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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

Der substanzielle  Dialog
 
"Je suis Charlie!"
Für Säkularismus und Religionskritik!


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Dieses Thema hat 54 Antworten
und wurde 1.119 mal aufgerufen
 Lagerhalle
Seiten 1 | 2 | 3
Wu Offline




Beiträge: 401

09.03.2016 13:51
#1 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat von Reklov
denn die Kunstart Musik verlangt zunächst jahrelange, vorbereitende Schulung, bevor man überhaupt in der Lage ist, sie einigermaßen sauber zu spielen!



Aber Übung macht dich erstmal nur zu einem guten Techniker (so du Glück hast), aber nicht zu einem guten Musiker.

Und es gibt viele Leute, die aus meiner Sicht gute Musik machen, aber schlechte Techniker sind (und umgekehrt). Aber hab ich glaub ich schon einmal erwähnt.

Musik ist eben nicht nur Kopf und Fingerfertigkeit sondern auch viel abschalten können und geschehen lassen, viel Bauch. Auch eine Frage des gut hören könnens.

Und ich finde es immer wieder faszinierend, was für tolle Musik auch Leute, die nix können, machen können. Sardh (eine Dresdner Industrial/Ambientband) hatten einmal ein 7-Tageprojekt in einer Galerie, wo ich auch als Gast mitgemacht habe. Die Galerie hatte ab Mittag geöffnet, und abends gab es Konzerte. Es gab da allerdings auch viele Instrumente, die man so nicht im tradionellen Sinn als Instrumente kennt. Aber auch einige (z.B. Zithern) die einfach eine andere Stimmung gekamen (indisch oder pentatonisch). Jedenfalls den ganzen Nachmittag konnten Leute kommen, und selber Musik machen. Es waren immer Kinder da. Und ich erinnere mich auch an ein Rentnerehepaar, normale Touristen, niemand den ich eine große musikalische Nähe zu Industrial zutrauen würde. Die alle haben nach kurzer Erklärung da stundenlang gespielt. Und es war durchaus tolle Musik.

Auch große Teile der Musiktherapie hat ja große heilende Effekte, ohne das sie technisch auf hohem Niveau fungiert.
Aber wie in allem im Leben ist übung wichtig. Aber meiner Meinung ist es oftmals ein üben und lernen, und dann ein loslassen des gelernten (oder eine Verkörperung des gelernten). Ein im Fluss sein. Da ist nicht mehr das Gefühl, der Macher zu sein.
Es ist aber auch nicht ein: Ich bin die Marionette eines höheren Wesens. Es ist eher in einem Prozeß, einem Fluss von Raum, Instrument und mit Mitmusizierenden und Zuhörern sich tragen zu lassen.

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Lass deinen Herz-Geist treiben im Faden, vereinige deinen Lebensatem mit dem Wüsten, geh mit den Dingen ganz von alleine , folge dem Von-selbst-so-Verlaufenden der Dinge. Gib dem Persönlichen, Eigenen keinen Raum und alles unter dem Himmel (d.h. die ganze Welt) ist in Ordnung.
Zhuangzi

Sobald man sagt: "Vernunft .. wir glauben an die Vernunft", dann hat man sein Territorium abgesteckt. Alles was außerhalb dieses Territoriums liegt, wird nicht akzeptiert - aber die Existenz akzeptiert es. Ob du es akzeptierst oder nicht, spielt keine Rolle.
Osho

Reklov Offline




Beiträge: 3.330

09.03.2016 13:59
#2 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
Ich oute arglos meine Unfähigkeit, Musik zu machen, und fällst tegelang will Wolllust darüber her! SCHÄMST du dich eigentlich nicht? Habe ich einen genetischen Schaden? Bin ich doof? Lasse ich eine Leistung aus, die ich der Gesellschaft schulde? Ich kann nicht musizieren! NA UND?? Stell dir mal vor, Usein Bolt würde über einen Rollstuhlfahrer lästern, weil der die 100 m nicht in 9,6 sec. schafft. Das würde ihn doch für alle Zeit diskreditieren. Aber genau das gleiche machst du mit mir! Geh mal mit dir selber ins Gericht und spüre auf, was du da auf meine Kosten kompensieren willst.

Gysi,

... niemand ist perfekt! Auch mir mangelt es an Talenten, welche die anderen zur Genüge haben, nur äußere ich mich nicht unqualifiziert zu deren Spezialgebieten! (Das allein ist Dein Problem, wenn Du z.B. glaubst, über die spieltechnischen und musiktheoretischen Fähigkeiten von J. Hendrix etwas Korrektes sagen zu können!)

Du bist weder doof, noch hast Du einen genetischen Schaden, noch schuldest Du der Gesellschaft eine künstlerische Leistung.

Usain Bolt würde sich über einen Rollstuhlfahrer höchstens wundern, würde dieser seine Trainigsmethoden kritisieren, gar verbessern wollen, oder mit ihm über Erfahrungen mit überbeanspruchter Muskulatur am Oberschenkel oder Achillessehnenreizungen besserwisserisch reden wollen. (NUR DAS war unser kleines Problemchen beim Gespräch über Saitenvirtuosen und ihre speziellen Stärken und Schwächen - welche Du nun mal nicht beurteilen kannst! Spielt aber auch keine so wichtige Rolle!)

Auf Deine Kosten kompensiere ich gar nichts, aber Du musst eben lernen, Dich bei manchen Spezialgebieten zurückzunehmen, sonst machst Du Dich nur lächerlich.
Ich würde z.B. niemals laut mit posaunen, käme es hier zu Fachgesprächen über Atomphysik. In solchem Fall würde ich zuerst mit meinem Bekannten sprechen, der sein Berufsleben als Atomphysiker gestalten konnte.

Kommt es zu transzendenten Erfahrungen, ist der Einzelne stets allein auf sein persönliches Erlebnis angewiesen und ein UFO gesehen zu haben, ist noch mal etwas anderes, wie zu behaupten, es sei einem Jesus begegnet.
Meine spezielle Erfahrung mit der seinerzeit gehörten "Stimme" welche mir auch von meiner Frau auf dem Fuß bestätigt wurde, kann mir keiner nehmen - vor allem nicht - was dann als Schicksalswendung ins Rollen kam! Das war für mich, genau wie meine vorher andauernden Warnträume, an sich das eigentlich Beeindruckende an dieser Erlebniskette!

