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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 764 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Flat ( gelöscht )
Beiträge:

07.10.2013 10:34
Warum nicht mehr gläubig antworten

Moin,

mir ist beim Lesen verschiedener Beiträge aufgefallen, dass hier doch einige irgendwann mal (in der Regel christlich) gläubig waren und dann sich entweder in Richtung Atheist oder Agnostiker (oder in meinem Fall in Richtung einer anderen religiösen Überzeugung) entwickelt haben.

- Was war bei Euch ausschlaggebend?
- würdet Ihr sagen, dass noch viel (Einstellungen, Ansichten) irgendwie hängen geblieben ist?

Tschüss

Jörg

Titus Offline



Beiträge: 425

07.10.2013 11:50
#2 RE: Warum nicht mehr gläubig antworten

Zitat von Flat im Beitrag #1
Moin,

mir ist beim Lesen verschiedener Beiträge aufgefallen, dass hier doch einige irgendwann mal (in der Regel christlich) gläubig waren und dann sich entweder in Richtung Atheist oder Agnostiker (oder in meinem Fall in Richtung einer anderen religiösen Überzeugung) entwickelt haben.

- Was war bei Euch ausschlaggebend?
- würdet Ihr sagen, dass noch viel (Einstellungen, Ansichten) irgendwie hängen geblieben ist?

Tschüss

Jörg


Morjen, da mußte erstmal sagen, was du meinst:
Glauben oder Religion?

Ob es einen Gott gibt, keine Ahnung. Nach Angst im Luftschutzkeller, Beschießung durch Tiefflieger, Besichtigen von Leichenbergen , was wäre das für ein Gott,
der zuläßt, was man seinen Ebenbildern grausam antut. Nee, dieser von den Religionen - alle Religionen ohne Ausnahme, besonders auch dem Islam - gepriesene Gott
wäre eine blutrünstige, grausame Kreatur. Und daran soll man glauben und diesen auch nocvh anbeten??? Ist doch irgendwie irre, oder??

Wer an etwas Gutes glaubt, daran, daß seine/ihre Mitmenschen alle - ohne Ausnahme - so wie er/sie gleiche Rechte haben müssen, der mag diess
einem Gott zuordnen, seinem eigenen Gott, den er nicht anderen aufschwatzen oder aufzwingen darf. Womit dann wieder etwas Furchtbares entstehen würde,
eine Religion.

Ob die Menschen dies irgendwann begreifen und danach handeln werden - ich habe da Zweifel, aber auch Hoffnung.

Wenn nicht, dann werden die Mächte, die die Erde irgendwann erschaffen haben eine Schlustrich ziehen und entscheiden,
daß das Experiment Erde mit Menschen beendet werden muß. Man kann nicht auf Dauer Millionen Lebewesen - Menschen und Tiere -
Horden von Besteien überlassen, die zwar wie Menschen aussehen, aber keine sind.

Habe ich mich verständlich gemacht?

Titus - bereits weit über seinem statiistischem Verfalldatum (..und er levet immernoch..!)

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.186

07.10.2013 13:50
#3 Warum nicht mehr gläubig antworten

Ich bin ja - wie die meisten von uns - einerseits evangelisch-christlich und anderseits wissenschaftlich denkend in der Kindheit geprägt worden. Das eine machten die Kirchen, das andere die Lehrer der weltlichen Fächer.
Zuerst war ich religiös, ich betete auch - weil ich Angst hatte. Einen richtigen festen Glauben mit wenig Zweifel konnte ich dem Ganzen eh nie entgegenbringen. Aber ich hatte Angst. Alle Erwachsenen glaubten (so vermittelten sie es den Kindern) - also musste da doch was dran sein.

Na, und dann kamen die APO, die verschiedenen Gesellschaftsvisionen, Summerhill, Sigmund Freud, Bertrand Russell und so fort. Der Beat, der Pop, die langen Haare, die westliche Kulturrevolution (nicht zu verwechseln mit der chinesischen...).
Vom Christentum ließ ich ab und trat mit 25 aus der Kirche aus. Aber ein Atheist war ich noch lange nicht: Ich glaubte an Alternativen, ich war ein Suchender. Esoterisch angehaucht. In der Phase verfasste ich (in den 90ern) mein "100-Thesen-Papier". In dem Titel steckte schon die Idee, dass wir Religion nicht still empfangen, sondern aktiv diskutieren müssen!

So im Jahr 2000 klackte es: Ich hatte da zwei grundlegende Ideen, die ich auch in einem Buchtext zu Papier brachte (Eigenverlag, nicht mehr zu erhalten), die mir ein grundlegend anderes Bild von der Absolutheit des Lebens - und damit auch von der Absolutheit des Todes - aufmachten. Ich glaubte eher an die Ewigkeit des Lebens, als an die ewige Leere in der Grotte. Und was geschah? => Alles Klammern an eine esoterische Alternative von einem "Jenseits" (weil es doch ein Diesseits gibt...) fiel mir radikal - und radikal schnell! - ab. Spätestens ab da war mit klar: All der Glaube, den ich jemals hatte, basierte auf meiner Angst vor dem Tod! Seit ich die nicht mehr habe, kann ich voll in meiner Religionskritik aufgehen, die ich schon immer in mir hatte! Seitdem bin ich mit der Religion im reinen! Sprich: Ich halte sie leidenschaftlich für nicht wahr!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Flat ( gelöscht )
Beiträge:

07.10.2013 14:18
#4 RE: Warum nicht mehr gläubig antworten

Moin,

@Titus: Bei Dir waren es also Kriegserlebnisse? Verständlich. Ich habe ähnliches in noch drastischerer Form mal von Juden gelesen, die die Shoah überlebt haben. Sie konnten diesen Massenmord nicht mehr mit ihrem Glauben in Einklang bringen.


