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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 132 Antworten
und wurde 4.031 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
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Reklov Offline




Beiträge: 4.838

20.04.2016 18:11
#26 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat
Hab ich. Ich lese keine Antwort darauf. Viele Worte, keine Antwort. Eigentlich die vorherrschende Politiker-Spreche... Sowas löst schnell einen semantischen Infarkt aus, durch das Fettblut der Selbstverliebten, wollen wir das? Wie auch immer.

Gysi,

... die Gedanken Wittgensteins, die ich ja hierzu mit eingeflochten hatte, können keinesfalls mit einer Politiker-Spreche verwechselt werden, haben auch nichts mit Selbstverliebtheit zu tun, sondern zielen auf die Schwierigkeiten eines interreligiösen Unterrichts.
Wer bei solchen Zeilen schon einen "semantischen Infarkt" bekommt, ist höchst gefährdet und sollte an sich nur mit kurzen SMS-Botschaften versorgt werden.
Ist aber nicht mein Schreib-Stil.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

20.04.2016 19:28
#27 Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Reklov
Ist aber nicht mein Schreib-Stil.

Nee. Weiß ich doch. Schön und vor allem unnötig ausladend, PLAAAATZ einnehmend und zeitraubend, den Zuhörer festtackern und zu allen Nebennebennebenthemen zwingen, die dir einfallen bis zu der Bluesleiter... bei Anschlussverlust ans Hauptthema - das ist die Eigenverliebtheit, die ich dir ankreide. Aber lassen wir das hier, fin.

Was schlägst du denn vor zur Gestaltung des Religionsunterrichts?
a) Alles so lassen, wie es ist? Weil ja alles gut und richtig ist?
b) Abschaffen? Nur Ethikunterricht?
c) Oder doch alles zusammenlegen, unter neutralem, historischem Aspekt, auch wenn's "schwierig" ist? Wenn Ablassen von allem, weil es "schwierig" wird, der Begründungsleitfaden durch die ganze Mebschheit hindurch gewesen wäre, hingen wir heute noch in dem Bäumen herum.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

21.04.2016 09:21
#28 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Wie wäre es mit Rollenspielen im Religions- oder Ethikunterricht?

Man kann die Situation dabei ganz bewusst und kontrolliert emotional aufheizen und dann immer wieder seitens des Lehrkörpers beschwichtigend eingreifen.
Das stumpft "religiöse Gefühle" ab und trägt zur heilsamen Immunisierung bei.

Jeder Akteur sieht sich ertappt, keiner ist "besser" oder "auserwählt". Wer unter den Beteiligten "richtig" argumentiert, lässt sich nicht beweisen und alle sind gleichgestellt.
Das Gegenüber ist der eigene "Spiegel". Unbeantwortete Fragen müssen keine hitzigen Reaktionen heraufbeschwören. Gelassenes Abwarten und Toleranz (warum nicht auch unter Vorbehalt?) ist angesagt, wenn gegenwärtig keine vernünftigen Antworten ohne vorurteilsbehaftetem Hintergrund oder ohne spekulativen Annahmen darauf möglich sind.

Dieser fanatische Glaubensspuk oder fruchtlose "Streit um des Kaisers Bart" muss doch irgendwann einmal neutralisierbar sein, oder?

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

21.04.2016 09:37
#29 Wann geht eine Religion unter? antworten

Rollenspiele - warum nicht?

