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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 192 Antworten
und wurde 6.406 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
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Athon Offline




Beiträge: 2.177

11.05.2015 15:51
#176 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

@gapping

Na gut, gapping, erwischt! Aber, als alter Mann kann man schon mal im Laufe der Monate die Übersicht verlieren. Ungeachtet dessen habe ich auf Beitrag 666 hingewiesen, wobei der Hinweis ("ausgerechnet") nicht dazu gedacht war, Dich in Rage zu bringen, sondern vielmehr humorig rüberkommen sollte. Leider scheint dies nicht auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein...

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Nicht Gott schuf den Menschen, der Mensch schuf Gott! Und hat bis heute daran zu schaffen...

gapping Offline



Beiträge: 613

12.05.2015 21:18
#177 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

OK Athon, , dennoch habe ich auf diesen Beitrag so geantwortet, dass jene Komponenten, die mit 666 in Verbindung gebracht werden Erwähnung finden. Darum geht Deine Erwähnung von 666 in Ordnung, weil ja viele Bereiche thematisch in Verbindung zu bringen sind. Da gibt es ja unter den Kabbalisten den Glauben, dass die 22 Buchstaben(hebräisch) und 10 Zahlen(arabisch/indisch) der Grund aller Dinge enthalten seien.(jüdischer Mystizismus oder die Sage vom "Prager Golem" und das Buch Zohar legen dafür Zeugnis ab, ohne jedoch eine höhere Bedeutung zu haben.

Gruß gapping

Athon Offline




Beiträge: 2.177

12.05.2015 21:52
#178 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

@gapping

Noch einmal, gapping: Ich habe in Beitrag #84 sinngemäß gefragt, ob mein Beitrag #666 im Thread " Atheismus ist die einzig vernünftige Alternative zum christlichen und islamischen und jüdischen Aberglauben" etwas für Dich wäre. Dass nun rein zufällig mein dortiger Beitrag die Nummer 666 trägt, hat Dich offenbar veranlasst, auf Hintergründe zur satanischen Zahl "666" einzugehen, den Inhalt des Beitrags aber völlig außer acht zu lassen. Nun gut, wenn Du dies so handhaben möchtest, werde ich Dich nicht daran hindern. Aber, vergleiche mich bitte nicht mit Tutti...

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gapping Offline



Beiträge: 613

12.05.2015 22:47
#179 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Nun Athon, ist der Atheismus keine Alternative zum Christentum, weil Christentum nicht die Substanz hat, die beim Atheismus vorhanden ist.
Atheismus ist ja kein Glaube wie das Christentum oder der Islam.
Im Namen des Atheismus wurden auch noch keine Kriege geführt.
Im Namen des Christentums und des Islam dagegen ständig(open End).
Man muss nicht erst zu den trivialen Schriften von Heinrich Cramer(Hexenhammer) zurückgreifen, sondern die zeitgenössische Schrift von Huntington(Clash of Civilizations)lesen, um festzustellen, dass Christen und Muslime ihre Kriegslüsternheit keineswegs beendet haben. Man kann es auch schlicht Mordlust nennen, zu der sich ein Atheist niemals hinreißen ließe, es sei denn er wäre ein Psychotiker.
Die Vorgehensweisen gegen die eigene Art ist nirgendwo so sehr ausgeprägt wie beim Menschen und das ist überwiegend religiös begründet. Andere Gründe, wie Neid, Niede4rtracht und Heimtücke haben sich erst durch die Bildung von Eigentum entwickelt und auch hier spielen der Islam und das Christentum höchst dubiose Rollen und Ideologien aus, die sogenannte Almosensysteme.
Darum kann ich Atheismus nicht als Alternative zum Glauben sehe, weil ich weiß, wie befreiend es ist, nicht religiös zu sein.
Religion bietet nur ein schmales Weltbild, das in Sackgassen hineinführt, bei dem der Aufwand dort wieder heraus zu kommen, die Menschheit daran hindert, ihre Probleme zu lösen.

