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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 154 mal aufgerufen
 Weltliche Ideologien
Lukrez Offline




Beiträge: 5.513

27.03.2016 17:43
Postdemokratie antworten

https://de.wikipedia.org/wiki/Postdemokratie
Colin Crouch definiert eine idealtypische Postdemokratie folgendermaßen:
„ein Gemeinwesen, in dem zwar nach wie vor Wahlen abgehalten werden [...], in dem allerdings konkurrierende Teams professioneller PR-Experten die öffentliche Debatte während der Wahlkämpfe so stark kontrollieren, daß sie zu einem reinen Spektakel verkommt, bei dem man nur über eine Reihe von Problemen diskutiert, die die Experten zuvor ausgewählt haben“
-
Vorangetrieben werde die Entwicklung zur Postdemokratie durch den unterschiedlich hohen Vernetzungsgrad von einerseits global agierenden Unternehmen und andererseits Nationalstaaten. Crouch sieht das zentrale Problem darin, dass die Angleichung von Lohnniveaus, Arbeitnehmerrechten oder auch Umweltstandards durch zwischenstaatliche Kooperation langsamer vorangeschritten ist als die Globalisierung unternehmerischer Aktivitäten. So könnten multinationale Konzerne mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen drohen, wenn sie beispielsweise mit Steuer- oder Arbeitsmarktsystemen nicht zufrieden sind. Diese Drohkulisse sei so wirkmächtig, dass der Einfluss von Unternehmen und Vermögenden auf Regierungsentscheidungen stärker ist als derjenige der Staatsbürger (Race to the bottom). Seine zentrale These lautet, dass sich die westlichen Demokratien dem Zustand der Postdemokratie immer mehr annähern und in der Folge der „Einfluß privilegierter Eliten“ zunimmt.

Unter anderem deswegen würden die Regierungen seit den 1980er Jahren eine neoliberale Politik verfolgen, die die Privatisierung fördert und den Bürgern mehr Selbstverantwortung aufbürdet. Crouch stellt die These auf: „je mehr sich der Staat aus der Fürsorge für das Leben der normalen Menschen zurückzieht und zuläßt, daß diese in politische Apathie versinken, desto leichter können Wirtschaftsverbände ihn - mehr oder minder unbemerkt - zu einem Selbstbedienungsladen machen. In der Unfähigkeit, dies zu erkennen, liegt die fundamentale Naivität des neoliberalen Denkens.“

Ritzi und Schaal bezeichnen Postdemokratie „in diesem Verständnis [als] eine Scheindemokratie im institutionellen Gehäuse einer vollwertigen Demokratie.“


Haben wir diesen Zustand nicht längt erreicht?

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-58656917.html
Crouch: Sehen Sie, in den westlichen Demokratien werden immer noch Wahlen abgehalten. Diese Wahlen führen sogar in den meisten Fällen zu legitimen Regierungsbildungen. Doch die politischen Inhalte, die bei den Wahlen angesprochen werden, bestimmen nicht mehr die Bürger, sondern hochspezialisierte PR-Teams.
SPIEGEL: Was ist daran so schlimm?
Crouch: Die PR-Teams der Parteien kontrollieren die politischen Debatten. Und sie wählen natürlich die Probleme aus, die von den Parteien überhaupt noch gelöst werden können. Das sind aber nicht die wichtigen Probleme. An die wagen sich die Parteien nicht mehr heran, weil sie an ihnen scheitern müssen.
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Crouch: Die Demokratie selbst versagt! Denn es deutet alles darauf hin, dass sie nur auf nationaler Ebene funktioniert. Versucht man sie auf supranationalem Niveau einzuführen, um übergreifende Probleme der Welt zu lösen, klappt es nicht. Die sicher nicht besonders demokratische Europäische Union ist dafür das beste Beispiel. Eine Demokratie hat große Schwierigkeiten, über die nationale Ebene hinaus zu greifen. Auch die wenig bindenden G-8-Beschlüsse belegen das.

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De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.064

28.03.2016 10:39
#2 Postdemokratie antworten

Zitat von Lukrez
Crouch: Die Demokratie selbst versagt! Denn es deutet alles darauf hin, dass sie nur auf nationaler Ebene funktioniert.

Quatsch! Auch auf der Ebene funktioniert die Demokratie nur noch äußerlich. Die Themen werden nicht mehr von Volk, sondern durch PR-Teams bestimmt und die Political Correctness gesteuert!

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