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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 45 Antworten
und wurde 2.034 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Seiten 1 | 2
Flat ( gelöscht )
Beiträge:

06.10.2013 10:50
#26 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #25
Das habe ich mir schon gedacht.



Moin,

ja, aber das klingt so ein bisschen negativ. Der Talmud ist fester und wichtiger Bestandteil der jüdischen Lehre. Er wird nur gern von Christen (und auch Atheisten) ignoriert, die rein auf die christliche Bibel schauen.

Zitat von Gysi im Beitrag #25
Sind die erst des Nachdenkens würdig, wenn sie mit den noachidischen Weisungen eine größere Schnittmenge ergeben? Höre besser in deine Interpretationen hinein. Da bist DU. Und DA steckt der Zunder drin!


Natürlich nicht. Aber wenn ich in mich hineinfühle und Deine Aussagen deshalb schlicht für falsch halte, hier aber feststelle, dass es eben doch diese Schnittmenge gibt, dann ist es doch nicht so erstaunlich, wenn es nachdenken auslöst, oder?

Und irgendwie versuchst Du, mich und meinen Glauben trennen zu können. Das ist aber eine Einheit. Und das eben genau deshalb, weil ich in mich hinein höre. Ich bin ja nicht hineingeboren oder hineinerzogen worden sondern habe mich für diesen ja eher seltenen Weg ganz bewusst entschieden. Weil ich ihn als richtig vom Verstand und Gefühl her ansehe.

Ich habe da ganz tief in mich hinein gefühlt.

Und ich halte weiterhin Deine Interpretation des Menschen für viel zu optimistisch. Ich sehe nicht viel, worauf sich deine Interpretation stützen kann. Da scheint nich viel mehr Glauben bei Dir zu sein als bei mir.
Was aber doch eigentlich sehr schön ist. Nur halte ich deine daraus gezogenen Rückschlüsse bezüglich Glaube für falsch.

Tschüss

Jörg

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.189

06.10.2013 11:13
#27 das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Flat
Und ich halte weiterhin Deine Interpretation des Menschen für viel zu optimistisch. Ich sehe nicht viel, worauf sich deine Interpretation stützen kann. Da scheint nich viel mehr Glauben bei Dir zu sein als bei mir.
Was aber doch eigentlich sehr schön ist. Nur halte ich deine daraus gezogenen Rückschlüsse bezüglich Glaube für falsch.

Ist Gottes Schöpfung wirklich ein derartiges Ausschussprodukt?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

06.10.2013 13:30
#28 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #27

Zitat von Flat
Und ich halte weiterhin Deine Interpretation des Menschen für viel zu optimistisch. Ich sehe nicht viel, worauf sich deine Interpretation stützen kann. Da scheint nich viel mehr Glauben bei Dir zu sein als bei mir.
Was aber doch eigentlich sehr schön ist. Nur halte ich deine daraus gezogenen Rückschlüsse bezüglich Glaube für falsch.
Ist Gottes Schöpfung wirklich ein derartiges Ausschussprodukt?



Wenn man die Geschichte wörtlich nimmt, wie es das exoterische Christentum mehrheitlich wohl tut,
dann ist die Schöpfung vollkommener Schrott. Ein Gott-Vater, der seine Kinder so schlecht erzogen hat,
dass sie sich seit Menschengedenken hauptsächlich gegenseitig die Birne einschlagen.

Das mystische-esoterische Gottesbild ist aber etwas völlig anderes.
Bei Meister Eckart ist Gott ein reines Nichts, und der Gottesfunke im Menschen ist sein schöpferisches Potential, mit dem er
in völliger Freiheit umgehen kann.
Angelus Silesius sagt zb. zu Gott:
Das Gott ist, weiß man nicht. Er ist nicht Licht, nicht Geist,
Nicht Wahrheit, Einheit, Eins, nicht was man Gottheit heißt.
Nicht Weisheit, nicht Verstand, nicht Liebe, Wille, Güte.
Kein Ding, kein Unding auch, kein Wesen, kein Gemüte.
Er ist, was ich und du und keine Kreatur,
Eh wir geworden sind, was er ist, nie erfuhr.