Gruß gapping

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

13.05.2015 09:50
#180 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Die Wette
(Blaise Pascal, 1623 - 1662)
A: Die Existenz Gottes kann nicht bewiesen werden.
B: Die Nicht-Existenz Gottes kann ebenfalls nicht
bewiesen werden.
A: Die Frage, ob es Gott gibt, kann also nicht entschieden werden.
B: Da die Sache logisch nicht zu entscheiden ist, soll
eine Wette weiterhelfen:
A: Ich setze darauf, dass Gott nicht existiert. Falls ich
recht habe, erwartet mich das endgültige Nichts. Die
Wette wäre zwar gewonnen, aber das ganze Leben
wäre sinnlos und leer.
B: Ich setze darauf, dass Gott existiert. Ich lebe dann
in der Geborgenheit der Gotteszuversicht. Mein Leben
ist nicht sinnlos und leer. Wenn ich unrecht habe,
habe ich an eine Illusion geglaubt und mich an einige
ethische Spielregeln mehr gehalten. Was macht das
schon angesichts des endgültigen Nichts.

Athon Offline




Beiträge: 2.177

13.05.2015 12:47
#181 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

@Reisender

Zitat
Ich setze darauf, dass Gott nicht existiert. Falls ich recht habe, erwartet mich das endgültige Nichts. Die Wette wäre zwar gewonnen, aber das ganze Leben wäre sinnlos und leer.


Auch ich würde darauf wetten. Aber, das "gewonnene" Nichts würde ich wegen meines Ablebens mit Sicherheit nicht als solches empfinden können. Was soll mich also daran schrecken? Insofern kann ich mein Leben (vor dem Tod!) nicht als sinnlos und leer ansehen, nur weil mir das Nichts "droht".
Du hast ein schönes dichterisches Werk zitiert. Nicht mehr und nicht weniger.

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gapping Offline



Beiträge: 613

13.05.2015 13:14
#182 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

deine Blockade Reisender kann ich verstehen. Die Kirchen tun ja auch alles, um die Wahrheit von der Nichtexistenz Gottes zu unterdrücken. Daher wird es noch lange dauern, ehe man die richtigen Schlussfolgerungen trifft, wie sie im Falle der Kugelform der Erde nachgewiesen wurde. Lange noch, nachdem dieser Beweis erbracht war, haben die Kirchen an der Aussage, das die Erde eine Scheibe sein festgehalten.
Was zuzeiten von Blaise Pascal gegolten hat, gilt bezüglich der Existenz und Nichtexistenz eines Gottes seit langem nicht mehr. Darum würde ich an Deiner Stelle die Beweisführung für die Nichtexistenz von Gott nachlesen in "Die Schöpfungslüge" von Richard Dawkins.
Einiges davon wusste man schon in der Antike(Aristoteles). Auch in der Wahrnehmung von jenen die den Glauben als allgemein verbindlich heraufziehen sahen, während die Wissenschaft und die Philosophie abgewertet wurde, gab es schlüssige Meinungen, wie die von Seneca dem Jüngeren:(Zitat) Dem gemeinen Mann gilt Religion als wahr, dem Weisen als falsch und dem Herrscher als nützlich. Ignoranz ist ein schlechter Nährboden für die Annäherung an die Wirklichkeit.
Gruß gapping

