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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 236 Antworten
und wurde 7.340 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
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SOL demiurg Offline




Beiträge: 734

02.08.2016 16:33
#151 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #148

Zitat von Reklov
Es gibt Dinge, die kann man "erlernen", andere müssen in einem "angelegt" sein. Der Begabte wird vom Unbegabten bekanntlich nicht eingeholt.
Hast du nicht die Begabung, mir deine Gotteserfahrung als transzendental-logische Absleitung zu erklären? Bin ich zu dumm dazu? Oder zu unbelesen? Oder gibt es diese Ableitung überhaupt nicht, und du willst diesen Umstand als MEINEN Mangel verkleiden? DAS will ich wissen! Warum dann - wie immer und immer wieder - dieses zur Ablenkung vom Kern verführen sollende Geschwafel!


Hallo Gysi...

...das was du als Ablenkung meinst zu denken, ist genau das "unbelesene" Deinerseits.
Wie willst du eine Gotteserfahrung machen, wenn du sie in "logischen" Abläufen suchst? Wie logisch kann Gott sein?
Auch kannst du nicht verlangen - und das wurde schon öfter geschrieben - das dir jemand "Anderer" erklärt was eine Gotteserfahrung ist. Wie soll das möglich sein?
Hier kommt deinerseits "das wissen wollen" zum tragen. Wenn du nicht gewillt bist ein Thema wirklich wissen zu wollen, wirst du es auch "nie erfahren".

Wenn du es also von vornherein ablehnst, weil du denkst das "dein momentanes Wissen" ausreicht um deine Weltansicht zu verteidigen, dann bleib dabei - versuche aber nicht mit deiner Logik, die du verteidigst, wissen zu wollen was "Gott" bedeutet!
Hierzu gehört ein gehöriger Schritt nach hinten, dem eigenen Gewissen auf der Spur und einem Blick, der über das Normale hinausgeht. Die normale Realität des Gesellschaftslebens!

Hier geht es um das Jenseits, dem Diesseits und dem Auslösenden "Einen"
Was glaubst du wie du dich fühlst, wenn dir eine Gotteserfahrung zuteil wird? Was ist wohl eine Gotteserfahrung?
Wie willst du selbst solche erfahren, wenn du ablehnend schon allein dem Thema gegenüber stehst?

Wie weit wurden schon selbst einige Hinweise nachgegangen? Wie weit geht die Spur des Jenseitsdenkens zurück? Wann war der Sprung zum umdenken? Ist der Auslöser des Denkens über Jenseitiges eine Erfindung, ein gedanklicher Scherz, oder ist wie heutzutage, das etwas nur gedanklich existieren kann wenn man es logisch "ableitet"?
Haben wir das gesamte Wissen (aufgeschrieben) aus der Antike, dem Altertum oder sogar aus Präzeiten? Was bedeutet(e) die Symbolik auf der gesamten Welt, welch tieferen Sinn beinhaltet Schrift und Wortgewandheit?

Ist es wirklich nur Fressen und Gefressen werden? Wo liegt hierbei der Sinn? Wo könnte die Logik den Sinn ergeben, das der Sinn in der Logik steckt?

Antworten zu diesen Fragen, die auf den ersten Blick leicht beantwortet werden können( mit unserer Schulwissenschaft), sind aber nicht so leicht zu finden. Wo muss man wohl bei der Suche nach "Gott" beginnen? In der Bibel, im Koran, im Hinduismus, im Buddhismus? Bei den Urmenschen und Sauriern? Im alten Rom oder antiken Griechenland? Bei den Philosophen oder Romanschreibern?

Muss ich dazu ins Jenseits reisen oder erfahre ich dies schon im Dieseits?

Reklov Offline




Beiträge: 5.035

02.08.2016 16:45
#152 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat
Hast du nicht die Begabung, mir deine Gotteserfahrung als transzendental-logische Absleitung zu erklären? Bin ich zu dumm dazu? Oder zu unbelesen? Oder gibt es diese Ableitung überhaupt nicht, und du willst diesen Umstand als MEINEN Mangel verkleiden? DAS will ich wissen! Warum dann - wie immer und immer wieder - dieses zur Ablenkung vom Kern verführen sollende Geschwafel!

Gysi,

... wie sagte doch schon unser Dichterfürst GOETHE: „Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen, ..."

Glaube mir, ich wünschte, man könnte solche Seelenregungen (diese machen den Glauben nun mal auch aus und nicht allein die Dogmen!) als logische Ableitung erklären oder wie eine Deduktion zum Ur-Punkt zurück führen.
Schon weitaus größere Denker als ich versuchten z.B. logische Bewisführungen über das Göttliche aufzubauen, sind jedoch an den uns zur Verügung stehenden Sprachmitteln gescheitert, die ja nur das "benennen" können, was wir auch zu ergreifen vermögen. Daraus ergab sich aber immerhin eine Kultur des philosophischen und theosophischen Denkens!

Ich ziehe hierzu mal einen Vergleich (der ja stets hinkt!) heran:
Zwar ist es möglich, ein Gebäude in allen Winkeln zu vermessen, die verwendeten Materialien genau zu definieren, den Konstruktionsplan des Architekten nachzuvollziehen, dabei auch seinen künstlerisch/architektonischen Stil zu benennen, aber damit weiß man noch nicht das Geringste über den "Architekten" selbst.

Dieses große psychologische Manko war der KK natürlich auch bewusst! Deswegen "erklärte" sie den Wanderprediger aus Nazareth zum "Sohn Gottes". Somit hatten die Gläubigen endlich jemanden "zum Anfassen", also einen "Gott", der sich unter die Menschen gemischt hatte, um seine "Schöpfung" auch mal selbst "live" zu erleben. Dieses Dogma widerspricht aber dem Bibeltext im NT, denn Jesus spricht dort stets von seinem "Vater", wenn er von "Gott" spricht.

Abseits aller Dogmen bleibt aber für jeden von uns ein großer Freiraum für eigene Vorstellungen zu diesem Thema.

Es ist wie in der Malerei oder z.B. beim Improvisieren auf dem Instrument. Will man nicht nur "abmalen" oder die Noten anderer Komponisten "nachspielen", muss man schon selbst, im wahrsten Sinne des Wortes, "kreativ" werden (können).

Zitat
DAS will ich wissen! Warum dann - wie immer und immer wieder - dieses zur Ablenkung vom Kern verführen sollende Geschwafel!

Du kommst mir vor, wie Dr. FAUST, denn auch ihn interessierte die Frage brennend.
Der Gelehrte Heinrich Faust zweifelte (in Goethes bekanntem Drama) am Erkenntniswert der Wissenschaft, die weit davon entfernt sei zu erklären, "was die Welt im Innersten zusammenhält".

