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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 412 mal aufgerufen
 Christliche Kultur und Politik
gapping Offline



Beiträge: 613

20.07.2015 20:26
20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Da ist sie wieder, die Ehrung des Grafen Staufenberg. Man kann es kaum glauben, dass der Bundespräsident, die Bundesregierung und alle die mit Ihnen zusammenstehen einen Nazi würdigen, einen Rassisten auf den Sockel des Ehrwürdigen stellen.
Jeder kann wissen, dass Stauffenberg bis zu seinem Tod ein Nazi geblieben war.
Der Versuch, Hitler zu ermorden, war von der zunehmenden Tatsache motiviert, dass dieser ein Psychopath war. Daher musste der Adel, seinen Teil beitragen, Hitler zu beseitigen, nachdem er es war, der Hitler den Kanzlerstuhl bereitet hatte. Dass Stauffenberg mit diesem Attentat auch die "Ehrenrettung des Adels" bereiten wollte war selbstredend.
Für Stauffenberg bedeutete das nicht, die Nazi-Ideologie aufzugeben, die er kurz vor seiner Erschießung noch als positiv bewertete.
IN den Jahren vor seiner Hinrichtung hat Stauffenberg mit seinem Rassismus gegenüber den Völkern des Ostens, den Polen nicht hinterm Berg gehalten. Er belegte diese mit niederträchtigen , vom Rassismus geleiteten Aussagen. Daher muss man sich wirklich fragen, wieso die deutsche Regierung ausgerechnet diesen Mann ehrt, der als völlig unwürdig bekannt ist. Was leitet also die Regierung, den Bundespräsidenten, die Kirchen dahin, einen Rassisten und einen Nazi zu ehren und so zu tun, als wäre dieser man der Ehre wert?
Können dies die selben Gründe sein, die für die Ehrung und Huldigung Luthers dienen. Hier ehrt der Bundespräsident, die Kirche, 2017 sogar die katholische Kirche gleich mit einen Antisemiten, dem es leicht fiel die Worte von der Ausrottung der Juden zu gebrauchen. Hier macht sich der Bundespräsident, machen sich die Kirchen und die Regierung mit den Alt-und Neo-Nazis gemein, für die Luther ein Zeuge für deren eigenen Judenhass ist.
Wie ist das möglich, ohne dass hier Widerstand entsteht?
Vielleicht ist das systemimmanent und hängt dann auch mit der Tatsache zusammen, die sich seit 70 Jahren durch die deutsche Rechtsbarkeit zieht, dass die Geheimdienste, der Verfassungsschutz, Richter und Staatsanwälte auf dem "rechten Auge" blind waren oder sind? Darf ein Bundespräsident so blind sein?

Gruß gapping

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.199

20.07.2015 20:57
#2 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Zitat von Gapping
Man kann es kaum glauben, dass der Bundespräsident, die Bundesregierung und alle die mit Ihnen zusammenstehen einen Nazi würdigen, einen Rassisten auf den Sockel des Ehrwürdigen stellen.
Jeder kann wissen, dass Stauffenberg bis zu seinem Tod ein Nazi geblieben war.
Der Versuch, Hitler zu ermorden, war von der zunehmenden Tatsache motiviert, dass dieser ein Psychopath war.

Stauffenberg hätte den Krieg beendet. Er hätte kapituliert. Aber du hast recht, ein Anti-Nazi war er deshalb nicht. Weswegen tun wir dann so? Ich glaube, weil wir unsere Helden brauchen und die Gewissheit, dass doch nicht alle Nazis waren und Widerstand sich formierte. Aber wer über 10 Jahre Karriere (bis zum Oberst mit nur 37 Jahren!) bei denen machen konnte, war nationalistisch gebrieft, geprägt, und die große humanistische, demokratische Erleuchtung war es nicht, die Stauffenberg putschen ließ. Es war "nur" die Einsicht, den Krieg verloren zu haben. Es war ehrenhaft, dem Führer in die Arme fallen gewollt zu haben. Aber er war ein lupenreiner Nazi, diese kritische Distzanz nicht zu haben, finde ich ebenso schlimm!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

gapping Offline



Beiträge: 613

21.07.2015 12:42
#3 RE: 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Wäre nicht Georg Elser der Held gewesen, der alle Tugenden mitgebracht hätte, um ihm Ehre zu erweisen?

