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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 36 Antworten
und wurde 1.866 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Seiten 1 | 2
Rübennase Offline




Beiträge: 185

16.01.2017 03:46
Gott finden... antworten

Liebe Leser

Vielleicht sollte ich mich mit diesem Beitrag/diesem Problem an das Dr.Sommer-Team wenden.
In einer eher gebildeten Familie aufgewachsen, habe ich mich in meiner Kindheit nie mit der Existenz eines Gottes befasst oder in Betracht gezogen, dass es einen Gott oder etwas göttliches geben könnte. Ich habe damals nie gebetet und Gott oder Religion war in meiner Kindheit nie ein Thema. Weder sind meine Eltern damit zu mir gekommen, noch wollte ich von ihnen etwas über Gott wissen, obwohl ich wusste, dass es Leute gibt, die an Gott glauben. Man könnte also sagen: Ich bin konditioniert, nicht an Gott zu glauben. Alle meine späteren Versuche, etwa ab dem 20. Lebensjahr, mich einer Religion anzuschliessen, zu beten oder positives denken etc. haben sich nach einer Weile ausgeschlichen. Auch intensive Bemühungen fruchteten kaum und waren mir jeweils nach einer Weile einfach zu blöd, da sie nicht zu meiner "Identität" passen.

Nun zu meinem Dilemma:
In der "erfolgreichen Welt", also bei den Promis, insbesondere bei Profisportlern sind die Gläubigen sehr verbreitet. Ihr Glaube an Gott scheint sie kräftig, talentiert und selbstbewusst zu machen. Besonders viele Kampfsportchampions und Fussballprofis sind sehr gläubig, zumindest wenn die Kamera auf sie gerichtet ist, bekreuzen sie sich oder gestikuliere mit beiden Händen zum Himmel. Die Juden sind zumindest in Bezug auf ihren Intellekt schwer zu übertreffen und die Muslime machen auf mich den Eindruck, dass sie sich und ihre Religion kaum hinterfragen. Z.B. starren sie während dem Mittagessen eine Stunde lang aufs Smartphone und arbeiten danach gut gelaunt weiter, als wäre es das Normalste auf der Welt, was es vielleicht ja auch ist?!? Auf jeden Fall wirken sie oftmals zufrieden auf mich. Ihre Religion gibt ihnen scheinbar halt, Identität und eine klare Rolle. Natürlich gibt es auch die frustierten Muslime(IS, Selbstmordattentäter, wobei die wohl einer Gehirnwäsche unterzogen wurden) und Christen(Pädophile Priester z.B. um mal die Klischees zu bestätigen). Trotzdem werde ich den Gedanken nicht los, dass die Gläubigen mehrheitlich das bessere und zufriedenere Leben führen als wir Ungläubigen.
Wenn ich ehrlich bin, dann bedaure ich, zumindest teilweise, dass ich nicht religiös erzogen worden bin, da ich das Gefühl habe, mich dadurch in dieser durch Konkurrenz und Verdrängung geprägten Welt tendenziell in einem Nachteil zu befinden. An diesem Punkt möchte ich, durch die Anonymität des Internets geschützt, noch anfügen, dass ich eher der unsichere und an sich selbst zweifelnde Typ bin, weswegen ich schon den einen oder anderen absurden Versuch unternommen habe, etwas selbstbewusster zu werden.

Mein zweites Problem betrifft die Art, wie ich zu meinem Atheismus gekommen bin:
Wie schon erwähnt, bin ich auf Atheismus "konditioniert", das heisst ich bin schon seit meiner Kindheit darauf programmiert, nicht an Gott zu Glauben. Und wie weiss ich jetzt, dass ich recht habe und nicht jemand, der seit seiner Kindheit umgekehrt programmiert ist? Genauso wie ich der festen Überzeugung bin, dass es keinen Gott gibt, sind andere davon überzeugt, dass es einen Gott gibt. Natürlich habe ich mich schon mit Argumentation für und gegen die Existenz eines Gottes oder etwas göttlichem(Gewisse Definitionen des "Göttlichen" würde ich vielleicht durchgehen lassen) auseinandergesetzt und immer komme ich zum Schluss, dass alle Argumentationen pro Gott Hirngespinste sind, aber trotzdem würde ich gerne meine Konditionierungen überwinden und quasi selbst herausfinden ob es nun einen Gott gibt oder nicht. Nur scheint mir das nicht möglich zu sein, da ich wohl voreingenommen bleiben werde.

Für Anregungen, Einwände, Tips, Bestätigungen oder Telefonnummern von heissen Forumuserinnen bin ich dankbar

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.062

16.01.2017 10:29
#2 Gott finden... antworten

Zitat von Rübennase
In der "erfolgreichen Welt", also bei den Promis, insbesondere bei Profisportlern sind die Gläubigen sehr verbreitet.

