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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 264 Antworten
und wurde 8.777 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
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Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

21.07.2015 18:14
#226 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zum wirklichen Verständnis Nietzsches sollte man dann bitte dieses lesen:
http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzs...ra/Der+Zauberer

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

21.07.2015 18:23
#227 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat
Trotzdem muss es Gott geben, denn jeder Mensch weiß um Gut und Böse. Es muss jemanden geben, der das Böse einmal bestraft und das Gute belohnt. Das ist Gott. Darum muss der Mensch auch Unsterblichkeit[13] besitzen.


Kindliche Gedanken der Unreife...

Zitat
Trotzdem muss es Gott geben, denn jeder Mensch weiß um Gut und Böse. Es muss jemanden geben, der das Böse einmal bestraft und das Gute belohnt. Das ist Gott. Darum muss der Mensch auch Unsterblichkeit[13] besitzen.



Einstein glaubte NICHT an einen persönlichen Gott und darf daher genaugenommen zurecht als Atheist bezeichnet werden.
Irgendeine "Kosmische Ordnung" als Gott zu bezeichnen löst den Gottesbegriff sowieso auf und er hat keine Bedeutung mehr.

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Reklov Offline




Beiträge: 5.102

21.07.2015 20:26
#228 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat
Einstein glaubte NICHT an einen persönlichen Gott und darf daher genaugenommen zurecht als Atheist bezeichnet werden.
Irgendeine "Kosmische Ordnung" als Gott zu bezeichnen löst den Gottesbegriff sowieso auf und er hat keine Bedeutung mehr.

@Lukrez,

Einstein wird auch gerne mit dem Satz zitiert: >Gott würfelt nicht.< -
Das Würfeln würde aber nur zu einem persönlichen Gott passen.

Sei`s drum: Einstein war auch nur ein Mensch und konnte die tieferen Geheimnisse des Universums nun mal nicht aufdecken!
Ein gültiger Gottesbegriff ist von Menschen sowieso nicht korrekt zu formulieren, denn dazu müssten wir ja ganz andere Kenntnisse haben, welche wir dann in eine entsprechende Sprache gießen könnten.

Gott ist also auch ein philosophisches Thema, dass früher so, heute anders und in Zukunft noch ganz anders besprochen werden wird und dieser Prozess wird so lange andauern, bis die >Wahrheit< vor uns steht.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.102

21.07.2015 21:03
#229 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat
Wer sagt das? Und unter den Vieren ist Jesus, von der philosophischen Tiefe her, noch der "kleinste". Aber du zitierst dauernd ausschließlich ihn! "Maßgebend" sind die, die die MACHT haben, ihren Willen durchzusetzen! Und um Macht zu untermauern, braucht man Charisma, Verführungskraft, Redegewandtheit, leidende Menschen und ggf. eine Portion Glück!
Darf ich den Club der Vier um ein paar nicht Mindere erweitern? =>

@Gysi,

... klar darfst Du, - besser wäre aber gewesen Du hättest meine Zeilen sorgfältiger gelesen, denn ich schrieb ja, dass andere hervorzuhebende Menschen ihre Namen auf anderen Stufen eingemeißelt haben.
Politiker sind z.B. nicht immer maßgebend, sondern erlassen, wie z.B. Bismarck, Rentengesetze, deren Folgen sie vollkommen falsch eingeschätzt haben. Bismarck ging damals von einer durchschnittlichen Lebensdauer von etwa 60 - 67 Jahren aus und konnte auch die gewaltige Bevölkerungsexplosion nach dem 2. Weltkrieg überhaupt nicht erahnen.

Karl Jaspers, der diese 4 von mir Genannten heraushebt, schrieb dazu:

>> Andere Menschen hohen Ranges mögen für kleinere Kreise von gleich starker Bedeutung gewesen sein. Aber der Abstand an nachhaltiger und umfassender Wirkung in Jahrtausenden ist so gewaltig, dass das Herausheben jener vier zur Klarheit welthistorischen Bewusstseins gehört. <<

Nun darfst Du gerne hinterfragen, welcher Name auf Deiner Liste heute überhaupt noch bekannt ist oder mit seiner Leistung korrekt in Zusammenhang gebracht wird, - ob er je im Ausland bekannt war und ob der Name in 2000 Jahren überhaupt noch jemanden berühren oder interessieren wird!? -
Wie ich meine, kannst Du dabei viele auf Deiner Liste einfach streichen.

Es gab zahlreiche Menschen, welche in ihrem Leben Großes geleistet haben und dennoch heute fast oder ganz vergessen sind. Warum? - Weil ihre löbliche Leistung eben nicht "maßgebend" war!

Mag sein, dass Jesus von der fachlich philosophischen Einschätzung her, der kleinste unter den vieren war. Seine "maßgebende" Stärke und Wirkung auf die Menschen ist aber auch ganz anders einzuordnen, als die der 3 anderen Namen! Und das ist umso erstaunlicher, weil er ja von vielen als eine erfundene Kunstfigur der Evangelisten angesehen wird.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.102

21.07.2015 21:21
#230 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat
Kindliche Gedanken der Unreife...

@Lukrez

... wenn ich mich einmischen darf? - Niemand sollte sich hier über den anderen erheben wollen, indem er dessen Gedanken als kindliche Unreife herab stuft!

Das Gewissen ist eines der schöpferischen Momente in der Religion und ein guter Grund für die vielen theistischen Überzeugungen.
In der >Kritik der reinen Vernunft< argumentiert E. Kant, es gebe keine schlüssigen spekulativen Beweis für
die Existenz eines Gottes.
Doch in der >Kritik der praktischen Vernunft< meint Kant, mit moralischen Überlegungen ließe sich das erreichen, was der spekulativen Vernunft unerreichbar sei.
Die Existenz eines Gottes und auch positive Antworten auf die anderen großen metaphysischen Fragen, auf die Frage nach der Unsterblichkeit der Seele und auch nach der Willensfreiheit, ließen sich als notwendige Voraussetzungen des moralischen Bewusstseins verteidigen.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.480

21.07.2015 21:29
#231 Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat von Reklov
Mag sein, dass Jesus von der fachlich philosophischen Einschätzung her, der kleinste unter den vieren war. Seine "maßgebende" Stärke und Wirkung auf die Menschen ist aber auch ganz anders einzuordnen, als die der 3 anderen Namen!

Gerade an Jesus' Beispiel sieht man, wie sehr andere Leute (wie Paulus und Konstantin usw.) an dem Ruhm des einen beteiligt sind. Er selber hatte sein Wirken in Israel, und Israel, das Judentum, die Einigung der zwölf Stämme und die Unterwerfung der Pharisäer und Römer war das, was ihn interessierte. Auf jeden Fall hatte er nicht das Interesse, die Wickinger mit einer neuen Religion zu beglücken, denn von denen wusste er nichts. Was Jaspers antrieb, dieses Quartett so hoch zu setzen, weiß ich nicht. Ich weiß aber schon jetzt, dass ich nicht seiner Meinung bin. Konfuzius, Buddha, Jesus - und wer noch? Das sind Leute, die im Laufe der Geschichte eine riesengroße Bedeutung für die Menschheit erreicht hatten. Wobei ich persönlich Konfuzius die größte Eigenleistung dieses Quartetts zugestehen kann. Die leidenden, hoffenden Menschen suchen und brauchen Götter, Halbgötter, Hoffnungsträger, Charismatiker. Und es ist die Geschichte einer PR-Dynamik, die Größen hervorbringt, die Hoffnungen und Heilsbedürfnisse des Volkes, der Völker besetzen. Sie bekommen die Götter, Gottkönige und Megaphilosophen, die sie BRAUCHEN. Im Grunde haben die leidenden Leute ihre eigenen Götter und Halbgötter gemacht. Klar gibt es ganz besondere Leute, die die Menschheitsgeschichte hervorbringt. Aus Jaspers Quartett ist Konfuzius der einzige, den ich als sowas Besonderes würdigen kann. Und daneben - neben Konfuzius - kommt noch 'ne ganze Latte hinzu.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