@Gysi: Ja, diese Angst kannte ich auch. Als ich seinerzeit aus der Kirche austrat, hätte es mich nicht gewundert, wenn mich gleich vor der Tür ein Blitz getroffen hätte.
Ich glaube auch, dass Angst, oft auch nur eine unterbewusste, viele Menschen irgendwie in den Kirchen hält. Man will sozusagen lieber auf Nummer sicher gehen und wenn's Gott dann doch gibt, reicht ja vielleicht auch der kirchliche Mitgliedsausweis fürs Paradies.

Tschüss

Jörg

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

07.10.2013 18:40
#5 RE: Warum nicht mehr gläubig antworten

Seitdem ich selbständig denken kann bin ich nicht mehr gläubig!
Als Kind muss man ja zuerst einmal den Erwachsenen Vertrauen schenken und deren Ansichten übernehmen.

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

07.10.2013 22:37
#6 RE: Warum nicht mehr gläubig antworten

Ich war als Kind bis zum Alter von 12 Jahren sehr gläubig. Durch Beschäftigung mit Religionen von den frühsten Menschen bis zum heutigen Monotheismus wurde mir klar, dass Götter Erfindungen der Menschen sind. Götter erfüllen allesamt Funktionen. Sie kompensieren menschliche Schwächen und befriedigen Bedürfnisse.

Jahwe war ein Vulkangott, dessen Donnergrollen und Feuerspeien durch Verehrung und Opfergaben besänftigt werden sollte. Allah war zuvor ein heidnischer Mondgott, der mit der Sonnengöttin verheiratet war. Die heidnischen Araber verehrten den Mondgott, indem sie mehrmals am Tage nach Mekka gewandt beteten, einmal nach Mekka pilgerten, wobei sie um das Heiligtum des Mondgottes, genannt Kaba, gingen, den schwarzen Stein küssten, ein Tier als Opfer für den Mondgott töteten, Steine auf den Teufel warfen, einen Monat im Jahr, beginnend und endend mit dem Erscheinen der zunehmenden Mondsichel, fasteten, Almosen für die Armen spendeten usw.

Wer sich mit Religionsgeschichte beschäftigt, wird vielleicht nicht automatisch zum Atheisten wie ich, muss aber alle menschlichen Gottesvorstellungen und sogenannte heilige Bücher auf den Müllhaufen der Geschichte werfen.

Flat ( gelöscht )
Beiträge:

09.10.2013 08:05
#7 RE: Warum nicht mehr gläubig antworten

Zitat von Blackysmart im Beitrag #6

Wer sich mit Religionsgeschichte beschäftigt, wird vielleicht nicht automatisch zum Atheisten wie ich, muss aber alle menschlichen Gottesvorstellungen und sogenannte heilige Bücher auf den Müllhaufen der Geschichte werfen.


Moin,

vielleicht nicht gleich so drastisch, aber es ist bekannt, dass das klassische Theologiestudium mit seiner historisch-kritischen Betrachtungsweise in der Tat bei vielen vorher gläubigen Studenten zu tiefen Glaubenskrisen und sogar Abkehr vom Glauben führen kann.

Tschüss

Jörg

Pleurotus Offline



Beiträge: 123

05.03.2014 17:13
#8 RE: Warum nicht mehr gläubig antworten

Naja, meine Mutter hat mich versucht christlich zu erziehen und meinem Vater war es egal.

Irgendwann habe ich dann angefangen Musik zu machen, der Heavy Metal kam und siegte schließlich zurecht, weil meine Mutter mir das verbieten wollte, CD's einfach weggeschmissen hat etc. . Das Interesse am Glauben hat sich bei mir dann einfach zurückgebildet und ich habe erkannt, das das nicht mein Weg ist, sondern alles der Weg war, den man mir versucht hat aufzuerlegen.

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Ave, monstrum magnum spaghetti!

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.186

05.03.2014 17:19
#9  Warum nicht mehr gläubig antworten

Zitat von Pleurotus
der Heavy Metal kam und siegte schließlich zurecht, weil meine Mutter mir das verbieten wollte, CD's einfach weggeschmissen hat etc. . Das Interesse am Glauben hat sich bei mir dann einfach zurückgebildet

Kasst ja immer noch "Hard - Rock Halleluja!" singen. Von deinen finnischen Kollegen Lordi.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Pleurotus Offline



Beiträge: 123

05.03.2014 17:20
#10 RE: Warum nicht mehr gläubig antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #9

Zitat von Pleurotus
der Heavy Metal kam und siegte schließlich zurecht, weil meine Mutter mir das verbieten wollte, CD's einfach weggeschmissen hat etc. . Das Interesse am Glauben hat sich bei mir dann einfach zurückgebildet
Kasst ja immer noch "Hard - Rock Halleluja!" singen. Von deinen finnischen Kollegen Lordi.



Soooo siehts aus!!!

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