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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 780 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.190

09.03.2014 16:29
#251 Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Michael1
Alle Christen müssen, ob sie es wollen oder nicht prinzipielle Kreationisten sein, ansonsten wären sie keine Christen mehr. Ein echter Christ glaubt an einen Schöpfer des Himmels und der Erde. Kapierst Du es endlich?
Muslime sind auch prinzipielle Kreationisten.
Hinduisten auch.
Buddhisten der Mahayana Schule auch.
Also, wogegen argumentierst Du hier?

Meinst du nicht, dass das EXPLODIERENDE Wissensvolumen der Menschheit ihre Antwort auf die Frage "Wo kommen wir her, wo gehen wir hin?" verändert hat? Was die Buddhisten, Christen, Juden, Moslems usw. sagen, ist ein Kulturschatz der Menschheit. Aber ihre Theorien sind statisch. Doch das Wissen wächst immerzu.

"Eine gute Welt braucht Wissen, Güte und Mut;
sie braucht keine schmerzliche Sehnsucht nach der Vergangenheit,
keine Fesselung der freien Intelligenz durch Worte,
die vor langer Zeit von unwissenden Männern gesprochen wurden."
(Bertrand Russell)

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Michael1 Offline



Beiträge: 840

09.03.2014 16:57
#252 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Gysi

Zitat
Meinst du nicht, dass das EXPLODIERENDE Wissensvolumen der Menschheit ihre Antwort auf die Frage "Wo kommen wir her, wo gehen wir hin?" verändert hat? Was die Buddhisten, Christen, Juden, Moslems usw. sagen, ist ein Kulturschatz der Menschheit. Aber ihre Theorien sind statisch. Doch das Wissen wächst immerzu.

"Eine gute Welt braucht Wissen, Güte und Mut;
sie braucht keine schmerzliche Sehnsucht nach der Vergangenheit,
keine Fesselung der freien Intelligenz durch Worte,
die vor langer Zeit von unwissenden Männern gesprochen wurden."
(Bertrand Russell)


Mag sein dass Dein "Wissen" wächst, mag sein dass es nur eine Täuschung ist. Die Wahrheit aber ist uns weder wissentlich noch unwissentlich zugänglich. Wir können sie erkennen, aber begreifen und erklären niemals, weil es absolutes Wissen weder gibt, noch gäben kann. Also, die Wahrheit bleibt unverändert!

Zitat
"Große Vergangenheit verpflichtet, sie verpflichtet zum Streben nach gleich großer Zukunft." - Konrad Adenauer, Bei der Wiedergründung der Kölner Universität, Juni 1919

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Wu Offline




Beiträge: 416

09.03.2014 17:10
#253 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Michael1 im Beitrag #250
Wu

Zitat
Irgendwie seltsame Rechnerei. Wenn Zahlen etwas bedeuten, dann bitte genauer.

Erstens: Die meisten Christen hier im Westen glauben an Evolution. Vorwiegend sind es doch christlich-fundamentalistischen und evangelikalen Richtungen in den USA, die den Kreationismus predigen. Unter Christen gibt es eher entgegengesetzte Stellungnahmen: "Kein Christ, der seine Religion ein bißchen versteht, kann Anhänger des Kreationismus sein." Gerade in der Bibel, die ja viele verschiedene Schöpfungsberichte kennt, ist doch gerade zu sehn, daß es nicht um eine wörtliche Auslegung geht, sondern daß hier symbolisch gearbeitet wird. Es sind letztlich Glaubensbekenntnisse, keine Tatsachenberichte.




Eine theistische Evolution ist ein Schmarren! Evolution ist atheistische Theorie. Gott und ET- sind nicht kompatibel. Prinzipieller Kreationismus ist für jeden Christen obligat. Die Deutung Der Bibel geht nicht, und kann nicht an prinzipiellen Kreationismus vorbeigehen.

Für Deine Zahlen habe ich nur müdes Lächeln übrig. Auch die Mahayana-Buddhisten glauben an Schöpfung. Eventuell Hinayana-Buddhisten wissen noch nicht, was sie glauben sollen. Hinduisten glauben an Schöpfung. Also was willst du?