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.189

06.10.2013 13:53
#29 das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Reisender
Bei Meister Eckart ist Gott ein reines Nichts, und der Gottesfunke im Menschen ist sein schöpferisches Potential,

Na, da kommen wir der Sache doch schon näher.

Die Genesis ist nur ein Gleichnis, so wie sie Sintflut-Geschichte auch. Und warum sind die sehr authentisch geschriebenen Kriegsberichte Moses' da eingestreut? Ach, weiß der Fuchs. Und die Hölle ist doch gar nicht die Hölle, Luzifer nicht der Teufel, Harmagedon wird doch gar kein richtiger Endzeitkrieg sein, sondern all das ist nur symbolisch gemeint! Ach so. Dann braucht es nur noch einen kleinen Schritt, um zu erklären, dass Gott nur das Symbol für menschliche Potenziale ist, die nach etwas Vollkommenheit streben! Gott ist der Frieden, die Liebe, der perfekte Staat, das perfekte Gesetz. So kommen wir der Sache schon näher!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

06.10.2013 16:33
#30 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Das Gottesverständnis der Mystiker hat sehr schön Angelus Silesius ausgedrückt:

Gott lebt nicht ohne mich

Ich weiß, daß ohne mich Gott nicht ein Nu kann leben;
Werd ich zunicht, er muß von Not den Geist aufgeben.

Der Mensch ist Ewigkeit

Ich selbst bin Ewigkeit, wenn ich die Zeit verlasse
Und mich in Gott und Gott in mich zusammenfasse.

Die Zeit ist Ewigkeit

Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit,
So du nur selber nicht machst einen Unterscheid.

Der Himmel ist in dir

Halt an, wo laufst du hin, der Himmel ist in dir;
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.


(Angelus Silesius aus "Der Cherubinische Wandersmann")

Für die wahren Mystiker hatte ich schon immer viel übrig.

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Flat ( gelöscht )
Beiträge:

06.10.2013 16:39
#31 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Moin,

Zitat von Gysi im Beitrag #27
Ist Gottes Schöpfung wirklich ein derartiges Ausschussprodukt?


der Eindruck drängt sich leider manchmal auf.

Nein, der Mensch ist nicht schlecht. Aber er ist insgesamt weit von Deiner Idealvorstellung entfernt.

Tschüss

Jörg

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.189

06.10.2013 16:58
#32 das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Flat
ein, der Mensch ist nicht schlecht. Aber er ist insgesamt weit von Deiner Idealvorstellung entfernt.

Mag ja sein. Aber kommt er auch nicht dahin?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

06.10.2013 18:15
#33 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Lukrez im Beitrag #30
Das Gottesverständnis der Mystiker hat sehr schön Angelus Silesius ausgedrückt:

Gott lebt nicht ohne mich

Ich weiß, daß ohne mich Gott nicht ein Nu kann leben;
Werd ich zunicht, er muß von Not den Geist aufgeben.

Der Mensch ist Ewigkeit

Ich selbst bin Ewigkeit, wenn ich die Zeit verlasse
Und mich in Gott und Gott in mich zusammenfasse.

Die Zeit ist Ewigkeit

Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit,
So du nur selber nicht machst einen Unterscheid.

Der Himmel ist in dir

Halt an, wo laufst du hin, der Himmel ist in dir;
Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.


(Angelus Silesius aus "Der Cherubinische Wandersmann")

Für die wahren Mystiker hatte ich schon immer viel übrig.


Die letzte Wahrheit teilt sich in Ost und West auf dem inneren Weg mit,
diese Aussage wird dem Buddha zugeschrieben.
Das ist Mystik und das ist der innere Kern jeder Religion.
Die vielen Konfessionen mit ihren Ansprüchen sind die schillernden Verpackungen
und streben im Grunde nur nach politischer Macht.

