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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 907 mal aufgerufen
 Polytheistische Urreligionen
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.984

30.05.2015 14:23
Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Da hat Welfen uns was zum Nachdenken gegeben, als er sich über die Vermischung der Esoterik mit den Urreligionen (vor den heutigen Weltreligionen Christentum und Islam) "beschwerte". Deswegen gibt es jetzt auch das Unterforum "Die polytheistischen Urreligionen" hier im RF. Aber was zum Teufel ist die Esoterik - und woher kommt sie? Ost-West-Symbiose?

Und was machte das Christentum derart attraktiv, dass es den Siegeszug in der Geschichte antrat und bis heute so mächtig ist?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

31.05.2015 14:33
#2 RE: Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #1

Und was machte das Christentum derart attrektiv, dass es den Siegeszug in der Geschichte antrat und bis heute so mächtig ist?
Ich würde das mit dem Christentum gar nicht so explizit herausstellen, denn altes Testament und Thora sind gleich. Genauso wie das Christentum auf das Judentum aufbaut, so ist auch der Islam (als jüngste dieser Zersplitterung) ein und der gleiche Brei mit den gleichen Wurzeln.
Vorteil ist doch klar: Tolle Jenseitsversprechungen, vereinfachte Götteranzahl, zeitl. gesehen ab Christentum war Zugang zum Glauben extrem einfach und auch für Menschen anderer Herkunft möglich.
Bei allen voran gegangenen Religionen war die Stammeszugehörigkeit ein unverzichtbarer Bestandteil in der religiösen Gruppe aufgenommen zu werden.

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Taqiyya bitte nicht mit Tequila verwechseln, kommt auch nicht aus Mexiko!

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

31.05.2015 19:24
#3 RE: Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #1
Und was machte das Christentum derart attraktiv, dass es den Siegeszug in der Geschichte antrat und bis heute so mächtig ist?
Ist das Christentum langfristig mächtig? Welche Rolle spielt dabei unser speziell nordisches Verständnis zum Christentum?
@Gysi ich beschäftige mich grade mit diesem Artikel: https://ahnenreihe.wordpress.com/2014/06...-rote-riese-23/ das ist eine Erklärungsvariant, ...

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.984

01.06.2015 10:00
#4 Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Zitat von Worldpress Ahnenreihe
Jede ethnische Gruppe benötigt ihren eigenen Mythos, der mit der Genese des jeweiligen Volkes beginnt und dessen Überleben bis zum Ende aller Tage garantiert. Ohne ein solches mythologisches Narrativ wird die Auflösung der ethnischen Gruppe mit der Zeit selbsterfüllend: Es gibt nichts, das sie zusammenhalten könnte.

Doch! Die Abgabe der Verantwortung von Gott an die Menschen, an das Volk! Religionen sind Rechtfertigungen autoritärer Strukturen zur Unterdrückung des Volkes, der Völker! Wissen und Demokratie sind besser.

Diese Urreligionen schützen Stammesidentitäten. Und mit der Zwangsüberstülpung des Christentums haben die Stämme sie verloren? Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Nationen gebildet. Sind die ein Nachteil gegenüber den Stammesstrukturen? Ich würde sagen: eher ein Vorteil! Und noch vorteiliger wird die Abschaffung aller Nationen sein! Wir brauchen keine Stammes- und Nationalidentitäten, wir brauchen MENSCHLICHE Identitäten! Wir brauchen keine Feinde und keine Kriege! Wir brauchen keine Rückkehr zu alten religiösen Identitäten. Wir brauchen ein besseres Geschichtsbewusstsein in Sachen Religion, das schon.

Die monotheistischen Religionen (aber auch die meisten polytheistischen Urreligionen davor) sind mystifiziertes Freund-Feind-Denken. Das müssen wir überwinden!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

01.06.2015 11:26
#5 RE: Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Die Zwangsüberstülpung des Christentums über das alte Europa hat ja nicht wirklich Frieden gebracht. Es mag vordergründig ein (Christl.) Wertesystems geben, aber die Mentalität der nordischen und südlichen Völker Europas haben sich doch nicht geändert. (siehe EU-Kriese)

