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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 40 Antworten
und wurde 1.423 mal aufgerufen
 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
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gapping Offline



Beiträge: 613

08.05.2015 00:38
#26 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Hallo Reklov : Marx studierte Philosophie und erkannte, dass die Philosophie nicht aus rein theoretischen Studien erlebt werden kann, sondern auch ein hohes Maß an Praxis erworben werden musste; so auch über die Wirtschaft und deren Prozesse, aus der jener Mehrwert erwirtschaftet wird, über den Marx reflektierte.
Eine wichtige Rolle spielten seine Erkenntnisse über die Entfremdung vom Können, die durch das fabrikmäßige entsteht, in der jeder nur einen Handgriff auszuführen hat, ohne den gesamten Gestehungsprozess richtig zu erkennen. Das ist bis heute ein Manko der Industrie geblieben.
Jene Beiträge von Marx, die sich mit dem Finanzkapital befassen, kommen einem heute(Kapital BdI) unglaublich aktuell vor, so dass man von einer gewissen Vorahnung von Karl Marx über die "Entwicklung des Finanzkapitals" sprechen kann.
Andererseits konnte Marx auch irren und gerade das erdet ihn aus den komplizierten Gedankengängen heraus.

Gruß gapping

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.990

08.05.2015 08:43
#27  Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Zitat von Gapping
Eine wichtige Rolle spielten seine Erkenntnisse über die Entfremdung vom Können, die durch das fabrikmäßige entsteht, in der jeder nur einen Handgriff auszuführen hat, ohne den gesamten Gestehungsprozess richtig zu erkennen. Das ist bis heute ein Manko der Industrie geblieben.

Die Arbeitsteilung ist nicht das Problem. Es ist die Macht des Kapitals, das die Produzenten (Arbeiter) von ihrer urwüchsigen Macht über die Produktion entfremdet. "Das Verwertungsinteresse des Kapitals" (Marx) bestimmt die Produktion und nicht mehr das, was die Arbeiter brauchen. Das Bewusstsein ist auch nicht mehr da, das zu erarbeiten, was wir brauchen. Wir machen nur noch unseren Job für die Kohle am Monatsende. Dann wird geshoppt. Wir sind nur noch reine Konsumtionisten statt Produzenten! Darin liegt der Hauptkern der Entfremdung. ('tschuldigung für die Klugscheißerei, Gapping! )

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

08.05.2015 09:45
#28 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #27

Zitat von Gapping
Eine wichtige Rolle spielten seine Erkenntnisse über die Entfremdung vom Können, die durch das fabrikmäßige entsteht, in der jeder nur einen Handgriff auszuführen hat, ohne den gesamten Gestehungsprozess richtig zu erkennen. Das ist bis heute ein Manko der Industrie geblieben.
Die Arbeitsteilung ist nicht das Problem. Es ist die Macht des Kapitals, das die Produzenten (Arbeiter) von ihrer urwüchsigen Macht über die Produktion entfremdet. "Das Verwertungsinteresse des Kapitals" (Marx) bestimmt die Produktion und nicht mehr das, was die Arbeiter brauchen. Das Bewusstsein ist auch nicht mehr da, das zu erarbeiten, was wir brauchen. Wir machen nur noch unseren Job für die Kohle am Monatsende. Dann wird geshoppt. Wir sind nur noch reine Konsumtionisten statt Produzenten! Darin liegt der Hauptkern der Entfremdung. ('tschuldigung für die Klugscheißerei, Gapping! )



Wenn Du als Ideologe verallgemeinerts; "was wir brauchen", meinst Du ja auch mich damit.
Woher weißt Du eigentlich was ich brauche?
Oder legt das Kollektiv einfach fest, was ich zu brauchen habe?
Viele Grüße an Orwell, Gysi. In Deiner Welt möchte ich nicht leben

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.990

08.05.2015 10:12
#29 Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Zitat von Reisender
Woher weißt Du eigentlich was ich brauche?