gapping Offline



Beiträge: 613

13.05.2015 13:29
#183 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Sollte jemand bereit sein Athon , über die Zeiträume nachzudenken, die das Leben bis zum Menschen brauchte, verschließt sich alleine dadurch die Idee von einem Gott als Schöpfer und dessen Existenz.
Die Menschen die wenig wissen, müssen viel glauben um zu kompensieren. Auch die Komplexität von Wissen ist uns noch gar nicht bewusst. Es bestehen über das Sein erhebliche Wissenslücken, weil wir uns nicht am Ende eines evolutionären Prozesses befinden, sondern mittendrin. Die vorhandenen Wissenslücken mit der Existenz eines Gottes zu füllen ist naiv, aber, wie man sieht, möglich. Dass dies ein Irrweg ist wird sich noch heraus stellen. Die Fehlentwicklung, die mit der Erfindung von Gott eingeleitet wurde wird ja deutlich sichtbar darin, dass der Aufwand, um Probleme zu lösen, immer größer wird.
Wäre Gott ein hilfreiches Instrumentarium zur Weiterentwicklung des Menschen und de Verbesserung von Lebensbedingungen, wären diese längst aktuell. Wie man aber mit eigenen Augen, sofern man nicht blind ist, sehen kann, ist alles was mit Gott begründet wird gewalttätig und regt die niederen Instinkte, von der Niedertracht bis zur Heimtücke, an. Wir sehen zwar das Verhalten der Monotheisten gegeneinander, ziehen aber leider noch nicht die richtigen Schlussfolgerungen.
Die Tatsache, dass dem Judentum, das Gott erfunden hat, überproportional gehasst wird gibt einen Fingerzeig. Der andere ist die Beziehung zwischen Christentum und Islam, die wahnhafte Züge annimmt.
Der religiöse Wahn, der im islamischen Kulturkreis dazu führt , dass massenhaft Muslime Muslime töten, und die üblichen Ausreden, das hätte nichts mit Religion zu tun, obwohl die Menschen dort ja religiös islamisch sozialisiert wurden, zeigt die Perversion einer inakzeptablen Ausredenkultur, die in der Sektiererei des Christentums und den gewalttätigen Evangelikalen schon lange ihre Entsprechung finden und einen hohen
Krankheitswert besitzen.
Gruß gapping

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

13.05.2015 14:33
#184 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Nach Heisenberg befindet sich Gott am Grunde des Bechers der Wissenschaften.
Man sieht ihn also erst, wenn den Becher weitgehend geleert hat.
Da Dawkins die Existenz eines Gottes nicht zu 100 Prozent ausschließt, bezeichnet er sich auch als Agnostiker. Dabei schätzt er die Wahrscheinlichkeit, dass Gott existiert, als sehr gering ein. Agnostizistische Formen, wonach die Existenz und Nicht-Existenz Gottes gleich wahrscheinlich sind, oder über diese Wahrscheinlichkeiten keine Aussage getroffen werden kann, lehnt er ab.

Du verfälschst die Aussage Dawkins einfach so, dass er gut in Dein Weltbild passt und konstruierst einen Beweis der Nichtexistenz,
das ist nicht lauter. Bist Du Journalist beim Spiegel gapping?

Die Frommen glauben, dass es einen Gott gibt und sind sich dabei in der Regel durchaus bewußt, dass es sich um Glauben handelt.
Die Atheisten glauben, dass es keinen Gott gibt und glauben häufig sogar, dass es sich bei ihren Glauben um Wissen handelt.
Sie sind also doppelt Gläubige.

Dass der Atheismus bessere Menschen hervorbringt, ist eine äußerst schlichte Behauptung, die salopp gesagt, etwas albern ist.

Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger 1921:
"Die gängige Vorstellung, ich sei ein Atheist, beruht auf einem großen Irrtum. Wer sie aus meinen wissenschaftlichen Theorien herausliest, hat sie kaum begriffen ...
"Jedem tiefen Naturforscher muss eine Art religiösen Gefühls naheliegen, weil er sich nicht vorstellen mag, dass die ungemein feinen Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum ersten Mal gedacht werden. Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlos überlegene Vernunft.

Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie, Nobelpreisträger 1928, achtfacher Ehrendoktor, Mitglied von 4 deutschen und 10 ausländischen Universitäten:
"Wohin und wieweit wir also blicken mögen, zwischen Religion und Naturwissenschaft finden wir nirgends einen Widerspruch, wohl aber gerade in den entscheidenden Punkten volle Übereinstimmung. Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Gott steht für den Gläubigen am Anfang für den Physiker am Ende allen Denkens."