Würde ich aber Deinen Wunsch erfüllen können, wäre also in der Lage, diese von allen so unterschiedlich angegangene Frage zu beantworten,
wäre ich wohl THE MOST WANTED MAN.
Wenn Du also ein Religionsforum eröffnet hast, um dieser Frage Herr zu werden, war Dein Aufwand vergebens, denn außer Streitgespräche oder Argumente der versch. Art kann Dir keiner etwas "Greifbares" vermitteln.
Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. - Allein Dir selbst bleibt es also überlassen, diesen oder jenen inneren Weg zu gehen und auf diesem wirst Du auch stets nur Dein Spiegelbild erblicken, welches Dich während Deiner persönlichen Erkenntnis- Denk- und Handlungsprozesse begleiten wird.

Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.387

02.08.2016 18:24
#153 Diesseits vs. Jenseits Antworten

Verehrter Reklov, du bleibst in dem status quo stecken, alle Erkenntnisbemühungen über die Schiene der Logik mit Schlaumeierei zu höhnen und zu diskreditieren, Gegenargumente zu schillern (so zu tun als ob man sie hat), aber sie nicht zu haben!

Deine Worte und die Zeit, die du dafür brauchst, sie zu schreiben, ist vertan, vertane Arbeit - wie so oft: nichts als ZER-REDEREI!

Das gleiche gilt für deinen Adlatus SOL demiurg. Gottesnähe, -ahnung und Größe zu schillern neben der "Unbelesenheit" von uns Ungläubigen. Während er sich ja in die ägyptische Religionsgeschichte eingelesen hat, darum weiß er alles! Moslems nennen uns Kuffars ja auch "Unwissende". Während sie selbstredend die Wissenden sind. So schützen sich die wirklich Ahnungslosen vor der Erkenntnis ihrer eigenen Ahnungslosigkeit.

In der selben setzt auch ihr eure Erhabenheit gegen unsere aspiritistische Dummheit. Da kann man wirklich, wie Perquestavolta, wütend werden...

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SOL demiurg Offline




Beiträge: 734

02.08.2016 21:29
#154 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #148
..., mir ... Gotteserfahrung als transzendental-logische Absleitung zu erklären?
Bin ich zu dumm dazu?
Oder zu unbelesen?
Oder gibt es diese Ableitung überhaupt nicht, und ... diesen Umstand als MEINEN Mangel verkleiden?
DAS will ich wissen!

Erstmal...warum sollte es von Nöten sein, Menschen wie dir, eine "vernünftige" Erklärung abzuliefern?

Man ist nicht zu dumm, es kommt darauf an, auf welcher Basis du Dummheit betrachtest!
Du bist auch nicht zu unbelesen, aber du könntest noch tausend Bücher lesen und wärst doch nicht "schlauer"!
Es gibt eine Ableitung, sogar eine Abhandlung - und die liegt nicht nur jeden offen, sondern wird in jeder Sekunde, mit jedem Atemzug durchdrungen.
Dein Mangel ist ganz klar und eindeutig - Indoktrination ohne Selbstbetrachtung(Spiegelbild!!)

Zitat von Gysi im Beitrag #153
Das gleiche gilt für deinen Adlatus SOL demiurg. Gottesnähe, -ahnung und Größe zu schillern neben der "Unbelesenheit" von uns Ungläubigen.
Während er sich ja in die ägyptische Religionsgeschichte eingelesen hat, darum weiß er alles!
Moslems nennen uns Kuffars ja auch "Unwissende".
So schützen sich die wirklich Ahnungslosen vor der Erkenntnis ihrer eigenen Ahnungslosigkeit.
Während sie selbstredend die Wissenden sind.
In der selben setzt auch ihr eure Erhabenheit gegen unsere aspiritistische Dummheit.

Bla Bla...die bösen Anderen und Schlechten und Dummen!!

Selbstbetrachtung!
Was habe ich gefunden in der ägyptischen Mythologie? Wieso betrachte ich das Leben "mit dem Wissen" um Gott? Was ist Gott (wirklich)?
Auf die Frage und auf das Thema "eingehen" - sich darin verlieren (das ist übrigens der Punkt, an dem die meisten scheitern und nicht wieder in die Realität(Diesseits) zurückfinden) - ganz einfach ausgedrückt: "Neues wissen wollen"!
NEUES - Kann Neues nicht auch bedeuten, das man ALTES aufleben lässt?
WISSEN - Kann man um Gott "wissen"? Gibt es einen Zugang zum Jenseits? Und wenn ja, was würde sich ändern?
WOLLEN - Um Gefahr zu wissen und trotzdem den Schritt ins Dunkle wagen

Anders sein!

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.922

02.08.2016 22:06
#155 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #151
. Wie willst du eine Gotteserfahrung machen, wenn du sie in "logischen" Abläufen suchst? Wie logisch kann Gott sein?


Warum sollte Gott unlogisch sein?

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #151
. Auch kannst du nicht verlangen - und das wurde schon öfter geschrieben - das dir jemand "Anderer" erklärt was eine Gotteserfahrung ist. Wie soll das möglich sein?


1. Erläutere die genaue Situation, in der Du Deine angebliche Gotteserfahrung hattest.
2. Schildere Deine Gedanken, Gefühle oder Körperreaktionen, die Du während der angeblichen Gotteserfahrung hattest.
3. Argumentiere, weshalb es Deiner Meinung nach eine Gotteserfahrung sein kann bzw. muss.

Was ist daran so kompliziert oder schwer? Wenn Du uns diese 3 Punkte nicht schildern kannst, hast Du für Dich selbst keine Erklärung für Deine Erfahrung. Wenn Du Dir aber etwas selbst nicht erklären kannst, wie willst Du dann wissen, dass es eine Gotteserfahrung ist?


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #151
Hierzu gehört ein gehöriger Schritt nach hinten, dem eigenen Gewissen auf der Spur und einem Blick, der über das Normale hinausgeht.


Das hast Du bei Dir richtig gut umgesetzt. Deine Beiträge lassen einen immer glauben, Du seist nicht ganz normal.


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #151
. Wo muss man wohl bei der Suche nach "Gott" beginnen? In der Bibel, im Koran, im Hinduismus, im Buddhismus? Bei den Urmenschen und Sauriern? Im alten Rom oder antiken Griechenland? Bei den Philosophen oder Romanschreibern? Muss ich dazu ins Jenseits reisen oder erfahre ich dies schon im Dieseits?


Du solltest Dir eigentlich nur diese eine Frage stellen: Was weiß ich über irgendwelche Götter?
Zwangsläufige Antwort: Überhaupt nix.

Folge: Alles, was Du über Gotteserfahrungen, Götter und Jenseits laberst, ist heiße Luft und besteht nur aus Hirngespinsten.

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.387

03.08.2016 09:15
#156 Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von SOL demiurg
Wie willst du eine Gotteserfahrung machen, wenn du sie in "logischen" Abläufen suchst?

Ich suche nicht Gott! Ich bemühe mich um Erkenntnis von Wirklichkeit. Oder Wahrheit, wie du willst. Wenn ich Gott suchte, wären meine Bemühungen ja eine Ent-Täuschung. Ich bin aber nicht ent-tauscht, ganz im Gegenteil! Erkenntnisse machen nämlich - glücklich.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Direktkontakt Offline



Beiträge: 842

03.08.2016 09:27
#157 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Wir werden die absolute "Wahrheit" im nachweisbaren "Diesseits" wahrscheinlich nicht finden.