Elser war kein Rassist. Elser war kein Nazi und keiner der gedungen werden musste, für irgendeinen Teil der Bevölkerung ein Attentat zu begehen, um über ein Alibi vergessen zu machen, dass der Adel Deutschland zum 2. Mal in einen Weltkrieg bugsierte, wegen der Gier nach "Land im Osten", den "Kornkammern des Ostens" in denen der Adel dann, wie gehabt wieder die Gutshöfe eingerichtet hätte.

Geht man ins Archiv, findet den völkischen Beobachter, die Hetzschrift "Angriff" oder "Stürmer", in denen Adlige ihre Gastkommentare publizieren konnten, dann weiß man mehr um die Geschichte Deutschlands.
Berücksichtigt man dann, wie sich die Kirchen einbrachten (die Protestanten-Kirchen meldeten sich als erste judenfrei(Die Kirche von Gauck) und die katholische Kirche schweigt sich bis heute über die Begrüßung der Kurie für die Schwarzhemden Mussolinis.

Wie kann man also einen Nazi und Rassisten zum Helden machen und einen der kein Nazi war und kein Rassist der Vergessenheit anheim geben?

Gruß gapping

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.199

21.07.2015 12:59
#4 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Zitat von Gapping
Wäre nicht Georg Elser der Held gewesen,

Doch, ich bin der selben Auffassung wie du, in dem Fall. Man kann aber Stauffenberg auch für seinen Mut ehren, ohne ihn gleich zu einer Widerstandsikone schönzuschminken, die mit dieser Schminke besser zu verkaufen ist. Damals tickten fast alle anders, damals waren fast alle - im Vergleich zu heutigem Maßstab - "rassistisch". Die Menschen haben sich derart verändert in den letzten 70 Jahren. Und wir sehen doch, wie sehr auch unser Charakter von äußeren gesellschaftlichen Bedingungen geprägt ist. Wenn ich so sehe, wie z.B die political correctness heute eine Denkart schafft, die gegen die Islamkritiker hetzt, dann weiß ich, dass niemand von uns von seinem geborenen Wesen her in Anspruch nehmen kann, ein "guter Mensch" zu sein, ein Anti-Nazi, ein lupenreiner Demokrat und was weiß ich. Wir sind Nachkriegsgeborene und haben nur etwas mehr Glück als unsere Altvorderen gehabt.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

gapping Offline



Beiträge: 613

21.07.2015 23:06
#5 RE: 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Es mag ja sein Gysi, dass Du ein Nachkriegsgeborener bist - ich bin in die Kohl-Ära hinein geboren und habe mit einiger Zeit und Mühe an die Nachkriegszeit der Gründung der Bundesrepublik heran getastet, wobei mir die Lektüre der Romane von H. Böll eine entscheidende Hilfe war. Darum maße ich mir an, zu beurteilen, wieso Zeitläufte vor der Bundesrepublik und deren Inhalte Intelligenz, oder Einfühlungsvermögen, Humanismus oder aufrechten Charakter hätten behindern können. Die Menschen, zumal die aus dem damaligen Bildungsbürgertum verfügten über die gleichen Anlagen für Intelligenz und Wissen. Auch wenn das Wissen an Umfang beträchtlich zugenommen hat, sehe ich nicht wieso man in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehr rassistisch, mehr faschistisch eingestellt sein musste. Die Zeit verantwortlich zu machen halte ich hier für zu gewagt.
Vielmehr könnten es damals wie heute nicht auch die Medien gewesen sein? Etwa der Hugenberg-Konzern oder der Ehard-Verlag?
Mag ja sein , dass Intelligenz etwas mit Glück zu tun haben könnte; doch wer weiß, seitdem ich von einer Studie erfahren habe, in der man ein Kind aus einem brasilianischen Indianerstamm in einer europäischen Familie untergebracht hat, und dieses durch das bildungsbürgerliche Heim die Schule und Studium erfolgreich abschließen konnte, kann es nicht anders sein: Das Sein bestimmt das Bewusstsein.
Zugegeben, das Kaiserreich war kein Vorbild, aber man hatte schon eine größere Ahnung davon, dieses überwinden zu müssen. Dass heutige Medien wieder den Adel als Dauervorbildhaft darstellen ist ohne Frage eine Rückwärtsentwicklung ersten Ranges. Kann es gelingen die Gesellschaft wieder dahin zu manipulieren, dass sie dümmer wird wie das brasilianische Kind in der Studie und sie erneut auf die selben Kreise aus Adel, Großbürgertum und Kirche herein fällt?

