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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 2.295 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Reklov Offline




Beiträge: 5.029

15.10.2015 15:50
#76 RE: Gott hat nichts Thread geschlossen

Zitat
Gibt auch Gläubige, die glauben, dass der Schöpfer eine besondere Verbindung zu all
seinen Lebewesen hat. :)

@Siegesritter,

... neulich sprach ich mit jemandem, der vertrat die Ansicht, dass es außer "Gott" rein gar nichts gibt! Das "duale Denken": hier Gott - da seine Schöpfung - ist damit ausgeschaltet.
Um aber dennoch etwas zu erleben, musste sich "Gott" in viele "Formen und Gefäße" (Atome?) zerteilen, die nun über unzählige Reibungspunkte aufeinander treffen und das "große Spiel" am Laufen halten.
Damit das "Spiel des Lebens" aber interessant bleibt, dürfen die "Formen und Gefäße" nichts über sich selbst wissen! Der Ausgang des Spiels darf nicht bekannt sein, sonst wäre dem Ganzen von vorneherein die Spannung genommen!

Gruß von Reklov

Siegesritter Offline



Beiträge: 5

15.10.2015 16:00
#77 RE: Gott hat nichts Thread geschlossen

nette Idee! :)

Ich denke, wir sehen das hier alle aus der Unterhaltungsbrille.
Vielen Menschen geht es da anders...die sehen nur das Überleben und das Erleben.

Ob sich ein Gott - so nen Scherz leistet - dass er all das so schafft, damit es für ihr
erfahrbar wird, das ist echt mal ne lustige Idee.


Ich selber denke eher, wenn es Gott gibt, dann ist er bereits in allem Verwirklicht
und wir tragen diesen Gott in jedem mikroatom bereits in uns...ohne es zu wissen. Wenn wir
es wüssten, wäre nichts anders, als es heute ist, nur dass wir es wüssten. :)

Reklov Offline




Beiträge: 5.029

15.10.2015 16:05
#78 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Hätte Gott ein Bewußtsein - wäre sich also seiner Handlungen bewußt, hätte er auch zwangsläufig so etwas wie ein Gewissen.
Ein solches würde ihn wenigstens ab und an mal dazu bringen, seine Schöpfung selbstkritisch zu betrachten/-urteilen und den einen oder anderen Fehler zu korrigieren. Als Allmächtiger dürfte eine kleine Korrektur doch nur ein paar Minuten seiner Aufmerksamkeit beanspruchen.
Ich weiß, ich weiß! Gott will uns prüfen. Schon OK.

@Radiogucker,

... die Korrekturen laufen schon lange: Wir nennen diesen Vorgang Evolution. Mit ein paar Minuten Aufmerksamkeit ist solch ein universales, gigantisches "Programm" nicht einfach umzuschreiben. Ein Gewissen braucht "Gott" nicht, denn ER/SIE/ES müsste an sich alles wissen und dementsprechend richtig agieren.
Ein Gewissen haben wir Menschen geschenkt bekommen. Hat aber nicht viel genützt, denn die "Machtmenschen im Hintergrund" waren und sind nun mal stets gewissenlos!
Es geht aber im Leben nicht so sehr um Prüfung, sondern mehr um Bewusstseinserhöhung. Diese wird aber, weil es notwendig scheint, oft von Leid begleitet und auch nur mit ihm erreicht! (Meine ich.)

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.029

15.10.2015 16:16
#79 RE: Gott hat nichts Thread geschlossen

Zitat
Ich selber denke eher, wenn es Gott gibt, dann ist er bereits in allem Verwirklicht
und wir tragen diesen Gott in jedem mikroatom bereits in uns...ohne es zu wissen. Wenn wir
es wüssten, wäre nichts anders, als es heute ist, nur dass wir es wüssten. :)

@Siegesritter,

... wüssten wir ALLES, verhielten wir uns auch vollkommen anders! - Krieg, Not, Elend und andere Sünden wären uns gar nicht möglich, da wir das Ganze im Blickwinkel hätten.
Auch dem Tod begegneten wir dann auf ganz andere Art und Weise, als dies hier auf Erden zu beobachten ist.
Das höchst unvollkommene Wissen ist es also, was den Menschen umtreibt, jagt und verändert - hin zum Guten oder zum Bösen!