Ist mir auch schon aufgefallen. Thomas Gottschalk, Harald Schmidt, all die frechen, freien Jungs: religiös! Oliver Pocher war mal Zeuge Jehovas. Jetzt isser "nichts", wie er sagt. Bernhard Hoecker ist Atheist, Hugo Egon Balder auch. Aber wie du habe ich insgesamt auch das Gefühl, die "Erfolgreichen" sind überproportional gläubig. Ich glaube, das liegt u.a. daran, dass die Katholiken viele Gymnasien unter ihrer Leitung haben. Unsere Elite hat in der Regel eine gute Ausbildung, und es sind die Katholiken, die die besseren Schulen überproportional beherrschen. Und offenbar lehren die gut! Oskar Lafontaine verblüffte mich mal während eines TV-Auftritts (bei Maischberger, Will oder wen) mit seinem guten Verhältnis zu der katholischen Schule, an dem er sein Abitur machte. Sowas prägt...

Zitat
Wie schon erwähnt, bin ich auf Atheismus "konditioniert",

Bei mir war das umgekehrt: Ich war auf das evangelische Christentum konditioniert. Aber eigentlich nie so richtig. Der Zweifel an einen Gott war in mir nicht leicht zu unterdrücken. Aber die Suche nach einem "wahren", "richtigen" Gott lange auch nicht. Bis dann - Anfang des Jahrtausends - der Atheismus hundertprozentig in mir durchbrach. "Spiritistisch" - emotional und intellektuell - war das für mich ein "Das-ist-es!"-Kick, ein bleibender Glücksgewinn! Wahrheit macht glücklich.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Rübennase Offline




Beiträge: 185

16.01.2017 20:29
#3 RE: Gott finden... antworten

Hallo Gysi Danke für deine Antwort. Cooles Profilbild ;-)

Zitat
Ich glaube, das liegt u.a. daran, dass die Katholiken viele Gymnasien unter ihrer Leitung haben.



Das zeigt auch, weshalb die Juden so intelligent sind. Soviel ich weiss, müssen die in ihren Privatschulen denselben Stoff wie wir, aber zusätzlich noch mehr lernen, bis sie die Schule abschliessen. Ich habe zwar auch das Gymnasium gemacht, setze meine Grenzen aber wesentlich tiefer als die von Harald. Vielleicht liegt das tätsächlich am Nichtglauben oder daran, dass es kein katholisches Gymnasium war.
Aber im Sport ist diese Erklärung nicht ausreichend. Der Glaube wird wohl auch eine Art Placeboeffekt auslösen, aber der müsste doch auch ohne diesen Glauben erreichbar sein. Vielleicht müsste ich mich mal in der Sportpsychologie erkundigen.

Zitat
der Atheismus hundertprozentig in mir durchbrach. "Spiritistisch" - emotional und intellektuell



Wie hast du das denn erreicht? Das klingt für mich geradezu nach einer Erleuchtung. Ich habe auch von Bekannten gehört, die einen Ähnlichen Kick hatten und zwar in der genau entgegengesetzten Richtung. Zuerst waren sie Ungläubige und seit sie zu Gott gefunden haben scheint es ihnen tatsächlich besser oder sogar gut zu gehen. Obwohl sie in meinen Augen ein bischen bekloppt wirken, aber das muss ja nicht unbedingt repräsentativ sein.

mfg

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.062

17.01.2017 11:45
#4 Gott finden... antworten

Zitat von Rübennase
Wie hast du das denn erreicht? Das klingt für mich geradezu nach einer Erleuchtung.

Es gibt in unseren Breitengraden etliche, die vom Glauben zum Atheismus kommen. Das liegt wohl auch daran, dass der Religionsunterricht mit den wissenschaftlich orientierten Fächern konkurrieren muss. Bei mir lief das so: => http://der-selbstbestimmte-mensch.xobor....d-befreite.html

Zitat
Aber im Sport ist diese Erklärung nicht ausreichend.

Die Südamerikaner, die hier spielen, sind eh streng katholisch. Ich weiß nicht, wer sich sonst vor einem Spiel bekreuzigt, um Gottes Beistand zu erflehen.

Zitat
Hallo Gysi Danke für deine Antwort. Cooles Profilbild ;-)

Ja, nicht? Deines aber auch. Ich hoffe nur nicht, dass du mit deinen leeren Taschen kommst, um mich anzupumpen! Von mir gibt es nämlich bekannterweise nix!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.134

17.01.2017 16:22
#5 RE: Gott finden... antworten

Zitat von Rübennase im Beitrag #1
Liebe Leser

Vielleicht sollte ich mich mit diesem Beitrag/diesem Problem an das Dr.Sommer-Team wenden.
In einer eher gebildeten Familie aufgewachsen, habe ich mich in meiner Kindheit nie mit der Existenz eines Gottes befasst oder in Betracht gezogen, dass es einen Gott oder etwas göttliches geben könnte.