Klar ist, dass ein bekenntnisungebundener Religionsunterricht neutral wäre. Damit wären viele Bekenntnisgebundene gewiss nicht einverstanden. Das "tiefere" Einwühlen in den Katechismus, das Singen von Kirchenliedern, das Beten des Vaterunser und von Surentexten fiele flach. Dieser Religionsunterricht wäre keine Gläubigenausbildung, sondern hätte die beobachtende Funktion von außen stehenden Lernenden. Und dafür sind die Schulen ja auch da. Gewiss nicht für die Gläubigenausbildung. Der demokratische Staat hat sich laizistisch zu verhalten, das wissen wir seit Thomas Jefferson. Aber wir Superdemokraten tun das nicht...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 4.838

21.04.2016 12:25
#30 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat
Was schlägst du denn vor zur Gestaltung des Religionsunterrichts?
a) Alles so lassen, wie es ist? Weil ja alles gut und richtig ist?
b) Abschaffen? Nur Ethikunterricht?
c) Oder doch alles zusammenlegen, unter neutralem, historischem Aspekt, auch wenn's "schwierig" ist? Wenn Ablassen von allem, weil es "schwierig" wird, der Begründungsleitfaden durch die ganze Mebschheit hindurch gewesen wäre, hingen wir heute noch in dem Bäumen herum.

Gysi,

... unser Religionslehrer auf dem Gymi (ein Theologe) war auch gleichzeitig unser Latein- und Englischlehrer. Ein strenger, aber fairer und gerechter Pädagoge. Er legte seine Betonungen vor allem auf den historischen Hintergrund der Bibel. Das hat mir später noch gute Dienste erwiesen. Die spirituellen Inhalte der Bibel waren ihm nicht so wichtig, somit scheute er auch das offene Gespräch über seelische Bewegungen im Menschen, der sich zu einer Religion bekennt, also dort das sucht, was ihm korrekte Erkenntnisse über die materiellen Welten eben nicht vermitteln können.

Dein a) würde ich gerne weggestrichen sehen.

b) Ethikunterricht ist ja schon lange eingeführt und sollte gegenüber religiösen Dogmen die Oberhand gewinnen. Dabei könnte man ja auch die ethischen Verletzungen anführen, welche durch die Religionen den Menschen zugefügt wurden und werden.

c) Ein Zusammenlegen unter allein historischem Aspekt reicht keinesfalls aus, denn jede Religion muss sich, will sie ernst genommen werden, in erster Linie einer philosophischen und psychologischen Betrachtung/Beurteilung stellen. - Während solcher Prozesse würden den Schülern Fragen auf der Zunge brennen, z.B. wie es denn sein kann, dass Mohammed behauptet haben soll, ein der Erzengel Gabriel habe sich ihm im Schlaf offenbart und ihn zur Verkündigung der Euren aufgefordert, obwohl er sich sträubte. - Bereits solche Passagen sind aber für Menschen, denen solche "Erfahrungen" in Traumwelten fehlen, ein willkommener Grund, mit Unverständnis abzuschalten und die Erkenntnisse der Tiefenpsychologie zu den Träumen interessieren sie wahrscheinlich aus recht wenig.

Du siehst ja bereits in diesem Forum, wie unterschiedlich das Thema der Religionen behandelt wird. Aus diesem Grunde darf man die Kinderseele auch nur behutsam mit den erst zu "entschlüsselnden" Motiven der einzelnen Religionen bekannt machen, ohne, dass bei dieser "Mischkost" der Magen verdorben wird. Überflüssig zu erwähnen, dass für solch einen speziellen Unterricht nur besonders ausgebildete Lehrer in Frage kommen. - Wer aber bildet diese richtig aus?

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

21.04.2016 13:49
#31 Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Reklov
Während solcher Prozesse würden den Schülern Fragen auf der Zunge brennen, z.B. wie es denn sein kann, dass Mohammed behauptet haben soll, ein der Erzengel Gabriel habe sich ihm im Schlaf offenbart und ihn zur Verkündigung der Euren aufgefordert, obwohl er sich sträubte. - Bereits solche Passagen sind aber für Menschen, denen solche "Erfahrungen" in Traumwelten fehlen,

1. Religiöse Bekenntnisarbeit hat in einer demokratischen und daher laizistisch (sein müssenden) Schule nichts zu suchen. Bekenntnisgebundener Unterricht gehört woanders hin. Und sollte bei Demokratieinkompatibilität verboten werden.

