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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 274 Antworten
und wurde 9.260 mal aufgerufen
 Christentum
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Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

04.11.2014 13:30
#51 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Colt im Beitrag #50
Es gibt Glaubensquallen. Ist doch auch sowas wie ein Fabelwesen
... JA ... .. und ich glaube auch dran

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.983

04.11.2014 14:30
#52 Wer ist Gott? antworten

Zitat von Colt
Dann wird man Antworten erhalten.

Nur wenn du weiter diskutieren möchtest:
1. Wie sahen deine Fragen aus?
2. Wie die Antworten?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Colt Offline



Beiträge: 85

04.11.2014 14:58
#53 RE: Wer ist Gott? antworten

Klar.

1. Ich stellte Gott ein Ultimatum. Entweder er zeigte mir jetzt was abgeht, oder das wars. Ein Leben reicht nicht aus alle Religionen der Welt zu studieren. Also wollte ich Klartext. Meine Frage: Gibt es Gott und wenn ja, welches Wesen hat er? Ich machte außerdem klar, dass ich Schweigen als "Nein, es gibt keinen Gott." deuten würde.
Die Antwort auf diese Frage kam in Form einer übernatürlichen Erfahrung, die ich noch nie zuvor hatte und seither nicht mehr gehabt habe. Mir wurde gesagt, dass er existiert. Außerdem wurde mir die Möglichkeit gegeben das Gefühl, das er für uns hat, zu empfinden. Dieses Gefühl kann ich nur als bedingungslose, nicht endende Liebe beschreiben. Es war eine krasse Grenzerfahrung. Aber ich hatte meine Anfrage ja auch krass gestellt ;)

2. Hat irgendeiner von den Kollegen hier auf der Welt eine Ahnung von Gott?
Nun wusste ich, dass Gott existiert. Das brachte mir erst einmal nichts, das alleinige Wissen konnte ich nicht in mein Leben integrieren. Ich verbrachte 10 Jahre damit, auf eigene Faust nach ihm zu suchen. Wie gesagt, probierte ich in dieser Zeit unterschiedliche Dinge aus in der Hoffnung, einen Kontakt herzustellen. Nichts davon funktionierte. Bis ich nach 10 Jahren auf die Idee kam, diesen Gott um Hilfe zu fragen. Im Grunde sagte ich: Hör mal, ich such' mir hier einen ab und habe keine Lust mehr. Ich mach' einen Deal mit dir. Du zeigst mir, wer mir helfen kann irgendwas aus dem zu machen, was wir hier haben, und ich werde mich darauf einlassen; egal wen du mir schickst. Ich knüpfte an diese Person 2 Merkmale, damit ich mir sicher sein konnte und mir nichts einredete. Ein paar Monate später stand er dann vor mir und ich wusste, das ist er.
Das Problem: Er war Pastor. Die Christen hatte ich eigentlich hinter mir gelassen. Aber ich versprach, offen zu sein. Also hörte ich mir an, was er zu sagen hatte. Und das war anders, als alles was ich je in Gottesdiensten der Landeskirche gehört hatte. Ich lernte den Unterschied zwischen Zettelchristen ("steht in meinem Pass") und Christen, die ihren Glauben authentisch leben. Ich hatte zuvor nichts erlebt, was damit zu vergleichen wäre. Also schaute ich mir das Ganze 1 Jahr lang an; hinterfragte, diskutierte und kritisierte alles mögliche. Am Ende dieses Jahres war ich überzeugt, dass dies der richtige Weg ist.

Ich versteh also nur zu gut, wenn jemand sagt, er glaubt anderen Menschen nicht wenn sie vom Glauben erzählen. Ich könnte selbst niemals blind glauben. Aber man muss eben auch offen sein, sich auf ein Abenteuer einzulassen.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.983

04.11.2014 18:50
#54 Wer ist Gott? antworten

Hier kann man auch ein Abenteuer erleben - das des Dialogs.

Aber deine Antwort von einem "Wissen" von Gott überzeugt nicht nicht. Redest du noch vom Glauben wenn du weißt?

Du hattest doch eine Gotteserwartung in deinem Herzen - oder im Kopf. In den Venen, egal. Und dann geschah etwas, was dir angenehm war, ausgehend von diesem Pastor. Das interpretierst du jetzt als Gotteserfahrung.