Nun zu meinem Dilemma:
In der "erfolgreichen Welt", also bei den Promis, insbesondere bei Profisportlern sind die Gläubigen sehr verbreitet. Ihr Glaube an Gott scheint sie kräftig, talentiert und selbstbewusst zu machen. Besonders viele Kampfsportchampions und Fussballprofis sind sehr gläubig, zumindest wenn die Kamera auf sie gerichtet ist, bekreuzen sie sich oder gestikuliere mit beiden Händen zum Himmel.
Wenn ich ehrlich bin, dann bedaure ich, zumindest teilweise, dass ich nicht religiös erzogen worden bin, da ich das Gefühl habe, mich dadurch in dieser durch Konkurrenz und Verdrängung geprägten Welt tendenziell in einem Nachteil zu befinden. An diesem Punkt möchte ich, durch die Anonymität des Internets geschützt, noch anfügen, dass ich eher der unsichere und an sich selbst zweifelnde Typ bin, weswegen ich schon den einen oder anderen absurden Versuch unternommen habe, etwas selbstbewusster zu werden.

Mein zweites Problem betrifft die Art, wie ich zu meinem Atheismus gekommen bin:
Wie schon erwähnt, bin ich auf Atheismus "konditioniert", das heisst ich bin schon seit meiner Kindheit darauf programmiert, nicht an Gott zu Glauben. Und wie weiss ich jetzt, dass ich recht habe und nicht jemand, der seit seiner Kindheit umgekehrt programmiert ist? Genauso wie ich der festen Überzeugung bin, dass es keinen Gott gibt, sind andere davon überzeugt, dass es einen Gott gibt. Natürlich habe ich mich schon mit Argumentation für und gegen die Existenz eines Gottes oder etwas göttlichem(Gewisse Definitionen des "Göttlichen" würde ich vielleicht durchgehen lassen) auseinandergesetzt und immer komme ich zum Schluss, dass alle Argumentationen pro Gott Hirngespinste sind, aber trotzdem würde ich gerne meine Konditionierungen überwinden und quasi selbst herausfinden ob es nun einen Gott gibt oder nicht. Nur scheint mir das nicht möglich zu sein, da ich wohl voreingenommen bleiben werde.

Für Anregungen, Einwände, Tips, Bestätigungen oder Telefonnummern von heissen Forumuserinnen bin ich dankbar



Dir geht es also darum zufriedener und selbstbewusster zu werden...
Nur hat das nichts mit Religion und Weltanschauung zu tun, sondern mit Selbstvertrauen. Placebos können dem Selbstvertrauen zwar ein bisschen Nachdruck verleihen, aber wenn man sie mal durchschaut hat, helfen sie einem auch nicht mehr.

Glaub also einfach an das Leben. Es ist dein Schöpfer, dein Ernährer, dein Lehrer und dein Schicksal und wenn du immer gut darauf achtest, wie du damit respektvoll umgehst, dann kannst du an Zufriedenheit jeden gläubigen Supersportler auslachen. Der muss sich ständig selbst aufs neue beweisen und kann sich dabei auch nicht nur auf Gott verlassen. "Maradona" Superfußballer der 90iger. "Gläubig" und dramatisch, wie ein todesverachtender fanatischer Taliban.. Was hat er letztendlich erreicht?
Ein tragischer und fetter Komiker ist aus ihm geworden.. Außerdem vertrauen heutzutage die meisten Supersportler auch mehr auf Eigenblutbehandlung und anderen leistungssteigernden "Spezialitäten" der Sportmedizin, als auf Gott...

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Trolle sind zum jagen da und nicht zum füttern.

Rübennase Offline




Beiträge: 185

17.01.2017 22:27
#6 RE: Gott finden... antworten

@ Gysi

Zitat
Bei mir lief das so: => http://der-selbstbestimmte-mensch.xobor....d-befreite.html



Interessante Geschichte. Schön, dass du dein Ding gefunden hast. Leider macht mich mein Atheismus nicht glücklich, sondern ich empfinde ihn teilweise sogar als störend.

Zitat
Ich weiß nicht, wer sich sonst vor einem Spiel bekreuzigt, um Gottes Beistand zu erflehen.



Ich denke, das machen die die meisten gläubigen Profispieler sämtlicher Sportarten von Amerika bis nach Russland. Die Art des Rituals ist wohl lokal geprägt. Dass es von Nutzen ist, kann ich nur erahnen.

Zitat
Ja, nicht? Deines aber auch. Ich hoffe nur nicht, dass du mit deinen leeren Taschen kommst, um mich anzupumpen! Von mir gibt es nämlich bekannterweise nix!



Absolut, ich liebe die Duck`s. Bin ich so durchschaubar? Wenn du es dir nochmals anders überlegst, würde ich dir meine Kontonummer per Mail schicken.

@ Perquestavolta

Zitat
Dir geht es also darum zufriedener und selbstbewusster zu werden...



Eines meiner grössten Probleme. Ich bin zwar schon auch an Religionsgeschichte interessiert, aber ich befasse mich eher damit, um irgend einen Nutzen daraus zu ziehen.

Zitat
wenn du immer gut darauf achtest, wie du damit respektvoll umgehst



Das finde ich einen sehr wichtigen Ansatz, den ich auch versuche zu befolgen. Das ist aber nicht immer ganz leicht, besonders wenn die Dinge stets misslingen.