Max von Laue (1879-1960), deutscher Physiker und Nobelpreisträger 1914:
"Die Naturforscher wollten Gott von Angesicht zu Angesicht sehen. Da das nicht möglich war, beteuerte ihre exakte Wissenschaft, dass es ihn nicht gebe. Um wie vieles sind wir Naturforscher bescheidener geworden! Wir beugen uns in Demut vor dem Übergroßen, vor dem Übermächtigen, dem ewig Unsichtbaren, dem niemals Erfaßlichen."

…Sir James Jeans?

In seinen Ausführungen sagt Jeans, dass die wichtigsten Leistungen der Naturwissenschaften weder die Relativitätstheorie, noch die Quantentheorie, noch die Spaltung des Atoms ist, sondern "die allgemeine Erkenntnis, dass wir noch nicht in Berührung mit der letzten Wirklichkeit sind". Auch formuliert er mit Platos Worten "Non in tempore, sed cum tempore, finxit deus mundum" die Rolle des Schöpfers in der Schöpfung. Er stellt die klassische Weltsicht in Frage: "das Weltall sieht allmählich mehr aus wie ein großer Gedanke als wie eine große Maschine", so dass der Zwiespalt zwischen Geist und Materie an Bedeutung verliert, da "Materie zu einer Schöpfung und Offenbarung des Geistes wird." [1877 – 1946, Auszüge aus "In unerforschtes Gebiet"]

Wie wir gesehen haben, bewegt sich der Mensch in einem "mittleren Kosmos", aus dessen Beobachtung er die Gesetze abgeleitet hat, die das klassische Weltbild begründeten und zu einer gewissen Verdrängung der Religion geführt haben. Doch erst als die Naturwissenschaftler den Weg in die Tiefe beschritten, wandelte sich das Weltbild wieder. Sie gingen in die Tiefe des Weltalls und fanden die enge Verknüpfung von Raum, Zeit und Materie. Gleichzeitig drangen sie in die Tiefe des Mikrokosmos ein und ergründeten den Aufbau der Materie. Und jedes Mal geschah das, was auch Paul Tillich in seinem Text beschreibt:

"Alle sichtbaren Dinge haben eine Oberfläche. Die Oberfläche ist die Seite der Dinge, die uns zuerst erscheint. Wenn wir auf sie blicken, erkennen wir, was die Dinge zu sein scheinen. Wenn wir jedoch unser Handeln nach dem ausrichten, was die Dinge oder Menschen zu sein scheinen, werden wir enttäuscht. Unsere Hoffnungen erfüllen sich nicht. Und so versuchen wir, unter die Oberfläche zu dringen, um die Dinge zu erkennen, wie sie wirklich sind."

Genau das ist es, was bei der Revolution der Physik geschah: Mit der klassischen Auffassung der Welt konnte man sich einige Experimente nicht erklären und man schuf eine neue Wirklichkeit. Und die Suche nach Tiefe ist noch nicht zu Ende: Immer weiter wird geforscht, versucht und überprüft, was heute die Wirklichkeit zu sein scheint. Zwar beschränkt man sich in der praktischen Naturwissenschaft darauf, sich von einer gewissen Ebene nicht weiter in die Tiefe zu begeben, doch philosophische wie nach Grundlagen forschende Naturwissenschaftler kommen nicht darum, eine noch tiefere Ebene der Wirklichkeit anzustreben. Niemand kann heute absehen, ob wir uns schon nahe dem Grund der Tiefe befinden oder noch einen langen Weg in tiefere Ebenen vor uns haben.

Athon Offline




Beiträge: 2.177

13.05.2015 15:11
#185 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

@Reisender

Albert Einstein:

Zitat
"Die gängige Vorstellung, ich sei ein Atheist, beruht auf einem großen Irrtum. Wer sie aus meinen wissenschaftlichen Theorien herausliest, hat sie kaum begriffen ...
"Jedem tiefen Naturforscher muss eine Art religiösen Gefühls naheliegen, weil er sich nicht vorstellen mag, dass die ungemein feinen Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum ersten Mal gedacht werden. Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlos überlegene Vernunft.