Mahayana-Buddhisten glauben nicht an Schöpfung, weil sie nicht an einen Schöpfer glauben. Es gibt im gesamten Mahayana-Buddhismus keinen Gott, der die Welt schöpfen könnte (Eine ganz logische Angelegenheit: Es gibt kein Ich, keine Seele, also kann es auch kein höchstes Ich, keine höchste Seele geben). Hinduisten glauben nicht an einmalige Schöpfung, sondern an das die Welt samt Göttern immer wieder entsteht und vergeht. Also an einen ewigen Kreislauf, nicht an einen Anfang.
In einigen Richtungen treten die persönlichen Götter eh in den Hintergrund. Da ist brahman,eine Art unpersönliche Weltseele, Weltgeist wichtig.
Aber es ist amüsant, daß du jetzt versuchst, alle irgendwie gottgläubigen (Auch Polytheisten) und auch Nichtgottgläubigen wie die Mahayanis als für dein Argument mitzuzählen, deren Lehre du sonst nicht teilst. (Und letztlich blieb bei so ner Argumentation die Frage, welcher Gott denn nun die Welt geschaffen hat - oder ob es doch nicht eher der Demiurg war, ja offen. Und die Frage stellt sich dann, wie Mark Twain es formulierte, ob Gott als er den Menschen schuf nach einer Woche harter Arbeit schon sehr übermüdet war.)

Christ sein heisst eben nicht, das was in der Bibel steht als faktum nehmen. Daher muss ein Christ nicht an Schöpfung glauben. Die Zahlen sprechen nun mal für sich. Mal abgesehen, daß ich sie für belanglos halte. Es gab auch mal eine Zeit, wo die meisten Leute (zumindestens außerhalb von China) geglaubt haben, daß die Welt eine Scheibe wäre. Aber ist sie es? (Naja, würde mich nicht wundern, wenn du wissenschaftliche Ergebnisse dafür vorweist).

Eigentlich will ich nichts. Nur manchmal kann man so viele Fehler nicht einfach stehen lassen. Du wirst dir alle Fakten so drehen, daß sie irgendwie in dein Weltbild passen. Du versuchst ein Konzept durch andere Konzepte zu untermauern. Es scheint also kein alle überzeugendes Konzept zu sein.
Wie sagte Osho so schön: "Ich glaube nicht, daß Gott nicht existiert. Ich weiß mit Sicherheit, daß er nicht existiert. Und danke Gott, daß er nicht existiert. Denn die Existenz Gottes würde so viele Probleme mit sich bringen."
Du siehst, man kann sich für ein Konzept entscheiden, daß stimmiger ist und einen leichter durchs Leben bringt. Selbst als religiöser Mensch.
Außerdem merke ich, wie einige Extreme aus den religiösen Richtungen versuchen für alle aus ihrer Religion zu reden. Das fundamentalistische kreationistische Christentum ist innerhalb des Christentums eine Minderheit. Im Islam sieht es nicht anders aus.

Außerdem bemerke ich voller Amüsiertheit das die ganzen New Ager und Esoteriker (welche meist theistisch eingefärbt sind) gerade versuchen, den Gegenweg zu gehen. Sie reden dauernd von spiritueller Evolution.

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"I think human consciousness is a tragic misstep in evolution. We became too self-aware. Nature created an aspect of nature separate from itself, we are creatures that should not exist by natural law."

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Gysi Online

Atheist


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09.03.2014 17:11
#254 Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Michael1
Mag sein dass Dein "Wissen" wächst, mag sein dass es nur eine Täuschung ist.

Gegenüber den Religions-Gläubigen habe ich den Vorteil, einen Irrtum ohne seelische Schmerzen zugeben zu können. Ich freue mich, wenn Irrtümer aufgedeckt werden. Kann uns ja nur besser machen.

Zitat
Also, die Wahrheit bleibt unverändert!

Was weißt du denn von der Wahrheit, wenn die uns eh nicht zugänglich ist?

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Michael1 Offline



Beiträge: 840

09.03.2014 17:59
#255 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Gysi

Zitat
Was weißt du denn von der Wahrheit, wenn die uns eh nicht zugänglich ist?