2. Hamed Abdel-Samad, der vom Islam etwas mehr Ahnung als wir beide hat, behauptet in seinem Buch "Mohamed", dass die Eingebungen Mohameds, die zu der Koran-Niederschrift führten, das Ergebnis seiner spastischen Anfälle waren. Das ist auch ein Aspekt, der eine Überlegung wert ist. Immer diese Traumwelt-Erfahrungen als einen Gewinn sehen, einen höheren Erkenntnis-Zugang, der dem profanen Normalo selbstredend verschlossen bleibt, ist eine voreingenommene Sichtweise, die dir eher im Gegenzug die Opionen zu ihnen verschließen.

3. Fragen werden allemal gestellt werden. Aber die Antworten sollten nicht in die Schüler eingebimst werden, bevor sie die stellen...

4. In zwei Punkten von dreien stimmen wir überein. Das ist ja sowas wie ein Tag der Harmonie zwischen uns heute...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 4.838

21.04.2016 15:26
#32 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat
Hamed Abdel-Samad, der vom Islam etwas mehr Ahnung als wir beide hat, behauptet in seinem Buch "Mohamed", dass die Eingebungen Mohameds, die zu der Koran-Niederschrift führten, das Ergebnis seiner spastischen Anfälle waren.

Gysi,

... jeder hat andere Infos! - Zu Hamed Abdel-Samad: Da er sicher kein Zeitgenosse Mohammeds war, erhebt sich die Frage, woher er denn seine Infos über Mohammed hat und inwieweit diese den Tatsachen entsprechen?
Mir kam mal früher ein Bericht unter die Augen, der sagte, dass Mohammed Opium geraucht habe und deswegen in Trance-Zustände gefallen sei.
Aber - auch dies ist nicht von uns überprüfbar und wir beide wissen: >Papier ist geduldig!<

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

21.04.2016 17:51
#33 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Reklov
Zu Hamed Abdel-Samad: Da er sicher kein Zeitgenosse Mohammeds war, erhebt sich die Frage, woher er denn seine Infos über Mohammed hat und inwieweit diese den Tatsachen entsprechen?

Extrapolation aus koranischen Texten! Die wiederholten Darstellungen von bestimmten Abläufen definierte er als Anfallabläufe. Und die verglich er mit einem anderen berühmten Epileptiker: Dostojewski! Dieser berichtete von Zeitkorridoren der Hellsichtigkeit und überreizten geistigen Kreativität nach oder während so seinem Anfall. Es gab schon früh andere Leute, die Mohammed. als Epileptiker sahen.

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Jürgen Offline




Beiträge: 114

22.04.2016 08:08
#34 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

O Mohammed Epileptiker, Opiumraucher oder nur ein eitler Lügner war, ist für mich zweitrangig. Viel entscheidender erscheint mir das: Wenn ich mich in den Wald setze, vor mich hin fantasiere, eine Flasche Hochprozentiges bei mir habe, ausgiebig davon koste, im volltrunkenen Zustand irgendwelche Eingebungen erfahre und diese nachher auf der Strasse verkünde, werde ich über kurz oder lang in einer Klinik landen. Mohammed war höchstwahrscheinlich ein solcher Fantast. Das wirklich Erstaunliche ist, dass aus den Visionen eines Psychotikers eine Weltreligion wurde, die sich daran macht, Europa ihrem Wahn zu unterwerfen. Der Islam ist nichts anderes, als die persönliche Neurose eines arabischen Kaufmanns in der Wüste. Wir müssen alles unternehmen, damit diese Allmachts-Träumereien unsere zivilisatorischen Errungenschaften nicht zerstören können.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

22.04.2016 08:44
#35  Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Jürgen
Das wirklich Erstaunliche ist, dass aus den Visionen eines Psychotikers eine Weltreligion wurde,

Immerhin hatte er die Sozialkompetenz dazu, eine ganze Armee zusammenzutrommeln und zu leiten. Als er die Armee noch nicht hatte, wurde er für seine ersten Suren verlacht. Dann hatte er die Armee, die Suren wurden auch erbarmungsloser, und seine Zeitgenossen bekamen den Respekt vor Mohammed, den er wollte. Das bringt den gläubigen Moslems ja das Fatale für ihre Lehre: Hast du Waffen in der Hand, spuren die Leute und werden gläubig!

