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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 319 mal aufgerufen
 Philosophie und Wissenschaft
Perquestavolta Offline



Beiträge: 2.731

26.11.2016 22:21
Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Die Idealisierung ist ein Überbewertung der eigenen Wahrnehmung und somit auch eine Einschränkung dieser. Die Idealisierung bracht immer einen Gegenpol als Projektionsfläche der Abwertung.

Der Idealist ist also nicht unbedingt ein objektiver Wahrheitssucher, sondern ein Unfriedenstifter.

-----
Ich habe nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine davon ab, dass man an einen Gott/höheres Ideal glaubt.

DeGaertner Offline



Beiträge: 1.193

27.11.2016 10:20
#2 RE: Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #1
Die Idealisierung ist ein Überbewertung der eigenen Wahrnehmung und somit auch eine Einschränkung dieser. Die Idealisierung bracht immer einen Gegenpol als Projektionsfläche der Abwertung.

Der Idealist ist also nicht unbedingt ein objektiver Wahrheitssucher, sondern ein Unfriedenstifter.



Ide·a·lịst, Ide·a·lịs·tin
Substantiv [der]
1.
jmd., der selbstlos nach der Verwirklichung von Idealen strebt.

Was hat das mit Überbewertung der eigenen Wahrnehmung zu tun ..?


atz

Und hütet euch vor den leuchtenden Augen der Missionare, die vorgeben euch die Wahrheit zu bringen ....
denn das Leuchten könnte auch die Sonne sein , die durch die hohle Birne scheint !!

Perquestavolta Offline



Beiträge: 2.731

27.11.2016 13:26
#3 RE: Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Zitat von DeGaertner im Beitrag #2
Zitat von Perquestavolta im Beitrag #1
Die Idealisierung ist ein Überbewertung der eigenen Wahrnehmung und somit auch eine Einschränkung dieser. Die Idealisierung bracht immer einen Gegenpol als Projektionsfläche der Abwertung.

Der Idealist ist also nicht unbedingt ein objektiver Wahrheitssucher, sondern ein Unfriedenstifter.



Ide·a·lịst, Ide·a·lịs·tin
Substantiv [der]
1.
jmd., der selbstlos nach der Verwirklichung von Idealen strebt.

Was hat das mit Überbewertung der eigenen Wahrnehmung zu tun ..?


atz


Klugscheißerei die keinen Sinn macht.

Ideal hat nichts mit Idee zu. Das Ideal steht im deutschen wie auch im Italienischen (meiner Muttersprache) (l'ideale) für ein nicht verbesserbares Optimum oder vorbildlicher Maßstab. Die Idealisierung ist also eine Wertung der Superlative.

-----
Ich habe nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine davon ab, dass man an einen Gott/höheres Ideal glaubt.

DeGaertner Offline



Beiträge: 1.193

27.11.2016 14:11
#4 RE: Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Zitat
Klugscheißerei die keinen Sinn macht.




Also wenn schon.....dann

" Klugscheißerei die keinen Sinn ergibt..."


atz

Und hütet euch vor den leuchtenden Augen der Missionare, die vorgeben euch die Wahrheit zu bringen ....
denn das Leuchten könnte auch die Sonne sein , die durch die hohle Birne scheint !!

Reklov Offline




Beiträge: 3.288

27.11.2016 14:21
#5 RE: Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Zitat
Die Idealisierung ist also eine Wertung der Superlative.

Perquestavolta,

... bei industriellen Produktionsprozessen steht z.B. stets ein Ideal, als anzustrebendes Ergebnis, vor Augen. Daran ist nichts zu bemängeln!
Ein "idealisierter Gott", wäre z.B. jemand, der allen Dogmenhütern ihre Schriften aus der Hand nimmt, jedem verirrten Menschen Gnade gewährt und ihn, anstatt zu strafen, neu belehrt und dementsprechen verbessert.

