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Atheismus vs. Religionen  


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 Atheismus/Agnostizismus
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Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

04.09.2016 16:41
#576 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Und für alle die sich jetzt wundern, was Werbung und Grafik mit dem Bewusstsein Gottes zu tun hat..

Alles.. Werbung macht den Geist (der Zeit).. Sie nutzt dieselbe menschliche Naturschwäche wie Religion, Kriegspropaganda, Sensationsjournalismus...
Gott wäre ohne Werbung ziemlich unbekannt und das Christentum ohne tendenziöse Geschichtsfälschung eine spirituelle Vereinigung von Kriminellen, die sich der menschlichen Leichtgläubikeit und dem unterbewussten tierischen sexuellen Triebverhaltens mit allen subtilen Erscheinungen und Auswüchsen bedient.. Weshalb gerade auch das 6. als ausgeprägtes Eifersuchts-Gebot bei allen Religionen eine übergeordnete Rolle spielt..

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

01.04.2017 11:31
#577 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Gott wäre ohne Werbung ziemlich unbekannt und das Christentum ohne tendenziöse Geschichtsfälschung eine spirituelle Vereinigung von Kriminellen, die sich der menschlichen Leichtgläubikeit und dem unterbewussten tierischen sexuellen Triebverhaltens mit allen subtilen Erscheinungen und Auswüchsen bedient.

Perquestavolta,

... Dir fällt doch hoffentlich auf, dass Du hier lediglich die menschlichen Vorstellungen vom Ur-Grund anprangerst - mitsamt den bekannten psychologischen Auswüchsen/Entgleisungen, wie sie den "Nimmersatten" als Fluch auf ihre Schultern geladen sind.

Gruß von Reklov

Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

01.04.2017 14:18
#578 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reklov im Beitrag #577

Zitat
Gott wäre ohne Werbung ziemlich unbekannt und das Christentum ohne tendenziöse Geschichtsfälschung eine spirituelle Vereinigung von Kriminellen, die sich der menschlichen Leichtgläubikeit und dem unterbewussten tierischen sexuellen Triebverhaltens mit allen subtilen Erscheinungen und Auswüchsen bedient.
Perquestavolta,

... Dir fällt doch hoffentlich auf, dass Du hier lediglich die menschlichen Vorstellungen vom Ur-Grund anprangerst - mitsamt den bekannten psychologischen Auswüchsen/Entgleisungen, wie sie den "Nimmersatten" als Fluch auf ihre Schultern geladen sind.


Mit deinem Glauben an die Existenz eines "Ur-Grundes" rechtfertigst du jeglichen Missbrauch der Leichtgläubigen, Reklov. Wir wissen ja nicht was tatsächlich hinter diesem Ur-Grund steckt und von daher kann man ja alles in diesen UR-Grund hinein interpretieren. Jeder Religiot auf dieser Welt behauptet, dass er genau wüsste was dieser UR-Grund von uns will und da dies aber gar nicht überprüfbar ist, sondern einfach nur geglaubt werden soll -warum immer auch - ermöglicht das den Wichsern vom Glauben, Frauen als ihr persönliches Eigentum zu erklären und mit ihnen tun zu dürfen was sie wollen. Zig Millionen Frauen überall auf der Welt, sind selbst in unserer Gegenwart noch immer davon betroffen. Die größten Idioten und Dummschwätzer im amerikanischen Kongress (bei den Republikanern), glauben sogar, dass die Welt in 7 Tagen erschaffen wurde, wie es im Schöpfungsmythos der Bibel geschildert wird. Solche blitzdummen Vollpfosten lenken das Geschick der Menschheit. Über eine Milliarde Menschen werden noch heute von Religioten in allen Lebensbereichen bevormundet und in der eigen Lebensfindug behindert.. Ein UR-Grund von dem und über den WIR nicht wissen, kann sich jeder Volltrottel zurechtbiegen, wie es ihn am besten freut, Reklov. Mit so einem unbekannten, sich selbst ausgeschmückten UR-Grund, kann man rechtfertigen was man will.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.852

01.04.2017 15:20
#579 Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Perquestavolta
Mit deinem Glauben an die Existenz eines "Ur-Grundes" rechtfertigst du jeglichen Missbrauch der Leichtgläubigen, Reklov.

Wieso, zum Teufel, soll er nicht an den Ur-Grund glauben? Aus der Sicht von uns Zeitwesen ist der durchaus schlüssig. Den Ur-Grund mit Gott gleichzusetzen, ist allerdings aus unseren Mythen hergeholt!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

01.04.2017 17:55
#580 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Alles.. Werbung macht den Geist (der Zeit).. Sie nutzt dieselbe menschliche Naturschwäche wie Religion, Kriegspropaganda, Sensationsjournalismus...
Gott wäre ohne Werbung ziemlich unbekannt und das Christentum ohne tendenziöse Geschichtsfälschung eine spirituelle Vereinigung von Kriminellen, die sich der menschlichen Leichtgläubikeit und dem unterbewussten tierischen sexuellen Triebverhaltens mit allen subtilen Erscheinungen und Auswüchsen bedient.. Weshalb gerade auch das 6. als ausgeprägtes Eifersuchts-Gebot bei allen Religionen eine übergeordnete Rolle spielt..

