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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 274 Antworten
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 Christentum
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gapping Offline



Beiträge: 613

12.05.2015 22:51
#76 RE: Wer ist Gott? antworten

Weil es keinen Gott gibt , erübrigt sich die Frage, wer Gott sein könnte, Shane!

Gruß gapping

Reklov Offline




Beiträge: 4.399

13.05.2015 10:31
#77 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Gott scheint eine Art Virus zu sein der sich in den Gehirnen einnistet.

@Lichtbringer,

... ein Gedanke ist niemals "eine Art Virus"! - Du liegst also schon mit diesem Vergleich vollkommen daneben!
Besser wäre, Du schaust zunächst mal still in Dich hinein und stellst dabei die elementaren Fragen an Dein Ich.
Wenn Du dabei nicht weiter kommst, helfen Dir evtl. Gedanken, welche die Großen der Welt über Gott hinterlassen haben. Einfach mal lesen und prüfend abklopfen.
Der Prozess ähnelt dem Erlernen eines Instrumentes. Auch hier muss man zunächst mit einfachsten Fingerübungen beginnen und nicht gleich virtuose Stücke nachspielen wollen, denn es dauert Jahre, bis man das hinbekommt!

Denken über Gott ist auch eine philosophische Übung. Keine Religion, die ernst genommen werden wollte, konnte sich einer philosphischen Betrachtung (Kritik!) entziehen und kein Denker, der in der Welt etwas gelten wollte, konnte sich am Gottesthema vorbeimogeln!

Fang also einfach an - dann wird der Rest Dir schon gelingen! Wer die erste Tür öffnet, dem öffnen sich auch die folgenden - vorausgesetzt, er bleibt unterwegs neugierig, denn die "Geisteswelt" ist für keinen verschlossen. Dieser Reiseweg ist auf jeden Fall spannend, obwohl es hier weder etwas zu messen noch zu beweisen gibt, auch keine Fotos gemacht werden können.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.399

13.05.2015 11:03
#78 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Weil es keinen Gott gibt , erübrigt sich die Frage, wer Gott sein könnte,

@gapping,
die Frage, ob der Mensch fliegen kann, hat sich auch nie erübrigt! Man träumte aber stets davon, obwohl wir keine Flügel besitzen! Das erste Bild eines fliegenden Menschen begegnete mir mit 12 Jahren in der griech. Sage von Ikaros, dem Sohn des Daidalos. - Heute beschäftigt uns, nachdem wir mit Hilfe der Flugtechnik tatsächlich "fliegen" können, u.a. auch die Frage, ob es auf anderen Planeten intelligente Wesen geben könnte. Warum sollten wir diese Frage einfach verneinen, nur weil uns große Raumentfernungen von einem möglichen "Beweis" trennen? -

Ähnlich ist es mit der Gottesfrage. Sie ist berechtigt und erübrigt sich in keinem Fall, es sei denn, man ist an der eigenen Person und dem Kosmos desinteressiert. Das lateinische Verb "interesse" wird schlicht und einfach mit "teilnehmen" ins Deutsche übersetzt.
Wer sich also dem Gottesthema verschließt, kann auch nicht dabei sein und sinnvoll im Forum mitreden wollen, weil ihm zu viele Informationen, welche bisher hierzu schon geschrieben wurden, einfach fehlen!
Sprachkritik ist aber nur möglich, wenn man entsprechende Texte zumindest einmal gelesen hat.

Um einen sinnvollen Dialog beginnen zu können, müsstest Du also in der Lage sein, das "Weil" Deiner Behauptung (>Weil es keinen Gott gibt<) zumindest mit 3 sinnvollen Begründungen zu untermauern, ansonsten stellst Du lediglich eine Negation ins Forum, die zwar schnell gemacht, aber an sich keine Aussagekraft besitzt. Richtig zu liegen, kannst Du also damit keinesfalls in Anspruch nehmen!

Gruß von Reklov

gapping Offline



Beiträge: 613

13.05.2015 13:03
#79 RE: Wer ist Gott? antworten

Nun Reklov ´habe ich doch hier bereits mehrfach hingewiesen, dass die Frage der Existenz von oder eines Gottes spätestens seit 2009 geklärt ist, nämlich dahingehend, dass es keinen geben kann. Und zwar detailliert beschrieben, sogar bebildert( in der gebundenen Fassung) in "Die Schöpfungslüge" von Richard Dawkins. Darüber hinaus bestätigen die seriösen, nicht christlich gebundenen Evolutionsbiologen die Studien und Forschungen von Dawkins in vollem Umfang.
Natürlich gibt es seit Ikaros eine begrenzte Weite an Flugfähigkeit für den Menschen, aber nur mit Hilfsmitteln oder wie Du selber schriebst mit den entwicklelten Flugtechniken.
Das kann nur bedeuten, dass ein Mensch niemals die Flugfähigkeit von Vögeln erreichen kann, es sei denn, er beginnt jetzt damit, wie vor 2 Milliarden Jahren die Lebewesen aus dem Meer aufzutauchen, mit Flugversuchen, bis ihm evolutionär Flügel wachsen. Das beansprucht Zeiträume, die ein Gott, die die Götter gar nicht erfassen können, ja das Sinnbild Gott schlicht zu klein ist, um überhaupt nur annähernd die Wirklichkeit kosmischer oder universeller Dimensionen zu erfassen.
Weil der Mensch das auch nicht kann, bestehen bei ihm Wissenslücken, die er mit der Annahme von Gott zu füllen versucht. Das muss misslingen, weil er damit die Eigenverantwortung als ein Teil von der Natur an einen imaginären Gott abgibt(delegiert), um sich vor den allfälligen Problemen zu drücken.
Die Frage nach Gott kann doch nur dann berechtigt sein, wenn er als Existenz bekannt ist. Wenn Du einen Menschen triffst, der Dir was "vom Pferd"(die Unwahrheit) erzählt distanzierst Du Dich doch wahrscheinlich auch. Ähnlich muss man es halten mit den Märchenerzählern von Gott und Göttern. Ob sie nun polytheistisch oder monotheistisch gemeint waren, haben sie sich noch immer als nicht existent heraus gestellt. Ebenso wenig wie Wotan oder Thor, gab es Jupiter oder Zeus, gibt es einen Gott der ein monotheistisches Programm abspult, sondern immer nur Menschen die vorspiegeln, dass es so etwas geben und die z.T. selber nicht daran glauben.
Insofern ist hier nicht die Frage, ob es an meiner Aussagekraft fehlt, sondern eher die Frage wie Du wenigstens etwas an Kompetenz in Deine Behauptungen mir gegenüber hinein bringst, denn : einerseits wirft man mir vor ich, würde mich wiederholen(wir sind uns ja nicht erst in diesem Thread hier diskutierender Weise begegnet) und anderseits wirfst Du mir vor ich würde es an Erwähnung von Beweisen unterlassen. Die Beweise liegen vor. Sie werden nicht erkannt, wie zu Beginn des 17. Jahrhunderts nicht erkannt wurde, dass Galilei recht hatte und Giordano Bruno für die falschen Annahmen der Gläubigen sterben musste.
Letztlich jedoch lagen nicht die Gläubigen richtig sondern Giordano Bruno. Ähnlich verhält es sich mit denen die heute die Beweise gegen eine Existenz Gottes "negieren" und erst wenn es dann gar nicht mehr anders geht zugeben werden, dass sie die Menschen in die Irre führen.
Und natürlich, auch das ist seit langem bekannt , haben die Kirchen immer Erkenntnisse abgelehnt, die ihrem Glauben widersprachen. Das fing ja nicht erst bei Darwin an, sondern galt ja schon bei Aristoteles, von dem man jene Teile seiner Schriften verschwinden ließ, die schon in der Antike beweiskräftig Darlegungen beinhalteten, von denen man ausgehen musste, dass die Existenz Gottes ein Trugbild war.
Aber auch die Ansicht von Seneca dem Jüngeren in der Antike hat sich bis heute als zutreffender erwiesen, als die Regale voller Religionsliteratur als er feststellte: (Zitat)"Dem gemeinen Mann gilt Religion als wahr, dem weisen als falsch und dem Herrscher als nützlich!"

Gruß gapping

Reklov Offline




Beiträge: 4.399

13.05.2015 18:22
#80 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Und zwar detailliert beschrieben, sogar bebildert( in der gebundenen Fassung) in "Die Schöpfungslüge" von Richard Dawkins. Darüber hinaus bestätigen die seriösen, nicht christlich gebundenen Evolutionsbiologen die Studien und Forschungen von Dawkins in vollem Umfang.

@gapping,

Dawkins Buch "Der Gotteswahn" habe ich gelesen. Gott sei Dank, habe ich es einst nur ausgeliehen und keinen Euro dafür hingelegt. Der engl. Evolutionsbiologe machte zwar in der Presse viel Wind und Reklame für seine Texte, das Buch wurde aber von den Intellektuellen dieser Erde als nur "peinlich" angesehen und verschwand auch bald aus dem öffentlichen Interesse. Dawkins glänzt zwar mit seinem Fachwissen, aber für theosophische Betrachtungen ist er mehr als ungeeignet, da er aus dem engen Kämmerlein seiner rein biologischen Welt das Sein- und Dasein zu erklären versucht. Biologen starren auf ihre Untersuchungen der materiellen Welt und glauben, daraus Rückschlüsse auf die geistige Welt ziehen zu können.

Der Biologe und Philosoph Andreas Weber schlug in der ZEIT (Nr.14/2015) dagegen schon ganz andere Saiten an. Hier nur ein kleiner Auszug:

>> Im Rahmen des derzeitigen biowissenschaftlichen Paradigmas erklären wir das Leben, indem wir es auf kausal-mechanische Prinzipien zurückführen. Man könnte sagen: Um das Lebendige zu verstehen, übersetzen wir es in tote Mechanismen. Und auf der anderen Seite stellen wir fest: Unsere Gesellschaft produziert Tod. Tierarten sterben aus, die natürliche Vielfalt stirbt, die Natur wird weggefressen...
Weil wir das Leben nicht richtig verstehen, verstehen wir auch nicht, was uns mit anderen Lebewesen verbindet. Und wir verstehen uns letzlich selbst nicht richtig. <<

Bereits aus diesem Ausschnitt kann man mühelos erkennen, was es heißt, das Leben nicht nur als ein Bild unter dem Mikroskop sehen zu wollen, sondern weitreichendere Gedanken zu dem mystischen Thema abliefern zu können. (Vielleicht kannst Du Dir den ganzen Artikel nachträglich besorgen? - Lohnt sich!)

