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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 25 Antworten
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Athon Offline




Beiträge: 3.619

21.02.2016 16:54
Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Was kann die weltanschaulichen Differenzen zwischen den Zeugen Jehovas und den Atheisten besser veranschaulichen, als die konträre Beurteilung der "Schaffung" der Welt durch einen Schöpfer oder durch Evolution? Diese Thematik ist hier schon des öfteren im Verlauf anderer Threads diskutiert worden, aber wohl nicht als eigenständige Fragestellung, soweit ich dies beurteilen kann. Ich finde, das sollte nachgeholt werden.

Die ZJ bezeichnen sich selbst lt. JW.org nicht als Kreatonisten, weil entgegen deren Auffassung die Erschaffung der Welt nicht in 6 Tagen à 24 Stunden erfolgte und die Erde bereits existierte, bevor der erste Schöpfungstag begann. Insofern bewegen sich die ZJ durchaus im Rahmen der augenblicklich geltenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, wonach die Erde mehrere Milliarden Jahre alt sei. Ganz so abgegrenzt gegenüber dem Kreatonismus sehe ich die Auffassung der ZJ allerdings nicht, sind doch Pflanzen, Tiere und Menschen lt. Bibel durch einen schöpferischen Akt "Gottes" von einem Augenblick zum anderen entstanden. Und das trägt doch wohl eindeutig kreatonistische Züge. Auch als Befürworter der Darwinschen Evolutionstheorie trifft man bei den ZJ glaubensbedingt auf heftigen Widerstand.

So stelle ich an den Anfang einer (hoffentlich ausgiebigen) Diskussion beispielhaft folgende Frage: Ein Wal lebt im Wasser, atmet aber durch Lungen und säugt seine Jungen. Lt. evolutionärer Erkenntnisse ist dies darauf zurückzuführen, dass seine Vorfahren Landsäugetiere waren. Wenn ich nun aber einen "Schöpfer" voraussetze, erschließt sich mir nicht, warum dieser den Wal nicht gleich so gestaltet hat, damit er nicht regelmäßig an der Wasseroberfläche nach Luft schnappen muss. Ja, ja, ich weiß: "Gottes" Wege sind unergründlich...

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NUR DER ZWEIFEL LÄSST UNS DENKEN

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.094

21.02.2016 17:16
#2 Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Die Deisten akzeptieren auch die ET, gehen aber von einem Schöpfer des Universums aus. Der ab diesem Schöpfungsakt aber nicht mehr in das Zeitgeschehen eingegriffen hat.

Etliche Christen akzeptieren die ET ebenso, wenn auch nicht Gottes Untätigkeit ab dem Urknall.

Nich alle Evolutionisten sind Atheisten.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Athon Offline




Beiträge: 3.619

21.02.2016 18:02
#3 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

@Gysi

Zitat
Nich alle Evolutionisten sind Atheisten.


Nicht alle Theisten sind Zeugen Jehovas...

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NUR DER ZWEIFEL LÄSST UNS DENKEN

Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

21.02.2016 19:15
#4 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Zitat von Athon im Beitrag #1


Die ZJ bezeichnen sich selbst lt. JW.org nicht als Kreatonisten, weil entgegen deren Auffassung die Erschaffung der Welt nicht in 6 Tagen à 24 Stunden erfolgte und die Erde bereits existierte, bevor der erste Schöpfungstag begann. Insofern bewegen sich die ZJ durchaus im Rahmen der augenblicklich geltenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, wonach die Erde mehrere Milliarden Jahre alt sei. Ganz so abgegrenzt gegenüber dem Kreatonismus sehe ich die Auffassung der ZJ allerdings nicht, sind doch Pflanzen, Tiere und Menschen lt. Bibel durch einen schöpferischen Akt "Gottes" von einem Augenblick zum anderen entstanden. Und das trägt doch wohl eindeutig kreatonistische Züge. Auch als Befürworter der Darwinschen Evolutionstheorie trifft man bei den ZJ glaubensbedingt auf heftigen Widerstand.



