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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 347 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

06.03.2016 13:23
#176 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Gysi
Aber wem dienst du deine geistige Kraft an: der WTG, Gott? Deiner Angst vor ihm? Deiner Intuition, deiner Denkfreiheit? Also der Wahrheit, resp. einer Annäherung an sie?

Es geht immer um das Streben nach Wahrheit. Ich habe keine Angst während dieses Strebens auf dem Erkenntnisweg auch auf Gott zu treffen.

Auch du strebst nach Wahrheit! Und auch du hast deine Überzeugung, die dich zu einer Denkart verpflichtet, die ihr gerecht wird. Unsere Überzeugungen mögen verschieden sein. Aber wir (beide) streben nach Wahrheit. Die gegensätzlichen Positionen sind bekannt und werden immer wieder durchdiskutiert. Der Fokus sollte dabei (meiner Meinung nach) aber auf die Gemeinsamkeiten ausgerichtet sein. Was uns trennt - das wissen wir. Aber was verbindet uns?


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Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

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Reklov Offline




Beiträge: 5.031

06.03.2016 13:44
#177 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat
Die Religionserziehung hatte mir nicht gutgetan. Gut tat und tut mir die Befreiung von der Religion!

Gysi,

... irgendwann sollte jedes Kind sowohl die Erziehung der Eltern, wie auch ein evtl. von der Kirche verpasstes Dogma ablegen/überwinden und einen eigenen "geistigen Weg" gehen können. Man darf weder seinen Eltern, noch den Dogmen-Lehrern nachträglich zürnen, sondern sollte diese mit entsprechender Nachsicht betrachten und einsehen, dass sie eben nur mit ihren Möglichkeiten agieren konnten oder durften!
Ich persönlich brauchte mich von nichts "befreien", sondern habe einfach losgelassen und bin auf einen eigenen Weg eingebogen.

Betrachtet man sich z.B. das katholische Dogma, welches uns den "einzigen sündenfreien Besten" als von Gott akzeptiertes Pfand für die Verfehlungen der Menschheit vorstellt, so hinkt dieser Gedanke daran, dass ein "Höchstes Wesen" (meiner Meinung nach!) keinesfalls ETWAS sein kann, das sozusagen "den Besten" als Geisel akzeptiert, um all die Anderen, welche ja auch von ihm "geschaffen" worden waren, als gerettet zu betrachten, nur weil sie "glauben" können! Solche raffinierte psychologische Fesseln können natürlich nur solche Priesterkasten schmieden, welche die stets nur schwer beherrschbare Menschheit irgendwie, im Verbund mit den Regenten, in den Griff zu bekommen versuchten/versuchen. Das geht über das "schlechte Gewissen" (schon bei Kindern!) eben am besten!

Ein "Erwachsener" sollte aber solche Dinge erkennen und ohne Gram entsprechend einordnen können, spirituelle Gedanken auch auf ganz anderen Ebenen ansiedeln. - Gerechtigkeit sollte man aber bei einem so gedachten "Höchsten Wesen" keinesfalls ausschließen! - Ich denke jedoch, dass jeder Einzelne von uns seine mehr oder weniger intensiven "Privat-Lektionen" erhält - nicht als Strafe, sondern als Chance für eine persönliche Weiterentwicklung.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.383

06.03.2016 15:37
#178 Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Snooker
Ich habe keine Angst während dieses Strebens auf dem Erkenntnisweg auch auf Gott zu treffen.

Ich auch nicht. Denn ich rechne nicht damit. Aber bist du mit deiner Geistesarbeit wirklich zufrieden?

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.383

06.03.2016 15:44
#179 Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Reklov
... irgendwann sollte jedes Kind sowohl die Erziehung der Eltern, wie auch ein evtl. von der Kirche verpasstes Dogma ablegen/überwinden und einen eigenen "geistigen Weg" gehen können.

Nur wenige schaffen das. Die einen mehr, die anderen weniger. Die Kraft der Prägung im Kindesalter schränkt Entwicklung mehr ein als mancher meint.

