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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 429 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Reklov Offline




Beiträge: 4.766

07.02.2017 12:32
#201 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat
Also - eine Flucht zu den Ewigkeitsangeboten der Religionen ist nicht nötig, um deine eventuelle Angst vor dem Tod zu dämmen - die Ewigkeit hast du auch ohne Gott

Gysi,

... nur, wie sähe solch eine Ewigkeit für einen unverbesserlichen/uneinsichtigen Menschen (z.B. einen Massenmörder) aus?

Der schwedische Hellseher Swedenborg, an dem sich nicht nur der Zeitgenosse E. Kant heftigst rieb, meinte über die Jenseitszone u.a.: >> Hüben wie drüben! <<

Kant übernimmt sogar die Auffassung Swedenborgs, bei dem "das Leben, welches sich der Mensch in der Welt verschafft hat“, ihm nach dem Tode "folgt". Ja, dass der Sinn des körperlichen Lebens sehr ernst zu nehmen sei, da er dem Bau eines "geistigen Leibes" dient, und so alles, was hier erworben wurde, samt liebgewordenen Gewohnheiten, aber auch alle Vergehen mitgenommen werden müssten! Freilich mit dem Ziel, hier Erfahrung für ein unendliches Wachstum zu erwerben, um nach dem Tode die notwendigen Verbindung zwischen Seele und Körper zu lösen, endlich frei zu sein, ihr "wahres Leben" im Unermesslichen zu führen. Beim reifen Kant heißt es: "Also ist der Tod nicht die absolute Aufhebung des Lebens, sondern eine Befreiung der Hindernisse eines vollständigen Lebens."

"Die" Aufklärung ist bei ihrem tiefsten Denker Kant nicht, wie Adorno es sah, nur "Entzauberung der Welt", Sturz der Einbildung durch Wissen, "Triumph des Tatsachensinns", ein Wissen, dessen Wesen Technik sei, das nicht auf das "Glück der Einsicht, sondern auf Methode, Ausnutzung der Arbeit anderer" ziele. Für Kant trifft das nicht zu. Kant hat selbst gesagt, er habe das Denken als eine Art "Räumungsarbeit" angesehen, es nur eingeschränkt, um Platz für das Transzendentale zu schaffen. Er hatte Swedenborg als eine Art "Reibungsfläche" benützt, um seine eigene kritische Philosophie aufzubauen, die ihn dann berühmt machte. Schon in der Streitschrift "Träume eines Geistersehers", heißt es: "...wie er in dieser Welt gegenwärtig sei, die wie eine immaterielle Natur in einem Körper und durch denselben wirksam sein könne; alles um einer sehr gültigen Ursache willen, welche diese ist, dass ich hievon insgesamt nichts verstehe, und folglich mich wohl hätte bescheiden können, eben so unwissend in Ansehung eines künftigen Zustandes zu sein ... Und eben die Unwissenheit macht es, dass ich mich nicht unterstehe, so gänzlich die Wahrheit so mancher Geistererzählung abzuleugnen."

Gegen Swedenborg ist Kant ungerecht und böswillig, als wüte er gegen sich selbst! Es ist erstaunlich, dass der handschriftliche Urtext der "Träume eines Geistersehers" voller Freudscher Verschreiber ist, und zwar immer an jenen Stellen, wo sich Kant offensichtlich mit sich selbst im innern Streit befindet, bewusst oder unbewusst die Unwahrheit schreibt.
Die Kieler Dissertation von Gottlieb Florschütz, die unter dem Titel "Swedenborgs verborgene Wirkung auf Kant" 1992 erschienen ist, weist ausführlich nach, dass Swedenborg vieles von Kants Philosophie vorweggenommen hat, ja, dass Kant ohne Swedenborg kaum denkbar wäre.

Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.133

07.02.2017 12:54
#202  Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Reklov
... nur, wie sähe solch eine Ewigkeit für einen unverbesserlichen/uneinsichtigen Menschen (z.B. einen Massenmörder) aus?