Hinter den Intelligent Design-Befürwortern steckt die strategische Absicht, die Ziel-Gruppen des biblischen Missionierungsauftrages dahingehend zu polarisieren, selbst unterschwellige Zweifel und Unsicherheiten gegenüber der Evolutionstheorie auszukeimen. Die Zeugen Jeovas pflegen den öffentlichen Auftritt als
Intelligent Deisign-Überzeugte noch nicht sehr lange. Erst seit in den USA 1987 der Unterricht einer kreationistischen Weltvorstellung an öffentlichen Schulen strikt verboten wurde. Also erst gerade mal gute 20 Jahre.. Wann genau sie vom totalen Kreationismus zum Intelligentdesign über gehüpft sind, weis ich leider nicht genau.. Jedenfalls war man auch bei den ZJ Anfang der 90ziger Jahre noch ganz in der Vorstellung, dass die Welt nicht älter als 6000-10000 Jahre sein kann. Und ältere ZJ sind diesbezüglich auch bis heute noch voll davon Überzeugt.

Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

21.02.2016 21:32
#5 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Es ist immer derselbe Gedankengang.

Die Gläubigen setzen an den Anfang einen Schöpfer und die Anhänger einer Kosmologie-Richtung gehen synchron dazu von einem "Urknall" aus (Theorie).

Bisher bestand das Problem der Ursachenforschung darin, dass bei Entdeckung der jeweils neuesten "Ursache" sich diese als wahrnehmbare Wirkung entpuppte, die wiederum erneut Fragen zum Ursprung aufwarf. Sobald wir eine vermeintliche Ursache als aller Dinge Anfang begreifen oder "messen" möchten, dann funktioniert das nur als Wirkung über die bekannten Sinne mit entsprechender Energie für die körperlich-sinnliche Wahrnehmung.

Es wird inzwischen ernsthaft nach den Vorgängen gefragt, die ursächlich für den Urknall verantwortlich zeichnen könnten. Sollte darauf eine theoretische Antwort formuliert werden, fragt der "Naive" ganz einfach weiter:

"Was war vorher?"

Jeder von uns entspringt in seiner Existenz einem Wurzel-Stream, der unser individuelles Leben aus der "vergangenen" Unendlichkeit speist. Jeder tut vermutlich genau das, was ihm als Programm vom universellen Determinismus vorbestimmt ist. Die Vielfältigkeit der Wesen dürfte auch tendenziell unendlich entfaltbar sein.
Das Menschsein beginnt nicht erst mit Zeugung, Schwangerschaft und Geburt. Wir sind in die "Matrix" eingebettet und absolut einer Umgebung als "Welt am Draht" ausgeliefert.

Die angenehme Illusion von Freiheit oder freiem Willen ist ein Phänomen, das der eingeschränkten Erkenntnisfähigkeit des biologischen Organismus geschuldet ist.
Wer würfelt, kann die genauen Bewegungen, Richtungsänderung und Überschläge des Würfels nicht genau beobachten oder registrieren. Das nennt man Überforderung in einem endlichen Szenario auf dem Kneipentresen. Milliarden Lichtjahre oder geologische Erdzeitalter seit dem Hadaikum sind da noch "etwas" komplexer, aber selbst diese Maßstäbe sind "klein" gegenüber der Unendlichkeit.

Während ich dies hier schreibe, maße ich mir an, eventuelle "Wahrheiten" erkannt zu haben, die vorläufig nur mit Wahrscheinlichkeitsüberlegungen belegbar sind.

Athon Offline




Beiträge: 3.619

22.02.2016 09:50
#6 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Hat sich ein Vertreter eines wie auch immer gearteten Kreatonismus bzw. ein deistisch oder theistisch argumentierender Evolutionskritiker schon einmal gefragt, warum beispielsweise Mikroorganismen in der biblischen Schöpfungsgeschichte keine Erwähnung finden? Warum hätte ein schöpferischer "Gott" dies den inspirierten Bibelautoren verschweigen sollen?

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Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

22.02.2016 18:13
#7 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #5
Es ist immer derselbe Gedankengang.