Angenehm ist mir auch vieles. Zum Beispiel Erkenntnisleidenschaft. Zu seinen Gefühlen und Gedanken stehen und sie ausbauen zu können, macht glücklich! Ist dieses Angenehme meine Gotteserfahrung? Ich denke nicht...

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Colt Offline



Beiträge: 85

04.11.2014 19:07
#55 RE: Wer ist Gott? antworten

Es ist auch nicht dafür gedacht, dich zu überzeugen. Diese Erfahrung wurde mir geschenkt, weil ich spezielle Ansichten über mich und die Welt hatte. Sie war die beste Reaktion für mich zu dieser Zeit an diesem Ort. Sie funktioniert daher auch nur für mich. Andere Menschen haben das anders erlebt. Beziehungen werden eben von jedem anders erlebt. Gott verstehen wir als soziales Wesen, das Beziehung zu uns haben will. Was ich gut finde, muss dich nicht überzeugen. Du könntest aber deine eigenen Antworten haben.
Ja, ich hatte eine Gotteserwartung. Die Tatsache, dass mir gerade ein Pastor was darüber erzählen sollte, war allerdings alles andere als angenehm. Ich hatte als Kampfsportler starke Sympathien für den Buddhismus, teilweise auch für etwas, das ich als esoterische Strömung bezeichnen würde. Ich hätte mich GERNE auf alles eingelassen, nur auf einen Christen nicht. Aber so war es nunmal. Glaub nicht, ich hätte nicht in Erwägung gezogen, dass ich meine Erwartungshaltung auf Personen projezierte. Ich bin da sehr selbstkritisch. Deshalb auch das 1 Jahr als Beobachter.

Du hast Recht, ich weiß. Wenn ich vom Glauben rede, meine ich damit meine Spiritualität.

Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

05.11.2014 12:16
#56 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Colt im Beitrag #53
Ich könnte selbst niemals blind glauben. Aber man muss eben auch offen sein, sich auf ein Abenteuer einzulassen.
.. ach so du kannst nicht blind glauben , glaubst aber an Elfen und Fabelwesen die du nicht sehen kannst , aber dann läßt du dich auf genau dieses Abenteuer ein .. alles nur Widersprüche von dir ...

Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

05.11.2014 12:21
#57 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Colt im Beitrag #53
Hat irgendeiner von den Kollegen hier auf der Welt eine Ahnung von Gott?
.. ich .. was bitte möchtest du denn gerne wissen ...

Reklov Offline




Beiträge: 4.586

07.11.2014 11:23
#58 RE: Wer ist Gott? antworten

Hallo S. Wolfe,

ich bin neu in diesem Forum, allerdings nicht unbeschlagen, was Themen und Gedanken angeht, welche sich mit der Transzendenz beschäftigen. -
>> GOTT << ist zunächst mal eine Wortchiffre für das "Unbekannte"! - Teile der kosmischen Wahrheit konnten die Religionen zwar richtig erkennen oder zumindest deuten. Ihr Fehler liegt aber darin, dass sie glauben, damit schon die ganze Wahrheit in ihren Händen zu halten!
Aus solchen Teilwahrheiten erwächst - besonders bei religiösen Fanatikern - eine unterbewusste Angst, evtl. falsch zu liegen. Andersgläubige sind in diesem Fall der besonders störende Angriffspunkt für die eigenen verdrängten Zweifel. Man möchte seinen Glauben durch nichts gestört sehen. Weder durch Andersgläubige, noch durch philosophische Gedanken über den Begriff GOTT.
GOTT kann an sich nur durch das definiert werden, was er nicht ist!

An diesem Gedicht von Dionysius Areopagita wird der Versuch einer sprachlichen Lösung für dieses uns gegenüber stehende Rätsel sehr gut vor Augen geführt:

>> Die erste Ursache von allem ist weder Sein noch Leben;
denn sie ist es ja gewesen, die Sein und Leben erst erschaffen.

Die erste Ursache ist auch nicht Begriff oder Vernunft;
denn sie ist es ja gewesen, die Begriffe und Vernunft erst erschaffen.

