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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 112 Antworten
und wurde 3.973 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
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Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.313

28.09.2015 21:29
#101 RE: Religion entstand aus Lüge und Täuschung Antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #97

Zitat
Milliarden Menschen postulieren ein eigene Gottsvorstellung in manipulativer Interesse, sich damit die Umwelt ihren eigen Emotionalen Befindlichkeit gefügig zu machen. Sie reden dabei ständig von den unerforschlichen Ratschlüssen dieser Gottesvorstellung, von denen sie aber selbst nichts genaueres sagen können.


... also mir ist es ehrlich gesagt egal, wer an was oder wie immer auch glaubt! Ich würde auch nie jemanden auf meinen Weg ziehen wollen, auch wenn ich hier eine andere Position beziehe, als ein Atheist! - Ich respektiere die Weltanschauung des Einzelnen, solange er diese Freiheit nicht zum Schaden des Nächsten anwendet.
Dass Du aber so naiv bist und meinst, der Gottesgedanke lasse sich, wie eine auf dem Mars gefundene Gesteinsprobe, im Labor analysieren und als Ergebnis festhalten, wundert mich schon sehr!?


Nein, so naiv bin ich wirklich nicht. Von daher bin ich ziemlich überzeugt, dass der Gottesgedanke die ganz fiese Psychologie der Doppelmoral zugrunde liegt, die ganz tief in den Genen der Fortpflanzung verwurzelt ist. Was wir ja schon in einem anderem Thema diskutiert haben.

Hier geht es darum, was Religion mit Lüge und Täuschung zu tun hat.

Hinter der Eigenheit des Gottesgedanken, stehen immer Menschen, die sich mit diesem Gottesgedanken für die Besseren der Guten halten und also damit auch ihren Narzissmus befriedigen wollen. Damit benutzen sie diesen Gottesgedanken auch dazu, ihre eigenen "unfassbaren" Argumente als von höherwertiger Rangordnung zu apologetisieren/legalisieren und obwohl sie auf der Ebene der naturwissenschaftlichen Erklärung der Wirklichkeit, von dieser meist nicht mehr Ahnung haben, als eine Kuh von der Natur des Grases, das sie genüsslich frisst. (Der Vergleich stammt nicht ganz von mir, sondern von einem bekannte Physiker, der für die Erforschung der photoelektrischen Eigenschaften des Lichtes den Nobelpreis gekriegt hat, aber für eine andere "Art" der Wirklichkeitsinterpretation weit höhere Berühmtheit erlangte.)

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.






Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.313

28.09.2015 21:43
#102 RE: Religion entstand aus Lüge und Täuschung Antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #100

Zitat
Moral ist kein Diktat Gottes, sondern eine sehr vernünftige Strategie des Überlebens. Und Gott ist eine Strategie der Rechtfertigung, die eigene Moral moralischer zu halten, als die Moral der anderen. Das ist aber fiese Dopperlmoral,
@Perquestavolta,

... mit Moral alleine könnte keine Gesellschaft überleben! Dazu braucht es klare Gesetze. Diese aber sind nicht immer moralisch!
Einem Dieb wird in manchen arabischen Ländern heute immer noch die Hand abgehackt. - Wenige Landsleute aber wissen, dass z.B. Einbrecher im Deutschland des 17. Jahrhunderts mit dem Galgen bestraft worden waren.

Interessant ist, dass viele der 10 Gebote auch in unsere Gesetze aufgenommen wurden.




Das liegt daran, dass die 10 Gebote auch in jedem Wolfsrudel das Zusammenleben regeln, Reklov.

Die zehn Gebote können die meisten Menschen gar nicht aufzählen und trotzdem leben sie nach diesen mit anderen Menschen in Gemeinschaft.

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.