Wenn Du, außer Deinem fleißigen Ansammeln von Buchstabenwissen, nichts dergleichen "erlebt" hast, solltest Du auch in der Lage sein, solche Berichte zunächst kommentarlos und wertfrei in Deiner "Sammlung" aufzunehmen, anstatt mit Ratlosigkeit auf solche, Dir vollkommen unbekannten Phänomene zu reagieren, denn auch hier ähnelst Du (überspitzt ausgedrückt) sonst einem "Rollstuhlfahrer", der z.B. einem Sprinter spezielle Tipps über die ersten 10m nach dem Verlassen des Startblocks geben möchte! (Denke, Du verstehst mich schon richtig!?)

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 3.330

09.03.2016 14:33
#3 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
Aber Übung macht dich erstmal nur zu einem guten Techniker (so du Glück hast), aber nicht zu einem guten Musiker.
Und es gibt viele Leute, die aus meiner Sicht gute Musik machen, aber schlechte Techniker sind (und umgekehrt). Aber hab ich glaub ich schon einmal erwähnt.

Wu,

als erfahrener Gitarrist, weiß ich schon, von was Du hier sprichst. Klar - Spieltechnik allein macht noch keinen guten Musiker und schnell spielen bedeutet noch nicht, gut zu spielen! Ich kenne einige, die alles spielen können, was Du Ihnen als Notenblatt vorlegst. Zieht man aber das Notenblatt weg und verlangt eine Improvisation über das Thema, rührt sich nichts, weil man so etwas eben auch speziell üben muss. Manche namhafte klassischen Komponisten ließen z.B. ihre Klavier-Schöpfungen von besseren Virtuosen vortragen, weil der notierte pianistische Schwierigkeitsgrad so große war, dass sie selbst dies nicht publikumsreif hinbekamen - aber - ihr großer Verdienst war eben die Schöpfung solcher Tonwelten, welche wiederum eine besondere Begabung und Schulung erfordert. - Auch im Fußball gibt es viele spezielle, gute Spieler, mit unterschiedlichen Stärken. Nicht jeder von denen ist aber in der Lage, ein Spiel zu führen, ihm seinen Stempel aufzudrücken!

Mein Sohn (studierter Pianist) belegte seinerzeit an der Musik-Hochschule deswegen auch ständig Kurse über Kompositions- und Arrangementlehre, denn ansonsten kann man kein Arrangement für ein klassisches Orchester oder eine Jazz-Big Band schreiben. Wer so etwas nicht beherrscht, kann auch keine entsprechenden Jobs annehmen, muss sich als live Musiker, als Studiomusiker oder Lehrer durchschlagen. Wenige schaffen den Weg zu einer erfolgreichen Solisten-Karriere. Mein Sohn hatte Glück, denn er spielte nicht nur schon als Kind sehr gut, sondern entwickelte auch das techn. Interesse für Tonstudio-Arbeiten. Heute kann er im eigenen Tonstudio seine Kompositionen für Filme, Dokus oder Computerspiele für entsprechende Auftraggeber produzieren.

Damit konnte er sich schon sehr früh vom anstrengenden live-Musiker Reiseleben befreien und lebt heute sehr gut, auch von den automatisch rein fließenden Tantiemen, welche ihm seine Kompositionen einbringen. (So gut hat es aber nicht jeder Musiker getroffen!)

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.148

10.03.2016 09:29
#4 Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat von Reklov
NUR DAS war unser kleines Problemchen beim Gespräch über Saitenvirtuosen und ihre speziellen Stärken und Schwächen - welche Du nun mal nicht beurteilen kannst!

Habe ich das ja behauptet? Trotzdem habe ich Zugang zur Musik, und du behauptest, du hättest einen höheren Zugang, und daher hätte ich ein geringeres - eigentlich gar kein - Recht, mich in Gespräche über Musik einzumischen! Also - das sehe ich nun anders, und ich sah und sehe, dass ich dir Fachmann zur WIRKUNG von Musik nun doch einiges zu erzählen habe, was bei dir noch nicht angekommen ist.

Aber der Ausgang war ja der: Du sprichst uns Atheisten ab, über Religion und angeblich religiöse Erfahrungen unsere Beiträge abgeben zu dürfen! Und über diese Einstellung sollten wir da oben im Atheismus-Forum weitermachen.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Lukrez Offline




Beiträge: 5.548

10.03.2016 11:21
#5 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
denn die Kunstart Musik verlangt zunächst jahrelange, vorbereitende Schulung, bevor man überhaupt in der Lage ist, sie einigermaßen sauber zu spielen!


Was auf manche Formen der Musik (besonders der klassischen Musik) wohl zutrifft.
Ich kenne aber viele Musiker, welche sich ohne jede besondere Schulung wunderbar musikalisch ausdrücken können.
Auch diese sind für mich wahre Künstler!
Einer meiner diesbezüglichen Favoriten ist Dan Treacy mit einem ganz beachtlichen Lebenswerk.
Nur drei Beispiele:
https://www.youtube.com/watch?v=LkjvUM185rQ
https://www.youtube.com/watch?v=hYwUs-OEt8w
https://www.youtube.com/watch?v=9kuKQHfr0Og
https://www.youtube.com/watch?v=wEt-Qjob2Qo

A Day In Heaven
An unofficial Television Personalities Website:
http://www.televisionpersonalities.co.uk/

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Reklov Offline




Beiträge: 3.330

10.03.2016 12:32
#6 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
So wie du eben halt. Was hältst du eigentlich von Mozart, der die jahrzehntelange Musikerfahrung nun mal nicht vorweisen konnte? Falls ich dazu befugt bin, solche Fragen zu stellen...

Gysi,

Fragen beantworte ich, wenn ich es denn kann, immer gerne und jeder ist befugt, Fragen zu stellen!

Das Wunderkind Mozart wurde von seinem Vater, (fürstbischöflicher Kammermusiker und später Hofkomponist und Vizekapellmeister) schon mit 4 Jahren auf dem Klavier und der Geige unterrichtet - und zwar täglich, wie seine ältere Schwester auch!
2 Jahre später hatte Mozart seinen ersten öffentlichen Auftritt.
(Mein erster öffentlicher Auftritt fand z.B. erst nach etwa 3 Unterrichtsjahren statt. Ich begann aber erst im Alter von 10 Jahren zu musizieren, hatte auch nicht täglich, sondern nur wöchentlich die Kontrolle von meinem Lehrer über meine Fortschritte.)