Entscheidend für uns sollte sein, Wohlbefinden für alle Beteiligten (oder auch "Gegner" in der Diskussion) anzustreben und wohlwollend - aber nicht unbedingt blauäugig vertrauend - auf unsere Nächsten zuzugehen.
Dabei sollten aber ein gesunder Egoismus und eine angemessene Skepsis, die nicht vom Verfolgungswahn geprägt ist, die Grundlagen für unsere Versuche zur Klärung der "Realität" sein.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Ausgelassene Feiern können heilsamer wirken als falsches Beten.
Die Biologie, der Sport und der Sex sind "Illusionen", die uns erfreuen können. Wer will das widerlegen?

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.387

03.08.2016 10:00
#158 Diesseits vs. Jenseits Antworten

Nichts ist "Illusion"! Die Illusion ist Illusion. Unsere Welt, die wir wahr-nehmen, ist wahr, und wir nehmen sie wahr im Rahmen unserer Wahr-Nehmungsmöglichkeiten. Und das scheint uns das hüpfende Komma zu sein: Wir leiden an der Beschränktheit unserer Wahrnehmungsfähigkeit! Aber die ist eben keine Illusion! Und die Umwelt um uns ebenso nicht.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 5.035

03.08.2016 10:07
#159 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat
Ich suche nicht Gott! Ich bemühe mich um Erkenntnis von Wirklichkeit.

Gysi,

... wo liegt da der Unterschied? Die Wortformel "Gott" schließt Erkenntnis und Wahrheit mit ein. (Jesus wird u.a. so zitiert: "Ich bin das Licht und die Wahrheit.")

Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.387

03.08.2016 10:21
#160 Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Reklov
Die Wortformel "Gott" schließt Erkenntnis und Wahrheit mit ein.

In deinem Definitions-Kosmos ist das so. In meinem nicht.

Zitat
Jesus wird u.a. so zitiert: "Ich bin das Licht und die Wahrheit."

Ja, ich auch. Zum Teil. Das sind doch viele von uns. Oder? Warum erwähnst du dieses Zitat überhaupt in dem Zusammenhang? Bringt doch keinen Sinn!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.320

03.08.2016 10:51
#161 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Direktkontakt im Beitrag #157
Wir werden die absolute "Wahrheit" im nachweisbaren "Diesseits" wahrscheinlich nicht finden.

Eine absolute Wahrheit gibt es nicht. Es gibt noch nicht mal eine absolute Realität. Die Wirklichkeit ist das, was auf uns wirkt und somit unsere individuelle, ganz subjektive Interpretation der Realität. Oder andersherum, ist Wirklichkeit immer das, was wir als Wirklichkeit definieren. Weil: die Realität ganz individuell unterschiedlich auf uns wirkt und Faktoren die dafür verantwortlich sind, (wie die Realität auf uns wirkt) nur in uns selbst stattfinden.

Die Suche nach einer absoluten Wahrheit macht auch sonst keinen Sinn. Weil: die Realität immer nur in relativen Bezgssystemen/Relationen zu Referenzerfahrungen und gedachten Anhaltspunkten wahrgenommen werden kann, die wiederum selbst immer ein wenig "unscharf" sind. Demzufolge ist jede wirkliche Wahrheit auch immer nur ein relatives Modell mit welchem wir uns in unser Wahrnehmung der Realität am bestmöglich annähern. Ein weiteres Problem bei allem dem ist, dass wir auch solche subjektiven "Relative" wie schön, gut, böse, angenehm.. als wahr oder unwahr kategorisieren und unsere Wahrnehmung von solchen subjektiven Relativen nur all zu leicht beeinflussen lassen.. In dem Fall sollten wir uns dann aber nicht wundern, wenn unsere Wahrheitsmodelle meist wenig mit der Realität zu tun haben..

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.






Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.320

03.08.2016 11:18
#162 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #159

Zitat
Ich suche nicht Gott! Ich bemühe mich um Erkenntnis von Wirklichkeit.
Gysi,

... wo liegt da der Unterschied? Die Wortformel "Gott" schließt Erkenntnis und Wahrheit mit ein.


Genau das Gegenteil ist der Fall, Reklov. Gott ist Mythologie, Glaube, Annahme... aber keine Erkenntnis welche als Wahrheit überprüfbar ist.

"Jesus" könnte es gegeben haben. Da der Mensch aber im allgemeinen sehr dazu neigt, schön, gut, angenehm, böse.. als objektive Wahrheiten zu interpretieren, ist der Jesus der Bibel mit Sicherheit eine Legende. Und man kann dann mit der gleichen Sicherheit davon auszugehen , dass auch die "Bergpredigt" nur eine Dichtung nach idealistischen, sehr menschlichen WERT-Vorstellungen ist, wie der perfekte "gute" Mensch sein sollte/ bzw.zu sein hätte. Von daher ist es auch sehr "wahrscheinlich" dass die Bergpredigt erst viel später und lange nach Jesus erdacht worden ist. Wenn es diesen überhaupt jemals gegeben haben sollte und was gar nicht so sicher ist.

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.






Reklov Offline




Beiträge: 5.035

03.08.2016 15:29
#163 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat
Eine absolute Wahrheit gibt es nicht. Es gibt noch nicht mal eine absolute Realität. Die Wirklichkeit ist das, was auf uns wirkt und somit unsere individuelle, ganz subjektive Interpretation der Realität. Oder andersherum, ist Wirklichkeit immer das, was wir als Wirklichkeit definieren. Weil: die Realität ganz individuell unterschiedlich auf uns wirkt und Faktoren die dafür verantwortlich sind, (wie die Realität auf uns wirkt) nur in uns selbst stattfinden.

Perquestavolta,

... dem kann ich mich anschließen.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 5.035

03.08.2016 15:53
#164 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat
Erkenntnisse machen nämlich - glücklich.

Gysi,

... Erkenntnisse haben aber auch die Büchse der Pandora geöffnet und viel Unglück über die Menschen gebracht.

>> Das Handgreifliche und Bestimmte übt zuerst den stärksten Reiz. Die Kenntnis der Kategorien und Methoden ist sofort ergiebig für konkrete Einzeleinsichten; man ist mit ihnen sachnah, fördert die Schärfe seines Erkennens. Aber die eigentliche Freiheit wird erst gewonnen im Aufstieg zu dem Umgreifenden, von dem her auch Kategorien und Methoden und Wissenschaften in ihrer Weite hell werden.