Besonders enttäuscht hat mich Dawkins während einem Auftritt in einer TV-Talkshow. Er hatte nichts "Geistreiches" zu bemerken, sprach aber im unverbindlichen, freundlichen Ton, den wir von manchen Briten so gewohnt sind. - Auf die Frage, wie er denn seine Ansichten vor Gott rechtfertigen würde, stünde er nach dem Tode vor ihm, antwortete er lächelnd (übersetzt):
"Es gab nicht genügend Informationen, nicht ausreichende Informationen ..."

Ich dachte mir damals: Klar, wer nur auf die Materie und ihre physik./chem. Funktionen starrt, darf nicht erwarten, dass er die wirklich spannenden philosophischen Fragen berühren oder gar ergreifen kann!
Wenn Du Deinen Gedankenkreis erweitern möchtest, solltest Du noch andere Schriften abarbeiten, als die eines Dawkins!

Zitat
Das beansprucht Zeiträume, die ein Gott, die die Götter gar nicht erfassen können, ja das Sinnbild Gott schlicht zu klein ist, um überhaupt nur annähernd die Wirklichkeit kosmischer oder universeller Dimensionen zu erfassen.

Entschuldige, aber zwischen Göttern und "Gott" sollte unterschieden werden! Ob IHN/ES die Religionen richtig interpretiert haben, sei dahingestellt! - Die abrahamitischen Religionen denken IHN jedenfalls als "ewig"! Damit sollte er auch in Deine beschriebenen Zeitspannen mühelos als "Herrscher" hineingedacht werden können.

Zitat
Ob sie nun polytheistisch oder monotheistisch gemeint waren, haben sie sich noch immer als nicht existent heraus gestellt. Ebenso wenig wie Wotan oder Thor, gab es Jupiter oder Zeus, gibt es einen Gott der ein monotheistisches Programm abspult, sondern immer nur Menschen die vorspiegeln, dass es so etwas geben und die z.T. selber nicht daran glauben.

Religiöse Dogmen müssen sich zwangläufig nicht mit einer uns unbekannten "Schöpfermacht" decken. Dass ihre Vertreter dieses Machtinstrument aber gerne als Peitsche zur Unterdrückung nutzten/nutzen, ist hinreichend bekannt. Würdest Du z.B. die Bibel besser kennen, wüsstest Du auch, dass z.B. die Aussagen Jesu noch mal eine ganz andere Qualität haben, als die der Dogmenhüter, welche sich ihn als Zugpferd vor ihren religiösen Werbewagen spannten/spannen!

Zitat
Die Beweise liegen vor. Sie werden nicht erkannt, wie zu Beginn des 17. Jahrhunderts nicht erkannt wurde, dass Galilei recht hatte und Giordano Bruno für die falschen Annahmen der Gläubigen sterben musste.
Letztlich jedoch lagen nicht die Gläubigen richtig sondern Giordano Bruno.

Irrtümer von Menschen können doch nicht als Beweise gegen Gott herangezogen werden!?
Galilei räumte mit einem geozentrischen Weltbild auf und ersetzte es durch ein mathematisch richtig berechnetes heliozentrisches Weltbild. Mit einer Beweiskraft für oder gegen Gott haben solche Irrtümer recht wenig zu tun! Sollte eines Tages der Mensch den Weltraum erobern (bereisen) können, so wird er auch in den dunkelsten Tiefen keinen "Gottesthron" antreffen, denn man trifft nicht auf rein geistige Schwingungen/Erscheinungen, die für uns unsichtbares Geheimnis bleiben. Das mag damit zusammen hängen, dass wir, als grobstofflich, atomare Schwingungskörper, auf einer ganz anderen Ebene existieren. (?) Wir sehen ja z.B. auch keine Röntgenstrahlen oder magnetische Kräfte etc.! Dennoch wirken sie auf uns ein!

Über G. Bruno konnte ich einst lesen, dass er nicht nur wegen "Magie und Ketzerei" in die Fänge der Inquisition geriet, sondern auch wegen dem öffentlichen Anprangern des damals in Ausschweifung lebenden Papstes, dessen tödlicher Verfolgung er damit ausgesetzt war und sein Leben, nach langer Flucht ins Ausland, auf dem Scheiterhaufen verwirken musste, weil ihn sein Gastgeber Mocenigo in Venedig denunzierte.
Das aber sind genau die "teuflischen" Elemente, welche sich überall dort einschleichen, wo sich Macht und Geld konzentrieren.
Mit den Gedanken des frühen Christentuma der ersten Tage hat dies nun gar nichts zu tun - mit den Worten Jesu noch viel weniger! Ich denke, auch Du kannst dies sauber trennen.

Zitat
Letztlich jedoch lagen nicht die Gläubigen richtig sondern Giordano Bruno. Ähnlich verhält es sich mit denen die heute die Beweise gegen eine Existenz Gottes "negieren" und erst wenn es dann gar nicht mehr anders geht zugeben werden, dass sie die Menschen in die Irre führen.

Beweise können weder für noch gegen Gott von Menschen auf den Tisch gelegt werden! Der spirituelle Weg, den einer auf Erden gehen möchte, bietet auch viele Strecken abseits dogmatisch kontrollierter Kirchen an!
Kirchen können im besten Fall ein Wegweiser sein, die Wahl der Strecke aber ist dem Einzelnen überlassen. - Nicht ohne Grund sagt die Bibel deutlich: >> Drum prüfet alles, das Gute aber behaltet. <<
Hier aber beginnt schon das neue Problem, denn unsere Spaßgesellschaft hält sehr viel für "gut", was sie im Grunde zerstört!
So wagt z.B. keiner, am Götzen der Neuzeit, dem Auto, Kritik zu üben, obwohl die Statistiken letztes Jahr auf der ganzen Welt 1,2 Millionen Verkehrstote aufzeigten. Viele Länder der 3. Welt sind dabei noch gar nicht einbezogen. In Deutschland sterben jährlich etwa 2 - 3000 Menschen durch Verkehrunfälle! - "Gut" ist also unser Verkehrssytem bestimmt nicht, von der Verschmutzung unseres Planeten einmal ganz abgesehen! - Weil aber in Deutschland scheinbar jeder 3. Arbeitsplatz von der Auto-Industrie abhängt, nimmt man die vielen Toten stillschweigend hin. Da nützen auch keine noch so tollen eingebauten elektronischen Mätzchen in den Autos - denn die Sünde zeigt sich in dem Fall z.B. im Kniefall vor dem Kapital! (Das ist aber nur ein Gesicht von vielen, wenn es zur Thematik des Bösen kommt, welche ja auch in den Glaubenswelten eine tragende Rolle spielt.)

Zitat
Aber auch die Ansicht von Seneca dem Jüngeren in der Antike hat sich bis heute als zutreffender erwiesen, als die Regale voller Religionsliteratur als er feststellte: (Zitat)"Dem gemeinen Mann gilt Religion als wahr, dem weisen als falsch und dem Herrscher als nützlich!"

Senecas Schriften sind mir z.T. bekannt. Der "Stoiker" Seneca hatte einst die große Chance, als Erzieher des späteren Kaiser Nero, diesem ein sprituelles Weltbild ins Herz zu legen und dessen Grausamkeit, welche später ja durchbrach, in der Jugend zu formen, zumindest zu dämmen - durch Bildung eines Gewissens! Das aber ist ihm nicht gelungen, da er ja mehr dem Denken, als dem Glauben verpflichtet war! Weil Seneca wohl mehr seiner beschränkten, menschlich und philosophisch begrenzten Weltsicht vertraute, holte ihn diese seine Weltsicht auf eine spezielle Weise ein: Er wurde Opfer seines einstigen Schülers Nero, den er in der Jugend nicht spirituell zu formen vermochte, da er selbst nicht spirituell, sondern wohl eher zu kopflastig war! Senecas erzwungener Selbstmord ist eine beispielhafte Heimsuchung im wörtlichen Sinne und das große Leid, welches sein ehemaliger Schüler über andere Menschen brachte, spricht die unverkennbare Sprache des Bösen und die Antwort, welche Nero später am eigenen Leib erfahren musste, weist - als Geschichtsphilosphie - auf eine übergeordnete Gerechtigkeit hin, welche wiederum ihre überlegene Kraft durch entsprechende Menschen bestens zur Wirkung kommen lässt!

Glaube ist ja nicht die Übernahme eines perfekten, komplexen Systems, sondern der Aufbau einer persönlichen Beziehung, deren Implikation man nach und nach (evtl. auch mit Hilfe der Theologie!?) zu verstehen beginnt. Der Weg bleibt aber stets ein rein persönlicher! Mit menschlicher Logik allein oder ausgeprägtem Egoismus ist dieser Weg nur schlecht zu schaffen.

Wer z.B. in der Bibel einen Fundort für Wahrheiten sucht, die noch ewig so stehen bleiben werden, irrt sich. Die Wahrheit der Bibel ist kein Blumenbeet allgemeiner Wahrheiten, wie man sie besser bei Aristoteles und Plato findet. Sie ist ein Beitrag zur Versöhnung von Glaube und Vernunft. Die Bibel will auch nicht als ein vernunftbegründetes System im Sinne eines Lessing verstanden werden.

Spricht man also von "Gott", so setzt man sich sofort auch der Gefahr aus, ein menschliches Bild an die Stelle des Geheimnisses zu setzen. Dieses aber ist von uns nicht zu richten und auch keinem Urteil zu unterstellen.