Was und wie Mozart seinerzeit als Kind dem Adel vorgespielt hat, ist leider auf keinem Tonträger zu hören, aber es gibt (auch unter meinen Gitarrenschülern) riesige Unterschiede, was die Begabung und die Auffassungsgabe für Musik betrifft!
Im Alter von 8 Jahren soll Mozart mit dem Komponieren kleinerer Stücke begonnen haben.
Ich hatte mal einen jungen Schüler, der war schon nach 2 Jahren in der Lage, über die einfachen Blues-Akkorde recht ordentlich zu improvisieren. - Der 11jährige Mozart komponierte aber auch mit erwachsenen Hofmusikern zusammen und zog wohl dabei seine Vorteile aus deren reichlichem Erfahrungsschatz!

Eine besoldete Anstellung als Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle erhielt Mozart mit 16 Jahren. Dies ist nicht so verwunderlich, denn 2016 wurde der erst 12jährige indonesiche Jazz-Pianist Joey Alexander für den top award im Jazz vorgeschlagen. Als ich hörte, wie reif und ausgefuchst dieser Junge schon Jazz spielt, war ich mehr als erstaunt.


Falls Du die Spielweise von J. Alexander mal kurz hören möchtest, lege ich einen link dazu bei:


https://www.youtube.com/watch?v=_1liUart72g


Man hört hier die jazzige Version des bekannten Evergreens OVER THE RAINBOW. Achte mal auf die Fingerarbeit, mit welcher der indonesische "Wunderknabe" uns seine Version des bekannten Titels mit raffinierten Akkorden und Solo-Läufen vorstellt.
Viel Spaß beim Hören.

Ein Bekannter von mir, der Schlagzeugunterricht erteilt, sagte, dass er seine Schüler in 3 Kategorien einteile: talentiert, begabt und begnadet. Leider sind aber nur wenige in ihrem Fach (was auch immer sie machen) "begnadet", sondern müssen über langjährige Arbeit zur Reife gelangen, denn nicht jeder gehört (wie z.B Mozart und der junge Joey Alexander) zum Kreis der Begnadeten!


Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.148

10.03.2016 13:26
#7 Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Nach deinen großartigen historischen Kenntnissen über Mozart habe ich doch gar nicht gefragt! Warum bringst du sie? Statt auf DIE FRAGE zu antworten! Um zu zeigen, dass du hier DER HENGST bist, klar.

Es gibt Musiker, die ohne "jahrzehntelange Erfahrung" auskommen, um halbwegs anständige Musik zu machen, nicht? Entscheidender als die Erfahrung ist offenbar das Talent! Beinahe alle guten Musiker werden sich ihres Talentes schon in Kinderjahren bewusst und bauen dann darauf auf. Ihre große Zeit haben sie in ihren jungen Jahren, selten später. Eigentlich nie. Ich rede natürlich mit dem Background meiner (Zuhörer-) -Erfahrung der Rockmusik und der deutschen Liedermacher. Nicht von studierten Konzertpianisten und Amateurmusikern, denen einer abgeht, weil sie irgendwelche Tonfolgen "sauber" nachspielen können...

Es gibt die Talentierten und Kreativen, die Komponisten. Und es gibt die reinen Coverkünstler. Beide können ihre Vorteile entfalten. Meine besondere Aufmerksamkeit gehört jedoch den Kreativen. Musik ist eine Kulturtechnik, die Gefühle ausdrückt und universal kommuniziert. Und diese Gefühle kannst du nicht mit irgendwelchen Akkordgriffen erklären, obwohl das zu einer Musktheorie natürlich auch dazu gehört.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 3.330

10.03.2016 19:42
#8 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
Es gibt Musiker, die ohne "jahrzehntelange Erfahrung" auskommen, um halbwegs anständige Musik zu machen, nicht?

Gysi,

... also meine Gespräche über Musik führe ich nicht, um Dir (der noch nie ein Instrument gespielt hat?) zu zeigen, dass ich hier der "Hengst" bin. (Übrigens ein völlig untauglicher Vergleich!), sondern, um Förderliches zu diesem Thema beizutragen. Nach Mozart hattest Du ja gefragt!!! Deswegen mein kleiner Ausflug in diese Vergangenheit.

Klar gibt es Musiker, die ohne jahrzehntelange Erfahrung Musik machen können, nur - wie hört sich das an? Erfahrung bedeutet in dem Fall auch gesammeltes und geschultes Wissen! Es kann also einer durchaus, schon als junger Typ, z.B. hervorragend Rock, Country oder auf seiner Südsee-Insel unnachahmlich den Raggea-Stil pflegen, aber er wird nie in der Lage sein, anspruchsvolle klassische Musik-Literatur oder gekonnten Jazz zu spielen, denn dazu braucht der "Normalo" (wenn er denn kein Wunderkind ist) viele Jahre der Schulung und des einsamen Übens. Amatuermusiker erreichen diese Stufe in der Regel auch nicht, da sie tagsüber einem anderen Beruf nachgehen. Die Grenzen werden hier, ähnlich wie im Fußball, vom Trainingsverlauf, dem Talent und der aufgewendeten Zeit gezogen!

Zitat
Ich rede natürlich mit dem Background meiner (Zuhörer-) -Erfahrung der Rockmusik und der deutschen Liedermacher. Nicht von studierten Konzertpianisten und Amateurmusikern, denen einer abgeht, weil sie irgendwelche Tonfolgen "sauber" nachspielen können...

Also diese Deine Erfahrung ist nun wirklich kein Maßstab, eher ein rein persönliches Erlebnis, dass die Musik dem einzelnen Hörer über den Bauch individuell vermitteln kann. Deswegen wird diese Kunstform ja auch gerne als "Droge" bezeichnet.
Ein "Musik-Verständnis" kommt dabei aber keinesfalls zustande! Genauso wenig lernt einer das Malen, wenn er nur ins Museum rennt - und schaute er sich dabei noch so viele Bilder an! Ein tieferes Gespür für die Linienführung und die Raumaufteilung der Farbflächen wird sich in ihm dadurch nicht entwickeln. (Auch hier weiß ich, als geschulter langjährig aktiver Maler, von was ich spreche!)
Deine "Liedermacher" in allen Ehren, aber auch sie zupfen recht harmlose Akkorde zu ihrem braven Gesang - mehr eben nicht. Im Vordergrund steht dabei auch mehr der Text, den sie rüber bringen wollen!-

Hör Dir mal Aufnahmen von Stevie Wonder oder Eric Benèt an, dann merkst Du, wo z.B. gesanglich der Hammer in der Pop-Musik hängt.