gapping Offline



Beiträge: 613

28.09.2015 23:16
#103 @Reklov Antworten

Ihre etwas naiven Thesen gehen von etwas aus was es nicht gibt, nämlich die Voraussetzung "Alles zu wissen". Wir können nicht alles wissen. Das bedeutet, dass wir uns in einem evolutionären Prozess befinden, in denen weder die Tonalität der Gitarre, noch mathematische Formeln ausgereizt sind. Eine Grundvoraussetzung mehr wissen zu wollen ist doch, gegen Wissen gerichtete Ansichten zu bewerten. Die Bestimmung darüber was Wissen ist, kann doch nur im Erleben des Alltäglichen und Humanen erarbeitet werden, und nicht in Vorstellungen, die davon abgekoppelt sind.
Religion ist von Wissen abgekoppelt und mit der Dominanz, wie Augustinus die Theologie über die Philosophie erhoben hat, gewannen Lüge und Täuschung ihre Vormacht gegenüber Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit.
Das setzt sich in allen religiösen Wahnvorstellungen fort und es ist hier doch kein Unterschied zwischen dem Elefantengott oder dem Heiligen Gott, oder dem Überich-Gott, der meint mit Musik und Mathematik etwas erklären zu müssen, das mit Musik und Mathematik nicht erklärbar ist, schon gar nicht Religion.
Hier bestimmen die sozialen Fragen und psychosozialen Konditionierungen das Geschehen der Zeitgeschichte und nicht Narciso Yepes oder die Kabbalistik.
Sich mit diesen Fragen zu befassen(die mathematisch und musikalisch nicht lösbar sind) war schon immer entscheidend, wenn es um das Zusammenleben der Menschen ging, ja dieses Zusammenleben hing entscheidend davon ab. Und das ist auch heute noch so.
Musik ist wichtig, auch Gitarre spielen. Dass man dies allein schon erlernen kann, erfordert eine hohe soziale Kompetenz und Bereitschaft Zeit dafür aufzubringen. Auch die Lehre der Mathematik ist ein hohes Gut. Falls Sie also wollen, Reklov, dass dieses Wissen um Musik und Mathematik verbreitet wird, was ich konzediere, dann müsste man doch die sozialen und humanen Voraussetzungen schaffen dass dies möglich sein kann.
Da die Religion dieses Können(sie betrieb die ersten Schulen)elitär verwaltete, war von vornherein klar, dass man nur ein er kleinen Schicht zubilligen wollte, kenntnisreich oder musikalisch talentiert zu sein. Die Sozialauswahl jedoch sollte auch immer die richtige Wahl sein. Wer sein Fundament auf Unwahrhaftigkeit aufbaut, kann auch keine richtige Auswahl treffen. Darum beklagen wir ja auch den Mangel an Kenntnis bei Politikern und Schülern und schicken sie dennoch in ein Turboabitur und Turbostudium von dem man von vornherein weiß, dass an Wissen nicht viel hängen bleibt. Das wiederum liegt darin bevorzugt, dass ein gewisser Kreis in der Gesellschaft immer nur bestimmte Berufsbilder abfordert, denen Rechnung getragen wird. Der Jobvermittler der sich nur mit Religion über Wasser halten kann, weil er sonst eingestehen müsste, keine soziale und humane Entscheidung abliefern zu können, was die Unwirklichkeit nur noch mehr vertieft.

Vielleicht haben Sie, Reklov, die soziale und humane Sicht beim Gitarre spielen oder Töne klimpern verloren. Das geschieht bei Künstlern sehr oft, denn sie müssen, um beauftragt zu werden immer wieder neu Anpassungen leisten, in denen ihr geist und Charakter deformiert wird. Das jedenfalls zeigen die Psychogramme von Künstlern, selbst bei denen, die sich als unangepasst ausgeben, um das Geschäft mit den Jugendlichen nicht aus dem Auge zu verlieren.

Nichts desto Trotz sollen Leistungen aus den schönen Künsten nicht profan oder banal geschmälert werden. Doch ein Geschäft, eine Profession, ein Handwerk das ohne Sozialität und Humanität ausgeübt wird, sollte keinen Verdienst erhalten.