Geodei ( gelöscht )
Beiträge:

06.10.2013 19:45
#34 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Flat im Beitrag #31
Moin,

Zitat von Gysi im Beitrag #27
Ist Gottes Schöpfung wirklich ein derartiges Ausschussprodukt?


der Eindruck drängt sich leider manchmal auf.

Nein, der Mensch ist nicht schlecht. Aber er ist insgesamt weit von Deiner Idealvorstellung entfernt.

Tschüss

Jörg



Schlecht oder nicht schlecht. Der Mensch ist immer auf seinen Vorteil bedacht und ob das schlecht oder gut ist, hängt davon ab, zu welcher Konfliktpartei er gehört.

Der ideale Mensch ist einfach menschlich. Leider aber will er meist mehr sein, als nur menschlich. Er weis oft besser, was sein Gott will, als dieser selbst.

In der Schöpfungsgeschichte, die wohl Juden und Christen annähernd gleich haben, will er sein wie Gott. Allwissend und allmächtig. Er "glaubt" der Schlange, dem Sinnbild der Lüge und des Betrugs. Der Glaube, scheint des Menschen Lieblingsbeschäftigung zu sein, um nicht einfach nur ein gewöhnlicher menschlicher Mensch zu bleiben.
Nein, er will Jude, Christ, Moslem oder sonst ein höher gestellter Auserwählter sein. einfach nur ein bedeutungsloser Mensch unter vielen, ist ihm zu wenig.

Aber vielleicht ist er gerade deswegen weit jenseits des Ideals eines Menschen. ;)

Flat ( gelöscht )
Beiträge:

07.10.2013 08:07
#35 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Geodei im Beitrag #34

In der Schöpfungsgeschichte, die wohl Juden und Christen annähernd gleich haben, will er sein wie Gott. Allwissend und allmächtig. Er "glaubt" der Schlange, dem Sinnbild der Lüge und des Betrugs. Der Glaube, scheint des Menschen Lieblingsbeschäftigung zu sein, um nicht einfach nur ein gewöhnlicher menschlicher Mensch zu bleiben.
Nein, er will Jude, Christ, Moslem oder sonst ein höher gestellter Auserwählter sein. einfach nur ein bedeutungsloser Mensch unter vielen, ist ihm zu wenig.

Aber vielleicht ist er gerade deswegen weit jenseits des Ideals eines Menschen. ;)


Moin,

ich interpretiere die Schöpfungsgeschichte etwas anders. Ist ein Mensch ohne die Erkenntnis von gut und böse überhaupt ein Mensch? Ich habe da meine Zweifel. Insofern hätte der Mensch durch den Sündenfall sein richtiges Menschsein erst erlangt. Allerdings hat ihn diese Erkenntnis bis zum heutigen Tage deutlich überfordert. Ich denke, dass wir Menschen dazu noch sehr reifen müssen (womit Gysis Frage wohl auch beantwortet wäre).

Und ein Jude sieht sich nicht als höhergestellter Auserwählter. Ein Jude hat nach seinem eigenen Glauben Dir als Nichtjude gegenüber eigentlich nur Nachteile. Er muss sich nach 613 Geboten richten, für Nichtjuden gelten hingegen nur 7 Weisungen. Und ein Nichtjude, der sich an diese 7 Weisungen hält, gilt im jüdischen Glauben sogar oft als besser als ein Jude.

Mal folgendes Bild: In einer Bundeswehrkaserne ist Toilettenreinigung angesagt. Sicherlich eine notwendige und sinnvolle Aufgabe. Dazu werden 2 Soldaten ausgewählt. Sie sind sicherlich für eine wichtige Sache Auserwählte. Aber sind sie höher gestellt? Ohne den Vergleich jetzt überzustrapazieren (Judentum ist sicherlich keine Kloreinigung), aber Auserwählt sein alleine bedeutet zunächst noch nichts.