Zitat
Man darf weder seinen Eltern, noch den Dogmen-Lehrern nachträglich zürnen,

Darf man nicht? Darf man doch! Es ist sogar falsch, dem nicht zu zürnen, der nicht bereuen kann!

Zitat
Ein "Erwachsener" sollte aber solche Dinge erkennen und ohne Gram entsprechend einordnen können, spirituelle Gedanken auch auf ganz anderen Ebenen ansiedeln.

Du bist dir sehr gewiss, richtig zu "erkennen"...

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

06.03.2016 21:24
#180 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Gysi
Ich auch nicht. Denn ich rechne nicht damit. Aber bist du mit deiner Geistesarbeit wirklich zufrieden?

Warum sollte ich es nicht sein? Sollte ich erst dann zufrieden sein, wenn ich Atheist bin? Ich bin mit meiner Geistesarbeit so zufrieden, wie du mit der deinen zufrieden bist. Zumindest was das Verständnis der Grundlagen unserer jeweiligen Überzeugungen betrifft.


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Gysi Offline

Atheist


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07.03.2016 08:20
#181  Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Snooker
Ich bin mit meiner Geistesarbeit so zufrieden, wie du mit der deinen zufrieden bist. Zumindest was das Verständnis der Grundlagen unserer jeweiligen Überzeugungen betrifft.

DAS ist der Unterschied zwischen uns beiden: Mein Argumentationsfaden dient nicht der Verteidigung einer Überzeugung, aus dem gewinne ich sie erst!
Ich argumentiere nicht als der Generalsekretär einer AP, einer Atheistischen Partei. Du musst jedoch die WTG verteidigen, denn sie ist deine "Partei".

Wenn ich mich an Heiner Geißler als den Generalsekretär (sowas wie ein Propagandaminister) der CDU (unter Helmut Kohl) erinnere , mein lieber Scholli: Damals war er der rechte Bluthund, heute redet er wie ein SPD-Linker! Das geschieht, wenn man seiner parteilichen Pflicht entbunden ist...

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


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07.03.2016 08:48
#182 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Gysi
DAS ist der Unterschied zwischen uns beiden: Mein Argumentationsfaden dient nicht der Verteidigung einer Überzeugung, aus dem gewinne ich sie erst!

Woran machst du deine Beurteilung, dass es bei mir "anders" sei, fest?

Zitat von Gysi
Ich argumentiere nicht als der Generalsekretär einer AP, einer Atheistischen Partei. Du musst jedoch die WTG verteidigen, denn sie ist deine "Partei".

Vor einiger Zeit hattest du uns hier im Forum ganz konkret die "Partei der Humanisten" vorgestellt. Erinnerst du dich? Auch Atheisten formieren sich in Interessenverbänden, seien es die Brights, IBKA, GBS, oder eben eine Partei der Humanisten. Auch für dich gibt es also viele Positionen zu verteidigen. Vor allem aber verteidigst du dein Verständnis von Demokratie. Und genau davon lebt auch der Dialog! Rede - Gegenrede


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Gysi Offline

Atheist


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07.03.2016 09:27
#183 Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Snooker
Woran machst du deine Beurteilung, dass es bei mir "anders" sei, fest?

Weil du an den Zeugen Jehovas gebunden bist!

Zitat
Vor einiger Zeit hattest du uns hier im Forum ganz konkret die "Partei der Humanisten" vorgestellt.

Ich bin der PdH nicht hörig. Ich hatte sie kritisch ausgewählt und dann im Forum vorgestellt. Außerdem empfehle ich nicht mehr, die Partei zu wählen, falls sie 2017 sich zur Wahl stellt. Du bist an die ZJ tief gebunden, die Brights oder Atheisten anderer Vereine sind es weniger. Sie haben keinem Gott, dem sie dienen und der sie bestraft, wenn sie es denn nicht mehr tun. Es gibt gewiss auch unter denen Parteihörige. Manno, ICH bin es jedenfalls nicht. Warum sehe ich dich so, als - sorry - "Parteihöriger"? Weil ich nie einen kritischen Satz über die ZJ von dir gelesen habe!