Ich kann mich noch gut an einem Weihnachtsbesuch bei einer Familie im letzten Dezember erinnern:
Der Gastgeber zeigte mir ganz stolz, weil er gehört hatte, dass ich auf der E-Gitarre unterrichte, seine CD-Sammlung von den Rolling Stones und legte auch gleich eine davon auf. Während ich nun die bekannten, so oft im Radio genudelten, aber musikalisch nicht gerade ausgefeilten Songs der Stones hören musste, sagte mein Gastgeber in die Musik hinein: "Es kann mir einer sagen, was er will, für mich sind die Stones die beste Band der Welt."
Ich war amüsiert, beherrschte aber meine Gesichtsmuskeln und sagte darauf nichts, denn ich wollte diesem "Unwissenden" nicht die Laune verderben, wo wir doch vorher so gut gegessen hatten!

(Als ich vor vielen Jahrzehnten, ich war damals blutjung, manche Solos von J. Hendrix fleißg nachspielte, lernte ich von ihm sehr viel! Später wendete ich mich aber noch ganz anderen großen Vorbildern zu und lernte von denen wiederum völlig neue, unbekannte Schwierigkeiten auf den 6 Saiten zu meistern.) Da ich aber nie die klassische Art des zupfenden Gitarrenspiels erlernte, bin ich ein recht flinker Spieler mit dem sog. "Plektrum" geworden und improvisiere kreative Choruse, welche den "Klassikern" so nicht in die Finger laufen. -
Es ist ähnlich wie beim Zeichnen und Malen: Ein ausgefuchster Comic-Zeichner ist meistens nicht in der Lage, die "klassische" Malweise gut zu präsentieren und der "klassische Maler" kann wiederum keine eigenen gekonnten Comic-Figuren entwerfen, es sei denn, er interessiert sich für so etwas und übt/kultiviert diesen speziellen Stil.)

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.148

11.03.2016 08:38
#9 Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat von Reklov
um Dir (der noch nie ein Instrument gespielt hat?)

Darauf reitest du gerne rum, nicht? Ich hatte Gitarre versucht, da war ich schon 26. Klappte nicht. Ich hatte mal mit zwei guten Amateurmusikern im Background zu einem Song von mir mitgesungen, vor Publikum, doch gewiss nicht ernsthaft. Ich weiß, was ich nicht kann. ABER WAS HAT DAS MIT MEINEN BEITRÄGEN UND MEINEM VERSTÄNDNIS ZUR MUSIK ZU TUN?? Es ist begrenzt, wie alles begrenzt ist in dieser sichtbaren Existenz! Ich leide unter diesen Grenzen nicht, sie tun aber auch nichts zur Sache, doch ich leide offenbar unter DEINEN Grenzen zum Thema in diesem Thread! Grenzen, von denen du nichts merkst...

Zitat
Klar gibt es Musiker, die ohne jahrzehntelange Erfahrung Musik machen können, nur - wie hört sich das an?

Wie hörte sich Mozart schon in seinen Kinderjahren an? Offenbar so gut, dass die WELT (die Fachwelt) aufhorchte und der junge Mann mit einem Schlag berühmt wurde. Wie hörte sich Michael Jackson als Kind schon an?

Alle Musiker und Sänger haben sich in JUNGEN Jahren zu ihrer Größe entfaltet. Wer erst im Alter? Ich rede nicht von Studiomusikern, von Konzertmusikern oder von dir. Ich rede von den kreativen Poprockmusikern, die ich als Zuhörer jeden Tag am Radio, im Netz, im Fernsehn erlebe.

Musik ist Soul, Musik ist Herz! Und jede "anspruchsvolle" Technik musst du zum Laut-Sprecher dieser Gefühle machen können. Dazu musst du erst mal diese Gefühle haben! Und den Transmissionsriemen dazu => TALENT! Um das zu finden, brauchst du keine Jahrzehnte. Wer 10 Jahre nach ihm sucht, wird es nie finden.

Talent steckt nicht nur im "sauberen" Abspielen bestimmter Tonfolgen, sondern bringt ein Spielen als Transmissionsriemen von Gefühlen!

Zitat
Also diese Deine Erfahrung ist nun wirklich kein Maßstab,

Doch! Dein Snobismus ist kein Maßstab fürs Musikerleben!

Zitat
Hör Dir mal Aufnahmen von Stevie Wonder oder Eric Benèt an, dann merkst Du, wo z.B. gesanglich der Hammer in der Pop-Musik hängt.

Ach, du räumst mir ein, doch "was merken" zu können? Ich merke es auch!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 3.330

11.03.2016 10:53
#10 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
Ich weiß, was ich nicht kann. ABER WAS HAT DAS MIT MEINEN BEITRÄGEN UND MEINEM VERSTÄNDNIS ZUR MUSIK ZU TUN??

Gysi,

... was für eine naive Frage. Jeder Physiker würde sich z.B. wundern, käme ich mit meinen Ansichten zu seinem Spezialfach daher, nur weil ich mal als Kind mit einem Physik-Baukasten gespielt habe. Also: Schuster, bleib bei Deinen Leisten!

Zitat
Wie hörte sich Mozart schon in seinen Kinderjahren an? Offenbar so gut, dass die WELT (die Fachwelt) aufhorchte und der junge Mann mit einem Schlag berühmt wurde. Wie hörte sich Michael Jackson als Kind schon an?

Weder vom jungen, noch vom ausgereiften Mozart gibt es Tonaufzeichnungen. Eines ist aber sicher, wie mir ein Klavierbauer vermittelte: Die Tasten-Instrumente zu Zeiten eines Mozart litten alle an ständiger Verstimmung und erst durch innovative Leute, wie z.B. Steinway und Bechstein konnten die Klaviere Mitte des 19. Jahrhunderts technisch ausgereifter auf den Markt gebracht werden. Die heutigen Flügel haben z.B. einen stabilisierenden Stahlrahmen, um dem gewaltigen Zug der vielen Saiten entgegenzuwirken. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts erfand man in Florenz die sog. Hammermechanik, welche nun die Saiten des Klaviers anschlug, anstatt sie, wie bei einem Cembalo, mit Kielen zu zupfen, was das flüssige, schnelle Spiel beträchtlich behinderte!
Mozart war also leider nie in den Genuss gekommen, seine Finger über ein technisch hoch entwickletes Klavier/Flügel wandern zu lassen.

Zitat
Wie hörte sich Michael Jackson als Kind schon an?

Ich kenne die Aufnahmen und Filme von M. Jackson als Kind. Er sang eben, wie ein Kind und war von seiner späteren Form noch weit entfernt. Sein Stimmumfang blieb jedoch auch später begrenzt und an Sänger, wie z.B. Stevie Wonder oder Eric Benèt kam er nie heran. M. Jackson überzeugte dafür aber mit tänzerischen Schritten und begeisterte als Showman sein Publikum. Viele seiner Songs, die ich z.T. überzeugend finde, wurden aber alle von bekannten Musikern für ihn komponiert und arrangiert.