Perquestavolta,

... Werbung vermag zunächst nur den ersten Kontakt zwischen einem Konsumenten und einem Produkt herstellen, für das er sich gerade interessiert. Die Arbeit des Vergleichens, das Lesen von Testberichten oder die Meinungen von anderen, welche bereits Erfahrungen mit dem Produkt gemacht haben, spielen auch eine große Rolle vor dem eigentlichen Kauf.
Die beste Werbung nützt aber wenig, wenn das Produkt einfach nichts taugt oder mich persönlich nicht anzusprechen vermag. Geschichtsfälschung allein reicht da bei weitem noch nicht aus, um sich als Religion zu bewähren! Anders gesagt: Die Idee, welche mit Jesus in die Welt gekommen ist, hat viele Menschen berührt, wenn auch nicht vollkommen gleich überzeugt.

Was aber Dein angesprochenes "unterbewusstes tierisches sexuelles Triebverhalten" z.B. neben den Zitaten Jesu zu tun haben soll, musst Du schon näher erläutern können!? - Das sog. "Eifersuchtsgebot Nr.6" könnte man auch im Gebot Nr.1 entdecken wollen.

Das Verbot des Ehebrechens ist aber vielschichtiger zu verstehen:

»Du sollst nicht ehebrechen« kann auch lauten: »Du sollst nicht den Frieden einer Ehe brechen!« Unter Frieden versteht man natürlich auch Harmonie. Das bedingt gleichzeitig, wie eine Ehe überhaupt beschaffen sein soll; denn dort, wo nichts zu brechen oder zu stören ist, hat auch das Gebot keine Geltung, das sich nicht nach irdischen Auffassungen und Bestimmungen richtet, sondern nach dem göttlichen Willen.
Eine Ehe ist also nur dort, wo Harmonie und Frieden herrschen als etwas Selbstverständliches.
Wo einer immer nur dem anderen zu leben und ihn zu erfreuen sucht. Einseitigkeit und die so verführende, tötende Langeweile ist dabei von vornherein vollständig und für immer ausgeschlossen, wie auch die gefahrbringende Sehnsucht nach Zerstreuung oder Einbildung des Nichtverstandenseins! Die Mörderwerkzeuge für jedes Glück!
Gerade diese Übel können gar nicht aufkommen in einer rechten Ehe, wo der eine wirklich für den anderen lebt, weil Nicht-verstanden-sein-Wollen und auch die Sehnsucht nach Zerstreuung lediglich die Folgen einer ausgeprägten Selbstsucht sind, die nur für sich zu leben sucht, nicht aber für den anderen!
Bei wahrer Seelenliebe ist jedoch das gegenseitige frohe Sichaufgeben etwas ganz Selbstverständliches, und darin ist auch wechselwirkend ein Zukurzkommen des einen Teiles gänzlich ausgeschlossen. Vorausgesetzt, daß auch der Bildungsgrad der sich Verbindenden keine zu große Kluft aufweist!
Das ist eine Bedingung, die das Gesetz der Anziehung der Gleichart in dem großen Weltall fordert, das erfüllet werden muß, wenn das Glück vollständig sein soll.
Wo aber nicht der Frieden, nicht die Harmonie zu finden ist, verdient die Ehe nicht Ehe genannt zu sein.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

01.04.2017 18:22
#581 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Den Ur-Grund mit Gott gleichzusetzen, ist allerdings aus unseren Mythen hergeholt!

Gysi,

... unsere Mythen haben ihre eigene Sprache bei der bisher erfolglosen Suche nach dem "Ur-Grund" entwickelt. Die so vergeblich herbeigeredeten "Beweise" für die Wortformel "Gott" haben vor allem tiefgreifende psychologische Gründe und lassen sich sowohl in den alten Traditionen, wie auch in den Aussagen weltberühmter Naturforscher finden.
Das Thema ist noch lange nicht vom Tisch und wird wohl auch dann die Menschen auf unterschiedlichste Weise berühren, wenn dieses Forum schon längst nicht mehr existiert. Bereits der Versuch, z.B. einen "moralischen Gottesbeweis" vorzulegen, scheitert an der damit verbundenen Ohnmacht des Menschen.

Die Ideen über "Gott" lassen sich nur indirekt, wie in einem Spiegel oder einem stillen See, erkennen und all die vielen wörtlichen Beschreibungen können lediglich "bedeutungsvoll" sein.
Den großen Rest hat der Einzelne in einer Art Lebensweg-Entscheidung selber zu leisten! Diese kann aber nur einen ersten Einstieg öffnen. Die sich dahinter ausbreitenden Wege und Tore sind Einsichten ganz persönlicher Art, vergleichbar mit Brücken, die einen zu einem geliebten Menschen führen konnten.
Wer jedoch nie wirklich "geliebt" hat, kann die Bauart solch spezieller Brücken auch nicht vollkommen "verstehen", vielleicht nicht mal erahnen!

