darf wissen, dass Zweifelsverbot den Weg zur Erkenntnis verbaut. Sprich: Religion ist kein guter Glaube.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

01.08.2013 14:43
#3 RE: Glaube ist eine Ersatzwirklichkeit für alles was wir nicht wissen und nicht verstehen. Antworten

Natürlich glauben wir und zwar Informationen.
Aus diesem Grunde ist Glaube nicht das gleiche wie glauben. Glaube bedeutet "festhalten" wollen, an einer aus sehr unvollständigen und unsicheren Informationen erstellten Vorstellung.
Die Freiheitsstatue ist inzwischen eine sehr vollständige Information. Niemand muss also erst an "Die Freiheitsstatue" glauben. Wie man überhaupt nicht erst an etwas glauben muss, was als mehrfach gesichertes Wissen gilt.

Dafür, Information zu glauben, die als nicht gesichert gelten, gibt es keine Notwendigkeit.
Vor allem dann, wenn diese ungesicherten Informationen sich auf besondere Werte und deren slebt Bekundungen beziehen schon gar nicht.
Denn Werte beziehen sich immer auf die Wert-Schätzung durch jemanden und der kann auch einen misserablen Geschmack haben, oder ein besonderes egozentrischen Geltungsbedürfnis. Bei solcherlei Artgenossen ist der Glaube immer Teil ihres vermeintlich heheren Selbstwertes oder zumindest der Beweis für einen solchen. ;-) Der Umgang mit solchen Mitmenschen, die sich im Glauben in Werten spiegeln, die sie selber projizieren, wird auf die Dauer sehr anstrengend, wenn man selber für diese Projektionen kein besonderes Interesse zeigt.

Außerdem kann man an stelle von "glauben" auch einfach nur "annehmen", vermuten, "sich ziemlich sicher sein", "sehr zuversichtlich sein". Wie und wo würden wir leben, wenn echtes wissenchaftliches Denken nicht davon ausgehen würde, dass jeder Glaube zuerstmal nur falsch sein kann. Wo würde uns die Wissenschaft hinführen, wenn sich wissenchaftliches Denken darin begründen würde, dass man zuerst mal nach schlüssigen Beweisen dafür suchen muss, ob es sich viel-leicht nicht doch nur um ein Wunder handelt?

Glaube steht also nur für ideelle WERTzuweisungen, die aber immer sehr geschmacksbezogen sind und ohne Gegenreferenzwerte nicht auskommen. Gerade aber was diese angeht, sind Endlos-Konflikte im Glauben unvermeidlich.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.466

01.08.2013 15:05
#4 Glaube ist eine Ersatzwirklichkeit für alles was wir nicht wissen und nicht verstehen. Antworten

Zitat von Geodei
Außerdem kann man an stelle von "glauben" auch einfach nur "annehmen", vermuten, "sich ziemlich sicher sein", "sehr zuversichtlich sein".

So ist der Begriff des Glaubens möglicherweise ursprünglich auch gemeint gewesen und hat sich im Laufe der Jahrhunderte, Jahrtausende in die Richtung entfremdet, wie er heute ist. Keine Ahnung. Aber interessant wäre es schon, davon mehr zu wissen.
Der Unterschied von Glauben und Wissen waren vielleicht nicht so scharf im Bewusstsein der Menschen verankert - zu einer Zeit, als die Wissenschaft gegenüber der Religion erst eine ganz schwache Pflanze war.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

01.08.2013 15:59
#5 RE: Glaube ist eine Ersatzwirklichkeit für alles was wir nicht wissen und nicht verstehen. Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #4
[quote="Geodei"]
Der Unterschied von Glauben und Wissen waren vielleicht nicht so scharf im Bewusstsein der Menschen verankert - zu einer Zeit, als die Wissenschaft gegenüber der Religion erst eine ganz schwache Pflanze war.


Wir Menschen sind von Natur aus darauf fixiert, unsere Wahrnehmung bevorzugt darauf zu fokussieren, was von uns WERT ist. "Glaube" ist dabei ein natürlicher Primär-Filter. (pirmär-Prim-itiv)

Stellen wir uns Steppen und Wüsten des mittleren Ostens vor 5 - 10-tausend Jahren vor. Stellen wir uns darin vereinzelte Nomaden-Sippen vor, die in dieser gefähhlichen Ödnis manchmal wochenlang keiner anderen "Menschenseele" begegneten. Und dann plötzlich, hat man sich viel zu erzählen.
Wir Menschen wüssten eigentlich, dass wir unsere Erinnerungen öfter mal ein bisschen beschönigen und oft auch ein kleines bisschen anders ergänzen, als sie sich wirklich zugetragen haben. Und wenn dann die gehörten Geschichten weitererzählt, dann ergänzt und verschönert man sie immer noch gerne ein bisschen, denn wer will schon anderen eine blöde langweilige Geschichte erzählen. Oder gar eine, die jemanden mindestens zur Hälfte in ein unehrenhaftes Licht stellt.

Dass in diesem Sinne den begeisterten Zuhörern auch öfter mal Geschichten erzählt wurden, die in sich frei erfunden und aber von der normalen menschlichen Kreativität an Legenden und deren interessanten Figuren angelehnt waren, um bei den gespannten Zuhörern besonders viel Aufmerksamkeit zu ergattern, war sicher auch keine Seltenheit.

Du sollst Vater und Mutter und deren Lieblingsverwandten uneingeschränkt glauben, das ehrt sie.
Das wurde in diesem Geschichten-Zusammenhang sicher besonders geschätzt. Und wer von den lieben Zuhörerlein diese Geschichten kritiklos glaubte und auch noch detaillierte Fragen dazu hatte, der galt beim Besuch als ein besonders gut erzogener Nachwuchs. Dass wir genau deswegen heute noch immer unkritischen Glauben zu dem man auch noch detaillierte Fragen stellt, als eine besonders Gute Erziehung wertschätzen, liegt einfacher auf der Hand, als man vielleicht glauben möchte. ;-)

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