Gruß von Reklov

gapping Offline



Beiträge: 613

13.05.2015 21:59
#81 RE: Wer ist Gott? antworten

Wie man sieht, lesen kann, Reklov bist Du ja auch mehr dem Glauben als dem Denken verpflichtet.
Welche abhängigen und tendenziösen Reporter in der neoliberalen Zeitschrift "Die ZEIT" versuchen die weltweit anerkannten Forschungen von Dawkins zu diskreditieren, ist ja allgemein bekannt und wir wissen auch von wem sie bezahlt werden.
So gelingt es den Apolegeten der Kreationisten und des "Intelligent Design" auch immer wieder sogenannte "Wissenschaftler" aus den Bezahldiensten der Desinformationswellen, selbst die absurdesten Ansichten wie Deine "am Markt" zu halten, beispielsweise in dem sie die monotheistischen Wort für Wort als bare Münze verkaufen. Das ist Volksverdummung auf höchstem Niveau.
Dass Du für Sachbücher keinen Euro bezahlen würdest, geht aus Deinen Texten schon hervor. Zumal es keine seriösen Evolutionsbiologen gibt, die in Dawkins Forschungen "Peinlichkeiten" entdeckt haben und wie man sieht, steht in allen seriösen Buchhandlungen "Die Schöpfungslüge" nach wie vor, entgegen Deinen Behauptungen im Wissenschaftsbereich und nicht in der Trivialiteratur.
Außerdem bestand zwischen Andreas Weber und Dawkins gar kein Gegensatz, so wie Du das intendieren willst.
Außerdem forscht Dawkins ja nicht als eine einzelne Person, die losgelöst von allen Wirklichkeitsnähen im luftleeren Raum herum torkelt, sondern ist mit mehreren internationalen Teams verflochten, die Du in den Quellen von Dawkins Buch gefunden hättest, hättest Du doch nur mal einen Euro ausgegeben.:-)))
Gerade die TV - TalkShow bei Johannes Kerner hat doch nachgewiesen, dass er, falls Du die Sendung gesehen hast, nicht nur falsch übersetzt wurde, sondern durch die Geistlichen Huber(Evangelen) und Jaksche(Katholen) permanent gestört wurde, in der Absicht Dawkins nicht zum Schildern kommen zu lassen. Was mit Hilfe des Kerner ja auch gelungen ist. Dass Du Dich auf diese diskreditierende Talk-Show beziehst lässt schon mal tief blicken, Reklov.
Schon in der Abhandlung "Der Gotteswahn" hatte Dawkins beschrieben, was von religiöser Seite zu erwarten ist, was Du ja voll bestätigst.
Die Frage der Irrtümer von Menschen haben doch aufgeklärt aus wessen Hirnen Irrtümer produziert wurden. Es waren doch die religiös Sozialisierten, die immer wieder falsche Behauptungen, wie Du, in die Welt setzten und setzen, damit die Arbeitsplätze der Geistlichen erhalten bleiben.
Dass aus dem Polytheismus der Monotheismus hervorgegangen ist, erklärt sich ja nicht nur aus der Geschichte des Judentums, sondern hat ja eine Vorgeschichte. Mit einer Inflation von Göttern, konnte man keine überregionalen Bindungen(Angst) erzeugen, zumal wenn gegen schon vorhandene Gottheiten Parallel- oder Gegengottheiten entwickelt wurden.
Lächerlich wäre es die BIBEL als Hort von Versöhnung und Vernunft zu betrachten, zumal die Schrift doch sehr eindeutig darüber berichtet, dass kaum ein König(Adelslinie) oder Führer aus der Priesterlinie eines natürlichen Todes gestorben ist, entweder erschlagen wurde, oder durch andere unnatürliche Todesformen ums Leben gebracht wurde.
Der Gott wird ist ja als Prototyp Jahwe als ein eifernder, mörderischer Gott bekannt, der so zu ziemlich allen Straftaten auffordert, die im heutigen StGB verboten sind, vom Raub bis zum Massenmord, von der Kindestötung bis zur Brandschatzung usw.
Was Du da als Versöhnung interpretierst ist blankes "unter den Menschen Feindschaft säen."

Letztlich geht es ja dann um Vernunft. Hier sind die Bilder aus dem Leben längst eindeutig. Die Erfindung von Gott ist nicht ewig. Was könnte schon ein "Blinder Uhrmacher" nach der "Entzauberung des Regenbogens" anfangen?
Die Zeitschrift science: "Dawkins ist ein beeindruckender Denker. Er widerlegt die Argumente seiner Gegner mit der Präzision einer Atomuhr."
Die Wissenschaftszeitschrift nature: Dawkins Forschungen sind klug, geistreich und faszinierend und überzeugend."

Giordano Bruno wird ja nur stellvertretend für viele andere Geistliche erwähnt, die sich über die Erkenntnis von ihrer Kirche emanzipierten. Hier scheinen mir bei Dir Reklov noch einige Defizite vorzuliegen.
Seneca der Jüngere ist ja nur stellvertretend für all die Intellektuellen zu erwähnen, die, wie auch Lessing, oder Goethe, in jedem Falle aber Leibniz und Hobbes, sowie die meisten Denker des 19. und 20. Jahrhunderts ihre Trennung vom religiösen Wahn ausgedrückt haben. Seneca wird von mir doch nur erwähnt, um zu verdeutlichen, wie früh schon die ibrahimitischen Religion als Märchen von 1001 Nacht entlarvt wurde.
Warum sollte aber von Gott und Göttern unterschieden werden. Ihre Erfindung geschah aus den gleichen Motiven. Ihr Eintritt in die Welt der Menschen wurde ähnlich indoktriniert und oktroyiert. Es waren immer Zwangsmaßnahmen mit denen Glaube verbreitet werden musste.
Was also willst Du uns da desinformieren, Reklov?

Gruß gapping

Lichtbringer Offline

glaubnix


Beiträge: 1.394

14.05.2015 06:08
#82 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #77

Zitat
Gott scheint eine Art Virus zu sein der sich in den Gehirnen einnistet.
@Lichtbringer,

... ein Gedanke ist niemals "eine Art Virus"! - Du liegst also schon mit diesem Vergleich vollkommen daneben!
Besser wäre, Du schaust zunächst mal still in Dich hinein und stellst dabei die elementaren Fragen an Dein Ich.
Wenn Du dabei nicht weiter kommst, helfen Dir evtl. Gedanken, welche die Großen der Welt über Gott hinterlassen haben. Einfach mal lesen und prüfend abklopfen.
Der Prozess ähnelt dem Erlernen eines Instrumentes. Auch hier muss man zunächst mit einfachsten Fingerübungen beginnen und nicht gleich virtuose Stücke nachspielen wollen, denn es dauert Jahre, bis man das hinbekommt!

Denken über Gott ist auch eine philosophische Übung. Keine Religion, die ernst genommen werden wollte, konnte sich einer philosphischen Betrachtung (Kritik!) entziehen und kein Denker, der in der Welt etwas gelten wollte, konnte sich am Gottesthema vorbeimogeln!

Fang also einfach an - dann wird der Rest Dir schon gelingen! Wer die erste Tür öffnet, dem öffnen sich auch die folgenden - vorausgesetzt, er bleibt unterwegs neugierig, denn die "Geisteswelt" ist für keinen verschlossen. Dieser Reiseweg ist auf jeden Fall spannend, obwohl es hier weder etwas zu messen noch zu beweisen gibt, auch keine Fotos gemacht werden können.

Gruß von Reklov




Ein Gott nur in der Gehirnwindung,
ist stets eine schlechte Verbindung!
Alle wollen die Erkenntnis erwerben
um bloß nicht unwissend zu sterben.

Menschen manchen Gott nach ihrem Bilde.
Ein jeder weiß es besser, je nach der Gilde.
Einige glaubten er war ein Lebensschöpfer.
Andere meinen er war ein Menschentöpfer.

Es gibt da nur eine Interpretation.
Alles ist bloß eingebildete Illusion.
Und je weiter das scheinbare Gotteswissen,
desto ferner ihr Gott, den sie nun vermissen.

Wenn alle Gedanken nur wanken,
blockieren alle Sinnes Schranken.
Willst du dem Gotte gefallen
mach los, alle diese Fallen.

Sind sie verschwunden
bist du neu verbunden
Es winkt das Glück
Schau nicht zurück

Hinfort ihr alten Plagen
Auf zu besseren Tagen
Gott weilt in meinem Herzen
vergangen alle Schmerzen.

LG

--------------------------------------------------
Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen.
--------------------------------------------------

Meine Toleranz ist grenzenlos, aber nicht gegenüber den Intoleranten!

Reklov Offline




Beiträge: 4.399

14.05.2015 08:34
#83 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
... Gott weilt in meinem Herzen
vergangen alle Schmerzen.

@Lichtbringer,

... ein vielsagendes Gedicht, welches das schwierige Thema gut anspricht! - Wer hat es geschrieben?

Gruß von Reklov

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.916

14.05.2015 09:20
#84 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #80
. Ich dachte mir damals: Klar, wer nur auf die Materie und ihre physik./chem. Funktionen starrt, darf nicht erwarten, dass er die wirklich spannenden philosophischen Fragen berühren oder gar ergreifen kann!


Dawkins begründet seine Thesen wissenschaftlich, werter Reklov. Um über einen Gott zu sprechen darf man also Deiner Meinung nicht konkret argumentieren, sondern muss willkürlich spekulieren und phrasieren. Ganz nach dem Vorbild berühmter theologischer Schwätzer.


Zitat von Reklov im Beitrag #80
. Entschuldige, aber zwischen Göttern und "Gott" sollte unterschieden werden!


Warum? Selbst in der Bibel hat Jahwe eine göttliche Gefährtin namens Ashera. Du willst die Unterscheidung nur, weil Du an einen monotheistischen Gott nach Vorbild des abrahamistischen, präziser gesagt des christlichen Gottes glaubst.

Zitat von Reklov im Beitrag #80
Irrtümer von Menschen können doch nicht als Beweise gegen Gott herangezogen werden!?


Dann gibt es Zeus, Jupiter, Wotan , Merkur, Ra, Demeter also doch?


Zitat von Reklov im Beitrag #80
. Wir sehen ja z.B. auch keine Röntgenstrahlen oder magnetische Kräfte etc.! Dennoch wirken sie auf uns ein!


Exakt, sie WIRKEN auf uns ein. Daher stammt das Wort Wirklichkeit, das unser Leben mit allen erkennbaren und nachweisbaren Einflüssen beschreibt. Deine Geiststeamings, die unser Gehirn angeblich empfängt, haben nichts mit Wirklichkeit zu tun.


Zitat von Reklov im Beitrag #80
. Glaube ist ja nicht die Übernahme eines perfekten, komplexen Systems, sondern der Aufbau einer persönlichen Beziehung, deren Implikation man nach und nach (evtl. auch mit Hilfe der Theologie!?) zu verstehen beginnt. Der Weg bleibt aber stets ein rein persönlicher! Mit menschlicher Logik allein oder ausgeprägtem Egoismus ist dieser Weg nur schlecht zu schaffen.


Eine "persönliche Beziehung" zu etwas aufbauen, dass man weder sehen, hören, fühlen noch verstehen kann ist für mich ausgemachter Unsinn. Wenn ich erzählte, ich habe eine persönliche Beziehung zu unsichtbaren, rosaroten fliegenden Einhörnern in meiner Garage, würdest Du mir einen Arztbesuch empfehlen. Wie kann eine Beziehung persönlich sein, wenn nicht einmal klar ist, dass das Gegenüber existiert bzw. überhaupt eine Person darstellt?