Zitat
Alle Musiker und Sänger haben sich in JUNGEN Jahren zu ihrer Größe entfaltet.

Keinesfalls ist das so, denn der Reifeprozess begann stets mit fortschreitendem Alter, in der Jugend war jedoch stets schon die Begabung deutlich zu erkennen. (Ist übrigens bei Malern auch so!)

Zitat
Musik ist Soul, Musik ist Herz! Und jede "anspruchsvolle" Technik musst du zum Laut-Sprecher dieser Gefühle machen können. Dazu musst du erst mal diese Gefühle haben! Und den Transmissionsriemen dazu => TALENT! Um das zu finden, brauchst du keine Jahrzehnte. Wer 10 Jahre nach ihm sucht, wird es nie finden.

Jedes Talent muss reifen und kein Meister ist vom Himmel gefallen!

Zitat
Ach, du räumst mir ein, doch "was merken" zu können? Ich merke es auch!

Merken kannst Du beim Hören von Musik viel, schließlich hast Du ja Ohren. Tiefer verstehen (und das geht nun mal nicht über den Bauch allein!) ist aber noch mal auf einer anderen Ebene angesiedelt.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.148

11.03.2016 13:01
#11 Reklovs Musiktheorie antworten

Gut. Du hast deinen Teil gesagt, ich habe meinen Teil gesagt. Du bist nicht dazu bereit, deine musikalische Wahrnehmung über die technischen Handgriffe mit dem Transmissionsriemen (des TALENTES und des emotionalen Ausdrucks) zu erweitern. Der uns Menschen dazu befähigt, Gefühle zu einer Größe gemeinschaftlichen Ausdrucks zu machen! Du verstehst es einfach nicht! Du bist ein Handwerker, aber eben kein Künstler! Du gockelst mit deinen technischen Fähigkeiten und deinen biografischen Fachkenntnissen hier herum. Das reicht aber nicht.

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Reklov Offline




Beiträge: 3.330

11.03.2016 17:33
#12 RE: Reklovs Musiktheorie antworten

Zitat
Du verstehst es einfach nicht! Du bist ein Handwerker, aber eben kein Künstler! Du gockelst mit deinen technischen Fähigkeiten und deinen biografischen Fachkenntnissen hier herum. Das reicht aber nicht.

Gysi,

... könntest Du mich spielen, vor allem meine Improvisationen hören, würdest du Deine Meinung schnell ändern. -
Technische Fähigkeiten gehören (u.a. auch beim Malen) nun mal zur handwerklichen Grundausrüstung, mit der man künstlerischen Ausdruck anstreben kann, will man nicht zu den Malern gehören, die lediglich ein paar Farbtöpfe gegen die Leinwand werfen. Diese "Zufallskunst" hat zwar auch ihren Reiz, ist auch berechtigt, kann aber keine konkreten Inhalte vermitteln.
Ich war neulich auf einer Ausstellung des verstorbenen österreichischen Malers RUDOLF HAUSNER. (Ich weiß nicht, ob Du ihn kennst?) Um seine Kunstform des fantastischen Realismus so celebrieren zu können, ist zunächst mal eine virtuose Maltechnik, wie er sie hatte, unbedingt nötig. Damit war es Hausner erst möglich, seine beeindruckenden Ideen-Formen dem Publikum vorzustellen. (Wenn es Dich interessiert, dann gib den Namen bei Google ein.) - Auch S. Dali, dessen Originale man gesehen haben muss, hatte eine äußerst raffiniert ausgefeilte Maltechnik, mit der er seine Visionen auf die Leinwand brachte.
Marc Chagall brauchte z.B. diese perfekte Technik nicht zu erlernen, denn er glänzte mehr mit den superben Farben und locker angeordneten Formen, die er in seine, oft ikonenhaft wirkenden Bilder einbrachte.

Zitat
Du gockelst mit deinen technischen Fähigkeiten und deinen biografischen Fachkenntnissen hier herum. Das reicht aber nicht.

Ich wollte hier an sich nur meine 38 Jahre Bühnenerfahrung (Pop, Rock und Fusion) als Gitarrist und Sänger einbringen. Wer so lange erfolgreich in ausgezeichneten Bands gespielt hat, muss mehr können, als nur "gockeln", sonst kann er den hohen Ansprüchen in der Praxis nicht genügen, vor keinem großen Publikum spielen, damit also auch kein großes Geld verdienen. (Mir ist dies gelungen und ich musste mich dabei über all die Jahre nicht nur vor Publikum, sondern auch vor den Ohren ausgezeichneter Band-Kollegen beweisen.)

Erstaunlich bleibt aber, dass Du, der blutige Laie, beim Thema Musik auch mitreden möchtest, sogar entscheiden willst, ob etwas "reicht" oder nicht. Musik, als praktizierte künstlerische Form, erschließt sich einem nicht über das Hören allein, auch wenn man sich zu Hause noch so oft von seinen Lieblingsinterpreten berieseln lässt. - Beim Thema Musik fällt Unwissenheit eben deutlich auf, wenn man glaubt, ein Fachgespräch beginnen zu können - anders als beim Reden über Glaubensfragen!
(Ist nun mal so!)

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.148

12.03.2016 09:50
#13 Reklovs Musiktheorie antworten

Du bist zu narzisstisch und hochmütig, auch für eine Diskussion zu deinem "Fachthema". Nach deinem Selbstverständnis hat man dein Schüler zu sein, und sonst geht nix. Ich kann deinen Sensitivitätsausfall nicht verstehen, und dann noch zum Thema Musik!
So langsam dämmert's mir, warum du so verbissen nach einer Transzendenz suchst. Du suchst nach etwas, was es tatsächlich gibt oder geben sollte, und du aber vermisst. Und das ist das weite Feld deines - Künstlerischen, deiner Kreativität! Leere Nüchternheit in den Venen - also muss das Reich außen liegen...

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Reklov Offline




Beiträge: 3.330

12.03.2016 10:57
#14 RE: Reklovs Musiktheorie antworten

Zitat
Nach deinem Selbstverständnis hat man dein Schüler zu sein, und sonst geht nix. Ich kann deinen Sensitivitätsausfall nicht verstehen, und dann noch zum Thema Musik!

Gysi,

... wer bei mir Gitarren-Unterricht hat, den baue ich langsam und systematisch auf. Narzissmus und Hochmut sind dabei völlig fehl am Platz! Wenn der Schüler nicht die ersten Hürden (ganz einfache Akkorde und einfachste Notenlinien) über die nötigen Übungsstunden erklimmen kann, geht tatsächlich nichts.
Du selbst hast keine Erfahrung, was es bedeutet, die ersten 2 - 3 Jahre nur mal das Handwerk in der Musik zu erlernen, um dann die eigenen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten entwickeln zu können!