Woher soll ich das wissen? Aber zu meiner Theorie muss ich eines zufügen: Die Erinnerungsverknüpfung der einzelnen Leben ist nicht gegeben! Wenn du das Kapitel mit der Pansomatik noch dazutust, siehst du, dass auch die scharfen Abgrenzungen der einzelnen Leben voneinander nicht gegeben sind! "I am he as you are me and we are all together!" (I am the walrus, Beatles; Satz aus dem Hinduismus)

Zitat
E. Kant

Immanuel! (Das erwähne ich, weil du immer wieder "E." schreibst...)

Zitat
"Also ist der Tod nicht die absolute Aufhebung des Lebens, sondern eine Befreiung der Hindernisse eines vollständigen Lebens."

Oh, neinneinnein, das meine ich bestimmt nicht! Kant schreibt das? Wo? Und wie begründet er diesen Satz?

Zitat
Und eben die Unwissenheit macht es, dass ich mich nicht unterstehe, so gänzlich die Wahrheit so mancher Geistererzählung abzuleugnen."

Sagt Kant damit, dass sie insgesamt wahr sind? Nein, DAS sagt er nicht! Wer alles sieht - und nicht nur ein Segment - der sieht anders, realer, als der, der nur das kleine Teil sieht...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 4.766

07.02.2017 13:47
#203 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat
Oh, neinneinnein, das meine ich bestimmt nicht! Kant schreibt das? Wo? Und wie begründet er diesen Satz?

Gysi,

lies dazu I. Kants kleines Büchlein >> Träume eines Geistersehers <<, und >> Träume eines Geistersehers, erläuterst durch die Träume der Metaphysik <<.

(Warum ich das E. von Kant setzte? - Ähnelt wohl einem sog. Wiederhoungsfehler.)

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.766

07.02.2017 13:55
#204 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat
Sagt Kant damit, dass sie insgesamt wahr sind? Nein, DAS sagt er nicht! Wer alles sieht - und nicht nur ein Segment - der sieht anders, realer, als der, der nur das kleine Teil sieht...

Gysi,

... wer von uns Menschen sieht schon ALLES ? -

Übrigens: Ein "Segment" kann dem "großen Teil" in der Form oft ähnlich sein! - So hat z.B. ein kleiner Wassertropfen die Form einer Kugel,
wie auch eine riesige Sonne!

Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.133

07.02.2017 15:03
#205 Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Reklov
... wer von uns Menschen sieht schon ALLES ? -

Eben! Und wer Spukgestalten sieht, und von denen auf das ewige Leben Verblichener schließt, sollte sich die Option aufhalten, dass die Erklärung eine andere ist... => Unbekannte Kommunikationsformen (Telepathie), das Unbewusste, falsche Einordnung der Wahrnehmung usw.

Zitat
Übrigens: Ein "Segment" kann dem "großen Teil" in der Form oft ähnlich sein! - So hat z.B. ein kleiner Wassertropfen die Form einer Kugel, wie auch eine riesige Sonne!

Und wie hilfreich soll jetzt diese Bemerkung sein?

Zitat
lies dazu I. Kants kleines Büchlein >> Träume eines Geistersehers <<

Mit anderen Worten: Die Begründung kennst du nicht, und vielleicht gibt es die auch nicht...

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Rübennase Offline




Beiträge: 185

07.02.2017 15:10
#206 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von SnookerRI im Beitrag #194
In der heutigen Zeit wird dem "religiösen Glauben" im gleichen Atemzug "naturwissenschaftliches Unwissen" bescheinigt. Teilweise wird den Gläubigen sogar unterstellt, Feinde der Wissenschaft zu sein, als ob Wissenschaft und religiöser Glaube per Definition miteinander unvereinbar wären. Unter dieser Vorraussetzung erscheint so manchem Atheisten ein Theist als Feind all dessen, was uns die Naturwissenschaften an Wissen und Technik zu nutzen ermöglicht haben. Ebenso angegriffen fühlten sich ihrerzeit die Geistlichen der Christenheit als die Reformatoren durch die Länder zogen, um dem allgemeinen Volk das Lesen der Bibel zu ermöglichen.