Gruß gapping

gapping Offline



Beiträge: 613

29.09.2015 12:50
#104 Der Fadenschein im Religiösen Antworten

Neben dem Heiligenschein, eine der Scheinformen, die des Öfteren bei Christentmenschen auftaucht; ja sogar signifikant ein Phänomen bei Christentmenschen ist: Die Täuschung.
Der jüngste Fall der Verteidigungsministerin Leyen in Sachen Plagiate macht das mehr als deutlich, und, es erklärt, dass die Söhnchen und Töchterchen von maßgeblichen Kreisen natürlich auch in der Abfassung von Doktorarbeiten bevorzugt, privilegiert werden.
Dabei ist die Person Leyen bereits als Arbeitsministerin unangenehm aufgefallen. Manche werden sich an Ihre Ministerstationen erinnern und den jeweiligen Scherbenhaufen den die Leyen hinterlassen hat wahrgenommen haben.
Dennoch, wird sie als Töchterchen des ehemaligen Ministerpräsidenten Albrecht hochgeschrieben, hochgeschätzt und man kann davon ausgehen, dass sie ihre Täuschungen besser überstehen wird als der Guttenberg, der nicht erkennen wollte, dass mit dem Lügen und betrügen ja auch mal Schluss sein muss. Selbst der hat ja bei der BILD und in der CSU noch jenes Standing, das ihn willkommen heißt, was bedeutet, die würden den Guttenberg lieber heute als morgen wieder in der politischen Landschaft sehen. Man schert sich auch bei den bayerischen Christentmenschen nicht so sehr um die Wahrheit, Hauptsache: "a' Hund issa scho'"!
Nun hat ja der Vater der Leyen, der ehemalige Ministerpräsident Albrecht, Deutschland einen schweren Schaden zugefügt, in dem er mit einem Federstrich, gegen den Willen der niedersächsischen Bürger den unsicheren Salzstock zum sicheren Atommülllager bestimmte, was den Steuerzahler noch Milliarden € kosten wird.
Trotzdem die Leyen nun nicht weit vom Stamm des Albrecht gefallen ist, behalten diese Leute, die dem Staat schwerste Schäden zufügen alle Ehrenrechte und können sogar immer wieder neu, eben durch Frau Leyen politisch weit vorne mitbestimmen.
Das hat nicht mal die Schavan geschafft, die eine erhebliche Unterstützung von ihren Kirchenkreisen, der Cusanus-Gemeinde(eine katholische Gemeinschaft in der auch Lafontaine Mitglied ist) und der Landes- und Bundes-CDU erfahren hatte und ja angeblich gegen den Entzug des Doktortitels vorgehen wollte um diesen wieder zurück zu erlangen.
Ja sogar die GRÜNEN, als neue neoliberale Partei, haben der Schavan konzediert, dass sie eine "gute" Bildungspolitik gemacht habe(Turbo-Abitur und Turbo-Studium)dabei muss man sich nur erinnern, dass sie als baden-württembergische Kultusministerin genau gegen das gekämpft hatte, was sie im Bund dann umzusetzen bereit war.
Beide, die Leyen und die Schavan hatten eine besondere Fähigkeit mit un durchsichtiger Rhetorik ihr Licht leuchten zu lassen, alles schon mit weitschweifenden Worten verpackten, aber an Inhalten jeweils im vorhinein und im Nachhinein scheiterten. Das ist exakt das, was auch die Bundeskanzlerin Merkel begleitet und was man ihr nicht vergessen sollte, dass sie für ihre Unterschriften in Sachen Morsleben und Asse Milliarden Schäden gegen Deutschland zu verantworten hat und nicht mal der Ansatz geschieht, dass die Albrechts oder die Kanzlerin je für ihre Schadenanhäufung zur Rechenschaft gezogen werden.
Die Leyen hat großbürgerliche Kreise hinter sich, die bestimmen was in den Medien gesendet und in den Zeitungen steht, da lässt es sich frisch und frei immer wieder neu die Schadenssumme erhöhen, ohne dafür gerade stehen zu müssen, wobei die KITA-Geschichte noch der kleinste Flop der Leyen war.
Dass immer wieder Politiker aus der christlichen Partei, oder der neoliberalen FDP damit konfrontiert sind, in unredlicher Weise Titel erworben zu haben, kann kein Zufall sein, obwohl die christliche CSU in Bayern sich schon Schlimmeres geleistet hat, in dem sie den Otto Wiesheu zum Minister machte, obwohl der im Suff einen menschen totgefahren hatte. Das sind die, die dem Bürger verkaufen, sie würden für das Leben und seine Unversehrtheit eintreten und machen doch am meisten kaputt, häufen Schäden an,die fast nicht mehr beglichen werden können.
Vor allem an der Umwelt, deren Fahne die christlichen Gemeinschaften unablässig schwenken, haben sich die christlichen Partei in Bund und Land fortlaufend und permanent, zugunsten dubioser Firmengeflechte vergangen, dass seit langem die Bürger erkennen sollten: Diese Täuscher und Betrüger sind nicht mehr unsere Partei! Es wird Zeit!

Gruß gapping

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.313

29.09.2015 14:10
#105 RE: Der Fadenschein im Religiösen Antworten

[quote="gapping"|p3196201I

Nichts desto Trotz sollen Leistungen aus den schönen Künsten nicht profan oder banal geschmälert werden. Doch ein Geschäft, eine Profession, ein Handwerk das ohne Sozialität und Humanität ausgeübt wird, sollte keinen Verdienst erhalten.