Gruß von Reklov

Siegesritter Offline



Beiträge: 5

15.10.2015 16:20
#80 RE: Gott hat nichts Thread geschlossen

@Reklov:

für den Christen oder den Menschen im häufigeren
mag es oft um gut und böse und auch um richtig und falsch gehen.

Was wäre, wir würden annehmen. All diese Begriffe sind falsch und es ist alles ein und das Selbe?

Was wäre, wir würden daran glauben, dass es keine Trennung, keine Unkenntnis gibt?


Wir glauben, dass wir jederzeit vor die Wahl gestellt werden.
Das ist ein Glaube. Ich denke, dass dem eigentlich nicht so ist. Ich denke, es ist bereits
alles eins und gleich, nur das Bewusstsein darüber ist nicht da.

Reklov Offline




Beiträge: 5.029

15.10.2015 16:26
#81 RE: Gott hat nichts Thread geschlossen

Zitat
Ob sich ein Gott - so nen Scherz leistet - dass er all das so schafft, damit es für ihr
erfahrbar wird, das ist echt mal ne lustige Idee.

@Siegesritter,

...es ist schon weit mehr, als nur eine lustige Idee, denn wäre z.B. "Gott" nur im "Sein" und der Mensch im "Dasein", so wären sie nicht nur getrennt, sondern "Gott" würde auch jegliche Erfahrung fehlen, wie es sich denn in einem Menschenkörper so leben lässt. Diese Erfahrung hätte ihm dann also der Mensch voraus!
Aus diesem Grund ist ja z.B. die Galionsfigur des Christentums - Jesus - als Gottessohn zur Welt gekommen und erlebte Freude und größtes Leid! Man sollte aber anfügen, dass auch schon andere Religionen der Antike die Vorstellungen von "Halbgöttern" und "Göttern" pflegten, welche sich unter die Menschen mischten.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.029

15.10.2015 16:33
#82 RE: Gott hat nichts Thread geschlossen

Zitat
Ich denke, dass dem eigentlich nicht so ist. Ich denke, es ist bereits
alles eins und gleich, nur das Bewusstsein darüber ist nicht da.

@Siegesritter,

... im Universum mag schon alles vorhanden sein. Deswegen sprechen wir ja auch von einer "Entdeckung", wenn etwas Neues gefunden wird.
Wir "decken" also lediglich das bereits lange Vorhandene auf!
Damit erweitern wir dann hoffentlich auch unser Bewusstsein. Dieses gilt es sorgsam zu pflegen und es z.B. nicht durch eine Konsumindustrie oder politische Einpeitscher einlullen zu lassen.

Gruß von Reklov

Siegesritter Offline



Beiträge: 5

15.10.2015 16:35
#83 RE: Gott hat nichts Thread geschlossen

@ Reklov

ich verstehe was du meinst, ok

Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

16.10.2015 11:17
#84 RE: Gott hat nichts Thread geschlossen

Reklov geht davon aus, dass im Universum schon "alles" vorhanden ist.

Wenn das so zutrifft, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass "alles" in einem lückenlosen Determinismus eingebettet ist, dem nichts entrinnen kann.
Die "Unendlichkeit" muss in diesem Zusammenhang nicht unbedingt als Paradoxon aufgefasst werden. Im Augenblick kann ich mir dies jedoch noch nicht räumlich und zeitlich sinnvoll vorstellen.

Die Mathematik eröffnet Perspektiven zu hypothetischen "höheren" Dimensionen, die gegenwärtig für ein "Normalhirn" noch nicht anschaulich begreifbar sind.