Eine etwas gelassenere Ansicht, so wie du sie zu vertreten scheinst, ist der Kommunikation zwischen Atheisten und Theisten durchaus hilfreich.



Recht hast du.. Erinnere mich daran, falls ich es mal vergesse. In meinem Leben bin ich immer wieder Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen begegnet und die liessen sich eigentlich nicht in intelligente und dumme nach Religion aussortieren.

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.133

07.02.2017 15:31
#207 Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

@Rübennase

Zitat von Snooker
In der heutigen Zeit wird dem "religiösen Glauben" im gleichen Atemzug "naturwissenschaftliches Unwissen" bescheinigt. Teilweise wird den Gläubigen sogar unterstellt, Feinde der Wissenschaft zu sein, als ob Wissenschaft und religiöser Glaube per Definition miteinander unvereinbar wären.

Ich möchte an dieser Stelle wiederholt einwerfen, dass die monotheistischen Religionen von ihrem Kern her schon demokratie- und wissenschaftsfeindlich sind. Wegen ihrer Verdammung des Zweifels und der Zweifler! Die Wissenschaft hingegen lebt vom Zweifel, von der Bereitschaft zur Falsifikation! Die Wissenschaft treibt zu ihr, und die Religion meidet sie wie der Teufel dsas Weihwasser! Ungläubige (also Andersdenkende) mit ewiger Todesstrafe und ausufernden und schlimmsten Folterfantasien zu verfolgen (Islam) ist keine Gemeinschaftsbasis für eine Demokratie, sondern die einer gnadenlosen Despotie!

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Rübennase Offline




Beiträge: 185

07.02.2017 15:35
#208 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #197
Wo ist dann aber das, was Reklov gerne (und ich auch) den "Urgrund" nennt?


Ja ich versteh das Problem. Aber ich habe leider auf die Schnelle auch keine Antwort darauf. Ich werde mich noch etwas genauer mit Dürr`s Quantentheorie beschäftigen.


Zitat von Gysi im Beitrag #197
Also - eine Flucht zu den Ewigkeitsangeboten der Religionen ist nicht nötig, um deine eventuelle Angst vor dem Tod zu dämmen - die Ewigkeit hast du auch ohne Gott.


Meine Ängste betreffen nicht den Tod. Also ich hätte schon Angst jetzt zu sterben, aber mich beschäftigen mehr Ängste, die mein Leben erschweren. Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod.

Rübennase Offline




Beiträge: 185

07.02.2017 15:44
#209 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #200

Zitat
Du kommst aus dem Nichts und du gehst in das Nichts, was hast du zu verlieren? Nichts.
Rübennase,

... wir kommen nicht aus dem NICHTS und gehen auch nicht in das NICHTS.

Aus NICHTS kann nämlich NICHTS entstehen.

Das Zurückgehen in der Ursachenkette ist von Thomas v. Aquin sprachlich gut bearbeitet worden. In echter scholastischer Manier:

Erste Stufe:
Wenn jedes Ding auch nicht sein könnte, hätte es zu irgendeiner Zeit nichts gegeben (denn was auch nicht sein kann, ist zu irgendeiner Zeit nicht); es gäbe dann auch jetzt nichts (denn was nicht existiert, kann nicht zu existieren anfangen, es sei denn durch etwas, das existiert). Es ist aber offensichtlich falsch, dass es jetzt nichts gibt; daher ist es auch falsch, dass alles auch nicht sein könnte. Das heißt, es muss wenigstens ein Ding geben, das notwendig ist.