Zitat
eine Weltreligion wurde, die sich daran macht, Europa ihrem Wahn zu unterwerfen.

Es ist unser Wahn, der dem Islam die Macht gibt, sich hier breitzumachen!

Zitat
Der Islam ist nichts anderes, als die persönliche Neurose eines arabischen Kaufmanns in der Wüste. Wir müssen alles unternehmen, damit diese Allmachts-Träumereien unsere zivilisatorischen Errungenschaften nicht zerstören können.

Ja. Dazu müssen wir unseren Wahn der Unfähigkeit zu einer vollen und substanziellen Islamkritik überwinden (mit entsprechenden politischen Folgen).

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 4.838

22.04.2016 10:25
#36 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat
Der Islam ist nichts anderes, als die persönliche Neurose eines arabischen Kaufmanns in der Wüste. Wir müssen alles unternehmen, damit diese Allmachts-Träumereien unsere zivilisatorischen Errungenschaften nicht zerstören können.

Jürgen,

... das behaupten ja gewisse Kreise auch von Jesus, durch dessen Taten und Worte zweifellos eine neue, von der jüd. Tradition abweichende Gottessicht in die Welt kam. - Unsere "zivilisatorischen Errungenschaften" (auch die der Schweizer!) sind aber u.a. auch auf geistigen Disziplinen aufgebaut, welche sich z.B. auch auf Calvinistische Tugenden stützten: Fleiß, Ehrlichkeit, Ausdauer, Hilfsbereitschaft, Frömmigkeit etc.

Ob uns Germanen (und euch Helvetiern) auch ein solcher Weg möglich gewesen wäre, hätten wir an unseren alten heidnischen "Naturgöttern" festgehalten, uns also seinerzeit gegen die Römer und später gegen die erzwungene Christianisierung durch "Karl den Großen" entschlossener und erfolgreicher zur Wehr gesetzt, kann heute nur mit einem großen ? versehen werden.

Gruß von Reklov

Jürgen Offline




Beiträge: 114

22.04.2016 14:23
#37 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

An Gysi: In der Schweiz gibt es zaghafte Anzeichen eines Umdenkens. Erstaunlicherweise hat dies der verweigerte Handschlag von Schülern gegenüber ihrer Lehrerin ausgelöst. Neuerdings finden es auch Linke und Gutmenschen problematisch, wenn allseitig anerkannte Gewohnheiten und Bräuche im Land vom Islam zurückgewiesen werden. Ob daraus allerdings eine grundlegende Islamkritik erwächst, sei abzuwarten. Mit jedem islamistischen Massenmord und Terroranschlag kommen wieder einige bisherige Fremde-Kulturen-Versteher zur Besinnung - wenn die islamische Gewalt in der eigenen Stadt angekommen ist, sollte auch der letzte Naivling erkennen, dass der Koran kein Friedensprogramm, sondern eine Anleitung zur Weltherrschaft ist. »Mein Kampf« lässt grüssen...