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.922

16.10.2015 15:23
#85 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reklov im Beitrag #78
... die Korrekturen laufen schon lange: Wir nennen diesen Vorgang Evolution. Mit ein paar Minuten Aufmerksamkeit ist solch ein universales, gigantisches "Programm" nicht einfach umzuschreiben. Ein Gewissen braucht "Gott" nicht, denn ER/SIE/ES müsste an sich alles wissen und dementsprechend richtig agieren.


Korrekt Reklov. Jemand der alles weiß, macht keine Fehler. Dementsprechend die Evolution als korrigierendes Element dieses "allwissenden Dings" anzusehen, birgt schon ein gehöriges Maß an Unlogik.

Reklov Offline




Beiträge: 5.029

17.10.2015 13:08
#86 ! Thread geschlossen

Zitat
Dementsprechend die Evolution als korrigierendes Element dieses "allwissenden Dings" anzusehen, birgt schon ein gehöriges Maß an Unlogik.

@Blackysmart,

... keinesfalls, denn:
1.) dürfen/sollten wir unsere beschränkte, weil eben menschliche Logik, hierbei nicht als letzte Instanz verwenden
2.) zeigt uns die Evolution ja keine "Fehler", sondern stellt uns "perfekte" Modelle vor, welche in ihrer Zeit genau richtig am Platz waren.

Eine Weiterentwicklung zu anderen "Modellen", heißt ja nicht, dass z.B. ein Dino oder ein Flugsuarier nicht "perfekt" gewesen waren! Sie mussten sich aber in Form und Funktion den sich verändernden Umweltbedingungen anpassen. Das "Programm" des Universums ist also mehr als genial, auch so von keinem Menschen nachzuschreiben!
Landleguane auf den Galapagos-Inseln oder afrikanische Riesenkrokodile zeigen uns deutlich, wie sich Dinosaurier-Formen aus Ur-Zeiten ihr Dasein durch Anpassung bis heute sichern konnten, auch wenn andere Tierarten dies nicht geschafft haben.

Zur Logik des Menschen:

Diese unterteilt sich in Formale Logik,
welche sich wiederum in Logistik und Methodologie verzweigt.

Weiterhin verzweigt sich die menschliche Logik in
Transzendentale Logik,
Psychologie des Denkens,
Ontologie und Metaphysik, aus der sich wiederum
die Zweige Logosmetaphysik und Logosmystik gebildet haben.

Was aber das "allwissende Dings" (wie Du es nennst) noch an Logik-Zweigen in sich birgt, bleibt uns verschlossen.
Also besser, man bestaunt das "großartige kosmische Programm" und hält sich mit menschlicher Kritik bescheiden zurück. (Meine ich.)

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.029

17.10.2015 13:14
#87 RE: Gott hat nichts Thread geschlossen

Zitat
Die "Unendlichkeit" muss in diesem Zusammenhang nicht unbedingt als Paradoxon aufgefasst werden. Im Augenblick kann ich mir dies jedoch noch nicht räumlich und zeitlich sinnvoll vorstellen.

@Direktkontakt,

... wir alle sind in vieler Hinsicht "beschränkte Wesen" und können an sich nur das "begreifen", was wir auch "ergreifen " - !

Auch das, was wir so allgemein für "sinnvoll" erachten, erweist sich in vielen Fällen als ungenügend, oft sogar als tödlich!

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.029

18.10.2015 00:37
#88 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Der Mensch (besonders der Anhänger von Religionen) liebt halt undurchschaubares Geschwafel über alles.

@Lukrez,

... vollständigkeitshalber hättest Du auch schreiben können:
>> Der Mensch (besonders der Anhänger von Religionen, aber auch der wissenschaftsgläubige Atheist) liebt halt undurchschaubares Geschwafel über alles. <<

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.314

18.10.2015 20:57
#89 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reklov im Beitrag #88

Zitat
Der Mensch (besonders der Anhänger von Religionen) liebt halt undurchschaubares Geschwafel über alles.
@Lukrez,

... vollständigkeitshalber hättest Du auch schreiben können:
>> Der Mensch (besonders der Anhänger von Religionen, aber auch der wissenschaftsgläubige Atheist) liebt halt undurchschaubares Geschwafel über alles. <<




Das zu schreiben, war auch bestimmt nicht nötig, Reklov.