Ich sagte ja: Was WIR brauchen! Und das könnten wir gemeinsam festlegen. Dann gäbe es sowas wie einen gemeinschaftlich beschlossenen 5- oder 10-Jahresrahmenplan. Ich höre dich schon kreischen...

Woher weiß denn die Wirtschaft heute, was du brauchst? Die wissen, dass sie mehr Marktanteile und Absatz haben wollen. Und "was du brauchst", das bringen sie dir schon über die massive Suggestionswirkung ihres allgegenwärtigen Werbeblocks bei! Der heute, seeehr teuer ist, und selbstredend von uns allen bezahlt.

Zitat
Wenn Du als Ideologe

Ich denke nach. Und auch über das, was Marx schrieb. Ich versuch ihn zu verstehen. "Ideologe"...Spuck mal lieber nicht so viel Gift, Herr Reisender. Nur weil ich zu Schlüssen komme, die dir nicht passen....

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

08.05.2015 10:18
#30 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #29

Zitat von Reisender
Woher weißt Du eigentlich was ich brauche?
Ich sagte ja: Was WIR brauchen! Und das könnten wir gemeinsam festlegen. Dann gäbe es sowas wie einen gemeinschaftlich beschlossenen 5- oder 10-Jahresrahmenplan. Ich höre dich schon kreischen...

Woher weiß denn die Wirtschaft heute, was du brauchst? Die wissen, dass sie mehr Marktanteile und Absatz haben wollen. Und "was du brauchst", das bringen sie dir schon über die massive Suggestionswirkung ihres allgegenwärtigen Werbeblocks bei! Der teute, seeehr teuer ist, uns selbstredend von uns allen bezahlt.



80 Millionen Deutsche oder 500 Millionen Europäer legen also gemeinsam fest, was gebraucht wird.
Ich möchte Dir persönlich niemals zu nahe treten Gysi, deshalb kann ich Deine Aussage unmöglich kommentieren.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.990

08.05.2015 10:23
#31 Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Zitat von Reisender
deshalb kann ich Deine Aussage unmöglich kommentieren.

Ja, dann lass es doch überhaupt bleiben! Ich habe von einem RAHMENplan geredet! Dazu gehörte, dass in einem permanenten Prozess (auch über die Medien) darüber geredet und geschrieben wird! Kannst dich ja gerne mal in meinem Text "Der selbstbestimmte Mensch" über den "demokrastischen Kommunismus", den Konsum in ihm und die Funktion der Werbung einlesen. Wirtschaft ist nicht nur für die Kapitalisten da!

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

08.05.2015 11:04
#32 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #31

Zitat von Reisender
deshalb kann ich Deine Aussage unmöglich kommentieren.
Ja, dann lass es doch überhaupt bleiben! Ich habe von einem RAHMENplan geredet! Dazu gehörte, dass in einem permanenten Prozess (auch über die Medien) darüber geredet und geschrieben wird! Kannst dich ja gerne mal in meinem Text "Der selbstbestimmte Mensch" über den "demokrastischen Kommunismus", den Konsum in ihm und die Funktion der Werbung einlesen. Wirtschaft ist nicht nur für die Kapitalisten da!



Lass gut sein, alter Freund.
Die Welt ist außerhalb der Irrenhäuser nicht minder drollig als drinnen.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.990

08.05.2015 11:09
#33 Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Zitat von Reisender
Die Welt ist außerhalb der Irrenhäuser nicht minder drollig als drinnen.