An Reklov: Würden Germanen und Helvetier immer noch an den alten Göttern festhalten und hätten sich in ihren Siedlungsgebieten nie das Christentum breit gemacht - was wäre dann? Ein interessanter Gedanke. Die calvinistischen Tugenden Fleiss und Leistung werden in der Schweiz am besten von Christoph Blocher, dem tonangebenden Politiker der letzten Jahrzehnte, verkörpert - er führt nach wie vor die SVP an, welche konsequent gegen die Masseneinwanderung und Islamisierung des Landes kämpft. Mögliche Schlussfolgerung: Wären die Schweizer, Österreicher und die Deutschen immer noch Germanen im ursprünglichen Sinne, kann ich mir nicht vorstellen, dass in der Bevölkerung viel Verständnis für eine Eroberer-Religion aus Arabien bestehen würde. Die Bereitschaft, fremde Kulturen zu verstehen, auch wenn sich diese gegen einen richten, ist eine typische Errungenschaft des sanften Christentums, wie es sich seit der Säkularisierung herausgebildet hat. Die Kreuzritter haben in Jerusalem die Moslems niedergemetzelt, die heutigen Kirchen öffnen ihre Tore für sie. Ein Europa ohne Christentum sähe gänzlich anders aus: Primitiver, geringer entwickelt und archaischer, aber auch wehrhafter, entschlossener und weniger anfällig für Ideen, wie sie heutige Gutmenschen vertreten. Weder die Kelten, noch die Germanen haben Kulte gekannt, welche die Gläubigen derart drangsalierten und quälten die das Christentum und der Islam. Jede Kritik an der Lehre Mohammeds muss sich auch gegen das Vermächtnis des galiläischen Wanderpredigers aus der Levante richten. Die Antithese zum Islam ist nicht das Christentum, sondern die europäische Aufklärung!

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

22.04.2016 14:37
#38 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

[quote="Jürgen"|p3200594]O Mohammed Epileptiker, Opiumraucher oder nur ein eitler Lügner war, ist für mich zweitrangig. Viel entscheidender erscheint mir das: Wenn ich mich in den Wald setze, vor mich hin fantasiere, eine Flasche Hochprozentiges bei mir habe, ausgiebig davon koste, im volltrunkenen Zustand irgendwelche Eingebungen erfahre und diese nachher auf der Strasse verkünde, werde ich über kurz oder lang in einer Klinik landen. Mohammed war höchstwahrscheinlich ein solcher Fantast. Das wirklich Erstaunliche ist, dass aus den Visionen eines Psychotikers eine Weltreligion wurde, die sich daran macht, Europa ihrem Wahn zu unterwerfen. Der Islam ist nichts anderes, als die persönliche Neurose eines arabischen Kaufmanns in der Wüste. Wir müssen alles unternehmen, damit diese Allmachts-Träumereien unsere zivilisatorischen Errungenschaften nicht zerstören können.[/Quote

Kann natürlich auch sein, dass Du nach der Flasche Hochprozentigen kotzen musst, was mit Religion nicht unmittelbar zu tun hat.
Schon in Urzeiten, als die vielen verschiedenen Kulturkreise kaum Verbindung hatten, haben sie alle ihre Religion entwickelt, denn durch den Tod
wird das Leben zum Mysterium. Das das Materialisten anders sehen ist für diesen Vorgang ohne jegliche Bedeutung.
Und so erfanden sie für den erahnten transzendenten Urgrund des Seins ihre Götter und nannten sie Odin, oder Zeus, oder Allah, oder
Manitu, oder Krishna, oder Jahve, oder weiß der Teufel wie sonst noch.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

22.04.2016 16:20
#39  Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Jürgen
Ein Europa ohne Christentum sähe gänzlich anders aus: Primitiver, geringer entwickelt und archaischer, aber

Warum?

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

22.04.2016 16:52
#40 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #39

Zitat von Jürgen
Ein Europa ohne Christentum sähe gänzlich anders aus: Primitiver, geringer entwickelt und archaischer, aber
Warum?



Wie kaum etwas anderes ist Religion kulturell prägende Kraft.
Und so ist das Christentum tief in unserer Kultur verankert, ganz gleich ob man persönlich
religiös ist oder nicht.
Architektur, Malerei, Literatur, Musik und das hört beim Kalender noch längst nicht auf, denn auch die Ethik
ist christlich geprägt, und unsere Geschichte natürlich.
Ohne Christentum wäre eine andere Kultur entstanden, ob besser oder schlechter vermag ich freilich
nicht zu beurteilen.
Aber das die technische Revolution ausschließlich vom christlichen Kulturkreis ausging ist wohl einfach so.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

22.04.2016 17:30
#41  Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Reisender
Aber das die technische Revolution ausschließlich vom christlichen Kulturkreis ausging ist wohl einfach so.

