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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 1.768 mal aufgerufen
 Christentum
seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 657

07.01.2014 16:55
Jesus war eigentlich Divus Julius Caesar, der vergöttlichte Caesar antworten

sagte der Linguist Francesco Carotta (s. Wikipedia)

Dies aufgrund einer Sprachanalyse von historischen lateinischen Texten über Gaius Julius Caesar und des Markus Evangeliums, wo es viele Parallelen, Namensübereinstimmungen, Aussprüche, analoge Szenen hat, wobei Carotta, der auch altgriechisch studiert hat, bei Unstimmigkeiten auf mögl. Fehlübersetzungen hinweist.
Hier die Zusammenfassung von Carottas Thesen, die sehr plausibel sind.
http://www.carotta.de/subseite/texte/summa.html

Sowohl Caesar als auch Jesus wurden getötet, weil sie nach dem Königtum strebten.

Carotta untersucht auch uralte Karfreitagsprozessionen in Spanien, wo man den Schrein (in Form des Tempels der Venus, der Mutter Cäsars) mit dem Leichnahm Jesu (aus Holz) zu herumträgt. Nach den lat. Quellen hat man eine Wachsfigur von Caesar nach seiner Ermordung mit ausgebrreiteten Armen an einem Kreuz aufgerichtet, um dem Volk zu zeigen, wie die Mörder Cäsar zugerichtet haben, v.a. die Stichwunde am Körper. Älteste Kruzifixdarstellungen zeigen Jesus (wie Cäsar) mit geraden und nicht mit hängenden Armen, sowie ohne Nägel durch die Füsse. Solche Darstellungen gibt es erst seit der Renaissance, etc. etc.

Cäsar war nach seinem Tod als Gott (divus = göttlich) und als politisches Genie verehrt worden, nicht nur aufgrund seiner Taten als Eroberer Galliens uns Sieger im Bürgerkrieg gegen seine Konkurrenten, sondern auch aufgrund seiner Milde (clementia) wie Jesus. Diese im ganzen röm. Reich wiederkehrenden Feierlichkeiten seien dann von den Christen sehr schnell übernommen.

Nach der These von Carotta hat der Koran recht, wonach Jesus/Caesar nicht gekreuzigt, sondern ein Bild von ihm an einem Kreuz aufgerichtet wurde.

Hier ein Dokumentarfilm auf Englisch, Carotta spricht deutsch (interessant insbes. ab 21:05)
The Gospel of Caesar (Das Evangelium Cäsar)
http://www.youtube.com/watch?v=gvga-98x6Nk
http://www.youtube.com/watch?v=p-KeNJcRaeI (kurz)

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RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

StillillBill Offline




Beiträge: 220

09.01.2014 17:44
#2 RE: Jesus war eigentlich Divus Julius Caesar, der vergöttlichte Caesar antworten

Hier mal zwei Videos, die ich vor rund 2 Jahren erstellt hatte zum Thema Carotta und seiner These:
http://www.youtube.com/watch?v=kF-ftGZc8...03D614D&index=1
http://www.youtube.com/watch?v=2Qu00Gk68...52A3164203D614D

@seneca
Sagt dir der Name Jospeph Atwill etwas? wenn nicht google mal und schau dir mal seine Theorie zu Jesus und den Flaviern an. Ist auch sehr interessant.
http://www.youtube.com/watch?v=4UqG8w7ezUQ

Besten Gruß
StillillBill

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„Seit er meinen Bruder kreuzigen ließ, um sich mit mir zu versöhnen,weiß ich, was ich von meinem Vater zu halten habe.“
Theodor Weißenborn

Und Jahwe war mit Juda, so daß er das Bergland eroberte. Die Bewohner der Ebene nämlich vermochte er nicht zu vertreiben, weil sie eiserne Wagen besaßen.
Richter 1:19

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 657

10.01.2014 11:10
#3 RE: Jesus war eigentlich Divus Julius Caesar, der vergöttlichte Caesar antworten

Danke StillillBill. Die 2 Videos von dir sind echt gute Zusammenfassungen bzw. Bearbeitungen des Dok-Films von/über Carottas Thesen. Es lohnt unbedingt, sich die beiden Videos von 14 bzw. 10 min. zu Gemüte zu führen.