Die Gläubigen setzen an den Anfang einen Schöpfer und die Anhänger einer Kosmologie-Richtung gehen synchron dazu von einem "Urknall" aus (Theorie).



Die Urknallidee kommt von einem Katholischen Pfarrer. https://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Lema%C3%AEtre

Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

22.02.2016 19:40
#8 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #5


Jeder von uns entspringt in seiner Existenz einem Wurzel-Stream, der unser individuelles Leben aus der "vergangenen" Unendlichkeit speist. Jeder tut vermutlich genau das, was ihm als Programm vom universellen Determinismus vorbestimmt ist.
Nicht unbedingt... Der die Hyopothese des universellen Determinismus ist auch naturwissenschaftlich längst widerlegt.

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #5

Die angenehme Illusion von Freiheit oder freiem Willen ist ein Phänomen, das der eingeschränkten Erkenntnisfähigkeit des biologischen Organismus geschuldet ist.

Der Wille ist weder frei noch unfrei. Wir lernen Entscheidungen danach zu treffen, was wir im Laufe unseres Lebens gelernt haben und im Unterbewusstsein als Teil unserer reaktiven und reflexiven Selbsterhaltungsprogrammes an Erfahrungswissen angelegt haben. Neue, uns bisher unbekannte Situationen meistern wir intuitiv durch Probieren.
Nehmen wir z.B. das Autofahren. Und erinnern wir uns daran, wie wir dieses gelernt haben. Beim Autofahren müssen wir gleichzeitig eine Vielzahl von Entscheidungen treffen. Wenn wir dabei jedes mal zuerst unseren Willen fragen müssten, wäre das ziemlich fatal.
Andersherum ist unser Gehirn auch sehr kreativ im finden neuer Lösungsansätze, wenn keine eingelernten Erfahrungsmusster vorliegen. Das nennen wir dann Intelligenz.

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #5

Wer würfelt, kann die genauen Bewegungen, Richtungsänderung und Überschläge des Würfels nicht genau beobachten oder registrieren. Das nennt man Überforderung in einem endlichen Szenario auf dem Kneipentresen.
Nein! So einfach ist das nicht. Die Vorhersagegenauigkeit eines Würfelergebnisses lässt sich durch gleichzeitige Verwendung mehrerer Würfel progressiv steigern. Bei Verwendung von gleichzeitig unendlich vieler Würfel, ließe sich jede beliebige Kombination, die um 1 kleiner als unendlich ist vorhersagen. Was in der Umkehrung heißt, dass die Parameterwerte zur genauen Vorhersage eines Würfelspielergebnisses mit nur einem Würfel fast unendlich
viele sind und sogar die Anzahl der Atome in der Umgebungsluft eine entscheidende Rolle spielen, um so höher man den Würfel wirft, bevor er auf der Theke landet...
Spielt man den Würfel mit einem Becher, ist die Geometrie des Bechers auf der ganzen Berührungsfläche, die Häufigkeit der Brührungskontakte, die Bewegungsgeschwindigkeit, die Glätte oder Rauigkeit der Berührungs-Oberfläche.... Sagen wir also, dass die blinde Vorhersagbarkeit eines Würfelspiels mit nur einem Würfel ungefähr ein Sechstel von Unendlich ist, die der Vorhersagende noch ein bisschen mit Geschicklichkeit zu seinem Vorteil manipulieren kann, wenn er selber würfelt.

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #5

Milliarden Lichtjahre oder geologische Erdzeitalter seit dem Hadaikum sind da noch "etwas" komplexer, aber selbst diese Maßstäbe sind "klein" gegenüber der Unendlichkeit.
Ja. OK! Trotzdem hat die Urknalltheorie viele Schwächen, die man je nach Lust und Laune, auch als schwerwiegende Widersprüche auffassen oder abtun könnte.


Zitat von Direktkontakt im Beitrag #5

Während ich dies hier schreibe, maße ich mir an, eventuelle "Wahrheiten" erkannt zu haben, die vorläufig nur mit Wahrscheinlichkeitsüberlegungen belegbar sind.