Wie? Die Klöster im Mittelalter dominierten die Elitenbildung. Das hätte man aber auch anders machen können!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

22.04.2016 17:41
#42 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #41

Zitat von Reisender
Aber das die technische Revolution ausschließlich vom christlichen Kulturkreis ausging ist wohl einfach so.
Wie? Die Klöster im Mittelalter dominierten die Elitenbildung. Das hätte man aber auch anders machen können!



Ich war im Mittelalter nie im Kloster und kann keine Erfahrung beisteurn, aber Fortschritt geht wohl von den Eliten aus, kaum jemals kommt
er aus den Vorstadtkneipen, und die mittelalterliche Wissenschaft blühte in den Klöstern, weil es dazumal
noch keine Max Planck Institute gab.

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.225

22.04.2016 21:04
#43 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Reisender im Beitrag #42
Zitat von Gysi im Beitrag #41

Zitat von Reisender
Aber das die technische Revolution ausschließlich vom christlichen Kulturkreis ausging ist wohl einfach so.
Wie? Die Klöster im Mittelalter dominierten die Elitenbildung. Das hätte man aber auch anders machen können!


Ich war im Mittelalter nie im Kloster und kann keine Erfahrung beisteurn, aber Fortschritt geht wohl von den Eliten aus, kaum jemals kommt
er aus den Vorstadtkneipen, und die mittelalterliche Wissenschaft blühte in den Klöstern, weil es dazumal
noch keine Max Planck Institute gab.



Wissenschaftlichen Fortschritt im Mittelalter, gab es fast ausschließlich nur bei der Zunft der Handwerksmeister. Mittelalterliche Handelsunternehmen die über ganz Europa bis tief ins russische Hinterland Handelsbeziehungen unterhielten, bauten Logistische Netzwerke aus, unterhielten Lagerhäuser und hielten sich Agenten, die nur unterwegs wahren um nach neuen Rohstoffen Ausschau zu halten, die besonderes dem Bedarf des Handwerks von Nutzen sein könnten..

Es war den Schlauen schon damals klar, dass wenn Glaube und Wissenschaft sich vereinen, dann muss im Zweifelsfall immer die Wissenschaft nachgeben...
Deswegen war die Zunft des (goldenen) Handwerks die wahre Wissenschaft des Mittelalters.. weil Gott immer zuletzt nachgibt, wenn es ohnehin schon "wurscht" ist..

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.

Jürgen Offline




Beiträge: 114

23.04.2016 08:24
#44 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

In früheren Jahrhunderten bestimmte die Religion zwar das ganze Leben, doch ein Fortschritt ging von ihr praktisch nicht aus. Haben die Mönche je etwas geschaffen? Ja, Kräuterlikör und Chorgesänge. Die eigentliche Entwicklung fand immer ausserhalb von Klostermauern statt, die Gelehrsamkeit im Innern richtete sich fast ausschliesslich auf den Glauben. Mönche waren eifrige Psalmensammler und Bibelschreiber, die Handwerker in den Städten haben den Fortschritt vorangetrieben: Man baute Krane, erschloss Handelswege, machte mechanische Erfindungen und vieles mehr. Treibende Kraft wurde dann der Protestantismus, in dem der Einzelne Gott direkt unterstellt war. Die Vorstellung, der Allerhöchste würde jeden dauernd überwachen, trieb die Menschen zu lebenslangen Höchstleistungen an. Insofern hat die Religion zum Fortschritt beigetragen, aber nur in einem indirekten, abstrakten Sinne. Die folgende Industrialisierung, die einschneidendste Errungenschaft in der Entwicklung der menschlichen Zivilisation überhaupt, war dann weitgehend weltlich ausgerichtet. Religion mutierte immer mehr zum Sonntagsgeschehen, die Werktage waren vom Fabrikenlärm erfüllt. Es erstaunt nicht, dass im 19. Jahrhundert zahlreiche christliche Sekten entstanden, die wir als Abwehrreflex gegen die zunehmenden Säkularisierung und Verweltlichung deuten können. So gesehen, sind heute Religionen weitgehend überflüssig geworden, die Zahl der Konfessionslosen weltweit steigt, wäre nicht der primitive, aggressive Islam, könnten wir von einem absehbaren Ende des Glaubens sprechen.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