Zitat von Reklov im Beitrag #80
. Sie ist ein Beitrag zur Versöhnung von Glaube und Vernunft. Die Bibel will auch nicht als ein vernunftbegründetes System im Sinne eines Lessing verstanden werden.


Ein Buch kann erst einmal gar nichts wollen. Die Frage ist, welchen Zweck die unterschiedlichen Autoren der Bibel verfolgten. Sie wollten ihre Weltanschauung verbreiten und rechtfertigen. Genau das wollte auch Mohammed, der diese Weltanschauung als nützlich für seinen Einfluß und seine Macht ansah. Wie recht er hatte, zeigt die Geschichte sehr eindrucksvoll.


Zitat von Reklov im Beitrag #80

Spricht man also von "Gott", so setzt man sich sofort auch der Gefahr aus, ein menschliches Bild an die Stelle des Geheimnisses zu setzen. Dieses aber ist von uns nicht zu richten und auch keinem Urteil zu unterstellen.


Da kommt also irgendjemand mit der These, er sei der Verkünder der absoluten Wahrheit einer göttlichen Macht und alle müssen sich nun daran halten was er sagt. Das soll man weder bewerten noch verurteilen dürfen? Dieser Wunschtraum vieler "Propheten" wird "Gott sei Dank" nie in Erfüllung gehen, weil es immer Menschen gibt, die auf dem Boden der Tatschen stehen und dort auch bleiben möchten.

Reklov Offline




Beiträge: 4.399

14.05.2015 09:53
#85 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Wie man sieht, lesen kann, Reklov bist Du ja auch mehr dem Glauben als dem Denken verpflichtet.

@Gapping,
... seriöser und ernsthafter Glaube ist dem Denken mehr verpflichtet, als landläufig angenommen wird und in meinem Bücherschrank stehen mehr Fachbücher, als religiöse Abhandlungen.

Zitat
Welche abhängigen und tendenziösen Reporter in der neoliberalen Zeitschrift "Die ZEIT" versuchen die weltweit anerkannten Forschungen von Dawkins zu diskreditieren, ist ja allgemein bekannt und wir wissen auch von wem sie bezahlt werden.

Der Artikel des Biologen Andreas Weber erwähnte weder Gott noch Dawkins, sondern er sprach lediglich aus seiner Sicht über die Rätselhaftigkeit des Lebendigen. Daraus sollte man nicht gleich Verschwörungstheorien flechten wollen!

Zitat
Dass Du für Sachbücher keinen Euro bezahlen würdest, geht aus Deinen Texten schon hervor. Zumal es keine seriösen Evolutionsbiologen gibt, die in Dawkins Forschungen "Peinlichkeiten" entdeckt haben und wie man sieht, steht in allen seriösen Buchhandlungen "Die Schöpfungslüge" nach wie vor, entgegen Deinen Behauptungen im Wissenschaftsbereich und nicht in der Trivialiteratur.

Du musst schon genau lesen, ich sprach dabei lediglich von Dawkins Buch "Der Gotteswahn". Ansonsten sind mein Bücherschrank und meine Regale mit versch. Sachbüchern gut gefüllt. Aus ihnen konnte ich jedoch nur Buchstabenweisheit herauslesen, welche uns zwar auf die Regeln und Mechaniken der materiellen Welt hinweisen können, das rein Geistige dabei aber nicht berühren. Die Aufgabe der Naturwissenschaften ist, das WIE zu untersuchen - der Urgrund, also das WARUM, bleibt ihnen verschlossen! Es nützt Dir also wenig, wenn Du z.B. alle chem. Elemente kennst, welche Dich als Körper ausmachen, denn Deine Erscheinung in der Welt ist und bleibt ein Rätsel, dass weder Dawkins, noch Hawking lösen konnten! Hier, wo die Kenntnisse der Naturwissenschaften an ihre Grenzen stoßen, beginnt erst der Raum für philosophisches und theosophisches Denken. Dieser Unterschied müsste Dir aber eigentlich klar sein!? Das eine Gebiet wird mit praktischer Logik bearbeitet, für das andere Fach gibt es die transzendentale Logik, der z.B. auch die Mystik untergeordnat ist.

Zitat
Außerdem forscht Dawkins ja nicht als eine einzelne Person, die losgelöst von allen Wirklichkeitsnähen im luftleeren Raum herum torkelt, sondern ist mit mehreren internationalen Teams verflochten, die Du in den Quellen von Dawkins Buch gefunden hättest, hättest Du doch nur mal einen Euro ausgegeben.

Ich gab schon etliche Euros für Fachbücher aus, nur alle konnten mir nicht das Geheimnis des Urgrundes präsentieren. Der ganze internationale Wissenschaftsbetrieb ähnelt einer Gruppe, welche vor einer überdimensionalen Taschenuhr steht. Man kennt zwar die Abhängigkeiten der beiden Uhrzeiger und kann auch ihren Umaluf beobachten und daraus verschiedenste Rückschlüsse auf die innere Mechanik der Uhr ziehen - nur - den Deckel auf der Rückseite der Uhr zu öffnen, um seine Vermutungen und Theorien bestätigt zu finden, ist der Gruppe noch nicht gelungen.

Zitat
Gerade die TV - TalkShow bei Johannes Kerner hat doch nachgewiesen, dass er, falls Du die Sendung gesehen hast, nicht nur falsch übersetzt wurde, sondern durch die Geistlichen Huber(Evangelen) und Jaksche(Katholen) permanent gestört wurde, in der Absicht Dawkins nicht zum Schildern kommen zu lassen.

Ich habe Dawkins bei Frau Maischberger gesehen. Dort wurde er nicht gestört und konnte seine Gedanken ruhig vortragen. Die Kerner-Show habe ich ebenfalls gesehen und die Verteidigungsreden des Herrn Huber habe ich entsprechend eingeordnet, denn religiöse Argumente speisen sich nun mal aus einer anderen Quelle als die naturwissenschaftlichen, sprechen auch ganz andere Seiten in uns an!

Zitat
Dass aus dem Polytheismus der Monotheismus hervorgegangen ist, erklärt sich ja nicht nur aus der Geschichte des Judentums, sondern hat ja eine Vorgeschichte. Mit einer Inflation von Göttern, konnte man keine überregionalen Bindungen(Angst) erzeugen, zumal wenn gegen schon vorhandene Gottheiten Parallel- oder Gegengottheiten entwickelt wurden.
Lächerlich wäre es die BIBEL als Hort von Versöhnung und Vernunft zu betrachten, zumal die Schrift doch sehr eindeutig darüber berichtet, dass kaum ein König(Adelslinie) oder Führer aus der Priesterlinie eines natürlichen Todes gestorben ist, entweder erschlagen wurde, oder durch andere unnatürliche Todesformen ums Leben gebracht wurde.
Der Gott wird ist ja als Prototyp Jahwe als ein eifernder, mörderischer Gott bekannt, der so zu ziemlich allen Straftaten auffordert, die im heutigen StGB verboten sind, vom Raub bis zum Massenmord, von der Kindestötung bis zur Brandschatzung usw.
Was Du da als Versöhnung interpretierst ist blankes "unter den Menschen Feindschaft säen."

Du sprichst von der Religionsgeschichte der Kulturen. Diese kann nur ein Hinstrecken zum Göttlichen bedeuten, keinesfalls ein Wissen darüber! Die zurecht angeführten Grausamkeiten des Alten Testaments sind streng zu verurteilen, auch wenn diese Kulturen noch im magischen Bewusstsein der vielen Götzenkulte steckten.
Das Neue Testament blättert aber mit der Person Jesu eine völlig neue Seite auf. Hier geht es um Liebe und das damit verbundene gegenseitige Dienen - ohne Macht- und Geldrausch und dessen bekannte Folgen. Lies mal die berühmte "Bergpredigt" im Neuen Testament, dann ahnst Du vielleicht, was vom Urchristentum inzwischen alles verloren gegangen ist, weil sich die Menschen einen neuen Götzen erschaffen haben oder vorsetzen ließen: DAS GELD!

Zitat
Letztlich geht es ja dann um Vernunft. Hier sind die Bilder aus dem Leben längst eindeutig. Die Erfindung von Gott ist nicht ewig. Was könnte schon ein "Blinder Uhrmacher" nach der "Entzauberung des Regenbogens" anfangen?
Die Zeitschrift science: "Dawkins ist ein beeindruckender Denker. Er widerlegt die Argumente seiner Gegner mit der Präzision einer Atomuhr."
Die Wissenschaftszeitschrift nature: Dawkins Forschungen sind klug, geistreich und faszinierend und überzeugend."

Wie willst Du mit Deiner beschränkten Sicht über das Göttliche sprechen wollen, ist doch seine Schöpfung ein unerreichtes Abbild der von Dir so bewunderten Vernunft! - Alle Wissenschaftler habe nun die Aufgabe, das bereits Geschaffene zu ent-decken, also aufzudecken, was schon vorhanden ist und uns diese Vernunft in die Sprache der Mathematik zu übersetzen. Mehr ist ihnen nicht möglich oder gegeben! Die Wortchiffer für das Unbekannte "Gott", ist damit aber noch lange nicht aus dem Rennen! (Meine ich!) Dass Dawkins bei dieser Arbeit seine Verdienste erwerben kann, will ich nicht in Frage stellen, nur sollte er nicht über Dinge sprechen, die uns Menschen verschlossen sind. Glaubensbilder können jedoch ebenfalls unkorrekt skizziert werden - auch dieses muss bedacht sein! Aus diesem Grunde ist ja auch die Theosophie entstanden - zum Ärger der Kirche.

Zitat
Seneca wird von mir doch nur erwähnt, um zu verdeutlichen, wie früh schon die ibrahimitischen Religion als Märchen von 1001 Nacht entlarvt wurde.
Warum sollte aber von Gott und Göttern unterschieden werden. Ihre Erfindung geschah aus den gleichen Motiven. Ihr Eintritt in die Welt der Menschen wurde ähnlich indoktriniert und oktroyiert. Es waren immer Zwangsmaßnahmen mit denen Glaube verbreitet werden musste.
Was also willst Du uns da desinformieren, Reklov?