Wahrheit ist immer relativ. Da es sich bei allen existierenden Wahrheiten, um Interpretationskonstrukte unseres menschlichen Gehirns handelt die nur durch Indizien und den daraus abgeleiteten "Wahrscheinlichkeiten" als Wahrheiten akzeptiert, oder auch abgelehnt werden können. Wir wissen zwar dass Atome zerfallen, aber wir wissen nicht "genau", wann das nächste Atom zerfällt. So gesehen, müssen oder können und dürfen wir davon ausgehen, dass das NICHTwahr auch Wahrheit ist und es von daher nur darauf ankommt, welche Kriterien oder Prämissen wir anwenden, beZettwe. voraussetzen, um zu bewerten, was wahr oder nicht wahr ist.

Gläubige und die in ihrer extremen Abwandlung auch als "Theisten" benannten *******, setzen für die Existenz der Welt und allem darüber hinaus, das Wirken einer, oder gelegentlich auch mehrerer übernatürlicher durch sie beeinflussbarer Mächte voraus.

Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

23.02.2016 09:04
#9 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

In der Kürze liegt die Würze!

Die Frage, was nun aller Anfang war, ist bisher von keinem Menschen zufriedenstellend beantwortet worden.

Alle Wirkungen oder Ereignisse hängen doch von Vorwirkungen oder Vorereignissen in der Vergangenheit ab, soweit wir das bisher beobachten konnten.

Denkbar ist, dass dieses "Naturgesetz" rückwirkend unendlich gültig sein könnte.
Die Beweisführung für diese These wird nicht möglich sein, dass Unendliche wird meiner Meinung nach sich nicht in anschauliche Denkmuster mit Zählen, Messen oder Wiegen pressen lassen.

Von Nichts kommt Nichts, und - voilà - da grinst uns schon wieder der allgegenwärtig erkennbare Determinismus an.
Im Traum halten wir viele Szenen für wahr oder halten diese im Schlafzustand für eine nicht anzweifelbare Realität. Der sogenannte (?) freie Wille im Wachzustand spielt auch dort keine entscheidende Rolle und es fehlt im Reich des (automatischen?) Unbewussten die "vernünftige" Kontrolle.

Ein Dichter soll sich wie folgt verewigt haben: "Ein anderer sitzt und schreibt mein Leben".

Athon Offline




Beiträge: 3.619

23.02.2016 14:18
#10 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Argument von Evolutionsgegnern und Kreatonisten:

So ungeheuer komplexe Systeme, wie Lebewesen sie bilden, ist ohne intelligentes Zutun -also eine Schöpfung- nicht vorstellbar.

Nun ja, für mich ist nicht vorstellbar, dass sich die Wirklichkeit sonderlich davon beeindrucken ließe, was Platz in unserem Vorstellungsvermögen findet. Offensichtlich erscheint es "vernünftiger", sich die Entstehung unzähliger Arten von Lebewesen plötzlich und aus dem Nichts zu erklären (oder erklären zu lassen...). Wenn man sich vor Augen führt, wie sich jeder von uns binnen neun Monaten ohne intelligentes Zutun aus einer einzigen Zelle gebildet hat, erscheint der grundsätzliche Gedanke an die Entwicklung der Lebewesen über Millionen oder Milliarden Jahre hinweg nicht so abwegig, wie mancher glauben mag...

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Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

23.02.2016 14:51
#11 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Eizellen werden durch Spermien befruchtet. Das ist m. E. nicht der Anfang!

Wenn die Ahnenforschung sich nicht im Dunkel der Vergangenheit verlieren würde, dann müsste jedem Beobachter klar werden, dass immer ein (unendliches?) Vorher in der "biologischen" Chronik der Abstammung anzunehmen ist. Dabei gehe ich davon aus, dass am Anfang allen Lebens nicht der uns bekannte Geschlechtsakt stattgefunden hat.

Die Evolution kennt "unendlich" viele Mutationen und Lebensformen, die teilweise immer noch der Erforschung harren. Auf verschlungenen Wegen kam es dabei zum vorläufigen "Resultat" Mensch, der als vermeintliche Krone der Schöpfung auch in der derzeitigen Entwicklungsstufe nicht "perfekt" ist. Vollkommenheit wird vermutlich eine Schimäre bleiben.

