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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 274 Antworten
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 Christentum
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gapping Offline



Beiträge: 613

07.06.2015 13:05
#101 RE: Wer ist Gott? antworten

Gerade weil man genau sehen kann, vermittels wiederholbarer Experimente erkennen kann, dass Schöpfung kein Akt eines Gottes sein kann, ist die bloße symbolische Auslegung von Gott(oder Göttern) Nonsens. Der Philosoph Michael Schmidt-Salomon spricht von den Religiösen als dem "Homo demens", was ich als treffenden Ausdruck für all jene betrachte, die einen Gottglauben haben; und zwar auch in all den Abstufungen dies es auf dem weiten gebiet von Agnostikern bis Atheisten gibt, in denen sich viele tummeln, die sich einen Restglauben bewahren, aus Angst, es könnte doch etwas dran sein, ja vor dem §jüngsten Gericht§ einen Rest an Entschuldigung(Reue) übrig zu haben.
Dabei ist ja längst geklärt, dass Menschen, die von Religiosität befreit sind ein besseres, ethisch begründeteres leben führen. Besonders im Hinblick auf unsere Welt und Umwelt, von der wir wissen, dass von Religion befreiten Menschen, locker die mehrfache Anzahl auf Erden leben kann, als die, die von der Religion bestimmten jetzigen Menschen , deren Destruktivität keine Grenzen zu haben scheint.
Das "Greifbare", eben nicht religiöse Fundament für die Lösung von Problemen, hat nichts mit Gott zu tun und im entferntesten auch nicht mit dem Geist, durch den ein Gott vermittelt wird, weil der nur dazu dient, die Menschen ruhig zu stellen, sozusagen als Ergänzung von Drogen etc.
Dieser Ruhigstellung entspringt die Konsequenz, dass die "Unruhigen" die Konzepte und Rezepte verfolgen und herstellen, die das was ist bewirken. Mit dem was ist, kann im Ernst niemand zufrieden sein, selbst diejenigen nicht, die sich in Verschwörungsszenarien ergehen, die ihrerseits das religiöse und göttliche bedienen, in denen die Mehrheit des "Homo demens"(Schmidt Salomon in "Keine Macht den Doofen") gefangen bleiben, woraus eine Minderheit den Honig saugt.
Die rein wissenschaftliche Basis des gegenwärtigen Standes der Forschung in der Evolutionsbiologie kann nicht widerlegt oder entkräftet werden. Man tut dies deshalb vorrangig in dem man die Forscher diskreditiert und denunziert, wie das schon bei Darwin in extremer Weise der Fall war und ist und nicht mal der konnte von proreligiösen, unseriösen Wissenschaftlern bis heute widerlegt werden.
Im Gegenteil, nicht die Evolutionsbiologen haben sich religiösen Sichten genähert, sondern die Religionen der evolutionsbiologischen Sicht, die eben nicht nur vordergründig, oder aus modischen Gründen Lehre in den Fachbereichen der meisten Universitäten ist. Um so mehr die aus der Evolutionsbiologie entstandene Forschung gelehrt wird, um so mehr, haben sich ihre Inhalte als richtig erwiesen, insbesondere im experimentellen Teil der Forschung. Dass gleichzeitig die Verhaltensforschung, die Allgemeinmedizin, die Lehren aus den mechanischen Wissenschaften und ganz besonders die aus den elektronischen Technologien in andere Felder weisen, als die göttlichen mag viele beleidigen oder verwirren. Ganz besonders jene, die immer noch meinen, der Mensch sei die Krone einer Schöpfung, die nach dem Ebenbild Gottes entwickelt sei.
In Wahrheit ist der Mensch aber derjenige, der seine eigenen Lebensgrundlagen in Gefahr bringt und nicht einmal wie die Ameisen,(Schmidt-Salomon) ein nützliches Recylingsystem verfügt, weder von sich selbst, noch von seinen Produkten.