Zitat
Der muss sich ständig selbst aufs neue beweisen



Das ist wohl eine Pauschalaussage, die ich nur teilweise bestätigen würde. Mit Maradona hast du natürlich ein gutes Beispiel gewählt(am Rande erwähnt: Ich konnte vor einigen Jahren ein Foto mit ihm und mir machen). Aber es gibt durchaus Charaktere, die dem widersprechen. Muhamad Ali z.B. hat auf mich immer sehr zufrieden gewirkt und das obwohl er an Parkinson erkrankt war. Er war ein sehr gläubiger Moslem. Oder der seit einem Unfall querschnittgelähmte Skifahrer Beltrametti ist ebenfalls gläubig und wirkt trotz seiner Behinderung sehr vital.

Zitat
leistungssteigernden "Spezialitäten" der Sportmedizin, als auf Gott...



hahaha, sehr war. Wenn Gott an seine Grenzen kommt, dann wird halt geschummelt

Grüsse euch

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

17.01.2017 23:03
#7 RE: Gott finden... antworten

Zitat
...Leider macht mich mein Atheismus nicht glücklich, sondern ich empfinde ihn teilweise sogar als störend.


Das sehen tatsächlich viele Menschen so und sie haben damit sicherlich auch teilweise recht
Promis gehen kaum mit ihrem Atheismus hausieren und wissen sehr genau, dass ein Bekenntnis zur Religion in den Medien immer gut ankommt und ihrer Imagepflege dienlich ist.
Wer eine politische Karriere ansteuert, der wird seinen Atheismus in der Regel verbergen oder womöglich gar auch als Ungläubiger in eine Kirche eintreten und damit seine Erfolgschancen enorm verbessen.

Offensiv vertretene atheistische Positionen können sich leider nur sehr selbstbewusste und starke Menschen ungestraft erlauben.
Alle anderen werden dadurch leider früher oder später gesellschaftliche oder gar berufliche Nachteile erleiden müssen.
Sie werden von Gläubigen als Quertreiber und Querulanten wahrgenommen und man traut ihnen daher nicht so recht über den Weg.
Ein bekennender Atheist als Präsident der USA ist bis auf Weiteres vollkommen undenkbar.
Aber machen wir uns nichts vor - auch in Deutschland wird es so schnell keinen bekennenden Atheisten als Bundespräsidenten oder Kanzler geben.

Nach meiner Lebenserfahrung kann ich aber sagen, dass Selbstverleugnung und Anpassung durchaus nicht glücklicher machen!
Man muss lernen zu sich selbst zu stehen und einen eigenen Weg finden.

Ich selbst bin katholisch religiös erzogen worden.
Noch heute bin ich meinen Eltern dankbar, dass sie das nicht allzu streng durchgezogen haben und mir noch viele Freiheiten ließen.
Schon als Kind hat mich die verlogene Bigotterie vieler religiöser Menschen abgestoßen und mich nach Alternativen suchen lassen.
Ich beschäftigte mich daher viel mit Religionen und Philosophie, was mich dann aber vollständig von jedem Gottesglauben abgebracht hat.
Atheistisch konditioniert wurde ich ganz sicherlich nicht und in meiner engeren Verwandtschaft befinden sich ganz außergewöhnlich viele katholische Pfarrer.

Ich vermisse den Glauben nicht - er ist mir inzwischen sogar unvorstellbar geworden.
Meine atheistische Einstellung vertrete ich in der Gesellschaft allerdings nicht offensiv - ich verleugne sie aber auch nicht.

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.062

18.01.2017 09:12
#8 Gott finden... antworten

Zitat von Rübennase
Leider macht mich mein Atheismus nicht glücklich, sondern ich empfinde ihn teilweise sogar als störend.

Inwiefern?

Zitat
Ich bin zwar schon auch an Religionsgeschichte interessiert, aber ich befasse mich eher damit, um irgend einen Nutzen daraus zu ziehen.

Welchen?

Zitat
Absolut, ich liebe die Duck`s.

Na, ich doch auch! Nur mein ewig klammer Neffe muss einkommenstechnisch schon selber in die Puschen kommen...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Online




Beiträge: 4.654

18.01.2017 10:12
#9 RE: Gott finden... antworten

Zitat
Das zeigt auch, weshalb die Juden so intelligent sind. Soviel ich weiss, müssen die in ihren Privatschulen denselben Stoff wie wir, aber zusätzlich noch mehr lernen, bis sie die Schule abschliessen.

Rübennase,

... bereits die "alten" Juden unterrichteten ihre Zöglinge in den Thora-Schulen im Lesen und Schreiben, während zu jenen Zeiten die Kinder anderer Nationen gewöhnlich keinen Zugang zu dieser Art Gehirn-Training hatten.

Gruß von Reklov

Reklov Online




Beiträge: 4.654

18.01.2017 10:18
#10 RE: Gott finden... antworten

Zitat
Für Anregungen, Einwände, Tips, Bestätigungen oder Telefonnummern von heissen Forumuserinnen bin ich dankbar

Rübennase,

... Telefonnummern von heissen Forumuserinnen kann ich Dir zwar nicht anbieten, aber dafür ein kleines, feines Büchlein von J.L. Mackie, welches im Reclam Verlag erscheinen ist: DAS WUNDER DES THEISMUS.