Tschüss

Jörg

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

07.10.2013 16:24
#36 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Flat im Beitrag #35
Zitat von Geodei im Beitrag #34

In der Schöpfungsgeschichte, die wohl Juden und Christen annähernd gleich haben, will er sein wie Gott. Allwissend und allmächtig. Er "glaubt" der Schlange, dem Sinnbild der Lüge und des Betrugs. Der Glaube, scheint des Menschen Lieblingsbeschäftigung zu sein, um nicht einfach nur ein gewöhnlicher menschlicher Mensch zu bleiben.
Nein, er will Jude, Christ, Moslem oder sonst ein höher gestellter Auserwählter sein. einfach nur ein bedeutungsloser Mensch unter vielen, ist ihm zu wenig.

Aber vielleicht ist er gerade deswegen weit jenseits des Ideals eines Menschen. ;)


Moin,

ich interpretiere die Schöpfungsgeschichte etwas anders. Ist ein Mensch ohne die Erkenntnis von gut und böse überhaupt ein Mensch? Ich habe da meine Zweifel. Insofern hätte der Mensch durch den Sündenfall sein richtiges Menschsein erst erlangt. Allerdings hat ihn diese Erkenntnis bis zum heutigen Tage deutlich überfordert. Ich denke, dass wir Menschen dazu noch sehr reifen müssen (womit Gysis Frage wohl auch beantwortet wäre).

Und ein Jude sieht sich nicht als höhergestellter Auserwählter. Ein Jude hat nach seinem eigenen Glauben Dir als Nichtjude gegenüber eigentlich nur Nachteile. Er muss sich nach 613 Geboten richten, für Nichtjuden gelten hingegen nur 7 Weisungen. Und ein Nichtjude, der sich an diese 7 Weisungen hält, gilt im jüdischen Glauben sogar oft als besser als ein Jude.

Mal folgendes Bild: In einer Bundeswehrkaserne ist Toilettenreinigung angesagt. Sicherlich eine notwendige und sinnvolle Aufgabe. Dazu werden 2 Soldaten ausgewählt. Sie sind sicherlich für eine wichtige Sache Auserwählte. Aber sind sie höher gestellt? Ohne den Vergleich jetzt überzustrapazieren (Judentum ist sicherlich keine Kloreinigung), aber Auserwählt sein alleine bedeutet zunächst noch nichts.

Tschüss

Jörg


Gut und böse.
Ein duales Paar, es gibt das eine nicht ohne das andere.
Wenn ich rechts abschaffe, dann verschwindet auch links.
Doch wie definiere ich gut und böse so, dass die Definition konsensfähig für alle und damit objektivierbar wird.
Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst die niemand kann, so behauptet der Volksmund.

Flat ( gelöscht )
Beiträge:

09.10.2013 14:14
#37 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Moin,

dass es gut und böse gibt, heißt nicht, dass beides auch getan werden muss.

Nehmen wir mal an, es wäre absolut Konsenz, dass Mord böse ist. Und Leben retten gut. Wenn jetzt alle Menschen nur Leben retten würden und niemand würde mehr morden, dann gäbe es dennoch gut und bösem nur dass hier niemand mehr böses verübt.


Ich denke, einen 100% Konsenz, was gut und böse ist, wird es nie geben. Mit Glück bekommt man eine halbwegs stabile Mehrheitsmeinung hin.

Religion ist ja auch ein Versuch, gut und böse zu normieren. Augenscheinlich ist auch das nicht vollkommen gelungen.

Mein Glaube sieht hier eine individuelle -aber gegenüber sich selbst ehrliche, also nicht willkürliche- Entscheidung je nach Situation vor. Dazu gibt es den Maßstab der noachidischen Weisungen, die aber interpretierbar sind. Also eigentlich genau das Gegenteil von einer allgemeinen Definition. Obwohl sich meine Sichtweise sicherlich überwiegend mit der Mehrheit deckt.