Gruß gapping

gapping Offline



Beiträge: 613

07.06.2015 13:28
#102 RE: Wer ist Gott? antworten

Man muss sich ja nicht auf die Person Dawkins fixieren, wie es die Kirche macht, wenn sie ihre Abwehrstrategien inszenieren, um den Wesenskern ihres Selbstverständnisses, nämlich Gott zu erhalten.
Jeden Tag veröffentlichen wissenschaftliche Fachzeitschriften, ja manchmal auch philosophische Zeitschriften die etwas von universeller Bildung halten, Reports die Erkenntnisse aus der Evolutionsbiologie abbilden. Das Team Dawkins ist ein Team von vielen(fast 200) das Evolutionsbiologie referiert oder evolutionsbiologisches vermittelt.
Gerade aus den Diskreditierungsschriften der Kirchen gegen die Evolutionsbiologie, besonders aber des Kreationismus, kann man ersehen, zu welchen absurden Mitteln die Gottgläubigen greifen, um ihr Weltbild des Unwahrhaftigen aufrecht zu erhalten.
Alle religiösen Strömungen haben nichts greifbares um Gott zu begründen und sind immer noch so dreist von jenen der Beweis dass Gott nicht existiert zu fordern, obwohl diese Beweise längst auf dem Tisch liegen. Ja die Religiösen gehen so weit, dass sie ihre Mittel, vor allem die des Starrsinns und der Ignoranz so einsetzen, dass sie Wissenschaftsbereiche lächerlich zu machen versuchen, die sich Tag für Tag im Allgemeinwohl bewähren.
Mit Sigmund Freud hatte man schon seine Not, die eigenen psychopathischen Quellen(Jungfrauengeburt, Auferstehung von den Toden, Ablasshandel, Inquisition, Liturgien und Eucharistie)aufrecht zu erhalten, die besonders im Hinblick auf die Erkenntnisse der Verhaltensforschung auffällig sind, wie bei der Begünstigung von Kriminalität durch die Beichte etc. Sie wollen eine Wissenschaft madig machen, wie etwa mit der Erklärung, dass die Genetik eine der "Neuen Todsünden" seien. Alles was in Verdacht gerät, die religiöse Argumentation zu Fall zu bringen, wird mit dubiosen Mitteln in Zweifel gezogen und dabei sucht man sich einen Federführer dieser Wissenschaft aus, der sich als Atheist bekennt.
War das stigmatisieren, denunzieren, diskreditieren von Anhängern religiöser Glaubenssysteme jemals anders? Nein, diese Positionierung zieht sich wie ein roter Faden, durch die religiösen Kreise und ist selbst bei den kleinsten religiösen Organisation(Zeugen Jehova, Scientology, etc.) üblich. Wie immer setzt man der Erkenntnis, die für die Begründung religiöser Motive nichts taugt, eine eigene, absurde Theorie entgegen, deren geistige Halbwertzeit vielen Artikeln der BILD-Zeitung entspricht, aber nicht der Wahrheit über die Wirklichkeit, deren Existenz ohnehin nur denen zugänglich ist, die den wissenschaftlichen Ansatz kennen.
Dass unter diesen Viele sind, die den wissenschaftlichen Ansatz aushebeln, weil der ihr Einkommen und ihr Ansehen schmälern könnte ist seit langem bekannt und gehört zu jenem Opportunismus, der, durchaus im religiösen Sinne, auch in der SPD gepflegt wird und als "links blinken, aber rechts abbiegen", bekannt ist.

Gruß gapping

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

07.06.2015 14:37
#103 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von gapping
Die rein wissenschaftliche Basis des gegenwärtigen Standes der Forschung in der Evolutionsbiologie kann nicht widerlegt oder entkräftet werden.

Das ist richtig! Zweifel ist unzulässig! Wer kritisch hinterfragt, entfernt sich von der vorab festgelegten Richtung, in welche die Forschung und ihre Deutung laufen muss. So funktionieren dann auch die "selbsterfüllenden Prophezeihungen" für atheistische Fundamentalisten.

Das ist von einer tatsächlich rein wissenschaftlichen Basis ungefähr so weit entfernt, wie die Galaxie UDFy-38135539 von unserem Sonnensystem.


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Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

07.06.2015 16:10
#104 RE: Wer ist Gott? antworten

Das ist Polemik!
Nur Theologen haben absolute Wahrheiten und wissenschaftliche Erkenntnisse müssen andauernd hinterfragt und eventuell angepasst werden.
Leider haben aber leere Vermutungen wie etwa Gott in der Wissenschaft keinen Platz und bedürften eines nicht und niemals erbringbaren Beweises.

Jedenfalls macht ein Schöpfergott innerhalb der Evolution absolut keinen Sinn.
Erkennt eine Religion also Evolution an, so schafft sie gleichzeitig ganz unbedingt den personifizierten Schöpfergott ab!

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De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

07.06.2015 16:23
#105 RE: Wer ist Gott? antworten

Die Geschichte des wissenschaftlichen Atheismus im ersten Sinn beginnt faktisch erst in den 1960er-Jahren: 1959 wurden an den Universitäten von Kiew und Mos-kau, später auch an anderen Universitäten der UdSSR Lehrstühle für Geschichte und Theorie des Atheismus und der Religion eingerichtet. Das Fach „Wissen-schaftlicher Atheismus“ wurde in allen Hochschulen des Landes verpflichtend.1964 wurde in Umsetzung der Beschlüsse des ZK der KPdSU über „Maßnahmen zur Verstärkung der atheistischen Erziehung der Bevölkerung“ (1964) das Institut für wissenschaftlichen Atheismus gegründet; der erste Direktor war A. F. Okulov. Das wichtigste wissenschaftliche Organ dieses Instituts wurde die zweimal jähr-lich erscheinende Zeitschrift „Fragen des wissenschaftlichen Atheismus“ (1966–1989), die die früheren Publikationen „Fragen der Geschichte von Religion und Atheismus“ des Instituts für Geschichte an der Akademie der Wissenschaften der UdSSR und das „Jahrbuch des Leningrader Museums für Geschichte von Religion und Atheismus“ ersetzte. Kontext dieser Umgestaltungen ist die Bemühung der Führung der UdSSR und der KPdSU, die antireligiöse Politik des Sowjetstaates, die schon in den 50er-Jahren begonnen hatte
zu koordinieren und ihr eine wissenschaftliche Begründung zur Verfügung zu stellen.