23.04.2016 09:41
#45 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

In den Klöstern des Mittelalters entwickelte sich die Wissenschaft zu einem gewichtigen Machtfaktor. Nachdem zu Beginn des Mittelalters vieles von dem Wissen und der Bildung der Antike verloren ging, daher manchmal auch "das finstere Mittelalter“ genannt, wurden die Klöster im Hochmittelalter zum Zentrum der neuen Wissenschaft.

Es entstanden große Bibliotheken mit wertvollen Schriften, Urkunden und Archiven. In den Klosterschulen wurden die jungen Priester ausgebildet, die ihrerseits wieder das erworbene Wissen in die Welt trugen. Später übernahmen die Klöster auch die Ausbildung der Adeligen. Auf den oft mit üppigem Eigentum ausgestatteten Klöstern wurde das erstandene Wissen in die Praxis umgesetzt, um Ackerbau, Tierhaltung und den Weinbau zu verbessern. Da die Klöster oft die einzigen Orte waren, in denen das Kulturgut "Wissen“ gepflegt und weitergegeben wurde, hatten die Klosterbrüder im Mittelalter einen großen Einfluss in geistiger und religiöser Hinsicht auf die Bevölkerung. Die Klöster waren im frühen Mittelalter auch die wirtschaftlichen Mittelpunkte.

https://www.saw-leipzig.de/de/projekte/k...hochmittelalter

Aus Wikipedia... Klosterliteratur (auch monastische Literatur, von lat. monasterium „Kloster“) ist Literatur, die ihren „Sitz im Leben“ in einer klösterlichen geistlichen Gemeinschaft hat.

Der Klosterliteratur werden viele literarische Werke des Frühmittelalters zugerechnet. Damals waren die Klöster – neben den Bischofsstädten und dem Königshof – die wichtigsten Zentren der Bildung, Wissenschaft und Schriftlichkeit. Dazu zählten im 9. und 10. Jahrhundert im mittleren und östlichen Teil des Frankenreiches die Benediktinerklöster Prüm, Fulda, St. Emmeram, Reichenau und Sankt Gallen. Später wurden diese reichen, alten Abteien vielfach überflügelt von jüngeren Gründungen wie Hirsau, Vorau, Melk, Michelsberg.


http://www.planet-wissen.de/gesellschaft...izin/index.html

Wem das aber alles aber nicht in seine Ideologie paßt, der darf das natürlich auch anders sehen.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.178

23.04.2016 10:32
#46 Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Jürgen
Treibende Kraft wurde dann der Protestantismus, in dem der Einzelne Gott direkt unterstellt war. Die Vorstellung, der Allerhöchste würde jeden dauernd überwachen, trieb die Menschen zu lebenslangen Höchstleistungen an. Insofern hat die Religion zum Fortschritt beigetragen,

Das ist ein überzerugender Aspekt! Hatte ich so noch nie auf dem Schirm gehabt. Merci.

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

23.04.2016 11:39
#47 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #46

Zitat von Jürgen
Treibende Kraft wurde dann der Protestantismus, in dem der Einzelne Gott direkt unterstellt war. Die Vorstellung, der Allerhöchste würde jeden dauernd überwachen, trieb die Menschen zu lebenslangen Höchstleistungen an. Insofern hat die Religion zum Fortschritt beigetragen,
Das ist ein überzerugender Aspekt! Hatte ich so noch nie auf dem Schirm gehabt. Merci.



