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 Weltliche Ideologien + Politik
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.028

26.08.2014 15:52
Demokratischer Kommunismus? Antworten

Kommunismus


Wie die Menschheit erwachsen wird

Die Geschichte hat den Begriff anders besetzt, als der Planungsentwurf und die Semantik ihn besetzt. Wir gehen von der Vision und der Semantik aus:

Kommunismus ist die Herrschaft der Gemeinschaft (Kommune) – also Demokratie.

Kommunismus ist auch das Gegenteil von Kapitalismus, der die Herrschaft der Kapitalisten über die Wirtschaft ist. Kapitalismus ist auch das freie Spiel des Kapitals, dem die Kapitalisten ebenso mit Zwängen und Vernichtungsrisiken unterworfen sind.


Im Kapitalismus hat der Produzent (der Arbeiter) selbständig ausschließlich die Funktion des Konsumenten. Er hat die immer höher werdenden Warentürme zu absorbieren, um seinen Arbeitsplatz zu sichern und um die Profite für die Unternehmer zu gewährleisten. Die Produktion obliegt dem Kapitalisten. Der Produzent produziert nach ihren Entscheidungen.

Im Kapitalismus ist der Produzent der natürlichen Funktion der Wirtschaft entfremdet: Der Produzent produziert in unentfremdetem Zustand Dinge, die er braucht. D.h., die Produktion vollzieht sich nach seinem Plan. In einem unentfremdeten Zustand beherrscht der Produzent die riesigen Potenziale seiner Produktivität. Er interessiert sich für das, was er tut, er ist sich bewusst, was er braucht und brauchten könnte. Was für ein Lustgewinn, sich der Kraft seiner Arbeit wirklich bewusst zu sein!
Im Kapitalismus ist es jedoch so, dass die Produktion lediglich „dem Verwertungsinteresse des Kapitals“ dient (Marx).

Aber muss Kapital muss nicht absorbiert werden, weil sonst das Unternehmen pleite macht ? Lotet der Unternehmer nicht über die Marktforschungsinstitute die Bedürfnisse der Konsumenten aus, nach denen er produziert (resp. produzieren lässt)? Greift im Kapitalismus nicht harmonisch die eine die andere Hand?

Ja. Scheinbar. Der Produzent ist auf seine Rolle als freier Konsument eingeschränkt. In der Produktion ist er nicht frei sondern abhängig. Würde der Produzent die Makroökonomie – also der gesamten Volksproduktion - zum Beispiel über einen Fünf-Jahres-Plan selbst bestimmen dürfen, käme er möglicherweise – oder auch sehr gewiss! - zu dem Ergebnis, mit seiner erfreulicherweise immer stärker werdenden Arbeitsproduktivität wertvollere Dinge zu schaffen, als den zu Recht oft beklagen Wohlstandsmüll zu schaffen, zu dem er per Werbesuggestion auch noch erfolgreich angehalten wird, ihn zu kaufen. Dem Kapitalisten ist das egal, ihn interessiert nur die Verwertungsmöglichkeit, nicht die Qualität der Produktion.

Der Produzent ist der souveränen Position eines bewusst selbst entscheidenden Subjektes beraubt. Er ist dazu erzogen, nur an seine Kohle zu denken und was er damit so alles anstellen kann. Er ist dazu erzogen, das Geld möglichst nur für sich auszugeben. Er ist dazu erzogen, seinen gesellschaftlichen Status über den quantitativen Wert seines Eigentums zu definieren. Der Kapitalismus erzieht die Produzenten zum blinden Konsum und Egoismus. Die Verantwortung fürs Ganze würde ihn automatisch zu einem Gemeinschaftswesen machen, mit einem entsprechend höheren Selbstwertgefühl!

Die Masse der Produzenten – also das ganze Volk – sollte an der Gestaltung eines 2-, 5- oder 10 Jahresplanes beteiligt werden. Er kann selbstverständlich auch im Laufe der Jahre unter veränderten Bedingungen korrigierbar sein.