Zweite Stufe:
Alles, was notwendig ist, hat entweder eine Ursache seiner Notwendigkeit außerhalb seiner selbst oder nicht. Es ist aber unmöglich, in einer Reihe notwendiger Dinge, von denen jedes die Ursache seiner Notwendigkeit außerhalb seiner selbst hat, endlos zurückzugehen; dies ähnelt dem, was bereits hinsichtlich der Wirkursachen bewiesen wurde. Daher müssen wir etwas annehmen, das durch sich selbst notwendig ist, das die Ursache seiner Notwendigkeit nicht außerhalb seiner selbst hat, sondern die Ursache der Notwendigkeit aller anderen Dinge ist; und das nennen alle Menschen Gott.

Gruß von Reklov





Ist mir ein bischen zu abstrakt, einer der Gründe, wieso ich nicht Philosophie studiere. Eher so wie Gysi das in seinem Text beschrieben hat: Unser Bewusstsein beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod. Mir ist schon klar, das aus Nichts, nichts entstehen kann: Siehe Dürr`s Quantentheorie, die ich selbst noch etwas genauer verstehen möchte. So wie ich ihn verstanden habe, ist sein "Gott" die Veränderung.

Rübennase Offline




Beiträge: 185

07.02.2017 15:55
#210 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #207
@Rübennase

Zitat von Snooker
In der heutigen Zeit wird dem "religiösen Glauben" im gleichen Atemzug "naturwissenschaftliches Unwissen" bescheinigt. Teilweise wird den Gläubigen sogar unterstellt, Feinde der Wissenschaft zu sein, als ob Wissenschaft und religiöser Glaube per Definition miteinander unvereinbar wären.
Ich möchte an dieser Stelle wiederholt einwerfen, dass die monotheistischen Religionen von ihrem Kern her schon demokratie- und wissenschaftsfeindlich sind. Wegen ihrer Verdammung des Zweifels und der Zweifler! Die Wissenschaft hingegen lebt vom Zweifel, von der Bereitschaft zur Falsifikation! Die Wissenschaft treibt zu ihr, und die Religion meidet sie wie der Teufel dsas Weihwasser! Ungläubige (also Andersdenkende) mit ewiger Todesstrafe und ausufernden und schlimmsten Folterfantasien zu verfolgen (Islam) ist keine Gemeinschaftsbasis für eine Demokratie, sondern die einer gnadenlosen Despotie!



Aber diese Wissenschaftsfeindlichkeit ist zumindest in unseren Breitengraden "Schnee von Gestern". Bei uns an der Uni gibt es viele Gläubige die studieren Naturwissenschaften. Das betrifft eher islamische Staaten. Und die benutzen den Islam wohl zur Unterdrückung des Volkes. Ausserdem können die ja auch nicht auf den Fortschritt verzichten, wie wollen sie ihren Jihad mit gebogenen Schwertern gewinnen?

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.133

07.02.2017 16:13
#211 Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Rübennase
Aber diese Wissenschaftsfeindlichkeit ist zumindest in unseren Breitengraden "Schnee von Gestern".

Die Klöster haben auch die Wissenschaften gefördert, in dem tiefen Glauben, Gott damit näher zu kommen. Aber das Maß der Erkenntnis wurde von der Inquisition diktiert... Und die Angst der Wissenschaftler vor dem Klerus war bis in die Neuzeit existent - siehe Darwin. Natürlich hat sich was in Praxis geändert. Aber die Realitäten haben die Kirchenmacht gebeugt - und diesmal nicht umgekehrt!

Die Exegese ändert sich, mittlerweile sind ja sogar die Hölle und der Teufel schon abgeschafft! Wer leitete die Christenführer dazu, so modern zu reden? Gott? Die Hölle, mitsamt seinem Chef, muss man ab jetzt "symbolisch" sehen. Allegorisch sehen die Evolutionisten unter den Gläubigen auch die Genesis. Wir brauchen nur noch einen Schritt, um den Gott in der Bibel auch nur noch "symbolisch" zu sehen... Und trotzdem wird die Bibel dann immer noch stimmen...