Da ist wohl durchaus was dran, beten und arbeiten war aber auch schon das Credo verschiedener Orden.
Salt Lake City war eine Salzwüste bevor die Mormonen dort siedelten und einen blühenden Garten daraus machten.

Jürgen Offline




Beiträge: 114

23.04.2016 15:30
#48 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

An Reisender: Natürlich waren im Mittelalter die Klöster die Zentren der Gelehrsamkeit, nebst wenigen Adligen und Bürger, konnten vor allem Mönche lesen und schreiben. Doch die Impulse für den Fortschritt gingen nicht von Klöstern aus, sondern von Humanisten, Renaissance-Trägern und später von den Aufklärern. Alle wichtigen Figuren dieser Entwicklung, wie zum Beispiel Leonardo da Vinci, richteten ihren Blick nach vorn - das taten die Mönche nicht. Keine Religion trägt Wesentliches zur gesellschaftlichen Entwicklung bei, erst wenn ihre Fesseln gesprengt werden, kommt eine Veränderung in Gange. Im Falle von Galilei hat die Kirche Jahrhunderte gebraucht, um klammheimlich zuzugeben, dass er damals richtig lag und sie sich geirrt hatte...

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

23.04.2016 16:10
#49 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat
Keine Religion trägt Wesentliches zur gesellschaftlichen Entwicklung bei, erst wenn ihre Fesseln gesprengt werden, kommt eine Veränderung in Gange.


Dieser Einschätzung kann man zustimmen!
Beispiel Islam:
Islamische Herrscher eroberten die damals wissenschaftlich fortschrittlichsten Kulturen und brachten es daher zu einer kurzen Scheinblüte islamischer Wissenschaften.
Durch religiösen Eifer und Ignoranz konnte dieses Wissen aber nicht bewahrt oder wesentlich ausgebaut werden und erst andere nicht islamische Kulturen konnten auf diesen Grundlagen eine neue Blüte der Wissenschaften hervorbringen.

Die Klöster bewahrten das Wissen der Antike und hielten vieles davon auch unzugänglich im verschlossenen Giftschrank!
Das Wissen zu bewahren war sicherlich auch verdienstvoll.
Angewendet und vermehrt wurde dieses Wissen aber kaum.

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

23.04.2016 16:11
#50 RE: Wann geht eine Religion unter? antworten

Zitat von Jürgen im Beitrag #48
An Reisender: Natürlich waren im Mittelalter die Klöster die Zentren der Gelehrsamkeit, nebst wenigen Adligen und Bürger, konnten vor allem Mönche lesen und schreiben. Doch die Impulse für den Fortschritt gingen nicht von Klöstern aus, sondern von Humanisten, Renaissance-Trägern und später von den Aufklärern. Alle wichtigen Figuren dieser Entwicklung, wie zum Beispiel Leonardo da Vinci, richteten ihren Blick nach vorn - das taten die Mönche nicht. Keine Religion trägt Wesentliches zur gesellschaftlichen Entwicklung bei, erst wenn ihre Fesseln gesprengt werden, kommt eine Veränderung in Gange. Im Falle von Galilei hat die Kirche Jahrhunderte gebraucht, um klammheimlich zuzugeben, dass er damals richtig lag und sie sich geirrt hatte...


Aber ja, das ist ja völlig in Ordnung so.
Das Mittelalter ging zu ende und die Zeit hat neu gewichtet.
Aber auch die Pioniere der neuen Zeit erhielten ihre Bildung klerikal.
Bruno war Priester, Keppler ev. Theologe, Galileo wurde im Kloster erzogen usw,
sie alle brauchten erst das Wissen der Klöster um die Welt neu zu interpretieren.

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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