Die Bürger können aber auch schon jetzt als Konsumenten lernen, kritischere und bewusstere Einkäufe und Geldausgaben zu tätigen! Eine veränderte Nachfrage führt zu einer veränderten Produktion. Wenige können mit gutem Beispiel vorangehen. Es kommt darauf an, es für die anderen fruchtbar zu machen. Wenn eine politische Reformation nicht sofort hergestellt werden kann – und davon müssen wir leider ausgehen – so könnten doch Wenige immer mehr Leute begeistern! Eine – wenn auch schleichende – Bewusstseinsrevolution wird zu generellen politischen Veränderungen führen!

Ein mit Verantwortung bereicherter Produzent würde auch nicht über jeden Cent mehr an Steuern – also Gemeinschaftsabgaben – jammern. Denn er weiß, dass das Geld oft sinnvoll investiert wird, und darum zahlt er die Stern gern! Er wäre auch dafür, mehr Steuern zahlen zu wollen, wenn sie für bessere Medizinforschung, Krankheitsprävention, Erziehung, Kitas, Vorschulbildung, Verbrechensprävention, mehr Bildung, Umweltschutz, Armutsbekämpfung, psychoanalytische Verhaltenskunde, Tierschutz, Friedenspolitik, Raumfahrt und Wissenschaft gezielt ausgegeben würde.
Dank der ständig steigenden Produktivität hat der Fortschritt der Menschheit Fahrt aufgenommen. Und mit weiterer Steigerung und gezielter – und umweltverträglicher - Steuerung der Produktion kann sie das noch viel deutlicher tun.

Ein mit Verantwortung bereicherter Produzent würde mit der kindischen Albernheit aufhören, mit seinen Nachbarn mit materiellen Statussymbolen zu konkurrieren. Er würde mit ihm eher mit Ideen konkurrieren, wie man z.B. mit Spenden oder neuen Stiftungen oder Strukturveränderungen, Diskussionsforen und so weiter das eigene Leben und das der Gemeinschaft immer besser machen kann! Der immer höher werdende Verdienst zum Eigengebrauch könnte aus eigenen Stücken in gemeinschaftsdienliche Projekte gehen. Die egoistischen Bedürfnisse dürfen und sollen nicht vernachlässigt werden. Aber was und wieviel braucht man eigentlich wirklich nur für sich?

Kommunismus ist der oberste Reifegrad einer DEMOKRATIE!


Was der Kommunismus nicht ist

- Der Kommunismus ist keine Irrealia ohne Arbeit und Arbeitspflicht.
- Auch der Kommunismus ist leider nicht zwingend eine Gesellschaft ohne Verbrechen. Er ist nicht ohne Gesetze, - Strafverfolgung und Strafvollzug.
- Auch da gibt es natürlich das Geld als Verrechnungseinheit für Waren- und Leistungswert.
- Er ist selbstredend eine Gesellschaft mit Kapital, und zwar mit einer intensiven Kapitalausstattung! Das Kapital ist nichts Böses an sich. Es verkörpert Produktivwerte, und Produktion ist per sé menschlich, menschlich notwendig und daher gut!
- Auch der Kommunismus hat Märkte und (begrenzt) Finanzmärkte!
- Auch er schaltet die Löhne nicht alle gleich!
- Auch er kennt Umsatzschwankungen und Wirtschaftskrisen.
- Auch er besteht aus Menschen, die Fehlentscheidungen treffen können!
Der Kommunismus ist auch nicht zwingend eine Gesellschaft. lauter Kommunikationisten. Kommunikationismus ist ein Erkenntnisergebnis, eine Bewusstseinsform, aber keine Gesellschaftsform. Eine Gesellschaftsform ist der Kommunismus. Kommunikationismus öffnet einem humanistischen Kommunismus daher aber gewiss die Tore. Er wäre das Ergebnis einer Bewusstseinsrevolution. Langsam oder schneller durchgesetzt, egal: Es kommt auf die Verklappung der Gesellschaft an in einer grundsätzlich andere Qualität! Über die Schiene einer politischen Revolution kann sich eine entwickelte Demokratie wie z.B. die unsere eh nicht ändern. Und das sollte sie und das muss sie auch nicht, weil sie jeglichem Änderungsbegehren des Volkes folgen kann!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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