Hier findest Du reichliche Argumente für und gegen die Existenz Gottes! - Ein sehr empfehlenswertes Lesevergnügen für Gläubige und Atheisten.

Gruß von Reklov

Reklov Online




Beiträge: 4.654

18.01.2017 10:44
#11 RE: Gott finden... antworten

Zitat
Ein tragischer und fetter Komiker ist aus ihm geworden.. Außerdem vertrauen heutzutage die meisten Supersportler auch mehr auf Eigenblutbehandlung und anderen leistungssteigernden "Spezialitäten" der Sportmedizin, als auf Gott...

Perquestavolta,

... ein negatives Beispiel aus der Sport-Welt herauszugreifen genügt natürlich nicht, denn dem argentinischen Superkicker könnte man auch zahlreiche positive Sportler-Beispiele gegenüberstellen.
Maradona kam jedoch bereits in sehr jungen Jahren mit zu viel Geld in Berührung. Beim FC Neapel soll er, nach Presse-Meldungen, auch unter die Einflüsse (Wein, Weib, Gesang und Rauschgift) der Maffia geraten sein, welche angeblich auch am Transfer des Fußballers mitgewirkt haben soll.

Untergegangen ist Maradona aber nicht, sondern er konnte immer wieder gerade nochmal die Kurve kriegen. Als "fetten Komiker" würde ich den begnadeten Kicker aber nicht bezeichnen wollen, auch wenn er nach seiner sportlichen Laufbahn einiges an Körpergewicht zugelegt hat. Er konnte sich wohl sein kindliches Gemüt bewahren, es aber mit seinem argentinischen Temperament nicht immer in Einklang bringen. Man darf auch nicht übersehen, dass er schon in sehr jungem Alter seine Profi-Laufbahn begann, bildungstechnische Fächer bei ihm evtl. in den Hintergrund gerieten und später auch wenig Zeit oder Interesse für andere Reifungsprozesse blieb.
Keiner von uns kennt Maradona ja persönlich, deswegen sind auch Urteile über ihn höchst unangebracht!

Gruß von Reklov

Reklov Online




Beiträge: 4.654

18.01.2017 10:55
#12 RE: Gott finden... antworten

Zitat
Interessante Geschichte. Schön, dass du dein Ding gefunden hast. Leider macht mich mein Atheismus nicht glücklich, sondern ich empfinde ihn teilweise sogar als störend.

Rübennase,

... "glücklich" zu sein gelingt nur dem, der (s)ein sinnvolles, ausgefülltes und letztlich auch gesundes Leben lebt. Die entsprechenden Glücksfelder sehen aber für jeden von uns völlig anders aus. - Glück kann man weder in den Religionen, noch im Atheismus finden, denn beide bieten lediglich ihre speziellen Welt-Erklärungsmuster an.
Hier beginnt also die Arbeit des Einzelnen - zu den vielen Vergleichen und Untersuchungen über aufgestellte Erkenntnisse und Behauptungen. Solch eine Arbeit ist zwar interessant, kann auch erfüllen, muss aber nicht zwangsläufig mit "Glücksgefühlen" einhergehen, denn hierbei entstehen ja auch Zweifel oder Ratlosigkeit bei weiterführenden Fragen, wie sie z.B. die Philosophie kennt.

Gruß von Reklov

Reklov Online




Beiträge: 4.654

18.01.2017 11:05
#13 RE: Gott finden... antworten

Zitat
hahaha, sehr war. Wenn Gott an seine Grenzen kommt, dann wird halt geschummelt

Rübennase,

... wo siehst du hier eine Wahrheit?

Eher ist es doch so, dass verbissene Leistungssportler (und Sportverbände!) mit Hilfe von Doping auf dem Siegertreppchen landen wollen, auch wenn sie dabei mit verbotenen Mitteln arbeiten. Die Worthülse "Gott" hat hier überhaupt keine sinnvolle Funktion!

Gruß von Reklov

Rübennase Offline




Beiträge: 185

18.01.2017 12:59
#14 RE: Gott finden... antworten

@ Reklov

Zitat
... wo siehst du hier eine Wahrheit?



Sehe ich gar nicht. Das war auf diejenigen gläubigen Spieler bezogen, die nicht völlig auf Gott vertrauen, sondern zusätzlich noch nachhelfen.

Zitat
Glück kann man weder in den Religionen, noch im Atheismus finden



Frag mal Gysi, ob der das auch so sieht. So wie ich ihn verstanden habe, hat der Atheismus durchaus etwas zu seinem Glück beigetragen.. Daneben gibt es auch Religionen, wie der Buddhismus, die eine mögliches Konzept zum erreichen des Glücks anbieten. Meinem Verständnis nach ist auch das Christentum, resp. die Lehre von Jesus ein Konzept, das glücklich machen kann. Zumindest gibt es einen Rahmen, der das Zusammenleben erleichtert: Liebe deinen Nächsten, Du sollst nicht töten. etc.