Einstein hat aber auch gesagt (Brief an Gutkind 1954):

Zitat
Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger aber doch reichlich primitiver Legenden...Für mich ist die unverfälschte jüdische Religion wie alle anderen Religionen eine Incarnation des primitiven Aberglaubens.


Offenbar ist selbst ein Einstein im Laufe der Jahre klüger geworden...

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

13.05.2015 15:30
#186 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Im Makrokosmos und im Mikrokosmos stossen Forscher an die Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis. Der Schweizer Astrophysiker Bruno Binggeli über das Verhältnis von Geist und Materie.

Beobachter: Was ist denn am Ende Materie überhaupt?
Binggeli: Das ist die grosse Frage. Es gibt Paradoxien in der Quantenphysik, unauflösbare Widersprüche. Ein Musterbeispiel dafür ist die Teilchen-Welle-Dualität, in der sich beispielsweise ein Lichtquant wechselweise als Welle oder eben als Teilchen verhält, aber wann es was tut, ist von der Art der Beobachtung abhängig. Populär ausgedrückt: Je nachdem, welche Fragen man stellt, bekommt man verschiedene Antworten, so dass wir bis heute nicht richtig dingfest machen können, was Materie überhaupt ist. Je genauer wir hinschauen, desto mehr entzieht sich die Materie dem Blick und löst sich auf in etwas nicht Materielles, wenn Sie so wollen, Geistiges.

Beobachter: Sind Sie selber durch Ihre Arbeit eher zu einem irgendwie gläubigen Menschen geworden?
Binggeli: Ich habe es ähnlich erlebt wie der berühmte Physiker Werner Heisenberg. Zuerst wird man als Wissenschaftler euphorisch und denkt, aha, man brauche gar keinen Gott, weil man alles rational erklären könne. Dann merkt man irgendwann, dass man doch nicht alles erklären kann. Und man wird empfänglicher für die Rätsel und Wunder, die bleiben. Das bringt einen zu dem, was man Glauben nennt. Für mich ist das aber nicht der Glaube an ein Dogma, sondern allgemein der Glaube an etwas Grösseres, was wir nicht ganz erfassen können. Und das ist irgendwie tröstlich.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

13.05.2015 15:40
#187 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Zitat von Athon im Beitrag #185
@Reisender

Albert Einstein:

Zitat
"Die gängige Vorstellung, ich sei ein Atheist, beruht auf einem großen Irrtum. Wer sie aus meinen wissenschaftlichen Theorien herausliest, hat sie kaum begriffen ...
"Jedem tiefen Naturforscher muss eine Art religiösen Gefühls naheliegen, weil er sich nicht vorstellen mag, dass die ungemein feinen Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum ersten Mal gedacht werden. Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlos überlegene Vernunft.

Einstein hat aber auch gesagt (Brief an Gutkind 1954):

Zitat
Das Wort Gott ist für mich nichts als Ausdruck und Produkt menschlicher Schwächen, die Bibel eine Sammlung ehrwürdiger aber doch reichlich primitiver Legenden...Für mich ist die unverfälschte jüdische Religion wie alle anderen Religionen eine Incarnation des primitiven Aberglaubens.


Offenbar ist selbst ein Einstein im Laufe der Jahre klüger geworden...



Wenn große Wissenschaftler von Gott oder ganz allgemein von Religion sprechen, meinen sie nicht die menschengemachten
Gottesbilder der organisierten Religionen. Die Sache geht sehr viel tiefer, sie stellen das gesamte Weltbild des Materialismus
in Frage, den naturgemäß die meisten Atheisten anhängen.