Und ich versuchte am Beispiel des zu kopflastigen Senecas aufzuzeigen, was hätte verhindert werden können, wenn es dem Lehrer des jungen Nero gelungen wäre, im späteren Kaiser eine Saite zum Klingen zu bringen, welche die Güte in ihm wecken, damit all die Grausamkeiten verhindern hätte können, denn Jesus, der Menschenlehrer, erzählte mehr vom Menschen und wie er sich in der Welt am besten verhält. Was die Kirche aus ihm machte und wie sie, im Verbund mit den Mächtigen, ihre Ziele durchsetzte, ist wiederum eine andere Kriminalgeschichte der Kirche!
Wie Du aber bei meinen Zeilen auf "Desinformation" kommst, bleibt mir ein Rätsel?

Gruß vo Reklov

Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

14.05.2015 10:28
#86 RE: Wer ist Gott? antworten

Wetten, dass diese "Diskussion" sich endlos im Kreise drehen wird und die Teilnehmer wieder ganz am Anfang der "Auseinandersetzung" landen werden?

Beweisen kann man mit Bibelsprüchen, Behauptungen, Erzählungen und Phrasen nicht die geringste "Wahrheitssubstanz"!

Muss ich im Gegenzug die Nichtexistenz von rosa Elefanten oder Eichhörnchen mit Hörnern und Fledermausflügeln beweisen?

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

14.05.2015 10:49
#87 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Und ich versuchte am Beispiel des zu kopflastigen Senecas aufzuzeigen, was hätte verhindert werden können, wenn es dem Lehrer des jungen Nero gelungen wäre, im späteren Kaiser eine Saite zum Klingen zu bringen, welche die Güte in ihm wecken, damit all die Grausamkeiten verhindern hätte können, denn Jesus, der Menschenlehrer, erzählte mehr vom Menschen und wie er sich in der Welt am besten verhält.


De Dämonisierung Neros erfolgte erst sehr lange nach seinem Ableben und wurde vor allem durch christliche Schreiber sehr befördert.
Nero war zu seiner Zeit ein beim Volk sehr beliebter Kaiser und eher weniger grausam als seine anderen Kaiserkollegen in Rom.
Er hat tatsächlich Christen verfolgt und sah das sozusagen als Terrorbekämpfung an.
Die Hochzeit der Christenverfolgung war aber nicht unter Nero, sondern sie fand unter dem feingeistigen Philosophenkaiser Marc Aurel statt.
Sehr ausgedehnte Christenverfolgung fand auch unter Kaiser Decius (249-251 n. Chr.) statt.

Mit Decius begann die erste administrativ und systematisch im gesamten Römischen Reich durchgeführte Christenverfolgung.
(Wikipedia)
Von Decius und der Christenverfolgung durch Marc Aurel wird aber geschwiegen - der Böse ist immer nur Nero.

Rom hat Nero übrigens ganz bestimmt nicht angesteckt - eine üble Verleumdung die auch erst nachträglich und vornehmlich durch die Christen aufkam.

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Blackysmart Offline




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14.05.2015 14:52
#88 RE: Wer ist Gott? antworten

Reklov lebt schon lange abgeschottet in seiner vergeistigten Traumwelt, Lukrez. Schnöde Buchstabenweisheiten können ihn nicht beeindrucken - außer sie handeln von Geistern und dem christlichen Gott.

Reklov Offline




Beiträge: 4.399

14.05.2015 23:54
#89 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Reklov lebt schon lange abgeschottet in seiner vergeistigten Traumwelt, Lukrez. Schnöde Buchstabenweisheiten können ihn nicht beeindrucken - außer sie handeln von Geistern und dem christlichen Gott.

@Blackysmart,

... ich habe einen gemischten, großen Freundes- und Familienkreis, unter dem sich auch Atheisten befinden, mit denen ich aber bestens auskomme. Ich lebe weder abgeschottet, noch in einer vergeistigten Traumwelt, sonst hätte ich in dieser Welt nicht das erreichen können, was ich erreicht habe!
Wenn ich mir allerdings das kleine Bild unter Deinem Namen ansehe, dann frage ich mich, wessen Geistes Kind Du eigentlich sein kannst, wenn Dir Comic-Figuren, wie Hulk und Spider-Man neben der Abbildung Jesu gefallen können. Also ehrlich gesagt, da bleibe ich doch lieber in meiner Gedankenwelt, als in der wenig vergeistigten Welt Deiner pubertären Marvel-Gruppe!

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.399

15.05.2015 00:39
#90 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
De Dämonisierung Neros erfolgte erst sehr lange nach seinem Ableben und wurde vor allem durch christliche Schreiber sehr befördert.
Nero war zu seiner Zeit ein beim Volk beliebter Kaiser, und eher weniger grausam als seine anderen Kaiserkollegen in Rom.
Er hat tatsächlich Christen verfolgt und sah das sozusagen als Terrorbekämpfung an.

@Lukrez,
... auch Hitler soll ja selbst nie ein KZ betreten haben! Auch er war beim Volk beliebt, streichelte Kinder und liebte seine Hunde und war den Künsten sehr zugetan! -

Von Nero ist zumindest sicher überliefert, dass er seine Mutter Agrippina und seine Frau Octavia ermorden ließ. Auch Neros Christenverfolgung ist Fakt:
Man kreuzigte die Christen und zündete in manchen Fällen die Kreuze an, damit sie "lebende Fackeln" bildeten - oder ließ sie unter dem Gejohle der Menge in der Arena von Tieren zerreißen. Nero führte auch zahlreiche Schauprozesse mit Todesurteilen gegen vermeintliche Verräter, die seine Macht gefährdeten. Dabei wurde stets auch deren gesamtes Vermögen eingezogen.
Der "Jüdische Krieg" unter dem Befehl von Vespasian brach ebenfalls auf Neros Befehl hin los, nachdem sich vorher der Aufstand in Judäa immer massiver gestaltet hatte.
Verharmlosen darf und kann man die dunkle Seite Neros keinesfalls, auch wenn er Reformen und Verbesserungen für das Volk während seiner ersten Regierungsjahre einführte.

Bezeichnend für viele Tyrannen war auch Neros Ende:
Als man Nero nach seinem Machtverlust den Prozess machen wollte, floh er. Erst als er den Atem seiner Verfolger schon im Nacken spürte, fand er den Mut, sich seinen Dolch in den Hals zu stechen.

Gruß von Reklov

Blackysmart Offline




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15.05.2015 07:27
#91 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #89
... ich habe einen gemischten, großen Freundes- und Familienkreis, unter dem sich auch Atheisten befinden, mit denen ich aber bestens auskomme. Ich lebe weder abgeschottet, noch in einer vergeistigten Traumwelt, sonst hätte ich in dieser Welt nicht das erreichen können, was ich erreicht habe!


Ich habe nie behauptet, dass man mit Dir nicht prima auskommen könnte. Ich finde Auch Deine Beiträge hier ansprechend und sympathisch. Deine Bezeichnung "Buchweisheiten" zeigt mir jedoch, welchen Wert Du wissenschaftlichen Erkenntnissen im Gegensatz zu "geistigen" Wunderdingen zugestehst. Ich habe den Eindruck gewonnen, für Dich gibt es keine wissenschaftlichen Fakten, ohne dass Du irgendwelche unspezifischen Dinge aus dem Geisterreich hinein interpretierst.


Zitat von Reklov im Beitrag #89

Wenn ich mir allerdings das kleine Bild unter Deinem Namen ansehe, dann frage ich mich, wessen Geistes Kind Du eigentlich sein kannst, wenn Dir Comic-Figuren, wie Hulk und Spider-Man neben der Abbildung Jesu gefallen können. Also ehrlich gesagt, da bleibe ich doch lieber in meiner Gedankenwelt, als in der wenig vergeistigten Welt Deiner pubertären Marvel-Gruppe!


Ein wenig Provokation meinerseits und Du vollführst einen persönlichen Angriff? An Deinem Selbstvertrauen und Deiner Integrität musst Du noch arbeiten <-- nicht böse gemeint

Wie können mir Comicfiguren neben Jesus gefallen? Weil die biblische Jesusfigur sehr viel mit den Marvel Comics gemeinsam hat. Heldenhafte Taten, unermüdlicher Kampf gegen das Böse, Superkräfte usw. Ich denke, Jesus fühlt sich bei Batman, Spiderman, Hulk und Superwoman sehr gut aufgehoben. Das einem Jesusfan das nicht gefällt, ist mir klar. Regelmäßig entlarvt die Reaktion auf solche Provokationen jedoch den Kritiker und nicht den, der die Karikatur erstellt oder verwendet. Aber das weißt Du, da bin ich mir absolut sicher.

An Deiner Reaktion merke ich aber, dass ich es mit der Provokation etwas übertrieben habe. War wohl etwas gestresst die letzten Tage. Werde mich bessern

Reklov Offline




Beiträge: 4.399

15.05.2015 09:59
#92 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Deine Bezeichnung "Buchweisheiten" zeigt mir jedoch, welchen Wert Du wissenschaftlichen Erkenntnissen im Gegensatz zu "geistigen" Wunderdingen zugestehst. Ich habe den Eindruck gewonnen, für Dich gibt es keine wissenschaftlichen Fakten, ohne dass Du irgendwelche unspezifischen Dinge aus dem Geisterreich hinein interpretierst.

@Blackysmart,
... wenn Du "geistige" Wunderdinge schreibst, dann musst Du auch "unszpezifische Dinge aus dem geistigen Reich..." schreiben. Das "geistige" Reich ist nicht identisch mit dem Geisterreich, jedenfalls nicht in meinem Sprachgebrauch.

Zitat
Wie können mir Comicfiguren neben Jesus gefallen? Weil die biblische Jesusfigur sehr viel mit den Marvel Comics gemeinsam hat. Heldenhafte Taten, unermüdlicher Kampf gegen das Böse, Superkräfte usw. Ich denke, Jesus fühlt sich bei Batman, Spiderman, Hulk und Superwoman sehr gut aufgehoben.

...wenn Du es so betrachten möchtest, mag dies für Dich in Ordnung sein. Die genannten Comic-Figuren vertreten die amerikanische Weise, gegen das Böse anzukämpfen - Jesus aber predigte die Liebe, sogar die Feindesliebe! Außerdem bringen die Marvel-Helden keinerlei weit reichende Botschaft unter die Menschen, sind auch nicht als "Heiler" unterwegs. Auch der edle Tarzan oder Prinz Eisenherz, deren gekonnte Zeichnungen von Burne Hogarth und Harold Foster ich sehr bewundere, stehen in der "Weltgeschichte" nun mal auf einer anderen, nämlich der echten "Märchenstufe", auf welche ja viele (verständlicherweise) auch die Bibeltexte setzen möchten. Comic-Figuren können zwar gute Taten vollbringen, sind aber von religiösen Lehrern doch noch weit entfernt. (Meine ich.)
Ob sich also Jesus unter dem genannten Comic-Helden wohl fühlen würde, bleibt fraglich, denn seine Art war das Erdulden des Bösen und eben der Verzicht auf Gewalt. Dies erwähnt er auch deutlich in einer Bibelstelle seinen Jüngern gegenüber, als er ihnen klar macht, dass Gewalt immer nur Gewalt hervorbringen kann! - Deswegen sind ja die Comoc-Helden auch, von Heft zu Heft, in ständige Kämpfe verwickelt, weil sie lediglich ihre körperlichen Kräfte einsetzen können.
Die Waffen Jesu waren jedoch seine Gedanken! - Ein wesentlicher Unterschied!