[/quote]

Dass man die schönen Künste leben lassen soll, dem ist nichts entgegen zu setzen. Ob die schönen Künste immer in der Absicht ausgeübt werden, eine soziale und humane Dienstleistung für die Menschheit zu erbringen, ist aber wohl eher zweifelhaft. Kunst hat schon lange kaum noch etwas mit besonderem Können zu tun. Können tut jeder, auch das was er nicht kann.
Von daher ist "Kunst" im Laufe der Menschheitsgeschichte dazu verkommen, etwas zu können, wozu sich die meisten anderen nicht trauen. Kunst ist nach dem heutigen Verständnis von Kunst, die Inszenierung einer Provokation. Ob diese dann schön ist, liegt immer im Auge des Betrachters.

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.






Reklov Offline




Beiträge: 4.993

30.09.2015 00:13
#106 RE: @Reklov Antworten

Zitat
Nichts desto Trotz sollen Leistungen aus den schönen Künsten nicht profan oder banal geschmälert werden. Doch ein Geschäft, eine Profession, ein Handwerk das ohne Sozialität und Humanität ausgeübt wird, sollte keinen Verdienst erhalten.

@gapping,

...das eigentliche Wesen der Kunst ist FREIHEIT!!! - Spannt man aber Kunst für kommerzielle, religiöse oder politische Zwecke ein, verliert sie diese Freiheit und wird, nun da zweckgebunden und gesteuert, in der Regel nur Mittelmäßiges hervorbringen. Ich spreche hier von allen Kunstformen - nicht nur von der Malerei oder der Musik!
Kunst kann, muss aber nicht sozial oder human sein. Wirkliche Kunst entsteht meistens dann, wenn kein Geld im Spiel ist und der Künstler uns seine Sicht der Welt zeigt - entweder realistisch oder abstrahiert.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.993

30.09.2015 00:36
#107 RE: Der Fadenschein im Religiösen Antworten

Zitat
Kunst hat schon lange kaum noch etwas mit besonderem Können zu tun. Können tut jeder, auch das was er nicht kann.
Von daher ist "Kunst" im Laufe der Menschheitsgeschichte dazu verkommen, etwas zu können, wozu sich die meisten anderen nicht trauen. Kunst ist nach dem heutigen Verständnis von Kunst, die Inszenierung einer Provokation. Ob diese dann schön ist, liegt immer im Auge des Betrachters.

lPerquestavolta,

... das Wort Kunst soll, wie ich lesen konnte, von "künstlich" abgeleitet sein, nicht von "können"! -
Du irrst gewaltig, wenn Du meinst, Kunst habe schon lange kaum noch etwas mit Können zu tun!
Hohe Qualitätsmaßstäbe sind natürlich vorhanden, denn diese wurden und werden von den Könnern in versch. Kunstdisziplinen aufgestellt.
Wer z.B. versucht, eine Radierung anzufertigen, der wird merken, was für eine sichere und geniale Hand der alte Meister Rembrandt hatte.
Und wer glaubt, er könne abstrakt malen, der wird schnell merken, dass er noch weit entfernt ist, von dem, was z.B. ein Kandinsky schon in den 20er Jahren kompositorisch zu leisten vermochte.

Gruß von Reklov

gapping Offline



Beiträge: 613

30.09.2015 09:41
#108 RE: @Reklov Antworten

Sofern man nicht sozialisiert ist, kann Kunst auch unsozial sein. Das wichtige Motiv der Ökonomie engt Kunst ja eher ein als sie befreit.
Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie immer das wesentliche nicht benennen und das ist in der Kunst das Geld, das Mäzenatentum, die Werbung, der Kommerz.
Kunst aus Qualität, die herrührt vom Können, braucht diese Voraussetzungen und Einschränkungen nicht, bedient sich auch keiner Marktanalysen und insofern sind schon Unterschiede in den einzelnen Kunstsparten, bei den Genres und damit meine ich ihre verfehlte pauschale Auffassung über Kunst geklärt zu haben.
Verlässt Kunst die Basis Humanität, kann sie nicht human sein. Ein Künstler der aus dem Leben schöpft muss anerkennen, dass ihm nur das soziale Umfeld ermöglicht tätig zu sein und zu Wirken.
Die abgehobene Kunst, jene, die sich aus den elitären Ansichten speist braucht in der Regel den Werbeetat um gehört, gesehen und /oder erfahren zu werden. Und da beginnt elitäre Systematik Platz zu greifen, die dann nichts mehr mit Kunst und ihrer Freiheit zu tun hat. Natürlich will der Berufskünstler auch sein Einkommen sichern. Die Frage ist dann immer das wie und wer die Kunsttauglichkeit bestimmt. Hier ist die politische, die soziale und humane Stimmung in einer Gesellschaft ganz wesentlich und die kann gegen die Freiheit sein, wie man in Russland , China oder den USA und in vielen anderen Ländern sieht. Nicht umsonst sind gerade in religiösen und neoreligiösen Gesellschaften die Attacken auf Kunst und Künstler am größten oder es wird nur die Anpassung gefördert. Das hängt nicht vom Stil ab, sondern davon, dass Freiheit ohne Sozialität und Humanität erst gar nicht möglich ist.

