Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 104 Antworten
und wurde 3.495 mal aufgerufen
 Lagerhalle
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5
SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

03.03.2017 19:02
#51 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi
Aber es geht doch um die Wiederauferstehung! DIE wäre doch ein Bildchen wert gewesen... Oder Die Wiederauferstehung war damals eben DOCH NICHT das zentrale Glaubensdogma! Oder die haben sich an das jüdische Gebot erinnert, von Göttlichem kein Bildnis zu machen. Weiß der Fuchs, was da los war.

Ich sehe immer noch keinen Zusammenhang zwischen der Glaubwürdigkeit des Berichtes über Jesu Tod/Auferstehung und den vorhandenen oder nicht vorhandenen Wandzeichnungen. Selbige führen doch nicht zum Glauben an die Person Jesu und seine Lehren.

Zitat von Gysi
Der vom Zweifelsverbot Geknechtete hat es schwerer, sich zur Wahrhaftigkeit zu neigen, als ein Ungläubiger. Das hatten wir schon mal.

Ja das hatten wir schon öfter... Woran zweifelt denn dann ein Ungläubiger, wenn der Zweifel gegenüber den Glauben schon als Gradmesser für Wahrhaftigkeit dient? Kann ein Gläubiger ebenfalls wahrhaftig sein, gerade weil er einen starken fundierten Glauben hat? Oder schließen sich Wahrhaftigkeit und Glauben grundsätzlich aus?


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

04.03.2017 08:25
#52 RE: Zu wenig antworten

Zitat von SnookerRI im Beitrag #51
Oder schließen sich Wahrhaftigkeit und Glauben grundsätzlich aus?

Wahrhaftigkeit, also Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Unvoreingenommenheit, sollten auch von überzeugten Atheisten nicht deshalb in Frage gestallt werden, weil die Rarität eines damit ausgestatteten Mensch an Jemanden oder etwas glaubt, das es nach ihrem Ermessen nicht gibt. Gerade in den Evangelien finden sich genug Verhaltensregeln, die auch für Atheisten maßgeblichen Charakter haben können, ja durchaus sollten. Sich an der Auferstehung "aufzuhängen" ist da wenig sinnvoll. Ich muss auch kein Buddhist sein und brauche an keine Wiedergeburt glauben, um Vieles von dem, was an Buddha Worten überliefert ist, für weise und hilfreich zu halten.

Die faszinierenden Abbildungen grade in den Katakomben sind vor dem Hintergrund entstanden, dass ihre Künstler mit dem Tode bedroht waren ob ihres Glaubens, und zwar phasenweise außerordentlich massiv. Unter diesem Gesichtspunkt ist es erstaunlich, dass es überhaupt solche gibt. Es ist düster und kalt in den Grabgängen, unheimlich und dunkel, weshalb die schlichten Bilder denn auch überwiegend anheimelnd tröstenden und ermutigenden Charakter haben. Die Zusammenkünfte der Verfolgten mussten heimlich und leise vonstatten gehen, in unzugänglich abgelegenen Bereichen des Labyrinths, weshalb denn auch vergleichsweise wenig Bilder zu finden sind in Anbetracht seiner Ausdehnung. Inklusive Wegweiser. Aus den gewählten Themen auf den Lehrinhalt des frühen Christentums schließen zu wollen, ist so abwegig wie hypothetisch. Selber fragen kann man die Maler nicht mehr, das ist Alles, was einem anhand ihres Inhaltes zu konstatieren bleibt.

Ich stand schon davor, vor ewigen Zeiten, und kann nur sagen: Wenn es denn Menschen gegeben hat, die die Bezeichnung Christ zu Recht tragen, waren es diese Leute.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

04.03.2017 08:47
#53 Zu wenig antworten

Zitat von Snooker
Ich sehe immer noch keinen Zusammenhang zwischen der Glaubwürdigkeit des Berichtes über Jesu Tod/Auferstehung und den vorhandenen oder nicht vorhandenen Wandzeichnungen.