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Athon Offline




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07.03.2016 09:59
#184 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

@Gysi

Zitat
Weil ich nie einen kritischen Satz über die ZJ von dir [SnookerRI] gelesen habe!


Das würde sich auch ziemlich schwierig gestalten, können sich die ZJ doch jederzeit auf die Bibel als schriftlich fixiertes "Parteibuch" berufen. Die ZJ kritisieren hieße, Jehovas Worte anzuzweifeln.
Zweifeln und kritisieren können ZJ stets nur auf der weltlichen Bühne. Atheisten dagegen sind mangels "Parteibuch" in der Lage, beide "Veranstaltungen" zu besuchen und nötigenfalls kritische Fragen zu stellen.

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

07.03.2016 10:18
#185 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Gysi
Weil du an den Zeugen Jehovas gebunden bist!

Aus meinem Argumentationsfaden habe ich diese Überzeugung gewinnen können.

Zitat von Gysi
Du bist an den ZJ tief gebunden, die Brights oder Atheisten anderer Vereine sind es weniger. Sie haben keinem Gott, dem sie dienen und der sie bestraft, wenn sie es denn nicht mehr tun. Es gibt gewiss auch unter denen Parteihörige. Manno, ICH bin es jedenfalls nicht.

Darüber kann ich nicht urteilen. Verständlich ist deine Ansicht insofern, als dass du eine Bindung an eine religiöse Überzeugung als Gefangenschaft bezeichnest, bei der Angst und Unwissen entscheidende Faktoren sind. Zu berücksichtigen ist auch deine persönliche Erfahrung, dein Empfinden von Religion in der Vergangenheit:

Zitat von Gysi
Die Religionserziehung hatte mir nicht gutgetan. Gut tat und tut mir die Befreiung von der Religion!



Unter diesen Umständen mag es schwerfallen sich vorzustellen, dass es heute Gläubige gibt, die es aus Überzeugung sind (nach eigenständiger Denkarbeit), nicht weil die Tradition oder sonstige gesellschaftliche Einflüsse dies erfordert hätten, und man sich als Gläubiger deswegen wie ein "Gefangener" fühlt, der sich aus der gefangenschaft befreien müsste.

Zitat von Gysi
Warum sehe ich dich so, als - sorry - "Parteihöriger"? Weil ich nie einen kritischen Satz über die ZJ von dir gelesen habe!

Ich zweifle daran, dass ein Atheist die Kritik eines Theisten an seinem Glauben als solche wahrnehmen kann, solange der Theist Theist und bei seinem Glauben bleibt. Du selbst sagst es doch in Bezug auf den Islam:

Zitat von Gysi
Der beste Weg einen gläubigen Moslems in die Demokratie ist der Weg ins Ex-Muslimen-Sein!

Das scheint für viele Atheisten die einzige vernünftige Schlussfolgerung aus der Kritik am Glauben zu sein.

Bei Dawkins kann man zum Beispiel keinen kritischen Satz über den Atheismus lesen. Im Gegenteil! Ist er demnach "parteihörig"?


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SnookerRI Offline

Soul-Societist


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07.03.2016 10:25
#186 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Athon
Atheisten dagegen sind mangels "Parteibuch" in der Lage, beide "Veranstaltungen" zu besuchen und nötigenfalls kritische Fragen zu stellen.

Wie kritisieren Atheisten denn ihre eigene "Veranstaltung" auf der weltlichen Bühne?


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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.383

07.03.2016 13:11
#187 Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Snooker
Bei Dawkins kann man zum Beispiel keinen kritischen Satz über den Atheismus lesen. Im Gegenteil! Ist er demnach "parteihörig"?

Dawkins stellt Schlussfolgerungen aus dem an, was wir Menschen schon wissen. Er glaubt nicht an einen Gott, weil dieser Gottglaube nach seiner Argumentation widersinnig ist (wg. der "unendlichen Regression"). Deine Paradigmen sind die Bibel und die Exeges der ZJs. Das ist zu dünne.