Aber - ihm bleiben ja immerhin noch die armseligen Mittel der Häme oder der Diffamierung.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

01.04.2017 18:32
#582 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Mit so einem unbekannten, sich selbst ausgeschmückten UR-Grund, kann man rechtfertigen was man will.

Perquestavolta,

... ganz typisch für Dich, dass Du auch bei solchen Themen stets nur das Negative betonst herausstellst und mit primitiven Kraftausdrücken untermalst.
Zu mehr scheint Dein armseliges Wesen wohl nicht fähig zu sein!? - Gerade diejenigen, welche glauben, alles mit ihrem Gottesbild rechtfertigen zu können, haben nichts von dieser Wortformel verstanden. Müsste aber an sich sogar einem wie Dir einleuchten können!?

Gruß von Reklov

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

01.04.2017 18:58
#583 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Ich kann schon mit dem Begriff "Ur-Grund" absolut nichts anfangen.
Entweder ist etwas oder es ist eben nichts.
Ein "Ur-Grund" ist in etwa so nötig wie ein Geschwür am Hintern und der Begriff sagt absolut nichts aus.
Was soll nun der "Ur-Grund" überhaupt sein?
Dass von nichts auch nichts kommt ist ja sowieso klar und was soll dann da noch ein "Ur-Grund"?
Ist dann der "Ur-Grund" das, was angeblich aus dem Nichts kommt?

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

02.04.2017 11:59
#584 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Mit deinem Glauben an die Existenz eines "Ur-Grundes" rechtfertigst du jeglichen Missbrauch der Leichtgläubigen, Reklov. Wir wissen ja nicht was tatsächlich hinter diesem Ur-Grund steckt und von daher kann man ja alles in diesen UR-Grund hinein interpretieren.

Perquestavolta,

... Deine Aussage hierzu hinkt nicht nur gewaltig, sondern ist auch (mal wieder!) recht unüberlegt - denn - erstens "rechtfertige" ich mit meinen persönlichen Glaubensvermutungen noch lange keinen Missbrauch, egal welcher Färbung! Überlege Dir also in Zukunft besser, was Du gedankenlos so alles von Dir gibst!
Den Missbrauch innerhalb versch. Religionen habe und kann ich also nicht verantworten, zumal ich jeden davon strikt ablehne!

Zitat
Wir wissen ja nicht was tatsächlich hinter diesem Ur-Grund steckt und von daher kann man ja alles in diesen UR-Grund hinein interpretieren. Jeder Religiot auf dieser Welt behauptet, dass er genau wüsste was dieser UR-Grund von uns will und da dies aber gar nicht überprüfbar ist, sondern einfach nur geglaubt werden soll - warum immer auch

Eine "Interpretation" ist stets persönlicher Art - genau wie die Interpretation eines bereits vorliegenden Musiktitels. Und genau wie hier, gibt es nun mal begnadete Instrumentalisten und solche, welche über eine handgestrickte Hausmusik einfach nicht hinauskommen können - aus bekannten Gründen!
Wer aber behauptet, er wüsste über den Ur-Grund bescheid, ist tatsächlich ein "Religiot", der lediglich das nachkaut, was ihm dogmatisch schon vorgekaut wurde.
Da sind (nicht nur) wir uns einig!

Zitat
Die größten Idioten und Dummschwätzer im amerikanischen Kongress (bei den Republikanern), glauben sogar, dass die Welt in 7 Tagen erschaffen wurde, wie es im Schöpfungsmythos der Bibel geschildert wird. Solche blitzdummen Vollpfosten lenken das Geschick der Menschheit.

Wie ich lesen konnte, gibt es aber auch unter den amerikan. Hardcore-Bibelfans inzwischen Leute, welche immerhin einräumen, dass ein "göttlicher Schöpfungstag" symbolisch gemeint ist und dem menschlichen Zeitbegriff von 1 Million Jahre, oder mehr, entsprechen könnte.

Einzelne Menschen können zwar das Schicksal von Völkern lenken/beeinflussen, sind aber dennoch auf viele wohlgesonnene Mitmacher angewiesen. Auch Hitler war z.B. auf die Mitarbeit von Industrie, Banken, Militär und Kirchen angewiesen.

In dem Zusammenhang will ich die Passauer Historikerin, Anna Elizabeth Rosmus, nicht unerwähnt lassen. Ihrer Ansicht nach stimmt die Geschichte, dass im Winter 1894 eine dünne Schicht Eis die Strömung vom Inn überzog. Dennoch wagte sich ein Vierjähriger aufs Eis - und brach ein. Doch der Junge hatte Glück, berichtete die Donau-Zeitung am 9. Januar: >> Am verflossenen Sonntag wurde ein Knabe gerade noch rechtzeitig vor dem sicheren Tode des Ertrinkens gerettet. Der Name des Retters machte in der Stadt schnell die Runde: Johann Nepomuk Kühberger. Der Gerettete hieß: Adolf Hitler.
Der Retter Kühberger, ein Nachbar und Spielkamerad Adolf Hitlers, wurde später Geistlicher und Kirchenmusiker - ein stiller, schweigsamer Mann. Was, wenn er Hitler nicht gerettet hätte?
Dessen spätere Demagogie faszinierte nicht nur die Mittelschicht und bescherte der NSDAP im Juli 1932 überwältigende Wahlerfolge.
Über die Rettung vom Knaben A.Hitler, sowie dessen, fast schicksalhaften, "Rettungen" vor mehreren Attentaten könnte man nun auch länger rätseln!?