Na das, dass sie unveränderbar sein muss, denn wäre sie veränderbar, dann hätten wir sie schon erfasst. Logisch, nicht wahr?

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Gysi Online

Atheist


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09.03.2014 18:24
#256 Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Michael1
Na das, dass sie unveränderbar sein muss, denn wäre sie veränderbar, dann hätten wir sie schon erfasst. Logisch, nicht wahr?

Nein.

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Wu Offline




Beiträge: 416

09.03.2014 18:53
#257 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Das was relativ unveränderbar ist können wir fassen (zum Beispiel einen Stuhl), was veränderbar ist (z.B. Wasser) ist nicht zu fassen.

Aber eigentlich gibt es nichts, das unveränderbar ist.

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True Detective

Michael1 Offline



Beiträge: 840

09.03.2014 18:57
#258 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Wu

Zitat


1) Mahayana-Buddhisten glauben nicht an Schöpfung, weil sie nicht an einen Schöpfer glauben. Es gibt im gesamten Mahayana-Buddhismus keinen Gott, der die Welt schöpfen könnte (Eine ganz logische Angelegenheit: Es gibt kein Ich, keine Seele, also kann es auch kein höchstes Ich, keine höchste Seele geben).
2) Hinduisten glauben nicht an einmalige Schöpfung, sondern an das die Welt samt Göttern immer wieder entsteht und vergeht. Also an einen ewigen Kreislauf, nicht an einen Anfang.

3) In einigen Richtungen treten die persönlichen Götter eh in den Hintergrund. Da ist brahman,eine Art unpersönliche Weltseele, Weltgeist wichtig.

4) Aber es ist amüsant, daß du jetzt versuchst, alle irgendwie gottgläubigen (Auch Polytheisten) und auch Nichtgottgläubigen wie die Mahayanis als für dein Argument mitzuzählen, deren Lehre du sonst nicht teilst. (Und letztlich blieb bei so ner Argumentation die Frage, welcher Gott denn nun die Welt geschaffen hat-


1) Es gibt mehrere Mahayana-Sekten und fast alle sind sie theistisch orientiert. Hinayana Buddhismus könnte man "atheistisch" denunzieren, aber nicht mal da bin ich mir so sicher. Schauen wir uns an, was Buddha über das NIRVANA schreibt:

Zitat
"Es gibt ihr Mönche ein Ungewordenes, Ungeborenes, Ungemschtes, Ungeformtes, wenn es dieses Ungewordene, Ungeborene, Ungemachte, Ungeformte nicht gäbe, würde es keinen Ausweg geben aus dem, was geworden, geboren, gemacht, geformt ist; aber weil es ein Ungewordenes, Ungemachtes, Ungeformtes gibt, darum gibt es auch ein Entrinnen aus dem, was geworden, geboren, gemacht und geformt ist."


Wie Du siehst, Buddha war kein NIHILIST, wie es manche sehen wollen. Hiernach ist NIRVANA die Vereinigung mit dem Absoluten nach der Aufgabe der eigenen Persönlichkeit. Und ohne Ungewordenes, Ungeborenes, Ungemachtes und Ungeformtes, gäbe es auch gar nichts mehr. Buddha wollte keine philosophische Diskussionen über das mystische Erlebnis, sondern Selbstkontrolle und Befreiung von allen Wünschen und Emotionen. Er wollte keine Doktrin lehren, sondern einen Weg zur spirituellen Vervollkommnung zeigen, der im Endeffekt zum NIRVANA führt. Im Zustand "unio mystica" haben alle Mystiker gleiches Erlebnis, auch der Buddha. Nagarjuna sagte:

Zitat
"Die letzte Wahrheit ist weder etwas Seiendes, noch etwas Nichtseiendes, weder etwas, das zugleich Seiend und Nichtseiend ist, noch etwas, das vom Sein und Nichtsein verschieden ist.