Na, du wirst es wissen... Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

gapping Offline



Beiträge: 613

08.05.2015 21:19
#34 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Die Eigenverantwortung in der "Bibel" ist keineswegs erkennbar, weil Reklov letztlich ja alles Gottes Wille sein soll, also der Mensch ohne eigenen Willen handelt. Alles ist lt. Bibel Vorhersehung des Gottes, des Gestalters, oder Designers, eines Demiurgen und daher kann eine Eigenverantwortung des Menschen nicht Maßstab biblischer Geschichtsschreibung sein. Besonders der Katholizismus triebt es mit der Verantwortungslosigkeit auf die Spitze, in dem er Regeln entworfen hat, wie die Beichte, die von Sünde befreit, egal wie schwerwiegend die Sünde auch ist. Das bedeutet, dass auf jede Beichte hin, die Verantwortungslosigkeit von Missetaten neu beginnen kann, weil die Beichte die Absolution ermöglicht. Tatsächlich ist dies das verantwortungsloseste Prinzip das der Monotheismus bis zur Entstehung des Islam hervor gebracht hat, der dann die Verantwortungslosigkeit auf die Spitze treibt, weil ja alles auf dem Willen von Allah beruht und damit die schlimmsten Verbrechen gerechtfertigt werden können.
Dass die Christen und Juden teilweise dieses Prinzip inzwischen relativieren und verantwortlich einstehen wollen, hat die größten Leistungen menschlicher Schaffenskraft hervor gebracht. Hier hat der Islam noch Nachholbedarf respektive eine Reformation noch vor sich, um Mensch und Natur gerecht zu werden.
Der Grund weshalb so wenig kulturelle und humane Leistungen aus dem islamischen Kulturkreis bekannt sind, ist genau der, weil man sich an unizivilisierten Regeln aus dem 7. Jahrhundert klammert, das den Zwangscharakter fördert.

Gruß gapping

gapping Offline



Beiträge: 613

09.05.2015 11:36
#35 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Das Materielle ist der Raum in dem Geist entsteht.
Grenzerfahrungen sind doch meist jene Zustände in dem Erfahrungen bewusst und unbewusst aufgearbeitet werden, ähnlich wie beim Träumen. Weil Geist ohne Körper nicht geht(ohne sich sinnlos zu verflüchtigen) sind manche schon beim Weingeist an Grenzerfahrungen gekommen.
Albert Hofmann hat seine Grenzerfahrungen, wie viele nach ihm, mit Lysergsäure(LSD) ausprobiert. Einige sind tatsächlich in Irrenhäusern gelandet, was natürlich keineswegs drollig ist.
In Zeiten der Inklusion sollte man nicht Irre sehen, wo keine sind und sich möglichst selbst hinterfragen, ob die gewohnten Normen schon Basis für Irrsinn sind.
Was geschieht beispielsweise bei den Menschen die ein Leben lang durch Verkürzung und Verzicht, durch Gängelung und folgenden Stigmatisierungen an den Mauern gesellschaftlicher Fehlentwicklungen gescheitert sind? Ja oft genug kein Einsehen haben was Grenzerfahrungen sein können.
Marx hat seine Ansichten über die Entfremdung aus Beobachtungen über den Arbeiter erlangt, der in Prozesse eingebunden war, die krank machend waren.
Es waren ja nicht nur die Gifte aus den Hochöfen, die Staublungen beim Bergbau, sondern auch die "angestifteten" Gifte wie Tabak oder der ertränkte Geist im Alkohol die Menschen deformierten. Es war auch das entstehende Bewusstsein, dass man Werte schafft(als Arbeiter) ohne adäquat an ihnen beteiligt zu werden. Hier sind Grenzten gesetzt, die inzwischen selbst "linke" Politiker nicht mehr überschreiten wollen.

Meistens sind die real existierenden Eliten, die von Nichteliten fordern, dass sie an ihre Grenzen gehen sollen, ohne jede Rücksicht auf gesundheitliche Einbußen. So sind die begrenzten Einsichten in die gesamtgesellschaftliche Aufgabe ein Rentensystem zu etablieren, das die sogenannten demographischen Entwicklungen mit berücksichtigt. Dabei wird in jedem Falle jener wesentliche Punkt als erwägenswert vermieden, die eine weitgehende Lösung dieses Problems herbei führen könnte, nämlich wenigstens die paritätische Verteilung der gestiegenen Produktivität. Diese Produktivitätssteigerungen gehen ja auf das gestiegene Bewusstsein der abhängig Beschäftigten zurück wodurch es legitim und Recht wäre die Produktivitätssteigernden zu beteiligen. Das geschieht nicht, weil die Eliten Scheu haben an ihre Grenzen zu gehen um überhaupt Grenzerfahrungen zu machen.
So wird der Begriff Grenzerfahrung allzu gerne für mystische Gedankengänge missbraucht, wie etwa die zwischen Leben und Tod in der allein die im Palliativ-Bereich Tätigen schlüssige Aussagen machen können, bei dem es nur einen, immer wieder wiederholbaren Erfahrungswert gibt, nämlich dass Freundlichkeit, eine Ästhetik des Humanen den Tod von schwerstbeladenen erleichtert; neben den entlastenden Medikamenten, die Gedankenwelten produzieren die fälschlicherweise mit Grenzerfahrungen verwechselt werden.