Zudem und gerne immer wieder wiederholt: Der Wissenschaftler hält die Antithese hoch, den Widerspruch. Das tut auch Dawkins. Es gibt nur keine Falsifikation der Thesen, auf die Dawkins Nichtglaube beruht! Jetzt kannst du sagen: Der glaubt das, und ich glaube das. Aber lass dir sagen, dass Dawkins am Erkenntnispfad sauberer arbeitet (wg. seiner Fahigkeit zum inneren und äußeren Widerspruch!), als das die ZJs - inkl. dir - tun.

Ansonsten habe ich dir ja zugegeben, dass deine rhetorische Verteidigung der Position der Zeugen Jehovas eine große Leistung ist! Eine propagandistische Leistung - sie erfordert natürlich Strategie und Intellekt, ohne Frage. Aber was du hier abziehst, ist keine produktive Kommunikation, die Verständnis, Lernenwollen und wirkliche Lehre bringt. => Diese Kommunikation ist kein Informationsstrom, sondern propagandistische DESinformation. Eben gute Arbeit eines Generalsekretärs einer Partei... So werden all die schönen Worte verbrannt, und sie bringen nichts. Auch dir nicht. Oder?

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Athon Offline




Beiträge: 2.277

07.03.2016 14:32
#188 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

@SnookerRI

Zitat
Wie kritisieren Atheisten denn ihre eigene "Veranstaltung" auf der weltlichen Bühne?


Nach eigenen Wertvorstellungen, die sich naturgemäß individuell unterscheiden. Der eine kritisiert Merkels Flüchtlingspolitik, ein anderer das Abholzen eines alten Baumes und ein Dritter die Negierung der globalen Kugelform. Jeder so, wie er möchte. Du wirst vermutlich einwenden, dass dies nur Erscheinungsformen eines zugrundeliegenden Naturalismus seien und der Naturalismus an sich durch diese Kritik nicht berührt wird. Dem würde ich entgegenhalten, dass beispielsweise einem Zeugen Jehovas noch nicht einmal eine solche individuelle und ggf. von der Lehrmeinung der LK oder WTG abweichende Bewertung möglich ist, weil es eben nur eine Erscheinungsform gibt.

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

07.03.2016 14:36
#189 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Gysi
Dawkins stellt Schlussfolgerungen aus dem an, was wir Menschen schon wissen. Er glaubt nicht an einen Gott, weil dieser Gottglaube nach seiner Argumentation widersinnig ist (wg. der "unendlichen Regression").

Einen anderen Schluss kann Dawkins ja seiner Argumentation nach nicht zulassen. Was der Mensch nicht nachweisen kann, gibt es nicht. Das ist in Bezug auf die Gottesfrage auch nicht gerade "dicker"...

Zitat von Gysi
Zudem und gerne immer wieder wiederholt: Der Wissenschaftler hält die Antithese hoch, den Widerspruch. Das tut auch Dawkins. Es gibt nur keine Falsifikation der Thesen, auf die Dawkins Nichtglaube beruht!

Deshalb kann auch ein Dawkins seinen Nichtglauben nicht wissenschaftlich begründen. Diesen Eindruck will er aber durch seine Argumentation schaffen.

Zitat von Gysi
Aber lass dir sagen, dass Dawkins am Erkenntnispfad sauberer arbeitet (wg. seiner Fahigkeit zum inneren und äußeren Widerspruch!), als das die ZJs - inkl. dir - tun.

Na klar! Wie äußert Dawkins seinen inneren und äußeren Widerspruch seiner eigenen Argumentation gegenüber?

Zitat von Gysi
Aber was du hier abziehst, ist keine produktive Kommunikation, die Verständnis, Lernenwollen und wirkliche Lehre bringt. => Diese Kommunikation ist kein Informationsstrom, sondern propagandistische DESinformation. Eben gute Arbeit eines Generalsekretärs einer Partei... So werden all die schönen Worte verbrannt, und sie bringen nichts. Auch dir nicht. Oder?