Nach dem zweiten Video beginnt ein Video über einen austral. Wissenschaftler, Dr. Rod Blackhurst über die Flavische Dynastie, der unabhängig von Carotta zu einer ähnlichen These über die Entstehung des Christentums gekommen sei.
Joseph Atwill kenne ich noch nicht. Werde mir mich aber informieren.
Werde später dann etwas über Cäsar schreiben. Er ist einer der faszinierendsten Figuren des röm. Altertums.

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seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 657

21.01.2014 17:41
#4 Caesar contra Jesus antworten

Das Julius Caesar nach seinem Tod vergöttlicht wurde, viele nachträglich erstellte Büsten verehren seinen Genius, kann man im Gegensatz zu Jesus, der als Aufrührer am Kreuz starb (angeblich), gut verstehen. Sein Name, den die Römer anscheinend "kaisar" aussprachen, wurde zum Herrschertitel aller Völker.

Gaius Julius Caesar ist als Aussenseiter allen bedeutenden Zeitgenossen und Konkurrenten (Sulla, Crassus, Pompeius, Cicero, Cato) weit überlegen, souverän in seinen Widersprüchen, ruchloser Demagoge und Mann von Ehre, verwöhnter Dandy und Spartaner im Feld (durch die selbst auferlegten Strapazen wollte er seine Epilepsie kurieren), geistreicher Literat und Welteroberer, Frauenheld und charismatischer Führer und Held seiner Legionen, rachsüchtig bis zur Grausamkeit und doch berühmt wegen seiner "clementia" (Milde) gegenüber den Besiegten (zuweilen - z.B. gegenüber den Helvetiern, die er in die Schweiz zuruckschickte, damit die Germanen nicht nachkommen); bei allen solchen Tugenden und Untugenden egozentrisch über alle Beschreibung - den Rubicon überschreitet er nach langem Nachdenken (alea iacta est: der Würfel ist geworfen, nicht gefallen, mit unsicherem Ausgang) mit seinen Legionen und marschiert auf Rom, den Bürgerkrieg beginnt er mit diesem Tabubruch, nicht um die Krankheiten Roms (Wirren der Republik) zu heilen, die auch er gar nicht sieht, sondern um seiner "dignitas" willen, was wir höchst ungenügend mit "Ehre" oder "Würde" übersetzen - wahrscheinlich wegen seinem GENIE, seinem Glück (Fortuna), auf die er sich berief. Er behauptete auch von sich, vom trojanischen Aeneas, mithin von der Venus, abzustammen.

Wenn wir den duldenden Jesus (Archetyp in uns) als Vorbild nehmen sollten, warum nicht Caesar, wenn es um Entschlusskraft und Mut geht.

Nachdem Caesar den Bürger-Krieg nach Jahren endlich gewonnen hat und nun endlich der Dictator auf Lebenszeit ist, samt einem Bündel teils für ihn eigens erfundener Ämter bis zum Überdruss absichtlich geehrt und verhöhnt wird im republikanischen Rom, weiß er mit seiner Allmacht so wenig anzufangen, daß er, als sei der Krieg eine unentbehrliche Droge für ihn geworden, einen neuen Feldzug plant, diesmal um das Reich der schlimmen Parther, "Persien", zu erobern und auf dem Rückweg nördlich herum gleich auch noch Germanien; woran die "Iden des März" (Ermordung am 15. März 44 v.Chr. im Senat) ihn hindern. Außenseiter auch noch, als er Allmacht zu besitzen schien, ohne zu wissen, was denn nun mit ihr anfangen. Am Ende war die Ermordung sein tragisches Glück.