Also, die Letzte Wahrheit liegt dazwischen, d. h. das was unter der "Leere" charakterisiert wird. Mittlerer Weg! Erklärung: Das ABSOLUTUM kann im herkömmlichen Sinne kein Seiendes sein, weil Seiendes kausal ist, kein Nichtseiendes, weil es das gar nicht gibt. Also, das Absolutum muss was dazwischen sein. Und das stimmt: Absolutum ist absoluter Geist, weder Seiendes, noch nicht Seiendes. Nagarjuna lehnt Erklärungsversuche über den Ursprung der Welt und über die Ursache unserer irrealen Vorstellungen ab, genau wie Buddha. Beide Mystiker sind der Meinung, dass die Diskussion darüber nichts bringt, weil man diese Erkenntnisse nicht deuten kann. Es fehlen die Worte. Und das stimmt.
Aber, beide sind der Meinung, dass es so etwas geben muss!
2) Was Hinduismus betrifft, so ist Brahmane Shankara anderer Meinung gewesen. Dieser Reformer des Hinduismus führte das Volk wieder zu den Göttern. Die brahmanische Mystik vom Einswerden der Einzelseele mit der unpersönlichen Allseele verliert an Geltung gegenüber der Mystik vom Einswerden der Seele mit einem persönlichen Gott. Hindu-Polytheismus hat immer im Sinn Erscheinungsformen des höchsten Gottes, wenn es um Götter geht. Die Haupt-Erscheinungsformen heutigen Hinduismus; Brahma, Vishnu, Shiva, wobei Brahma Schöpfer, Vishnu Erhalter und Shiva der Zerstörer ist, bilden sog. TRIMURTI. Mehr brauche ich hier nicht schreiben, da es nur einen einzigen Gott gibt, und mehrere Aspekte der Anschauung.
3) Das ist obsolete Meinung.
4) Ich versuche gar nichts, was in diesen Religionen nicht schon vorhanden ist. Mahayana Buddhisten sind theistisch, und im strikten Sinne des Wortes, auch die Hinayana Buddhisten, weil Buddha kein NIHILIST gewesen ist. Seine Mystik erlaubt keine Interpretationen der mystischen Erlebnisse.

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Michael1 Offline



Beiträge: 840

09.03.2014 18:58
#259 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Gysi

Zitat
Nein


Warum nicht?

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Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

09.03.2014 19:01
#260 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Michael1 im Beitrag #259
Gysi

Zitat
Nein

Warum nicht?


Das ist zu hoch für dich, das begreifst du nie.

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Glaubst du noch oder denkst du schon?

Michael1 Offline



Beiträge: 840

09.03.2014 19:02
#261 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat
Das was relativ unveränderbar ist können wir fassen (zum Beispiel einen Stuhl), was veränderbar ist (z.B. Wasser) ist nicht zu fassen.

Aber eigentlich gibt es nichts, das unveränderbar ist.


Du bist mit deiner Logik fast immer im Widerstreit. Das was unveränderbar ist, ist die objektive Realität!

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Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.190

09.03.2014 19:13
#262 Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Michael1
Das was unveränderbar ist, ist die objektive Realität!

Nicht ganz. Das "An-sich-Sein" der Dinge ist für uns Beobachtende nicht zu erfassen, das ist richtig. Aber auch die Objekte ändern sich. Ständig. Sie fließen.

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Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

09.03.2014 20:39
#263 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Michael1 im Beitrag #249
Na was jetzt? Universum oder Multiversum, oder zyklisches Universum, das sind allesamt die selben Begriffe für den, der was davon versteht.


Was sagt die Theorie vom Urknall definitiv über den Zustand vor dem Urknall aus?

Zitat von Michael1 im Beitrag #249
Allesamt sind sie abhängig von etwas, was nicht identisch mit ihnen ist!


Exakt, nämlich vom großartigen Chrmpfgrmfurzer. Alles andere sind irrationale Behauptungen. Nur der Chrmpfgrmfurzer liefert Erklärungen für alles und läßt andere Gottesbilder geradezu lächerlich erscheinen.


Zitat von Michael1 im Beitrag #249
Ewig können, weder Universum noch Multiversum sein,


Der großartige Chrmpfgrmfurzer hat es so eingerichtet, dass das Universum ewig existiert.


Zitat von Michael1 im Beitrag #249
Begreifst Du es gar nicht? Ich habe recht. Ungefähr 7 Milliarden Menschen sind der Meinung dass es einen Schöpfer gibt.