Die Aussagen, dass sich einige zwischen Leben und Tod in einen endlosen Tunnel, an dessen letztliche Endlichkeit Licht merkbar macht, kann ja nur darin liegen, dass Menschen tatsächlich mit Tunnelblick leben und die Rückkehr zum Lebendigen jene Erleuchtung ist, auf die es wirklich ankommt(wie wenn man eine gute Idee hat).

Die übrigen Signale, die da noch überhöht ausgedeutet werden dienen vielleicht dem Abbau eines Minderwertigkeitskomplexes vermittels Überhöhung und Selbstbeweihräucherung. Besonders Clevere machen daraus ein Geschäft in dem sie Bücher darüber schreiben und rhetorisch ausschmücken, was letztlich als "unbekannt" und "bedeutungsvoll" dargestellt wird. Ein halbwegs gebildeter Mensch erkennt schnell die trivialen Inhalte mit denen Kasse gemacht werden kann. Ob dies den Grenzerfahrungsbereich entwertet kann jeder für sich selbst entscheiden. Allgemeingültige Regeln, etwa Verbote nicht Dinge zu schreiben die gar nicht stimmen, ist, wie man am Monotheismus sieht nur schwer durchzusetzen.

Alleine die Tatsache was in den einfachen Menschen Jesus von Bethlehem hinein interpretiert wird, der ja seine Erleuchtung einem real existierenden Mentor(Johannes der Täufer) verdankt, zeigt ja wie mimetische Prozesse(Jesus hatte ja keine eigene Gedankenwelt, die über das hinausging, was bereits der eigentliche Religionsstifter Johannes an Ideen in die Welt setzte. Johannes, der gebildet war, kannte vermutlich Inhalte der griechischen Philosophie und Wissenschaft, erfuhr aber mindestens in Gerüchten von jenen Denkmodellen die rund um die Polis erdacht wurden.

Über die Frage ob der Jesus, der uneheliche Sohn eines römischen Offiziers und der "Heiligen Mutter Gottes" wirklich existierte stellt sich nicht, weil die römischen Steuergesetze die Erfassung aller Personen in ihrem Geltungsbereich vorgenommen hatten(Quirinius) Diese Angaben sind stichhaltiger als das was die christliche Ideologie verbreitet hat, die nicht mal in der Lage ist, das richtige Geburts- geschweige denn das richtige Kreuzigungsjahr zu benennen. Jedenfalls war es für den Jesus eine Grenzerfahrung am Kreuz zu sterben. Daraus machten seine Ehefrau und deren Freundinnen dann eine Weltreligion bis sie von dem Phantasten Paulus überboten wurden, dessen Erzählungen auf seiner Reise nach Rom von Stadt zu Stadt immer umfangreicher wurden. Der damalige Zustand über die Wundergläubigkeit verhalf ihm dann zu jener Führungsposition, die ihn zum Judenhasser machten, obwohl er selbst Jude war. Wenn das keine vom Irrsinn geleitete Grenzerfahrung war!?