Ob man den Atheismus in den Rang einer Wissenschaft erhebt, mag eine Frage der Perspektive sein, Zweifel sind aber berechtigt.
Die Behauptung aber, dadurch einen besseren Menschen zu züchten ist schlicht und einfach albern und bedarf
keiner weiteren Kommentare.

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

07.06.2015 19:54
#106 RE: Wer ist Gott? antworten

Theologie und Atheismus sind keine Wissenschaften!
Gesteht man diesen Status allerdings der Theologie zu, so stünde sie natürlich dem Atheismus ebenso zu.
Und da Theologie keine Wissenschaft ist: Was hat sie eigentlich an Universitäten zu suchen?

http://www.tagesspiegel.de/wissen/ist-th...z/11588538.html
Die Theologie ist eigentlich ein Kuriosum an modernen Universitäten. Während andere Fachbereiche einen klar abgegrenzten Forschungs- und Lehrbereich haben, ist bei den Theologen nicht einmal klar, ob es den zentralen Gegenstand, der ihrer Wissenschaft Theologie den Namen leiht, ob es diesen Theos überhaupt gibt. Während andere Fachgebiete seit der Aufklärung und dem Entstehen eines modernen wissenschaftlichen Denkens die Welt real verändert haben, wird es in der Theologie schon als Innovation gefeiert, wenn von Zeit zu Zeit ein alter Holzweg mit viel verbalem Aufwand wieder freigeräumt und eine neue „Schule“ gegründet wird.
Wenn die Theologie ihren Gegenstand auch nicht nachweisen kann, so gibt es sie dafür gleich doppelt, nämlich als katholische und als evangelische Theologie – an insgesamt 31 Fachbereichen an deutschen Universitäten. Eine Wissenschaft mit konfessionellem Vorbehalt. Auch das ist eigentlich höchst kurios. Theologie ist ein Relikt, eine „gläubige Wissenschaft“, eine Wissenschaft, die unter Denkmalschutz steht.


Also durchaus nichts was an einer Universität gelehrt werden sollte!

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

07.06.2015 20:22
#107 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Lukrez
Nur Theologen haben absolute Wahrheiten und wissenschaftliche Erkenntnisse müssen andauernd hinterfragt und eventuell angepasst werden.

Das dachte ich bisher auch, bis ich die Äußerungen von "gapping" las. Aber vielleicht meint sie auch etwas anderes und will den Evolutionsfanatismus auf die Schüppe nehmen.

Zitat von Lukrez
Erkennt eine Religion also Evolution an, so schafft sie gleichzeitig ganz unbedingt den personifizierten Schöpfergott ab!

Bei Evolution im Sinne der Evolutionstheorie trifft das bestimmt zu!

Zitat von Lukrez
Also durchaus nichts was an einer Universität gelehrt werden sollte!

Oder vielleicht doch? Eine Theologie, wie sie die Kirchen an den Universitäten lehren lässt, spielt dem Atheismus doch in die Arme! Sieht man doch zum Beispiel an Herrn Kubitza und vielen anderen, die durch ihr Studium der Theologie - sprich der kirchlichen Auffassung von "theos" - ihren "Glauben" an Gott verloren haben - so sie ihn denn jemals hatten...


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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.174

08.06.2015 09:15
#108  Wer ist Gott? antworten

Zitat von Snooker
Bei Evolution im Sinne der Evolutionstheorie trifft das bestimmt zu!

Nö. Die Deisten zum Beispiel erkennen die Evolutionstheorie voll an und gehen trotzdem von einer Gottesexistenz aus. Sie glauben allerdings nicht an das Christentum, nicht an das Judentum und nicht an den Islam. Aber auch etliche "moderne" Christen legen die Genesis etwas großzügiger aus als das die Kreationisten tun. Auf die Interpretation kommt es an. Was ist "symbolisch", was wörtlich konkret zu verstehen?

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

08.06.2015 21:28
#109 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Gysi
Nö. Die Deisten zum Beispiel erkennen die Evolutionstheorie voll an und gehen trotzdem von einer Gottesexistenz aus.

Dazu würde mich aber nun mal die lukrez´sche Meinung interessieren, ob für ihn Deisten den gleichen Status haben wie die klassischen monotheistischen Religionen.