Zitat
Ein wenig Provokation meinerseits und Du vollführst einen persönlichen Angriff? An Deinem Selbstvertrauen und Deiner Integrität musst Du noch arbeiten <-- nicht böse gemeint

... Provokation ist schon in Ordnung, nur muss dann auch die Gegeseite ihre Gedanken vortragen, also auf ihre Sicht der Welt hinweisen dürfen. Mit persönlichen Angriffen hat dies noch nichts zu tun und wer meine Beiträge kennt, weiß, dass ich mich stets um einen akzeptablen Ton bemühe.
(Wir bleiben also im Gespräch.)

Gruß von Reklov

Blackysmart Offline




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15.05.2015 14:18
#93 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #92
... wenn Du "geistige" Wunderdinge schreibst, dann musst Du auch "unszpezifische Dinge aus dem geistigen Reich..." schreiben. Das "geistige" Reich ist nicht identisch mit dem Geisterreich, jedenfalls nicht in meinem Sprachgebrauch.


Nun, für mich macht das sprachlich keinen Unterschied. Es macht auch keinen Unterschied, ob ich vom "römischen" Reich, dem Römerreich oder dem Reich der Römer spreche.

Auch Dein Problem mit Wundern zeigt, dass Du ein Problem damit hast, Deine Weltanschauung auch entsprechend zu bezeichnen. Du willst seriös bleiben und scheust Begrifflichkeiten, denen im Sprachgebrauch unwissenschaftliches und irrationales anhaftet. Wenn das Gehirn nur ein Geistempfänger wäre und irgendwo aus dem Jenseits das Bewusstsein gestreamt würde, wäre das ein Wunder. "Unspezifisch" ist diese konkrete These von Dir sicher nicht. Das Wort Wunder kommt von der Verwunderung über etwas, dass man sich absolut nicht erklären kann und das nicht erklärbar ist und passt eindeutig besser.

Mit der Begrifflichkeit "unspezifische Dinge aus dem geistigen Reich" hast Du Deine Anschauung derart relativiert und verallgemeinert, dass zwar offensichtlich keine Kritik mehr möglich ist, Deine Thesen können jedoch damit nicht mehr passend beschrieben werden.

Zitat von Reklov im Beitrag #92
. Jesus aber predigte die Liebe, sogar die Feindesliebe!


(Mt 10,34-35): "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter."

(Mt 13,41-42): "Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die das Gesetz Gottes nicht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein."

(Mt 15,24): "Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel."

(Mt 25,41): "Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel."

(Lk 19,27): "Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde, bringt her und macht sie vor mir nieder." (Bedeutet NICHT neiderknieen)

(Lk 12,5): "Fürchtet euch vor dem, der, nachdem er getötet hat, auch Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, vor dem fürchtet euch."

(Hebr 10,31): "Der Herr wird sein Volk richten. Schrecklich ist's, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen."

(Lk 11,23): "Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich."

Für mich klingen da andere Töne durch als Nächsten- bzw. Feindesliebe. Auch das "Aufräumen"von Jesus im Tempel kann man nicht gerade mit friedfertig beschreiben. Die Grundaussage Jesus in der Bibel war: glaube an mich und verhalte Dich gottesfürchtig oder Du bekommst die ewige Verdammnis im Feuerofen.


Zitat von Reklov im Beitrag #92
Außerdem bringen die Marvel-Helden keinerlei weit reichende Botschaft unter die Menschen, sind auch nicht als "Heiler" unterwegs.


Oh ja, sie bringen "nur" Kriminelle vor den Richter und drohen nicht mit weitreichender, ewiglicher Höllenqual wie Jesus. Heiler war zu Zeiten Jesus ein weit verbreiteter Berufszweig und solche Wunderheilungen waren für jeden Wanderprediger geradezu Pflicht, um genügend Anhänger für ein auskömmliches Leben anzuziehen.


Zitat von Reklov im Beitrag #92
Auch der edle Tarzan oder Prinz Eisenherz, deren gekonnte Zeichnungen von Burne Hogarth und Harold Foster ich sehr bewundere, stehen in der "Weltgeschichte" nun mal auf einer anderen, nämlich der echten "Märchenstufe", auf welche ja viele (verständlicherweise) auch die Bibeltexte setzen möchten.


Wenn man von ausserbiblichen Quellen ausgeht, bleibt von Jesus nicht mehr viel übrig. Von daher ist die Comicfiguren Supermann wirklich besser belegt als der angebliche dritte Teil eines allmächtigen Gottes, der, obwohl er nicht sterben kann, sich durch "Vergewaltigung" Marias eines menschlichen Körpers bemächtigt und diesen dann zur Vergebung aller Sünden opfert, obwohl anschließend doch nicht alle Sünden vergeben wurden.


Zitat von Reklov im Beitrag #92
Comic-Figuren können zwar gute Taten vollbringen, sind aber von religiösen Lehrern doch noch weit entfernt. (Meine ich.)


In der Türkei wird gerade der Oppositionsführer der PPK diskreditiert, weil er vor zig Monaten ein Brötchen mit Schweinespeck gegessen hat. Religiöse Lehrer predigen doch zu allererst die Einhaltung der eigenen religiösen Gesetze und ordnen diesen alles unter. Comichelden kennen keine Vorurteile oder Ressentiments, sie haben keine Dogmen oder verdammen Menschen aufgrund deren Weltanschauung. Die Welt braucht Friedenslehrer die das Verbindende der Menschen aufzeigen. Davon sind Die meisten religiösen Lehrer noch weit entfernt.

Religiöse Lehrer predigten vor 80 Jahren den lernwilligen Schäfchen etwas von der göttlichen Vorsehung eines gewissen Adolfs. Erdogan sprach vor einigen Jahren von Moscheetürmen als Speere und will in der Türkei allen Schülern in der Schule den Islam zwangslehren.

Zitat von Reklov im Beitrag #92

Ob sich also Jesus unter dem genannten Comic-Helden wohl fühlen würde, bleibt fraglich, denn seine Art war das Erdulden des Bösen und eben der Verzicht auf Gewalt. Dies erwähnt er auch deutlich in einer Bibelstelle seinen Jüngern gegenüber, als er ihnen klar macht, dass Gewalt immer nur Gewalt hervorbringen kann!


Einen so friedlichen und unterwürfigen Jesus hätte man mit großer Sicherheit nicht gekreuzigt. Alleine das Randalieren von Jesus im Tempel zeigt doch ein völlig anderes Bild von Ihm. Wer so ausrastet und wütet, verhält sich sicher nicht immer diplomatisch und beherrscht.


Zitat von Reklov im Beitrag #92
Provokation ist schon in Ordnung, nur muss dann auch die Gegeseite ihre Gedanken vortragen, also auf ihre Sicht der Welt hinweisen dürfen. Mit persönlichen Angriffen hat dies noch nichts zu tun und wer meine Beiträge kennt, weiß, dass ich mich stets um einen akzeptablen Ton bemühe. (Wir bleiben also im Gespräch.)


Einverstanden

Reisender Offline



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15.05.2015 16:43
#94 RE: Wer ist Gott? antworten

Das Wort "Wunder" steckt eigentlich in "Wunde".
Eine Wunde ist eine Verletzung des Körpers, ein Wunder eine Verletzung der materiellen Welt.
Eine Wunde ist auch eine Öffnung; auch hier das Synonym zum Wunder.

Reklov Offline




Beiträge: 4.399

15.05.2015 17:56
#95 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Mit der Begrifflichkeit "unspezifische Dinge aus dem geistigen Reich" hast Du Deine Anschauung derart relativiert und verallgemeinert, dass zwar offensichtlich keine Kritik mehr möglich ist, Deine Thesen können jedoch damit nicht mehr passend beschrieben werden. @Blackysmart,

Der Denker Wittgenstein meinte einst, dass Philosophie größtenteils aus Sprachkritik bestehe. Zwischen "Geistesreich" und "Geisterreich" besteht schon ein Unterschied, denn ein Film, ein Buch oder ein Kunstwerk kann "geistreich" sein, weil es die Erkenntnisse der Menschen auf intelligente Weise widerspiegelt. "Geister", wie man sie in spiritistischen Sitzungen herbeizurufen versucht, sind dabei noch nicht im Spiel oder gar nötig! (Hoffe, man versteht diesen Unterschied?)

Zitat
(Mt 10,34-35): "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter."

Diese Bibelstelle ist bekannt, wird aber, wie viele Passagen des Buches, zu wörtlich "übersetzt". Die Bibel muss historisch, psychologisch und philosophisch gelsen werden, sonst tauchen viele Missverständnisse auf!
Man sollte sich auch hüten, in die Bibel eine pazifistische Grundhaltung einzulesen, von ihr prinzipiellen Gewaltverzicht zu erwarten. Auch Jesus spricht nicht so von Gewaltanwendung, als müsse man sie um jeden Preis vermeiden! Seine Exorzismen sind z.B. Gewaltanwendungen gegen Geistermächte. Jesus übt auch Gewalt gegen Personen (Händler, Käufer, Geldwechsler im Tempel) aus, weil sie den heiligen Ort des Tempels, der für Jesus die Wohnstätte seines Vaters ist, mit ihren Geschäften entweihen. Jesus sah sich als Repräsentant des Schöpfers oder als "Hausherr" des Tempels.
Vor dem Petersdom in Rom läuft heute täglich ein ähnlicher Zirkus des Verkaufens von versch. frommen Andenken ab! Daran kann man die weltliche Aufweichung erkennen und die eigentliche Respektlosigkeit gegenüber dem Göttlichen! Jesus duldete so etwas eben nicht und setzte ein Zeichen! - Auch sprach er klar aus, dass, wer ihm folgen wolle, u.U. die Feindschaft innerhalb der Familie auf sich nehmen müsse, denn der alte und noch heute strenge jüd. Glaube stand im krassen Gegesatz zu den Worten des neuen Predigers aus Nazareth!
Feindesliebe und Gewaltverzicht werden den Menschen in der Bergpredigt und anderswo anempfohlen.