Die erste Ursache ist auch nicht an einem bestimmten Ort zu finden,
weder an einem Ort im Raum, noch an einem Ort in Gedanken;
denn jeder Ort ist ja nur ein Geschöpf.

Nichts in dieser Welt ist die erste Ursache;
denn alles in dieser Welt ist ja von ihr erschaffen.
Und dennoch ist sie keineswegs ohne Macht:
Denn sie hat doch alles erschaffen, alles ins Sein gerufen, was ist.
Und Schöpfung, Ruf ins Sein, braucht eine Macht,
damit auch wirklich etwas entsteht.

Und dennoch ist die erste Ursache auch keine Macht,
denn sie ist es ja gewesen, die die Macht erst erschaffen hat. <<

Gruß von Reklov

Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

07.11.2014 11:33
#59 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #58
ich bin neu in diesem Forum, allerdings nicht unbeschlagen, was Themen und Gedanken angeht, welche sich mit der Transzendenz beschäftigen. -

.. na dann auch von mir ein herzliches willkommen .. freuen wir uns auf spannende und auch interessante Beiträge

Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

07.11.2014 11:37
#60 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #58
Man möchte seinen Glauben durch nichts gestört sehen.
... das bin ich aber anderer Ansicht , denn der Glaube ist eine Erziehung , in der Umgebung , in dem Elternhaus in dem man aufwächst , diesen Glauben hält man für den richtigen ... also ist im Prinzip der Glaube eine Gehirnwäsche ...

Reklov Offline




Beiträge: 4.586

07.11.2014 14:27
#61 RE: Wer ist Gott? antworten

Der Glaube mag in einigen Fällen als Gehirnwäsche angesehen werden. Er hat aber nicht nur in den großen Weltreligionen seine Wirkung entfaltet. Vergessen wir nicht die Freidenker und die großen Mystiker aus unserer Mitte, welche die geistige Kraft zu eigenen Gottesvorstellungen in sich kultivieren konnten! Abseits der Dogmen. Glaube ist kein Wissen um Beweisbares, sondern ernährt sich aus anderen geistigen Strömungen.

Interessant bleibt, dass es auch unter vielen Naturwissenschaftlern gläubige Menschen gibt. Je mehr sie forschen, desto mehr staunen sie über einen Mikro- und Makrokosmos, welcher ja auch uns Menschen als "Geschöpfe" umgreift! Keiner von uns wird wohl sagen wollen, dass er für das Szenarium des Universums verantwortlich sei!?
Gruß von Reklov

Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

07.11.2014 14:36
#62 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #61
Abseits der Dogmen. Glaube ist kein Wissen um Beweisbares, sondern ernährt sich aus anderen geistigen Strömungen.
.. dann klär uns doch mal auf , welche anderen geistigen Strömungen das wohl sind , da bin ich aber gespannt

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 641

14.11.2014 17:16
#63 RE: Wer ist Gott? Es ist dein DAIMON antworten

Man kann sich fragen, woher die obsessive Auseinandersetzung mit der Gottesfrage kommt. Wobei ich sagen kann, dass ich im gleichen Spital krank bin oder war, wie man bei uns sagt. Für viele Menschen ist die "Gottesfrage" gar kein Thema. Sie leben einfach und kümmern sich um anderes Ich denke es ist eine Charaktersache, die in den Genen ist. Gott ist jedenfalls kein Geistwesen, das denkt und fühlt wie uns, sondern ein Prinzip, weshalb die endlose Diskussion über seine Existenz/Nichtexistenz zu nichts führt. Denken ist immer mit Gefühlen, mit der Gestimmtheit, verbunden.

Für mich stellen sich zeitlich unterschiedlich mal stärker mal schwächer verschiedene Fragen. Ich fragte mich einmal intensiv, was das Individuelle der Person, meiner Person ausmacht. Dies ausgehend vom Gedanken, dass alle Gedanken und philosophischen Ideen schon 1000-fach gedacht worden sind. Als Ergebnis fand ich damals, dass nur Zeit und Ort der Geburt (meiner Geburt) verschieden ist. Das ist wahrscheinlich falsch, da die Gene, die ich bekommen habe, von der Kombination her einzigartig sind (wie bei jedem Menschen) und auch das soziale, ökonomische, kulturelle Umfeld einzigartig ist.