Zitat
Keiner von uns kennt Maradona ja persönlich



Wie gesagt: Vor einigen Jahren habe ich ein Foto mit ihm gemacht und habe 2-3 Sätze mit ihm gesprochen, was ich immer gern wieder betone.

Zitat
DAS WUNDER DES THEISMUS.



Werds mal googeln. Danke für den Tipp.


@ Gysi

Zitat
um irgend einen Nutzen daraus zu ziehen.



Ich habe mich etwas ungeschickt ausgedrückt: Ich befasse mich nicht mit Religionsgeschichte sondern mit Religion um einen Nutzen daraus zu ziehen. Z.B. praktiziere ich Vipassana-Meditation, damit ich meine Unausgeglichenheit ohne Medikamente in den Griff kriege, was mir auch schon oft geholfen hat. Nun kannst du argumentieren, dass Vipassana eine universale Technik ist, die auch ohne Religion funktioniert. Da würde ich dir selbstverständlich recht geben, aber ich bin über das Interesse am Buddhismus auf diese Technik gestossen. Daneben lasse ich mich gerne von verschiedenen Religionsbüchern inspirieren, z.B. Das Neue Testament oder die Baghdavad Gita, und ich versuche die darin enthaltenen Weisheiten für mich so zu übersetzen, dass sie eine Bereicherung für mich darstellen, oder mir Mut machen.

Zitat
sondern ich empfinde ihn teilweise sogar als störend.



In besonders hoffnungslosen Situationen habe ich gar keinen Halt mehr und ich bin einfach nur noch depressiv. Diese Zustände ziehen zwar meistens relativ schnell vorüber, aber ich denke, dass der Glaube an Gott in diesen Situationen helfen könnte. Wie schon erwähnt, bin ich ein an sich selbst zweifelnder Typ: Auch in dieser Angelegenheit denke ich, dass der Glauben an Gott eine heilende Wirkung haben könnte: Mut, Identität und ein Sinn im Leben(danke ihr Philosophen, wenn ihr jetzt sagt, dass man den selbst finden muss. Ich versuche es ja)
Auch Lukrez hat ein gutes Statement dazu gegeben, obwohl mich dieser Aspekt nicht unbedingt persönlich betrifft.

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.062

18.01.2017 13:59
#15  Gott finden... antworten

Zitat von Rübennase
Wie schon erwähnt, bin ich ein an sich selbst zweifelnder Typ: Auch in dieser Angelegenheit denke ich, dass der Glauben an Gott eine heilende Wirkung haben könnte: Mut, Identität und ein Sinn im Leben(danke ihr Philosophen, wenn ihr jetzt sagt, dass man den selbst finden muss.

Sich selbst finden - richtig! Nicht: Gott finden. Von dem du nicht weißt, dass es den gibt und auch nicht, ob er dir hilft. Warum sollte er? Aber dass es DICH gibt, das weißt du. Also ist es sinnvoller, sich selbst und seine eigene Energetik zu suchen. Die Pfarrer bezeichnen sich ja als "Seelsorger". Einen deutlichen Qualitätsschub auf dem Gebiet hat die Menschheit durch die Geburt der Psycho-Analyse erfahren. Ich selbst habe auch eine Kette von Psycho-Therapien erfahren dürfen, die haben mir nicht unbedingt alles gebracht, was ich erträumte, aber wichtig für meine heutige relative innere Stabilität waren die schon.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Rübennase Offline




Beiträge: 185

18.01.2017 14:26
#16 RE: Gott finden... antworten

Zitat
Sich selbst finden - richtig! Nicht: Gott finden. Von dem du nicht weißt, dass es den gibt und auch nicht, ob er dir hilft. Warum sollte er? Aber dass es DICH gibt, das weißt du. Also ist es sinnvoller, sich selbst und seine eigene Energetik zu suchen. Die Pfarrer bezeichnen sich ja als "Seelsorger". Einen deutlichen Qualitätsschub auf dem Gebiet hat die Menschheit durch die Geburt der Psycho-Analyse erfahren. Ich selbst habe auch eine Kette von Psycho-Therapien erfahren dürfen, die haben mir nicht unbedingt alles gebracht, was ich erträumte, aber wichtig für meine heutige relative innere Stabilität waren die schon.



Lieber Gysi

Dagegen konnte ich nicht argumentieren, auch wenn ich es wollte..
Mein Problem ist ja, dass ich ein Atheist bin, aber darunter leide. Ich denke mir, dass es soviel einfacher wäre, wenn ich an Gott glauben könnte. Zum Zweck der Selbstfindung habe ich schon so viele Versuche unternommen: Im sportlichen Bereich, im intellektuellen oder mit Vipassana. Ich hatte eine Freundin, mit der ich eine Familie gründen wollte und ich habe Psychotherapien gemacht, die auch sehr interessante Ansätze enthielten. Viele dieser Versuche haben sich auch als positiv erwiesen, nur dauerhaft waren sie selten. Ich werde wohl noch einige Zeit suchen müssen.