Gruß gapping

Reklov Offline




Beiträge: 4.993

30.09.2015 18:53
#109 RE: @Reklov Antworten

Zitat
Das wichtige Motiv der Ökonomie engt Kunst ja eher ein als sie befreit.
Sie tun sich keinen Gefallen, wenn Sie immer das wesentliche nicht benennen und das ist in der Kunst das Geld, das Mäzenatentum, die Werbung, der Kommerz.

@gapping,

... das "wichtige Motiv der Ökonomie" habe ich ja in #106 kurz angesprochen. (?)

Gruß von Reklov

gapping Offline



Beiträge: 613

30.09.2015 20:47
#110 RE: @Reklov Antworten

das ist richtig Reklov, nur 106 und ihr Hinweis auf 106 passen nicht zu Ihrer Auffassung wie fern Religion in destruktiver Weise oder in nicht-destruktiver Weise in Kunst eingreift, und sowohl auf der einen, wie der anderen Art finanziell davon profitiert. Als Beispiel will ich nicht die kunstvoll geschaffenen Fenster im Kölner Dom erwähnen(Richter) sondern auf die Tradition der destruktiven Religion verweisen, inwiefern sie eine zerstörerische Kraft gegen Kunst ausübt und gleichzeitig behauptet, Hüterin von Kunst und Kultur zu sein.
Da ist das Beispiel Tillman Riemenschneider. Ihn kann man, ohne als größenwahnsinnig zu gelten, als einen der größten Kunstschaffenden bezeichnen, den Mitteleuropa hervorgebracht hat, auch wenn es sich um überwiegend religiöse Werke handelt, seine Motivation der Glaube an Gott war. Was hat ihm das genutzt, als er im Verließ des Würzburger Bischofs landete und danach nie wieder künstlerisch tätig sein konnte. Vor drei Jahren noch konnte man in Wikipedia lesen, die Schergen des Fürstbischofs hätten die Hände des Riemenschneider zerstört. Heute lesen Sie in Wikipedia, dass für diese Überlieferung keine Beweise vorlägen und das obwohl, ja exakt nach dem Kerker Riemenschneider nicht mehr künstlerisch tätig sein konnte.
Nehmen Sie den Komponisten Scheibe, der ein Werk in der Größe(Qualität) von Mozart geschaffen hat, wovon heute nur noch wenige Kompositionen veröffentlicht werden können, weil das meiste durch einen Brandanschlag vernichtet wurde. Scheibe war bekennender Atheist und aus diesem Grunde "konnte nicht sein, was nicht sein darf", dass ein Künstler außerhalb des religiösen Diktats zu überragender Kunst fähig sein sollte.

Doch nicht von jenen, von denen wenig die Rede ist, und deren Kunstschaffen nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, und die vor Langer Zeit ihr Werke schufen, allein soll die Rede sein , sondern auch von jenen, deren werke imposante Zeugnisse des Musikschaffens sind, aber im Verein von Kirche und Faschismus aus der europäischen Kunst hinaus expediert werden sollten. Dies in einer Weise, dass es selbst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu dramatischen Konfliktfällen wie im Fall des Dirigenten Otto Klemperer kam, als dieser in einem Schreiben an den Vorstand des Verbands "Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer(VDTM/kirchennah) folgende Zeilen richtete:(Briefzitat)