Mit dem grossen Atheisten D'Holbach bin ich überzeugt, dass wir alles, was wir über Gott denken und fühlen, aus uns selber, aus unserer Person nehmen. Nun, man könnte sagen, Gott ist in uns drin. Aber ist das wirklich "Gott", ist diese Vorstellung nicht eine Vermessenheit? Wenn man bedenkt, dass Gott das unvorstellbar Absolute sein soll, Anfang und Ende des Universums; da ist es doch undenkbar, dass wir etwas über ihn wissen können sollen. Die negative Theologie sagt, das Gott jenseits jeglicher Vorstellung ist. Was negative Theologie ist, könnt ihr selber bei wiki nachlesen. Bis zur Nichtexistenz Gottes ist es ein kleiner Schritt.

Unser Gottesvorstellung, wenn wir eine haben, hat mit Gott nichts zu tun, sondern mit unserem Daimon. Auf diesen Gedanken, den ich hier näher ausführe, bin ich schon einmal gestossen. Dieser Gedanke geht auf die antiken Denker zurück. Die Alten/Antiken waren keine Spinner. Die Philosophie ist zeitlos. Man muss ihr Denken nur in die heutige Zeit übersetzen.
Der Daimon ist nichts dämonisches, sondern, allgemeine gesagt, der innere Kern, unserer Persönlichkeit und noch einige Dinge mehr. Im Daimon, lat. Genius ist auch die Gottesvorstellung verankert, wozu auch das ethische Prinzip gehört: Die Vorstellung der Werte, und das Gewissen etc.

In der älteren griechischen Vorstellen stand "Daimon" für eine dunkle und rätselvolle Kraft, die den Menschen ihr Lebenslos zuteilt. Das Zugeteilte machte den Einzelnen glücklich, eu-daimon, oder unglücklich, kako-daimon. Jedes menschliche Wesen hatte mit seinem Daimon zu leben: Die Beziehung begann mit der Geburt und endete mit dem Tod. Es gibt da auch noch die Vorstellung der drei Schicksalsgöttinnen Moiren oder lat. Parzen. Die eine spinnt den Lebensfaden, die andere misst ihn ab, die dritte schneidet ihn durch, am Punkt des Todes, der vor dem Ende des Lebensfadens sein kann. Das sind alles Vorstellungen, die cum grano salis zu nehmen sind, also nicht bierernst gemeint sind. Die Vorstellungen sind nicht immer kohärent, auch die vom daimon nicht.

Der daimon ist teilweise überindividuell:
Der erste Versuch einer philosophischen Deutung erfolgte durch Heraklit. Sie bestand aus drei verflochtenen Wörtern: "Ethos Anthropo Daimon". Übersetzt man bloß das Mittlere erhält man "Das Ethos ist dem Menschen Daimon", wobei "Ethos" so viel wie "Haltung", "Verhalten", "Eigenart", "Wesen", "Gesinnung" oder "Sitte" heißt, also die in sich selbst begründete Art des CHARAKTERS und des Denkens, moderner formuliert: die INDIVIDUALITÄT. "Daimon" wiederum bedeutet sowohl "Zuteiler" als auch "Schicksal". Eine mögliche Übersetzung wäre: "Des Menschen Eigenart ist sein Schicksal".

Mit "Daimon" meint Heraklit das persönliche Los, den inneren Zufall, den Zustand, den es für jeden zu meistern gilt. Es handelt sich um etwas, von dem wir besessen, auf das wir ganz und gar versessen sind, weil dieses "Etwas" uns ausmacht, weil wir es selber sind. Dabei muss man nicht dem Glauben an das Schicksal oder gar dem an Dämonen verfallen sein, um an sich selbst eine GESTIMMTHEIT existentiellen Themen gegenüber beobachten zu können. Diese Gestimmtheit ist unser je schon vorhandenes WESEN. Und es hat genügend potentielle KRAFT, um auch zum Motor und Wegweiser philosophischen (oder religiösen) Denkens zu werden.