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Reklov Offline




Beiträge: 4.833

15.06.2015 11:10
#110 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Die Deisten zum Beispiel erkennen die Evolutionstheorie voll an und gehen trotzdem von einer Gottesexistenz aus. Sie glauben allerdings nicht an das Christentum, nicht an das Judentum und nicht an den Islam. Aber auch etliche "moderne" Christen legen die Genesis etwas großzügiger aus als das die Kreationisten tun. Auf die Interpretation kommt es an. Was ist "symbolisch", was wörtlich konkret zu verstehen?

@Gysi,

jede Epoche kannte ihre eigene Interpretation der Wortformel "GOTT"!
Da ja bereits das AT Gott zu Moses sagen lässt: "Ich bin, als der ich da einst sein werde...", sollte man die Bibeltexte auch ihrer Zeit entsprechend einordnen (können).

Heute wird der Gottesgedanke vor allem durch die Physik gepflegt. Das klingt zunächst befremdlich, wer sich aber mit den Themen der modernen Quantenphysik beschäftigt, wird in vollkommen neue Betrachtungsweisen des "Göttlichen" eingebunden.

Man könnte auch sagen: "GOTT" sei "E L I" (Energie - Liebe - Information).

Kein Wunder, dass z.B. jemand wie der Physiker Heisenberg bemerkte, dass das Trinken aus dem Becher der Naturwissenschaften zunächst zum Atheismus verführe, am Grunde des Bechers aber stets Gott warte.

Die Welt der subatomaren Teilchen, ihre Unzerstörbarkeit, sowie ihre Fähigkeit, sich untereinander zu verständigen, neu zu formieren, sind Aspekte, die jeden interessieren sollten, egal, welche Weltanschauung er gerade pflegt! Hier nämlich liegt der Schlüssel, mit dem man die verschlossenen Tore zur tieferen Erkenntnis öffnen kann.
(Wie viele es sind, vermag noch keiner zu sagen!)

Wie ich lesen konnte, begrüßt der neue Papst die Arbeit aller Wissenschaftler, sieht er sie doch als Informationsaustausch zwischen uns und der noch größtenteils unbekannten Sphäre an, welche uns umgibt. Man denke hierbei allein an die sog. >dunkle Materie<, welche den überwiegenden Teil des Kosmos ausmacht!

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.174

15.06.2015 12:25
#111 Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov
jede Epoche kannte ihre eigene Interpretation der Wortformel "GOTT"!

Was zeigt, dass der Begriff etwas besetzt, was wir nicht kennen.

Zitat
Kein Wunder, dass z.B. jemand wie der Physiker Heisenberg bemerkte, dass das Trinken aus dem Becher der Naturwissenschaften zunächst zum Atheismus verführe, am Grunde des Bechers aber stets Gott warte.

Auch er benutzt den Begriff für etwas, was er nicht kennt!

Zitat
Quantenphysik

Die Quantenphysik zeigt Phänomene, die es in der Makro-Physik nicht gibt. Das negiert die Makro-Physik aber nicht! Genauso, wie die Makrophysik nicht die Mikrophysik negiert. Die Gläubigen sehen in der QM beinahe den Gottesbeweis! Ich kann das nicht verstehen! Nur das: Gott wurde immer im Abseits von der Erkenntnis vermutet. Und da, wo die Erkenntnis hineinleuchtete, da verschwand er. Sind die Gläubigen deshalb dankbar dafür, dass sich uns die QM bis dato nur in knappen Phänomenen erschließt, aber in ihrem Wesen noch ein Buch mit sieben Siegeln ist?

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

15.06.2015 15:38
#112 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #111

Zitat von Reklov
jede Epoche kannte ihre eigene Interpretation der Wortformel "GOTT"!
Was zeigt, dass der Begriff etwas besetzt, was wir nicht kennen.

Zitat
Kein Wunder, dass z.B. jemand wie der Physiker Heisenberg bemerkte, dass das Trinken aus dem Becher der Naturwissenschaften zunächst zum Atheismus verführe, am Grunde des Bechers aber stets Gott warte.

Auch er benutzt den Begriff für etwas, was er nicht kennt!

Zitat
Quantenphysik

Die Quantenphysik zeigt Phänomene, die es in der Makro-Physik nicht gibt. Das negiert die Makro-Physik aber nicht! Genauso, wie die Makrophysik nicht die Mikrophysik negiert. Die Gläubigen sehen in der QM beinahe den Gottesbeweis! Ich kann das nicht verstehen! Nur das: Gott wurde immer im Abseits von der Erkenntnis vermutet. Und da, wo die Erkenntnis hineinleuchtete, da verschwand er. Sind die Gläubigen deshalb dankbar dafür, dass sich uns die QM bis dato nur in knappen Phänomenen erschließt, aber in ihrem Wesen noch ein Buch mit sieben Siegeln ist?