Gruß gapping

gapping Offline



Beiträge: 613

24.07.2015 12:48
#6 RE: 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Die Frage: Wieso ehrt der Bundespräsident Gauck einen Nazi und Rassisten wenn er sich doch ansonsten gegen Nazis und Rassismus ausspricht. Wieso diese Doppelbödigkeit.
Oder de Maiziere, auch ein Kirchenmann, wieso ehrt oder huldigt der einen geistigen Wegbereiter des Faschismus, den Luther. Wieso ist er ein Anhänger dieser Person?

Wieso fühlt sich die Kanzlerin mit dem Hintergrund des Protestantismus der evangelischen Zugehörigkeit verpflichtet, die doch letztlich eine unheilvolle Rolle gegen die Deutschen spielte und spielt.

Ja den Erwin Huber, den kann man verstehen, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und dessen Vater wurde ja wegen unübersehbarer Uneinsichtigkeit ausmanövriert. Das waren aber Fälle wenn es nicht mehr anders ging.
Oder Käsmann auch eine Lutheranhängerin die gegen Rassismus und Antisemitismus predigt und gleichzeitig Luther als Gallionsfigur ihrer Kirche huldigt. Doppelbödigkeit bis zur Selbstverleugnung.

Oder der andere Ex-Präses Schneider argumentiert, rhetorisch versiert, um das Thema Luther herum und wird zu einem derer gehören die in der 500 Jahre 1517-Feier ganz vorne mit dabei sind. Luther war nicht der für den er ausgegeben wird, der sich um Staat und Volk auch nur eine Spur verdient gemacht hätte, sondern allenfalls staatstragend für die Fürsten. Das Volk war ihm nur wichtig solange Gefahr aus Rom bestand. Hinterher hat er es "beschissen".

Das ist eine Methode wie sie heute in breiten Kreisen der Unternehmenskultur und des Großbürgertums die sich als Patrioten ausgeben, praktiziert wird: "Vornerum staatstragend ins Horn blasen und hintenrum den Staat u seine Steuern bescheißen."

Gruß gapping

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.199

24.07.2015 14:36
#7  20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Zitat von Gapping
Die Frage: Wieso ehrt der Bundespräsident Gauck einen Nazi und Rassisten wenn er sich doch ansonsten gegen Nazis und Rassismus ausspricht. Wieso diese Doppelbödigkeit.
Oder de Maiziere, auch ein Kirchenmann, wieso ehrt oder huldigt der einen geistigen Wegbereiter des Faschismus, den Luther. Wieso ist er ein Anhänger dieser Person?

Weil wir an Göttern kleben und festhalten! Weil wir Negatives nicht wahrhaben wollen, das das Licht dieser Götter runterdimmt. Sag mal einem Stones-Fan, dass Mick Jagger ein scheiß Jet-Setter ist, der seine Jugendrebellion von damals nur noch bis zur Lächerlichkeit verzerrt runterspult. Rock-and-Roll-Industrie. "The great Rock-and-Roll-Swindle" (Sex Pistols). Dann prasseln die Gegenargumente. So ist das mit den Stauffenberg- und Luther-Fans auch. Dagegen kann man nur ohne Einsichtserwartung argumentieren.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

24.07.2015 15:56
#8 RE: 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Bei allen Respekt vor anderen Meinungen, aber wenn man als in einer Demokratie lebender Warmduscher den persönlichen Mut
eines Menschen in einer Gewaltdiktatur aus rein ideologischen Gründen so herunter reißt, dann empfinde ich das als widerlich.
Stauffenberg mußte damit rechnen, sein Leben zu verlieren, wir Heutigen sind meist schon zu feige, unsere Meinung öffentlich
zu vertreten, wenn sie gegen den Mainstream verstößt.