Bei den Römern hiess der daimon genius. Ursprünglich im Wortsinn ist damit die Zeugungskraft des Mannes gemeint, im übertragenen Sinne die schöperische geistige Kraft, eben das Genie eines Menschen. Oder die Libido gemäss C.G. Jung, allgemein die seelische Energie, nicht nur die sexuelle. Bei Schopenhauer wäre der daiomon die persönliche Ausformung (Objektivation) des an sich blinden Willens, wobei Drang der bessere Ausdrück wäre für das metaphysische Prinzip.

Den daimon/genius kann man als innere Wirkprinzip einer Person bezeichnen. Er hat eine energetische Komponente, als auch eine gestaltenden Komponente der Individualität: Das principium individuationis ist im daimon/genius jedes Menschen, also auch bei den Frauen. Bei den Römern, galten die Frauen nicht so viel. Das entsprechende Prinzip in den Frauen war überindividuell: die Göttin Juno, die bei der Geburtshilfe half. Die Frau war also mehr auf ihre biologische Rolle fixiert.

Bei Schopenhauer ist das principium individuationis, die Ausgestaltung der Vielheit, welche das Urprinzip, der in allen Wesen und Dingen wirkende metaphysische unpersönliche Wille verdeckt.
Bei C.G. Jung bezeichnet es die existentielle Aufgabe des Menschen, um die er nicht herumkommt:
Nietsche würde sagen: Werde, der du bist. Dabei ist die Gottesvorstellung nebensächlich.

The principle of individuation defines the essence of the human [Wesen des Menschen]. It is
absolutely fundamental to human beings to distinguish themselves from their
surroundings. This is the essential nature of individual consciousness: to be itself,
it must create distinctions and separateness. It is in accord with human nature,
therefore, to seek individuation. Individuation is not optional, not conditional, not
subject to vagaries of cultural differences. It is essential.

__________________________________________________
RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

Shane Wolfe Offline



Beiträge: 16

14.11.2014 19:37
#64 RE: Wer ist Gott? Es ist dein DAIMON antworten

@ Colt:
Das klingt beeindruckend und ein stückweit nachvollziehbar: Warum nicht? Nach Gott rufen, wenn es ihn gibt, dann kann er sich sicher auch zeigen und wenn nicht, dann gibt es eben keinen Gott.

Würdest du sagen, Gott kann man so (ja tönt jetzt bescheuert) "kennenlernen"?

Colt Offline



Beiträge: 85

14.11.2014 22:09
#65 RE: Wer ist Gott? Es ist dein DAIMON antworten

Zitat von Shane Wolfe im Beitrag #64
@ Colt:
Das klingt beeindruckend und ein stückweit nachvollziehbar: Warum nicht? Nach Gott rufen, wenn es ihn gibt, dann kann er sich sicher auch zeigen und wenn nicht, dann gibt es eben keinen Gott.

Würdest du sagen, Gott kann man so (ja tönt jetzt bescheuert) "kennenlernen"?



Für mich einer der besten Wege, mit solchen Fragen aufzuräumen. Das ist aber Typsache. Ich war schon immer so, dass ich lieber ins Football Training gegangen bin, wenn mich das neugierig machte, anstatt anderen dabei zuzuschauen oder ewig darüber zu diskutieren. Ich denke es ist der natürlichste Weg, Gott so kennen zu lernen.

Laut Bibel sagt er: Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.983

15.11.2014 14:38
#66 RE: Wer ist Gott? Es ist dein DAIMON antworten

Zitat von Shane Wolfe
Das klingt beeindruckend und ein stückweit nachvollziehbar: Warum nicht? Nach Gott rufen, wenn es ihn gibt, dann kann er sich sicher auch zeigen und wenn nicht, dann gibt es eben keinen Gott.

Hat Gott nicht die Freiheit, zu antworten oder nicht?
Hat Gott uns alle Freiheit gegeben, aber er hat sie aus sich heraus nicht?
Woher weißt du das?

"Wenn du nicht antwortest, dann gibt es dich eben nicht, ätsch!" Was ist denn das für eine Realitätsreflexion?