Du siehst den Begriff "Gott" einfach zu eng Gysi.
Für die mystischen Pythagorer war die Mathematik, die Zahl, die höchste Ausprägung der Gottheit in der Welt,
da sie identisch mit dem Logos ist. Die QM ist keinesfall ein Gottesbeweis, wie manche Gläubige es sicher gern
sehen würden, sie stellt aber das Weltbild des Materialismus in Frage, und dieses ist der Quell für den Atheismus.
Wohin uns die QM noch führen wird ist völlig offen.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.174

15.06.2015 15:49
#113 Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reisender
Die QM ist keinesfall ein Gottesbeweis, wie manche Gläubige es sicher gern
sehen würden, sie stellt aber das Weltbild des Materialismus in Frage, und dieses ist der Quell für den Atheismus.

Nö, isses nicht. Die Quelle des Atheismus sind die eklatanten Widersprüche in der Beweisführung! Der Materialismus ist die Basis der (marx.) Histo-Mat. Marx war auch ein Atheist, aber das hat mit seinem historischen Materialismus (der in den Kommunismus führt) erst mal gar nichts zu tun.

Zitat
Du siehst den Begriff "Gott" einfach zu eng Gysi.

Auf einen korrekten Definitionsbegriff können wir uns schon seit 10 Jahren nicht einigen.

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

15.06.2015 16:01
#114 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #113

Zitat von Reisender
Die QM ist keinesfall ein Gottesbeweis, wie manche Gläubige es sicher gern
sehen würden, sie stellt aber das Weltbild des Materialismus in Frage, und dieses ist der Quell für den Atheismus.
Nö, isses nicht. Die Quelle des Atheismus sind die eklatanten Widersprüche in der Beweisführung! Der Materialismus ist die Basis der (marx.) Histo-Mat. Marx war auch ein Atheist, aber das hat mit seinem historischen Materialismus (der in den Kommunismus führt) erst mal gar nichts zu tun.

Zitat
Du siehst den Begriff "Gott" einfach zu eng Gysi.

Auf einen korrekten Definitionsbegriff können wir uns schon sein 10 Jahren nicht einigen.




ES gibt doch gar keine Beweisführung Gysi, Gott ist eine Glaubensfrage.
Die Definition ist einfach zeitl.-kult. verschieden und verändert sich.
Die Auffassung des Buddhismus; Gott ist die höchste Wahrheit und teilt sich in Ost und West
auf dem inneren Weg mit, was mit der abendländischen Mystik identisch ist.

Reklov Offline




Beiträge: 4.833

15.06.2015 17:03
#115 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Auch er benutzt den Begriff für etwas, was er nicht kennt!

@Gysi,

ich denke, dass hier keiner so naiv ist und glaubt, "Gott" könne bewiesen werden oder man könnte ihm gar als einem guten Bekannten begegnen. Die Begegnung erfolgt nur über das sich Öffnende in uns. Verschließt man sich innerlich, dann bleibt "Gott" unerfahrbar - wie eine black box, die man einfach nicht knacken kann!

Ich habe mich schon als Kind "geöffnet" und wurde auf eine stets sichere und erfolgreiche Weise, über alle Klippen hinweg, geleitet. Dies kann der Einzelne aber stets nur auf seiner persönlichen Lebensstrecke "erfahren". Für Andere ist diese Erfahrung zwar mitteilbar aber an sich nicht nachfühlbar/nachvollziehbar.
Es ist, wie bei einer Reiseerzählung. Der Zuhörer kann zwar den Reisebschreibungen des Erzählers folgen, jedoch bleibt ihm der eigentliche Eindruck verwehrt!
Er muss sich also selbst auf die Reise machen, um den direkten Eindruck anhand eigener Erfahrungen zu bekommen. Nicht von ungefähr hat das Wort "Erfahrung" eine Verbindung zum Verb "fahren".

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.174

15.06.2015 17:03
#116 Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reisender
Die Definition ist einfach zeitl.-kult. verschieden und verändert sich.

Na, Gottseidank! Oder wessen auch immer.

Zitat
Die Auffassung des Buddhismus; Gott ist die höchste Wahrheit und teilt sich in Ost und West auf dem inneren Weg mit, was mit der abendländischen Mystik identisch ist.

Buddhismus und Gott? Welcher der 2500 Schulen des Buddhismus sagt denn das?

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.174

15.06.2015 17:14
#117 Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov
ch denke, dass hier keiner so naiv ist und glaubt, "Gott" könne bewiesen werden oder man könnte ihm gar als einem guten Bekannten begegnen.

Ich verrate dir mal was: Gott macht uns sein Erkennen nicht so schwer, weil er uns ärgern oder quälen will. Es ist so schwer, ihn zu erkennen, weil es ihn gar nicht gibt!

Zitat
Der Zuhörer kann zwar den Reisebschreibungen des Erzählers folgen, jedoch bleibt ihm der eigentliche Eindruck verwehrt!

Glaubst du, dass einer wie ich sein Leben nicht spirituell durchreist ist?

Zitat
Nicht von ungefähr hat das Wort "Erfahrung" eine Verbindung zum Verb "fahren".