Jedes "schöne Wort" hat seine Bedeutung und Aussagekraft. Und dennoch bringt es DIR etwas anderes als MIR. Was ist denn für dich das Ziel einer produktiven Kommunikation, die Verständnis, Lernenwollen und wirkliche Lehre bringt? Können Theisten das deiner Meinung nach überhaupt erreichen? Es scheint, als müssten Theisten erst mal Atheisten werden wollen, damit sie den Erkenntnispfad beschreiten können.


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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

07.03.2016 15:01
#190 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Athon
Nach eigenen Wertvorstellungen, die sich naturgemäß individuell unterscheiden. Der eine kritisiert Merkels Flüchtlingspolitik, ein anderer das Abholzen eines alten Baumes und ein Dritter die Negierung der globalen Kugelform. Jeder so, wie er möchte. Du wirst vermutlich einwenden, dass dies nur Erscheinungsformen eines zugrundeliegenden Naturalismus seien und der Naturalismus an sich durch diese Kritik nicht berührt wird. Dem würde ich entgegenhalten, dass beispielsweise einem Zeugen Jehovas noch nicht einmal eine solche individuelle und ggf. von der Lehrmeinung der LK oder WTG abweichende Bewertung möglich ist, weil es eben nur eine Erscheinungsform gibt.

Wird dein Einwand dadurch in Bezug auf die von mir angeregte Überlegung schlüssiger? Durch keines deiner angeführten Beispiele wird der Naturalismus, geschweige denn der Atheismus infrage gestellt. In deiner "Entgegnung" schließt du dann aus der Einigkeit unter ZJ hinsichtlich der Lehrmeinung, dass bei ZJ keine individuelle Meinung in Bereichen möglich sei, wie du sie als Beispiele anführtest. Ist das die Rechtfertigung dafür, dass Atheisten den Atheismus nicht kritisieren brauchen?


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Reklov Offline




Beiträge: 5.031

07.03.2016 15:50
#191 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat
Nur wenige schaffen das. Die einen mehr, die anderen weniger. Die Kraft der Prägung im Kindesalter schränkt Entwicklung mehr ein als mancher meint.

Gysi,

... da gehst Du wohl von Dir aus, denn - wie viele kennst Du schon, die das geschafft haben??? - 5 oder 50 Personen von über 7 Milliarden Menschen!!!

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.031

07.03.2016 16:11
#192 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat
Jetzt kannst du sagen: Der glaubt das, und ich glaube das. Aber lass dir sagen, dass Dawkins am Erkenntnispfad sauberer arbeitet (wg. seiner Fahigkeit zum inneren und äußeren Widerspruch!),

Gysi,

... Dawkins Bücher sind das Werk eines ausgewiesenen Evolutionsbiologen und sollten auch lediglich in diesem Rahmen betrachtet (gelesen) werden. Religionsphilosophisch sind sie vollkommen bedeutungslos, denn der kleine Erdenwurm Dawkins (ich habe mir seinerzeit sein Buch >DER GOTTESWAHN< ausgeliehen) versucht(e), das große Thema auf Grund seiner fachlichen Ausbildung zu bearbeiten. - Ordentlich Kasse hat er damit wohl gemacht, aber die zu solchen Betrachtungen nötigen gedanklichen Saiten nicht zum Schwingen bringen können!

Man stelle sich hierzu, als Beispiel, vor, Aliens würden unseren Planeten besuchen und nur noch die techn. Überreste unserer Zivilisation vorfinden (die Menschen wären schon alle kürzlich auf einen anderen Planeten umgezogen). Die versch. Wissenschaftler unter den Aliens würden nun lange rätseln und kühnste Spekulationen darüber anstellen, was die vielen Häuser und die davor geparkten Autos denn wohl darstellen, bedeuten sollen/könnten. Auf die Spezies MENSCH würden sie wahrscheinlich nicht tippen und die noch anwesenden Tiere könnten ihnen weder eine Antwort liefern, noch als passende Erklärung herhalten (?)

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.383

07.03.2016 17:20
#193 Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Reklov
... Dawkins Bücher sind das Werk eines ausgewiesenen Evolutionsbiologen und sollten auch lediglich in diesem Rahmen betrachtet (gelesen) werden. Religionsphilosophisch sind sie vollkommen bedeutungslos,

Hach, wenn doch nur die von Biologie-Bildung unbefleckten Theologen sich dafür dann ebenso nicht in die Evolutionsbiologie einmischten...