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

02.04.2017 12:30
#585 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Ich kann schon mit dem Begriff "Ur-Grund" absolut nichts anfangen.

Lukrez,

... so "helle", wie Du hier schon geschrieben hast, kaufe ich Dir das nicht ab! - Unter Ur-Grund darfst Du dir keine "materielle Ur-Suppe" vorstellen, sondern besser ein Ur-Konzept, welches ohne ein geistiges "Etwas" aber auch nicht vorstellbar ist!

Zitat
Entweder ist etwas oder es ist eben nichts.

So einfach ist es nun eben nicht, - denn bereits unsere beschränkte menschliche Erfahrung zeigt uns, dass manche Dinge zunächst lange im Bereich der noch aufzudeckenden Ideen-Welt "schlummern", bevor sie durch den menschlichen Forscherdrang "entdeckt/aufgedeckt" werden und dann auch von diesem in eine vorher so nicht da gewesene Form gebracht werden - z.B. in der Technik oder der Kunst!

Zitat
Was soll nun der "Ur-Grund" überhaupt sein?

Solch ein Begriff ist wohl am besten mit Spinozas SUBSTANZ zu verdeutlichen: Der höllandische jüd. Denker meinte damit:

>> Unter SUBSTANZ verstehe ich das, was in sich ist und durch sich begriffen wird; d.h. etwas, dessen Begriff nicht den Begriff eines anderen Dinges nötig hat, um daraus gebildet zu werden.
Unter "Gott" verstehe ich das absolut unendliche Wesen, d.h. die SUBSTANZ, die aus unendlichen Attributen besteht, von denen ein jedes ewiges und unendliches Sein ausdrückt. <<

Wer mehr über diesen Denker erfahren möchte, dem kann ich dessen Hauptwerk >DIE ETHIK< nur empfehlen.

Zitat
Ist dann der "Ur-Grund" das, was angeblich aus dem Nichts kommt?

Spinozas obiger Lehrsatz (nur einer seiner vielen!) schließt Deine Vermutung bereits aus.

Zum NICHTS gibt es aber auch noch andere, sprachlich ausgefeilte Anmerkungen:

>> Wenn jedes Ding auch nicht sein könnte, hätte es zu irgendeiner Zeit nichts gegeben (denn was auch nicht sein kann, ist zu irgendeiner Zeit nicht); es gäbe dann auch jetzt nichts (denn was nicht existiert, kann nicht zu existieren anfangen, es sei denn, durch etwas, das existiert).
Es ist aber offensichtlich falsch, dass alles auch nicht sein könnte. Das heißt, es muss wenigstens ein Ding geben, das notwendig ist. <<
Thomas von Aquin goss hier seine Überlegungen in eine reine und strenge Sprachform - nach scholastischer Art.

Jeder, der sich nun zu einer Sprachkritik aufgefordert sieht, ist aber auch gezwungen, solchen Logik-Felsen etwas gleichwertig Anderes gegenüber zu stellen.
Negatives Motzen allein reicht eben auf solchen Feldern nicht aus!

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

02.04.2017 12:39
#586 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Wieso, zum Teufel, soll er nicht an den Ur-Grund glauben?

Gysi,

... über Deine Formulierung musste ich schmunzeln! Der wird sich freuen, dass er nun auch von Dir erwähnt wird!

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.852

02.04.2017 15:28
#587  Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reklov
Die Ideen über "Gott" lassen sich nur indirekt, wie in einem Spiegel oder einem stillen See, erkennen

"Spiegel" ist gut! Mit der Gottesidee spiegelt sich der Mensch selbst wider! Der Mensch ist ja per sé DAS Schöpfertier. Und als solcher fing er natürlich sich früh an zu fragen: Und wer schuf uns? Natürlich was unendlich intelligenteres und größeres als wir - so wie wir dem Faustkeil überlegen sind muss unser Schöpfer auch uns überlegen sein! Wir haben in der vermeintlichen Gotteserkenntnis nur unsere eigenen schmalen Produktionserfahrungen auf die große Metabühne gehoben. Hab ich ja alles schon öfters geschrieben. Kommt aber leider zu 0,0 nicht an...

Zitat
Unter Ur-Grund darfst Du dir keine "materielle Ur-Suppe" vorstellen, sondern besser ein Ur-Konzept, welches ohne ein geistiges "Etwas" aber auch nicht vorstellbar ist!

Der Urgrund ist der Grund, der keiner weiteren Ursachenerklärung bedarf. Lass den Geist doch weg, dann gehen wir d'accord. Der vermeintlich der Materie höhergestellte Geist kam später! Er ist auch nichts Höheres - da vertust du dich echt.