Na, jetzt versteigst du dich aber. Im Englischen heißt Erfahrung Experience. Und nicht Driving oder sowas.

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

15.06.2015 17:54
#118 RE: Wer ist Gott? antworten

Buddha und Gott

Eines Morgens wurde der Buddha von einem Mann gefragt:"Buddha, es stimmt doch, daß es Gott gibt?" Der Buddha schaute dem Mann in die Augen und sagte: "Nein, es gibt keinen Gott!" - Einige Zeit später wurde der Buddha erneut gefragt:" Buddha, es stimmt doch, daß es keinen Gott gibt?" Und der Buddha sah auch diesem Mann in die Augen und antwortete:" Doch, es gibt einen Gott!" - Ananda, der dieses aufmerksam mit angehört hatte, war sehr verwirrt, doch es kam noch ein dritter Mann, der fragte den Buddha:"Buddha, ich weiß nicht was ich glauben soll, gibt es einen Gott oder nicht? Bitte hilf mir." - Gespannt lauschte Ananda, was der Buddha nun wohl antworten würde, wo er doch schon zwei ganz gegensätzliche Antworten auf die Frage nach Gott gegeben hatte. Der Buddha jedoch lud den Fragenden ein, neben ihm Platz zu nehmen, schloß die Augen, und sagte nichts. Die Einladung annehmend, nahm der Mann neben dem Buddha Platz und schloß ebenfalls seine Augen. Gemeinsam gaben sie sich schweigend dem Augenblicke hin; die Sonne war untergegangen, die Vögel hatten sich auf den Bäumen niedergelassen, schweigend genossen der Buddha und der Fragende eine Stunde lang die friedliche Ruhe des ausklingenden Tages. Dann öffnete der Mann seine Augen, berührte die Füße des Buddhas und sagte zu ihm:"Wie groß, Buddha, ist dein Mitegfühl! Du hast mir die Antwort gegebn, der ich bedurfte. Ich werde dir ewig dankbar sein." - Noch verwirrter als zuvor konnte sich Ananda nun nicht mehr zurückhalten und bat den Buddha um eine Erklärung. Der antwortete:"Der erste Mann war ein Theist und wollte nur eine Bestätigung dessen, wovon er sowieso überzeugt war, er bedurte keiner Antwort, mit der er nur prahlend herumlaufen kann, indem ich seine Überzeugung teile. Der zweite Mann war Atheist, in seiner Frage verbarg sich genauso schon die Antwort, die er lediglich von mir bestätigt haben wollte. Keiner der beiden war ein wirklich Wissender, keiner war ein Suchender, sie beide waren in ihrem Vorurteil gefangen. Der dritte Mann aber war ein Suchender, denn er hatte keine vorgefaßte Meinung, sein Herz war offen. Womit ich ihm helfen konnte, war eine Unterweisung in stiller Bewußtheit. Um nach Gott zu suchen, sind Worte volkommen nutzlos.

Reklov Offline




Beiträge: 4.833

15.06.2015 19:21
#119 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Ich verrate dir mal was: Gott macht uns sein Erkennen nicht so schwer, weil er uns ärgern oder quälen will. Es ist so schwer, ihn zu erkennen, weil es ihn gar nicht gibt!

@Gysi,
um eine Sache wirklich tiefer zu begreifen, muss man sich ihr zunächst vollkommen öffnen wollen. Du bist offensichtlich dazu nicht in der Lage, was ja vielfältigste Ursachen haben kann.
Spinoza drückte es so aus:„Unter Gott verstehe ich das unbedingt unendliche Wesen, das heißt die Substanz, die aus unendlich vielen Attributen besteht, deren jedes ewige und unendliche Wesenheit ausdrückt.“ (Auch nicht schlecht!)

Vielleicht hilft Dir, dass schon bezüglich der physikalischen Natur und Beschaffenheit der dunklen Materie und dunklen Energie die Mainstream-Physik buchstäblich im Dunkeln tappt. In der Astrophysik ist die dunkle Energie die Bezeichnung für die Quanten, die nicht über die elektromagnetische Wechselwirkung beobachtet werden können. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die gewöhnliche Materie - also Atome - nur etwa 4% der Gesamtenergie des Universums ausmacht. Die restlichen 96% sind dunkle Energie bzw. dunkle Materie.

Bei soviel Unklarheit, schon in rein materiellen Dingen, solltest Du also, wenn Du schon glaubst, Dich zur Gottesfrage äußern zu müssen, Deine Aussage wenigstens mit >>... ich glaube, dass es keinen Gott gibt<< beginnen lassen.
Wissen kann der kleine Erdenmensch Gysi nämlich nicht sehr viel, folglich mir daher auch nicht viel über die Existenz oder Nichtexistenz Gottes "verraten". (Denke, Du verstehst mich richtig!?)

Zitat
Glaubst du, dass einer wie ich sein Leben nicht spirituell durchreist ist?