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.062

18.01.2017 14:46
#17  Gott finden... antworten

Zitat von Rübennase
Viele dieser Versuche haben sich auch als positiv erwiesen, nur dauerhaft waren sie selten. Ich werde wohl noch einige Zeit suchen müssen.

Ich kenne jetzt dein Leidensprofil nicht. Hat auch wenig Sinn, das quasi öffentlich zu erstellen. Wie John Lennon sang: "You've got to serve yourself!" => Gott hilft nicht. DU musst dich schon selbst in die Puschen hieven! Für mich war damals die Ergründung meiner persönlichen Geschichte wichtig und wie sie mit meiner Gefühlswelt zusammenhing. Allgemein zusammengepackt hieß mein Leiden: massive VERDRÄNGUNG! Als ich die aufhob, wurde aus dem Eisberg ein ziemlicher Teich... Wasser ist fürs Leben schöner als Eis...

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Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

18.01.2017 19:34
#18 RE: Gott finden... antworten

Zitat
Mein Problem ist ja, dass ich ein Atheist bin, aber darunter leide. Ich denke mir, dass es soviel einfacher wäre, wenn ich an Gott glauben könnte.


Ich habe gerade dieses immer gegenteilig empfunden und mir war immer bewusst, dass ein Gottesglaube mir niemals in meinem Leben irgendwie helfen könnte.
Warum sollte mein Leben mit einem Gottesglauben irgendwie einfacher und glücklicher sein?
Die in den Religionen vorkommenden Gottesbilder haben mich immer sehr abgeschreckt und mit solchen Typen wollte ich einfach nichts zu schaffen haben.
Ich fühle mich wirklich wohler ohne den Glauben am solche Typen und finde das wirklich befreiend!
Selbstbetrug ist einfach nicht mein Ding und ich halte mich an den von mir für richtig erkannten Weg.

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Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Rübennase Offline




Beiträge: 185

18.01.2017 19:53
#19 RE: Gott finden... antworten

Zitat
Selbstbetrug ist einfach nicht mein Ding und ich halte mich an den von mir für richtig erkannten Weg.



Nun, deine Einstellung finde ich schon korrekt. Allerdings wäre es ja kein Selbstbetrug, wenn ich von der Existenz eines Gottes überzeugt wäre. Ich wäre wohl zu unrecht überzeugt, mein dasein könnte aber trotzdem glücklicher verlaufen, denn ich hätte einen Sinn im Leben und würde weniger hinterfragen und hätte womöglich eine klare Rolle als Mann zugesprochen bekommen. Somit wäre ein wesentlicher Teil meines Lebens abgedeckt und ich müsste nicht ständig nach Sinn und Unsinn suchen und könnte mich ohne einem schlechten Gewissen den spassigen Dingen des Lebens zuwenden. Da ich mir diesen Sinn aber noch nicht geben konnte, befinde ich mich weiterhin auf der Suche nach diesem. Aber ich könnte mich auch irren: vielleicht würde ich diesen schrecklichen Irrtum, dem ich zum Opfer gefallen wäre, bemerken und ich befände mich im selben Dilemma aus umgekehrter Perspektive. So gesehen relativiert sich meine Meinung, dass es mir mit dem Glauben an Gott besser gehen würde zumindest zu einem Teil. Wie bereits erwähnt: Ich halte den Atheismus für den richtigen Weg, nur konnte er allein mir noch keine Zufriedenheit verschaffen.

Rübennase Offline




Beiträge: 185

18.01.2017 19:57
#20 RE: Gott finden... antworten

Zitat
DU musst dich schon selbst in die Puschen hieven



Sehr richtig. Aber ein kleiner Impuls von Atheisten und Philosophen oder von mir aus Mathematiker kann sehr erfrischend sein.

Reklov Online




Beiträge: 4.654

19.01.2017 12:26
#21 RE: Gott finden... antworten

Zitat
Sich selbst finden - richtig! Nicht: Gott finden. Von dem du nicht weißt, dass es den gibt und auch nicht, ob er dir hilft. Warum sollte er?

Gysi,

... im Denkmuster >ALLES IST EINS< besteht kein großer Unterschied zwischen Gott und Dir. - Eine Selbstfindung ist also auch stets mit einer Gottessuche verbunden oder zumindest mit dem Nachdenken über den Ur-Grund. Dazu kann einer den wissenschaftlichen Weg oder den spirituellen Weg einschlagen - ganz wie er mag und kann.
Warum einem der so gedachte "Gott" helfen sollte, ist z.B. für mich (als Vater!) keine Frage, denn meinem Sohn würde ich auch jederzeit helfen. Die Formel zum Antrieb für jedes Helfen heißt nach wie vor: LIEBE!

Zitat
Ich selbst habe auch eine Kette von Psycho-Therapien erfahren dürfen, die haben mir nicht unbedingt alles gebracht, was ich erträumte, aber wichtig für meine heutige relative innere Stabilität waren die schon.