Zitat von Lukrez
Was soll nun der "Ur-Grund" überhaupt sein?

Etwas, was keiner weiteren Ursachenerklärung bedarf.

Zitat
Ist dann der "Ur-Grund" das, was angeblich aus dem Nichts kommt?

Vielleicht. Warum denn nicht?

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Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

02.04.2017 16:21
#588 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Zitat von Lukrez
Was soll nun der "Ur-Grund" überhaupt sein?

@Gysi: Etwas, was keiner weiteren Ursachenerklärung bedarf.

Auch damit kann ich nichts anfangen.

Dann doch schon eher mit Kants "Ding an sich" - und das ist eben etwas vollkommen anderes als ein Urgrund:
Unter "Ding an sich" versteht Kant die Wirklichkeit, wie sie unabhängig von aller Erfahrungsmöglichkeit, für sich selbst besteht, die absolute Realität. Wir erkennen das Wirkliche nur in den Formen der Anschauung (Raum und Zeit) und des Denkens (Kategorien); diese Formen hat die Wirklichkeit nur in Beziehung auf das erfahrende Bewußtsein, nur als Gegenstand eines solchen, nicht an sich selbst.

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(Lukrez)

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

03.04.2017 12:27
#589 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Natürlich was unendlich intelligenteres und größeres als wir - so wie wir dem Faustkeil überlegen sind muss unser Schöpfer auch uns überlegen sein! Wir haben in der vermeintlichen Gotteserkenntnis nur unsere eigenen schmalen Produktionserfahrungen auf die große Metabühne gehoben. Hab ich ja alles schon öfters geschrieben. Kommt aber leider zu 0,0 nicht an...

Gysi,

... wer solch unzureichende Vergleiche zwischen einem "Werkzeug" und einem lebendigen Menschen macht, braucht sich nicht zu wundern, wenn er beim Leser nicht ankommt! Der "Gottesgedanke" ist weit mehr, als ledigliche eine auf die Metabühne gehobene "Produktionserfahrung" denn wir können z.B. keine "eigenen" lebendigen Wesen erschaffen. Wir geben lediglich unsere Gene weiter und das auch nur, weil uns ein bereits vorhandenes, geniales biologisches "System" dies ermöglicht/gestattet!

Selbst das Hauen eines primitiven Faustkeils wäre dem Urmenschen nicht möglich gewesen, wenn nicht das dazu geeignete "Material" bereits existiert hätte und seine Beschaffenheit ist ja bekanntlich auch nicht unser Werk!

Zitat
Lass den Geist doch weg, dann gehen wir d'accord. Der vermeintlich der Materie höhergestellte Geist kam später! Er ist auch nichts Höheres - da vertust du dich echt.

Ein netter, aber unbedachter Vorschlag! - Mit dem "höhergestellten Geist" kannst Du ja lediglich die geistige Entwicklung des irdischen Menschengeschlechts meinen. - Ich aber denke dabei auch an den "allumfassenden Geist", dessen konstruktive Prinzipien und Ordnungen sich in der Natur und im ganzen (uns noch unbekannten!) Kosmos widerspiegeln. Dagegen sieht unsere moderne Technik allerdings noch immer wie ein "Faustkeil" aus!

Zitat
Er ist auch nichts Höheres - da vertust du dich echt.

Schon die unterschiedlichen Fähigkeiten, Begabungen und Intelligenzstufen des Menschen weisen darauf hin, dass es sog. "Leiterstufen" gibt, die nicht jeder erklimmen kann, auch wenn er die gleiche Ausbildung wie sein "Kollegen". -
Alle Forschungsergebnisse sind lediglich ein "Aufdecken" von bereits Vorhandenem - und das ist ja bekanntlich nicht aus unserer "Produktion", sondern stammt von einer anderen "Firma". Wir wissen zwar heute etwas mehr darüber, wie diese Firma "arbeitet", aber deren "Leiter" ist uns völlig unbekannt.
Nimmt man nun an, dass dieser "Firmenleiter" über uns steht, vertut man sich keinesfalls, denn - wir haben uns ja nicht selbst erschaffen.

Nein - tut mir leid - aber Deine Denkwege sind mir zu kurz gesprungen und enden oft lediglich in telegrammartigen Negationen. Ist aber auch verständlich, denn warum solltest ausgerechnet Du in der Lage sein, Antworten auf das Weltenrätsel zu geben? Daran haben sich schon größere "Geister" ihre Zähne ausgebissen!

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

03.04.2017 12:46
#590 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Auch damit kann ich nichts anfangen. Dann doch schon eher mit Kants "Ding an sich" - und das ist eben etwas vollkommen anderes als ein Urgrund:

Lukrez,

... nun, manche können z.B. auch mit Jazz oder abstrakter Kunst nichts anfangen! - Alles eine Frage des Zeitaufwandes und vor allem der Lust, sich überhaupt solchen Themen vertieft zuzuwenden! (Bedeutet halt auch eine Menge Arbeit!)