"Protest
Soeben lese ich mit tiefer Entrüstung von der Haltung des VDTM in puncto der deutschen Komponisten Mendelssohn und Mahler. Man hat den Eindruck, dass die Jahre des Schandregimes von 1933-1945 wieder da sind. Schämt sich der VDTM gar nicht, so Ungeheuerliches zu tun wie das Totschweigens Mendelssohns und Mahlers Gedenktagen? Vergisst der VDTM ganz, dass Mendelssohn das Gewandhaus und Mahler die Wiener Oper wie neu geschaffen hat? Schon die reproduktive Leistung dieser Künstler sollte nie vergessen werden. Nun aber erst die produktive Seite. Mendelssohn konnte seine Schottische Sinfonie der Königin Viktoria von England widmen. Mahlers 10 Sinfonien sind unmöglich zu vergessen.
Aber ich tue dem VDTM Unrecht. Wahrscheinlich sind an dem Totschweigen der Gedenktage die Kommunisten schuld. Sie sind überhaupt an allem schuld. Sie sind der Sündenbock, auf den alles Üble geschoben wird. Sie hatten ja auch im Februar 1934 den Reichstag angesteckt. Sie sind die Urheber des antisemitischen Rummels.
Hoffentlich fühlen Sie die Ironie meiner Worte. Wir Emigranten wissen sehr wohl woher das alles kommt. Nicht von den Kommunisten, sondern von den Faschisten, die in Deutschland immer noch die leitenden Stellungen innehaben. Der Rechtsstaat der von Hitler umgestoßen wurde, sollte wieder ein Rechtsstaat werden. Das wäre Gerechtigkeit im Namen der Kunst.
Vielleicht sollte ich dieses Schreiben mit den Worten beschließen:

Mit treudeutschem Gruß Heil Hitler!
Otto Klemperer" 13. Februar 1960(Briefzitat Ende)

Mit dem was Sie zeichnen Reklov können Sie doch dem Thema der religiösen Destruktivität in allen gesellschaftlichen Bereichen, somit auch der Kunst und Kultur, nicht gerecht werden. Zumal Ihnen jetzt ersichtlich sein sollte wie sehr die Kunst von dem Einfluss derer abhängt die ihre Emotionen manipulieren. Diese destruktiven Beispiele, 3 aus verschiedenen Epochen lassen sich beliebig fortsetzen, wenn man bedenkt, dass das Harenberg Komponisten-Lexikon(kirchennah)von 2001 den Komponisten Scheibe nicht einmal erwähnt. Dagegen hat der katholisch inspirierte WELT-BILD- Verlag in unrühmlicher Weise das "Zeitliche" gesegnet weil es mit trivialen "Fantasy-Schriften" den Markt zu überschwemmen suchte. Quasi Volksverdummung en gros, damit die Bürger den Sinn Senecas(Zitat)"Dem gemeinen Mann gilt Religion als wahr, dem Weisen als falsch und dem Herrscher als nützlich", (Zitat Ende) nicht begreifen.
Ob sie jetzt mit diesen Beispielen aus Fakten etwas anfangen können?

Gruß gapping

Reklov Offline




Beiträge: 4.993

01.10.2015 12:09
#111 RE: @Reklov Antworten

Zitat
Mit dem was Sie zeichnen Reklov können Sie doch dem Thema der religiösen Destruktivität in allen gesellschaftlichen Bereichen, somit auch der Kunst und Kultur, nicht gerecht werden. Zumal Ihnen jetzt ersichtlich sein sollte wie sehr die Kunst von dem Einfluss derer abhängt die ihre Emotionen manipulieren. Diese destruktiven Beispiele, 3 aus verschiedenen Epochen lassen sich beliebig fortsetzen, wenn man bedenkt, dass das Harenberg Komponisten-Lexikon(kirchennah)von 2001 den Komponisten Scheibe nicht einmal erwähnt. Dagegen hat der katholisch inspirierte WELT-BILD- Verlag in unrühmlicher Weise das "Zeitliche" gesegnet weil es mit trivialen "Fantasy-Schriften" den Markt zu überschwemmen suchte. Quasi Volksverdummung en gros, damit die Bürger den Sinn Senecas(Zitat)"Dem gemeinen Mann gilt Religion als wahr, dem Weisen als falsch und dem Herrscher als nützlich", (Zitat Ende) nicht begreifen.
Ob sie jetzt mit diesen Beispielen aus Fakten etwas anfangen können?

@gapping,

... alle Kunstdisziplinen (Malerei, Bildhauerei, Theater, Film, Literatur, Tanz etc.) waren und sind den "Mächtigen" stets suspekt, wenn sie merkten/merken, dass man damit auch Freiheitsbestrebungen, neue Ideen, beißende Kritik, Spott oder gar Umstürze herauf beschwören könnte.

Heute verbreitet sich eine sehr vielfältige "Kunst" durch die neuen Medien recht schnell über die ganze Erde und findet auf diese Weise ihr Publikum. Dies müssen auch die jeweiligen Gegnern aushalten und hierbei dürfen sogar religiöse Tabus verletzt werden. -

Wie schon gesagt: Das eigentliche Wesen der Kunst ist und bleibt: FREIHEIT!!! - ungeachtet aller Versuche, sie immer wieder für persönliche Zwecke einzuspannen!
Eine Zeit lang mag es "Mächtigen" gelingen, die Kunst zu kontrollieren. Die Geschichte zeigt uns aber, dass dies nicht immer fortwährend gelingen konnte und damit oft auch ihr eigenes Scheitern schon vorprogrammiert war.