WENN man von einer Gottesexistenz ausgeht, sollte man nicht auch davon ausgehen, dass er uns nicht so wohl gesonnen ist? Warum sollte er? Weil wir das wollen?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

18.11.2014 11:17
#67 RE: Wer ist Gott? Es ist dein DAIMON antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #66
WENN man von einer Gottesexistenz ausgeht, sollte man nicht auch davon ausgehen, dass er uns nicht so wohl gesonnen ist? Warum sollte er? Weil wir das wollen?
.. nicht weil "wir" , oder die daran glauben, es so wollen sondern weil man damit Druck und Macht ausüben kann und diese Leute dafür empfänglich sind , aus welchem Grunde auch immer

Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

18.11.2014 11:20
#68 RE: Wer ist Gott? Es ist dein DAIMON antworten

Zitat von Colt im Beitrag #65
Laut Bibel sagt er:
.. was bitte soll eigentlich immer dieser nichtssagende Spruch "die Bibel hat gesagt" die Bibel kann nix sagen und ist von Menschen geschrieben worden und dementsprechend manipuliert worden , also ist die Bibel ein Märchenbuch

Reklov Offline




Beiträge: 4.586

21.11.2014 10:30
#69 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Wenn du also Beweise für Gott willst, die über Logik und Philosophie hinaus gehen, musst du bereit sich dich auf diese Erfahrung einzulassen; weil eben dieser Bereich auch erfahrbar ist. Für mich ging es nicht anders. Menschen erzählen dir alles mögliche, dachte ich. Darauf gab ich einen Furz. Für mich zählte nur, was ich selbst erfahren und nachprüfen konnte. Und das ist möglich. Man muss offen dafür sein und Gott ehrlich bitten, einem zu zeigen ob er der ist, der er behauptet zu sein. Dann wird man Antworten erhalten.



@Colt,
Deine Zeilen kann ich nachvollziehen, denn auch mein Leben wurde durch Erfahrungen geprägt, die man rein logisch oder philosophisch nicht erklären kann. Auf mich wurde niemals religiöser Druck ausgeübt und ich bin schon als junger Mann aus der ev. Gemeinde ausgetreten, weil ich meine, dass Religionen und Gott nur sehr wenig gemeinsam haben! -
Meine Beschäftigung mit der Transzendenz wurde davon aber in keiner Weise beeinfluss oder geschmälert, denn das große Rätsel über das woher und wohin, ist nun mal - neben der Partnersuche, der Wahl des Berufes und des Wohnortes - eine der Fragen, die uns beschäftigt. Den einen mehr, den anderen allerdings weniger!

Dass es aber auch den Unglauben gibt, liegt in der Natur der Sache, denn wir leben nun mal in einer "dualen Welt" der Gegensätze, in der jede Münze zwei Seiten hat.
Das Christentum denkt z.B. dual: >Hier Gott, da seine Schöpfung<. Der Buddhismus denkt: >Alles ist eins.<
Jesus sagt in der Bibel: >Mein Vater und ich sind eins.<

Vielleicht sollten wir aufhören, uns in dualen Gegensätzen gedanklich und sprachlich zu verhärten und mehr die "eine Quelle" im Auge behalten, aus der wir ja schließlich alle kommen müssen, denkt man den Urgrund des nicht erforschteren kosmischen Prozesses bis zu einem "ersten Beweger, welcher aber selbst von nichts bewegt wird..." (Sokrates) durch!
Gruß von Reklov

Colt Offline



Beiträge: 85

21.11.2014 10:45
#70 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #69

Zitat
Wenn du also Beweise für Gott willst, die über Logik und Philosophie hinaus gehen, musst du bereit sich dich auf diese Erfahrung einzulassen; weil eben dieser Bereich auch erfahrbar ist. Für mich ging es nicht anders. Menschen erzählen dir alles mögliche, dachte ich. Darauf gab ich einen Furz. Für mich zählte nur, was ich selbst erfahren und nachprüfen konnte. Und das ist möglich. Man muss offen dafür sein und Gott ehrlich bitten, einem zu zeigen ob er der ist, der er behauptet zu sein. Dann wird man Antworten erhalten.