Ich weiß jedenfalls noch, wie sehr ich unter der Zerrissenheit religiöser - und für die Wissenschaft offene - Erziehung litt. Das war vor mindestens zweihundert Jahren, mögen Zyniker mir vorwerfen , aber dass die Bibel als moralische Richtlinie mittlerweile umgeschrieben worden ist - vom Koran erst gar nicht zu reden! -, das ist mir nicht bekannt...Jesus gilt immer noch als der Sohn Gottes, über den alle Kanäle zum Himmelreich laufen...

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Reklov Offline




Beiträge: 4.766

07.02.2017 16:41
#212 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat
Und wie hilfreich soll jetzt diese Bemerkung sein?

Gysi,

oft reicht bereits ein Segment, um das Ganze zu (er)kennen! Mann muss also nicht gleich den ganzen Ozean trinken, um zu schmecken, dass er Salz enthält!

Zitat
Mit anderen Worten: Die Begründung kennst du nicht, und vielleicht gibt es die auch nicht...

Die Begründung erschließt sich einem beim Lesen der Original-Texte. - Da ich hier jedoch keinen simplen Telegramm-Frage-Antworten-Unterricht erteilen möchte, musst Du schon selber an das kleine feine Werk von Kant und seine damit verbundenen Denkwege herangehen.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.766

07.02.2017 16:46
#213 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat

Ich weiß jedenfalls noch, wie sehr ich unter der Zerrissenheit religiöser - und für die Wissenschaft offene - Erziehung litt.

Gysi,

Religionen und Wissenschaften sind auf der selben Strecke unterwegs, nur benutzen sie natürlich völlig andere "Fahrzeuge"! - Ich habe beide Transportmittel kennengelernt, nur - gelitten habe ich dabei nicht. - Ich habe verglichen und abgewogen! - Das reicht zunächst mal aus!

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.766

07.02.2017 16:50
#214 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat
Jesus gilt immer noch als der Sohn Gottes, über den alle Kanäle zum Himmelreich laufen...

Gysi,

... in den Augen der 4 Evangelisten mag dies ja so gelten. - Könnte man jedoch heute persönlich mit Jesus sprechen, wüsste man schnell, wen man da wirklich vor sich hat!

Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.133

07.02.2017 16:51
#215 Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Reklov
oft reicht bereits ein Segment, um das Ganze zu (er)kennen!

Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass du bei den Geistergeschichten so ein fettes Segment der umfassenden Erkenntnis vor dir hast?

Zitat
Die Begründung erschließt sich einem beim Lesen der Original-Texte. - Da ich hier jedoch keinen simplen Telegramm-Frage-Antworten-Unterricht erteilen möchte, musst Du schon selber an das kleine feine Werk von Kant und seine damit verbundenen Denkwege herangehen.

Ja, das hatten wir schon mal mit der Spinoza-Substanz. Da hattest du mich dazu verdonnern wollen, 270 Seiten Spinoza zu lesen - dann wäre ich auf deinem Stand. Erst dann könnte ich dich verstehen. Und de Spinoza. Ich brauchte nicht deinen empfohlenen Umweg, um zu erkennen, dass de Spinoza von einer Gottesdefinition ausging, die für heutige qualifiziertere Diskussionen nicht so recht taugt...

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Reklov Offline




Beiträge: 4.766

07.02.2017 16:54
#216 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat
Mir ist schon klar, das aus Nichts, nichts entstehen kann: Siehe Dürr`s Quantentheorie, die ich selbst noch etwas genauer verstehen möchte. So wie ich ihn verstanden habe, ist sein "Gott" die Veränderung.