Wir leben in der Geborgenheit der Selbstverständlichkeiten, mit denen wir jeweils leben: Dies ist das Sein; dies weiß ich; dies ist wahr.
Beginnen wir aber nach dem Ganzen zu fragen, so wird das Selbstverständliche in Frage gestellt. Wir berauben uns durch Zersetzung des bis dahin Ungefragten Schritt für Schritt des Bodens, auf dem wir standen.
Mit dem ersten Fragen nach dem, was Sein, Wissen, Wahrsein sei, beginnt zwar das Philosophieren, aber zugleich auch die mögliche Bodenlosigkeit. - Denn das Denken als solches hat eine überwältigende Macht für unsere innere Verfassung. Was ich denke mit der Gewissheit, es sei so, oder dem Wissen um seine Möglichkeit, das bewirkt mein Seinsbewusstsein, meine Entwürfe, meine Sorgen und meine Hoffnungen, meinen Mut und meine Ohnmacht. Der Gedanke kann mir geben, woran ich mich halte; er kann mehr noch mich berauben.<<
(Auszug aus einem Text von Karl Jaspers)

Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.387

03.08.2016 17:54
#165 Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Reklov
... Erkenntnisse haben aber auch die Büchse der Pandora geöffnet und viel Unglück über die Menschen gebracht.

Erkenntnisse zwingen sich in das Licht der Welt, wenn sie es nur können! Und das ist auch gut so!

Erkenntnisse öffnen nicht die "Büchse der Pandora", die können nichts dafür. Es sind die MENSCHEN und ihre für sie unvorteilhaften Machtverhältnisse, die das getan haben und immer noch tun! Oder empfiehlst du uns, mit dem Essen vom Baum der Erkenntnis aufzuhören?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.320

03.08.2016 20:39
#166 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #164

Zitat
Erkenntnisse machen nämlich - glücklich.
Gysi,

... Erkenntnisse haben aber auch die Büchse der Pandora geöffnet und viel Unglück über die Menschen gebracht.


So manches niedliche Baby hat auch schon sehr viel Unglück über die Menschheit gebracht, als es größer wurde, Reklov. Und über eine geöffneten Büchse der Pandora im Zusammenhang von Erkenntnissen zu reden, hat wohl auch nichts mit einem gesunden Realitätssinn zu tun.


Zitat von Reklov im Beitrag #164

Handgreifliche und Bestimmte übt zuerst den stärksten Reiz.
Für wen Reklov? Für Dich? Wenn dem bei dir so ist, dann wundert mich nichts mehr.


Zitat von Reklov im Beitrag #164

Die Kenntnis der Kategorien und Methoden ist sofort ergiebig für konkrete Einzeleinsichten...
Um welche Einzeleinsichten geht es dabei. Warum gibt es dann dennoch so viele Menschen, die trotz Kenntnis der Kategorien und Methoden die sachlichen Zusammenhänge nie wirklich richtig verstehen.
Liegt das nicht daran, dass sie "Schön, Gut, Böse... auch für Kategorien der sachlichen Objektivität halten?

Zitat von Reklov im Beitrag #164
[quote="Reklov"|p3202208]
man ist mit ihnen sachnah, fördert die Schärfe seines Erkennens.
Ein Mensch der Schön, Gut, Böse als Kategorien sachlicher Objektivität definiert, der kann auch beim besten Willen die Realität nie begreifen, Reklov.


Zitat von Reklov im Beitrag #164

Aber die eigentliche Freiheit wird erst gewonnen im Aufstieg zu dem Umgreifenden, von dem her auch Kategorien und Methoden und Wissenschaften in ihrer Weite hell werden.
Tatsächlich aber, ist es genau anderes herum. Erst wenn man als einzelner Mensch die eigene Bedeutungslosigkeit erkennt hat und seinen eigenen Horizont als nur einen von endlos vielen anderen begriffen hat, hat man überhaupt erst eine Ahnung davon, was Freiheit ist. Alle Erkenntnisse auf die wir uns heute im Alltag verlassen können, wurden stets von Menschen gemacht, die am "Umgreifenden" wie du es nennst, immer auch gezweifelt und bisweilen überhaupt nicht daran geglaubt haben.

Ist das nicht merkwürdig?


Zitat von Reklov im Beitrag #164

Was ich denke mit der Gewissheit, es sei so, oder dem Wissen um seine Möglichkeit, das bewirkt mein Seinsbewusstsein, meine Entwürfe, meine Sorgen und meine Hoffnungen, meinen Mut und meine Ohnmacht. Der Gedanke kann mir geben, woran ich mich halte; er kann mehr noch mich berauben.


Karl Jaspers hat das annähernd richtig erkannt. Nur aber muss man sich dann auch mit der Kehrseite dieser Erkenntnis auseinandersetzen.

Wenn der Mensch in seinen Gedanken danach strebt, ein möglichst Seinsbewusstsein/Selbstwertgefühl anzustreben, dann muss er dafür auch zwangsläufig Schön, Gut, Böse als Kategorien sachlicher Objektivität definieren, womit er sich aber jeglicher Erkenntnis über die Realität verschließt.

Denn das Umgreifende ist nichts anderes als die Realität. Und die Realität ist immer auch Vergangenheit Gegenwart und Zukunft. Man kann zwar aus der Vergangenheit die Gegenwart ableiten, aber nicht umgekehrt. So, wie man von der Gegenwart ableiten kann, wie sich nach aller Wahrscheinlichkeit die Zukunft entwickeln wird.
Gegenwart
Man kann dann aber aus genau diesem Grund nicht hergehen und das Denken der Menschen in der Vergangenheit sich mit den Erkenntnisse der Gegenwart auszulegen, Reklov!

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.






Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.320

03.08.2016 21:38
#167 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154
Zitat von Gysi im Beitrag #148
..., mir ... Gotteserfahrung als transzendental-logische Absleitung zu erklären?
Bin ich zu dumm dazu?
Oder zu unbelesen?
Oder gibt es diese Ableitung überhaupt nicht, und ... diesen Umstand als MEINEN Mangel verkleiden?
DAS will ich wissen!

Erstmal...warum sollte es von Nöten sein, Menschen wie dir, eine "vernünftige" Erklärung abzuliefern?
Warum nicht, SOL demiurg?
Du erwartest dir doch auch nach vernünftigen Grundsätzen respektiert und als integre Person beachtet zu werden.

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Man ist nicht zu dumm, es kommt darauf an, auf welcher Basis du Dummheit betrachtest!
In diesem Fall kommt es ganz sicher nicht darauf an. Da du ja selber die Maßstäbe für diese Basis vorgibst.


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Du bist auch nicht zu unbelesen, aber du könntest noch tausend Bücher lesen und wärst doch nicht "schlauer"!
Auf welcher Basis bemisst du Schlauheit!

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Es gibt eine Ableitung, sogar eine Abhandlung - und die liegt nicht nur jeden offen, sondern wird in jeder Sekunde, mit jedem Atemzug durchdrungen.

Nur ist das wieder nichts weiter, als eine Ableitung die du dir selber machst.


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Dein Mangel ist ganz klar und eindeutig - Indoktrination ohne Selbstbetrachtung(Spiegelbild!!

Damit hast du dir jetzt aber nur ein ziemlich dummes Eigentor geschossen. Wenn du zuerst behauptest, dass man Dummheit immer anhand einer Basis betrachten kann und du aber davon ausgehst, dass nur deine Basis dafür die einzig richtige ist, dann ist es wohl mehr als nur offensichtlich, dass du reif für die Klapsmühle bist.