Athon Offline




Beiträge: 3.619

23.02.2016 15:00
#12 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

@Direktkontakt

Zitat
Eizellen werden durch Spermien befruchtet. Das ist m. E. nicht der Anfang!


Das habe ich auch nicht behauptet. Ich habe lediglich versucht, den Begriff "Entwicklung" bildhaft darzustellen.

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Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

23.02.2016 15:01
#13 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Okay!

Perquestavolta ( gelöscht )
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23.02.2016 16:07
#14 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #9
In der Kürze liegt die Würze!

Die Frage, was nun aller Anfang war, ist bisher von keinem Menschen zufriedenstellend beantwortet worden.
Genau genommen ist diese Frage auch nicht beantwortbar. Wahrheiten sind Modelle, die sich unser Gehirn aus Beobachtungen, Informationen und Erfahrungen konstruiert. Von daher wird es im Falle noch ein paar Milliarden Lichtjahre dauern, bis wir eine zufriedenstellende Gewissheit über allen Anfang haben. Vorausgesetzt wir leben dann noch...

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #9

Alle Wirkungen oder Ereignisse hängen doch von Vorwirkungen oder Vorereignissen in der Vergangenheit ab, soweit wir das bisher beobachten konnten.
Nicht wirklich. Innerhalb eines geschlossenen Systemes ist diese "Rechnung" zulässig, aber ansonsten ist unsere Welt / unser Universum ein Phänomen unendlich vieler Bausteine.
Es gibt endlos viele "Koinzidente Systeme, die wiederum nach dem Zufallsprinzip miteinander wechselwirken und auch völlig unvohersehbare Strukturen und Strukturmuster hervorbringen.
Beispiel:
Nehmen wir eine Flasche und werfen sie mit "Gewalt" zu Boden. Sie wird in tausende Bruchstücke zerspringen. Wegen nur einem einzigen dieser Tausenden Splitter könnte prinzipiell alles passieren.

(Jemand verletzt sich und will zum Arzt, um sich den Splitter herausziehen zu lassen. Unterwegs baut er einen Unfall. Jemand wird dabei so schwer verletzt, dass er mit dem Heli in die Klinik geflogen werden muss, um notoperiert zu werden. Der Heli startet trotz schlechter Witterung und gerät wegen schlechter Sicht mit dem Rotor in ein Hochspannungsleitung, zufällig über ein Bahngleis. Genau in dem Moment, in dem ein Schnellzug des Weges kommt...)

Auch wenn die Geschichte an den Haaren herbei gezogen ist, zeigt sie doch gut auf, dass die Idee einer von einer determinierten Welt ein ziemlich sinnfreier Unsinn ist.
Denkbar ist, dass dieses "Naturgesetz" rückwirkend unendlich gültig sein könnte.
Die Beweisführung für diese These wird nicht möglich sein, dass Unendliche wird meiner Meinung nach sich nicht in anschauliche Denkmuster mit Zählen, Messen oder Wiegen pressen lassen.

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #9

Von Nichts kommt Nichts, und - voilà - da grinst uns schon wieder der allgegenwärtig erkennbare Determinismus an.
Das ist nur eine Frage der Anschauung, oder was man als Nichts definiert. Selbst ein Vakuum ist nicht Nichts, sondern ein Vakuum. Andersherum heißt es oft, das Nichts größer wäre als Gott. Formell würde das aber dann bedeuten, dass Gott noch etwas kleiner ist, als Nichts.

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #9

Im Traum halten wir viele Szenen für wahr oder halten diese im Schlafzustand für eine nicht anzweifelbare Realität.
Diesbezüglich muss man berücksichtigen, dass unser unterbewusstes Gehirn ungefähr 40 Millionen Sinneseindrücke pro Sekunde registriert und die alle biologisch als Interfernzstruktur (im Gehirn) durch ver-wachsen irgendwo kategorisiert und zugeordnet werden müssen. Dazu ist unser Gehirn nur in der Lage, wenn wir schlafen. Bei diesem Kategorisieren und Zuordnen aktiviert Neuronen in den jeweiligen Aktenordnern und was dann unsere indirekten Traumbilder hervorruft, die mit der Realität unseres Lebens durchaus was zu tun haben können.