Kants "Ding an sich" wendet sich der Ur-Idee (Ur-Form) eines Dinges zu. Wenn Du also z.B. "Mensch" sagst, so hast Du dabei lediglich eine Dir gegenüberstehende Form/Erscheinung eines Menschen im Sinn, nicht aber sein ursprüngliches "Bild", wie es im "kosmischen Konzept" festgelegt wurde.
Unter "Ding an sich" versteht E.Kant die Wirklichkeit, wie sie unabhängig von aller Erfahrungsmöglichkeit, für sich selbst besteht, die absolute Realität. Wir erkennen das Wirkliche nur in den Formen der Anschauung (Raum und Zeit) und des Denkens (Kategorien); diese Formen hat die Wirklichkeit nur in Beziehung auf das erfahrende Bewußtsein, nur als Gegenstand eines solchen, nicht an sich selbst.

Der von mir erwähnte "Ur-Grund" schlägt aber nochmal eine völlig andere Seite im kosmischen Buch auf.

>> ... und wenn du gar zu lesen drin verstündest,
Ein Buch, das du im Leben nicht ergründest. <<

Hugo von Hofmannsthal, 1874-1929
(Auszug aus seinem Gedicht: Was ist die Welt?)

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

03.04.2017 12:50
#591 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Etwas, was keiner weiteren Ursachenerklärung bedarf.

Gysi,

... es bedarf schon einer "Erklärung" - nur - wir Menschn sind vorläufig (?) noch nicht in der Lage dazu!

Zitat
Vielleicht. Warum denn nicht?

Aus dem NICHTS kann auch NICHTS entstehen! Siehe hierzu auf meine Zeilen in #585.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

03.04.2017 13:02
#592 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Im Vergleich dazu, sind die paar Jährchen die dir noch bleiben, wohl hoffentlich viel wichtiger?

Perquestavolta,

... meine mir noch verbleibenden Jahre sind mir nicht wichtiger als der Gedanke an das WOHER und WOHIN, weiß ich doch auch, dass schon vor mir viele bedeutende aber auch namenlose Menschen den Lebensfluss durchschwommen haben. - Wer nur im Jetzt lebt, gleicht einem Tier, dass auch hauptsächlich mit Nahrungsaufnahme, Paarungsaufgaben und Brutpflege beschäftigt ist.
Gerade Dir, der Du ja sehr vielseitig interessiert bist, müsste dies unschwer einleuchten.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.852

03.04.2017 15:48
#593 Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Lukrez
Dann doch schon eher mit Kants "Ding an sich" - und das ist eben etwas vollkommen anderes als ein Urgrund:

Ja eben. Etwas anderes, nämlich unbegründbar - und er braucht auch nicht begründet zu werden! Weil etwas Zeitloses nicht (auf der Zeitschiene) weiter begründet werden kann! Alle Dinge sind auch an sich. Nur dass wir sie nicht "an sich" fassen, sondern lediglich ihre Wirkung auf uns.

Aber das heißt doch nicht, dass alles "an sich" keiner Ursachenkette erliegt!

Und wenn das so wäre: Wir können ja eh nur so aufnehmen, wie wir können: Und aus unserer Sichtweise können wir bis zurück zu einem Ursprung die Dinge reflektieren.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.852

03.04.2017 19:32
#594 Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reklov
... es bedarf schon einer "Erklärung" - nur - wir Menschn sind vorläufig (?) noch nicht in der Lage dazu!

Nein, bedarf es nicht! Du willst es nur nicht wahrhaben! Aber der zeitlose Zustand bedarf nun mal keiner Ursachenerklärung! Er ist die Ewigkeit. Diese Ewigkeit bedarf eines Beweises. Aber die Zeitlosigkeit bedarf nicht der Erklärung, eine Ursache haben zu müssen!

In dir klebt der Gedanke, dass Gott doch der "Urgrund" sein müsse. Aber dass so ein "Urgrund" selber begründet werden müsste, das siehst du nicht!

Das alte Lied, die alten Positionen, die alte Uneinsichtigkeit... Ich verstehe sie nicht, ich begreife sie nicht! Ich verstehe DICH nicht!

Zitat
Aus dem NICHTS kann auch NICHTS entstehen!

Ach, ich glaube, dass wir die Zusammenhänge zwischen dem Alles, dem Etwas und dem Nichts noch nicht so begriffen haben. Du schummelst dir die Unmöglichkeiten auch nur so zurecht, wie es deinem Glauben passt. Das Prinzip der Ergebnisoffenheit in der Forschung (oder in der logischen Ableitung) ist dir nichts wert...

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Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

03.04.2017 20:13
#595 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Ich sehe das Universum als "Ding an sich" zeitlos und ohne Anfang und Ende.
Es enthält schon alle Vergangenheit und Zukunft in sich.
Es hat also keinen Urgrund, sondern ist "an sich" selbst immer vorhanden.
Seine Wirklichkeit, die für sich selbst besteht.
Nicht entstanden und auch nicht vergänglich.
Der Mensch aber kann allein Kausalitäten in der Zeit wahrnehmen oder auch denken.
All das ist aber nur ein winziger Anteil des wirklich Ganzen.