Tschüss

Jörg

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

09.10.2013 14:53
#38 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Flat im Beitrag #37
Moin,

dass es gut und böse gibt, heißt nicht, dass beides auch getan werden muss.

Nehmen wir mal an, es wäre absolut Konsenz, dass Mord böse ist. Und Leben retten gut. Wenn jetzt alle Menschen nur Leben retten würden und niemand würde mehr morden, dann gäbe es dennoch gut und bösem nur dass hier niemand mehr böses verübt.


Ich denke, einen 100% Konsenz, was gut und böse ist, wird es nie geben. Mit Glück bekommt man eine halbwegs stabile Mehrheitsmeinung hin.

Religion ist ja auch ein Versuch, gut und böse zu normieren. Augenscheinlich ist auch das nicht vollkommen gelungen.

Mein Glaube sieht hier eine individuelle -aber gegenüber sich selbst ehrliche, also nicht willkürliche- Entscheidung je nach Situation vor. Dazu gibt es den Maßstab der noachidischen Weisungen, die aber interpretierbar sind. Also eigentlich genau das Gegenteil von einer allgemeinen Definition. Obwohl sich meine Sichtweise sicherlich überwiegend mit der Mehrheit deckt.

Tschüss

Jörg


Mittels unserer Sprache (der Logos) erschaffen (schöpfen) wir eine begrifflich strukturierte Welt, verleihen dieser Welt Eigenschaften
uns setzen diese in Beziehung zueinander. Und diese Welt ist nur dualistisch-gegensätzlich zu begreifen und zu benennen.
Es gibt oben nur in Beziehung zum unten, groß nur in Beziehung zu klein........usw.
Und gut gibt es nur in Beziehung zu böse, wobei dieses Begriffspaar außerdem noch Bestandteil des zeitl.-kult. Paradigmas ist.
Die Einheit dieser Gegensätze wäre das Absolutum (Gott) und nicht zu kommunizieren, da jede Kommunikation dualistisch
differenziert.

Das Denken ist des Lebens Sklave,
und Leben der Hanswurst der Zeit,
und Zeit, der Allerweltsvermesser
muss stille stehn.
(Shakespiere)

Reklov Offline




Beiträge: 4.851

15.01.2015 00:43
#39 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat
Zitat - kümmere Dich um die Umwelt
- trete für einen gerechten Staat ein

Wo steht denn davon in der Bibel?

@Gysi,
Umweltprobleme waren im Bewusstsein der Antike nicht verankert, denn es gab sie schlicht und einfach nicht! Die Wälder standen unbeschadet und die Luft, die Flüsse, Seen und Meere waren sauber!
Den gerechten Staat gab es auch nicht, denn zu Zeiten Jesu bestanden die Völker rund ums Mittelmeer aus etwa 2/3 rechtloser Sklaven! Diese fügten sich meistens willen- und machtlos in ihr Schicksal, da ihnen die Mittel zu einem Widerstand fehlten.
Platons Entwurf für einen idealen Staat weist bekanntlich auch seine Mängel auf.
Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.851

15.01.2015 01:03
#40 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat
ich interpretiere die Schöpfungsgeschichte etwas anders. Ist ein Mensch ohne die Erkenntnis von gut und böse überhaupt ein Mensch? Ich habe da meine Zweifel. Insofern hätte der Mensch durch den Sündenfall sein richtiges Menschsein erst erlangt. Allerdings hat ihn diese Erkenntnis bis zum heutigen Tage deutlich überfordert. Ich denke, dass wir Menschen dazu noch sehr reifen müssen

@Reisender,
das Interessante am "Baum der Erkenntnis" ist ja die Tatsache, dass ein Mensch ohne die Erkenntnis von gut und böse nicht in der Lage wäre, ein Gewissen zu entwickeln, sondern in einer tierähnlichen Situation stecken bliebe!