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 2.731

27.11.2016 20:08
#6 RE: Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #5

Zitat
Die Idealisierung ist also eine Wertung der Superlative.
Perquestavolta,

... bei industriellen Produktionsprozessen steht z.B. stets ein Ideal, als anzustrebendes Ergebnis, vor Augen. Daran ist nichts zu bemängeln!
Ein "idealisierter Gott", wäre z.B. jemand, der allen Dogmenhütern ihre Schriften aus der Hand nimmt, jedem verirrten Menschen Gnade gewährt und ihn, anstatt zu strafen, neu belehrt und dementsprechen verbessert.



WÄRE ist eben nicht IST und Gottesvorstellungen sind immer Idealisierungen des Menschen der scheinbaren Herrscher des Schicksals. Der Lebenswettberwerb, in dem das Gute nicht selten böse und das Böse auch gut sein kann, widerspricht der Existenz eines idealen Gottes. Parteiische Götter, die für ihren Beistand immer "geleckt" werden wollen und durch Brand- und Rauchopfer bestochen werden können.. brauchen wir im Zeitalter von Antibiotika und atomarem Gleichgewicht keine mehr.

-----
Ich habe nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine davon ab, dass man an einen Gott/höheres Ideal glaubt.

Reklov Offline




Beiträge: 3.288

28.11.2016 12:15
#7 RE: Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Zitat
WÄRE ist eben nicht IST und Gottesvorstellungen sind immer Idealisierungen des Menschen der scheinbaren Herrscher des Schicksals. Der Lebenswettberwerb, in dem das Gute nicht selten böse und das Böse auch gut sein kann, widerspricht der Existenz eines idealen Gottes. Parteiische Götter, die für ihren Beistand immer "geleckt" werden wollen und durch Brand- und Rauchopfer bestochen werden können.. brauchen wir im Zeitalter von Antibiotika und atomarem Gleichgewicht keine mehr.

Gysi,

... ein kaufmännischer Lebenswettbewerb, wie ihn sich die Menschen über all die Jahrhunderte aufgehalst haben/aufhalsen lassen mussten, widerspricht in seinem zerstörerischen und den Menschen sich oft entfremdenden Wesen, dem, was uns z.B. die Bergpredigt lehrt.
Wenn Du aber meinst, dass das Böse auch gut sein kann, nenne mir doch bitte dazu wenigstens 3 Beispiele!

"Parteiische Götter", welche durch Brand- und Rauchopfer "geleckt" werden, sind schon längst in der Schublade der untergegangenen Weltkulturen gelandet.
Heutige Gottesvorstellungen sollten und dürfen auch mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen abgeglichen werden.
Es wundert mich also schon sehr, dass gerade Du noch antike "Gottesmuster" an Deinem geistigen "Webstuhl" verarbeitest?

Antibiotika und das sog. atomare Gleichgewicht haben ihre "teuflischen Aspekte" noch gar nicht voll zur Wirkung gebracht, außer dass uns einige, weiter entfernte AKW-Katastrophen lediglich eine gruselige kleine Vorschau auf größere, noch zu erwartende Desaster vor Augen stellten.

Gruß von Reklov

SOL demiurg Offline




Beiträge: 640

28.11.2016 21:24
#8 RE: Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #7

Heutige Gottesvorstellungen sollten und dürfen auch mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen abgeglichen werden.
Gruß von Reklov

Schön geschrieben Reklov...aber es braucht die "alten Gottesmuster" mit denen abgeglichen werden muss.

Perquestavolta Offline



Beiträge: 2.731

29.11.2016 11:52
#9 RE: Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #7

Zitat
WÄRE ist eben nicht IST und Gottesvorstellungen sind immer Idealisierungen des Menschen der scheinbaren Herrscher des Schicksals. Der Lebenswettberwerb, in dem das Gute nicht selten böse und das Böse auch gut sein kann, widerspricht der Existenz eines idealen Gottes. Parteiische Götter, die für ihren Beistand immer "geleckt" werden wollen und durch Brand- und Rauchopfer bestochen werden können.. brauchen wir im Zeitalter von Antibiotika und atomarem Gleichgewicht keine mehr.
Gysi,

... ein kaufmännischer Lebenswettbewerb, wie ihn sich die Menschen über all die Jahrhunderte aufgehalst haben/aufhalsen lassen mussten, widerspricht in seinem zerstörerischen und den Menschen sich oft entfremdenden Wesen, dem, was uns z.B. die Bergpredigt lehrt.