Athon Offline




Beiträge: 2.177

13.05.2015 15:48
#188 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

@Reisender

Zitat
Wenn große Wissenschaftler von Gott oder ganz allgemein von Religion sprechen, meinen sie nicht die menschengemachten
Gottesbilder der organisierten Religionen. Die Sache geht sehr viel tiefer, sie stellen das gesamte Weltbild des Materialismus
in Frage, den naturgemäß die meisten Atheisten anhängen.


Schade nur, dass wir die meisten nicht mehr nach Deiner Meinung fragen können...

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

13.05.2015 16:05
#189 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Zitat von Athon im Beitrag #188
@Reisender

Zitat
Wenn große Wissenschaftler von Gott oder ganz allgemein von Religion sprechen, meinen sie nicht die menschengemachten
Gottesbilder der organisierten Religionen. Die Sache geht sehr viel tiefer, sie stellen das gesamte Weltbild des Materialismus
in Frage, den naturgemäß die meisten Atheisten anhängen.

Schade nur, dass wir die meisten nicht mehr nach Deiner Meinung fragen können...



Von den Nobelpreisträgern der Physik, also von den Erschaffern unserer modernen Zeit, steht uns ein riesiges
Schrifttum zur Verfügung, wir müssen es nur studieren um ihre Gedanken kennen zu lernen.
Wenn man das tut, wird man sehr viel zurückhaltender, den populären Atheismus gedankenlos nachzuplappern.

Negative Theologie

Im Zusammenhang mit Eigenschaften drängt sich eine Analogie auf. Vorsichtiger gesagt, eine mehr oder weniger starke Strukturähnlichkeit lässt sich erkennen. Die Negative Theologie macht auf die Begrenztheit theologischer Aussagen aufmerksam. Moses will den Namen Gottes wissen und er erhält als Antwort "Ich bin, der ich bin." Ein Reden über Gott ist unmöglich. Augustinus spitzt das zu: "Wenn du begreifst, ist es nicht Gott." Gott eine Eigenschaft zuzusprechen ist so wahr und so falsch wie die Abwesenheit dieser Eigenschaft zu behaupten.

Und genau dies, ist die Quintessenz der Agnostik.

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

13.05.2015 22:35
#190 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Zitat
Nach Heisenberg befindet sich Gott am Grunde des Bechers der Wissenschaften.
Man sieht ihn also erst, wenn den Becher weitgehend geleert hat.


Auch ein Heisenberg gibt also vollkommen leere Phrasen von sich.
Gott kann nichts und absolut garnichts erklären.
Wenn irgendetwas überhaupt einer Voraussetzung oder Erklärung bedürfte, dann träfe dies in erster Linie auf Gott zu.

Die Argumentation der Gläubigen ist ja, dass komplexe Dinge eines Schöpfers bedürften - das Komplexeste überhaupt bedürfe aber keines Schöpfers - es ist ja der Schöpfer selbst.

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

14.05.2015 08:25
#191 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #189
Von den Nobelpreisträgern der Physik, also von den Erschaffern unserer modernen Zeit, steht uns ein riesiges Schrifttum zur Verfügung, wir müssen es nur studieren um ihre Gedanken kennen zu lernen. Wenn man das tut, wird man sehr viel zurückhaltender, den populären Atheismus gedankenlos nachzuplappern.


Was kann mir Heisenberg oder Einstein über die Existenz eines Gottes berichten? Nicht das Geringste. Deshalb ist es Unsinn, immer wieder irgendwelche berühmten Gelehrten mit ihrem angeblichen Glauben anzuführen. Das Einzige, von dem sie mir im Zusammenhang mit ihrem Glauben berichten können ist das, was sie nicht wissen. Wer glauben will, füllt dieses Unwissen mit etwas auf, von dem man überhaupt nichts wissen kann. Dieses personalisierte Unwissen nennt man dann Gott.