Abraham Lincoln bemerkte seinerzeit (in einem anderen Zusammenhang!) ganz richtig: "You can fool all the people some of the time, and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time."

In diesem Sinne sollten wir darauf vertrauen, dass auch die "Freiheit der Kunst" immer versuchen wird, sich ihre Wege zu bahnen.

Gruß von Reklov

gapping Offline



Beiträge: 613

01.10.2015 13:10
#112 RE: @Reklov Antworten

Vor allem sollten Sie doch als Freund der Kunst selbstkritisch erkennen, dass sie nicht einmal im entferntesten sehen, dass Kunst prinzipiell gelenkt wurde/ist.
Die wenigen Künstler die sich eine unabhängige Meinung leisten könnten, weil ihr Einkommen dies zulassen würde, knicken vor der Diktatur der Kunst ein, weil sie um eben diese Einkommen fürchten, oder ihnen die Anerkennung versagt wird.
Ähnlich verhält es sich bei den Wissenschaftlern, die zwar nicht an Gott glauben, aber so tun als ob, weil sie fürchten beides, Einkommen und Reputation/Anerkennung zu verlieren.
Wo meinen Sie da eine Freiheit zu erkennen? Weil ein Musiker gut bezahlt wird und dafür geistliche Musik spielen darf?
Weil ein Wissenschaftler gut bezahlt wird und dafür den Mund hält.
Oder ein Unternehmer in seiner Vereinigung jeden Mist den andere fressen müssen, mitmacht, nur weil er die Gesellschaft missen wird, die sich als große Gesellschaft gibt und denen gerade diese Größe fehlt.
Ich bin selber Mitglied einer Unternehmensvereinigung und Sie können davon ausgehen, dass da viele Sachen besprochen werden, die der Kunst nicht gefallen und die der allgemeinen Gesellschaft nicht gefallen würden. Nicht bei den Festreden, wo sich auf salbungsvolles beschränkt wird, sozusagen die Selbstbeweihräucherung die auf der Sicherheit der Bündnisse von Adel, Kirche und Großbürgertum beruht.
Auf den kleinen Pfaden solcherlei Veranstaltungen, wo man immer genug Möglichkeiten für getrennte Besprechungen lässt usw.
Sie täuschen nach den Vorgaben Machiavellis, der den Fürsten vortrug(Zitat)"
"Ein Fürst muss im Betrügen und Verstellen ein Meister sein: die Menschen sind so einfältig und so den Bedürfnissen des Augenblicks ergeben, dass der Betrüger immer welche findet, die sich betrügen Lassen."(Zitat Niccolo Machiavelli Ende/Siehe Philosophie-Magazin "Hohe Luft" Ausgabe 1,Thema "Du sollst nicht lügen."
Es waren nie Künstler, die eine Umwälzung bestehender Systeme anstrebten, geschweige denn erreichten. Es waren immer die Bürger oder der von Nietzsche verachtete Pöbel, der sich erhob und mehr Gerechtigkeit einforderte. Natürlich haben bürgerliche Kreise und Philosophen zur Erkenntnis beigetragen, dass die Möglichkeiten eröffnet wurden, Missstände zu bekämpfen. Und siehe da, nicht die die gegen die Missstände kämpften zieren Straßen Gebäude und Plätze, sondern die, die Verursacher der Missstände waren. Das waren und sind die gleichen Leute die Kunst und Kultur beherrschen und für manch' einen Musiker, oder Dichter und Maler auch mal ein Krümel vom Kuchentisch herunterfällt.
Die Sache ist die, dass sich in der Tat die Kunst die Wege bahnt, die íhr geöffnet werden. Nein, ich meine jetzt nicht den Kardinal Meisner der bei den neuen Fenstern im Kölner Dom von "entarteter" Kunst sprach und damit die Wesensverwandtschaft von Faschismus und Religion einmal mehr verdeutlichte.
Es ist nicht besonders klug wenn man glaubt dass irgendwo "Freiheit" sei und es ist die gesetzte Freiheit von anderen, oft sogar wesensfremden Kreisen, die glauben lassen, es sei eine Label, eine Mode, eine Komposition begründet, ohne ihren Einfluss. Alles andere tummelt sich dann in der Subkultur und wir kennen ja alle die Durchlässigkeit von Subkultur zur Kultur, die in etwa so durchlässig ist, wie die Studiererlaubnis für die Unterschichten(aus Arbeiter und Angestelltenverhältnissen)und alle können wissen, dass es an Durchlässigkeit fehlt und dennoch ist sie das wahre Leben!
Das sagt Ihnen nichts, Sie sind zu alt um sich Turbo-Abitur und Turbostudium vorstellen zu können und argumentieren aus dem Wolkenkuckucksheim. Schön für Sie, da müssen Sie nicht so viel denken und können ganz für sich bleiben. Sie können aber auch mitteilen wo sie etwas ausstellen, oder ein Konzert geben, damit ich Ihrer Freiheit gewahr werden kann.