Das ewige Sein des Parmenides.
Parmenides wurde um -540 geb. und war wohl ein Schüler von Xenophanes.
Keine Bewegung: Die Sinne täuschten uns eine Welt des Werdens und der Bewegung vor. Es gebe aber in Wirklichkeit kein Werden und keine Bewegung, sondern nur unveränderliches, beharrendes Sein.

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(Lukrez)

Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

04.04.2017 08:09
#596 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reklov im Beitrag #592

Zitat
Im Vergleich dazu, sind die paar Jährchen die dir noch bleiben, wohl hoffentlich viel wichtiger?
Perquestavolta,

... meine mir noch verbleibenden Jahre sind mir nicht wichtiger als der Gedanke an das WOHER und WOHIN,- Wer nur im Jetzt lebt, gleicht einem Tier, dass auch hauptsächlich mit Nahrungsaufnahme, Paarungsaufgaben und Brutpflege beschäftigt ist.

Seit du mir gestanden hast, dass du noch nie verstehen konntest, warum jemand überhaupt alt werden will, der nicht an einen "Ur-Grund" glaubt, verstehe ich jetzt auch viel besser, was du mit solchen Andeutungen sagen willst.

Es ist nicht so, dass ich vorher nicht verstanden hätte, um was es Ur-Grund und Schöpfungsgläubigen überhaupt geht... Versteht sich ja von selbst, dass man sich von "seinem" UR-Grund erwarten darf, eine höhere "Rangordnung" zugeteilt zu bekommen.



Zitat von Reklov im Beitrag #592
[quote]
Gerade Dir, der Du ja sehr vielseitig interessiert bist, müsste dies unschwer einleuchten.

Ja klar, immerhin gehöre ich ja nicht zu den Tieren, die sich nur für Nahrungsaufnahme, Paarungsaufgaben und Brutpflege interessieren...

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.852

04.04.2017 08:38
#597 Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Lukrez
Es hat also keinen Urgrund, sondern ist "an sich" selbst immer vorhanden.

Wie würde Mr. Spock sagen? => "Faszinierend!" Ich kann es aber so nicht nachvollziehen. WENN es schon die Ewigkeit wäre, wäre es der "Urgrund". Und wir fabulieren den Zeitablauf nur hinzu, die Ursache-Wirkung-Verknüpfungen? Neenee, so ist das nicht.

Allerdings stimmt was mit unserer Wahrnehmung nicht: Das Vergangene ist nicht mehr existent und die Zukunft noch nicht. Die Gegenwart ist nur ein Punkt, de facto nicht existent. Das bedeutet, dass dunsere Wahrnehmung auf dem B9oden der Nichtexistenz beruht. Kann so ja auch nicht stimmen.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.852

04.04.2017 08:50
#598 Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Perquestavolta
Es ist nicht so, dass ich vorher nicht verstanden hätte, um was es Ur-Grund und Schöpfungsgläubigen überhaupt geht... Versteht si

Wir haben ein Definitionsproblem in der Diskussion: Wenn Reklov und ich von dem Urgrund reden, meinen wir einen nicht mehr hinterfragbaren Zustand (aus unserer Perspektive der Zeitschiene). Aber Reklov meint zwingend damit einen Gott, einen lebendigen, der dem Gläubigen zum Vorteil gereicht. Und ich meine damit den zeitlosen Zustand, der auch unser Universum hervorgebracht hat. Reklov versteckt seinen Gott hinter dem Urgrund-Begriff. "Urgrund" ist jedoch nicht = Gott! Urgrund ist Urgrund!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

04.04.2017 09:54
#599 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reklov im Beitrag #589

Zitat
Der "Gottesgedanke" ist weit mehr, als ledigliche eine auf die Metabühne gehobene "Produktionserfahrung"

Stimmt.. es geht dabei auch um einen Rangordnungskampf. Gottesgedankler sind nämlich überzeugt, dass sie in der Wertehierarchie bezüglich Gleichheit aller Menschen, weit höher stünden, als jene, die an keinen Ur-Grund glauben, welcher aus Nichts alles geschaffen hat.

Zitat von Reklov im Beitrag #589

Zitat

denn wir können z.B. keine "eigenen" lebendigen Wesen erschaffen.
Wir sind gerade dabei herauszufinden, wie das geht.

Ist noch nicht so lange her, da hat noch auch niemand geglaubt, was wir heute schon ganz nebenbei und in aller Selbstverständlichkeit "erschaffen"..


Zitat von Reklov im Beitrag #589
[quote]
Wir geben lediglich unsere Gene weiter und das auch nur, weil uns ein bereits vorhandenes, geniales biologisches "System" dies ermöglicht/gestattet!


Gerade hattest du noch behauptet, dass wer nur im Jetzt lebt, gleiche einem Tier, das nur an Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung und Brutpflege denkt...
und jetzt verhältst du dich selbst wieder wie eine allseit zufriedene "Kuh", die über nicht mehr, als ihr eigenes geniales biologisches System staunt.