gapping Offline



Beiträge: 613

26.07.2015 12:18
#9 RE: 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Hallo Gysi,
ich wage es nicht Mick Jagger mit Gauck zu vergleichen. Mich Jagger ist Musiker.
Gauck jedoch kann wissen, dass Stauffenberg ein hemmungsloser Nationalsozialist bis zu seinem Tode geblieben ist. Dass er, Stauffenberg, durch Kriegsverletzungen ohnehin gehandicapt, bestimmt wurde, oder sich selbst bestimmt hat, mit dem Attentat die Ehre des Adels zu retten, der ja Hitler den Kanzlerstuhl bereitete, ist vielleicht tragisch, aber kein Grund diesen Rassisten Stauffenberg auch noch zu ehren.
Dass Gauck wissen könnte, dass Stauffenberg ein hemmungsloser Rassist war, ist ja von Stauffenberg selbst begründet. Er hat sich ja rassistisch geäußert.
Die Parallele besteht doch darin, dass Gauck's Geisteshaltung konkret nicht nur gewillt ist den einen Rassisten und Antisemiten Stauffenberg zu ehren, wie die Phalanx der meisten anderen Politiker im Bundestag auch, sondern auch den Antisemiten und Judenausrotter Dr. Martin Luther.
Lässt sich von daher nicht eine Tendenz in der Geisteshaltung des Gauck und der meisten anderen Politiker erkennen, die für die Ehrung von Rassisten und Antisemiten eintreten?

Gruß gapping

gapping Offline



Beiträge: 613

26.07.2015 12:23
#10 RE: 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Nun Reisender, wenn Sie den Mut hätten eine Meinung gegen den Mainstream zu vertreten, dann würden sie den Grafen Stauffenberg kaum als einen mutigen Menschen bezeichnen, der sich als Rassist und Nazi geoutet hat. Stauffenberg wollte mit dem Attentat auf Hitler Hitler umbringen, aber gleichzeitig den Nationalsozialismus als Staatsform beibehalten. Halten Sie das für ehrenhaft?
Halten Sie einen, der sich rassistisch über die Völker im Osten äußerte, für ein zu ehrendes Mitglied in einer humanistischen Gesellschaft?
Oder sind Sie am Ende nicht über die Geisteshaltung von Stauffenberg informiert?

Gruß gapping

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

26.07.2015 13:49
#11 RE: 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Zitat von gapping im Beitrag #10
Nun Reisender, wenn Sie den Mut hätten eine Meinung gegen den Mainstream zu vertreten, dann würden sie den Grafen Stauffenberg kaum als einen mutigen Menschen bezeichnen, der sich als Rassist und Nazi geoutet hat. Stauffenberg wollte mit dem Attentat auf Hitler Hitler umbringen, aber gleichzeitig den Nationalsozialismus als Staatsform beibehalten. Halten Sie das für ehrenhaft?
Halten Sie einen, der sich rassistisch über die Völker im Osten äußerte, für ein zu ehrendes Mitglied in einer humanistischen Gesellschaft?
Oder sind Sie am Ende nicht über die Geisteshaltung von Stauffenberg informiert?

Gruß gapping


Nun Lady, ob Nationalsozialismus oder Stalinismus, es waren Millionen Menschen, die diesen Zeitgeist folgten.
Sie alle als verachtenswerte Verbrecher zu sehen, zeugt von pervertierter Gesinnungsethik, zumal niemand von uns weis,
wie wir uns in dieser Zeit positioniert hätten.
Sie beschuldigen Staufenberg eines Gesinnungsverbrechen, bis zur Gesinnungsjustiz ist es nur ein kurzer Schritt.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.199

26.07.2015 14:42
#12 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Zitat von gapping
sondern auch den Antisemiten und Judenausrotter Dr. Martin Luther.
Lässt sich von daher nicht eine Tendenz in der Geisteshaltung des Gauck und der meisten anderen Politiker erkennen, die für die Ehrung von Rassisten und Antisemiten eintreten?