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

[quote="Gysi"|p3202190]Das gleiche gilt für deinen Adlatus SOL demiurg. Gottesnähe, -ahnung und Größe zu schillern neben der "Unbelesenheit" von uns Ungläubigen.
Während er sich ja in die ägyptische Religionsgeschichte eingelesen hat, darum weiß er alles!
Das ist absoluter Blödsinn, SOL demiurg.

Die sogenannte Hochkultur der Ägypter waren die eines Ameisenvolkes und welches untergegangen ist, wie jedes andere Ameisenvolk auch untergegangen ist. Die imposanten Ameisenhügel welche die Ägypter errichtet haben, mögen zwar auf den ersten Blick beeindruckend sein, aber wenn man weis, unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln, dann schaut die Sache schon viel neutraler aus. Man stelle sich zwanzigtausend bis dreißigtausend Menschen vor, die bei 50 Grad im Schatten und nur mit reiner Körperkraft und primitivsten technischen Hilfsmittel tonnenschwere Steine durch die Gegend schleifen müssen und wie groß die Verletzungsgefahr dabei ist...

Außerdem verdanken wir es nur den besonderen klimatischen Bedingungen Ägyptens, dass es dem aufkommenden modernen Wissenschaftsgeist der Neuzeit überhaupt gelungen ist,
Einblicke in eine Epoche der Menschheitsgeschichte zu erlangen, die normalerweise längst schon von Wind und Wetter zerfressen worden wäre...

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.






Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.320

03.08.2016 22:09
#168 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Was habe ich gefunden in der ägyptischen Mythologie
Du glaubst nur, darin etwas gefunden zu haben. Tatsächlich aber, haben die, die die längst untergegangene ägyptische Mythologie wieder ausgegraben haben, schon alles gefunden, was es zu finden galt, SOL demiurg!


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Wieso betrachte ich das Leben "mit dem Wissen" um Gott? Was ist Gott (wirklich)?
Aus dem gleichen Grund, warum es auch Verrückte, Terroristen, Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung, Borderlinepersönlichkeiten.. usw. usf. gibt.


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Auf die Frage und auf das Thema "eingehen" - sich darin verlieren (das ist übrigens der Punkt, an dem die meisten scheitern und nicht wieder in die Realität(Diesseits) zurückfinden)
Bist du nicht auch da irgendwo draußen hängen geblieben. Und andersherum... warum solltest gerade DU der einzig geistig gesunde Mensch sein, den es auf der Welt gibt? Ist es nicht merkwürdig, dass Geisterfahrer auch immer meinen, dass nur sie diejenigen sind, die auf der richtigen Spur unterwegs sind

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

NEUES - Kann Neues nicht auch bedeuten, das man ALTES aufleben lässt?
Seinen persönlichen Geschmack und seine Vorlieben kann jeder pflegen wie er meint!

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

WISSEN - Kann man um Gott "wissen"?
Man kann diesbezüglich nur glauben oder nicht glauben, was andere darüber behaupten.


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154
Gibt es einen Zugang zum Jenseits? Und wenn ja, was würde sich ändern?


Das Jenseits ist auch immer die Realität der Welt in der Wir leben und deren Teil WIR sind. Über, oder von einem anderen Jenseits wissen wir nichts, auch wenn nicht gerade wenige halblustige WICHTel und Egozentriker gerne und viel darüber reden.. ohne aber bis heute auch nur ansatzweise wirklich konkrete und intelligente Anhaltspunkte dafür nennen zu können....

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.






SOL demiurg Offline




Beiträge: 734

04.08.2016 22:25
#169 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Blackysmart im Beitrag #155
Zitat von SOL demiurg im Beitrag #151
. Wie willst du eine Gotteserfahrung machen, wenn du sie in "logischen" Abläufen suchst? Wie logisch kann Gott sein?


Warum sollte Gott unlogisch sein?

Wer sagt denn das Gott unlogisch ist? Ich fragte nach logischen Abläufen, also den uns bekannten wissenschaftlich "nachgewiesenen" Abläufen.
Die zweite Frage steht hier allein und gibt einen Anreiz der ewigen Frage nachzugehen was denn Gott sein könnte.
Zitat von Blackysmart im Beitrag #155

1. Erläutere die genaue Situation, in der Du Deine angebliche Gotteserfahrung hattest.
2. Schildere Deine Gedanken, Gefühle oder Körperreaktionen, die Du während der angeblichen Gotteserfahrung hattest.
3. Argumentiere, weshalb es Deiner Meinung nach eine Gotteserfahrung sein kann bzw. muss.

Was ist daran so kompliziert oder schwer? Wenn Du uns diese 3 Punkte nicht schildern kannst, hast Du für Dich selbst keine Erklärung für Deine Erfahrung. Wenn Du Dir aber etwas selbst nicht erklären kannst, wie willst Du dann wissen, dass es eine Gotteserfahrung ist?

1.2.3. Manche Dinge bleiben geheim!!
Sollte dir irgendwann einmal etwas sehr seltsames geschehen, welches logische Erklärungen nicht mehr standhält, wirst du genau diesen Satz verstehen (lernen).
Das hat nichts mit esoterischen oder leichtgeistgläubigen Hokuspokus zu tun oder weil man keine Erklärung liefern kann oder will, zum Teil auch sollte; es ist eher ein Kampf mit sich selbst und seiner Umwelt, die, wie ja festgestellt, mehr als grausam ist.
Durch diese Art und Form der Erfahrung - die sich im denken, handeln und sprechen wiederspiegelt - werden dir Augen und Ohren geöffnet, die jedwede Äußerung, die gegen die eigene Person sowie dessen "Glauben" gerichtet ist, an "Wissen" und Erfahrung abprallen lässt.
Es ist die Gefahr der Eigentümlichkeit die man durchlebt, die in anderen Augen Eitelkeit erkennen oder die "Normalität anzweifelt" lässt, die der Gegenüber ausstrahlt.
Es ist ein einsamer Weg - den man mit Freude beschreitet!
Zitat von Blackysmart im Beitrag #155
[quote="SOL demiurg"|p3202185] Hierzu gehört ein gehöriger Schritt nach hinten, dem eigenen Gewissen auf der Spur und einem Blick, der über das Normale hinausgeht.


Das hast Du bei Dir richtig gut umgesetzt. Deine Beiträge lassen einen immer glauben, Du seist nicht ganz normal.


Zitat von Blackysmart im Beitrag #155

Du solltest Dir eigentlich nur diese eine Frage stellen: Was weiß ich über irgendwelche Götter?
Zwangsläufige Antwort: Überhaupt nix.

Folge: Alles, was Du über Gotteserfahrungen, Götter und Jenseits laberst, ist heiße Luft und besteht nur aus Hirngespinsten.