Du hast mich mal gefragt, was Energie ist, Reklov, und ich hab dir das ziemlich genau erklärt. Das heißt also, dass das was für den einen ein undurchschaubares Geschwafel ist, nicht für alle gelten muss. Aber genau das möchtest du, Reklov.

Wenn du es für dich gelten lassen willst, an eine allem Sein zu Grunde liegende Ursache zu glauben, dann ist das für jeden Atheisten OK. Vielleicht mit einem Augenzwinkern, aber wenn du den Atheisten unterstellen willst, auch nur an ein undurchschaubares wissenschaftliches Geschwafel zu glauben, weil du selber, auf dieser Ebene des Verstehens und Begreifens nicht unbedingt der "Hellste" bist, dann forderst du es selbst heraus, dass die Atheisten den Spieß umdrehen.

Wir leben heute ja schließlich in einer offenen demokratischen Gesellschaft, in der das rechtliche Verständnis von Religionsfreiheit nichts mit einem uneingeschränkten Ober-, Vor- und Bevorzugungsrecht religiöser Weltanschauungen zu tun hat, wie das leider immer wieder besonders verblendete "Religioten" für sich auslegen wollen, sondern umgekehrt, soll diese Religionsfreiheit zuerst mal die Menschenwürde derer schützen, die da einfach nicht mitglauben können, oder auch einfach nicht wollen.

Immerhin werden auch Atheisten schon seid Jahrtausenden als "minderwertige" Materialisten, Häretiker, Heiden und Halbmenschen diskriminiert und sind über diese Zeiträume hinwege nicht selten auch gerade von scheinheiligen und oberfanatischen Christenmenschen verfolgt, gequält und getötet worden..
Von daher sollte es auch keinen Gläubigen wundern, dass nun auch die Atheisten gegenüber den "Unverbesserlichen" immer "militanter" und rücksichtsloser werden...

Ich meine damit Reklov, dass wenn einer Gott säht, der sich nicht dafür verantworten will, welcher gestörte Volldepp ihn dann als Glaube erntet, dem stellen sich die Atheisten mit Recht entgegen..

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.






Blackysmart Offline




Beiträge: 1.922

19.10.2015 06:52
#90 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reklov im Beitrag #88

... vollständigkeitshalber hättest Du auch schreiben können:
>> Der Mensch (besonders der Anhänger von Religionen, aber auch der wissenschaftsgläubige Atheist) liebt halt undurchschaubares Geschwafel über alles. <<


Heißt das, Du stellst religiöse Schriften und wissenschaftliche Abhandlungen auf die gleiche Stufe was Erkenntnis und Wahrheitsgehalt betrifft?

Reklov Offline




Beiträge: 5.029

19.10.2015 14:02
#91 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Heißt das, Du stellst religiöse Schriften und wissenschaftliche Abhandlungen auf die gleiche Stufe was Erkenntnis und Wahrheitsgehalt betrifft?

@Blackysmart,
siehe hierzu auch auf meine Angaben zur Verzweigung der menschlichen Logik (#86).-