Was blieb? Die Figur, Schriften, Überlieferung. Sage, Romane. Und die Eroberung Galliens, das hieß auf die Dauer, und eine erstaunlich kurze Dauer (7 Jahre), die Romanisierung Galliens. Was der Eroberer selber sich dabei dachte, ist gleichgültig; er dachte an nichts als seine "Hausmacht" und römische Innenpolitik, seine Mehrung an Ansehen und Würde. Was dabei zustande kam, war "Europa", dessen Mutter Rom ja erst werden konnte, indem es den Mittelmeerraum nach Norden hin überschritt.

bearb. Auszug aus Der Spiegel 20/1982 über das hervorragende Buch von
Christian Meier: Caesar, dtv 1986
Empfehle auch:
Ivar Lissner: So lebten die römischen Kaiser, dtv 1283

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Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
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seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 657

05.02.2014 17:38
#5 Ist Putin der neue Julius Caesar? antworten

Wenn es die Figur Caesars als Archetyp oder als Genius gibt, dann ist wohl Wladimir Putin eine als eine Art Caesar zu betrachten, was ihm natürlich sehr schmeicheln dürfte.
Mir ist, wie schon manchen, aufgefallen, dass Putin mit seinem entschlossenen, klaren Blick den Darstellungen von Caesar stark ähnelt, oder diese ähneln ihm.
http://dougrobbins.blogspot.ch/2013/02/v...ius-caesar.html

Der im Geheimdienst gross gewordene Putin ist kein brutal-primitiver Tschekist, sondern gibt sich umgänglich, spricht geschliffen, kann auch deutsch (die Sprache der ehemaligen Kriegsgegner). Hinter seiner leisen und gewählten Sprechweise kann man die Kälte und Gefährlichkeit diese Mannes nur erahnen. Man weiss nicht, ob man Putin verabscheuen oder bewundern soll. Jedenfall bietet er dem Westen gegenüber die Stirn, lässt sich nicht von ihm belehren. Er hat seine eigene Vorstellung von Menschenrechten und Pressefreiheit. Das "arme Brudervolk" der Ukrainer unterstützt er nun grosszügig mit günstigen Oellieferungen. Hauptsache, sie gehen nicht in die EU oder noch schlimmer in die Nato: aber das sagt er nicht. Er weiss genau, was westliche Journalisten hören wollen und er spielt mit ihnen. Snowdon, für den er sich angeblich nicht gross interessiert, hat bei ihm Asyl gesucht. Putin lacht sich über Obama ins Fäustchen, der schon eine halbe lame duck ist, während Putin in seier Macht ungefährdet ist. Er ist schon aus Prinzip für Assad, weil Obama und er Westen für die Rebellen in Syrien sind. Wo käme man dahin, wenn es überall Aufstände geben würde (siehe Tschetschenien). Putin hatte die Gnade, 20'000 Gefangene frei zu lassen, u.a. die Pussy Riot Girls und Chodorkowski, den er anscheinend nicht mehr als gefährlich ansieht. Mein Bedauern mit diesem Chodorkowski, der sich ein Milliardenvermögen angeeignet hatte und noch einige Millionen davon sicher in der Schweiz parkiert hat, hält sich sehr in Grenzen. Wie wäre es, wenn z.B. Obama 20'000 Gefangene frei liesse, in dem Land, dass pro Bevölkerung die meisten Gefängnisinsassen hat? Damit könnte er Grösse beweisen.

Wie Caesar stählt Putin seinen Körper. Er zeigt sich im Urlaub gerne mit nacktem Oberkörper, wenn er jagt, reitet oder fischt. Er hat den schwarzen Gurt im Judo. Er ist das pure Gegenteil des dummen Saufkopfs Jelzin, der schon mal vor laufender Kamera beim Vorbeigehen eine Sekretärin betatscht. Wie Caesar hat Putin eine ausgeprägte Libido. Er hat die ehemalige Eiskunstläuferin Kabajewa als Freundin, die einige Jahre jünger und sehr hübsch ist (man google Bilder: Alina Kabajewa). Er soll einen Sohn mit ihr haben. Wie Caesar in Rom, veranstaltet er in Sotschi Spiele für die Welt ad maiorem gloriam Russiae und natürlich für sich selber, egal wie viel es kostet (50 Milliarden, so eine Olympiade ist ja in einem normalen Land kaum mehr finanzierbar). statt das Geld für Schulen und Krankenhäuser auszugeben. Kritiker (Michail Schischkin) behaupten, die Winterspiele seien ein Potemkinsches Dorf. Wohin mit der ganzen riesigen Infrastruktur, wenn die zwei Wochen vorbei sind? Wie Caesar ist Putin quasi schon dictator auf Lebenszeit. Wenn er zwischendurch nicht kandidieren kann, schickt er einen Medwedev vor.