Ach Reklov.. zuerstmal, du sprichst hier Gysi auf einen Beitrag an, der gar nicht von ihm ist.



Zweitens..auch du selbst bist nur ein Opportunist des kaufmännischen Lebenswettbewerbes. Ansonsten müsstest du dir die "Hühner" die du frisst selbst halten und auch das Wasser in Kanistern aus dem Bodensee holen.

Bezüglich Bergpredigt.. Gerade auch hier handelt es sich um die Idealisierung eines nicht real existierenden Wunschmenschen, der sich total für andere aufopfert und das eigene Selbst verleugnet. Ist dir noch nie aufgefallen, dass Christen immer schon gerne ihren Mitmenschen den Berg gepredigt haben, während sie selber auch lieber nur am Stand in der eigenen Sonne liegen?



Zitat von Reklov im Beitrag #7

Zitat

Wenn Du aber meinst, dass das Böse auch gut sein kann, nenne mir doch bitte dazu wenigstens 3 Beispiele
Ohne Böses gibt es keine Erkenntnis durch Erfahrung.
Muskeln wachsen durch Belastung. Der Motor der Evolution (Entwicklung durch Anpassung und Selektion) ist eine Umwelt, die ziemlich "herzlos" alles frisst oder eliminiert, was nicht gut genug auf sich aufpasst. Ohne die ständige Erfahrungsoptimierung unseres Immunsystemes durch den Kontakt mit bösen Mikroben, würden wir selbst zum Opfer dieses unser eigenen Verteidigung. Allergien (Autoimmunerkrankungen) sind gerade deswegen immer mehr auf dem Vormarsch, weil wir uns immer mehr in einer selbst geschaffenen Sterilwelt abschotten.

Gut oder Böse ist also nur eine Frage der Perspektive und der Idealisierung des eigenen Denkens, Reklov.

Zitat von Reklov im Beitrag #7

"Parteiische Götter", welche durch Brand- und Rauchopfer "geleckt" werden, sind schon längst in der Schublade der untergegangenen Weltkulturen gelandet.

Z.B. Islam, Katholiken, Hindus und auch du selbst widmest deine ganze Selbstbeweihräucherung dem Ur-Grund und bringst diesem auch dein letztes bisschen Realitätssinn
als Brandopfer dar.


Zitat von Reklov im Beitrag #7


Heutige Gottesvorstellungen sollten und dürfen auch mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen abgeglichen werden.
Genau das tun wir Atheisten ja.

Zitat von Reklov im Beitrag #7
[quote]
Es wundert mich also schon sehr, dass gerade Du noch antike "Gottesmuster" an Deinem geistigen "Webstuhl" verarbeitest?
Du projiziert hier wiedermal dein deine Eigne Gottesvorstellung auf andere.


Zitat von Reklov im Beitrag #7

Antibiotika und das sog. atomare Gleichgewicht haben ihre "teuflischen Aspekte" noch gar nicht voll zur Wirkung gebracht, außer dass uns einige, weiter entfernte AKW-Katastrophen lediglich eine gruselige kleine Vorschau auf größere, noch zu erwartende Desaster vor Augen stellten.
Auch ein Taschenmesser kann teuflische Aspekte haben. Der teuflische Aspekt des Gotteswahnes und der Idealisierung des Geistigen hat mehr Menschen getötet, als alle bisherigen Atomunfälle zusammen. Im reinen Gottvertrauen kann auch Antibiotika teuflische Aspekte annehmen. Aber zum Glück hat es bisher immer noch mehr Menschen gerettet, als alle bisher gebeteten Gebete zusammen.