Der Bericht selber führt nicht zwingend dazu, an die Wiederauferstehung zu glauben. Es ist die katholische Exegese, die diesen Glauben einimpft. Der ist gewiss in den Evangelien schon begründet. Aber die Urchristen damals haben das vielleicht nicht so zwingend gesehen. Die sahen das vielleicht nüchterner. Man darf davon ausgehen, dass sich der christliche Glauben über die Jahrhunderte bis heute durch die typisch menschlichen VERKLÄRUNGEN der Vergangenheit sehr verändert hat.

Zitat
Woran zweifelt denn dann ein Ungläubiger, wenn der Zweifel gegenüber den Glauben schon als Gradmesser für Wahrhaftigkeit dient?

Warum fragst du? Das weißt du doch!

Zitat
Oder schließen sich Wahrhaftigkeit und Glauben grundsätzlich aus?

Natürlich nicht! Wir müssen ja glauben, also von einer These ausgehen, wenn wir den Pfad der Forschung (um der Erkenntnis willen) gehen! Aber wir müssen auch bereit sein, die alte Anfangsthese zu verlassen, wenn es die Erkenntnislage verlangt.

Zitat von Desperado
Wahrhaftigkeit, also Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Unvoreingenommenheit, sollten auch von überzeugten Atheisten nicht deshalb in Frage gestallt werden,

Dochdoch: Die Erkenntnisfähigkeit darf generell infrage gestellt werden! Sonst wäre es nie zu den Erkenntnispfaden der Wissenschaftstheorie gekommen! ALLES darf kritisch beäugt und analysiert werden, wenn es der Erkenntnis dient! Sie muss gedeckelt werden, wenn der Glaube um des Glaubens willen gerettet werden soll...

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

04.03.2017 09:07
#54 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #53
Dochdoch: Die Erkenntnisfähigkeit darf generell infrage gestellt werden!

Klar darf sie das. Soll sie sogar. Gerade deshalb kann der Gläubige mit dem selben Recht sagen, dass dem Nichtgläubigen die Erkenntnis fehlt, Gott erkennen zu können. Wenn er will jedenfalls. Grundsätzlich darf er das. Und wenn der Nichtgläubige ehrlich ist, kann er ihm nur antworten: Mag sein. Ich weiß es nicht. Ich sage zwar dasselbe von dir, kann mich aber genau wie du irren. Drum lass uns lieber mal gemeinsam das Wasser aus dem lecken Boot schöpfen.

Apropos Verklärung... wenn es einen Ort gibt, an dem einem dieselbe aber sowas von gründlich vergeht, sind es die Katakomben.

Hab ich echt gestallt geschrieben? Gott ist ein Pferd.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

04.03.2017 09:25
#55 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi
Der Bericht selber führt nicht zwingend dazu, dan die Wiederauferswtehung zu glauben. Es ist die katholische Exegese, die diesen Glauben einimpft. Der ist gewiss in den Evangelien schon begründet. Aber die Urchristen damals haben das vielleicht nicht so zwingend gesehen. Die sahen das vielleicht nüchterner. Man darf davon ausgehen, dass sich der christliche Glauben über die Jahrhunderte bis heute durch die typisch menschlichen VERKLÄRUNGEN der Vergangenheit sehr verändert hat.

Das stimmt. Das Trinitätsdogma, Unsterblichkeit der Seele, Weihnachten und Ostern, Höllenfeuer, die Marienverherung u a. Lehren entstanden erst ab dem zweiten Jahrhundert u.Z. durch politische und kulturelle Einflüsse, die mit den ursprünglichen Lehren Jesu nichts zu tun hatten. Schon zur Zeit der Apostel waren diese Einflüsse erkennbar und konnten sich nach dem Tod des letzten Apostels ca. um 100 u.Z. ungehindert ausbreiten. Der Rest ist bekannte Geschichte. Durch die Evangelienberichte lassen sich die Unterschiede zwischen den Lehren Jesu und der Christenheit gut erarbeiten.

Zitat von Gysi
Warum fragst du? Das weißt du doch!

Bin mir nicht sicher: An seinem Unglauben kann ein Ungläubiger ja nicht zweifeln, da der Unglaube das Resultat seiner Wahrhaftigkeit ist. Auch an seiner Wahrhaftigkeit kann ein Ungläubiger nicht zweifeln, da diese ihn doch in den Unglauben führt...