Zitat
So langsam dämmert's mir, warum du so verbissen nach einer Transzendenz suchst. Du suchst nach etwas, was es tatsächlich gibt oder geben sollte, und du aber vermisst. Und das ist das weite Feld deines - Künstlerischen, deiner Kreativität! Leere Nüchternheit in den Venen - also muss das Reich außen liegen...

Man sucht nicht nach einer Transzendenz (wo sollte diese auch liegen???), sondern wird von ihr gefunden, wenn man sich ihr denn zu öffnen vermag und genau wie in der Musik, geht hier mit Verbissenheit gar nichts, denn auch hier kann man sagen: Den Seinen gibt`s der Herr im Schlaf.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mir mit 10 Jahren von meinen Eltern eine Gitarre wünschte. Als ich sie bekam (es war ein sehr teures Modell!) übte ich freiwillig, während meine Freunde lieber draußen Fußball spielten. Mein Instrument und ich haben uns also schon damals "gefunden". Der weitere Weg einer langen Entwicklung konnte dann beginnen. (So läuft es mit allen künstlerischen Disziplinen, denn auch meine Entwicklung als Maler begann bereits in der Schule. Im Kunstunterricht hatte ich stets eine 1 und musste mich dabei in keiner Weise anstrengen!)

Verbissenheit ist also weder auf dem transzendenten, noch auf dem künstlerischen, noch auf dem atheistischen Weg ein guter "Wanderkamerad".
Und solltest Du glauben, dass Dir irgendetwas "dämmert", so empfehle ich, zunächst immer in den Spiegel zu schauen - vielleicht dämmert Dir dann noch mehr? Z.B., dass die Transzendenz (sie ist kein Reich!) stets innen und nicht "außen" zu finden ist!

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.148

12.03.2016 11:37
#15  Reklovs Musiktheorie antworten

Wir reden aneinander vorbei. Du missverstehst mich gewollt! Musik ist eine Universalsprache. Ich verstehe sie. Und du zerstörst sie (für dich) mit deinem Klampfen-Snobismus. Du willst die Universalität unter den Menschen nicht, wenn es um die Musik geht. Da willst du der Sehende unter den Blinden sein. Und so auch in Bezug auf den Gottglauben, das "Göttliche" und die Religion...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Lukrez Offline




Beiträge: 5.548

12.03.2016 12:21
#16 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Man kann durchaus durch verbesserte Technik des Spiels ganz gewaltig an Ausdrucksmöglichkeiten gewinnen.
Ganz wesentlich ist das bei der klassischen Musik und schon etwas weniger wesentlich bei manchen Formen des Jazz.
Andere Formen des Jazz betonen dann wieder gerade die virtuosen Techniken des instrumentellen Spiels.
Es gibt in der Musik aber auch andere mögliche (nicht technische) Ausdrucksformen.
Um sich musikalisch ausdrücken zu können muss man daher nicht unbedingt ein Instrument perfekt beherrschen.
Es geht sogar gänzlich ohne echte Instrumente.
(Was natürlich bestimmte Möglichkeiten des Ausdrucks durchaus einschränkt.)

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Gysi Offline

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12.03.2016 13:01
#17 Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat von Lukrez
Man kann durchaus durch verbesserte Technik des Spiels ganz gewaltig an Ausdrucksmöglichkeiten gewinnen.

Ja, der Ausdruck. Dazu braucht man nicht nur Technik, dazu braucht man Talent und Seele. Die Sex Pistols konnten gerade mal wacklige 2 Akkorde in ihre Klampfen hämmern und hatten in diesem denkwürdigen Jahr 1976 Songs mit einem Sound in die Welt gerotzt, die für die Ewigkeit bestehen!

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Lukrez Offline




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12.03.2016 17:40
#18 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Ich schätze die verschiedenen Ausdrucksformen und Möglichkeiten der Musik und möchte keine missen.
Wenn es aber (wie teilweise beim Jazz und Progressive-Rock) nur noch um Instrumentalakrobatik geht ist diese Musik für mich uninteressant.

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(Lukrez)

Reklov Offline




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13.03.2016 11:46
#19 RE: Reklovs Musiktheorie antworten

Zitat
Musik ist eine Universalsprache. Ich verstehe sie. Und du zerstörst sie (für dich) mit deinem Klampfen-Snobismus. Du willst die Universalität unter den Menschen nicht, wenn es um die Musik geht. Da willst du der Sehende unter den Blinden sein. Und so auch in Bezug auf den Gottglauben, das "Göttliche" und die Religion...

Gysi,

... ich verstehe Dich schon richtig (bin ja nicht doof!). Eine "Klampfe" ist übrigens eine billige Gitarre (so um die 80 EUR), wie sie gerne am Lagerfeuer mit 3 Akkorden malträtiert wird. (Die Abbildung unter meinem Namen zeigt z.B. ein handgemachtes Archtop-Modell, welches einst von dem berühmten deutschen Gitarrenbauer Roger Rossmeisl gefertigt worden war. Ihr Ton ist unvergleichlich und der Sammler-Wert sehr hoch!) Es ist eine sog. Jazz-gitarre, keine E-Gitarre. - Ein virtuoses E-Gitarrenspiel (ich besitze 4 E-Gitarren) verlangt viele Jahre der Übung vom Spieler ab. Viele E-Gitarristen üben übrigens ihre Finger auch an klassischen Etüden von Bach oder dem italienischen Geiger Paganini!
Sicher (da hast du Recht!) ist Musik eine internationale Sprache! Das gesamte Vokabular in seiner Tiefe wird aber nur von den Geschulten verstanden! Die Ungeschulten können zwar auch etwas Musik sprechen, aber der Wortschatz ist beschränkt und etwa mit einer Stufe zu vergleichen, die manche Touristen anwenden, wenn sie im Ausland Englisch sprechen.
Falls Du einen ausgebildeten Musiker unter Deinen Bekannten hast, dann lass Dich von ihm über die Gebiete der Tonarten, der versch. Modi und ihren Anwendungen bei der Improvisation einführen. Vielleicht ahnst Du dann, um was es hierbei geht!? (Fasse dieses bitte nicht als Belehrung, sondern lediglich als Tipp auf.)

Von der Musik zum Gottesthema kann man jedoch keine Brücke schlagen wollen, deswegen ist Dein seltsamer Vorwurf nicht nur dilettantisch, sondern auch lächerlich! (Es sei denn, man könnte Engel auf ihren Harfen spielen hören, um zu checken, wie sie dies machen und was für Linien sie dabei spielen!).