Gruß gapping

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.921

09.05.2015 22:37
#36 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #28
Wenn Du als Ideologe verallgemeinerts; "was wir brauchen", meinst Du ja auch mich damit. Woher weißt Du eigentlich was ich brauche? Oder legt das Kollektiv einfach fest, was ich zu brauchen habe? Viele Grüße an Orwell, Gysi. In Deiner Welt möchte ich nicht leben


Das "Kollektiv" der Werbeindustrie legt doch schon längst fest, was Du zu brauchen hast. SUV, Mode, Handy, LED Flachbildschirm, Urlaubsziel, Ernährung und Freizeitgestaltung - um nicht als Außenseiter zu gelten, musst Du das tun, was der gesellschaftlichen Norm entspricht. Das der neue Jeep Geländewagen für die Großstadt dem Fahrer Individualität vorgaukelt, ist eine geniale Illusion der Werbeindustrie. Produkte werden über Image und Gefühle verkauft. Die Bedürfnisse werden so in den meisten Fällen erst generiert.

Lichtbringer Offline

glaubnix


Beiträge: 1.394

10.05.2015 01:45
#37 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Welchen Sinn sollte so eine Wiedergeburt ergeben? Manch Gläubige sind überzeugt, sie diene der Höherentwicklung des Karmas.
Wie kann ein Mensch „der immer wieder ins Elend hineingeboren wird“ sein Karma weiterentwickeln?
Scheinbar steigen Seelen mit einem guten Karma in den Himmel zu Gott oder so auf!?
So gesehen muss es im Jenseits auch eine Hierarchie geben?
Falls es so ist werde ich mich bemühen dort der Höchste zu werden,
denn ich dulde keinen der über mir steht!

Illusionen

Der Herr gibt uns Illusionen, immerdar.
Gesponnen aus unerfüllten Wünschen
und hoffnungsfreudigen Sehnsüchten,
schweben sie dahin, wie Spinnfäden.

Vom Tode zerrissen wird licht
der Schleier der Illusionen,
entblößt und bodenlos,
die losgelöste Seele.

Sie sieht verronnene Zeiten vorüberziehen
und erblickt nichts in ewig leerer Ferne.
Ohne des Auges Licht, keine Illusionen
und wovon sollen sie träumen
so wie sie sind?

Zitat von gapping im Beitrag #1
Wiedergeborene sollen schon einmal gelebt haben. Gleich welches Lebewesen sie waren, die Wiedergeborenen können sich nicht daran erinnern als was sie früher geboren waren. Sie können deshalb auch nicht aus den Erfahrungen schöpfen, die aus ihrer angeblichen Vorexistenz gemacht wurden. Was hat also die angebliche Wiedergeburt für einen Sinn, wenn man doch nur das gegenwärtige Leben reflektieren kann?
Jesus konnte zu seiner Himmelfahrt auch nichts sagen, gilt aber als wieder Geborener/oder vom Tode auferstandener Dritter Teil Gottes.
Die Menschen trinken symbolisch sein Blut, essen von seinem Fleisch und doch bleibt er unbeschadet.
Der Prophet Mohammed ist auch zum Himmel, zu Allah aufgefahren, sogar mit Pferd, wo er weiter lebt. Kann uns aber aus seiner jetzigen Existenz ebensowenig mitteilen wie Jesus.
Viele sagen die innere Stimme die Menschen hören, das seien die im Himmel wohnenden die zum gemäßen Leben gemahnen. Auf dem Subkontinent Indien ist Wiedergeburt Alltag. Die Frage, ob ein Mensch nach dem Tod als Mensch wieder geboren wird oder als Insekt, oder gar als Schwein ist trotzdem nicht einfach zu beantworten. Und wenn Insekten sterben, können sie dann als Mensch wiedergeboren werden und sich an dem Mit der "Fliegenklatsche oder dem Insektenspray rächen?
Vermutlich wissen auch sie nichts von ihrer Vorexistenz und was hätte sie dann für einen Sinn?
Das was wir wissen können ist beispielsweise der Zustand bevor ein Mensch gezeugt wird. Da gibt es ihn nicht, oder doch?
Der Zustand des Todes ist der Zustand wie noch nicht gezeugt zu sein, oder ist der Tod nur der Weg in die neue Existenz über die wir nichts wissen? Nirwana ist sinnlos. Weil es Nichts nicht gibt, muss die Existenz des Nichts eine Vermutung bleiben. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass ein(e) Heilige(r)heute zum Himmel auffährt, dies ganz zeitgemäß mit einem Daimler tut. Der Ausweg ist die Esoterik. Inhalte die nicht belegt und nicht widerlegt werden können. Da ist man dann wieder bei den monotheistischen Religionen die keinen Nachweis für die Existenz von Gott bringen können, aber irrig unentwegt daran glauben.
Das ist wie das dramatische Bild einer Menschenmasse, die in Indien zu Getreidesilos wanderten, obwohl diese längst leer waren. Für solches Sinnen gibt es Begriffe in der Psychopathologie. Sie können den Halt der durch Nichtwissen, dafür aber durch Glaube entsteht, weitgehend erklären.
Typisch für eine sinnlose Position innerhalb des Spektrums menschlicher Gedankenwelten ist diejenige von Mohammed ibn Mohammed Gazali der die Prinzipien von Ursache und Wirkung bestritt und die Allgemeingültigkeit von Kausalitätsgesetzen erbittert bestritt. Die Feindschaft zur Philosophie ist leicht. Den Weg zur universellen Erkenntnis zu begehen dagegen sehr schwer. Der letzte Universalphilosoph Europas erwähnte mal den Satz:"Religion ist Opium für das Volk". Ganz gleich in welchem Gewand sie daher kommt. Religion delegiert die Verantwortung an außerirdische oder nicht greifbare Stellen, Orte, Personen. Mehr nicht.