Wie ja bekannt ist, spielt hier auch die Begabung eine Rolle. Nicht jeder, der sich z.B. mit einem Instrument oder einer anderen Kunstform abmüht, hat auch Erfolg damit. Die Frage ist also, welche Gebiete Du auf Deiner sprituellen Reise bereist hast und was Dir möglich war, unterwegs zu "entdecken"?

Zitat
Na, jetzt versteigst du dich aber. Im Englischen heißt Erfahrung Experience. Und nicht Driving oder sowas.

Ich sprach ja auch von unserem deutschen Begriff! - Nicht ohne Grund wird die deutsche Sprache von der Fachwelt als die geeignetste für das Philosophieren angegeben! Das englische "experience" (auch ähnlich im Französischen) hat seine Wurzeln im lateinischen "expertus" (erfahren, erprobt). Auch Worte wie "Experiment" oder "Expertise" hängen sich daran auf.
Der deutsche Begriff "Erfahrung" speist sich aber aus der alten Ansicht, dass man früher nur etwas selbst erfahren konnte, wenn man auf Reisen ging, da es ja sonst nur wenig andere Info-Quellen gab.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.174

15.06.2015 19:56
#120 Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov
Die Frage ist also, welche Gebiete Du auf Deiner sprituellen Reise bereist hast und was Dir möglich war, unterwegs zu "entdecken"?

Alles, was entdeckbar ist. Alles, was mir half, ein für mich überzeugendes Weltbild abzugeben. Und ich entdeckte, dass in allem, was das Licht der Erkenntnis erreichte, diese Lichtgestalt namens Gott nicht zu finden war. Der hielt es nur in der Dunkelheit unserer Nichtkenntnis aus. Da wo unsere Erkenntnisgewinnung hinkam, verschwand Gott. Da habe ich die Vermutung gewonnen, dass dieser Gott auch hinter dem Universum nicht zu finden ist. Und weitere logische Ableitungen (siehe Kap. "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!") brachten mich zu der Erkenntnis, dass ein geschlossenenes, überzeugendes Weltbild ohne Gott auskommt. Und die Ewigkeit (für alles Endliche) gibt es als Sahnehäubchen noch dazu.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.174

15.06.2015 20:14
#121 Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reisender
Um nach Gott zu suchen, sind Worte volkommen nutzlos.

Über die Tiefenmeditation isser zu finden, klar. Bloß nicht über die Kommunikation! Über die erkennt man doch nur seine wahrscheinliche Nichtexistenz. Neenee, sowas wollen wir nicht!

Deine Parabel (hattest du schon mal gebracht, oder?) unterstellt den Gottglauben Buddhas. Lauterkeit ist was anders...

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

16.06.2015 10:04
#122 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #121

Zitat von Reisender
Um nach Gott zu suchen, sind Worte volkommen nutzlos.
Über die Tiefenmeditation isser zu finden, klar. Bloß nicht über die Kommunikation! Über die erkennt man doch nur seine wahrscheinliche Nichtexistenz. Neenee, sowas wollen wir nicht!

Deine Parabel (hattest du schon mal gebracht, oder?) unterstellt den Gottglauben Buddhas. Lauterkeit ist was anders...



Vielleicht läßtsich Gott durch das Wort nicht finden, weil Gott das Wort ist, methaphorisch betrachtet.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.174

16.06.2015 10:40
#123 Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reisender
Vielleicht läßtsich Gott durch das Wort nicht finden, weil Gott das Wort ist, methaphorisch betrachtet.

Was suchen wir überhaupt unter dem Begriff Gott? Irgendeine Sehnsucht steckt dahinter. Wonach? Die Liebe, der Friede, die Gerechtigkeit, Erkenntnis, tiefes Fühlen, die Ewigkeit. Alles, was wir wollen, aber nicht haben. Wir brauchen eher eine Reife, die uns dahin bringt einzusehen: "You can't always get what you want!" (Jagger/Richards, Rolling Stones)

Wir wollen nicht Gott! Wir wollen unser eigenes Wohlleben, die Maximalbefriedigung unserer Eitelkeit! Darum "suchen" die Menschen nach Gott, darum glauben die Gläubigen an ihn.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 4.833

16.06.2015 12:05
#124 RE: Wer ist Gott? antworten

Zitat
Alles, was entdeckbar ist. Alles, was mir half, ein für mich überzeugendes Weltbild abzugeben. Und ich entdeckte, dass in allem, was das Licht der Erkenntnis erreichte, diese Lichtgestalt namens Gott nicht zu finden war. Der hielt es nur in der Dunkelheit unserer Nichtkenntnis aus. Da wo unsere Erkenntnisgewinnung hinkam, verschwand Gott. Da habe ich die Vermutung gewonnen, dass dieser Gott auch hinter dem Universum nicht zu finden ist.