Zitat
>DER GOTTESWAHN< - Ordentlich Kasse hat er damit wohl gemacht,

Der kommerzielle Erfolg von Musikern oder Autoren ist dir wohl suspekt, das habe ich schon bemerkt... Dann solltest du dich über die Bibel mal kritischer äußern, es ist das meistverkaufteste Buch aller Zeiten. Die Autoren unter den Namen Moses, Matthäus etc. sind auch nur "kleine Erdenwürmer". Ich wäre allerdings nie auf den Gedanken gekommen, sie mit solcher Abfälligkeit zu überschütten. Sowas macht man nur aus Wut und Ohnmacht. Diese Haltung willst du mit deiner relativen Überhöhung (über Dawkins) kaschieren.

Zitat
aber die zu solchen Betrachtungen nötigen gedanklichen Saiten nicht zum Schwingen bringen können!

Ach, meine schon... Der Konter des Prof. Alister McGrath (auch Uni Oxford) mit seinem "Der Atheismuswahn" war hingegen ein Ausfall. Und ICH habe gegen Richard Dawkins noch nix Qualifiziert(er)es gelesen oder gehört.

Zitat
Auf die Spezies MENSCH würden sie wahrscheinlich nicht tippen

Doch, würden sie. Sie wären ja nicht doof. Aber wieso bringst du diese Überlegung hier mit rein?

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Wu Offline




Beiträge: 416

07.03.2016 21:24
#194 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Ich hatt ja irgendwie beides: sowohl Christenlehre als auch Pioniernachmittag. Da find ich Christenlehre glaub ich angenehmer. Man bekam irgendwelche Geschichten erzählt.

Auch als Jugendlicher gefielen mir die Taize-lieder besser als die FDJ-Lieder.
Aber in der DDR waren die Dinge sicher auch ein wenig anders. Die Kirche war weniger Raum der Indoktrination, mehr der Raum, wo man frei reden konnte. (Im übrigen auch bekennende Atheisten wie der kritische Liedermacher Stephan Krawczyk).

Auch Zen lernte ich ja im Rahmen der Kirche kennen. Selbst solche Sachen wie Reiki oder irgendwelche Osho-Therapien fanden ja in Räumen der Kirche statt. Und über Philosophen wie Nietzsche zu diskutieren war im Rahmen der Kirche eher möglich als im Rahmen der FDJ.

Aber letztlich fiel das alles irgendwann ab. So wie der Glaube an den Osterhasen und Weihnachtsmann irgendwann abfällt. Aber sicher prägt einen die Kindheit (Aber eher die ersten drei Jahre, wo man für Glaubensinhalte eh noch nicht so aufnahmefähig ist). Aber es wird dann doch etwas ganz anderes daraus.

Manche Sachen finde ich im nachhinein betrachtet funktional gar nicht so schlimm. Rituale des sich Einstimmens, beim Aufstehen und und schauen, was so war, beim Zubettgehen, beim Essen sich dankbar darauf einzustimmen, wenn ich auch die christlichen oder islamischen Inhalte unsinnig finde, hat meiner Meinung nach schon etwas für sich.

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"I think human consciousness is a tragic misstep in evolution. We became too self-aware. Nature created an aspect of nature separate from itself, we are creatures that should not exist by natural law."

True Detective

Gysi Offline

Atheist


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08.03.2016 08:13
#195 Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Wu
Aber sicher prägt einen die Kindheit (Aber eher die ersten drei Jahre, wo man für Glaubensinhalte eh noch nicht so aufnahmefähig ist). Aber es wird dann doch etwas ganz anderes daraus.

In den christlich dominierten Regionen bleiben so pi mal Daumen 70 - 80 % ihr Leben lang Christen, wenn etliche auch nur formal. Aber gewiss die Mehrheit bezeichnen sich weiterhin als Christen. Bei den Muslimen sind das an die 100 %. Deswegen halte ich es ja für so wichtig, allen Kindern zu der Religion ihrer Eltern schon früh sich die Alternativen von anderen Religionen und dem Atheismus bewusst zu machen! Dann ist denen eine Eigenentwicklung mehr möglich gemacht.