Zitat von Gysi
Natürlich nicht! Wir müssen ja glauben, also von einer These ausgehen, wenn wir den Pfad der Forschung (um der Erkenntnis willen) gehen! Aber wir müssen auch bereit sein, die alte Anfangsthese zu verlassen, wenn es die Erkenntnislage verlangt.

Das ist absolut korrekt. Und wer kann von wem verlangen (hoffen, erwarten) genau das zu tun?


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

04.03.2017 10:52
#56 RE: Zu wenig antworten

Zitat von SnookerRI im Beitrag #55
Höllenfeuer u a. Lehren entstanden erst ab dem zweiten Jahrhundert

Da hatten wohl schon Viele berechtigte Gründe, ein solches befürchten zu müssen.

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

04.03.2017 10:52
#57 RE: Zu wenig antworten

An die Jacke hast du gedacht, nicht aber an das passende Schuhwerk. Und so stolperst du eben, grade aus der stickigen Hitze der lärmenden Stadt gekommen, mit kalten Zehen in den Sandalen hinter der rheumagebeugten Ordensschwester her, durch schmale niedere Gänge ihrem Lichtkegel nach, wagst ab und zu einen Blick in eine der zahllosen Grabkammern, ob nicht doch noch ein paar Restchen zu finden sein könnten drin. Die Beleuchtung ist sporadisch, eher symbolisch, die Luft muffig und feucht, die beklemmende Stille lässt dich unwillkürlich flüstern, nicht dass noch jemand aufgeweckt wird hier unten. Jedes Zeitgefühl ist dir völlig abhanden gekommen, ab und zu bestaunst du eine fast kindlich anmutende Wandmalerei, ziemlich hoch oben angebracht, mit Fackelschein nicht unbedingt auf Anhieb zu erfassen, und irgendwann betrittst du einen vergleichsweise hell erleuchteten Raum, die Decke leicht gewölbt, nicht besonders groß, in einer Nische erkennst du einen grob gemeißelten Altarstein, und du bist... ergriffen? Du siehst sie förmlich vor dir stehen, Männer und Frauen, allesamt um mindestens einen Kopf kleiner, in schlichter Tunika mit erhobenen Händen betend oder singend, was immer. Du bist durch ein Wurmloch gefallen, es gibt kein Entkommen, du müsstest schon durch die Decke fahren, und die ist mächtig.

Hat mich nie mehr so richtig losgelassen. War der Hauptgrund, mich mal etwas eingehender mit der Geschichte der Urchristen zu befassen. Man kannte sie ja nur als Löwenfutter im Kolosseum oder aus verkitschten Monumentalfilmen. Verklärt eben. Aber die waren unterirdisch bodenständig.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

04.03.2017 14:14
#58  Zu wenig antworten

Zitat von Snooker
Auch an seiner Wahrhaftigkeit kann ein Ungläubiger nicht zweifeln, da diese ihn doch in den Unglauben führt...

Nicht generell! Wenn der Glaube (Anfangsthese) ein echter Schuss ins Schwarze ist, wird die korrekt durchgezogene Kritik diesen Glauben bestätigen!

Zitat
Das ist absolut korrekt. Und wer kann von wem verlangen (hoffen, erwarten) genau das zu tun?

Jeder zunächst mal von sich selbst!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

06.03.2017 11:54
#59 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi
Wenn der Glaube (Anfangsthese) ein echter Schuss ins Schwarze ist, wird die korrekt durchgezogene Kritik diesen Glauben bestätigen!

Ja, so stellt sich das aus der Sicht eines Atheisten dar. Für einen Gläubigen steht der Glaube als Resultat einer durch die korrekt durchgezogenen Kritik überprüften Anfangsthese.

Zitat von Gysi
Jeder zunächst mal von sich selbst!

Genau das ist ein wichtiger Punkt!


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

06.03.2017 14:47
#60 Zu wenig antworten

Zitat von Snooker
Ja, so stellt sich das aus der Sicht eines Atheisten dar.

Wir haben alle dieselbe, EINE Umwelt, die wir erkennen wollen!