@Colt,
Deine Zeilen kann ich nachvollziehen, denn auch mein Leben wurde durch Erfahrungen geprägt, die man rein logisch oder philosophisch nicht erklären kann. Auf mich wurde niemals religiöser Druck ausgeübt und ich bin schon als junger Mann aus der ev. Gemeinde ausgetreten, weil ich meine, dass Religionen und Gott nur sehr wenig gemeinsam haben! -
Meine Beschäftigung mit der Transzendenz wurde davon aber in keiner Weise beeinfluss oder geschmälert, denn das große Rätsel über das woher und wohin, ist nun mal - neben der Partnersuche, der Wahl des Berufes und des Wohnortes - eine der Fragen, die uns beschäftigt. Den einen mehr, den anderen allerdings weniger!

Dass es aber auch den Unglauben gibt, liegt in der Natur der Sache, denn wir leben nun mal in einer "dualen Welt" der Gegensätze, in der jede Münze zwei Seiten hat.
Das Christentum denkt z.B. dual: &gt;Hier Gott, da seine Schöpfung&lt;. Der Buddhismus denkt: &gt;Alles ist eins.&lt;
Jesus sagt in der Bibel: &gt;Mein Vater und ich sind eins.&lt;

Vielleicht sollten wir aufhören, uns in dualen Gegensätzen gedanklich und sprachlich zu verhärten und mehr die "eine Quelle" im Auge behalten, aus der wir ja schließlich alle kommen müssen, denkt man den Urgrund des nicht erforschteren kosmischen Prozesses bis zu einem "ersten Beweger, welcher aber selbst von nichts bewegt wird..." (Sokrates) durch!
Gruß von Reklov



Vieles von dem was du schreibst, und das verfolge ich aufmerksam, kann ich ebenfalls nachvollziehen und lässt auf jemanden schließen, der viel Zeit mit diesen Fragen verbracht hat.
Auch ich bin aus der Kirche ausgetreten, allerdings an dem Tag, an dem ich meinen Weg mit Jesus begonnen habe. Studiert man sein Leben aufmerksam, stellt man fest, dass in den Kirchen vieles passiert, wogegen er sich eigentlich ausgesprochen hat.
Deine Zeilen zum Unglaube kann ich ebenfalls unterstreichen. Ich hoffe, es kam nicht so rüber, als sei ich dem gegenüber "feindselig" eingestellt o.ä. Ich habe genug Freunde, die Atheisten sind und unterstütze einen freien Markt der Weltbilder. Da für mich als Christ der Glaube nur dann transformierend und bereichernd wirkt, wenn er aus freiem Willen angenommen wird, muss es einen freien Markt geben. Ich selbst bin nur hier, um dem Suchenden unsere Antworten zu geben, damit er auf dem freien Markt und durch eigene Gedanken zu seiner freien Entscheidung kommen kann.

Reklov Offline




Beiträge: 4.586

21.11.2014 11:03
#71 RE: Wer ist Gott? Es ist dein DAIMON antworten

Zitat
.. was bitte soll eigentlich immer dieser nichtssagende Spruch "die Bibel hat gesagt" die Bibel kann nix sagen und ist von Menschen geschrieben worden und dementsprechend manipuliert worden , also ist die Bibel ein Märchenbuch


@Glaubensqualle,
zunächst sollte man die Bibel wenigstens einmal durchgelesen haben! - Die wenigsten sog. Christen haben dies getan.
Das schließt aber ein Verstehen der unterschiedlichen Texte nicht automatisch mit ein! - Der Bibeltext sollte historisch, psychologisch und philosophisch aufgenommen wären, sonst ist der antike Text aus dem Lebensbereich semitischer Wanderhirten nicht richtig zugänglich!
Am Text der Bibel haben über 40 Autoren in einem Zeitraum von etwa 1300 Jahren mitgewirkt und sie enthält:
Die Geschichtsbücher, die Lehrbücher, die prophetischen Bücher, Lieder, Gebete, Gedichte und Briefe. -
Die Bibel ist und bleibt auch für unsere moderne Zeit als wertvolles Kulturzeugnis überaus interessant, denn die Wesenszüge des Menschen haben sich in ihrer Grundstruktur seitdem nicht entscheidend verändert.
In den Berichten und Parabeln der Bibel kann der Leser die Denkweisen antiker Menschen des vorderen Orients erfahren und dabei in den Spiegel schauen.
Das ist weitaus förderlicher, als den Bibelinhalt lediglich leichtfertig und laienhaft als "Märchenbuch" zu deklarieren.