Gruß von Reklov

Reklov Offline




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13.03.2016 12:07
#20 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
Ich schätze die verschiedenen Ausdrucksformen und Möglichkeiten der Musik und möchte keine missen.
Wenn es aber (wie teilweise beim Jazz und Progressive-Rock) nur noch um Instrumentalakrobatik geht ist diese Musik für mich uninteressant.

Lukrez,

... keinesfalls wird gute/kreative Musik allein über die techn. Akrobatik auf dem Instrument definiert! In der Klassik und im Jazz/Rock/Pop ist es immer der "geistige" Inhalt einer Komposition, also z.B. die kreative Anwendung der versch. Modi., welche nun der einzelne Musiker als "Worte" für seine Geschichtenerzählung dem Hörer vorträgt. Inwieweit er dabei variabel, geistreich und spannend zu "erzählen" versteht, zeichnet ihn sowohl vor dem "normalen", wie auch dem Fachpublikum aus. Schnelle Läufe können auch langweilig wirken, wenn ihnen die Kreativität beim Mixen der versch. Modi fehlt! (Ich hoffe, Dir ist bekannt, was Modi sind?) Fragen hierzu beantworte ich gerne.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




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13.03.2016 12:19
#21 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
Ja, der Ausdruck. Dazu braucht man nicht nur Technik, dazu braucht man Talent und Seele. Die Sex Pistols konnten gerade mal wacklige 2 Akkorde in ihre Klampfen hämmern und hatten in diesem denkwürdigen Jahr 1976 Songs mit einem Sound in die Welt gerotzt, die für die Ewigkeit bestehen!

Gysi,

... Ausdruck und die damit verbundene Seelenregung beim Hörer kann man auch mit einfachen Mitteln erzielen! So ist z.B. das "berühmte Gitarren-Riff" von SMOKE ON THE WATER (Deep Purple) oder das von SATISFACTION (Rolling Stones) durch ständiges Nudeln im Radio jedem ins Ohr gebohrt worden und alle wurden/werden davon noch heute rhythmisch berührt und erfreut.-

In unserer Staatsgalerie hängen z.B. auch ganz "einfache" Bilder der Moderne, welche nur eine Farbfläche mit einer Linie oder einem Punkt zeigen. Man kann und sollte solche Varianten aber nicht mit den klassischen Arbeiten z.B. eines Jan Vermeer oder anderer herausragender Meister vergleichen wollen, denn hier werden keine kurzen Signale gesendet, sondern variantenreiche, längere "Geschichten" erzählt.

Um ein Beispiel aus der Pop-Musik zu nennen: Das bekannte längere Gitarren-Solo von HOTEL CALIFORNIA (gespielt vom Gitarristen der EAGLES, Don Felder) ist ein Paradestück, wie ein gutes Solo aufgebaut werden muss, welches in seiner Art auch den Charakter des Songs nicht verlässt, sondern unterstreicht! Es gibt viele Möglichkeiten, über die Akkorde des songs zu improvisieren. Don Felder hat sich mit seinem Solo ein kleines Denkmal gesetzt. (Hören und staunen, denn es wird ja fast täglich im Radio serviert!)

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


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23.03.2016 16:55
#22 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
Die BEATLES haben, neben ihren zweifellos grandiosen Titeln, auch einige Querschläger mit auf ihre Tonträger gepresst. Ich denke da z.B. an: Yellow Submarine, Act Naturally, Ob-La-Di, Ob-La-Da ... etc.

Sie waren groß, verdammt groß, und sie waren es zu recht! Aber ihre Größe zogen sie aus etwas, was über ihre Musik hinausging. Ich erinnere mich noch an die "BBBT", die Bravo-Beatles-Blitz-Tournee 1966! Ich war damals 13, durfte also nicht dahin, war mir auch zu weit bis nach Essen. Aber die Fans sind nicht dahingekommen, um gute Musik zu hören, sie waren einzig dahingekommen, um GÖTTER zu sehen! Sie schrien wie die Berserker, die Musik interessierte nicht. Und ich konnte das voll nachvollziehen! Die Beatles lieferten mehr als nur große Musik! Ich kann auch einige Songs von denen nicht leiden, andere finde ich gigantisch. Johns Stimme finde ich groß, SEHR gut und magisch. Georges Stimme nervt, er kann singen, zweifellos, aber sie ist zu blass. Wie sagte Paul mal auf eine Frage eines Interviewers, ob sie denn "die größte Band der Welt" seien? "Wir sind nicht die besten. Aber wir sind gut!" Das sah und sehe ich ebenso.

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Reklov Offline




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24.03.2016 12:55
#23 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
Sie schrien wie die Berserker, die Musik interessierte nicht. Und ich konnte das voll nachvollziehen! Die Beatles lieferten mehr als nur große Musik! Ich kann auch einige Songs von denen nicht leiden, andere finde ich gigantisch. Johns Stimme finde ich groß, SEHR gut und magisch. Georges Stimme nervt, er kann singen, zweifellos, aber sie ist zu blass. Wie sagte Paul mal auf eine Frage eines Interviewers, ob sie denn "die größte Band der Welt" seien? "Wir sind nicht die besten. Aber wir sind gut!" Das sah und sehe ich ebenso.

Gysi,

... ich war 15 J., als ich die BEATLES im Zirkus-Krone-Zelt in München live erlebte. Da ich damals schon recht flott auf der Gitarre agieren konnte, interessierte mich natürlich das Musik-Handwerk dieser Gruppe aus England.
Ringo spielte, trotz des Höllenlärms, den die Fans veranstalteten, sehr steady, ohne Temposchwankungen und führte mit seinen Drums die Gruppe bestens an. Auch bewunderte ich die mehrstimmigen Vokal-Sätze (das Markenzeichen der Gruppe!), die sich bei einem solchen Fan-Lärm ja nicht problemlos intonieren lassen, da jeder Sänger seine spezielle Stimmführung genau halten muss. John sang "Mr. Postman" mit seiner durchsetzungsfähigen Stimme beeindruckend, aber auch Paul zeigte, als er den Song von Little Richard, "Long Fall Sally", startete, wie gekonnt er Rock`n Roll zu singen verstand: Mit ordentlichem Druck und in hoher Tonlage!
Da ich seinerzeit bereits in der "Schüler-Band" unseres Gymnasiums einige Beatles-Titel (auch mehrstimmig gesungen!) im Programm hatte, wusste ich die Qualität der Beatles zu schätzen.
Wenn man berücksichtig, dass sie in ihrem Londoner Tonstudio ja nur 4 Spuren für ihre Aufnahmen zur Verfügung hatten, so sind ihre Schallplatten umso erstaunlicher zu bewerten - ganz abgesehen von einigen genialen Kompositionen.
Pauls Komposition "The long and winding road" wurde z.B. von Ray Charles gecovert und viele andere Titel der 4 aus Liverpool waren Vorlagen für unzählige Orchesterversionen und Solo-Interpretationen.