Wo ist hier ein Brutus und seine Verschwörer-Gesellen? Solche sind nicht erkennbar. Im Rom trauerten Brutus und Konsorten der untergegangenen Republik nach. Wann gab es in Russland eine funktionierende Republik? Nie, nach dem Zarenreich, kamen Lenin und Stalin. Mit Putin ist Russland eine präsidiale Halbdemokratie bzw. Halbdiktatur.

http://dougrobbins.blogspot.ch/2013/02/v...ius-caesar.html

http://cheezburger.com/4002152960

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnew...ndrew-Marr.html

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Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

05.02.2014 18:43
#6 RE: Ist Putin der neue Julius Caesar? antworten

Putin hat als einziger Politiker wirklichen Weitblick.
Putin wird mit größtem Vergnügen die Ukraine gen EU ziehen lassen.
Zugeben darf er das natürlich nicht, aber Russland wird sich so seines größten Ballastes entledigen und die Ukraine sowie die EU werden daran krepieren.

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Exiorat Offline



Beiträge: 20

29.11.2018 11:39
#7 RE: Jesus war eigentlich Divus Julius Caesar, der vergöttlichte Caesar antworten

Mit Putin ist Russland eine präsidiale Halbdemokratie oder Halbdiktatur.

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.145

29.11.2018 20:37
#8 RE: Jesus war eigentlich Divus Julius Caesar, der vergöttlichte Caesar antworten

Zitat von Exiorat im Beitrag #7
Mit Putin ist Russland eine präsidiale Halbdemokratie oder Halbdiktatur.



Mit wenigen Worten alles gesagt.

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Trolle sind zum jagen da und nicht zum füttern.

Chaddive Offline



Beiträge: 21

04.02.2019 11:51
#9 RE: Jesus war eigentlich Divus Julius Caesar, der vergöttlichte Caesar antworten

sondern ein Bild von ihm an einem Kreuz aufgerichtet wurde.

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 657

21.03.2019 17:57
#10 RE: Jesus war eigentlich Divus Julius Caesar, der vergöttlichte Caesar antworten

Habe mich erst jetzt mit der Theorie von Joseph Atwill befasst, die einen ganz anderen Ansatz verfolgt, der meines Erachtens besser begründet ist als der von Carrotta. In seinem Buch "Das Messiasrätsel", original deutlicher "Caesar's Messiah - The Roman Conspiracy to Invent Jesus" vertritt er die These, dass der pazifizistische Jesus, der auch die andere Backe hinhält und die Feindesliebe predigt, ganz untypisch war für die damalige jüdische Volksfrömmigkeit, die vielmehr einen charismatischen Heerführer erhoffte (wie z.B. Ahmed Shah Massud in Afghanistan), der die Juden von der römischen Besatzungsmcht befreit. Es gab solche Führer, die aber besiegt wurden. Die Römer wollten mit dem erfundenen mildherzigen Jesus den ständigen aufrührerischen Juden, einen Messis schmackhaft machen, der empfiehlt, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, d.h. brav Steuern zu bezahlen. Deshalb die Romfreundlichkeit und latente Judenfeindschaft in den Evangelien. Diese, insbesondere das Matthäus Evangelium, seien von Joseph Flavius verfasst worden. Dieser war ein jüdischer Kommandant, der in Jerusalem gegen die Römer kämpfte. Er wurde gefangen genommen und prophezeite Vespasian, dass er zum Kaiser gekrönt werde, was zutraf. Später war Flavius Josephus, wie er auch genannt wird (er wurde von Vespasianus Flavius adoptiert) eine Geschichte des Jüdischen Krieges verfasst. In dieser kommen Episoden vor, welche im Matthäus-Evngelium genau ihre Entsprechung finden, in der Reihenfolge und geographisch, bis zum Einzug in Jerusalem. Z.B. das Menschen-Fischen im See Genezareth, wo die Römer fliehende Juden auffischten und töteten und viele weitere. Atwill spricht von Typologie; ein Kritiker wirft ihm Parallelomanie vor.