Zitat von Reisender im Beitrag #189
Die Negative Theologie macht auf die Begrenztheit theologischer Aussagen aufmerksam. Moses will den Namen Gottes wissen und er erhält als Antwort "Ich bin, der ich bin." Ein Reden über Gott ist unmöglich. Augustinus spitzt das zu: "Wenn du begreifst, ist es nicht Gott." Gott eine Eigenschaft zuzusprechen ist so wahr und so falsch wie die Abwesenheit dieser Eigenschaft zu behaupten. Und genau dies, ist die Quintessenz der Agnostik.


Wenn sich alle dran halten würden dürfte niemand über Gott sprechen. Denn bereits mit dem Satz "Da ist ein Gott" weise ich diesem angeblichen Gott die Eigenschaft "Existenz" zu.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

14.05.2015 09:49
#192 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Zitat von Blackysmart im Beitrag #191
Zitat von Reisender im Beitrag #189
Von den Nobelpreisträgern der Physik, also von den Erschaffern unserer modernen Zeit, steht uns ein riesiges Schrifttum zur Verfügung, wir müssen es nur studieren um ihre Gedanken kennen zu lernen. Wenn man das tut, wird man sehr viel zurückhaltender, den populären Atheismus gedankenlos nachzuplappern.


Was kann mir Heisenberg oder Einstein über die Existenz eines Gottes berichten? Nicht das Geringste. Deshalb ist es Unsinn, immer wieder irgendwelche berühmten Gelehrten mit ihrem angeblichen Glauben anzuführen. Das Einzige, von dem sie mir im Zusammenhang mit ihrem Glauben berichten können ist das, was sie nicht wissen. Wer glauben will, füllt dieses Unwissen mit etwas auf, von dem man überhaupt nichts wissen kann. Dieses personalisierte Unwissen nennt man dann Gott.

Zitat von Reisender im Beitrag #189
Die Negative Theologie macht auf die Begrenztheit theologischer Aussagen aufmerksam. Moses will den Namen Gottes wissen und er erhält als Antwort "Ich bin, der ich bin." Ein Reden über Gott ist unmöglich. Augustinus spitzt das zu: "Wenn du begreifst, ist es nicht Gott." Gott eine Eigenschaft zuzusprechen ist so wahr und so falsch wie die Abwesenheit dieser Eigenschaft zu behaupten. Und genau dies, ist die Quintessenz der Agnostik.


Wenn sich alle dran halten würden dürfte niemand über Gott sprechen. Denn bereits mit dem Satz "Da ist ein Gott" weise ich diesem angeblichen Gott die Eigenschaft "Existenz" zu.


Natürlich dürfen wir über Gott sprechen, wir tun das ja unentwegt, vor allem die Atheisten.
Nur haben eben alle Aussagen, die wir machen, mit Glauben, oder Meinungen, oder Sichtweisen zu tun, und nicht
mit Wissen, wie es gapping behauptet.

gapping Offline



Beiträge: 613

15.05.2015 13:40
#193 RE: Gott ist eine Lüge - Kirchen und Moscheen Realität antworten

Muss man nicht ermitteln von welchen Voraussetzungen Heisenberg, aber auch Einstein ausgegangen sind? Auch Max Planck und all die anderen, die ja nicht losgelöst von den gesellschaftlichen Bedingungen arbeiteten; das gilt auch für den Einstein der in die USA auswanderte.

Man könnte vielleicht mal fragen, wie Bertrand Russell zu dem Schluss kam(Zitat): "Intellektuell hervorragende Menschen glauben in ihrer großen Mehrheit nicht an die christliche Religion, aber in der Öffentlichkeit halten sie diese Tatsache geheim, weil sie Angst haben ihr Einkommen zu verlieren."

Warum wird überhaupt diskutiert, dass es Wissenschaftler und Intellektuelle gab und gibt, die am Christentum festhalten, entgegen ihrer eigen inneren Einsichten?