>> Wissenschaftliche Erkenntnis richtet ihr Urteil und die damit verbundene Wahrheit auf das rein Gegenständliche! In solcher Mitteilungssphäre kann Wahrheit zur bloßen Richtigkeit, endlos unwesentlich, leer werden, obwohl das Erfassen der in ihr liegenden zwingenden Richtigkeit unerläßlich ist! -
Kommen wir aber zum parallel laufenden, transzendenten Denken und Urteilen, so wird nicht nur das erkennbare Dasein, sondern auch das reine Sein, Geist und Existenz mit einbezogen!
Wissenschaft ist als Erkenntnis verschwunden, wenn sie in Resultaten erstarrt. Wo Ergebnisse nur noch gelernt werden, Wissen nur als Gedächtnisschatz besteht, da gibt es keine Erkenntnis mehr. Wo unsere Schulen nur einen Besitz festhalten, verflüchtigt sich alsbald der Sinn dieses Besitzes. Die Objektivität der Wissenschaften, die Bücher, Apparate, Sammlungen, Institute sind noch nicht Erkenntnis und auch nicht das Ziel der Erkenntnis.
Sowohl im religiösen, wie auch im wissenschaftlichen Denken ist es daher unumgänglich, an der Erkenntnisbewegung fest zu halten, da sonst beide "Mechanismen" nur noch klappern und nur eine leere Zeit ideenloser Abläufe übrig bleibt.
Hier haben sich, zugegeben, die Wissenschaften als beweglicher erwiesen, während z.B. die "3 großen Religionen mit dem Buch" glauben, sie hätten mit ihren teilweise richtigen Erkenntnissen schon das "Ganze" in ihren Händen.

Die Wirklichkeit des ganzen Menschen gliedert sich in mannigfacher Weise auf. Die Praxis des Menschen hat viele Gestalten. Der Mensch erkennt durch Verwirklichen in der Welt, durch inneres Handeln, durch den Entschluss seiner Existenz, aber auch durch Beschwörung der Transzendenz. In jeder Weise dieses Tuns ist Praxis die Wirklichkeit und die Wirkung des Denkens.
Die Frage ist in jedem Falle nur: welche Praxis? Denn eine Praxis überhaupt gibt es nicht!

Ich meine, dass Religionen und Wissenschaften nicht miteinander ringen, sondern sich besser gegenseitig befruchten sollten. Wenn aber beide sich dem Kampf der Worte verweigern, verweigern sie sich auch der Helligkeit und der Offenbarkeit.
Eine wie immer auch dogmatisch geartete Gesinnung schafft nur künstliche Verborgenheit! Scham und Scheu helfen ihr, durch Bewahren im Mythus eine Wirklichkeit zu verschleiern, um ein Unwirkliches Autorität werden zu lassen. Es darf nicht gewusst werden, damit geglaubt werden kann. Es darf nicht diktiert werden, damit nicht gezweifelt wird. << (Karl Jaspers)

(Das Thema ist aber weitaus komplexer, als es mein heutiger Tagesplan auszuführen erlaubt. Sorry!)

Gruß von Reklov

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

19.10.2015 14:31
#92 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Das derzeitige wissenschaftliche Paradigma betrachtet das Bewusstsein als Produkt
einer geheimnisvollen physikalischen Evolution.
Plotin würde sagen, dass diese Ansicht das Gegenteil dessen ist, was in Wirklichkeit geschieht.
Nicht physikalische Energie, sondern Bewusstsein ist die ursprüngliche Realität.
Innerhalb des Einen, allerdings nicht im räumlichen Sinne, entfalten sich verschiedene Seinsebenen.
Auf der am meisten begrenzten Ebene erscheinen die wirbelnden Wolken der galaktischen Energie, die wir Universum nennen,
in ihm entwickeln sich biologische Strukturen, um das EINE, bzw Bewußtsein auszudrücken.

Dabei enthält das Eine Galaxien so, wie unser menschliches Bewusstsein Gedanken.

Nun weiß ich nicht was wahr ist, aber soviel sollte klar sein, ohne Bewusstsein wäre alles einfach Nichts,
denn zu Existieren heißt wahr genommen zu werden, und das wahr Nehmende ist unser Bewusstsein.

Das EINE, so Plotin, ist selbst nicht durch Substanz oder Existenz charakterisiert, drückt aber grenzenlose Kraft aus im metaphysischen Sinne
als Fruchtbarkeit immer weiter sich ausdehnenden Implikationen und Horizonte.

Plotin spricht vom EINEN immer im übertragenen Sinne, denn dem EINEN kann kein Attribut zugeordnet werden, da es alle Attribute ist.