Zitat von Michael1 im Beitrag #249
Alle Christen müssen, ob sie es wollen oder nicht prinzipielle Kreationisten sein, ansonsten wären sie keine Christen mehr. Ein echter Christ glaubt an einen Schöpfer des Himmels und der Erde.


Zwischen normalen Christen und kreationistischen Glaubensfundamentalisten gibt es riesige Unterschiede. Nur Glaubensfundamentalisten glauben daran, dass die von ungebildeten Nomaden überlieferten Schöpfungsmythen 1:1 der Wahrheit entsprechen.


Zitat von Michael1 im Beitrag #249
Muslime sind auch prinzipielle Kreationisten. Hinduisten auch. Buddhisten der Mahayana Schule auch.
Also, wogegen argumentierst Du hier?


Du hast noch die Atheisten vergessen. Die sind Deiner Logik zu folge sicherlich auch verkappte Kreationisten. Und wenn Du noch alle ausserirdischen Kreationisten dazu nimmst, folgt pi mal Daumen das ganze Universum Deinem Glauben.

Wu Offline




Beiträge: 416

09.03.2014 20:42
#264 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Michael1, du suchst dir wie immer nur ein paar Sachen raus, die dir gefallen.

Ein paar wichtige Sachen bei Nagarjuna:

Da ist kein Entstehen, da ist kein Vergehen.
Da ist kein Geist, da ist kein Nicht-Geist.

Letztlich geht es bei Nagarjuna darum alle Varianten ist, ist nicht, ist und ist-nicht, weder ist noch ist-nicht zu bestreiten.

Da bleibt eben keine Idee eines Absoluten mehr übrig. Und erstrecht keine eines ewigen Geistes. huhuhu.

Dann können wir noch ein paar Basics bei Buddha schaun. Seine Lehre nannte er selber Nicht-Seele-Lehre.
Dann lehrte er, das Körper und geist nur abhängig voneinander entstehen und vergehen. Es gibt also keinen Geist ohne Körper.
Und er betonte immer wieder, das Nirvana kein Zustand ist, kein Erlebnis. Also eben kein Unio mystica. Weil es ist ja eben nichts da, womit er sich vereinigen wollte.

Das Nicht-geborene ist eben Nirvana, verlöschen, Nicht-Dasein, Leere. Aus Leere ein Absolutum machen zu wollen wäre lächerlich.

Hinduismus besteht nicht aus Brahma, Vishnu, Shiva. Er besteht genauso aus Kali, Lakshmi, Durga und hunderten anderen Göttern und Göttinnen. Auch da willst du wieder etwas reininterpretieren, was dir in den Kram passt.

Aber wenn ich dich richtig verstehe, sagst du, daß Gott nicht seiendes sein kann. Da sind wir uns ja schon mal einig. Aber das Geist immer etwaas abhängig entstandenes ist, kann er auch nicht Geist sein. (Geist ist ja auch immer irgend ein überbleibsel von einem verstorbenen - das hieße ja, Gott ist tot).
Ein geist kann auch nichts erschaffen, sondern nur etwas erdenken.

Vorher hattest du schon mal kapiert, das es keinen Gott gibt, und später meinst du doch wieder, das es einen gibt. Theistenlogik.

Ja überhaupt: Buddha muss Theist gewesen sein, weil er kein Nihilist war. Coole Argumentation.
Diese Tasse ist nicht weiß. Also muss sie blau sein.


Wie meinte doch R.A. Wilson:


"Der Denker kann alles denken. Er kann denken, dass die Erde eine Scheibe ist oder eine Kugel. Er kann denken, dass er unsterblich, sterblich und beides zugleich ist. Er kann sich u.a. in ein christliches, marxistisches oder buddhistisches Konzept hineindenken. Er kann denken, dass die Amerikaner 1969 nicht auf dem Mond waren.

Der Beweisführer funktioniert nach folgendem Gesetz: Was immer der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen. "

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True Detective

Michael1 Offline



Beiträge: 840

10.03.2014 10:29
#265 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Wu

Zitat



1) Letztlich geht es bei Nagarjuna darum alle Varianten ist, ist nicht, ist und ist-nicht, weder ist noch ist-nicht zu bestreiten.
Da bleibt eben keine Idee eines Absoluten mehr übrig. Und erstrecht keine eines ewigen Geistes. huhuhu.