Gruß gapping

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Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen.
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Meine Toleranz ist grenzenlos, aber nicht gegenüber den Intoleranten!

gapping Offline



Beiträge: 613

10.05.2015 10:24
#38 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Was in allen Religionen und Sittenlehren dazu dienen soll, die Angst vor dem Tod zu erleichtern, dem Menschen über den Tod hinaus in einer erdachten Heimat überleben zu lassen, ist völlig unnötig.
Werden und Vergehen, Leben und Tod kann man nicht verklären, oder ihnen mystischen Hauch verleihen, um die Angst davor zu überwinden. Wir können so tun, als wüsste man schon alles, könnten Religion und Mythen, Märchen und Legenden alles erklären. Dem ist nicht so und das erklärt sich auch nicht komplíziert , sondern ganz einfach, weil wir uns nicht am Ende, oder einem Anfang der Evolution befinden sondern mittendrin.
Dies ist besonders durch die Wissenschaft und Philosophie zu belegen, die ja immer zu Schlüssen kommen die durchaus richtig sind, wie etwa: 'Ist ein Problem gelöst, tauchen 1000 neue Fragen auf.'
Ist das nicht schön?
Viele meinen dann, dass man deshalb gar nicht erst weiter suchen müsse, weil man doch nicht weiterkäme und immer wieder 1000 neue Fragen auftauchen.
Das zeigt doch explizit, dass die evolutionäre Entwicklung im Gange ist und Alles Wissen nie vorhanden sein kann. Entsprechend unserem Gehirn, dessen Kapazität nur zum geringsten ausgelastet ist und an Unterforderung leidet.
Dieses Leid bringt den pessimistischen Unterton hervor, der sich sowohl entwicklungsgeschichtlich als auch erkenntnistheoretisch durch die Menschheitsgeschichte seit dem Aufkommen von Religion und Eigentum zieht.
Viele Prozesse sind darauf ausgerichtet, diese Erkenntnis zu unterdrücken, weil die Hierarchie erhalten werden soll, die nicht erhaltenswert und vor allem völlig unnatürlich ist.
Jede Existenz, auch die schwächste, hatte ohne die Dominanz der Menschen, immer Zeit sich anzupassen. Seit der Bildung von Religion und Eigentum wird mit anderen Zeitbegriffen gearbeitet, die Evolution auf einen Schöpfungsmythos reduziert, der 6000 Jahre alt sein soll, in Wahrheit jedoch Milliarden Jahre dauert.
Das Beschleunigen in der Verkürzung der Wirklichkeit ist die Basis aller wirren Ideen und religiösen Fehlentwicklungen, die es zu entwirren und umzuleiten gilt. Nicht im Sinne von Konfutse oder Buddha, auch nicht im Sinne des Monotheismus, sondern im Sinne der Annäherung an die Wirklichkeit.
Evolution hat Sinn.
Religion ist Unsinn.