Der Inhalt des ganzen Buches von Atwill wird auf youtube: "Buchrezension - das Messiasrätsel" auf deutsch während 49 min. abgehandelt, weshalb ich nicht mehr viel erzählen muss. Man kann sich dann auch noch das Video von Kenneth Humphreys ansehen "Jesus never existed".

Übrigens mit "Caesar" im Buchtitel sind die Kaiser Vespasian und sein Sohn Titus gemeint, welche nach römischer Staatsktrin als Götter galten. Nach Atwill analog Gott-Vater und Gott-Sohn. Titus löste Vespasian ab, als dieser nach Rom ging. Titus eroberte 78 Jerusalem und zerstörte den Tempel. Vespasian, Titus und Domitian bilden 27 Jahre die flavische Dynastie, welche nach einem Bürgerkrieg an die Macht gekommen war. Deshalb spricht Atwill von der "Flavian Signature" der Jesus-Geschichte. Mit der "Umkehr" an die Juden habe Jesus gemeint, den Widerstand gegen Rom aufzugeben. Jesus hat keinen Weltuntergang gepredigt, aber die Zerstörung des Tempels prophezeit. Diese war aber bekannt, als die Evangelien geschrieben wurden. Dese sind das Drama zur seltsam gehaltslosen Jesus-Figur. Schiller hat das Drama zur Legende des schweizerischen Nationalhelden Wilhelm Tell geschrieben.

Übrigens sei das Menschenopfer von Jesus beim Abendmahl ("esst mein Fleisch"). wenn auch symbolisch, dem jüdischen Denken, mit seinen Speisevorschriften, völlig fremd. Dieser Mythos ist anderen Ursprungs. Jesus war, wenn er existiert hat, ein frommer Jude. Die jüdische Religion ist auf das Diesseits ausgerichtet, während dem das Christentum auf das Jenseits ausgerichtet ist. Die dogmatische Erhöhung von Jesus zu Gott-Sohn fand im 4. Jahrhundert durch Origenes statt. Wenn man die griechischen Bilder betrachtet von Jesus als majestätischem Pantokrator (Allherscher) wundert man sich angesichts von Atwills Thesen, wie es soweit kommen konnte.

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

31.03.2019 19:25
#11 RE: Jesus war eigentlich Divus Julius Caesar, der vergöttlichte Caesar antworten

Zitat von seneca im Beitrag #10


Übrigens sei das Menschenopfer von Jesus beim Abendmahl ("esst mein Fleisch"). wenn auch symbolisch, dem jüdischen Denken, mit seinen Speisevorschriften, völlig fremd. Dieser Mythos ist anderen Ursprungs. Jesus war, wenn er existiert hat, ein frommer Jude. Die jüdische Religion ist auf das Diesseits ausgerichtet, während dem das Christentum auf das Jenseits ausgerichtet ist. Die dogmatische Erhöhung von Jesus zu Gott-Sohn fand im 4. Jahrhundert durch Origenes statt. Wenn man die griechischen Bilder betrachtet von Jesus als majestätischem Pantokrator (Allherscher) wundert man sich angesichts von Atwills Thesen, wie es soweit kommen konnte.

Zumindest wird seit dem 4. Jhd. u.Z. der Unterschied in der Lehre zwischen Christentum und Christenheit sehr deutlich.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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