In vielen alten Sagen der Völker vermischen sich stets Fiktion und Realität! - Auch unsere germanische Sage über die NIBELUNGEN leitet ihre Ausschmückung aus historischen Tatsachen ab. Details führe ich bei Interesse gerne an!
Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.586

23.12.2014 16:57
#72 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Wir können die Existenzfragen heute besser beantworten.


@Gysi,
Dein Wort "besser" hat wenig Gewicht, denn es deutet keinerlei Orientierung auf der menschlichen Bewusstseins- oder Erkenntnisskala über das Universum an! Vom rein geistigen Bereich, der ja mit seiner transzendenten Logik ganz andere Felder berührt, als die praktische Logik der Naturwissenschaften, will ich hier noch gar nicht zu schreiben anfangen.
Will man also alle >Weisen des Umgreifenden< berücksichtigen, darf man nicht nur im Gegenständlichen hängen bleiben!

Der Mensch ist sich nach wie vor ein Rätsel geblieben und auch das bessere Verständnis der gesetzmäßigen Abläufe im Kosmos nützen recht wenig, wenn es zu transzendenten Betrachtungen kommt. Innerhalb solcher Betrachtungen ist der Mensch u.a. auch mit dem Problem des Paradoxons konfrontiert.
Es gibt nämlich sich wiedersprechende Aussagen, die aber getrennt betrachtet Wahrheiten in sich bergen!
So stand die Physik eines Tages vor der Tatsache, dass Lichtpartikel sowohl als Welle, wie auch als Korpuskel dem wissenschaftlichen Beobachter entgegen traten - je nachdem - wie er seinen Versuch angelegt hatte.

Sehr gut gefällt mir persönlich das bekannte "Uhrenbeispiel" aus der Literatur:
Auf einem Marktplatz steht eine überdimensionale Taschenuhr. Besucher aus allen Ländern kommen, um sie staunend zu betrachten und vor Ort über dieses Rätsel zu sprechen, zu diskutieren. Man erkennt, dass sich der große und kleine Zeiger in einer genau bestimmbaren Abhängigkeit bewegen und hat auch den Sinn des Ziffernblatts richtig gedeutet. Über das Innenleben der großen Uhr gibt es überzeugende Vermutungen hinsichtlich eines Zahnräderwerks, das sich gegen alle anderen abenteuerlichen Vermutungen unter den hellsten Köpfen durchgesetzt hat. Es gibt davon sogar anschauliche Zeichnungen. Nur - es ist bisher noch keinem gelungen, den hinteren Deckel der Uhr zu öffnen und einen Blick in das Innere zu werfen.
Gruß von Reklov

Glaubensqualle ( gelöscht )
Beiträge:

24.12.2014 10:32
#73 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #72
Sehr gut gefällt mir persönlich das bekannte "Uhrenbeispiel" aus der Literatur:. Nur - es ist bisher noch keinem gelungen, den hinteren Deckel der Uhr zu öffnen und einen Blick in das Innere zu werfen.
.. ja ja ja ... Merkmale deiner pataphysischen Literatur

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.983

24.12.2014 11:47
#74 Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov
Dein Wort "besser" hat wenig Gewicht, denn es deutet keinerlei Orientierung auf der menschlichen Bewusstseins- oder Erkenntnisskala über das Universum an!

Nein???

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Lichtbringer Offline

glaubnix


Beiträge: 1.394

12.05.2015 21:40
#75 RE: Wer ist Gott? antworten

Gott scheint eine Art Virus zu sein der sich in den Gehirnen einnistet.

Es gibt in allen Universen keinen allmächtigen Herrscher der sich als Gott betitelt und der es sich zur Aufgabe gemacht hat
die Menschen zu belohnen oder abzustrafen, das machen die Menschen schon selbst.

Es gab nicht wenige Herrscher die sich als Gott, göttlich, allmächtig usw. betitelten, aber das waren meist nur fanatische bzw. irre Tyrannen.
Es gibt auch nicht wenige die den Anspruch erhoben „Gottes Sohn zu sein“ früher wurde so einer gekreuzigt, heutzutage wird ihnen in der Psychiatrie geholfen.

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Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen.
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Meine Toleranz ist grenzenlos, aber nicht gegenüber den Intoleranten!

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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