Zitat von Reklov im Beitrag #589
[quote]Selbst das Hauen eines primitiven Faustkeils wäre dem Urmenschen nicht möglich gewesen, wenn nicht das dazu geeignete "Material" bereits existiert hätte und seine Beschaffenheit ist ja bekanntlich auch nicht unser Werk!
Ganz abgesehen davon, dass diese Material auch nicht einfach nur jemand für uns da hingelegt hat, der es aus "Nichts" erschuf, weis man heute auch ganz sicher, dass dieses "Material" nach und nach in Sternen durch Verschmelzung von Atomen entstanden ist und nicht von einem Schöpfer der ewig und immer im "Nichts" existiert, aus "Nichts" erschaffen wurde. (Eine Vorstellung, die bescheuerter gar nicht sein kann, aber dafür die einfachste und - "primitvste" - Erklärung überhaupt.)

Faustkeile, die unsere Vorfahren nicht einfach nur herstellten, um sich mittels Beschäftigungstherapie die Langeweile zu vertreiben, sondern um den Überlebenskampf gegen eine Wildnis voll Kälte, Hunger, Durst, Erschöpfung und allerhand überdimensionierter Fressfeinde zu bestehen,... bestehen in der Regel aus einem Material,

das man Silex nennt und in einem Jahrmillionen währenden Sedimentationsprozess entstanden ist.. und also > immer schon da war. http://www.chemie.de/lexikon/Feuerstein.html

[quote] Ich aber denke dabei auch an den "allumfassenden Geist", dessen konstruktive Prinzipien und Ordnungen sich in der Natur und im ganzen (uns noch unbekannten!) Kosmos widerspiegeln.

Der Fussionsprozess in einem Stern verläuft ziemlich chaotisch und unkontrolliert. In unserem Universum gibt es hunderte Milliarden Galaxien, mit jeweils hunderten Milliarden Sternen, die unter dem hohen Druck ihrer Masse Atomkerne verschmelzen. Je größer die Masse von Sternen, um so schneller brennen sie aus.. besonders massereiche Sterne explodieren als Supernovea https://www.bernd-leitenberger.de/leben-der-sterne1.shtml

Du denkst bei all dem an einen allumfassenden Geist..aber der ist gar nicht notwendig. Offensichtlich braucht es den gar nicht wenn Materie entsteht und wider zerfällt..


https://www.bernd-leitenberger.de/leben-der-sterne1.shtml
Dagegen sieht unsere moderne Technik allerdings noch immer wie ein "Faustkeil" aus!


Ist natürlich eine Frage der Beurteilung und der Einschätzung..und vor allem der Bewertung, nach welchen Kriterien.

Den Überlebenskampf hin zur Menschwerdung, in einem Naturparadies voller Gefahren, Tücken, Krankheitserregern, Dürren, mehrere Jahrtausende währenden Kälteperioden, ständigen Territorialkämpfen und einer sehr hohen Sterblichkeitsrate bei unvorsichtigen Entscheidungen, kann man natürlich als Plan eines allumfassenden Schöpfergeistes bewerten. Aber dafür muss man schon ein ausgesprochener Ignorant sein, der nur im Jetzt lebt....

Zitat von Reklov im Beitrag #589
[quote]
Schon die unterschiedlichen Fähigkeiten, Begabungen und Intelligenzstufen des Menschen weisen darauf hin, dass es sog. "Leiterstufen" gibt, die nicht jeder erklimmen kann, auch wenn er die gleiche Ausbildung wie sein "Kollegen".
Ja, zum doof sein muss man schon geboren werden. Nicht jeder ist damit schon von Geburt an ausreichend ausgestattet.


Zitat von Reklov im Beitrag #589
[quote]
Alle Forschungsergebnisse sind lediglich ein "Aufdecken" von bereits Vorhandenem.


Kann einem so vorkommen, wenn man schon mit ausreichend genug Doofheit auf die Welt gekommen ist. Ansonsten würde es einem sicher schon aufgefallen sein, dass die gute und sicher Welt in der wir heute leben, ohne die ganzen Risiken und Mühseeligkeiten denen unsere Vorfahren noch ausgesetzt waren, nicht schon immer so gewesen sein kann...

Reklov Offline




Beiträge: 5.736

04.04.2017 12:40
#600 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Aber dass so ein "Urgrund" selber begründet werden müsste, das siehst du nicht!

Das alte Lied, die alten Positionen, die alte Uneinsichtigkeit... Ich verstehe sie nicht, ich begreife sie nicht! Ich verstehe DICH nicht!

Gysi,

Deine alte Uneinsichtigkeit besteht darin, dass Dir folgendes nicht zugänglich zu sein scheint:
Ein Ur-Grund (mag dies nun einer mit der so oft missverstandenen Wortformel "Gott" belegen wollen oder nicht!?) hat keine Ur-Sache mehr hinter sich, ist aber selbst der Grund für alle Entwicklungen (Evolution). Eine so lange rückwärts gedachte Ursachen-Kette von Abhängigkeiten findet also im Ur-Grund ihr Ende.
Wenn Dir solche einfachen Denkstufen nicht "schmecken", ist das aber auch kein Beinbruch. Jeder so, wie er eben mag und kann.

Gruß von Reklov

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