2) Dann können wir noch ein paar Basics bei Buddha schaun. Seine Lehre nannte er selber Nicht-Seele-Lehre.
Dann lehrte er, das Körper und geist nur abhängig voneinander entstehen und vergehen. Es gibt also keinen Geist ohne Körper.
Und er betonte immer wieder, das Nirvana kein Zustand ist, kein Erlebnis. Also eben kein Unio mystica. Weil es ist ja eben nichts da, womit er sich vereinigen wollte.

3) Das Nicht-geborene ist eben Nirvana, verlöschen, Nicht-Dasein, Leere. Aus Leere ein Absolutum machen zu wollen wäre lächerlich.

4) Hinduismus besteht nicht aus Brahma, Vishnu, Shiva. Er besteht genauso aus Kali, Lakshmi, Durga und hunderten anderen Göttern und Göttinnen. Auch da willst du wieder etwas reininterpretieren, was dir in den Kram passt.

5) Aber wenn ich dich richtig verstehe, sagst du, daß Gott nicht seiendes sein kann. Da sind wir uns ja schon mal einig. Aber das Geist immer etwaas abhängig entstandenes ist, kann er auch nicht Geist sein. (Geist ist ja auch immer irgend ein überbleibsel von einem verstorbenen - das hieße ja, Gott ist tot).
Ein geist kann auch nichts erschaffen, sondern nur etwas erdenken.


Ad 1) Ich bin kein Buddhismus-Experte, aber ich habe wenigstens Palikanon und Nagarjuna Philosophie zu hause; Du wie es scheint, hast keine Ahnung, dass so etwas überhaupt existiert. Bei Nagarjuna ist die letzte Wahrheit etwas, das in der Mitte zwischen allen Gegensätzen existiert, d. h. sie ist das nicht charakterisierbare "Leere". Die "Leere" ist das letzte Prinzip, das in Madhyamika an der Stelle der zahlreichen Dharmas des Hinayana-Buddhismus tritt. Und wir wissen aus meinen Zitat von Buddha über NIRVANA, was es ungefähr sein könnte, denn Buddha verbot jegliche Spekulationen über "unio Mystica". Übrigens, "unio mystica" ist weder identisch, noch verwandt mit NIRVANA. Unaussprechliche ist mystisch, man kann es nicht in die Worte fassen, aber das ist nicht das Nirvana. Nirvana ist ABSOLUTUM, genau wie es Buddha angedeutet hat, und ohne Absolutum kann es gar nichts geben. Du solltest nicht vergessen: Buddhismus ist eine mystische Religion, keine Offenbarungs- und keine Buch-Religion.
Ad 2) Siehe oben! Kein Mensch hat "unio mystica" mit dem NIRVANA synonym verwendet, bis Du gekommen bist. Nirvana ist das ABSOLUTUM, dass alles was existiert generiert, das kann man aus dem Text von Buddha herauslesen, sonst gar nichts. Die mystische Erfahrungen sind unaussprechlich und unerklärlich. Außerdem hat Buddha "verboten" diese Erfahrungen sprachlich zu deuten. Auch im Christentum kehrt alles was gut ist zu Gott zurück.