So wird behauptet Darwin habe sich am Sterbebett bekehrt, was schon aus dem Grund falsch sein muss, weil Darwin als Christ geboren wurde, und erst lange nach seinen Forschungen auf Galapagos, sich vom Christentum distanzierte.
Natürlich gab es nach Darwin, und es gibt sie noch heute, gläubige, religiöse Wissenschaftler. Schließlich ist Religionsfreiheit und jeder kann nach eigenem Wunsch glauben, oder nach eigener Facon glücklich(selig wird man ja erst nachdem die Kirchen das Sakrileg dekretiert haben) werden.
Faraday war ein typisches Beispiel. Er hegte sandemanistische, christliche Überzeugungen, die an eine wörtliche Interpretation der BIBEL glauben.
Auch William Kelvin blieb gläubiger Christ und er wollte nachweisen, dass die Evolution aus MANGEL AN ZEIT nicht möglich sei. Der THermodynamiker war nicht im Bilde über jene Zeiträume, jene Zeit, die sich das Leben nehmen musste um zu entstehen. Vor allem war für Kelvin abwegig, dass die Sonne über Jahrmilliarden existieren wird, und dies schon zu seiner Zeit der Fall war. ER ging einfach davon aus, dass die Sonne aus Mangel an Brennstoff nicht lange genug Licht spenden könne, um die Jahrmiliarden alten Prozesse zu beleuchten. Die Entdeckungen der des Ehepaar Curie widerlegte Kelvins Ansicht während die Paläontologie schon zu Leibniz Zeiten mit Milliarden Jahren rechnete und selbst die Anthropologen die Existenz von Säugern immer wieder ausdehnen musste und genau so gilt das für den Menschen, wo man inzwischen bei 15 Millionen Jahren seit seines ersten Auftretens liegt.
Wahrscheinlich werden diese Forschungen noch längere Zeiträume zugrunde legen und mit einiger Sicherheit noch mehr Beweise für die evolutionäre Entwicklung des Lebens, des SEINS überhaupt vorlegen.
Das kann und konnte den Kirchen, dem Islam und dem religiösen Judentum nicht gefallen. Alle sind sie gegen die Wahrheit über die Wirklichkeit eingetreten und haben mit allen Mitteln versucht Wissenschaft zu verteufeln und Atheismus auf allen Ebenen zu diffamieren. Besonders ab jener Zeit, wo die Kirchen und die Gerichte niemanden mehr so ohne weiteres zum Tode verurteilen konnten. Mord wegen Unglauben ist nur noch im Islam möglich, in manchen Ländern der OIC-Staaten sogar üblich.

Aber in den religiösen Gesellschaften, wurde von Beginn an, schon wegen weit geringerer Verstöße gegen religiösen Wahn gemordet. Gott war schon immer ein Alibi für die schlimmsten Verbrechen in der Menschheitsgeschichte, wenn man alleine bedenkt, wie lange die katholische Kirche die Lüge aufrecht erhalten konnte, die Juden hätten den Jesus ermordet, wo doch jeder wusste, dass ihn die Römer töteten.

Wie lange hat der ehemalige Bischof Müller(Lügen -Luggi)versicht vor Gericht seine Lügen durchzusetzen, bis er letztinstanzlich scheiterte? Lügen-Luggi ist heute Vorsitzender der Glaubenskongregation in Rom. Da treibt der Beelzebub den Teufel aus. Blasphemie-Fragen sind des Öfteren ver- und abgehandelt worden. Die Blasphemieparagraphen gibt es in Deutschland immer noch. Wenigstens hat man die Jahrhunderte übliche Teufelsaustreibung unter Strafe gestellt, obwohl es noch immer Fälle gibt, án denen Teufelsaustreibungen vorgenommen werden. Warum?
Handelt es sich wie Prof. Herrmann/Uni Erlangen feststellte um neuronale Erkrankungen wie etwa Epilepsie handelte.

Und so ist das religiöse Leben voll von Wundern und Verbrechern, von Versagen und Vorurteil, von Niedertracht und Besessenheit, ohne dass der religiöse Charakter zugeben würde, sich ungerecht und gemein zu verhalten.

Gruß gapping

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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