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #9

Der sogenannte (?) freie Wille im Wachzustand spielt auch dort keine entscheidende Rolle und es fehlt im Reich des (automatischen?) Unbewussten die "vernünftige" Kontrolle.
Wenn wir unser Gehirn als biologische "Holografie-Platte" betrachten, http://images.google.de/imgres?imgurl=ht...cqxDTcQ9QEIPjAE oder so vorstellen, dann versteht man etwas leichter, warum der freie Wille weder frei noch ganz unfrei ist.

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #9

Ein Dichter soll sich wie folgt verewigt haben: "Ein anderer sitzt und schreibt mein Leben".
"Dein Gehirn ist besser dafür geeignet, sich daran zu erinnenr, was ich gesagt habe, als meine eigenes dazu in der Lage ist, sich zu merken, was gerade ich gedacht habe. In diesem Sinne hat der Dichter nicht ganz unrecht.

Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

23.02.2016 16:25
#15 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #11

Auf verschlungenen Wegen kam es dabei zum vorläufigen "Resultat" Mensch, der als vermeintliche Krone der Schöpfung auch in der derzeitigen Entwicklungsstufe nicht "perfekt" ist. Vollkommenheit wird vermutlich eine Schimäre bleiben.
Das Ziel der "Vollkommenheit" ist eine menschliche (und völlig falsche) Vorstellung von der Evolution. Gäbe es Vollkommenheit, dann gäbe es uns erst gar nicht, aber dafür immer schönes Wetter. Es sind die Widrigkeiten des Seins, die aus primitiven Einzellern Elefanten und Menschen gemacht haben.

Perquestavolta ( gelöscht )
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23.02.2016 16:31
#16 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Eine der wichtigsten Grundlagen für die Entstehung höheren Lebens, war die Symbiose. http://www.scinexx.de/dossier-detail-60-9.html

Athon Offline




Beiträge: 3.619

23.02.2016 16:39
#17 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

@Perquestavolta

Den folgenden Link wollte ich eigentlich vermeiden, weil das entsprechende Dokument über 100 Seiten umfasst. Es ist aber auf jeden Fall lesenswert: Schöpfung wie sie wirklich war

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Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

23.02.2016 16:42
#18 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Ein anderes wichtiges Detail bei der Entwicklung hin zur Ausbildung unterschiedlicher Arten, ist die Nahrung. B.z.w. die Mikroben welche mit der Nahrung in Symbiose leben. Bakterien produzieren mit ihrem Stoffwechsel sehr viel Substanzen, die das Erbmaterial von Lebewesen angreifen und zu irreversiblen Mutationen führen. Auch ungünstigen. Viren können Teile fremden Erbgutes in die DNA einschleusen.

Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

24.02.2016 10:07
#19 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #18
Ein anderes wichtiges Detail bei der Entwicklung hin zur Ausbildung unterschiedlicher Arten, ist die Nahrung. B.z.w. die Mikroben welche mit der Nahrung in Symbiose leben. Bakterien produzieren mit ihrem Stoffwechsel sehr viel Substanzen, die das Erbmaterial von Lebewesen angreifen und zu irreversiblen Mutationen führen. Auch ungünstigen. Viren können Teile fremden Erbgutes in die DNA einschleusen.


Kann sich ein Mensch als Beobachter vorstellen, dass dies alles und der "Rest des gesamten Seins" dem universellen Determinismus unterworfen ist?

Gibt es eine "erste Ursache", von der aus anfänglich und dann in der zeitlichen Folge alles ohne Ausnahme gesteuert wird?

Was war vorher?

Die Ursache jeder Ursache... jeder Ursache... und so fort scheint bereits selbst als "eine" Wirkung in einer unendlichen Vergangenheit aktiv gewesen zu sein.

Gibt es eine "Quelle" aller Dinge? Wenn Ja - was speist diese Quelle und woher kommt das Material für den "Fluss"?
Eine Quelle vor der Quelle usw. bis in die "temporäre" Unendlichkeit zurück?