Zitat
Für einen Gläubigen steht der Glaube als Resultat einer durch die korrekt durchgezogenen Kritik überprüften Anfangsthese.

Am ANFANG steht der Glaube, und am ENDE das Wissen! Nicht umgekehrt!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

06.03.2017 15:54
#61 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi
Wir haben alle dieselbe, EINE Umwelt, die wir erkennen wollen!

Ja das stimmt. Und trotzdem kommen Atheisten und Theisten durchaus zu unterschiedlichen Ansichten. Ist das ein Problem?

Zitat von Gysi
Am ANFANG steht der Glaube, und am ENDE das Wissen! Nicht umgekehrt!

Ich weiß, wie sich das für einen Atheisten darstellt: Glauben = Nichtwissen; dieses Nichtwissen muss überwunden werden. Möglicherweise ist das mit ein Grund warum die Kommunikation zwischen Atheisten und Theisten manchmal schwierig ist.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

06.03.2017 16:31
#62 RE: Zu wenig antworten

Zitat von SnookerRI im Beitrag #61
Glauben = Nichtwissen

Aber es kann doch kein ernst zu nehmender Mensch von sich behaupten zu wissen, dass es keinen Gott gibt. Er glaubt es eben. Es kann ebenso gut anders herum verlaufen im Leben: Erst kommt das Wissen und dann der Glauben. Hat es schon gegeben. Am Anfang... wusste ich Alles. Inzwischen geht es Richtung nichts.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

06.03.2017 17:22
#63 Zu wenig antworten

Zitat von Desperado
Am Anfang... wusste ich Alles. Inzwischen geht es Richtung nichts.

Ja, jetzt kasper' hier mal nicht 'rum. Du hast am Anfang eben geglaubt, du wüsstest alles.

Zitat von Snooker
Und trotzdem kommen Atheisten und Theisten durchaus zu unterschiedlichen Ansichten. Ist das ein Problem?

Finde ich schon. Es ist wirklich schade, tragisch, fatal, den gemeinsamen Boden, einen ausreichenden festen Fundus an gemeinsamen Erkenntnissen, nach so vielen Jahren und Beiträgen nicht gefunden zu haben. Da muss doch wenigstens einer von uns da gewaltig irre gehen. Hast du nicht die Ahnung, dass das - außer mir - auch du sein könntest?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

06.03.2017 17:52
#64 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi
Finde ich schon. Es ist wirklich schade, tragisch, fatal, den gemeinsamen Boden, einen ausreichenden festen Fundus an gemeinsamen Erkenntnissen, nach so vielen Jahren und Beiträgen nicht gefunden zu haben. Da muss doch wenigstens einer von uns da gewaltig irre gehen. Hast du nicht die Ahnung, dass das - nicht nur ich - sondern auch du sein könntest?

Treffen wir uns dann in der Mitte? Es gibt ein bisschen Gott? Es gibt ein bisschen Atheismus? ... Wie soll das de facto aussehen, wenn sowohl Theismus und Atheismus irren?


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Reklov Offline




Beiträge: 4.870

06.03.2017 17:55
#65 RE: Zu wenig antworten

Zitat
Am ANFANG steht der Glaube, und am ENDE das Wissen! Nicht umgekehrt!

Gysi,

... meinst Du!? - Deiner Aussage stehen viele andere gegenüber, z.B.:

Julius Robert von Mayer (1814-1878), deutscher Arzt, Physiker; Entdecker des Energieerhaltungsgesetzes:
"Echte und wahre Naturwissenschaft und Philosophie müssen zum Gottesglauben führen."

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

06.03.2017 17:58
#66  Zu wenig antworten

Zitat von Snooker
Treffen wir uns dann in der Mitte?

Über die Wahrheit kann nicht demokratisch abgestimmt werden. Wir bestreiten hier auch kein Fußballspiel, das 1:1 ausgehen könnte. Hier geht es nicht um Egoismen, Eitelkeiten. Das Spiel heißt nicht: Snooker gegen Gysi. Es ist das Spiel der Wahrheit gegen unsere Dummheit!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

06.03.2017 18:01
#67 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #66
Wir bestreiten hier auch kein Fußballspiel, das 1:1 ausgehen könnte.