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.922

19.10.2015 18:17
#93 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reisender im Beitrag #92
Nun weiß ich nicht was wahr ist, aber soviel sollte klar sein, ohne Bewusstsein wäre alles einfach Nichts,
denn zu Existieren heißt wahr genommen zu werden, und das wahr Nehmende ist unser Bewusstsein.


Ich behaupte, dass es im Universum fast unendlich viele Dinge gibt, die nicht wahrgenommen werden. Eine Galaxie, die wir noch nicht entdeckt haben eistiert nicht erst ab dem Zeitpunkt unserer Entdeckung. Unsere Erde hat sich Milliarden Jahre ohne "Wahrnehmung" entwickelt.

Ohne unser Bewusstsein ist ediglich unser Ich nichts. Unsere Materie interessiert das jedoch überhaupt nicht. Sie existiert einfach weiter und organisert sich neu.

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

19.10.2015 22:04
#94 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Ich behaupte, dass es im Universum fast unendlich viele Dinge gibt, die nicht wahrgenommen werden. Eine Galaxie, die wir noch nicht entdeckt haben eistiert nicht erst ab dem Zeitpunkt unserer Entdeckung.


Was ich aber für einen Denkfehler halte.
Natürlich existiert auch ohne unsere Wahrnehmung etwas.
Die neu erkannte Galaxie existiert allerdings wirklich nur durch unsere Wahrnehmung.
Die Galaxie ist somit lediglich eine Interpretation unseres Gehirns!

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.379

20.10.2015 09:28
#95 Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Lukrez
Natürlich existiert auch ohne unsere Wahrnehmung etwas.

Aha! Das lese ich von euch Subjektivisten das erste Mal! Das ist aber das hüpfende Komma, das euch erst verständlich macht. Das Objektive ist also durchaus da, das von uns über unsere Sinne wahrgenommen und geordnet wird. Nichts anderes erzählen wir Objektivisten aber auch. Die Frage ist nur: Wieviel ist objektiv, wieviel subjektiv?

Erinnert mich ein bisschen an die Jesus-Diskussion. Die einen sagen, dieser Jesus habe gar nicht existiert, alles fabuliert. Die anderen sagen, dass viel fabuliert ist, aber der historische Kern war existent! Auch hier geht's um die Menge.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

20.10.2015 14:10
#96 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

All unsere Wahrnehmungen sind zeitl.-kult. konditioniert.
Wir lernen, wie wir etwas wahr zu nehmen haben, wie lernen die Begriffe für unsere Wahrnehmung
und ihre Beziehung zueinander. Alle Attribute, die wir den Dingen unserer Wahrnehmung beilegen, sind subjektiv.
Und so ist eine rote Rose objektiv überhaupt nicht rot, sie reflektiert nur eine bestimmte Frequenz einer unsichtbaren
Wellenfunktion die wir als Elektromagnetismus bezeichnen. Auch duftet die Rose ohne wahrnehmende Nase nicht.
Doch das Licht selbst, dass uns optische Wahrnehmung ermöglicht, ist selbst ein Produkt der Wahrnehmung.
Was bleibt wohl von der Welt, wenn wir das wahrnehmende Bewusstsein von ihr abziehen?
Wir wissen es nicht wirklich, denn wir sind Bewusstsein und können uns eine Existenz ohne nicht vorstellen,
da jede Vorstellung ja wieder Bewusstsein bedingt.
Existenz (das Heraustreten) und Bewusstsein sind untrennbar miteinander verknüpft.

Besonders schwierig wird die Sache aber erst, wenn wir Aussagen der QM in das Problem einbeziehen,
das es Materie objektiv überhaupt nicht gibt.

Erwin Schrödinger,
Geist und Materie, Zürich 1989:
"All dies wurde gesagt von dem Standpunkt aus, daß wir die altehrwürdige Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt akzeptieren.
Zwar müssen wir das im täglichen Leben 'aus praktischen Gründen' tun, aber mir scheint, wir sollten sie im philosophischen Denken aufgeben. Es sind die gleichen Gegebenheiten, aus denen die Welt und mein Geist gebildet sind.
Die Welt gibt es für mich nur einmal, nicht eine existierende 'und' eine wahrgenommene Welt.
Subjekt und Objekt sind nur eines.
Man kann nicht sagen, die Schranke zwischen
ihnen sei unter dem Ansturm neuester
physikalischer Erfahrungen ausgefallen; denn
diese Schranke gibt es überhaupt nicht."