Der Zwang, immer etwas "feststellen" zu müssen (zu (be)messen), eine Antwort auf eine Frage zu bekommen, ist der Zwang, der unsere Gesellschaft zu einem Zugtier ihrer eigenen Peitsche machte.
Der heute gelebte "Götterwahn"(in allen Blickrichtungen) ist Glaube - purer Glaube an etwas Gepredigtes, Eingebläutes oder Eingelehrtes, er hat nichts mehr mit dem ursprünglichen Gedanken zu tun.

Von daher ist deine Schlussfolgerung schon als Massen-Spam zu betrachten und wird mit einem Lächeln in den Papierkorb verschoben.

Nur weil unser "vermeintliches" Wissen keine Erklärung liefern kann, muss das nicht bedeuten das es keine Erklärung gibt.

SOL demiurg Offline




Beiträge: 734

04.08.2016 23:02
#170 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #167
Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154
Zitat von Gysi im Beitrag #148
..., mir ... Gotteserfahrung als transzendental-logische Absleitung zu erklären?
Bin ich zu dumm dazu?
Oder zu unbelesen?
Oder gibt es diese Ableitung überhaupt nicht, und ... diesen Umstand als MEINEN Mangel verkleiden?
DAS will ich wissen!

Erstmal...warum sollte es von Nöten sein, Menschen wie dir, eine "vernünftige" Erklärung abzuliefern?
Warum nicht, SOL demiurg?

Menschen, die durch sich selbst in Gruppierungen eingeteilt wurden, die das Verlassen der Gruppierung nur durch Hilfe (Beweise) ertragen, sind Menschen, die die Erklärung aus dieser Gruppierung heraus betrachten.
Wie vernünftig ist also eine Handlung, die mehr Aufregen erzeugt als beruhigendes Wissen?
Zitat von Perquestavolta im Beitrag #167
Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Man ist nicht zu dumm, es kommt darauf an, auf welcher Basis du Dummheit betrachtest!
In diesem Fall kommt es ganz sicher nicht darauf an. Da du ja selber die Maßstäbe für diese Basis vorgibst.

Wenn Andere sich als überlegen "fühlen", nur weil der Andere "Dummes" in ihren Augen erzählt, ist es manchmal gescheiter den Dummen zu mimen als mit ihm zu streiten.

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #167
Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Du bist auch nicht zu unbelesen, aber du könntest noch tausend Bücher lesen und wärst doch nicht "schlauer"!
Auf welcher Basis bemisst du Schlauheit!

Schlauheit ist erlebtes Wissen, welches dem Denken überlegen ist, aber braucht, um es erleben zu können.

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #167
Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Dein Mangel ist ganz klar und eindeutig - Indoktrination ohne Selbstbetrachtung(Spiegelbild!!

Damit hast du dir jetzt aber nur ein ziemlich dummes Eigentor geschossen. Wenn du zuerst behauptest, dass man Dummheit immer anhand einer Basis betrachten kann und du aber davon ausgehst, dass nur deine Basis dafür die einzig richtige ist, dann ist es wohl mehr als nur offensichtlich, dass du reif für die Klapsmühle bist.

Ja, das alte Dummheit und Klapsmühlen Spiel - EIN Satz steht doch nicht für eine einzige aussagefähige Buchstabenfolge dessen Wörter man misst.

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #167
Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

[quote="Gysi"|p3202190]Das gleiche gilt für deinen Adlatus SOL demiurg. Gottesnähe, -ahnung und Größe zu schillern neben der "Unbelesenheit" von uns Ungläubigen.
Während er sich ja in die ägyptische Religionsgeschichte eingelesen hat, darum weiß er alles!
Das ist absoluter Blödsinn, SOL demiurg.

Die sogenannte Hochkultur der Ägypter waren die eines Ameisenvolkes und welches untergegangen ist, wie jedes andere Ameisenvolk auch untergegangen ist. Die imposanten Ameisenhügel welche die Ägypter errichtet haben, mögen zwar auf den ersten Blick beeindruckend sein, aber wenn man weis, unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln, dann schaut die Sache schon viel neutraler aus. Man stelle sich zwanzigtausend bis dreißigtausend Menschen vor, die bei 50 Grad im Schatten und nur mit reiner Körperkraft und primitivsten technischen Hilfsmittel tonnenschwere Steine durch die Gegend schleifen müssen und wie groß die Verletzungsgefahr dabei ist...

Außerdem verdanken wir es nur den besonderen klimatischen Bedingungen Ägyptens, dass es dem aufkommenden modernen Wissenschaftsgeist der Neuzeit überhaupt gelungen ist,
Einblicke in eine Epoche der Menschheitsgeschichte zu erlangen, die normalerweise längst schon von Wind und Wetter zerfressen worden wäre...

Das ist -ein- Bild der ägyptischen Geschichte. Der "Jenseitsgedanke" ist aber älter. Von daher wurde er den Ägyptern erst "erlernt" oder sie haben ihn mitgebracht. In Ägypten wurde er nur zur Vollkommenheit "ausgelebt"!
Primitive Hilfsmittel sind manchmal wirkunsvoller als technisch ausgereifte Roboter.

Reklov Offline




Beiträge: 5.035

05.08.2016 10:27
#171 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat
Erkenntnisse zwingen sich in das Licht der Welt, wenn sie es nur können! Und das ist auch gut so!

Gysi,

... Erkenntnisse "zwingen" sich keinesfalls aus eigenem Antrieb in das Licht der Welt, sondern es ist die im Menschen angelegte Neugier und Wissenslust, die der Materie ihre "Geheimnisse" methodisch entlockt.

Zitat
Oder empfiehlst du uns, mit dem Essen vom Baum der Erkenntnis aufzuhören?



... mach Dir eine Liste der Plus- und Minuspunkte, welche der Menschheit bisher vom sog. "Fortschritt" beschert wurden. Dann entscheide selber, was Du davon hältst.
Der "Baum der Erkenntnis" ist eine nicht zu unterschätzende Parabel aus dem AT und wird seine Gültigkeit noch öfter anmelden!

Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.387

05.08.2016 10:54
#172 Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Reklov
... Erkenntnisse "zwingen" sich keinesfalls aus eigenem Antrieb in das Licht der Welt, sondern es ist die im Menschen angelegte Neugier und Wissenslust, die der Materie ihre "Geheimnisse" methodisch entlockt.

Oh, danke, das wusste ich nicht...

Zitat
Der "Baum der Erkenntnis" ist eine nicht zu unterschätzende Parabel aus dem AT und wird seine Gültigkeit noch öfter anmelden!

Wir haben nicht das falsche Wissen. Falsches Wissen gibt es nicht. Es sind die Falschen, die Macht darüber haben! Resp. die Macht ist falsch (strukturiert).

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.320

05.08.2016 12:20
#173 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #170



Menschen, die durch sich selbst in Gruppierungen eingeteilt wurden, die das Verlassen der Gruppierung nur durch Hilfe (Beweise) ertragen, sind Menschen, die die Erklärung aus dieser Gruppierung heraus betrachten.
Nichts anders tust du doch selbst, SOL demiurg! Wo hast du denn deine Kenntnisse über die Ägyptische Mythologie her?