@Gysi,

so so ... Du hast also eine Vermutung gewonnen und denkst, dass auch hinter dem Universum kein "Gott" zu finden ist!? Schon allein der Blick auf die Grundkräfte müsste aber zumindest die Frage in Dir aufkommen lassen, von welcher Ideen- und Energiequelle diese denn "gespeist" werden könnten!?

Man kann zwar spirituelle Erkenntnisse erfahren oder gewinnen, dabei aber auch noch, im Sinne eines Naturwissenschaftlers, Gott "entdecken" zu wollen, funktioniert leider nicht. Dies mussten schon viele erfahren, die glaubten, durch irgendwelche Bemühungen den Draht zu Gott knüpfen zu können. Sie wurden alle enttäuscht.
"Gott" wird nicht durch Anstrengungen gefunden/entdeckt, sondern ER/ES sucht sich seine menschlichen Kontaktpersonen selbst aus, wendet sich dem zu, der ihm gefällt, stürzt denjenigen von seinem "Thron", welcher ihm missfällt, was an der Historie der Menschheit gut abzulesen ist.
Der Apostel Paulus mag hierzu, als eines von vielen Beispielen, herhalten: Obwohl er einst Christen im Stile eines Gestapo-Mannes massenhaft zu Tode hetzte, wurde gerade er dazu "ausgesucht", das junge Christentum in der Antike zu managen und mit sehr viel persönlichem Einsatz entsprechende Gedanken unter den Völkern des Mittelmeeres zu verbreiten.

Karl Jaspers (deutscher Philosoph) bemerkte hierzu in seinem Buch >VON DER WAHRHEIT< nicht unklug, dass, wenn jemand einen Schritt auf Gott zugeht, dieser u.U. zwei Schritte zurückweicht! -
Ganz ehrlich: Wer die Menschen und ihre inneren Abgründe kennt, muss diese Annahme von K. Jaspers nicht sehr verwundern, denn unter uns findet man keinen wirklich "reinen" Menschen, der vor Gottes Heiligkeit bestehen könnte! Wir alle tragen mehr oder weniger große menschlichen Makel mit uns herum. - Um hierzu ein anderes Bild zu gebrauchen: Würdest Du Deine Hand in eine Schlangengrube stecken?

Wenn Du also aufhörst "Gott", wie auf einer (spirituellen) Landkarte, suchen und finden zu wollen, ihn stattdessen bittest, sich Dir Erdenwurm zuzuwenden, könnte vielleicht eine neue Sache in Deinem Leben beginnen!? - Was ich an Deinen bisherigen Beiträgen ablesen konnte, ist, dass Du viel zu kopflastig an das Gottesthema herangehst, ein für Dich überzeugendes Weltbild geboten bekommen willst und vor allem dabei ohne Demut agierst. Das kann man z.B. daran festmachen, dass Du keck behauptest, es gäbe keinen Gott, ohne dass Du (als Mensch) wirklich alles umgreifend denken und überblicken kannst. Würdest Du nämlich dies können, hätte Deine Sprache auch einen ganz anderen Ausdruck!
Die Tugend der Demut ist aber die erste Voraussetzung, um von einer "höheren Macht" überhaupt beachtet zu werden. (Ist jedenfalls meine Lebenserfahrung!)
Vor "Gott" muss man zunächst alle Eitelkeiten (auch die intellektuellen!) beiseite legen können und hoffen, dass einem Beachtung und Zuwendung zuteil wird.
Ansonsten kann man auch alleine weiter wurschteln und sich hier und dort von neuen Erkenntnis-Brocken menschlicher Forschung beeindrucken lassen.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.174

16.06.2015 12:30
#125 Wer ist Gott? antworten

Zitat von Reklov
Wenn Du also aufhörst "Gott", wie auf einer (spirituellen) Landkarte, suchen und finden zu wollen, ihn stattdessen bittest, sich Dir Erdenwurm zuzuwenden, könnte vielleicht eine neue Sache in Deinem Leben beginnen!?

Bitte nicht! Wie kommst du darauf, dass ich "Gott suche"? Das war einmal.

Zitat
Was ich an Deinen bisherigen Beiträgen ablesen konnte, ist, dass Du viel zu kopflastig an das Gottesthema herangehst,

Ohne Kopflastigkeit war ich ein willkommenes Opfer der Pastoren und Religionslehrer, das ist richtig. Meine "Kopflastigkeit" ist meine Waffe gegen die Verführungskraft. Und die möchte ich auch behalten.

Zitat
Vor "Gott" muss man zunächst alle Eitelkeiten (auch die intellektuellen!) beiseite legen können und hoffen, dass einem Beachtung und Zuwendung zuteil wird.

Was du nicht alles von diesem Gott weißt! Sagest du nicht mal, dass er unbegründbar, undefinierbar sei? Ein anderes Wort für unser Unwissen. Du weißt aber ziemlich viel von ihm! Deinen Erkenntnispfad möchte ich mal beschreiten...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

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