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Ich habe nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine davon ab, dass man an einen Gott/höheres Ideal glaubt.

Reklov Offline




Beiträge: 3.288

30.11.2016 15:22
#10 RE: Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Zitat
dem Ur-Grund und bringst diesem auch dein letztes bisschen Realitätssinn
als Brandopfer dar.

Perquestavolta,

... meiner Vorstellung eines Ur-Grundes habe ich noch keinen Ziegenbock geopfert!

Zitat
Ohne die ständige Erfahrungsoptimierung unseres Immunsystemes durch den Kontakt mit bösen Mikroben, würden wir selbst zum Opfer dieses unser eigenen Verteidigung.

Ich bezweifle, dass Mikroben im "bösen" Sinn gegen uns vorgehen. Sie erfüllen im Gesamtkonzept des Universums den ihnen zugewiesenen "Job". Um "böse" zu handeln, wie wir Menschen es verstehen, muss man schon Bewusstsein besitzen.

Zitat
Auch ein Taschenmesser kann teuflische Aspekte haben. Der teuflische Aspekt des Gotteswahnes und der Idealisierung des Geistigen hat mehr Menschen getötet, als alle bisherigen Atomunfälle zusammen.

Ein Taschenmesser kann niemals die verheerende Wirkung eines atomaren Super-Gaus entfachen, obwohl es in der Hand eines Mörders zur Waffe wird. - Ein "Gotteswahn", wenn Du hier schon mit einem Buchtitel von R.Dawkins arbeiten willst, ist ebenfalls nur in den Köpfen und Händen von verblendeten Fanatikern gefährlich, nicht aber im Denken von Menschen, die wissen, was ein spiritueller Weg ist und wie man diesen begeht.

Zitat
Gerade auch hier handelt es sich um die Idealisierung eines nicht real existierenden Wunschmenschen, der sich total für andere aufopfert und das eigene Selbst verleugnet. Ist dir noch nie aufgefallen, dass Christen immer schon gerne ihren Mitmenschen den Berg gepredigt haben, während sie selber auch lieber nur am Stand in der eigenen Sonne liegen?

Soweit mir bekannt ist, würde jeder von uns gerne am Strand liegen, besonders jetzt, wo sich wieder der eiskalte Winter ankündigt. Nein - von solchen Verallgemeinerungen halte ich nichts, denn es gibt auch Christen, welche sich anderen Mitmenschen als uneigennützige Helfer anbieten. Gibt es aber unter anderen Glaubensgruppen sicher auch! -

Ob und wieviel die 4 Evangelisten in den "Menschen Jesus" hinein interpretiert haben, ist heute nicht mehr zu klären. Ob Jesus je gelebt hat, wird aber nicht nur durch die 4 Schreiber des NT bezeugt. Soweit ich weiß, sind auch außerbiblische Zeugen aufzulisten:

Josephus Flavius (Historiker und Chronist des jüd. Krieges gegen die Römer), C.Tacitus (röm. Historiker und Chronist), Babylonischer Talmud, Gajus Plinius, Kaiser Trajan, Tertullian (Quintus Septimus Florens Tertullianus), Jurist und Presbyter (Ältester) von Karthago (ca. 155/160 - ca. 220 n. Chr.) schrieb z.B. in seinen Apologien V.2:
"Als nun Tiberius, zu dessen Zeiten der christliche Name in die Welt hineinkam, aus Palästina die Nachricht der sich dort geoffenbarten Gottheit erhalten hatte, so legte er die Sache dem Senat vor, mit der Erklärung seiner Zustimmung für diese Gottheit. Der Senat aber, weil er sie nicht selbst anerkannt hatte, verwarf den Antrag. Der Kaiser beharrte bei seinem Spruch und bedrohte die Ankläger der Christen." (etc.)

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 2.731

02.12.2016 18:45
#11 RE: Die Kehrseite der Idealisierung antworten

Und du merkst nicht, dass all deine Argumente immer nur persönliche WERTUNGen/Idealisierungen sind, Reklov?

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