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #170

Wie vernünftig ist also eine Handlung, die mehr Aufregen erzeugt als beruhigendes Wissen?
Deine Art und Weise in Schwarzweiß zu kommunizieren und uns einreden zu wollen, dies wäre die einzig vernünftige Farbe, ist ja nicht gerade beruhigend.


Zitat von Perquestavolta im Beitrag #167
Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Man ist nicht zu dumm, es kommt darauf an, auf welcher Basis du Dummheit betrachtest!
In diesem Fall kommt es ganz sicher nicht darauf an. Da du ja selber die Maßstäbe für diese Basis vorgibst.

Wenn Andere sich als überlegen "fühlen", nur weil der Andere "Dummes" in ihren Augen erzählt, ist es manchmal gescheiter den Dummen zu mimen als mit ihm zu streiten.[/quote] Im Prinzip hättest du Recht, nur schaut die Sache bei dir ganz anders aus. Erstens, weil du UNS dauernd weis machen willst, wie überlegen DU uns bist, und zweitens, weil du ständig den Weisen spielst, der du aber gar nicht bist.

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #167
Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Du bist auch nicht zu unbelesen, aber du könntest noch tausend Bücher lesen und wärst doch nicht "schlauer"!
Auf welcher Basis bemisst du Schlauheit!

Schlauheit ist erlebtes Wissen, welches dem Denken überlegen ist, aber braucht, um es erleben zu können.[/quote] Genau das meinte ich.. Du hältst dich selbst für überlegen Schlau und bist aber viel zu dumm, um dir wenigstens hypothetisch vorstellen zu können, dass deine Gegenüber auch über erlebtes Wissen verfügen, von dem du selber noch nicht mal den Schimmer einer Ahnung hast.

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #167
Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

Dein Mangel ist ganz klar und eindeutig - Indoktrination ohne Selbstbetrachtung(Spiegelbild!!

Damit hast du dir jetzt aber nur ein ziemlich dummes Eigentor geschossen. Wenn du zuerst behauptest, dass man Dummheit immer anhand einer Basis betrachten kann und du aber davon ausgehst, dass nur deine Basis dafür die einzig richtige ist, dann ist es wohl mehr als nur offensichtlich, dass du reif für die Klapsmühle bist.

Ja, das alte Dummheit und Klapsmühlen Spiel - EIN Satz steht doch nicht für eine einzige aussagefähige Buchstabenfolge dessen Wörter man misst. [/quote]
Man kann den Geisteszustand seines Gegenüber nur an der Klarheit seiner Sätze einschätzen. Und das Ergebnis dieser Einschätzung ist bei dir eine einzige Katastrophe, SOL dmiurg. Und wie du inzwischen sicher schon mitgekriegt hast, bin ich hier in diesem Forum ganz und gar nicht der Einzige, der zu einem solchen Ergebnis gekommen ist.

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #167
Zitat von SOL demiurg im Beitrag #154

[quote="Gysi"|p3202190]Das gleiche gilt für deinen Adlatus SOL demiurg. Gottesnähe, -ahnung und Größe zu schillern neben der "Unbelesenheit" von uns Ungläubigen.
Während er sich ja in die ägyptische Religionsgeschichte eingelesen hat, darum weiß er alles!
Das ist absoluter Blödsinn, SOL demiurg.

Die sogenannte Hochkultur der Ägypter waren die eines Ameisenvolkes und welches untergegangen ist, wie jedes andere Ameisenvolk auch untergegangen ist. Die imposanten Ameisenhügel welche die Ägypter errichtet haben, mögen zwar auf den ersten Blick beeindruckend sein, aber wenn man weis, unter welchen Bedingungen und mit welchen Mitteln, dann schaut die Sache schon viel neutraler aus. Man stelle sich zwanzigtausend bis dreißigtausend Menschen vor, die bei 50 Grad im Schatten und nur mit reiner Körperkraft und primitivsten technischen Hilfsmittel tonnenschwere Steine durch die Gegend schleifen müssen und wie groß die Verletzungsgefahr dabei ist...

Außerdem verdanken wir es nur den besonderen klimatischen Bedingungen Ägyptens, dass es dem aufkommenden modernen Wissenschaftsgeist der Neuzeit überhaupt gelungen ist,
Einblicke in eine Epoche der Menschheitsgeschichte zu erlangen, die normalerweise längst schon von Wind und Wetter zerfressen worden wäre...


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #170

Das ist -ein- Bild der ägyptischen Geschichte. Der "Jenseitsgedanke" ist aber älter.


Der Jenseitsgedanke ist Zeitlos, SOL, demiurg. Dem Menschen fällt es schwer sich vorzustellen, dass das ICH einmal nicht mehr existieren wird. Der Jenseitsgedanke ist also die Illusion, die du beruhigendes Wissen nennst. Tatsächlich aber funktionieren die "Jeseitsdinge" aber ganz anders. Das hättest du sogar selbst herausfinden können, wenn du dein Gehirn nicht mit diesem Gotteswahn zugenebelt und kaputt gemacht hättest. Unser Seele, die Wesensnatur eines jeden Menschen, wird von den Genen unser Vorfahren an uns weitergegeben. Leben und Sein ist ein regenerativer Prozess und unser ICH ist nur eine zweckdienliche wie nützliche Erscheinungsform die im großen Informationsfluss dessen, was wir als menschliches Bewusstsein definieren auf irgend eine Art und Weise mit einfließt. Unser aller ICH mit all seinen nützlichen oder auch weniger nützlichen Erfahrungen, prägt das Bewusstsein und die Erkenntnisfähigkeit der nächsten Generationen. Meistens geschieht das über unsere eigenen direkten Nachkommen. Das Jenseits ist also kein Totenreich, sondern das Leben dieser Welt.

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #170

Von daher wurde er den Ägyptern erst "erlernt" oder sie haben ihn mitgebracht. In Ägypten wurde er nur zur Vollkommenheit "ausgelebt"!

Du kannst dir wohl nicht vorstellen, unter welchen harten Lebensbedingungen die Ägypter meist nicht besonders alt wurden? Selbst die Pharaos litten an Parasiten, degenrativen Krankheiten - auch auf Grund von Inzucht - hatten Tumore, Hautkrankheiten, litten schon im Alter von 20 Jahren an schmerzhafter Artrose, wie sie in unserer heutigen Zeit nur bei über 70 Jährigen öfter mal diagnostiziert wird.. Das Volk lebte im Dreck und zusammen mit den Fäkalien ihrer Haustiere unter einem Dach...

Dass die Menschen damals gerne auf ein besseres Leben in einem "Jenseits" glaubten, wenn das diesseitige beschissen und meist ziemlich Kurz war, leigt wohl auf der Hand!


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #170

Primitive Hilfsmittel sind manchmal wirkunsvoller als technisch ausgereifte Roboter.
Das ist blödes und sinnfreies Geschwurbel.. tonnenschwere Steine nur mit Körperkraft durch die Wüste zu schleifen, bei 50°C, tagein tagaus... das solltest du mal selber probieren.

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.