Dass die biblische Parabel sogar Gott diesen berüchtigten Baum pflanzen lässt, deuten manche damit, dass Gott genau wusste, dass ein Versagen gegenüber der Versuchung sein muss, um das erste Paar aus seiner gesicherten paradiesischen Umgebung in die Freiheit zu jagen, wo sie mit ihrer nun gewonnenen Erkenntnis auch die Folgen für ihre Taten erdulden müssen, um das Wort Verantwortung in der Praxis zu lernen!
Diese Geschichte kann auch als ein Erwachen des Menschen aus dem Tierreich gedeutet werden. Psycholgisch interessant ist sie allemal, zumal wenn man ihren historischen Ursprung berücksichtigt, der sich schon lange vorher als archaische Sage manifestierte, bevor diese dann in Schriftform festgehalten wurde.
Gruß von Reklov

Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

15.01.2015 10:30
#41 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

(...)

Komplett gelöscht! Gysi, Admin. Mir langt es gleich! Es wird keine zweite "Strafbank" mehr geben. Der nächste Schritt wird dein Rausschmiss sein müssen!

Reklov Offline




Beiträge: 4.851

16.01.2015 01:33
#42 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat
Du vergißt Flat, dass ohne feste Glaubenssätze und Dogmen ein Glaube willkürlich wird und keinen dauerhaften Bestand hat. Wenn jeder Gläubige beliebige Glaubenssätze haben kann, gibt es keinen gemeinschaftlichen Glauben und folglich keine Glaubensgemeinschaft mehr. Daher ist jede Glaubensgemeinschaft bestrebt, feste Glaubensregeln vorzuschreiben, um nicht überflüssig zu werden.

Gläubige, die z. B. nicht an bestimmte Inhalte der Bibel glauben, sind keine Christen, auch wenn sie sich noch so nennen würden. Wenn Katholiken das christliche Glaubensbekenntnis aufsagen, muss man doch davon ausgehen, dass sie glauben was sie sagen, oder?

@Blackysmart,
da gehst Du aber von idealisierten Vorstellungen aus!
Eine alte jüd. Weisheit sagt hierzu: > Es ist GOTT egal, ob einer an ihn glaubt oder ihn täglich anbetet - viel wichtiger ist IHM, es lebt einer so, dass es IHM gefällt! <

Folgt man dieser Weisheit, so steht ein Atheist, der menschliche Tugenden gelebt hat, viel besser da, als ein Marionetten-Christ, der zwar regelmäßig in der Kirchenbank hockte, im Grunde aber ein dunkles Herz besaß und zu keiner überzeugenden Menschlichkeit fähig war!
Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.851

16.01.2015 01:56
#43 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat
dass es gut und böse gibt, heißt nicht, dass beides auch getan werden muss. Nehmen wir mal an, es wäre absolut Konsenz, dass Mord böse ist. Und Leben retten gut. Wenn jetzt alle Menschen nur Leben retten würden und niemand würde mehr morden, dann gäbe es dennoch gut und bösem nur dass hier niemand mehr böses verübt.

@Reisender,
wer die 10 Gebote kennt, weiß auch, dass sie Empfehlungen darstellen, denn es heißt stets >Du sollst< und nicht >Du darfst unter keinen Umständen<.
In der Parabel des Brudermordes im AT wird an Kain Vergebung geübt, weil er ernsthaft bereut und seine Tat auch als Totschlag im Affekt und nicht als geplanter Mord gedeutet werden kann! - Diesen feinen Unterschied kennt ja auch unsere Rechtsprechung.

Gut und böse sind vielleicht am besten dadurch zu unterscheiden, dass das Gute stets förderlich ist, während das Böse blockiert und hindert, oder schließlich ins Verderben führt. - Genügend Beispiele aus dem Leben kennt ja jeder selbst.