Manche Theoretiker gehen zur Zeit von einem Urknall aus, aber auch da sind die Fragen zum Vorher nicht beantwortet!

Athon Offline




Beiträge: 3.619

24.02.2016 10:26
#20 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

@Direktkontakt

Zitat
Manche Theoretiker gehen zur Zeit von einem Urknall aus, aber auch da sind die Fragen zum Vorher nicht beantwortet!


Aus meiner Sicht lässt sich diese Frage auch nicht beantworten, weil möglicherweise Raum und (vor allem) Zeit erst mit dem sog. Urknall entstanden sein könnten. Ohne Zeit gibt es auch kein "vorher". Dieser mit menschlichem Verstand nur schwer einzuordnende Umstand ließe sich allenfalls durch den von mir favorisierten "ewigen Kreislauf" des Universums beseitigen, also Entstehung-Ausdehnung-Zusammenfall-Entstehung... Was sagt die Wissenschaft dazu?

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Reklov Offline




Beiträge: 5.975

24.02.2016 10:44
#21 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Zitat
Ohne Zeit gibt es auch kein "vorher".

Athon,

... ZEIT ist ein menschlicher Begriff. - Wir messen sie an der Bewegung unseres Planeten und nach diesen haben wir auch unsere mechanischen Uhren eingestellt. - Neu hinzugekommen ist die sog. psychologische Zeit, welche uns einen schönen Urlaub "schneller" erleben lässt, als die gleiche Zeitspanne von sich scheinbar länger hinziehenden Werktagen.-
Was vor dem "Urknall" war, bleibt ein Geheimnis!
Das sog. "Göttliche" wird aber als unabhängig von solchen materiellen "Explosionen" gedacht, da man ES ja als Verursacher von Raum und Zeit denkt, die Begriffe >Raum und Zeit< also als eine seiner unzähligen Aspekte betrachtet.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.975

24.02.2016 11:08
#22 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Zitat
Kann sich ein Mensch als Beobachter vorstellen, dass dies alles und der "Rest des gesamten Seins" dem universellen Determinismus unterworfen ist?

Gibt es eine "erste Ursache", von der aus anfänglich und dann in der zeitlichen Folge alles ohne Ausnahme gesteuert wird?

Was war vorher?

Direktkontakt,

... Deine Fragen beschäftigen die Menschen, seit sie aus einem rein tierischen Bewusstseinskreis heraustreten konnten. Inzwischen füllten solche Fragen ganze Bibliotheken und bildeten den Grundstein mancher Religionen. Einige davon sind wieder im Sand der Geschichte versunken, andere haben ihre "Götter" im Lauf der Zeit mit wissenschaftlichen Fakten ummantelt.

Deine Fragen bleiben stets aktuell und spannend, wie auch der lange bisherige Weg der Spezies Mensch! - Wenn es aber möglich war, dass wir uns einst aus einer Ur-Bakterie vom Meeresgrund, bis hin zum smartphone-Benutzer, entwickeln konnten, so ist auch eine weitere Veränderung unserer körperlichen Erscheinung nicht gänzlich in Abrede zu stellen. -
Welchen Veränderungen also eine Gesellschaft von Raumfahrern evtl. noch unterworfen sein wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin werden aber die heutigen Bewohner der Erde im Geschichtsbuch der Menschen noch als viel älter eingeschrieben werden, als wir es z.B. mit den uns bekannten ältesten Kulturen machen.

Gruß von Reklov

Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

24.02.2016 14:59
#23 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Zitat von Athon im Beitrag #17
@Perquestavolta

Den folgenden Link wollte ich eigentlich vermeiden, weil das entsprechende Dokument über 100 Seiten umfasst. Es ist aber auf jeden Fall lesenswert: Schöpfung wie sie wirklich war


Ich wollte das PDF auch selbst schon mal posten. Hab mir dann aber überlegt, es für "später" auf zu bewahren, wenn Snooker sich "reif" genug fühlt, es auch zu lesen.