Gruß gapping

Reklov Offline




Beiträge: 4.993

02.10.2015 12:53
#113 RE: @Reklov Antworten

Zitat
Das sagt Ihnen nichts, Sie sind zu alt um sich Turbo-Abitur und Turbostudium vorstellen zu können und argumentieren aus dem Wolkenkuckucksheim. Schön für Sie, da müssen Sie nicht so viel denken und können ganz für sich bleiben. Sie können aber auch mitteilen wo sie etwas ausstellen, oder ein Konzert geben, damit ich Ihrer Freiheit gewahr werden kann.

@gapping,

... mit 69 J. bin ich (Gott sei Dank!) noch bei völlig klarem Verstand und habe den Jüngeren das Kapital der Lebenserfahrung voraus, welches sich ja bei manchen Entscheidungen als unbezahlbar erweisen kann.
Es gibt viele Maler u. andere Künstler (nicht nur mich!), die, weil sie finanziell unabhängig sind, ohne Rücksicht auf Strömungen des Kunstmarktes, ihr Ding durchziehen können! - Dabei sollte man diese große Gruppe auch nicht gleich in ein "Wolkenkuckucksheim" einsortieren wollen.

Ich kenne, da ich selbst 39 Jahre an Bühnenerfahrung besitze und in einer erstklassigen fusion-Band als Solo-Gitarrist und Sänger "gearbeitet" habe, auch eine Anzahl von Jazz-Musikern, welche mutig ihren Stil spielen, ohne sich von anderen drein reden zu lassen. Ihre Musik erscheint zwar unter keinem label, aber gerade deswegen sind sie auch von der Musik-Industrie nicht geknebelt - also völlig frei! -

Während meiner "aktiven" Musikerzeit war ich ebenfalls frei, da meine Haupteinnahmequelle eine andere war!
Manche "von uns" unterrichten als Musiklehrer, andere üben einen ganz anderen Hauptberuf aus, spielen aber dennoch "höllisch" gut, da sie, wie ich, ihr Instrument schon von frühester Jugend an gründlich erlernt haben und dabei auch das nötige Talent geduldig reifen lassen konnten. Auch als "Freizeit-Musiker" kenne ich (bis heute!) tägliche Übungszeiten!

Mit meiner Malerei hatte ich "kleine" Erfolge und verkaufte die Bilder in privaten Kreisen! Um Galerien machte ich aber stets einen weiten Bogen, da diese beim Verkauf eines Bildes gleich bis zu 60% für sich einstreichen! Anfängliche Ausstellungen habe ich bald wieder aufgegeben, da der Zeitaufwand (Organisation etc.) in keinem Verhältnis zur "Belohnung" steht.

Jedes meiner Bilder ist ohne Zeitdruck oder Kundendiktat völlig >in Freiheit< entstanden und ich konnte mich stets nur schwer von meinen "Kindern" trennen, aber mein großer Bekanntenkreis reichte mich immer wieder an neue Interessenten weiter. Für (m)ein Bild, das meistens von einer surrealen Idee getragen wird, brauche ich oft Tage, die zunächst nur mit kleinen Skizzen ihr "Ziel" ansteuern. Wenn ich das Gefühl habe, die Sache ist perfekt, folgt die rein handwerkliche Ausführung, welche, je nach Größe, 1 - 2 Wochen dauern kann.

Mein Skizzenbuch ist mein eigentlicher Schatz, denn meine Ideen sammle ich fortwährend, auch während meiner Reisen. Würde ich alle Skizzen farbig ins Reine übertragen wollen, bräuchte ich noch viele Jahre an Ausführungszeiten! Zur "Freiheit" gehört aber auch, dass man nicht gezwungen ist, sich alle Tage an den fisch im Atelier zu fesseln!

Gruß von Reklov

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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