Klaus Berger, ein bekannter Exeget, schreibt hierzu:

>> Dass Jesus dennoch zu Gewaltanwendung kein prinzipiell negatives Verhältnis hat, rührt daher, dass er - angesichts des biblischen Verständnisses von Leiblichkeit - die paradoxe Intervention auch leiblich vollziehen kann, d.h., der Prophet greift durch aufzeigen einer Wirklichkeit in den Alltag ein (er interveniert), damit diese Wirklichkeit in ihren negativen Folgen nicht eintrifft. Die Bibel ist keine geschichtlich entfaltete Freidensbewegung. Allzu oft ist Frieden trügerisch, gefährdet oder vergänglich. Nur so sind Jesu Worte zu verstehen, dass er nicht gekommen ist, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
Die dualistischen Aussagen des neuen Testaments sind durchaus nicht als "unpassend" weil vormodern abzuweisen. Denn zu diesen Aussagen gehört der Gegensatz von Gott und Mammon, von Lug und Trug gegen Wahrhaftigkeit und von Engeln gegen den Bösen. Wer ein wenig von der Welt versteht, weiß, dass Wahrheit erkämpft werden muss, weil der Widerstand des Bösen erheblich ist. Wie verhalten sich Kampf und Versöhnung zueinander? Erst müssen klare Verhältnisse geschaffen werden, das heißt: Aufklärung über die wahre Situation des Menschen und die Wirksamkeit Gottes und seines Heilsangebots, dann kann es Versöhnung geben. Sonst gibt es nur brüchigen Scheinfrieden.
Jedenfalls besteht der Friede nicht darin, dass wir uns einfach in einen Traum hineinsteigern dürfen. Es ist kein romantischer Frieden und keiner aus der guten, alten Zeit. Jesus meint auch nicht, die Menschen trösten oder vertrösten zu müssen. Vielmehr hält er seine Mitmenschen für willensstark, belastbar und aktiv. Unmissverständlich stellt er seine Ansprüche. Der indirekte Weg, den er verkündet, ist immer zunächst ein hartet, ja scheinbar ins Gegenteil führender Weg - ein Medikament mit Aspekten der Erstverschlimmerung. Jesus sagt es wiederholt auf ähnliche Weise: "Ihr sollt nicht denken, ich sei ein Friedensapostel. Nein - ich bringe Ärger und Streit. Ab jetzt wird sich eine fünfköpfige Familie so zerstreiten, dass drei gegen zwei stehen und zwei gegen drei. Der Vater wird sich mit dem Sohn zerstreiten, die Mutter mit der Tochter und die Schwiegermutter mit der Schwiegertochter."

Streit und Ärger sind deshalb notwendig, weil radikale Parteinahme auch familiäre Bindungen sprengt. Jesus sieht offenbar in der jeweiligen Familientradition die Hauptursache für Filz und Stagnation, dafür, dass sich immer wieder überhaupt nichts ändert.
Wo liegt hier die Logik? Wie soll Friede entstehen, wenn Unfrieden gesät wird? Jesus hat mit unbestechlichem Blick erkannt, dass an sich so positive Dinge wie innige Beziehungen, wie Blutsverwandschaft und Geschäftsfreundschaft auch eine negative Dynamik entwickeln können, wenn sie nämlich das notwendige Tun des von der Wahrheit Gebotenen in der Watte des Klüngels ersticken. << - (Das soll als Ausschnitt genügen.)

Dazu will ich noch anmerken, dass, wären z.B. die 4 früheren Attentatsversuche auf Hitler, vor dem 5. Versuch des Georg Elser (8. Nov. 1939), als "Gewaltakt"gelungen, der Welt der schreckliche 2. Weltkrieg wohl erspart geblieben wäre!(?)

Zitat
Heiler war zu Zeiten Jesus ein weit verbreiteter Berufszweig und solche Wunderheilungen waren für jeden Wanderprediger geradezu Pflicht, um genügend Anhänger für ein auskömmliches Leben anzuziehen.

Das ist mir auch bekannt. Interessant ist nur, dass nur Jesus in der Weltgeschichte dieser große Durchbruch gelang!

Zitat
Wenn man von ausserbiblichen Quellen ausgeht, bleibt von Jesus nicht mehr viel übrig. Von daher ist die Comicfiguren Supermann wirklich besser belegt als der angebliche dritte Teil eines allmächtigen Gottes, der, obwohl er nicht sterben kann, sich durch "Vergewaltigung" Marias eines menschlichen Körpers bemächtigt und diesen dann zur Vergebung aller Sünden opfert, obwohl anschließend doch nicht alle Sünden vergeben wurden.

Maria wird ja auf das "Ereignis" durch einen Engel vorbereitet! Warum ein "Gott" unter uns weilen möchte, kann versch. Ursachen haben, z.B. der Wunsch der Unterweisung und der Offenbarung. Um hierzu ein blbilisches Bild zu gebrauchen: Ein Schäfer hält sich nun mal direkt bei und unter seiner Herde auf!
Die von Dir angesprochene Dreifaltigkeit ist ein Ergebnis des Konzils zu Nicea und wurde vo Kaiser Konstantin nach langem Streit der Bischöfe so entschieden.
Das Dogma sagt weiterhin: Mit dem Sühnetod Jesu ist die Gerechtigkeit vollzogen, alle menschlichen Schulden sind getilgt.

Klaus Berger merkt dazu an:
>> Nötig war der Tod am Kreuz nicht! Er war freie Bosheit der Menschen. Und Judas war auch nicht ein Gott willkommenes Instrument der Erlösung, die ohne ihn gar nicht denkbar wäre. Dann müsste man ja Judas und Pilatus als Instrumente des Gottesplanes auch noch heilig sprechen. Nein, deren Opportunismus und Bosheit ist nicht notwendig für den Heilsweg und die Vergebung.
Vielmehr symbolisiert der Tod Jesu die Vegebungsbereitschaft Gottes. Er hat den Hass der Mörder gegen Jesus mit Feindesliebe beantwortet. Die Gewissheit der Sündenvergebung wurde freilich nun selbst zum Inhalt des neuen Bundes mit den Menschen! Das ist das Merkmal der neutestamentlichen Geschichtstheologie. <<

Zitat
Comichelden kennen keine Vorurteile oder Ressentiments, sie haben keine Dogmen oder verdammen Menschen aufgrund deren Weltanschauung. Die Welt braucht Friedenslehrer die das Verbindende der Menschen aufzeigen. Davon sind Die meisten religiösen Lehrer noch weit entfernt.

Jesus war bestes Beispiel hierfür, denn er durchbrach seinerzeit die strengen Gesetze des alten Judentums! Das Beispiel, wo er sich vor die Ehebrecherin stellt, die nach jüd. Gesetz gesteinigt werden musste, ist ja reichlich bekannt. Als Jesus in die Runde blickt und sagt: "Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein", lässt die wütende Menge nach und nach die Steine aus den Händen gleiten und geht verschämt heim!

Zitat
Einen so friedlichen und unterwürfigen Jesus hätte man mit großer Sicherheit nicht gekreuzigt. Alleine das Randalieren von Jesus im Tempel zeigt doch ein völlig anderes Bild von Ihm. Wer so ausrastet und wütet, verhält sich sicher nicht immer diplomatisch und beherrscht.

Klar - Jesus war auch unbequem, streng, fordernd und - aufsässig gegen die verkrusteten Gesetze der alten Thora! Nur so konnte er das Neue in die göttliche Sichtweise der Menschen bringen. Damit handelte er sich aber den Hass vieler jüd. Priester und Pharisäer ein. Die Stimmung in Judäa war damals sowieso mächtig angeheizt, denn die röm. Besatzungsmacht war vielen Juden ein Dorn im Auge. Die Römer wiederum standen vor dem Übel terroristischer Anschläge auf ihre Soldaten. Mitten in dieses Pulverfass tritt nun auch noch Jesus als "Zündschnur" auf. (Der Rest ist ja bekannt!)

Gruß von Reklov

gapping Offline



Beiträge: 613

17.05.2015 12:02
#96 RE: Wer ist Gott? antworten

Nein, Nein Reklov, so einfach wirst Du Dir das nicht machen:
Du hast geschrieben, wie sehr die Forschung von Dawkins in Zweifel gezogen wird. Dabei hast Du keine Textstelle aus Dawkins erwähnt, Die Du oder andere, als Widerlegung dieser Forschungen ausgeben können.

Ich habe als Beleg "Die Schöpfungslüge" von Dawkins angeführt, in denen Forschungsergebnisse enthalten sind, wie z.B. dass Pflanzen Tiere erschaffen oder Tiere Pflanzen, die den jeweiligen gegenseitigen Ansprüchen entgegen kommen. Dieses Verhalten findet vor unseren Augen statt, ist tagtäglich in der freien Natur zu besichtigen und belegt, dass es keinen Gott braucht , um Lebensbedingungen herzustellen.

Im Übrigen führst Du Textstellen aus, die weder thematisch, noch kognitiv und/oder inhaltlich die Forschungen in der Evolutionsbiologie streifen.
So enthalten Deine Zitate keine anderen Forschungsergebnisse, die hätten Dawkins-Forschungen widerlegen können.
Daniel Dennett(Verhaltensforscher) hat die Feindseligkeiten gegen Dawkins klar als das entlarvt, was sie sein sollen, als der Papst(Ratzinger) die 7 neuen Todsünden, von Lombardi und Benedettini verkünden ließ: Eine von ihnen war die Genetik, die Grundlage für evolutionsbiologische Forschungen ist. Sie , die katholischen Kreise "für die Bewahrung des Glaubens" wissen schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts, dass es Beweise gegen die Existenz von Gott gibt. Sie haben über die Jahrzehnte alles versucht, dass diese Forschungen für "nicht glaubhaft" gehalten werden und dabei die versammelte mediale Wucht gebraucht. Dennoch hat sich dann 2009("Die Schöpfungslüge") der "Gotteswahn" nicht mehr halten können und nunmehr soll "das Wunder des Lebens" durch das Diskreditieren von wissenschaftlichen Erkenntnissen "bewahrt" werden.
Vor allem gerät der monotheistische Koloss, der schon immer ein Joch für die Menschen war, ins Wanken. Die schöne Welt der Verantwortungslosigkeit soll nicht verloren gehen, wo man die Verantwortung immer schön an Gott, Jahw, oder Allah delegieren und alles Gottes Wille war, geht dem Ende entgegen. Dieses Ende, mit den purpurnen Uniformen, eines von Gott vorbestimmten Lebens, soll so lange wie möglich hinaus gezögert werden.
Zweifel in die Wissenschaft setzen ist legitim. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu leugnen aber ist infam. Infam ist die monotheistische Kultur schon immer. UM das zu wissen, braucht man nicht einmal die aktuellen Nachrichten.
Die Versöhnungskultur, die Du für das biblische, das christliche vorbehalten willst, hat es nie gegeben. Der Beweis dafür ist, dass selbst in den Psalmen der Rachegedanke ausgiebig(noch immer) gepflegt wird; auch wenn man das darin enthaltene faschistische Gedankengut aussortiert hat.