Ad 3)Schau was Buddha über Nirvana gesagt hat! Alles andere sind sinnlose Lamentationen.
Ad 4) Du musst eines verstehen: Hinduismus hat sich in mehreren Stufen entwickelt.
a) Wedische Religion, die derzeit passe ist und nur historischen Wert hat.
b) Der Brahmanismus mit der unpersönlichen obersten Gottheit. Die Lehre von Brahman und Atman. Schon in Rig-Veda erkennbar.
c) Die dritte Entwicklungsstufe der indischen Religion ist die des neueren Hinduismus. Es kommt zu neuen Hinwendung der Gläubigen zur Gottheit die persönlich ist. Einswerden der Seele mit einem persönlichen Gott-TRIMURTI. Die weibliche Aspekte der Gottheit sind keine Personen. Gott ist weder weiblich noch männlich. Brahmane Shankara versuchte die Gottheit nach dem christlichen Vorstellungen zu konzipieren.
So steht es geschrieben, und so ist es auch!
Ad 5) Gott kann nicht "Seiendes" sein, weil "seiendes" kausal und Kontingent ist, und das absolute Sein, was Gott eigentlich ist, weder Kontingent noch kausal sein kann. Absolutum ist notwendiges unbedingtes SEIN; existiert aus sich heraus. Buddhismus als auch Hinduismus gehen hier mit Christentum konform.
Ich hoffe Du hast es jetzt verstanden. Ich bin enttäuscht von Deinen Ausführungen über Buddhismus und Hinduismus. Außerdem hast Du NIRVANA völlig falsch interpretiert, dass ich nicht "gedeutet" schreiben muss, da es sich beim NIRVANA wahrlich um eine Deutung, und keine Interpretation handelt.

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

10.03.2014 16:49
#266 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

NIRVANA ist Absolutum, dass ist völlig richtig.
Da jegliche Sprache trennt und fragmentiert, ist das Absolute sprachlich nicht zu erfassen.
Meister Eckhart nannte es die Gottheit hinter dem Gott und er sagte, dass darüber keinerlei
Aussage gemacht werden kann.

Geo ( gelöscht )
Beiträge:

10.03.2014 20:54
#267 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #266
NIRVANA ist Absolutum, dass ist völlig richtig.
Da jegliche Sprache trennt und fragmentiert, ist das Absolute sprachlich nicht zu erfassen.
Meister Eckhart nannte es die Gottheit hinter dem Gott und er sagte, dass darüber keinerlei
Aussage gemacht werden kann.

Können tut man schon. Es ist die Eigenheit des Glaubens, solche gekönnten Aussagen als wahr anzunehmen.

Michael1 Offline



Beiträge: 840

12.03.2014 19:37
#268 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Geo

Zitat
........................


Was tut man "können"?

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Michael1 Offline



Beiträge: 840

12.03.2014 19:38
#269 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Reisender

Zitat
..................


Da hatte Meister Eckhart recht.

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Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

13.03.2014 07:14
#270 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Michael1 im Beitrag #268
Was tut man "können"?


Über irgendwelche Gottheiten spekulieren. So wie das die Verfasser der später zu "heiligen Schriften der Wahrheit" verklärten Mythen getan haben.

Michael1 Offline



Beiträge: 840

13.03.2014 12:27
#271 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Blackysmart

Zitat


Über irgendwelche Gottheiten spekulieren. So wie das die Verfasser der später zu "heiligen Schriften der Wahrheit" verklärten Mythen getan haben.


Keiner ist so blind wie derjenige, der nicht sehen will.

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Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

13.03.2014 18:54
#272 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Michael1 im Beitrag #271
Keiner ist so blind wie derjenige, der nicht sehen will.


Du hast Dich gut beschrieben. Du hast Dir freiwillig dogmatische Scheuklappen anlegen lassen und bist nun der Meinung, mit Hilfe dieser Scheuklappen den großen Blick aufs Ganze zu haben.

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

13.03.2014 19:06
#273 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Michael1 im Beitrag #271
Keiner ist so blind wie derjenige, der nicht sehen will.

Keiner ist so dumm wie der Blinde, der den Sehenden sagen will, wo's langgeht.

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Glaubst du noch oder denkst du schon?

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

13.03.2014 21:31
#274 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Zitat von Ahriman im Beitrag #273
Keiner ist so dumm wie der Blinde, der den Sehenden sagen will, wo's langgeht.


"In dunklen Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion geleitet, wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester Wegweiser ist; er kennt dann die Wege und Stege besser als ein Sehender. Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten Blinden als Wegweiser zu gebrauchen."
(Heinrich Heine, dt. Dichter)

Michael1 Offline



Beiträge: 840

14.03.2014 14:02
#275 RE: Atheismus als naiver Realismus........... antworten

Ahriman

Zitat

Keiner ist so dumm wie der Blinde, der den Sehenden sagen will, wo's langgeht.


Und wenn der Sehende "besoffen" ist? Hahahahahaha,,,,,,,,,,

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
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