Unabhängig ob sich unsere Wertevorstellung maßgeblich aus dem Christentum ergibt oder nicht, ich bin der Meinung, dass das Zusammenleben mit Menschen gleicher "Taktung" einfacher ist, als wenn man zum Beispiel mit einem Südländer in einem Haus leben würde.
Ich will ja nicht sagen, das z.B. die Griechen fauler oder schlechter sind, nein überhaupt nicht, das Problem kommt erst, wenn sich die Griechen in einer Disziplin messen lassen müssen, die wir vorgeben. (z.B. korrekte Buchführung)

Ist jetzt etwas primitiv von mir dargestellt, aber jede Gemeinschaft sollt in dem Wertesystems leben, in dem es selbst (von Natur aus) gut ist.
So merkwürdig ich die fernöstliche Kultur finde, aber 100% ist das für die gut. (Für mich aber nicht)
Und nun die Schlüsselfragen: Ist die Christianisierung Nordeuropas gut für uns gewesen? Ein Wertesystems, das aus dem Nahenosten stammt? Ich gehe da innerlich immer mehr auf Abstand, obwohl mir natürlich auch klar ist, das man die nordischen Naturreligionen nicht in die Neuzeit bringen könnte. Oder doch? Man weis nach nicht, wie sich neuzeitliche Wissenschaft in die Welt der Naturgötter einfließen ließen. Ist vielleicht auch müßig darüber nachzudenken, was gewesen währe, wenn Paulus nie nach Rom gekommen wäre.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.984

01.06.2015 13:02
#6 Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Zitat von Welfen
Ist jetzt etwas primitiv von mir dargestellt, aber jede Gemeinschaft sollt in dem Wertesystems leben, in dem es selbst (von Natur aus) gut ist.

Von Natur aus sind die Menschen alle gleich, alle! Die Unterschiede machen die verschiedenen Lebenserfahrungen in den verschiedenen Kulturen.

Zitat
So merkwürdig ich die fernöstliche Kultur finde, aber 100% ist das für die gut.

Unterdrückung ist zu 100 % für keinen gut. Aber ebenso lässt sich zu 100 % keine bessere Lebensweise von außen aufstülpen! Die Bäume wachsen immer noch von unten nach oben.

Wir brauchen keinen Gott und keine Götterwelt, nach dem sich die ihm unterworfenen Menschen richten, wir brauchen ein Wertesystem, das sich nach den Bedürfnissen der Menschen richtet!

Die Entfremdung, die wir durch religiöse Okkupation erlitten haben, werden wir nicht durch eine Rückführung in das vor anderthalbtausend Jahren verschütt gegangene Normannentum heilen. Die Religion damals war auch nichts anderes als eine Okkupation menschlichen Entfaltungsbegehrens. Wir brauchen alle ein Gruppengefühl. Aber auch unsere Stammesreligionen damals waren nichts als aus Ahnungslosigkeit geschaffene Märchen, die zur Durchsetzung das Adelsinteressen und der Interessen der Häuptlinge dienten! Religion war auch damals das Werkzeug einer Entfremdung!

Aufklärung der Religionsgeschichte ist gut! Und ich finde es gut, dass du dich so sehr darum kümmerst. Aber der Weg der Menschheit kann nicht zurückgehen. Er sollte zumindest nicht zurückgehen. Er geht nach vorn!

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.984

01.06.2015 17:20
#7 Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Ethnische Verfremdung:

Du sagst, die Urreligionen hätten vor Fremdenvermischung geschützt.
Hat das Christentum die Fremdenvermischung forciert, die Einwanderung? Ich glaube eher, die kapitstistischen Produktionsbedingungen hatten erst die Italiener, Spanier und dann die Türken willkommen geheißen.
Und dann war es eine europäische Political Correctness.

Ich möchte selber kritisch anmerken, dass die kapitalistischen und politischen Diktate dem Volk aufgestülpt wurden, und das ist für ein stabiles, authentisches Wachstum in die Einheit nicht unbedingt vorteilhaft. Das Ding muss von unten nach oben wachsen!

Gewachsene ethnisch-religiöse Rituale per königlichem Dekret (damals, 700 oder wann) wegzuwischen, kann nicht ausreichend funktionieren. Deswegen waren die ja damals so schlau gewesen, Weihnachten und Ostern vom Heidnischen ins Christliche umzufunktionalisieren.

Aber was denkst du? Dass die nordischen Völker Europas per Weckruf wieder in den normannischen Glauben zurückkehren können? Und sollten? Wir hatten damals eine bereits entfremdete Seele gegen eine erneute Entfremdung eingetauscht. Und die Aufhebung der Entfremdungen heißt: die Aufhebung der Religionen!

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gapping Offline



Beiträge: 613

18.06.2015 17:06
#8 RE: Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Esoterik ist vom Grund her religiös und stammt aus den Okkulten, wurde auch gerne als Geheimlehre genutzt, um die damit in Verbindung stehende Geisteshaltung abzugrenzen. heute ist Esoterik die Mischung aus Religion und Kapitalismus. Beide Systeme brauchen bildungsferne Menschen, um reüssieren zu können. Mit einem Schuss Astrologie vermischt und dem was aus dem Ablasshandel bekannt ist, kommt man dann direkt zum Heute, mit seinen Leerverkäufen über Zertifikate, woran die Druckerschwärze noch das wertvollste ist.
Die Esoterik soll jene auffangen, die durch das Netz der großen Religionen gefallen sind und keine Lehren daraus gezogen haben.

Gruß gapping

gapping Offline



Beiträge: 613

18.06.2015 17:18
#9 RE: Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Paulus war in Rom. Ob das gut für Rom war, kann man vielleicht anhand der Berichte von Paulus ablesen. Die Reise von Stadt zu Stadt an den Küsten des Mittelmeeres sieht die Geschichte um das Leben des Jesus von mal zu mal anwachsen. Mal diese Ausschmückung mal jene, um die Menschen zu beeindrucken, einen Gott zu schaffen. Dagegen ist Simon Petrus nie in Rom angekommen, auch wenn man seine Gebeine in Rom bewahren will, die die Gebeine eines Heiden sind. Darum lässt man auch eine DNA-Analyse nicht zu. So wenig wie man die Geschichtssteuerung durch Paulus offen legt, der als Jude antisemitisches Gefasel von sich gegeben hat.
Wie leicht sich Religion begründen lässt, sieht man schon daran, dass der halbseidene Ron L. Hubbard, der die Beiträge seiner Jünger im Mittelmeer auf seiner Yacht verlebte und versoffen hat. Wüssten das die Jünger Hubbards, würden sie sich abwenden.
Wüssten die Jünger des Jesus, dass er nicht der Sohn Gottes ist, sondern das uneheliche Kind eines römischen Offiziers und zuweilen sonderliche Worte hasserfüllter Art von sich gab, dann würde man ihn kaum in der Dreifaltigkeit belassen. Doch die Gläubigen verfügen nicht über die Horizonte die von Aufklärung erhellt sind, sondern das unerklärliche ist für sie, wie für die Esoteriker das die Essenz ihrer Gläubigkeit ist.
Religion, so auch die Esoterik, die wahrscheinlich sogar vor der Religion bestand, entstand durch die Bildung von Eigentum. Nur diese Sprache konnte die Unklarheiten von Eigentumsverhältnissen in den eigenen Stämmen und Sitten so verwalten, dass Eigentum sich etablieren konnte. Ohne Religion gäbe es das Eigentum wie es heute bestellt ist nicht.
Ohne Esoterik gäbe es mehr bildungsnähere Menschen und die waren noch nie gut für Religion.

Gruß gapping

Gast
Beiträge:

21.06.2015 13:42
#10 RE: Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #6

Zitat von Welfen
Ist jetzt etwas primitiv von mir dargestellt, aber jede Gemeinschaft sollt in dem Wertesystems leben, in dem es selbst (von Natur aus) gut ist.
Von Natur aus sind die Menschen alle gleich, alle! Die Unterschiede machen die verschiedenen Lebenserfahrungen in den verschiedenen Kulturen.......Aufklärung der Religionsgeschichte ist gut! Und ich finde es gut, dass du dich so sehr darum kümmerst. Aber der Weg der Menschheit kann nicht zurückgehen. Er sollte zumindest nicht zurückgehen. Er geht nach vorn!



Wie Menschen alle gleich? Ich meine den Teil der Unterschiedlichkeit, warum es z.B. unterschiedliche Medikamente für Schwarze und Weiße gibt. Das ist keine "rotgrüneversiffte" Glaubensfrage, sondern wissenschaftliches Konsens.
Ich will jetzt nicht 1000 unterschiedliche Untersuchungen zitieren, aber bestimmte Fähigkeiten sind je nach Vorfahren (innerhalb einer größeren Gruppe natürlich erst statistisch nachweisbar) ganz klar nachweisbar. (am Rande erwähnt: gute Marathonläufer trainieren gerne in einer bestimmten Gegend in Kenia. Die berichten dann gerne, dass selbst ein unbedeutender Einheimischer bereits schneller läuft als sie selber. Diese Fähigkeit besonders schnell, lange laufen zu können ist wissenschaftlich ganz klar diesen Menschen gegeben. Es nutzt nichts seit jeher als guter weißer Marathonläufer dort zu leben.) Seit Sarrazin hat es sich bereits rumgesprochen: Die Menschen sind "von hausaus" nicht alle gleich. (Zumindest sind die Thesen dazu noch nicht widerlegt worden.)
Einer der grundlegenden Elemente heidnischen Glaubens ist nun mal der Ahnenkult. Das Gedenken an die Vorfahren und wie dieser "Schatz" an die Nachkommen übermittelt werden soll. Mir ist keine Naturreligion bekannt die missioniert, oder anders herum Artfremde in den "inneren Kreis" aufnimmt. - Die Geschichte mit Crocodil-Dundee gibt es nur im Film! - Tatsächlich ist es genauso schwachsinnig, wenn man als nordischer Europäer an einem Totentanz der amerikanischen Indianer teilnehmen würde. (Man darf dort als Tourist gegen Geld teilnehmen, man sollte es aber bestenfalls nur als touristische Folkloreveranstaltung sehen.) -Auch die Rolle der Frau ist bei Naturreligionen vorbestimmt-
Der zentrale Gott der nordischen Naturreligionen heißt Odin, aber jeder Anhänger sucht sich seine eigenen Götter aus. Das kann z.B. ein alter Baum sein. Für einen anderen aber was ganz anderes. Man braucht als Heide auch nicht unbedingt klar aufgeschriebene Regeln und einen Schamanen, Prister oder sonst was, .... jeder darf die "Göttlichkeit" der Natur oder der übergeordneten Kräfte selbst suchen und finden.
Das Wort "Religion" wird im übrigen auch ganz anders verstanden als bei Juden/Christen und Co.
Als Island zwangsmissioniert wurde, zur Wahl stand, Kopf ab, oder Christ werden, sagte er Weise: Lass uns nach außen Christen werden, im Innern glauben wir weiterhin an die Kräfte der Natur. Das ist typisch für Heiden, bzw. hier Isländer. Haben Ehrfurcht vor der Natur, geben dem sogar Namen, (Trolle usw.) und sind offiziell Christen.

@Gysi wenn für Dich Vater u. Mutter, Oma u. Opa usw. fast unwichtig sind, weil alle Menschen gleich sind und Du nicht ein sehr spezielles Produkt Deiner Ahnen bist, dann wirst Du kein Verständnis zum nordeuropäischen Heidentum bekommen. (Aber es wäre sowieso vergebene Liebesmühe, wenn Du das Gefühl hast sowieso keine nordeuropäischen Wurzel zu haben.)
Missionieren fängt oftmals mit der Rechtfertigung seiner Standpunkte an. Ich will nicht in diese Ecke gedrängt werden.

Ein Heide benutzt das Wort "Religion" für die Beschreibung seines Glaubens nicht. (Für Christen ist es im übrigen das Gleiche!) Der Glaube ändert sich im übrigen immer! Jeder Heide akzeptiert den kindlichen Glauben wie die Welt funktioniert. Das ändert sich mit zunehmender Reife und über 1000senden von Jahren mit der Wissenschaft, die neue Erkenntnisse gebracht hat und bringen wird.
Die alten Sagen sind "Nett", aber für Heiden kein allzeitgültiges göttliches Nachschlagewerk. Der Heide feiert seit 1000senden von Jahren die Winter/Sommerwende, den Geburtstag und den Tod. Eine moderne Opfergabe ist nicht immer ein Saufgelage, sondern soll die Ehrfurcht vor dem Ereignis kundtun. Das die Menschen früher rauer gewesen sein mögen mag sein, aber so wie die Heiden von Christen dargestellt werden ist falsch, wenn es aus Sicht der Grausamkeit nicht sogar umgekehrt gewesen war.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.984

21.06.2015 18:18
#11 Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Zitat von Gast
Wie Menschen alle gleich?

So gleich, dass wir alle ohne Probleme miteinander auskommen können. Bei gleicher Erziehung.

Zitat
wenn für Dich Vater u. Mutter, Oma u. Opa usw. fast unwichtig sind, weil alle Menschen gleich sind und Du nicht ein sehr spezielles Produkt Deiner Ahnen bist, dann wirst Du kein Verständnis zum nordeuropäischen Heidentum bekommen.

Schon gut, ich habe in der Tat nicht vor, ein Wickinger zu werden. Von meiner Seele her bin ich ein MENSCH, von meiner Philosophie her HUMANIST, und das ist auch gut so.

Aber das Heidentum interessiert mich. Kannst du mir erklären, was nach deiner Meinung die Fürsten und Könige das Christentum so attraktiv sein ließen, dass sie es einführten und damit das Heidentum immer mehr zurückdrängten?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

22.06.2015 18:25
#12 RE: Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Die Christianisierung geschah bei den einzelnen Stämmen unterschiedlich. Grund ist natürlich wie immer das Geld. Die Christen versprachen den Stammesfürsten verbesserte Handelsbeziehungen und priviligiertere Sonderrechte. Grund, dass diese "konvertierten" Stammesfürsten die Nachbarstämme unter Druck setzten. Zunehmend wurden die "nichtkonvertierbaren" so unter Druck gesetzt, dass Sie Ihrem Glauben abschworen, oder flüchten mussten. (Z.B. nach Island)
Hier mal die Geschichte eines der Volksstämme: https://de.wikipedia.org/wiki/Pru%C3%9Fen

Wenn man sich die Geschichte der Prußen zu Gemühte führt, erkennt man, dass es wie immer einige Kriegsgewinnler gibt, einige wurden einen Kopf kürzer gemacht und andere sind geflohen.

Wie Wickinger werden? Leben wie vor 1000 Jahren? Natürlich nicht!
Es handelt sich um eine Naturreligion. D.h. alle Erkenntnisse und Wertevorstellungen werden aus den Beobachtungen der Natur abgeleitet. Richtig u. Gut ist das, was in ähnlicher Form auch in der Natur zu beobachten ist. (bzw. Tierwelt) Bekanntlich haben sich die Naturwissenschaften in den letzten 1000 Jahren auch weiterentwickelt und somit hätte sich auch das Wertesystem der Wickinger auf die Erkenntnisse der Jetztzeit geändert.

Der Mensch in seinem Clan ist somit auch nichts anderes, als die Biene in Ihrem Bienenvolk. (Fast zu alles Fragen des Lebens bekommt man mit genauer Beobachtung der Natur einen Weg vorgegeben.)
Weil die Menschheit sich aber ein "unnatürliches" Wertesystem ersonnen hat, in dem es z.B. belohnt wird, wenn man die vorhandenen Resourcen übergebührlich ausnutzt, ist das Leben zwischen Heiden und auf Christen gechipte Menschen nicht ganz kompatibel. (bzw. gar nicht möglich, denn die Naturreligion wird immer den kürzeren ziehen)
- Wird bereits in der unterschiedlichen Wortbedeutung deutlich. Beispiel: Das Wort Nächstenliebe erstreckt sich bei Christen auch auf Menschen, die man gar nicht kennt und auch nicht im näheren Umfeld bekannt sind. Nächstenliebe für einen Heiden bezieht sich nur auf Menschen im näheren Umfeld, bzw. dem gleichen Stamm.
Für christlich Gechipte ist Religion und Glaube das Gleiche. Für Heiden eben nicht.
Natürlich kann man dieses Wertesystem nicht als Einzelperson leben. Es gibt in Deutschland mehrere kleinere (heimliche) Siedlungen in denen versucht wird (geht natürlich nicht richtig) nach diesem Wertesystem zu leben. Wird natürlich extrem stark angegangen.