Gruß gapping

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

10.05.2015 11:28
#39 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Die Lustbarkeit geht jetzt zu Ende, und unsere Spieler,
wie ich euch sagte, waren Geister, die jetzt in Luft aufgehen;
und wie das grundlose Gefüge dieses Traumbildes, so werden
die wolkenhohen Türme, die prächtigen Paläste, die erhabenen Tempel,
der große Globus selbst, ja alle, die teil an ihm haben, verfliegen
und so, wie dieses unwirkliche Schauspiel verblasst,
nicht einen Dunsthauch hinterlassen.
Wir sind der Stoff, von dem die Träume sind; und unser kleines Leben
umgibt ein Schlaf.

Denn Denken ist des Lebens Sklave und Leben der Hanswurst der Zeit.

(Shakespiere)

In den Werken dieses Großen steckt unendlich viel mehr von der Tragik
unserer Wirklichkeit als in allen atheistischen Welterklärungen.

Lichtbringer Offline

glaubnix


Beiträge: 1.394

12.05.2015 04:39
#40 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Ein sehr schönes und tiefsinniges Shakespiere Gedicht

Habe mir auch was zum Thema Jenseits zusammengereimt.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

In der Stadt der Engel „irgendwo im Nirgendwo" verliert sich die Zeit.
Seelen durchwandern Licht-Tunnels in der Sphäre der Unendlichkeit.
Sie wollen fernab der Zeit noch einmal leben, frei von Körperlichkeit,
befreit vom Tod und Leid, schweben sie leicht beflügelt in die Seligkeit.

Am Ende des Tunnels im Licht, werden sie von ihren Liebsten abgeholt.
Sie sehen sich an, lächeln und schwelgen in vergangenen Erinnerungen.
Sie kennen kein Gestern, kein Morgen, das ewige jetzt hat sie heimgeholt.
Und so bringen Abläufe der Ordnung durcheinander, ohne Errichtungen.

So leben sie den Augenblick in der unendlichen Weite der Illusionen.
Denn die Stadt der Engel, im unsichtbaren Raum, hat keine Grenzen.
Selbst verhangene Seelenfenster werden vom Zeitenecho durchflutet.
Niemand altert, alles ist umhüllt durch einen geheimnisvollen Zauber.

Magisch das blinde verstehen und jenseitig das mitfühlen der unbelebten Seelen.
Denn fernab der Zeit, im herrlichsten Phantasieland, erblüht nun ihr Seelenleben.
Ein Sehen ohne zu sehen, ein Hören ohne hören und ein Fühlen ohne zu Erleben.

Nachdem sie das Geheimnis der flüsternden Zeitlosigkeit erkannt haben
endet der unendliche Augenblick hinter dem weit geöffneten Zeitenraum.
Alle gesammelten Gedanken lösen sich lautlos auf, so wie ein Lichtnebel.
Denn sie haben erkannt, dass sie sich nur trafen um Abschied zu nehmen.

Sie haben keine Bange, weil sie das unsterbliche Geheimnis erkannt haben.
Dort wo sich die Zeit verläuft, im Jenseitigem, dass fernab aller Zeitlichkeit.
Dann holen sie wieder ihre Liebsten ab und verweilen in der Unendlichkeit.
Manchmal besuchen sie ihre lieben Lebenden, in der nächtlichen Traumzeit.

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Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen.
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gapping Offline



Beiträge: 613

12.05.2015 08:33
#41 RE: Zwischen Grenzerfahrung und Wiedergeburt antworten

Gefühle durch Gott ersetzen?

Gruß gapping

Seiten 1 | 2
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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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