Perquestavolta ( gelöscht )
Beiträge:

24.02.2016 15:34
#24 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #19
Zitat von Perquestavolta im Beitrag #18
Ein anderes wichtiges Detail bei der Entwicklung hin zur Ausbildung unterschiedlicher Arten, ist die Nahrung. B.z.w. die Mikroben welche mit der Nahrung in Symbiose leben. Bakterien produzieren mit ihrem Stoffwechsel sehr viel Substanzen, die das Erbmaterial von Lebewesen angreifen und zu irreversiblen Mutationen führen. Auch ungünstigen. Viren können Teile fremden Erbgutes in die DNA einschleusen.


Kann sich ein Mensch als Beobachter vorstellen, dass dies alles und der "Rest des gesamten Seins" dem universellen Determinismus unterworfen ist?

Menschen können sich im Prinzip alles Vorstellen. Ich verweise da z. B. nur auf die Sience Fiktion-Szene.

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #19

Gibt es eine "erste Ursache", von der aus anfänglich und dann in der zeitlichen Folge alles ohne Ausnahme gesteuert wird?
Es gibt sicher (k)eine solche Erste Ursache. Am Anfang war der Wasserstoff und paar schwarze Löcher, die mit ihrem Gravitiationsfeld (Higsteilchen) in den sehr ansonsten "leichten" Wasserstoff genügend Schwerkraft induziert haben.
[quote="Direktkontakt"|p3199010]
Was war vorher?
Alles und Nichts...


Zitat von Direktkontakt im Beitrag #19

Die Ursache jeder Ursache... jeder Ursache... und so fort scheint bereits selbst als "eine" Wirkung in einer unendlichen Vergangenheit aktiv gewesen zu sein.

DU verkeilst dich der Vorstellung, dass Ursache und Wirkung einer zwingenden liearen Verkettung unterliegen. Geh doch mal davon aus, dass in unserem Universum in iedem Augenblick unendlich viele solcher Verkettungen gleichzeitig ablaufen und auch mit einander Wechselwirken / kolidieren. Die Vorstellung eines determinierten Universums ist ab diesem Punkt ausgeträumt.


Zitat von Direktkontakt im Beitrag #19

Gibt es eine "Quelle" aller Dinge?
Ja, Wasserstoff, der in den Sternen durch Gravitation zu immer komplexeren Elementen "fusioniert".

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #19

Wenn Ja - was speist diese Quelle und woher kommt das Material für den "Fluss"?
Sehr wahrscheinlich aus Schwarzen Löchern in denen die Materie nur mehr als Strahlung und somit als reine Energie vorkommt
Zitat von Direktkontakt im Beitrag #19

Eine Quelle vor der Quelle usw. bis in die "temporäre" Unendlichkeit zurück? Die "Unendlichkeit" ist trotz allem ein zeitlich begrenzter Raum, dessen Grenzen für uns unerreichbar, aber nicht unvorstellbar sind. Etwas anderes ist die Ewigkeit. Sie ist das Gegenteil von Unendlich. Auf der Ebene der Quanten oder reinen Energie gibt es keine "Zeit" mehr.
[quote="Direktkontakt"|p3199010]
Manche Theoretiker gehen zur Zeit von einem Urknall aus, aber auch da sind die Fragen zum Vorher nicht beantwortet!
Der Urknall gilt inzwischen durch den erst vor ein paar Tagen erbrachten Nachweise der Gravitationswellen so ziemlich als erwiesen. Was genau beim Urknall passiert ist, werden wir in den Kommenden Jahren noch erfahren.

Athon Offline




Beiträge: 3.619

24.02.2016 16:37
#25 RE: Die Zeugen Jehovas, der Kreatonismus und die Evolution Antworten

@Perquestavolta

Zitat
Ich wollte das PDF auch selbst schon mal posten. Hab mir dann aber überlegt, es für "später" auf zu bewahren, wenn Snooker sich "reif" genug fühlt, es auch zu lesen.


Diese Absicht hatte ich ursprünglich auch. Aber, wie ich Snooker einschätze, ist ihm das Dokument längst bekannt.

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