Also - ich glaube: ... nein. Das hat was mit der Psychologie zu tun, seine Helden zu halten. Das hat nicht unbedingt was mit Logik oder Realismus zu tun. Möglich ist allerdings, dass ein latent gelegter Rassismus das Bewusstsein unseres Präsidenten mitbestimmt. Aber wer will schon von sich behaupten, gänzlich rassismusfrei zu sein? Ideale Charaktere haben wir alle nicht. Oder? Schlimm ist, dass wir bei aller vorgeschobenden Antirassismusbeteuerung die Radikalislamisierung Europas nicht erkennen oder verdrängen. Statt sinnvoll was dagegen zu tun!

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gapping Offline



Beiträge: 613

28.07.2015 00:43
#13 RE: 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Kann es nicht sein, dass der Vertreter eines Landes, in diesem Falle des Bundespräsidenten Gauck, der gleich zwei Rassisten die Ehre erweist , dieser selbst ein Rassist sein muss? Da darf doch von Tendenz die Rede sein.
Man kann das mit Heldenverehrung verharmlosen, Gysi -, und wenn man etwas zu verlieren hat, dann muss man die Tatsache dieses Zustandes umschreiben, versucht, entgegen sonstigen klaren Worten, die unklaren Worte der Hintertürchens zu benutzen.
Im Alltag jedenfalls ist der, der Rassisten verehrt, dessen Verehrung als verachtenswert bezeichnet wird, nicht gesellschaftsfähig. Wieso ist der Bundespräsident Gauck gesellschaftsfähig wenn er sich der Verehrung zweier Rassisten schuldig macht. Lässt das nicht einen "tiefen" Einblick in die Verfassung der deutschen Gesellschaft zu?
Wenn Juden dies kritisieren, das ist klar, dann hat das historische Gründe und die Kritik wird akzeptiert. Über die Kritik von nicht-jüdischen Amerikanern und Briten kann man (ver)schweigen.
Wie ist es also um die innerdeutsche Kritik bestellt? Ist hier Anpassung nicht Überanpassung? Dass es diese Bürger sind, Kirchenvertreter, wie Gauck und de Maiziere, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt anmahnen, der durch sie selbst, als Vertreter des Neoliberalismus, gefährdet ist, zeigt doch wie sehr man über das Motto verfährt: "Haltet den Dieb" , während man sich selbst voll bedient.

Gruß gapping

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.199

28.07.2015 08:53
#14 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Die Herren (und Damen) da oben "baden gerne lau" (Wehner über Brandt). Sie (also Gauck & Co.) scheuen unnötige Konflikte. Und zu oft auch die nötigen. Das wäre eine Beschwerde beim Dt. Bundestag wert. Oder beim Spiegel, beim Stern. Dann wäre ich auf die Antwort gespannt.

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gapping Offline



Beiträge: 613

31.07.2015 00:59
#15 RE: 20. Juli als Lebenslüge des deutschen Staates antworten

Dem Bundestag sind diese Beschwerden seit langem bekannt. Jedenfalls dem letzten dem noch Schwanitz angehörte. Auch im Zusammenhang mit der Verschwendung von Steuermitteln an die Kirchen, wie z.B. die Zahlungen für Enteignungen(1803) durch die Fürsten, die heute noch immer als Ablöse getätigt werden, obwohl schon längst abgelöst ist, hat detaillierte Bekenntnisdebatten ausgelöst, in der sich sowohl die CDUCSU als auch die SPD für die Beibehaltung der Zahlungen stark gemacht haben.
Ebenso in der Debatte von der Trennung von Kirche und Staat, deren Vorbeten Legende ist, wo pro forma die Trennung dargestellt wird, die es de facto aber nie gegeben hat.
Auch hier hat sich der Bundestag und sein Präsidium stur gestellt und gemeint es bestehe kein Handlungsbedarf.
Aber wie offenbarte der CDU Abgeordnete Grindel im Deutschlandfunk so schön entlarvend: "Im Bundestag werden nur Schaufensterreden gehalten".

Gruß gapping

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