Die DDR-Kirchen waren ja ein Eldorado der Alternativpräsentation und der Meinungsfreiheit, was das Spirituelle, Philosophische angeht - im Gegensatz zu den Kirchen der BRD! Das waren ja wirklich zwei GRUNDVERSCHIEDENE Lehr- und Erziehungskonzepte! Aber - wie du schon sagtest - in der DDR hatte die Kirche eine andere gesellschaftliche Funktion: die des Schutzortes vor diktatorischer Willkür.

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Gysi Offline

Atheist


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08.03.2016 08:51
#196 Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Snooker
Es scheint, als müssten Theisten erst mal Atheisten werden wollen, damit sie den Erkenntnispfad beschreiten können.

Nein. Aber das Dogma der Zweifelsverteufelung überwinden!

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Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

08.03.2016 09:07
#197 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Gottvertrauen ist das Gegenteil von Zweifelsverteufelung.
Miteinander verknüpft oder in Kombination sind solche Verhaltensweisen bedenklich.

Das entwickelt sich dann zu einer autistischen Welt in der Welt, die keinen Input neutral-externer Informationen zur weltanschaulich unbeeinflussten individuellen Standortbestimmung zulässt. Der Horizont "endet" dann wie selbstverständlich am "Rande" der behaupteten flachen Erdscheibe, ohne dass der beobachtbare Ablauf eines Sonnenunterganges oder -wiederaufganges bezüglich seiner Funktion hinterfragt wird.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

08.03.2016 09:24
#198 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Gysi
Nein. Aber das Dogma der Zweifelsverteufelung überwinden!

Hälst du das für möglich? Jerry Coyne, Evolutionsbiologe (Chicago), drückte das in folgenden Worten aus, die beschreiben, welches Bild viele Atheisten vom "Glauben" der Theisten haben:

Zitat von Jerry Coyne
„Religion gründet auf Lehre und Glaube, Wissenschaft aber auf Zweifel und Fragen. In der Religion ist der Glaube eine Tugend. In der Naturwissenschaft ist sie ein Laster.“



Stimmst du dieser Auffassung zu? Solange religiöser "Glauben" seitens der Atheisten als naturwissenschaftliches "Nichtwissen" bewertet wird, werden die Diskussionen inhaltlich aneinander vorbeilaufen.


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Gysi Offline

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08.03.2016 09:34
#199 Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Snooker
Stimmst du dieser Auffassung zu? Solange religiöser "Glauben" seitens der Atheisten als naturwissenschaftliches "Nichtwissen" bewertet wird, werden die Diskussionen inhaltlich aneinander vorbeilaufen.

Natürlich hat Jerry Coyne recht! Das hindert dich trotzdem nicht daran zu glauben! Wir Atheisten glauben ja auch alles Mögliche. Nur eben nicht an einen Gott. Wenn du Coynes Satz annimmst, müsstest du allerdings deinen Glauben umjustieren. Er würde sich inhaltlich ändern, und strategisch, radikal.

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


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08.03.2016 09:36
#200 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus Antworten

Zitat von Direktkontakt
Gottvertrauen ist das Gegenteil von Zweifelsverteufelung.

Da kann ich dir vollkommen zustimmen. (Auch wenn mir bewusst ist, dass du wahrscheinlich etwas anderes aussagen wolltest.) Gottvertrauen führt u.A. dazu, dass man sich der Grenzen seines Wissens bewusst wird, was angesichts einer Lebensspanne von kaum 100 Jahren offensichtlich sein sollte. Zweifel ist durchaus gegenwärtig, was aber weder bei Atheisten noch bei Theisten dazu führt, dass es keine Überzeugungen gibt.

Da du dich ja gemäß deiner Überzeugung als Agnostiker bezeichnest, hast du sogar den "Vorteil", in beide Richtungen zweifeln zu müssen.


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