Gruß gapping

Lichtbringer Offline

glaubnix


Beiträge: 1.394

17.05.2015 15:51
#97 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #83

Zitat
... Gott weilt in meinem Herzen
vergangen alle Schmerzen.

@Lichtbringer,

... ein vielsagendes Gedicht, welches das schwierige Thema gut anspricht! - Wer hat es geschrieben?

Gruß von Reklov


@reklov, ich schmücke mich nicht mit fremden Federn! Wenn ich ein Zitat, ein Gedicht usw. aus 2ter Hand poste,
gebe ich immer den Autor, bzw. eine Quellenangabe an!
Schön dass du meine Rückantwort als vielsagend, bzw. als Gedicht bewertet hast, sehe mich selbst nicht so als Dichter.

LG

--------------------------------------------------
Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen.
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Meine Toleranz ist grenzenlos, aber nicht gegenüber den Intoleranten!

Reklov Offline




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17.05.2015 21:59
#98 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Du hast geschrieben, wie sehr die Forschung von Dawkins in Zweifel gezogen wird. Dabei hast Du keine Textstelle aus Dawkins erwähnt, Die Du oder andere, als Widerlegung dieser Forschungen ausgeben können.

@gapping,

damit wir uns richtig verstehen: Ein Experte, wie Dawkins mag sein Fach, die Evolutionsbiologie, sehr gut beherrschen, nur sind seine Unteruchungsergebnisse rein aufs Materielle beschränkt! Davon kann man keinerlei Erkenntnisse über die Wortchiffer für das Unbekannte "Gott" ableiten wollen! -
Dies ist der entscheidende Punkt! - Das wäre ähnlich naiv, wie wenn ein Physiker eine Komposition von Brahms lediglich als Schwingungen auf seinem Anzeigeschirm korrekt darstellt, diese dann ausdruckt und, anhand der dargestellten Kurven, irgendetwas über die musikalische Kreativität zu reden beginnt, oder gar verstehen möchte! Die rein geistige Leistung von Brahms kann er weder erkennen, noch begreifen - es sei denn, er fängt an, sich jahrelang ernsthaft mit Musik zu beschäftigen. (Denke man versteht, was ich mit diesem Beispiel andeuten will?) -
Wenn man die materielle Welt als Spiegelbild der geistigen sieht, entstehen nun mal ganz andere Bedingungen für das Denken! Manche mögen dies als zu spekulativ ansehen, für andere ist es der Schlüssel zu neuen Denkwegen - vor allem, wenn es mehr um das WARUM und nicht um das WIE geht. Dawkins und Kollegen arbeiten an der Entschlüsselung des WIE (Funktion, Reaktion, Zusammenhänge, Ableitungen etc.) Aber - auch dieses Spezialgebiet will vom neugierigen Wissensdurst des Menschen zunächst geduldig und sorgfältig bearbeitet werden. Mit "peinlich" wurden Dawkins Bücher nur eingestuft, weil er sich mit seinen materiellen, auch richtigen Erkenntnissen, auf das ganz anders gelagerte Gebiet der Religionsphilosophie wagte. Das aber, ist nun überhaupt nicht sein starkes Fach! (Dies gestand er in einer TV-Talkshow übrigens auch ein.)

Ich dachte mir damals: "Warum redest du dann überhaupt über die Transzendenz, denn hierzu hast du genauso wenig zu sagen, wie z.B. ein Klavierbauer über den geistigen Inhalt einer virtuosen Klavier-Komposition!

Zitat
Vor allem gerät der monotheistische Koloss, der schon immer ein Joch für die Menschen war, ins Wanken. Die schöne Welt der Verantwortungslosigkeit soll nicht verloren gehen, wo man die Verantwortung immer schön an Gott, Jahw, oder Allah delegieren und alles Gottes Wille war, geht dem Ende entgegen. Dieses Ende, mit den purpurnen Uniformen, eines von Gott vorbestimmten Lebens, soll so lange wie möglich hinaus gezögert werden.

Die Lehren Jesu bürden dem Menschen sehr viel Verantwortung und Last auf, denn sie fordern von ihm, was allen Egoisten so furchtbar lieb geworden ist: Ihren Geldbeutel für Ärmere zu öffnen, den verhaßten Nachbarn anzusprechen, andere nicht zu richten, den Splitter im eigenen Auge zu erkennen (etc.)!
Was die Kirche mit ihrer verheerenden "Kriminalgeschichte" aus der Botschaft Jesu gemacht haben, ist eine einzige elende Schande! - Alle 3 abrahamitischen Religionen haben in ihrer Geschichte schweres Unrecht angerichtet und kläglich versagt, als es darauf ankam! Wenn man heute aktuell sieht, wie z.B. manche Moslems ihre eigenen Glaubensbrüder in die Luft sprengen, so weiß man, dass auch sie den Koran nicht begriffen haben! Manchen Christen (Fundamentalisten!) geht es beim Lesen der Bibel ähnlich und deswegen ist auch, nach dem 30jährigen Krieg (1618 - 1648) das kath. und ev. Lager immer noch gespalten! - Auch ein Armutszeugnis!

Zitat
Die Versöhnungskultur, die Du für das biblische, das christliche vorbehalten willst, hat es nie gegeben. Der Beweis dafür ist, dass selbst in den Psalmen der Rachegedanke ausgiebig(noch immer) gepflegt wird; auch wenn man das darin enthaltene faschistische Gedankengut aussortiert hat.

Das Buch der Psalmen ist ein Erbgut des Alten Testaments! Hier wird ein rachsüchtiger und eifersüchtiger Gott an die Wand gemalt! - Jesus war auch deswegen ins tödliche Visier der jüd. Priester geraten, weil er oft eine der Thora entgegengesetzte Meinung vertrat - und - vor allem auch lebte! - Mir ist natürlich bekannt, dass jeder Bibelleser nur die Zeugnisse der 4 Evangelisten für die Darstellung des "Mannes aus Nazareth" vorliegen hat! - Entscheidend ist lediglich die Botschaft, welche da vermittelt werden soll, nicht ihre historische Genauigkeit, denn denn besonders das Neue Testament ist nun mal kein Geschichtsbuch!

Gruß von Reklov

radiogucker Offline

Rustikaler


Beiträge: 2.379

17.05.2015 22:16
#99 RE: Wer ist Gott? antworten

Hallo gapping,

wieso forderst Du Quellen an?

Zitat
Du hast geschrieben, wie sehr die Forschung von Dawkins in Zweifel gezogen wird. Dabei hast Du keine Textstelle aus Dawkins erwähnt, Die Du oder andere, als Widerlegung dieser Forschungen ausgeben können.

In einem anderen Strang hast Du mir Quellenangabe mit dem Hinweis verweigert, ich könne doch - sofern ich mich mit dem Internet auskennen würde - einfach googlen. Also: Einfach Dawkins eingeben und Suche starten.
Gruß (nicht böse sein),
radiogucker


"Erst kommt das Fressen, dann die Moral." (B.Brecht)
"Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Hass gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt." (Kurt Schumacher, SPD)

Reklov Offline




Beiträge: 4.399

18.05.2015 00:28
#100 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Ich habe als Beleg "Die Schöpfungslüge" von Dawkins angeführt, in denen Forschungsergebnisse enthalten sind, wie z.B. dass Pflanzen Tiere erschaffen oder Tiere Pflanzen, die den jeweiligen gegenseitigen Ansprüchen entgegen kommen. Dieses Verhalten findet vor unseren Augen statt, ist tagtäglich in der freien Natur zu besichtigen und belegt, dass es keinen Gott braucht , um Lebensbedingungen herzustellen.

@gapping,

wer die Welt allein mit Beobachtung und dem Messen der materiellen Erscheinungen erklären will, mag zwar Teilwahrheiten durchaus richtig erkennen und zuverlässig berechnen, dennoch sollte er nicht glauben, damit schon das Ganze in seinen Händen zu halten! Diesen Fehler machen ja z.B. auch die religiösen Dogmen!
Man kann heute z.B. die Entwicklung eines Schmetterlings, der ja zunächst mit der Form einer Raupe seine erstaunliche Laufbahn beginnt, genau sehen und auch wissenschaftlich analysieren - das eigentliche "Geheimnis" dieser so vielfältigen und prächtig gestalteten fliegenden Falter ist uns aber verschlossen! Der Vorgang einer so vollständigen Metamorphose sollte uns besser mehr Anlass zum Nachdenken über die eigentliche Symbolik sein, als ihn lediglich nur naturwissenschaftlich zu erfassen und biologisch in eine korrekte Fachsprache zu bringen. Wir sollten und dürfen vor lauter Wissenschaft das Wundern nicht verlernen - auch über unsere eigene Erscheinung in der Welt!
Das, was unsere Augen sehen, ist erstens nur ein kleiner Ausschnitt des ganzen kosmischen Szenarios, welches uns ja auch in unsichtbarer Weise umgreift und zweitens kann man ein so gigantisches und komplexes "Programm", wie es die Natur auf diesem Planeten seit Millionen von Jahren abspult, nicht einfach als einen aus dem Nichts geborenen "Selbstläufer" erklären wollen.
Lebensbedingungen, als Dasein, und ihre räderartig ineinander greifenden Mechanismen sagen über das dahinter gedachte "Göttliche" noch nichts Greifbares aus! Wer die Welt nur mit den er- und damit auch begreifbaren Dingen erklären möchte, springt also zu kurz!
Wir sind nicht einmal in der Lage, uns selber korrekt zu definieren, geschweige denn, das Leben richtig zu verstehen. Wissen und Bewusstsein sind zwei unterschiedliche Flüsse, welche aber eine gemeinsame "Quelle" haben.

Gruß von Reklov

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