Hans-Peter Dürr – war 1978-1997 Direktor am Max-Planck-Institut für Physik:
Im Grunde gibt es Materie gar nicht.
Jedenfalls nicht im geläufigen Sinne. Es gibt nur
ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel,
Lebendigkeit.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.379

20.10.2015 14:31
#97 Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reisender
Was bleibt wohl von der Welt, wenn wir das wahrnehmende Bewusstsein von ihr abziehen?

Allemal die objektive Welt! Ohne Objekt gibt es keine subjektive Reflexion.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

20.10.2015 14:34
#98 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Gysi im Beitrag #97

Zitat von Reisender
Was bleibt wohl von der Welt, wenn wir das wahrnehmende Bewusstsein von ihr abziehen?
Allemal die objektive Welt! Ohne Objekt gibt es keine subjektive Reflexion.



Gut, beschreibe mir die objektive Welt unter Abzug des Bewusstseins.

Reklov Offline




Beiträge: 5.029

20.10.2015 15:18
#99 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat
Was ich aber für einen Denkfehler halte.
Natürlich existiert auch ohne unsere Wahrnehmung etwas.
Die neu erkannte Galaxie existiert allerdings wirklich nur durch unsere Wahrnehmung.
Die Galaxie ist somit lediglich eine Interpretation unseres Gehirns!

@Lukrez,

... durch unsere Wahrnehmung rückt die neu erkannte Galaxie zwar nun in unser Bewusstsein, ihre Existenz war und ist aber davon nicht abhängig. Sie existiert "wirklich" auch ohne unsere Wahrnehmung! - Dass wir die Galaxie durch unser Gehirn interpretieren, ist richtig, berührt aber deren Existenz in keiner Weise.
Der innerste Erdkern, zu dem noch keiner vorgedrungen ist, existiert ja auch - ganz unabhängig von unserer Wahrnehmung oder Interpretation.
(Zugegeben - ich weiß nicht so recht, was Du eigentlich ausdrücken möchtest?)

Gruß von Reklov

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

20.10.2015 15:33
#100 RE: Hat "Gott" ein Bewusstsein? Thread geschlossen

Zitat von Reklov im Beitrag #99

Zitat
Was ich aber für einen Denkfehler halte.
Natürlich existiert auch ohne unsere Wahrnehmung etwas.
Die neu erkannte Galaxie existiert allerdings wirklich nur durch unsere Wahrnehmung.
Die Galaxie ist somit lediglich eine Interpretation unseres Gehirns!
@Lukrez,

... durch unsere Wahrnehmung rückt die neu erkannte Galaxie zwar nun in unser Bewusstsein, ihre Existenz war und ist aber davon nicht abhängig. Sie existiert "wirklich" auch ohne unsere Wahrnehmung! - Dass wir die Galaxie durch unser Gehirn interpretieren, ist richtig, berührt aber deren Existenz in keiner Weise.
Der innerste Erdkern, zu dem noch keiner vorgedrungen ist, existiert ja auch - ganz unabhängig von unserer Wahrnehmung oder Interpretation.
(Zugegeben - ich weiß nicht so recht, was Du eigentlich ausdrücken möchtest?)

Gruß von Reklov



Erst durch die Wahrnehmung entsteht Existenz, den Existenz heißt HERAUSTRETEN, heraustreten aus der Insistenz.
Alle Existenz besteht aus Wahrnehmung. Es existiert nur, was wir durch Wahrnehmung zur Existenz machen.
Über Insistenz ist keine Aussage möglich, nur was vom Licht unseres wahrnehmenden Bewusstseins beleuchtet wird existiert.

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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