Allein durch die Tentiemen soll z.B. G. Harrison, der ja nicht so sehr als Songwriter aktiv war, im Jahr an die 300 000 Pfund auf sein Konto gespült bekommen haben, ohne dass er nach seiner aktiven Zeit einen Finger krumm machen musste.
Da er aber schon seit seiner Jugend ein starker Kettenraucher gewesen war, suchte ihn der Lungenkrebs leider viel zu früh heim. Er starb in seinem großen Landhaus und Paul besuchte ihn noch kurz vor seinem Tode.
Der Sohn von John L. (auch Musiker) hat übrigens eine Stimme, welche dem Vater täuschend ähnlich ist. Er konnte sich aber mit seinen Titeln in der harten Branche nicht so durchsetzten, dass die Platten-Bosse an ihm festhielten. Bei seinem vererbten Vermögen wird dies aber auch keine große Rolle spielen.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

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24.03.2016 13:26
#24 Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Mich hatte Chuck Berrys "Rock and Roll Music", von den Beatles gecovert, von John gesungen, umgehauen, wie es kein anderer Song je getan hat! Und mich hatte später Vieles umgehauen, aber nicht so. Gut, ich war 13 damals, in der Spätphase der Prägezeit, aber immerhin Prägezeit.

Na, und Julian hatte schnell die Schnauze voll davon, ständig mit seinem Papa verglichen zu werden. Er war gut, er brachte gute Songs. Aber man muss nicht dauernd Musik machen, auch wenn man es kann.
Sean ist ja eigentlich auch kein schlechter. Aber seine Veröffentlichungen waren nicht so der Kracher. Der brauchte sich ja auch nie anzustrengen in seinem gemachtem Nest im Dakota-Haus. Wo er - glaube ich - mit seinen mittlerweile 40 Jahren immer noch lebt. Wer richtig hochkommt, hat sich in seinem Leben angestrengt, anstrengen müssen.

Das Ereignis "the Beatles" ist auch ein sozialgeschichtliches Ereignis, nicht nur ein musikalisches, ein Kapitel der Kulturrevolution namens Rock and Roll... Das können deren Kinder nicht einfach weiterschreiben. Das haben schon ganz andere mittlerweile weitergeschrieben. Die Beatles waren gut, aber keine "Wunderkinder" mit Genen, die auch deren Kinder zu Wunderknaben macht. Spitzen-Musik machen und schreiben können nicht nur 20, 30 Menschen auf diesem Planeten, das können sehr, sehr viele. Ich war früher oft in Kneipen, die eine Bühne für Musiker hatten, die for nothing auftraten. Da traten hammergeile Jungs und Mädels auf, die einen regelrecht aus den Schuhen kickten! Und die kannte und kennt kein Schwein. Ruhm ist ein Glücksfall. John Lennon sagte mal: "Wir hatten unglaubliches Glück gehabt!" Sein Vorteil war, dass er mit seinem Charisma und seiner Eloquenz die Weltbühne wie kein Zweiter dazu zu nutzen vermochte für die ehernen Menschheitsziele Weltfrieden, Glücklichsein, Psychoanalyse (Urschrei-Album), Feminismus usw. einzutreten. Was ihn so groß machte, war seine Personality! Auch, aber weniger, seine Musik...

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Reklov Offline




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25.03.2016 12:28
#25 RE: Ein Plädoyer für den Atheismus antworten

Zitat
Mich hatte Chuck Berrys "Rock and Roll Music", von den Beatles gecovert, von John gesungen, umgehauen, wie es kein anderer Song je getan hat!

Gysi,

... diesen Song trug J. Lennon dynamischer vor, als Chuck Berry. Den Jungs in meiner ersten Band gefiel der Titel auch, so dass wir ihn in unser Programm aufnahmen. Wir stellten aber schnell fest, dass die Beatles-Version für die Paare schlecht zum Tanzen geeignet war, während die Original-Version dafür besser taugte, weil sie boogiemäßig "schaukelte", also wiegender (swingender!) Rock`n rollte!

Zitat
Da traten hammergeile Jungs und Mädels auf, die einen regelrecht aus den Schuhen kickten! Und die kannte und kennt kein Schwein.

Auch in der Gegend um Stuttgart gibt es viele Clubs in denen hervorragende Bands auftreten. Einige sind durchreisende Ausländer, andere sind hier wohnhaft. Wenige können von ihrer Musik "gut" leben und gehen oft noch einer zweiten Tätigkeit nach.
Ich kenne z.B. einen der vielen jungen Gitareros der nächsten Generation: Er spielt sehr kreativ und technisch ausgereift, muss aber sein Haupteinkommen als Zahntechniker verdienen. Ein sensationeller Schlagzeuger ist auch unter meinen Bekannten: Er unterrichtet tagsüber in einer Drummer-Schule. Am Wochenende (nachts) spielt er bei unterschiedlichen Bands mit.

Ich konnte (neben meinem Beruf) über 38 als Gitarrist und Sänger in einer sehr guten Top-40-Band spielen. In unserem Repertoire waren also stets die ersten 40 Titel der internationalen Hitparaden eingebunden. Für alle Musiker eine echte Herausforderung, denn diese Titel werden in den jeweiligen Studios von Super-Profis (meistens mit Hochschulabschluss in Musik!) eingespielt. Michael Jackson holte sich z.B. für seinen bekannten Titel >BEAT IT< keinen Geringeren für das legendäre Gitarren-Solo, als den bekannten Solisten Eddie Van Halen, der ja auch eine eigene erfolgreiche US-Rockband hatte, deren Hit >JUMP< noch heute oft im Radio gespielt wird. Auch am Schlagzeug saßen bei M. Jacksons Studio-Aufnahmen große Namen, wie z.B.: Steve Gadd. Die meisten Titel von M. Jackson wurden von dem legendären Jazz-Musiker, Quincy Jones, arrangiert und produziert.-

Tragisch fand ich J. Lennons Ende! - Ausgerechnet so einer musste durch die Waffe eines irren Bewunderers mitten aus dem Leben gerissen werden.

Gruß von Reklov

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