Richtig ist, dass allein mit dem Unterlassen von bösen Taten das Böse an sich (als Idee!) nicht vernichtet werden kann, sondern dann nur geduldig im Hintergrund lauert, um bei passender Gelegenheit wieder voll in Aktion zu treten.
Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.851

21.01.2015 18:36
#44 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat
Ist ein Mensch ohne die Erkenntnis von gut und böse überhaupt ein Mensch? Ich habe da meine Zweifel. Insofern hätte der Mensch durch den Sündenfall sein richtiges Menschsein erst erlangt.

@Reisender,
mir kamen auch Zeilen unter die Augen, die meinten, ohne den freien Willen und der damit verbundenen Möglichkeit, die Sünde zu wählen, wäre der Mensch nicht so, wie ihn Gott als optimales Werk seiner Schöpfung nun mal haben wollte. Erst diese Möglichkeit, das Böse zu erkennen und es dann doch zu tun, hebt den Menschen über einen biologischen Roboter weit hinaus!
Tiere haben es da einfacher, denn sie leben ihr Programm, ohne Rücksicht auf moralische und ethische Bedenken!
Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.851

30.01.2015 18:24
#45 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat
du glaubst an dein Gewissen, aber nicht an einen Gott! Dann sage ich dir ein HERZLICHES WILLKOMMEN im Kreis der Atheisten!

@Gysi,

wie auch immer jemand sein Weltbild aufgebaut hat - eines ist sicher nicht falsch:
Sowohl Atheisten wie auch Gläubige kommen aus einer "Quelle".
Mit welchen Namen oder Dogmen diese "Quelle" bezeichnet oder schriftlich fixiert wird, ist auch von sekundärer Bedeutung.

Keinesfalls sollten sich die beiden großen Lager des Forums gering schätzen, denn keiner kann auch nur ahnen, warum sich Elektronen zu einem menschlichen Körper organisiert haben könnten!!!

Da alle Materie im Grunde nur Schwingungsmuster des Geistes sind, gehören unser Selbst und unser Körper zur selben "Quelle".
Wir alle, auch wenn viele ihre wahres Selbst aus vielerlei Gründen verschüttet haben, spielen hier auf der Bühne des Lebens das Spiel der Erlebnis- und Erfahrungsträger mit bedingungsloser Freiheit zur Improvisation!

Leider wird aber der Raum um das Spielfeld von denen kontrolliert, welche die Gelddruckmaschinen in ihren Händen haben.
Ob sich also jemand während des Spiels als gläubiger "Verteidiger" oder als atheistischer "Stürmer" begreift, ist für den Ablauf im Universum sowieso von geringer Bedeutung.

Schön ware es, wenn auch diejenigen, welche sich mit den Zähnen im Buchrücken religiöser Schriften so festgebissen haben, dass sich ihre Kieferknochen verkantet haben, auch mal entspannter blieben und die hardcore Atheisten sich zumindest tiefere Gedanken über sich und den Kosmos machen würden - jenseits aller sog. wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse! -
Als Arbeits- und Denkunterlage auf unserem Weg sollte man also möglichst viel lesen, was einen in Richtung Bewusstseinserweiterung weiter bringen kann. Persönliche Ansichten und Weltbilder sollten wohl besser von keiner Seite als die absolute Wahrhreit hingestellt werden, denn das Leben ist gar nicht so - - - es ist ganz anders!
Gruß von Reklov

Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

31.01.2015 01:34
#46 RE: das atheistische Schritverständnis antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #45
denn das Leben ist gar nicht so - - - es ist ganz anders!

.. wenn ich den ganzen Sermon von dir hier lese , der weder Hand noch Fuß hat und nur reine unlogische Polemik ist , dann bin ich wirklich heilfroh , daß ich genau weiß , daß mein leben nicht so ist wie deines --- es ist zum Glück anders ! .. .

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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