gapping Offline



Beiträge: 613

22.07.2015 00:04
#232 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Ja, Reklov, die Sumerer waren ein anderes Volk als die Juden. Sie haben in ihren Überlieferungen sicherlich andere Maßstäbe angesetzt und die Unterschiede sind so groß, wie die Gemeinsamkeiten. Wir müssen uns hier nicht an die Flut halten, denn es hat, das weisen alle geologischen Untersuchungen auf, nicht nur eine Flut gegeben, sondern möglicherweise mehr als 10 in den letzten 15 Millionen Jahren, also einer Zeit in der schon menschliche Wesen den Planeten bevölkerten.
Der Gilgamesch -Epos hat zwar phantastischere Bilder als die jüdisch-christlichen Überlieferungen, geht aber weniger von falschen Voraussetzungen aus und verwendet weniger Lügen.
Die Heimat von Jesus gehörte zum Orient und der war beispielsweise von den Trugbildern der Fata Morgana genau so beeindruckt wie die Wundererzähler von den Geschichten von 1001 und einer Nacht. Diesem Muster folgte auch Paulus, dessen Geschichten von Jesus immer phantastischer ausgeschmückt wurden, um so weiter er sich von den Orten des Jesus entfernte. Sogar typisch orientalisch dieser Paulus.
Nun Reklov, :-))) weil Sie mich auffordern Ihnen eine Bibelstelle zu nennen, in der etwas von den Minderwertigkeitskomplexen des Jesus steht, so kann ich dies nicht tun, weil das in der Bibel(NT) gar kein Thema ist. Hier geht es einerseits um die Verherrlichung von Jesus und andererseits um die Fortschreibung des Rachegedankens der von Jahwe(Gott) sich wie ein roter Faden durch die biblischen Geschichten zieht. Sie werden es mir entschuldigen , dass ich solchen Phantastereien keine Würdigung zuteil werden lasse und den Blutdurst desjenigen, den Juden, Christen und Muslime Jahwe, Gott oder Allah nennen, nicht mittragen kann.
Sie können ja das Beispiel vom Propheten Mohammed betrachten, der je länger der tot ist, in immer heiligere und göttlicher Gefilde aufgefahren ist.
Beiden wird ja der Aufstieg in den "Himmel" nachgesagt. Deiner Eine(Jesus) noch zu Fuß, der andere Mohammed schon mit seinem weißen Schimmel. Heutzutage würde einer wie Jesus halt mit einem großen Daimler oder Rolls Royce, wenn er sportlich veranlagt ist, mit einem Ferrari in den Himmel fahren, das sind doch belanglose Dinge, die sich erstaunlicherweise sogar bei halbwegs gebildeten Menschen wie Ihnen leicht verfangen.
Nun Reklov und das steht sogar in Ihrer Schrift geschrieben, dass Johannes der Lehrmeister des Jesus war. Es konnte ja auch schlecht umgekehrt sein, weil Jesus erstmalig durch Johannes von den Wundern Gottes initiiert wurde. Als Zimmermann für die Römer zu arbeiten, war für Jesus nicht leicht und sich Erleichterung und Kontemplation zu verschaffen, über seinen Mentor Johannes, war sicherlich beeindruckend. Jesus ist überbewertet, weil seine Aussagen im wesentlichen bereits von Johannes gemacht wurden. Hier ist der Versuch gelungen den Schüler(Jesus) über den Lehrer(Johannes) zu stellen.
Auch Kaiphas wird überbewertet, weil sich die Römer nicht von den religiösen Traditionen der Juden beeindrucken ließen, da sie sie ja gar nicht kannten. Also war ihnen auch egal inwiefern Jesus für Kaiphas als Häretiker oder Ketzer gelten konnte. Hier irren Sie und die christlichen Geschichtsschreiber vollends, weil es in der Tat den Besatzern nur um Ruhe dort ging, wo sie Steuern eintreiben wollten. Der Wille der Römer war Gesetz und das wurde auch militärisch umgesetzt. Die Beienflussung von jüdischen Kollaborateuren war wesentlich geringer als die des Kollaborateurs Bergoglio(Papst Franziskus)mit dem argentinischen Faschistengeneral Videla.
Da Johannes als "Aufwiegler galt, war sein Leben in Gefahr. Im Bewusstsein dessen, war Johannes daran interessiert wer sein Nachfolger werden könnte; und da hat er in der Tat an Jesus gedacht, zumal die Familien des Johannes und des Jesus schon nachbarschaftlichen Kontakt hatten und sich die Buben(Johhanes war mindestens 5 Jahre älter als Jesus, schon vor ihrer Initiation kannten.
Sie Können ja, Reklov noch so oft betonen, dass Gott und Religionen nichts miteinander, oder nur wenig miteinander zu tun hätten, aber sie tun doch nichts anderes wie Sie, als Gott oder Jesus zu huldigen, in den "Himmel" zu erheben, dorthin also, wo man sie nicht fassen kann, sich quasi wie klitschige Frösche sich entziehen.

Beim Judenverbrennen oder totschlagen, oder verfolgen um sie auszurauben, ging es dem Katholizismus nur darum, sich deren Vermögen anzueignen, weil die Päpste immer Geld brauchten. Dasselbe Schicksal ereilte auch reiche Witwen, die der jeweilige Ortsgeistliche nur als Hexe zu diffamieren brauchte und schon hatten Adel und Kirche was zu teilen. Diese Masche wurde zuletzt im 1000-jährigemn Reich durchgezogen(bei 98,2 % Christen Anno 1939)als man die Vermögen der Juden für die Kriegskasse einsetzte und die Immobilien der Juden an verdiente Nazis übergab. Das ist ein altes Muster nach dem der Psychopath Ignacio de Loyola den Jesuitenorden gegründet hatte, der als allererstes die Pogrome gegen die Juden in Spanien in Gang setzte. Das kennen wir doch alle schon.
Es gibt Menschen die meinen, dass Jesus zu den vier maßgeblichen Menschen gehört. Das stimmt was mindestens was einen Bekanntheitsgrad angeht. Sein Wirken mag ja von den Christen pervertiert worden sein, aber das sollte man nicht überschätzen. Natürlich Sie, Reklov, als Gläubiger und Fan des Jesus, werden an ihm keine Fehler entdecken, genau so wenig wie die Lamaisten am Dalai Lama keinen Fehler erkennen wollen. Das ist reines überhöhen um sich selbst zu erhöhen, es hat eine nur geringe Bedeutung, weil allein Können entscheidend ist und nicht das Aneinanderreihen von Buchstaben.
Bei den Vier Größen kann man getrost auch Buddha und Konfuzius streichen. Denn sie sind allenfalls regionale Größen, deren weltweitende Bedeutung gegen Null geht, auch wenn es in China derzeit eine Renaissance des Konfuzianismus gibt. Nur Sokrates kann man stehen lassen, allerdings der war Atheist und musste wegen des religiösen Wahns den Schierlingsbecher trinken. Da würde ich eher Ibn Sina eimnsetzen, oder Aristoteles(auch ein Atheist) der nur durch Alexander den Großen vor dem religiösen Mob, die es also schon lange vor Jesus gab, gerettet wurde.
Hier zeigt sich, dass Sie, ähnlich wie der Katholizismus, Geistesgrößen vereinnahmen(in den Stanzen beim Vatikan deutlich zu sehen)aber es an einer intellektuellen und wissenden Zuständigkeit fehlt. Glaube kann keine Berge versetzen.
Ich würde es nicht tun einen Diktator wie Napoleon(mit eindeutigen Minderwertigkeitskomplexen und maßloser Selbstüberschätzung)mit Jesus zu vergleichen, der als uneheliches Kind mit Minderwertigkeitskomplexen überfrachtet war und sich mit der Übernahme der Lehre des Johannes eine innere Befreiung verschaffte.
Entscheidend für das Überleben der Menschheit wird es sein, den Monotheismus zu überwinden. Jaspers hat in Anlehnung an die Existenzphilosophie von Kierkegaard's keine schlüssigen Darlegungen erarbeiten können wie man kleinlichen Eifersüchteleien zwischen Hannah Arendt und Martin Heidegger aus dem Wege geht. Die politischen Konstruktionen blieben blass und konnten nur angesichts der Sprachlosigkeit vor den Bergen von Schuld die Adel und Kirchen angerichtet hatten populär werden.

Gruß gapping

Reklov Offline




Beiträge: 5.102

22.07.2015 08:33
#233 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat
Gerade an Jesus' Beispiel sieht man, wie sehr andere Leute (wie Paulus und Konstantin usw.) an dem Ruhm des einen beteiligt sind. Er selber hatte sein Wirken in Israel, und Israel, das Judentum, die Einigung der zwölf Stämme und die Unterwerfung der Pharisäer und Römer war das, was ihn interessierte. Auf jeden Fall hatte er nicht das Interesse, die Wickinger mit einer neuen Religion zu beglücken, denn von denen wusste er nichts.

@Gysi,

... dass Jesus Interesse an der Unterwerfung der Pharisäer hatte, ist mir neu. Er diskutierte (laut Bibel!) mit ihnen aber gerne über theologische Fragen.
Jesus ging es aber in erster Linie um den Menschen! - Gar zu mutmaßen, er wollte die seinerzeit stärkste Militärmacht, die Römer, unterwerfen ist nun ganz unrealistisch, denn das kleine Israel war vom Schutz Roms abhängig, sonst wäre es der ständigen Begehrlichkeit von nachbarlichen Heerführern ausgesetzt gewesen.

Von Wikingern und anderen, damals noch unbekannten Völkern, wusste Jesus wohl wenig oder gar nichts (?) Dass er aber seinen Jüngern den Auftrag gab, sein Wort in die Welt zu tragen, zeigt, dass er seine anfänglichen, nur an die Israeliten gerichteten Worte auch an die ganze Menschheit gerichtet sehen wollte.
Dies alles setzt aber voraus, dass die Evangelisten ihm keine Worte in den Mund legten, die er so nicht gesagt hatte. Da Jesus selbst keine einzige Zeile hinterlassen hat, wird er uns jedoch nur durch die Berichte des Neuen Testamentes vorgestellt.

Gruß von Reklov

Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

22.07.2015 09:09
#234 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #233

Zitat
Gerade an Jesus' Beispiel sieht man, wie sehr andere Leute (wie Paulus und Konstantin usw.) an dem Ruhm des einen beteiligt sind. Er selber hatte sein Wirken in Israel, und Israel, das Judentum, die Einigung der zwölf Stämme und die Unterwerfung der Pharisäer und Römer war das, was ihn interessierte. Auf jeden Fall hatte er nicht das Interesse, die Wickinger mit einer neuen Religion zu beglücken, denn von denen wusste er nichts.
@Gysi,

... dass Jesus Interesse an der Unterwerfung der Pharisäer hatte, ist mir neu. Er diskutierte (laut Bibel!) mit ihnen aber gerne über theologische Fragen.
Jesus ging es aber in erster Linie um den Menschen! - Gar zu mutmaßen, er wollte die seinerzeit stärkste Militärmacht, die Römer, unterwerfen ist nun ganz unrealistisch, denn das kleine Israel war vom Schutz Roms abhängig, sonst wäre es der ständigen Begehrlichkeit von nachbarlichen Heerführern ausgesetzt gewesen.

Von Wikingern und anderen, damals noch unbekannten Völkern, wusste Jesus wohl wenig oder gar nichts (?) Dass er aber seinen Jüngern den Auftrag gab, sein Wort in die Welt zu tragen, zeigt, dass er seine anfänglichen, nur an die Israeliten gerichteten Worte auch an die ganze Menschheit gerichtet sehen wollte.
Dies alles setzt aber voraus, dass die Evangelisten ihm keine Worte in den Mund legten, die er so nicht gesagt hatte. Da Jesus selbst keine einzige Zeile hinterlassen hat, wird er uns jedoch nur durch die Berichte des Neuen Testamentes vorgestellt.

Gruß von Reklov



"Berichte" des Neuen Testaments?

Wie hoch war die Zahl der Autoren, die die Heilige Schrift verfasst haben sollen?

An welchen Bibelstellen beißt sich die "Berichterstattung" durch krasse Widersprüche?

Reklov Offline




Beiträge: 5.102

22.07.2015 09:37
#235 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat
Die Heimat von Jesus gehörte zum Orient und der war beispielsweise von den Trugbildern der Fata Morgana genau so beeindruckt wie die Wundererzähler von den Geschichten von 1001 und einer Nacht. Diesem Muster folgte auch Paulus, dessen Geschichten von Jesus immer phantastischer ausgeschmückt wurden, um so weiter er sich von den Orten des Jesus entfernte. Sogar typisch orientalisch dieser Paulus.

@gapping,

Fantasie war und ist nicht nur im Orient beheimatet! - Wer z.B. die Germanischen Sagen kennt, weiß, was ich hiermit anspreche!

Zitat
weil Sie mich auffordern Ihnen eine Bibelstelle zu nennen, in der etwas von den Minderwertigkeitskomplexen des Jesus steht, so kann ich dies nicht tun, weil das in der Bibel(NT) gar kein Thema ist. Hier geht es einerseits um die Verherrlichung von Jesus und andererseits um die Fortschreibung des Rachegedankens der von Jahwe(Gott) sich wie ein roter Faden durch die biblischen Geschichten zieht. Sie werden es mir entschuldigen , dass ich solchen Phantastereien keine Würdigung zuteil werden lasse und den Blutdurst desjenigen, den Juden, Christen und Muslime Jahwe, Gott oder Allah nennen, nicht mittragen kann.

Dachte mir schon, dass in der Bibel keine Stelle zu finden ist, welche Jesus einen röm. Soldaten als Vater zuschreibt. Würde ja auch das ganze Dogma aus seiner Verankerung reißen!
Der rächende Stammesgott Jahwe spielt im Alten Testament seine ihm zugewiesene Rolle. - Mit Jesus beginnt eine neues, versöhnendes Gotteskapitel. Diese neue Sichtweise aber kostete Jesus das Leben, denn man lehnt sich nicht ohne gefährliche Folgen gegen schon lange etablierte Religionstraditionen auf. Auch die Römer hatten ja nicht ohne Grund auch in ihrem Gesetz die Todesstrafe für Gotteslästerung vorgesehen. Die strenge Verfolgung christlicher Splittergruppen im Mittelalter zeigt, dass auch Europa keine anders denkenden Abweichler dulden wollte!

Zitat
Sie können ja das Beispiel vom Propheten Mohammed betrachten, der je länger der tot ist, in immer heiligere und göttlicher Gefilde aufgefahren ist.
Beiden wird ja der Aufstieg in den "Himmel" nachgesagt. Deiner Eine(Jesus) noch zu Fuß, der andere Mohammed schon mit seinem weißen Schimmel. Heutzutage würde einer wie Jesus halt mit einem großen Daimler oder Rolls Royce, wenn er sportlich veranlagt ist, mit einem Ferrari in den Himmel fahren, das sind doch belanglose Dinge, die sich erstaunlicherweise sogar bei halbwegs gebildeten Menschen wie Ihnen leicht verfangen.

Ich bin ja deswegen auch schon vor über 30 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Meine Ansichten und Gedanken zum "Urgrund" wurden aber dadurch nicht angetastet. Man muss schon zwischen einem Dogma und dem "Urgrund" unterscheiden können. Alle Religionen richten sich bei ihrer Suche eigentlich nur nach diesem "Urgrund" aus. Die Suche aber geht weiter und es steht uns nicht an, die antiken Völker wegen ihren Gottesvorstellungen zu belächeln. (Andere Zeiten - andere Sitten!)

Zitat
Sie Können ja, Reklov noch so oft betonen, dass Gott und Religionen nichts miteinander, oder nur wenig miteinander zu tun hätten, aber sie tun doch nichts anderes wie Sie, als Gott oder Jesus zu huldigen, in den "Himmel" zu erheben, dorthin also, wo man sie nicht fassen kann, sich quasi wie klitschige Frösche sich entziehen.

Leider kann ich das große Rätsel des Seins und Daseins nicht lösen! Ich weiß aber, dass ich mich nicht selber gemacht habe und auch in keiner Hinsicht für das großartige Universum verantwortlich bin. Mein Respekt gilt den Menschen, deren Gottesbewusstsein sie nun mal anders in der Welt agieren lässt, als dies den meisten möglich ist. Würde man z.B. den christlichen "Himmel" real (er)fassen können, wären auch alle Glaubensfragen mit einem Wisch erledigt. Ist nun aber mal leider nicht so! - Die sog. Jenseits-Zone, welche uns durch den Tod als Idee in unsere Köpfe kam, gibt ihre Geheimnis in keinster Weise preis und so war und ist der Mensch hierbei allein auf Glaubensbilder angewiesen. (Mit glitschigen Fröschen hat dies aber wenig zu tun! )

Zitat
Bei den Vier Größen kann man getrost auch Buddha und Konfuzius streichen.

Sie wollen also diese alten Denktraditionen einfach streichen!? - Immerhin gilt der Buddhismus mit etwa 500 Millionen Anhänger als viertgrößte Religion - obwohl er an sich keine Religion ist.

Zitat
Da würde ich eher Ibn Sina eimnsetzen, oder Aristoteles(auch ein Atheist) der nur durch Alexander den Großen vor dem religiösen Mob, die es also schon lange vor Jesus gab, gerettet wurde.

... dass sich Alexander d. Große vor seinen ehemaligen Lehrer stellte, ist leicht zu verstehen! Aristoteles hatte sich der Naturwissenschaft verschrieben und den Argumenten menschlicher Denkfähigkeit. Nur - diese sind bis heute beschränkt! Wäre dem nicht so, könnten die Naturwissenschaften das Rätsel des Seins leicht auflösen. Können sie aber nicht. Somit ist ein bis heute berechtigter Raum für die Freiheit des Glaubens vorhanden. - Das mag manche ärgern, andere kratzt dies überhaupt nicht.
Was uns bleibt - auch hier im Forum - ist ein offener Meinungsaustausch, der sich aber nicht zur Rechthaberei verhärten darf !

Zitat
Entscheidend für das Überleben der Menschheit wird es sein, den Monotheismus zu überwinden. Jaspers hat in Anlehnung an die Existenzphilosophie von Kierkegaard's keine schlüssigen Darlegungen erarbeiten können wie man kleinlichen Eifersüchteleien zwischen Hannah Arendt und Martin Heidegger aus dem Wege geht. Die politischen Konstruktionen blieben blass und konnten nur angesichts der Sprachlosigkeit vor den Bergen von Schuld die Adel und Kirchen angerichtet hatten populär werden.

Entscheidend wird sein, ob wir die Lehren der "guten Menschen" verinnerlichen können, sonst sehe ich, angesichts des gewaltigen Raketenarsenals, das ja auch mal in falsche Hände geraten könnte, ein Damoklesschwert über den Menschen hängen.
Philosophen sind auch nur Menschen und die Aufgabe des Lesers ist, sich an ihren Texten gedanklich zu reiben, sie zu überprüfen und evtl. dabei etwas zu lernen.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.480

22.07.2015 09:48
#236 Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat von Reklov
.. dass Jesus Interesse an der Unterwerfung der Pharisäer hatte, ist mir neu.

"Unterwerfung" ist wohl das falsche Wort. Aber er wollte die Pharisäer auf eine original-jüdische Linie zurückbringen. Und eine reformierte. Dazu braucht man Macht. Darum wollte er auch König von Israel werden, meiner unmaßgeblichen Auffassung nach. Und das hätte er mit den Römern arrangieren müssen. Besser so ausgedrückt?

Zitat
Dass er aber seinen Jüngern den Auftrag gab, sein Wort in die Welt zu tragen,

"Die Welt" ging damals für Jesus nur bis nach Rom. Und Rom war de facto der Statthalter dieser "ganzen Welt". Auf den wollte Jesus Einfluss haben. Es ging ihm um die Interessen seiner jüdischen Gemeinschaft! Was dann in seinem Namen losgetreten wurde, hatte er nicht im Traum erdenken können! So sehe ich das.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

22.07.2015 11:08
#237 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

-Lukrez-
Einstein glaubte NICHT an einen persönlichen Gott und darf daher genaugenommen zurecht als Atheist bezeichnet werden.
Irgendeine "Kosmische Ordnung" als Gott zu bezeichnen löst den Gottesbegriff sowieso auf und er hat keine Bedeutung mehr.

Das ist ganz sicher richtig, ein persönlicher Gott, der richtend in das Leben des Menschen eingreift war ein kindischer
Glaube für Einstein, und wohl auch für die meisten seiner Kollegen.

Einsteins Gottesbild war viel abstrakter, eine überlegene geistige Kraft im Kosmos, denn Kosmos heißt Ordnung,
und ohne ordnente Kraft herrscht Chaos, im kleinen wie im Großen.
Wenn Du das als Atheismus bezeichnest, dann dehnst Du diesen Begriff eben sehr weit, denn diese Sichtweise
ist klar religiös. Wir müßten dann von religiösen Atheismus und von a`religiösen Atheismus sprechen.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

22.07.2015 11:18
#238 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat von Lukrez im Beitrag #226
Zum wirklichen Verständnis Nietzsches sollte man dann bitte dieses lesen:
http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzs...ra/Der+Zauberer


Bei kaum einen anderen lagen Genie und Wahnsinn so dicht beieinander.
Beiden gemeinsam ist, dass sie nicht der Normalität entsprechen die wir zu kennen glauben.

Reklov Offline




Beiträge: 5.102

22.07.2015 13:09
#239 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat
"Unterwerfung" ist wohl das falsche Wort. Aber er wollte die Pharisäer auf eine original-jüdische Linie zurückbringen. Und eine reformierte. Dazu braucht man Macht. Darum wollte er auch König von Israel werden, meiner unmaßgeblichen Auffassung nach. Und das hätte er mit den Römern arrangieren müssen. Besser so ausgedrückt?

@Gysi,

... schwer anzunehmen, dass jemand, den die Bibel sagen lässt: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt", nun paradoxerweise nach weltlicher Macht streben sollte. Auch die fantastische Erzählung von der Versuchung Satans, welcher Jesus in der Wüste ja sogar Macht über die ganze Erde angeboten hatte, widerspricht Deiner rein persönlichen Meinung.
Wie Historiker meinen, sahen aber große Teile der Juden in Jesus "den Gesalbten" (sich sündhaft teure Öle ins Haar zu salben, war das beliebte Vorrecht der Reichen und Könige), welcher ja bereits schon von den Propheten des Alten Testaments angekündigt worden war.
Von Jesus erhoffte sich die Menge eine Wiederkehr des alten Königsglanzes, wie er zu Zeiten Salomons und Davids herrschte und man darf vermuten, dass Jesus diese Rolle, in welche ihn manche jüd. Kreise drängen wollten, überhaupt nicht genehm war.

Ob aber Jesus sich je mit den Römern hätte arrangieren wollen oder können, bleibt reine Vermutung. Schließlich vertrug sich die Götterwelt der Römer, ihre Kultur, auch ihre Art, einen Gott-Kaiser zu verehren, in keiner Weise mit der Lehre Jesu!

Gruß von Reklov

gapping Offline



Beiträge: 613

22.07.2015 13:36
#240 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Ja, was die germanische Götterwelt betrifft haben Sie sicherlich recht Reklov, nur diese Götterwelt ist einigen Germanenstämmen von dem letzten Cäsaren Roms, Karl dem Großen gründlich herausgezwungen worden. Nichts mit der Freiheit im Glauben, sondern einfach Zwangschristianisierung nach dem Motto: Bekenntnis oder Tod. Ganz ähnlich verfuhr und verfährt der Islam.

Da schreibe ich Ihnen die ganze Zeit, dass es sich bei der Bibel um eine Mischung von Märchenbuch und Sagenwelt handelt, und Sie wollen meinen, ich hätte in diesen Texten einen Kern von Bewusstsein gefunden. Die kritischen Fragen sind im AT und im NT ausgeklammert, weshalb die Forschung nach Quellen ja so schwierig sind.

Dir Kirchen selbst hatten aber wohl gedacht, sie könnten ihre Mysterien und Allegorien für alle Zeit retten, in dem man "glaubte" die wirklichen Begebenheiten im AT oder NT ließen sich nicht nachrecherchieren. Da haben Sie und die Kirchen sich getäuscht. Nicht nur was die Existenz des Jesus angeht, oder die des Pontius Pilatus, den die Kirchen zu guter Letzt für sich vereinnahmt haben, sind die Lügenmärchen längst als solche entlarvt. Gerade der Entscheidungsträger in Sachen Jesus(Pontius Pilatus) entschied ja nicht in Kenntnis von irgendwelchen biblischen Geschichten. Schon gar nicht aus welchem Haus Jesus stammen solle. Man hat den 1000 Jahre vor Jesus lebenden David(Liebling) genommen um eine Milde zu erwirken, also eine Adelslinie vorgenommen. Was aber sollte Pontius die Geschichte von David interessieren, der 1000 Jahre vor seiner Zeit die Rettung der Jüdischen Stämme schaffte.

Aus der Kirche auszutreten war sicherlich eine kluge Entscheidung, Reklov, denn man muss religiösen Wahn nicht auch noch mit Mitgliedsbeiträgen fördern.(Siehe den Prozess Schmidt Salomon vs. Kardinal Ludwig(Luggi der Schwindler) Müller der jetzige Bonze der Glaubenskongregation. Ausgerechnet ein gerichtsnotorisch bekannter Schwindler in der Funktion dessen, was sich für den Katholizismus gehört.

Aber ich kann Ihnen keine Aussichten machen, dass Ihnen jemals ein Gott begegnen wird. Allenfalls weil einem die gefühls- und Gedankenwelt zu umfangreich wird, ersetzen dies viele Menschen mit der Stimme Gottes und dessen Eingebungen. Aber auch das ist längst geklärt und dazu hätte es keines Nietzsche bedurft der da fragte:(Zitat Nietzsche) "Ist Gott eine Erfindung des Teufels?"(Nietzsche Zitat Ende). Da kann jeder ganz beruhigt sein, denn, ebenso wenig wie es einen Gott gibt, gibt es auch keinen Teufel. Es gibt vielleicht Menschen die sich "teuflisch" im Sinne von schlecht verhalten, ohne dass man da eine Obsession für den Teufel annehmen darf weil eine philosophische Erkenntnis ist eine unumstößliche Erkenntnis aus all dem was wir jetzt wissen: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein," sagte mal ein kluger Mann. Und Mark Twain der sich in der Geschichte der Literatur einen großen Namen verschafft hat, sagte es mit dem Herzen eines Schülers:(Zitat Mark Twain)"Es gibt Leute die einen Schuljungen verlachen und ihn leichtfertig und oberflächlich nennen. Dabei war es ein Schuljunge, der gesagt hat: 'Glaube ist, wenn man was glaubt und weiß, dass es nicht stimmt."(Zitat Mark Twain Ende).
Wir haben immer nur den Stand der Dinge Reklov. Und weil wir nicht alles wissen können, ist der Beweis erbracht, dass die Evolution nicht an einem Ende angelangt ist, sondern weitergeht. Im Gegensatz dazu, stehen alle monotheistischen Religionen im Zwang Endzeitszenarien zu postulieren, weil sie nur mit der Angst vor dem Weltende reüssieren können.
Dabei ist jetzt schon absehbar, nachdem man in vielen außerirdischen Gesteinsproben und spektralen Wahrnehmungen erkannt hat, dass das Leben einfach universell ist und mit oder ohne den Menschen weiter geht.

Ich will keine Denktraditionen streichen, zumal der Konfuzianismus und der Buddhismus einiges erhellendes beigetragen hat, geistesgeschichtliche Prozesse zu erforschen und die chinesische Kultur lange vor den Pharaonen und der Induskultur einer Hochkultur war. Da waren die Schriftensammlungen Lao Tse dir Sittenlehre des Konfutse noch lange nicht geboren.
Nur gibt es halt Denktraditionen die man überwinden muss. Der Buddhismus hat die Lebenswege der Menschen in seinem Wirkungskreis nicht verbessert. Im Gegenteil, der spirituellste Staat auf Erden, Indien, hat mehr Menschenverachtung ans Tageslicht gefordert, die nicht einmal der Fatalismus abmildern kann.
Das ist mit anderen Religionen auch so. Die Gemeinschaften verschlechterten mit Religion ihre Charakterstrukturen. So ist die Verantwortungslosigkeit immer dort am höchsten, wo am meisten zu Göttern oder Gott gebetet wird. Man delegiert die Verantwortung einfach an einen Gott, in dem Glauben, man könne sowieso nichts ändern, oder es gäbe eine Vorsehung. Mit solchen Denktraditionen sollte man bald brechen. Sie belasten die Zukunft der Menschen.

Ich will Sie nicht missionieren, Reklov , und dass es mir an Überzeugungskraft fehlt weiß ich selbst. Allerdings verfüge ich über genügend Urteilskraft, um nicht über die Frage von Rechthaberei diskutieren zu müssen. Meinung gegen Meinung, Reklov und hier können sie davon ausgehen, dass ich nichts von Zwang halte.
Weil die Religionen die falschen Lehren verbreiten, sollte man sie meiden. Aber ich werde mich nicht dazu hergeben, Religion verbieten zu wollen, aber sie sollte Privatsache sein und hat in der Öffentlichkeit nichts verloren wo es eine religiöse Omnipotenz gibt die schädlich ist. Sie haben mir ja mitgeteilt, dass sie mich als jemanden bezeichnen der viel schreibt. Ich habe keine Lust mit omnipotenter Manier die User vollzuschreiben und falls meine Texte unerwünscht sind, kann man das ja mitteilen. Mir macht es Spaß, während ich arbeite Texte zu verfassen. Auf die Menge(Masse) kommt es mir nicht an. Ich halte die Inhalte für entscheidend.
Sie müssen auch nicht meine Texte wiederholen um die ihren gegenüber zu stellen. gehen Sie davon aus, dass ich a) weiß was ich geschrieben habe unb) diese Texte auch verantworten kann.

Gruß gapping

Reklov Offline




Beiträge: 5.102

22.07.2015 18:59
#241 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat
Gerade der Entscheidungsträger in Sachen Jesus(Pontius Pilatus) entschied ja nicht in Kenntnis von irgendwelchen biblischen Geschichten. Schon gar nicht aus welchem Haus Jesus stammen solle.

@gapping,

... das ist richtig, nur - die Bibel sagt, dass Pilatus keine Schuld an Jesus finden konnte! (Muss man zunächst mal so stehen lassen, denn wenn man an allen Berichten aus der Vergangenheit zu zweifeln beginnt, dann kommen auch alle sog. Geschichtsbücher und Chroniken unter diesen Zweifel.)

Zitat
Aber auch das ist längst geklärt und dazu hätte es keines Nietzsche bedurft der da fragte:(Zitat Nietzsche) "Ist Gott eine Erfindung des Teufels?"

Die Gedanken von Nietzsche sind mir schon lange bekannt, auch dass der Mann in totaler geistiger Verwirrung seine letzten Jahre durchlebte. Gegen Nietzsche, den ich persönlich zu pessimistisch, ja schwermütig empfinde, steht eine Reihe ganz anders denkender Menschen. (Ich zähle mich auch dazu!)

Zitat
Aber ich kann Ihnen keine Aussichten machen, dass Ihnen jemals ein Gott begegnen wird.

Wie sollten Sie dies als "kleiner Erdenwurm" auch können?? Geschichtskenntnisse, die beileibe nicht alles sind, scheinen Sie ja genügend zu haben, an übergreifendem spirituellem Talent scheint es aber noch zu mangeln (wenn ich dies bemerken darf?)

Zitat
Im Gegenteil, der spirituellste Staat auf Erden, Indien, hat mehr Menschenverachtung ans Tageslicht gefordert, die nicht einmal der Fatalismus abmildern kann.

Indien ist vom Karma-Gedanken beseelt und man schaut dort auf die Armut als ein Ergebnis früherer Lebenssünden. Man glaubt dort auch, dass jeder einmal die wechselnden Rolle von arm und reich während vieler Lebenskurven kennen lernen muss und wird. (Klingt zwar versponnen, trägt aber eine kleinen Kern von Gerechtigkeit in sich.)
Zum Zitat von Mark Twain: "Es gibt Leute die einen Schuljungen verlachen und ihn leichtfertig und oberflächlich nennen. Dabei war es ein Schuljunge, der gesagt hat: 'Glaube ist, wenn man was glaubt und weiß, dass es nicht stimmt."(Zitat Mark Twain Ende).
Dies stimmt nicht immer, denn viele konnten z.B. ihre Ziele erreichen, weil sie daran glaubten - obwohl ihnen die Anderen totale Misserfolge in Aussicht stellten.

Zitat
Allerdings verfüge ich über genügend Urteilskraft, um nicht über die Frage von Rechthaberei diskutieren zu müssen. Meinung gegen Meinung, Reklov und hier können sie davon ausgehen, dass ich nichts von Zwang halte.

Auf die Urteilskraft eines Menschen kann man sich nur in seltensten Fällen verlassen, denn irren ist nun mal menschlich. Sollte sich aber einer in der Gottesfrage irren, so ist das auch nicht so tragisch, denn er weiß es ja nach seinem Tode nicht mehr, doch seine Glaube hat ihm evtl. helfen können, nicht vom rechten Weg abzukommen. Das ist doch auch schon mal etwas?

Ihre Texte empfinde ich keinesfalls als Missionierung und bleibe deswegen auch gerne weiter im Gespräch.

Zitat
Sie haben mir ja mitgeteilt, dass sie mich als jemanden bezeichnen der viel schreibt.

Manchmal schreibe auch ich viel, da man nicht alles in 3 Sätzen ausdrücken kann.
Gruß von Reklov

gapping Offline



Beiträge: 613

24.07.2015 12:29
#242 Reklov@ Antworten

Da nun die katholische Kirche(katolhu) ihren Frieden mit Rom, insbesondere mit dem Heide Konstantin machte, konnte man nicht gut aufrecht erhalten, dass die Röämer die Mörder des "Drittelgotts" Jesus sein könnten. Wäre Pontius Pilatus davon ausgegangen, dass Jesus schuldlos gewesen sei, hätte er die Mcht besessen, den Propheten(nach islamischer Lesart) Jesus vorm Kreuz zu retten. Schließlich besaß er die Macht und nicht Kaiphas, der ja lediglich eine Marionette Roms war. Nein, hier beugt sich das entstehende Christentum vor der Macht, die allein Anerkennung für die Religion geben konnte - was dann auch durch Konstantin geschah, der sich allerdings nur der christlichen Kämpfer versichern wollte, dieals besonders mutig galten.

Viele Atheisten sehen in Nietzsche als einen der Ihren, der zu seiner Zeit das aussprach, was viele dachten. Nietzsche war ein begnadeter Wortschöpfer, der die deutsche Sprache stilistisch bereicherte, ein Philosoph war er nicht. Nietzsche war ja letztendlich Christ, weil seine Intension war das Bild vom Übermenschen, den er in Cäsare Borgia(der Sohn des kriminellen Papstes Alexander VI.und Massenmörder) erkannte. Dieser Übermensch sollte ja letztlich in eine Person wie Jesus Christus münden, den Nietzsche als vollkommen betrachtete. Darum ist Nietzsche auch ein beliebtes Thema bei den geistlichen Gelehrten der christlichen Konfessionen. Ihn kann man am leichtesten widerlegen, seine Schwächen aufdecken und gleichzeitig in seine Zielen(Jesus Christus)Dass Nietzsche nicht nur physisch schwach war , sondern auch psychisch, kam darin zum Ausdruck, dass er seine nächsten Angehörigen schikanierte, besonders seine Schwester, die ihm gleichwohl die Treue hielt.

Natürlich Reklov, Sie dürfen alles bemängeln, denn am bemängeln Anderer hatten Christen noch nie einen Mangel. Dagegen an "Intelegere"(Einsehen) eine ganze Menge.

Auch in Indien sind die religiösen Entäußerungen und Emanationen aus dem "so tun als ob gewachsen. " Es sind die selben Aufarbeitungen von Minderwertigkeitskomplexen, wie in und mit allen anderen Religionen auch. Es besteht immer der Wunsch ein übersinnliches Gemächte als Bündnis zu haben, das einem die unbegreiflichen Phänomene zu überstehen hilft.
Welche Ziele wurde denn erreicht, Reklov? Meinen Sie jetzt beruflich oder in Sachen Authentizität, im geistigen oder in Erfolgen? Was meinen Sie welche Ziele das Christentum erreicht haben könnte, das der Menschheit, oder der Allgemeinheit zum Vorteil gereicht. Religion nützt nur denen, die für gleichrangig erachtet werden. Mit wem geht Gott oder die Religion ein Bündnis ein? Gott mit den Juden, das ist überliefert, nicht mit den Christen und nicht mit den Muslimen. Da ist nix überliefert.

Man kann ja schon im Ansatz versuchen den Irrtum zu vermeiden. Wenn dies nicht ganz gelingen kann, wie Sie richtig betonen, dann sollten sich Irrtümer keine Brücken abreißen.

Was das Geschichtsverständnis angeht ist eindeutig: Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann auch die Zukunft nicht kennen lernen.

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

25.07.2015 22:56
#243 RE: Reklov@ Antworten

Zitat
Viele Atheisten sehen in Nietzsche als einen der Ihren, der zu seiner Zeit das aussprach, was viele dachten. Nietzsche war ein begnadeter Wortschöpfer, der die deutsche Sprache stilistisch bereicherte, ein Philosoph war er nicht.


Nietzsche hat kein philosophisches System erschaffen, er lehnte philosophische Systeme sowieso als einengend für das Denken ab.
Und gerade darum ist auch Nietzsche ein waschechter Philosoph!
Seine Philosophie basiert aber ganz eindeutig auf den Grundlagen Kants und Schopenhauers (wenn er diesen auch später aus eher persönlichen Gründen ablehnte) - alles andere sind persönliche Einfärbungen und persönliche Deutungen.
Nietzsche fordert das persönliche Überdenken ALLER Positionen und lehnt jede blinde Übernahme irgendwelcher Systeme ab.
Ausdrücklich bezeichnet Nietzsche seine Sicht der Dinge eben nicht als der Weisheit letzten Schluss.
Wer also bei Nietzsche Wahrheiten sucht, der muss sich diese erst mal selbst erarbeiten.

»Das – ist nun mein Weg, – wo ist der eure?« so antwortete ich Denen, welche mich »nach dem Wege« fragten. Den Weg nämlich – den giebt es nicht!
Also sprach Zarathustra.

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

26.07.2015 08:50
#244 RE: Reklov@ Antworten

Zitat von Lukrez im Beitrag #243

Zitat
Viele Atheisten sehen in Nietzsche als einen der Ihren, der zu seiner Zeit das aussprach, was viele dachten. Nietzsche war ein begnadeter Wortschöpfer, der die deutsche Sprache stilistisch bereicherte, ein Philosoph war er nicht.

Nietzsche hat kein philosophisches System erschaffen, er lehnte philosophische Systeme sowieso als einengend für das Denken ab.
Und gerade darum ist auch Nietzsche ein waschechter Philosoph!
Seine Philosophie basiert aber ganz eindeutig auf den Grundlagen Kants und Schopenhauers (wenn er diesen auch später aus eher persönlichen Gründen ablehnte) - alles andere sind persönliche Einfärbungen und persönliche Deutungen.
Nietzsche fordert das persönliche Überdenken ALLER Positionen und lehnt jede blinde Übernahme irgendwelcher Systeme ab.
Ausdrücklich bezeichnet Nietzsche seine Sicht der Dinge eben nicht als der Weisheit letzten Schluss.
Wer also bei Nietzsche Wahrheiten sucht, der muss sich diese erst mal selbst erarbeiten.

»Das – ist nun mein Weg, – wo ist der eure?« so antwortete ich Denen, welche mich »nach dem Wege« fragten. Den Weg nämlich – den giebt es nicht!
Also sprach Zarathustra.




Deine Sicht teile ich im Wesentlichen.
Von allen antiken Philosophen stand er Heraklit am nächsten.
Beide sind große Frager, und beide verachten die stumpfe Masse, die Vielen.
Einer mir mehr als Zehntausend, wenn er vorzüglich ist, das könnte Nitzsche gesagt haben.
In gewisser Weise lebte Nitzsche das Leben Heraklits noch einmal, der den männlichen Bewohnern seiner Stadt Ephesos
empfahl, sie sollten sich alle aufhängen.
Nitzsche wirklich zu ergründen ist wohl kaum möglich, er ist zu tief für äußere Betrachtung.

Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

26.07.2015 09:01
#245 RE: Reklov@ Antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #244
Zitat von Lukrez im Beitrag #243

Zitat
Viele Atheisten sehen in Nietzsche als einen der Ihren, der zu seiner Zeit das aussprach, was viele dachten. Nietzsche war ein begnadeter Wortschöpfer, der die deutsche Sprache stilistisch bereicherte, ein Philosoph war er nicht.

Nietzsche hat kein philosophisches System erschaffen, er lehnte philosophische Systeme sowieso als einengend für das Denken ab.
Und gerade darum ist auch Nietzsche ein waschechter Philosoph!
Seine Philosophie basiert aber ganz eindeutig auf den Grundlagen Kants und Schopenhauers (wenn er diesen auch später aus eher persönlichen Gründen ablehnte) - alles andere sind persönliche Einfärbungen und persönliche Deutungen.
Nietzsche fordert das persönliche Überdenken ALLER Positionen und lehnt jede blinde Übernahme irgendwelcher Systeme ab.
Ausdrücklich bezeichnet Nietzsche seine Sicht der Dinge eben nicht als der Weisheit letzten Schluss.
Wer also bei Nietzsche Wahrheiten sucht, der muss sich diese erst mal selbst erarbeiten.

»Das – ist nun mein Weg, – wo ist der eure?« so antwortete ich Denen, welche mich »nach dem Wege« fragten. Den Weg nämlich – den giebt es nicht!
Also sprach Zarathustra.




Deine Sicht teile ich im Wesentlichen.
Von allen antiken Philosophen stand er Heraklit am nächsten.
Beide sind große Frager, und beide verachten die stumpfe Masse, die Vielen.
Einer mir mehr als Zehntausend, wenn er vorzüglich ist, das könnte Nitzsche gesagt haben.
In gewisser Weise lebte Nitzsche das Leben Heraklits noch einmal, der den männlichen Bewohnern seiner Stadt Ephesos
empfahl, sie sollten sich alle aufhängen.
Nitzsche wirklich zu ergründen ist wohl kaum möglich, er ist zu tief für äußere Betrachtung.




Friedrich Nietzsche war radikal im Denken.

Hier eins seiner Zitate: "Gelobet sei, was hart macht!"

Diesen Spruch soll auch Reichsführer-SS Heinrich Himmler in seinem Dienstzimmer als "Wandschmuck" benutzt haben.

Das soll nun nicht heißen, dass der Philosoph ein Wegbereiter des Nationalsozialismus war.
Man kann durchaus einiges aus seinen Schriften lernen, aber verstanden habe auch ich ihn nicht vollständig.

Reklov Offline




Beiträge: 5.102

27.07.2015 00:36
#246 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat
"Berichte" des Neuen Testaments?

Wie hoch war die Zahl der Autoren, die die Heilige Schrift verfasst haben sollen?

An welchen Bibelstellen beißt sich die "Berichterstattung" durch krasse Widersprüche?

@Direktkontakt,

an der Bibel (AT und NT) haben an die 40 Autoren in einem Zeitraum von etwa 1300 Jahren mitgewirkt!

Man findet darin: Sagen, Berichte, Chroniken, Gebete, Psalmen, Gedichte, Briefe, Predigten, Lieder etc.
Ich würde die Bibel als einen der wertvolleren Kulturschätze der Menschheit bezeichnen.

Dass sich in der Bibel Widersprüche eingeschlichen haben, muss noch nicht viel bedeuten, denn auch mancher sog. wissenschaftliche Bericht, z.B. über historische Ereignisse, hat mehrere Blick- und Standpunkte aufzuweisen - je nachdem, welcher Autor ihn verfasst hat!

Die Bibel ist nun mal kein wissenschaftliches Werk, sondern illustriert uns die Seelenlandschaften von Menschen, welche lange vor uns lebten, aber schon seinerzeit mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten!

Gruß von Reklov

Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

27.07.2015 13:06
#247 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #246

Zitat
"Berichte" des Neuen Testaments?

Wie hoch war die Zahl der Autoren, die die Heilige Schrift verfasst haben sollen?

An welchen Bibelstellen beißt sich die "Berichterstattung" durch krasse Widersprüche?
@Direktkontakt,

an der Bibel (AT und NT) haben an die 40 Autoren in einem Zeitraum von etwa 1300 Jahren mitgewirkt!

Man findet darin: Sagen, Berichte, Chroniken, Gebete, Psalmen, Gedichte, Briefe, Predigten, Lieder etc.
Ich würde die Bibel als einen der wertvolleren Kulturschätze der Menschheit bezeichnen.

Dass sich in der Bibel Widersprüche eingeschlichen haben, muss noch nicht viel bedeuten, denn auch mancher sog. wissenschaftliche Bericht, z.B. über historische Ereignisse, hat mehrere Blick- und Standpunkte aufzuweisen - je nachdem, welcher Autor ihn verfasst hat!

Die Bibel ist nun mal kein wissenschaftliches Werk, sondern illustriert uns die Seelenlandschaften von Menschen, welche lange vor uns lebten, aber schon seinerzeit mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten!

Gruß von Reklov



Demnach ist die Bibel also ein literarisches Produkt unter vielen anderen Menschenwerken?

Wieso steht ihr trotzdem eine exponierte oder dominierende Position zu?

Ist es ein Werkzeug von Akteuren, die Thron und Altar im beiderseitigen Interesse koordinieren?

Wer profitiert von dieser "Fleißarbeit" dank dem Team der sich widersprechenden Autoren?

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 670

17.08.2015 16:33
#248 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Viele Atheisten sehen in Nietzsche als einen der Ihren, der zu seiner Zeit das aussprach, was viele dachten. Nietzsche war ein begnadeter Wortschöpfer, der die deutsche Sprache stilistisch bereicherte, ein Philosoph war er nicht.

Nietsche war in erster Linie ein Kritiker der christlichen Religion. Atheist war er, der Altphiloge, der sich mit der griechischen Götterwelt beschäftigte, eher nicht. Er bedauerte sehr, dass das Christentum die sinnliche, heidnische Welt zerstört hatte.
________________________________________

Nietzsche hat kein philosophisches System erschaffen, er lehnte philosophische Systeme sowieso als einengend für das Denken ab.
Und gerade darum ist auch Nietzsche ein waschechter Philosoph!
Seine Philosophie basiert aber ganz eindeutig auf den Grundlagen Kants und Schopenhauers (wenn er diesen auch später aus eher persönlichen Gründen ablehnte) - alles andere sind persönliche Einfärbungen und persönliche Deutungen.
Nietzsche fordert das persönliche Überdenken ALLER Positionen und lehnt jede blinde Übernahme irgendwelcher Systeme ab.
Ausdrücklich bezeichnet Nietzsche seine Sicht der Dinge eben nicht als der Weisheit letzten Schluss.
Wer also bei Nietzsche Wahrheiten sucht, der muss sich diese erst mal selbst erarbeiten.


Ja, man muss Nietzsche kritisch lesen und darf sich nicht von seiner zuweilen fast besoffen machenden brillanten Sprache vereinnahmen lassen.
Er wollte kein System schaffen und keine Schule gründen. Er wollte ausdrücklich keine „Jünger“. Er sah sich quasi als einzigartiger Heros des Geistes, der „mit dem Hammer philsophierte“ oder: Ich bin kein Mensch, ich bin Dynmatik (da war er schon verrückt).

Nietzsche war zweifellos einer der grössen Philosophen, den die Menschheit hervorgebracht hat. Er wird heute noch auf der ganzen Welt und in allen Sprachen gelesen. Wir haben das Privileg, Nietzsche (wie auch Schopenhauer) im Originaltext lesen zu können, um welches uns viele auf der Welt beneiden. Russell und andere haben deswegen deutsch gelernt.

Nietzsche gehört zu den unsystematischen Lebensphilosophen und zu den Existenzialisten, von denen er (und Kierkegaard) als Vorgänger betrachtet wird. Heidegger hat Nietzsche hoch geschätzt.
Systematische Lebensphilosophen sind etwa Dilthey, Bergson Klages, welche je eine eigene „Metaphysik“ geschaffen haben, und natürlich Schopenhauer.

Nietzsche stiess zufällig auf das Werk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ von Schopenhauer, von dem er begeistert war. In einem Aufsatz hat er Schopenhauer als Erzieher genannt. Schopenhauer bezieht sich stark auf Kant, einer der wenigen Philosophen, die er wirklich achtete. Aber Nietzsche hatte mit der trockenen Erkenntnistheorie von Kant wenig am Hut.

Nietzsche liebte die Vorsokratiker (insbesondere Heraklit) und hasste Sokrates und seine Nachfolger. Die Gründe könnte ich jetzt nicht nennen, es gibt aber einen alten Aufsatz im Netz: Warum hasste Nietsche Sokrates? Es möge doch ein geschätzter Kollege diesen Aufsatz suchen und kommentieren.

Auch wenn der aus einem pietistischen Pfarrhaus stammende Nietzsche die christliche Krankengott Religion der Ressentiment-Geladenen heuchlerischen Zu-Kurz-Gekommenen aufs schärfste kritisierte und verfluchte („ich heisse das Christentum den einen grossen Fluch …“) blieb er im Inneren doch ein verzweifelter Gott-Sucher.

__________________________________________________
RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

17.08.2015 16:47
#249 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

18.08.2015 13:43
#250 RE: Woher kommt die "Seele"? Antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #249



Nietzsche war im weitesten Sinne Mystiker und Atheist nur im christlichen Sinne.
Dem Heraklit war er wesensverwandt, vor allem in der Verachtung der Masse, die er als stumpf, geistlos und vergnügungssüchtig sah.

Sein Verhältnis zu Sokrates war eher zwiespältig.
"Auf décadence bei Sokrates deutet nicht nur die zugestandne Wüstheit und Anarchie in den Instinkten: eben dahin deutet auch die Superfötation des Logischen und jene Rhachitiker-Bosheit, die ihn auszeichnet. Vergessen wir auch jene Gehörs-Hallucinationen nicht, die, als „Dämonion des Sokrates,” in's Religiöse interpretirt worden sind. Alles ist übertrieben, buffo, Karikatur an ihm, Alles ist zugleich versteckt, hintergedanklich, unterirdisch. — Ich suche zu begreifen, aus welcher Idiosynkrasie jene sokratische Gleichsetzung von Vernunft = Tugend = Glück stammt: jene bizarrste Gleichsetzung, die es giebt und die in Sonderheit alle Instinkte des älteren Hellenen gegen sich hat."

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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