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welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

22.06.2015 18:48
#13 RE: Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Untergang der Wikinger - Die Missionierung des Nordens
Hier eine Doku im ZDF, die die Sicht der Sieger und den Untergang der Wikinger darstellt. https://youtu.be/XcbI0FXneLI

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welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

22.06.2015 19:31
#14 RE: Wo ist der Platz der Esoterik in der Geschichte? antworten

Wenn man im Internet nach "Germanen" od. "Wickinger" sucht, kann man leicht auch auf Folklore-Spielgruppen stoßen, deren Hauptanliegen die richtige Verkleidung u.ä. ist. Das hat natürlich nichts mit der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem https://de.wikipedia.org/wiki/Germanisches_Neuheidentum zu tun. - Recherchehinweis: "asatru"

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gapping Offline



Beiträge: 613

30.06.2015 13:46
#15 Esoterik ist eine Ausrede antworten

Sie wird mutmaßlich an die Stelle des Monotheismus treten. Nirgendwo hat die Esoterik mehr Anhänger als unter Katholiken. Katholiken die auf vielfältige Weise von ihrer Kirche enttäuscht sind, aber auch solche die das "mystische" Gen in sich tragen, sublimieren, und sonstige Quellen brauchen, um ihre Fülle an cruden Gedanken in einen Ordnungsrahmen zu bringen.
Diejenigen die eine humanistische Erziehung genossen haben sind weniger anfällig für Esoterik, sind aber auch weniger kircheninteressiert. Der Erziehungsgedanke spielt eine entscheidende Rolle.
Künftig werden Würdenträger aus dem Monotheismus in die Esoterik konvertieren, weil ihnen dieser Sinn, den man auch als Unsinn kennt, liegt. Er tröstet sie wenn Ereignisse eintreten die psychisch schwächen. Wie der Gedanke an Trost bei einigen schon durch das Anfassen eines ihnen zugedachtes Minerals Wirkung zeigt ist bekannt. Das Pendel ist eine alte Methode, das sich an die Hypnose anlehnt um den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen. Den Kirchen geht es sowieso nur um Geld. Den Vermarktern der Esoterik auch. Auf Altruismus kann man im Esoterikbereich am wenigsten setzen. Schon die Yogis wussten wie man mit alten, aus dem chinesischen stammenden Bewegungsabläufen Vitalität hervor rufen kann. Yog + transzendentale Meditation war eine wahre Gelddruckmaschine und diejenigen die dort, in den Ashrams ihr Geld verloren haben, hätten sich ein Büchlein über autogenes Training(von Eberlein) kaufen können und mehr gehabt von Ihrer Zunahme an Geisteskraft. Ausgerechnet den Sinn des Lebens in einer überspiritualisierten Gesellschaft erkennen zu wollen, die nicht einmal fähig ist sich selbst zu versorgen, war schon ein Gipfel an Esoterikbereitschaft.
Dass bei den "Kräuterfräulein" tatsächlich mal dies und mal jenes Kraut anschlägt, dies oder jenes Gewürz zum Wohlbefinden beitragen kann findet sich schon in älterem Schrifttum aus Europa und sind immer wieder in Fundstellen, wie etwa Kreisgrabenanlagen aus Zentralasien bis zum Atlantik zu entdecken. Mancher Ötzi trug schon vor zehntausend Jahren Mittel bei sich die Wundschmerz verminderten o.ä.
Wenn es um Düfte geht, ist man besonders erfinderisch. Wobei die allermeisten Düfte aus der Esoterik sogar schädlich sind wie der Duftbaum den sich manche ins Auto hängen.
Esoterik lebt von den kirchengestressten, von Vereinsamten die Esoterik als Mittel wählen wieder neue Kontakte aufzubauen, wie dies in und mit der Kirche auch geschieht. Wo zwei oder drei zusammen sind in meinem Namen da bin ich mitten unter ihnen, heißt ein geflügeltes Wort des überhöhten Jesus von Bethlehem, den man fälschlicherweise Jesus von Nazareth nannte. Aber nicht nur das ist falsch an der Geschichte des durchaus auch im esoterischen Sinne argumentierenden Jesus, sondern sogar sein Geburtstag stimmt hinten und vorne nicht. Er ist weder in dem Monat geboren, der von Christen vertreten wird, ja nicht einmal in dem Jahr, da hat sich der Paulus selbst um 6 Jahre verrechnet, aber kalendarisch und nach den Bauernregeln der damaligen Zeit, da passte der Monat und das Jahr wieder. Man hat sich also an jeweilige Gepflogenheiten, auch den unsinnigsten angepasst. Dasselbe geschieht in der Esoterik und das kann jeder einsehen, der sich um Einblick in die Vertriebs- und Herstellungsmodalitäten für Esoterisches einklinkt.

Gruß gapping

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