Verlängerung und Elfmeterschießen? Ich hab's befürchtet!

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

06.03.2017 18:01
#68  Zu wenig antworten

Zitat von Reklov
"Echte und wahre Naturwissenschaft und Philosophie müssen zum Gottesglauben führen."

Da vertut sich der JR Mayer eben. "Müssen"... Denk' doch mal nach!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

06.03.2017 18:28
#69 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #68
"Müssen"... Denk' doch mal nach!

Stimmt schon. Weniger müssen müssen. "Können" wär besser gewesen, oder "haben bei mir".

Vielleicht habt ihr ja auch ganz einfach beide Recht. Der Mensch bestimmt selbst über seinen Fortgang - oder auch nicht - durch sein Bewusstsein. Der freie Wille als unantastbares Gut lässt ihn Gott schauen oder auch nicht, nach dem irdischen Tode weiterleben oder auch nicht. Was andrerseits auch sehr unfair sein könnte, ungerecht besser gesagt. Ich fürchte, zu Lebzeiten werden wir uns tatsächlich mit einem Unentschieden begnügen müssen...

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

06.03.2017 22:15
#70 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #66
Es ist das Spiel der Wahrheit gegen unsere Dummheit!

Sagen wir mal: Beschränktheit. Und diese ist ja nun keine Lüge. Das menschliche Fassungsvermögen ist begrenzt, sein Geist kann irren, muss aber deshalb nicht unbedingt die Wahrheit abstreiten - er kennt sie einfach nicht und weiß es nicht besser. Das Sein kann das Bewusstsein bestimmen, ebenso kann das Bewusstsein das Sein bestimmen, vielleicht ist das Gleichgewicht von Beidem das Ziel in der Mitte. Was der eine glaubt von Gott zu wissen, ist dem andern Grund, an seiner Existenz zu zweifeln, es wäre doch möglich, dass sich diese Annäherungen aus zwei entgegengesetzten Richtungen gegenseitig brauchen, um gemeinsam zu der Erkenntnis zu gelangen, nichts von ihm zu wissen.

Nur so dahingedacht...

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

07.03.2017 08:56
#71 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi
Über die Wahrheit kann nicht demokratisch abgestimmt werden. Wir bestreiten hier auch kein Fußballspiel, das 1:1 ausgehen könnte. Hier geht es nicht um Egoismen, Eitelkeiten. Das Spiel heißt nicht: Snooker gegen Gysi. Es ist das Spiel der Wahrheit gegen unsere Dummheit!

So sehe ich das ja auch. Ich wunderte mich ein wenig über deine Formulierung in #63:

Zitat von Gysi
Da muss doch wenigstens einer von uns da gewaltig irre gehen. Hast du nicht die Ahnung, dass das - nicht nur ich - sondern auch du sein könntest?

Daraus schloss ich auf einen ominösen Mittelweg, den es - wie es auch meiner Auffassung entspricht - nicht geben kann. Ja, eine von beiden Auffassungen - Theismus oder Atheismus - geht "gewaltig irre". Aus dem Blickwinkel des Atheismus geht der Theismus "gewaltig irre". Aus dem Blickwinkel eines Theisten ist es genau umgekehrt.

Was können wir als Vertreter dieser unterschiedlichen Auffassungen tun? Argumente austauschen - d.h. in der Kommunikation bleiben. Sich den Respekt vor der jeweils gegensätzlichen Auffassung erarbeiten und sollte das misslingen, dann zumindest den Respekt vor der Person bewahren. Sich dadurch vor der Entfremdung vom Gegenüber zu bewahren, die nur dazu führt, dass das Miteinander erschwert wird und Egoismus und Eitelkeiten in die Diskussionen Einzug halten. Was darüber hinau möglich ist obliegt der Verantwortung eines jeden selbst. Auch das gehört zur Wahrheit.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

07.03.2017 09:09
#72 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Desperado
Vielleicht habt ihr ja auch ganz einfach beide Recht. Der Mensch bestimmt selbst über seinen Fortgang - oder auch nicht - durch sein Bewusstsein. Der freie Wille als unantastbares Gut lässt ihn Gott schauen oder auch nicht, nach dem irdischen Tode weiterleben oder auch nicht. Was andrerseits auch sehr unfair sein könnte, ungerecht besser gesagt. Ich fürchte, zu Lebzeiten werden wir uns tatsächlich mit einem Unentschieden begnügen müssen...