So etwas blieb mir Gott sei Dank erspart. Ich besaß schon sehr früh eine innere Stabilität, was vielleicht auch mit meinem Gottvertrauen zusammenhängen mag(?) Meinen ebenfalls früh erspürten und gepflegten Begabungen ging ich instinktiv nach und baute diese freiwillig, mit Freude und schrittweise auch immer weiter aus, ohne an einen Zeitaufwand oder eine Belohnung zu denken. - Dies machte sich aber später bezahlt, denn in der Gesellschaft der Erwachsenen angekommen, konnte ich damit meinen Lebensunterhalt sehr gut bestreiten.

Gruß von Reklov

Reklov Online




Beiträge: 4.654

19.01.2017 12:40
#22 RE: Gott finden... antworten

Zitat
Warum sollte mein Leben mit einem Gottesglauben irgendwie einfacher und glücklicher sein?
Die in den Religionen vorkommenden Gottesbilder haben mich immer sehr abgeschreckt und mit solchen Typen wollte ich einfach nichts zu schaffen haben.
Ich fühle mich wirklich wohler ohne den Glauben am solche Typen und finde das wirklich befreiend!
Selbstbetrug ist einfach nicht mein Ding und ich halte mich an den von mir für richtig erkannten Weg.

Lukrez,

... die Gottesbilder der Religionen sind bis heute Kopien antiker, z.T. heidnischer Gottesvorstellungen! - Die Antike, auch das Mittelalter, waren vom Aberglauben und z.T. irrsinnigen, religiösen und politischen Führern geistig geknechtet. - Die "Kriminalgeschichte des Christentums" war mir schon vor Deschners Büchern bekannt und veranlasste mich auch zum frühen Kirchenaustritt. (Mit 26 J.)
Wenn Du einen für Dich als richtig erkannten Weg beschritten hast, so ist das o.k. - Die Frage ist nur, welche Antworten Dir auf Deinem Weg begegnen oder möglich werden? - Es geht also auch hierbei um das Wichtige für uns Menschen: Also um die Wahrhreit!

Gruß von Reklov

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.062

19.01.2017 15:38
#23 Gott finden... antworten

Zitat von Reklov
So etwas blieb mir Gott sei Dank erspart.

??? Gruppengepräche, Intensiv-Wochenenden, Bioenergetik, Psychodrama, Kundalini - das alles habe ich "gott"seidank gehabt! Nur den Urschrei, den ich - vergeblich - an die Uni holen wollte - den nicht. Den "Weg zu mir" als einen Umweg über Gott zu begehen, hielt ich schon früh... ääh... für dummes Zeug!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Rübennase Offline




Beiträge: 185

19.01.2017 22:48
#24 RE: Gott finden... antworten

Zitat
... im Denkmuster >ALLES IST EINS< besteht kein großer Unterschied zwischen Gott und Dir. - Eine Selbstfindung ist also auch stets mit einer Gottessuche verbunden oder zumindest mit dem Nachdenken über den Ur-Grund.



Dieses Einheitsdenken ist im Buddhismus, Hinduismus und sogar in der Quantenphysik verbreitet. Ich sehe jedoch einen Unterschied zwischem dem Entdecken des spirituellen Selbst, das du auch das Göttliche nennen kannst, und der Selbstverwirklichung. Das Entdecken des Selbst findet auf spiritueller Ebene statt, das Ziel ist innerer Friede und das Erleben von Einheit, resp. das Überwinden des "sich getrennt von den Dingen fühlens".

Selbstverwirklichung ist für mich eher das Verwirklichen von persönlichen Zielen wie Familie, Beruf oder das Vertiefen und Ausbauen von persönlichen Interessen und Talenten für die der konditionierte Geist bereits die Grundlagen erschaffen hat und muss mit Selbstfindung im spirituellen Sinn nichts zu tun haben, da die Ziele sich unterscheiden: Ein Nichtbuddhist z.B. kann durchaus seine persönlichen Ziele verfolgen ohne sein Weltbild verändern zu wollen.

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.062

20.01.2017 10:09
#25  Gott finden... antworten

Zitat von Rübennase
Selbstverwirklichung ist für mich eher das Verwirklichen von persönlichen Zielen wie Familie, Beruf oder das Vertiefen und Ausbauen von persönlichen Interessen und Talenten für die der konditionierte Geist bereits die Grundlagen erschaffen hat

Ja, die "Selbstverwirklichung", die in der Zukunft liegt. Psycho-Analyse ist die Selbstfindung, die Aufhebung von Verdrängtem, also von Dingen, die schon da sind im Ich! Wenn man sich an der Selbstverwirklichung seiner vitalen Interessen und Talente behindert fühlt, kann das an der Verdrängung liegen. Will sagen: Dann kann man was dran ändern. Wenn es an sozialen Unwahrscheinlichkeiten liegt - weil man nicht Millionär werden oder nicht Shakira heiraten kann - kann man kaum was an seinem "Versagen" ändern. Aber das macht einen auch nicht irreversibel unglücklich! Man kann seine Ziele nämlich auf realistisch ändern. Unglücklichsein hat Wurzeln, die tiefer liegen als die aktuelle Erlebnisebene des Unglücks.

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