Reklov Offline




Beiträge: 5.035

05.08.2016 16:57
#174 RE: Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat
Wir haben nicht das falsche Wissen. Falsches Wissen gibt es nicht. Es sind die Falschen, die Macht darüber haben! Resp. die Macht ist falsch (strukturiert).

Gysi,

die Geschichte der Menschheit zeigt, dass Macht diejenigen, welche sie besitzen, bedrängt und verführt - schließlich "böse" macht. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel! - Seltsamerweise drängt es diejenigen, welche u.U. mit der Macht sozialverträglich umgehen könnten, gar nicht an die Macht.
Dem griech. Denker Platon wurde z.B. seinerzeit ein hohes politisches Amt in Athen angeboten. Er lehnte ab. Wahrscheinlich war ihm bewusst, in welche Strudel er dabei hinein gerissen worden wäre.

Ob es "Falsches Wissen" gibt? Ich meine JA.
Als z.B. der Erfinder H. Maxim das erste selbstladende Maschinengewehr entwickelte, musste ihm ja wohl klar gewesen sein, dass dieses Mordinstrument Abertausende das Leben kosten würde. - H. Maxim war eingeschworener Autodidakt: Statt an der Universität ein Studium zu absolvieren, verschlang der künftige Waffenschmied Bücher über Naturwissenschaften und Mathematik.

Der Oberbefehlshaber der britischen Armee war "natürlich" von dieser neuen Massenvernichtungswaffe hellauf begeistert und die Engländer setzten sie auch in Afrika im Kampf gegen die Eingeborenen, welche ja mit Recht lediglich ihr Land gegen die Eindringlinge verteidigten, skrupellos ein:
Nicht weit von Bulawayo, der Hauptstadt der Matabele, kam es zur Entscheidungsschlacht. Über 5000 afrikanische Krieger warfen sich immer und immer wieder auf die britischen Stellungen. Die "Maxims" schossen die Angreifer mit ihren unablässigen Feußerstößen Angriffswelle um Angriffswelle nieder. Mehr als 3000 Matabale fielen ohne jede Chance, die Überlebenden flüchteten voll Entsetzen. "Sie wurden niedergemäht wie mit einer Sense", sagte der Expeditionsteilnehmer George Rattray bewundernd über die Feuerkraft der "Maxims".

Auch der deutsche Kaiser Wilhelm I. zeigte Interesse an der neuen Waffe. 1887 ließ er sich das "Maxim" sowie die Konkurrenzprodukte der Hersteller Gatling und Nordenfelt vorführen und war begeistert: "Das ist die Waffe", so Wilhelm über das Maxim-Maschinengewehr, "es gibt keine andere."

Der österreichische Erzherzog zeigte sich bei einer Vorführung in Wien schockiert vom "Maxim". Er nannte es "das furchtbarste Instrument, das ich jemals gesehen habe oder mir vorstellen konnte" - und orderte sogleich große Stückzahlen für die österreichisch-ungarische Armee.

Leichtere Waffen waren ein großer Wunsch der Militärs, die das Maschinengewehr in die unwirtlichen Kolonien mitnehmen wollten. H. Maxim ersann einen neuen Munitionsgurt, der sich in sechs Sekunden einbauen ließ. Und auch neben dem "Maxim"-Maschinengewehr erfand Hiram Maxim fleißig weiter, zum Beispiel ein rauchloses Schießpulver. Über 200 Patente sollte er im Laufe seines Lebens halten.

Am 2. September 1898 kam es z.B. bei der sudanesischen Stadt Omdurman zu einer entscheidenden Schlacht. Über 60.000 Mahdisten, die in ihren wehenden Gewändern einen prachtvollen Anblick boten, aber nur miserabel ausgerüstet waren, stürmten auf die britische Armee los. Bis die ihre "Maxims" sprechen ließ. Die Maschinengewehre machten die Schlacht zum Gemetzel, wie ein berühmter britischer Teilnehmer der Kämpfe - Winston Churchill - berichtete. "Im entscheidenden Augenblick erschien das Kanonenboot und begann plötzlich, aus Maximkanonen, Schnellfeuergewehren und Büchsen zu schießen. Die Entfernung war kurz, die Wirkung verheerend. Die angreifenden Derwische sanken nieder wie gemäht", schrieb Churchill. Die britischen Verluste betrugen keine 50 Mann, die Mahdisten büßten fast 10.000 Kämpfer ein. Hiram Maxim hörte die Nachrichten über die Schlacht im fernen Sudan mit Begeisterung, waren sie für ihn doch ein Beleg seines Genies. Sogar mancher Schriftsteller pries nun seine Erfindung. "Was auch immer passieren mag, wir haben das Maxim-Maschinengewehr, und die anderen nicht", schrieb ein Bewunderer über den Unterschied zwischen Briten und den "unzivilisierten" Völkern.-

In Großbritannien war Maxim ein hochgeachteter Mann, 1900 hielt bei einem Fest sogar der britische Premierminister Lord Salisbury eine Ansprache auf ihn. "Wissen Sie, Gentlemen, dass ich Mr. Maxim als einen der größten Wohltäter betrachte, den die Welt je gekannt hat?", so Lord Salisbury. "Und wie?", entfuhr dem selbst völlig verdutzten Maxim. "Nun", setzte der Premierminister an, "ich muss sagen, dass Sie mehr Männer davor bewahrt haben, im hohen Alter zu sterben, als jeder andere Mensch, der jemals gelebt hat". (Anmerkung von mir: Man liest hier, mit welch menschenverachtendem Sarkasmus ein Politiker vom Elend der vielen Toten abzulenken versuchte.)

Salisburys Worte hatten prophetischen Charakter: 14 Jahre später, im August 1914, richteten die Europäer ihre selbstladenden Maschinengewehre, die auf Maxims Erfindung beruhten, aufeinander. Was seine in tausendfacher Ausführung eingesetzte Waffe auf den Schlachtfeldern Europas anrichtete, sollte Hiram Maxim noch selbst erleben. Er starb 1916 in London.

Dies soll nur eines von vielen Beispielen sein, wie "falsches Wissen" in einem einzelnen Kopf entsteht und mit der Zeit noch weiter "verbessert" wird - und - wie sich dann die "Mächtigen" darauf stürzen.-

H. Maxim hätte sein technisches Können ja auch zum Wohle der Menschheit einsetzen können, anstatt sein "Wissen" auf diese Weise zur Geltung zu bringen.

Gruß von Reklov

Gysi Online

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05.08.2016 17:27
#175  Diesseits vs. Jenseits Antworten

Zitat von Reklov
Ob es "Falsches Wissen" gibt? Ich meine JA.
Als z.B. der Erfinder H. Maxim das erste selbstladende Maschinengewehr entwickelte, musste ihm ja wohl klar gewesen sein, dass dieses Mordinstrument Abertausende das Leben kosten würde.

Liest du meine Beiträge nicht? Offenbar nicht. Das Wissen AN SICH kann nicht falsch sein! Die ANWENDUNG kann falsch sein! Und die hat etwas mit MACHT zu tun, die falsch (für Menschen nachteilig) angewandt sein kann.

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