Rübennase,

... Veränderung ist ein Aspekt des Materiellen. Der christliche "Gott" aber wird nun mal immateriell gedacht. Also UNVERÄNDERLICH!

Gruß von Reklov

Rübennase Offline




Beiträge: 185

07.02.2017 16:56
#217 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #216

Zitat
Mir ist schon klar, das aus Nichts, nichts entstehen kann: Siehe Dürr`s Quantentheorie, die ich selbst noch etwas genauer verstehen möchte. So wie ich ihn verstanden habe, ist sein "Gott" die Veränderung.
Rübennase,

... Veränderung ist ein Aspekt des Materiellen. Der christliche "Gott" aber wird nun mal immateriell gedacht. Also UNVERÄNDERLICH!

Gruß von Reklov



Ziemlich unflexibel

Athon Offline




Beiträge: 2.131

07.02.2017 16:57
#218 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

@SnookerRI

Zitat
Ich bin lediglich der Logik Blackysmarts gefolgt... Es geht ja nicht um die Behauptungen selbst. Diese existieren, sobald sie geäußert werden. Wo also irre ich? Und damit auch Blackysmart?


Blackysmart stellt richtigerweise fest, dass eine Nichtexistenz nicht beweisbar ist. Dem hast Du Dich angeschlossen. Ich erinnere mich noch an meinen nicht existierenden roten Pullover, dessen Nichtexistenz Du durch "Nachschauen" beweisen wolltest. Erstaunlich, wenn Du der Aussage, Nichtexistenz sei nicht beweisbar, vorbehaltlos zustimmst...
Dein Irrtum liegt darin, dass Du es für nicht beweisbar hälst, dass eine Nichtexistenz nicht zu beweisen ist. Wenn letzteres als Tatsache feststeht, bedarf es keines Beweises. Es muss schließlich auch nicht bewiesen werden, dass die Erde eine Kugel ist. Blackysmarts Aussage bezieht sich nur auf die Unbeweisbarkeit einer Nichtexistenz, also irrt er auch nicht.

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Nicht Gott schuf den Menschen, der Mensch schuf Gott! Und hat bis heute daran zu schaffen...

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.133

07.02.2017 17:06
#219  Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Athon
Blackysmarts Aussage bezieht sich nur auf die Unbeweisbarkeit einer Nichtexistenz, also irrt er auch nicht.

Kommt drauf an, wie überschaubar das Forschungsfeld ist. Wenn das Forschungsfeld ein Würfel ist, ist leicht zu beweisen, dass eine 7 nicht existiert! Bei einem Forschungsfeld von einer Größe der Unendlichkeit wird der Beweis von irgendwas Nichtexistentem allerdings schwieriger...

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Rübennase Offline




Beiträge: 185

07.02.2017 17:08
#220 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #211

Ich weiß jedenfalls noch, wie sehr ich unter der Zerrissenheit religiöser - und für die Wissenschaft offene - Erziehung litt. Das war vor mindestens zweihundert Jahren, mögen Zyniker mir vorwerfen , aber dass die Bibel als moralische Richtlinie mittlerweile umgeschrieben worden ist - vom Koran erst gar nicht zu reden! -, das ist mir nicht bekannt...Jesus gilt immer noch als der Sohn Gottes, über den alle Kanäle zum Himmelreich laufen...


Immerhin kann das NT mittlerweile ziemlich offen interpretiert werden, so sehe ich das zumindest. Und die moralischen Richtlinien darin halte ich nicht für ungeeignet, mal abgesehen von kleinen Details.

Athon Offline




Beiträge: 2.131

07.02.2017 17:44
#221 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

@Gysi

Zitat von Gysi #219
Kommt drauf an, wie überschaubar das Forschungsfeld ist. Wenn das Forschungsfeld ein Würfel ist, ist leicht zu beweisen, dass eine 7 nicht existiert! Bei einem Forschungsfeld von einer Größe der Unendlichkeit wird der Beweis von irgendwas Nichtexistentem allerdings schwieriger...


Schwieriger? Eine Nichtexistenz ist meiner Ansicht nach auch im Unendlichen niemals beweisbar. Woraus schließt Du, dass dies nur schwieriger sei? Aber, vielleicht habe ich ja auch nur die Ironie nicht bemerkt...

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

08.02.2017 07:35
#222 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Athon in #218
Dem hast Du Dich angeschlossen. Ich erinnere mich noch an meinen nicht existierenden roten Pullover, dessen Nichtexistenz Du durch "Nachschauen" beweisen wolltest. Erstaunlich, wenn Du der Aussage, Nichtexistenz sei nicht beweisbar, vorbehaltlos zustimmst...

Wenn ich mich recht entsinne, war es Reklov, der bei dir nachschauen wollte. Ich stimme der Aussage sogar in noch größerem Umfang zu, nämlich insofern, als dass das, was du und wahrscheinlich auch Blackysmart als Feststellung(Beweis?) anerkannt haben, nicht beweisbar ist. Wie sollte das auch möglich sein, wenn es doch schon angeblich unmöglich sei, eine Nichtexistenz zu beweisen?

Zitat von Athon in #218
Dein Irrtum liegt darin, dass Du es für nicht beweisbar hälst, dass eine Nichtexistenz nicht zu beweisen ist. Wenn letzteres als Tatsache feststeht, bedarf es keines Beweises.

Für diejenigen, die davon überzeugt sind, dass eine Nichtexistenz nicht zu beweisen ist, steht das womöglich tatsächlich als Tatsache fest und bedarf keines Beweises mehr. Wenn du mir dieserhalb einen Irrtum unterstellst musst du dir ja deinerseits sehr sicher sein, dass du nicht irren kannst.

Zitat von Athon in #218
Es muss schließlich auch nicht bewiesen werden, dass die Erde eine Kugel ist.

Dieser Vergleich ist in dem Zusammenhang unzulässig, da die Erde definitiv existent ist. Hier geht es doch vielmehr darum ob und inwieweit man aussagen kann, dass eine Nichtexistenz beweisbar ist oder nicht.

Zitat von Athon in #218
Blackysmarts Aussage bezieht sich nur auf die Unbeweisbarkeit einer Nichtexistenz, also irrt er auch nicht.

Und meine Aussage bezieht sich nur auf die Unbeweisbarkeit der Unbeweisbarkeit einer Nichtexistenz, ganz der Logik entsprechend, die für die Aussage, dass eine Nichtexistenz unbeweisbar ist, verwendet wird. Worin irre ich mich, mal abgesehen davon, dass ich eine bestimmte Meinung nicht teile?


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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

08.02.2017 08:33
#223 RE: Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Gysi
Ich möchte an dieser Stelle wiederholt einwerfen, dass die monotheistischen Religionen von ihrem Kern her schon demokratie- und wissenschaftsfeindlich sind. Wegen ihrer Verdammung des Zweifels und der Zweifler!

Diese Haltung entspricht sicherlich dem Bild das Religionen bei Atheisten im Allgemeinen haben. Vielleicht sogar haben müssen. Irgendeinen Gegenpol muss es ja geben. Wissenschaft wird gerne mit Erkenntnis, die zur Freiheit führt in Verbindung gebracht. Demgegenüber steht das Bild, dass Religionen Dogmen lehren, die nicht von der Wissenschaft untersucht werden können, und daher unbegründet als wahr zu betrachten seien. Ich habe bisher keinen Atheisten kennengelernt, der es wagte, an diesen Vorstellungen zu zweifeln. Da will ich mal hoffen, dass Zweifel und Zweifler im Atheismus nicht doch verdammt werden.

Zu zweifeln ist meiner Meinung nach grundsätzlich notwendig, solange es zur Tätigkeit animiert, sich mit dem, was bezweifelt wird, auseinanderzusetzen. Zweifel, die allerdings zur Unentschlossenheit führen, bringen rein gar nichts.

Werden Zweifel, die zur Aktivität auffordern, unterdrückt oder verdammt (wie es erwiesenermaßen in der Geschichte der sog. monotheistischen Religionen vorgekommen ist), besteht meiner Meinung nach ein Missverständnis der Wirkung des Zweifels nämlich isofern, als dass Zweifel fälschlicherweise direkt mit Abkehr von einem Grundsatz oder einer Grundsatzlehre in Zusammenhang gebracht werden.

Zitat von Gysi
Die Wissenschaft hingegen lebt vom Zweifel, von der Bereitschaft zur Falsifikation! Die Wissenschaft treibt zu ihr, und die Religion meidet sie wie der Teufel dsas Weihwasser!

Ich bezweifle, dass man das so pauschal sagen kann. Wissenschaft lebt - und man möge mir, wenn zutreffend bitte widersprechen - zu einem nicht unwesentlichen Teil von der finanziellen Unterstützung ihrer Auftraggeber. Viele Bereiche der Wissenschaft - grade in den Naturwissenschaften - sind zudem verwaist, weil man noch nicht weiß, ob und wie man mit den Studienprojekten Geld erwirtschaften kann. Durch solche Umstände mag die Bereitschaft zur Falsifikation auch wieder eingeschränkt werden. Im Gegenzug dazu gab es auch in religiösen Bekenntnissen - zum Beispiel dem christlichen - immer wieder Personen und Gruppen, die eine bestimmte Auslegung mit Bezug auf die Schriften anzweifelten und das oft unter Einsatz ihres Lebens. Aber auch solche Bemühungen können wiederum fehlinterpretiert werden.

Zitat von Gysi
Ungläubige (also Andersdenkende) mit ewiger Todesstrafe und ausufernden und schlimmsten Folterfantasien zu verfolgen (Islam) ist keine Gemeinschaftsbasis für eine Demokratie, sondern die einer gnadenlosen Despotie!

Wobei ja der Tod selbst als König einer Despotie herrscht, die zurecht als "gnadenlos" bezeichnet werden kann. Ohne Gnade ist es schon soweit gekommen, dass der Tod seinen festen Platz als Ende des Lebens bekommen hat. Ja es gibt wirklich Menschen, die behaupten, der Tod des Menschen sei sogar notwendig . Und das nicht nur unter Atheisten.


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Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.133

08.02.2017 09:06
#224 Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Athon
Woraus schließt Du, dass dies nur schwieriger sei? Aber, vielleicht habe ich ja auch nur die Ironie nicht bemerkt...

Na, hast du doch...

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Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.133

08.02.2017 09:21
#225 Wann schuf "Gott" Viren und Bakterien? Und warum...? antworten

Zitat von Snooker
Wissenschaft lebt - und man möge mir, wenn zutreffend bitte widersprechen - zu einem nicht unwesentlichen Teil von der finanziellen Unterstützung ihrer Auftraggeber.

Natürlich. Mit Kohle lässt sich besser wissenschaftlich arbeiten. Aber das spricht doch nicht gegen den Falsifikationsdrang der Wissenschaftler!

Zitat
Zu zweifeln ist meiner Meinung nach grundsätzlich notwendig, solange es zur Tätigkeit animiert, sich mit dem, was bezweifelt wird, auseinanderzusetzen.

Aber der vitale Reflex zum Zweifel, zum Misstrauen wird systematisch unterdrückt, wenn der Abfall vom Glauben mit dem Tode bestraft wird! Der Gläubige steuert seine Forschungsergebnisse - mehr oder weniger unbewusst - auf die BESTÄTIGUNG seines Glaubens - und die Bibel hat doch Recht! Er manipuliert seine Forschungsarbeit zugunsten seines Gottes! Meint er, dass der das nicht merkt?...

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dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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