Wenn sowohl Atheismus und Theismus mit einem Unentschieden auf personeller Ebene auskämen, gäbe es wohl gar keinen Grund für Befürchtungen und man könnte sich auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren. Was wird aber geschehen, wenn sich jeder Einzelne im Bewusstsein der Existenz Gottes für den Atheismus oder Theismus entscheiden muss? Wenn zum Beispiel auch Theisten in ihrer Erwartungshaltung enttäuscht werden? Wie auch immer die Entscheidung dann ausfällt - der Mensch bestimmt selbst über seinen Fortgang.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

07.03.2017 10:21
#73 Zu wenig antworten

Zitat von Snooker
Was können wir als Vertreter dieser unterschiedlichen Auffassungen tun?

Dem Erkenntnispfad folgen, und damit dem großen Wegweiser der Kritik und vor allem der Selbstkritik! Und dem großen in unseren Genen angelegten Wegweiser des Ver- und Misstrauens nicht misstrauen! Seine INTUITION pflegen und sie schärfen! https://www.youtube.com/watch?v=J1QRPVlBP7Y

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

07.03.2017 11:05
#74 RE: Zu wenig antworten

Zitat von SnookerRI im Beitrag #72
Wenn sowohl Atheismus und Theismus mit einem Unentschieden auf personeller Ebene auskämen, gäbe es wohl gar keinen Grund für Befürchtungen und man könnte sich auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren.

Eben, und weil ich die Unvereinbarkeit auch hier beobachte und ihrer ehrlich gesagt leidlich überdrüssig bin, stelle ich derlei waghalsige Thesen auf. Wenn alles nichts ist, ist im Umkehrschluss nichts alles. Was dem einen nichts ist, ist dem andern alles und umgekehrt. Da könnte man sich doch darauf einigen, dass generell alles nichts ist und nichts alles, womit beide auf ihre Weise Recht haben. Hinzu kommt, dass die Entscheidungsfindung beider Fraktionen zum wesentlichen Teil Folge persönlicher Erfahrung ist, und diese ist nun mal verschieden und mitunter gegensätzlich, weil individuell. Was zur Folge hat, dass die Preisgabe der jeweiligen Erfahrungstatsachen einer erzwungenen Selbstaufgabe gleichkommen würde. Allemal Grund genug für gegenseitige Akzeptanz.

In einer Musikband zum Beispiel wird das gemeinsame Musizieren zur mitunter intensiven Erfahrung verbindender Einheit auch von Atheisten und Gläubigen. Warum sollte das nicht in ausreichend genügend Lebensbereichen der Fall sein können, um gut miteinander auszukommen und miteinander etwas auf die Füße zu stellen? Das Trennende einfach als Unveränderliche stehen und ruhen zu lassen und sich auf das Verbindende zu konzentrieren? Das gemeinsame Menschsein mit all seinen Sehnsüchten, Bedürfnissen, Sachzwängen und Nöten? Hanging in the balance of the reality of man, wie Dylan es mal so schön formuliert hat.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

07.03.2017 11:09
#75 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi
Dem Erkenntnispfad folgen, und damit dem großen Wegweiser der Kritik und vor allem der Selbstkritik! Und dem großen in unseren Genen angelegten Wegweiser des Ver- und Misstrauens nicht misstrauen! Seine INTUITION pflegen und sie schärfen!

Was hälst du von denen, die genau das tun und aufgrund dessen und ihrer Wahrhaftigkeit an einen Gott glauben? "Its good to be alive" singt John und was ist besser als ewig auf der Erde zu leben? Stets dem Erkenntnispfad fogen zu können?


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5
 Sprung  
________________________________________

"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

________________________________________

=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

... Platz für Verlinkungsaustausche ...

VORSICHT! Vertrauensunwürdige Werbung!

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor