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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 104 Antworten
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 Lagerhalle
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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

07.03.2017 11:37
#76 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Desperado
Eben, und weil ich die Unvereinbarkeit auch hier beobachte und ihrer ehrlich gesagt leidlich überdrüssig bin, stelle ich derlei waghalsige Thesen auf. Wenn alles nichts ist, ist im Umkehrschluss nichts alles. Was dem einen nichts ist, ist dem andern alles und umgekehrt. Da könnte man sich doch darauf einigen, dass generell alles nichts ist und nichts alles, womit beide auf ihre Weise Recht haben. Hinzu kommt, dass die Entscheidungsfindung beider Fraktionen zum wesentlichen Teil Folge persönlicher Erfahrung ist, und diese ist nun mal verschieden und mitunter gegensätzlich, weil individuell. Was zur Folge hat, dass die Preisgabe der jeweiligen Erfahrungstatsachen einer erzwungenen Selbstaufgabe gleichkommen würde. Allemal Grund genug für gegenseitige Akzeptanz.

Die Vereinbarkeit beider Auffassungen ist wohl tatsächlich unmöglich (Wie könnte das auch aussehen?) Grundsätzlich sehe ich das so wie du, was die Auswirkungen auf die Individuen betrifft. Jedenfalls sollte die Diskussion über Recht oder Unrecht einer Auffassung in der Sache nicht zur weiteren Trennung der Individuen voneinander führen. Das "Wir"-Gefühl darf nicht untergehen, ungeachtet der Tatsache, dass die Auffassungen (Theismus/Atheismus) nicht nur unterschiedlich, sondern auch unvereinbar miteinander sind.

Wir suchen gemeinsam nach dem, was wahrhaft Alles ist.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

07.03.2017 13:20
#77  Zu wenig antworten

Zitat von Snooker
Was hälst du von denen, die genau das tun und aufgrund dessen und ihrer Wahrhaftigkeit an einen Gott glauben?

Ehrlich? Ich... glaube ihnen nicht. Ich sage nicht, dass du lügst. Aber du sagst nicht die Wahrheit. Ich bin dir nicht böse oder gram - es ist ja dein Problem, dein Leid, dein Erkenntniskampf, der ungleich schwerer ist als der meine. Ich mag dich ja. Es ist nicht so, dass wir uns im Gemeinschaftsleben entzweien, wir könnten bestimmt zusammen arbeiten und Kaffee trinken gehen.

Ich glaube ja auch an die objektive Nichtexistenz des Todes - für die Verblichenen. Der Tod ist nur für die Überlebenden existent. Aber dieses ewige Leben, dass dir vorschwebt, gibt es nicht.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.252

07.03.2017 20:15
#78 RE: Zu wenig antworten

Zitat von SnookerRI im Beitrag #76

Zitat von Desperado
Eben, und weil ich die Unvereinbarkeit auch hier beobachte und ihrer ehrlich gesagt leidlich überdrüssig bin, stelle ich derlei waghalsige Thesen auf. Wenn alles nichts ist, ist im Umkehrschluss nichts alles. Was dem einen nichts ist, ist dem andern alles und umgekehrt. Da könnte man sich doch darauf einigen, dass generell alles nichts ist und nichts alles, womit beide auf ihre Weise Recht haben. Hinzu kommt, dass die Entscheidungsfindung beider Fraktionen zum wesentlichen Teil Folge persönlicher Erfahrung ist, und diese ist nun mal verschieden und mitunter gegensätzlich, weil individuell. Was zur Folge hat, dass die Preisgabe der jeweiligen Erfahrungstatsachen einer erzwungenen Selbstaufgabe gleichkommen würde. Allemal Grund genug für gegenseitige Akzeptanz.
Die Vereinbarkeit beider Auffassungen ist wohl tatsächlich unmöglich (Wie könnte das auch aussehen?) Grundsätzlich sehe ich das so wie du, was die Auswirkungen auf die Individuen betrifft. Jedenfalls sollte die Diskussion über Recht oder Unrecht einer Auffassung in der Sache nicht zur weiteren Trennung der Individuen voneinander führen. Das "Wir"-Gefühl darf nicht untergehen, ungeachtet der Tatsache, dass die Auffassungen (Theismus/Atheismus) nicht nur unterschiedlich, sondern auch unvereinbar miteinander sind.

Wir suchen gemeinsam nach dem, was wahrhaft Alles ist.



So weit wir wahrheitsgemäß darüber informiert sind, ist es mit dem WIRgefühl der Zeugen Jehovas über den eigenen Tellerrand hinaus nicht gerade weit her, Snooker.

Sei es in der Wahrung des rechtsstaatlichen Demokratiegefühls mit den Weltmenschen, so wie auch im Umgang mit diesen.

Wer glaubt der muss auch zweifeln können.
Wer im Glauben nicht zweifelt, ist entweder ein Kind oder ein Idiot.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

08.03.2017 09:05
#79 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi
Ehrlich? Ich... glaube ihnen nicht. Ich sage nicht, dass du lügst.

Gut, das ist natürlich deine Sache.

Zitat von Gysi
es ist ja dein Problem, dein Leid, dein Erkenntniskampf, der ungleich schwerer ist als der meine.

Der Erkenntniskampf ist für jeden individuell schwer. Es erfordert von jedem Anstrengungen, sich die Erkenntnis zu erarbeiten. Es mag durchaus sein, dass man den Kampf eines Anderen von der eigenen Warte aus als schwerer oder leichter bewertet. Man steckt eben nicht in der Haut des anderen, sodass man den Erkenntniskampf des Anderen auch "nur" mit den eigenen Maßstäben bewerten kann. Allerdings hast du in gewisser Hinsicht Recht: Es ist einfacher, nicht an einen Gott zu glauben - zumindest was die sog. "westlichen" Gesellschaftsformen angeht.


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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

08.03.2017 09:14
#80 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Perquestavolta
So weit wir wahrheitsgemäß darüber informiert sind, ist es mit dem WIRgefühl der Zeugen Jehovas über den eigenen Tellerrand hinaus nicht gerade weit her, Snooker.

Soweit wir das hier aus deinen Wertungen und Idealisierungen und Interpretationen deiner Wirklichkeit herauslesen können, ist das eine "Wahrheit", die dir dein Schöpfer-Leben als Realität der Fakten eintrichtert, damit du dich besser um deinen eigenen Mehrwert kümmern kannst.

Zitat von Perquestavolta
Folglich muss ich mich natürlich selber um meinen Mehrwert kümmern



Hau rein, Perquestavolta - bis zum nächsten Mal


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Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

08.03.2017 09:28
#81 RE: Zu wenig antworten

Zitat von SnookerRI im Beitrag #76
Wir suchen gemeinsam nach dem, was wahrhaft Alles ist.

Ich weiß auch nicht recht, aber die Art dieses "gemeinsamen" Suchens erscheint mir mitunter etwas sonderbar, um es mal so zu sagen.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

08.03.2017 09:51
#82 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Desperado
Ich weiß auch nicht recht, aber die Art dieses "gemeinsamen" Suchens erscheint mir mitunter etwas sonderbar, um es mal so zu sagen.

Ja, sie wird bisweilen etwas sonderbar interpretiert, da hast du schon Recht


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Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

08.03.2017 10:01
#83 RE: Zu wenig antworten

Zitat von SnookerRI im Beitrag #82
Ja, sie wird bisweilen etwas sonderbar interpretiert, da hast du schon Recht

Ich weiß nicht so recht, wie weit gefächert die Interpretationsmöglichkeiten noch sind, wenn es All Along The Watchtower kracht und rundum Rauchsäulen aufsteigen... Ich tippe einfach mal auf Krieg. Wenigstens ein Waffenstillstand sollte vielleicht mal ins Auge gefasst werden. Klar, geht mich nichts an, aber Querschläger mag ich nicht so besonders leiden.

Reklov Offline




Beiträge: 4.870

08.03.2017 11:39
#84 RE: Zu wenig antworten

Zitat
Ehrlich? Ich... glaube ihnen nicht. Ich sage nicht, dass du lügst. Aber du sagst nicht die Wahrheit.

Gysi,

... was Du hier vom einzelnen user an Wahrheit erwartest/verlangst, kannst Du ja selbst auch nicht auf den Tisch legen!

Zitat
Ich glaube ja auch an die objektive Nichtexistenz des Todes - für die Verblichenen. Der Tod ist nur für die Überlebenden existent. Aber dieses ewige Leben, dass dir vorschwebt, gibt es nicht.

Du merkst ja hoffentlich selbst, dass Deine so geglaubten Vermutungen denen von Religionshütern ähneln - also rein "persönlicher" Natur sind.

Wenn der Tod nur für die Überlebenden existent ist (sein sollte?), so stehen die religiösen Hoffnungen zumindest gleichberechtigt neben Deinen rein persönlichen Vermutungen über eine Jenseitszone, von der wir alle absolut nichts wissen (können)!

Gäbe es zuverlässige Infos über diese unbekannte Jenseitszone, so würde sich die Menschheit auch völlig anders verhalten! Wäre z.B. ein "paradiesischer" Zustand in der Jenseitszone nachweisbar, würden sich viele mit einer Selbsttötung aus ihrem z.T. elenden Erdendasein befreien!
Aber auch vor diese letzte Freiheit des einzelnen Menschen haben die Dogmenhüter eine "Göttliche Strafe" gesetzt!

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

08.03.2017 12:01
#85  Zu wenig antworten

Zitat von Reklov
Du merkst ja hoffentlich selbst, dass Deine so geglaubten Vermutungen denen von Religionshütern ähneln - also rein "persönlicher" Natur sind.

Persönlicher Natur? Meine Theorie fußt auf logischen Ableitungen. Die der Wiederauferstehungs- und Erlösungsgläubigen ist wilde Spekulation. Und bei DIR ist das nicht viel anders! Das ist ein Unterschied.

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Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

08.03.2017 13:23
#86 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #85
Meine Theorie fußt auf logischen Ableitungen. Das ist ein Unterschied.

Ich sehe ehrlich gesagt keinen, also jedenfalls keinen entscheidenden.

Es gibt keine logische Ableitung, nicht einmal eine theoretische, die eine "Jenseitszone" kategorisch ausschließen könnte und eine Auferstehung beweiskräftig zu reiner Spekulation erklären. Was die objektive Nichtexistenz des Todes betrifft, sprichst du ja selbst davon, an eine solche zu glauben. Auch das ist pure Vermutung und Spekulation. Diesbezüglich sind sich Atheisten und Gläubige erstaunlich ähnlich. Wenn einer sagt: Es gibt keinen Gott, erwidert der andere: Gott existiert. Sagt der eine hingegen: Ich glaube an Gott, sagt der andere: Ich glaube nicht an Gott. Zweites käme der Wahrheit deshalb näher, weil es eben persönlich ist. Allgemeingültigkeit ist in dieser heiklen Frage nun mal nicht gegeben.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

08.03.2017 13:47
#87 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi
Ich glaube ja auch an die objektive Nichtexistenz des Todes - für die Verblichenen. Der Tod ist nur für die Überlebenden existent.

So ähnlich sagt es ja selbst die Bibel (Pred. 9:5):

Zitat von Gysi
Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen nichts




Zitat
Aber dieses ewige Leben, dass dir vorschwebt, gibt es nicht.

Wie könntest du es auch anders werten? Ewiges Leben ist die Gabe, die Gott gibt. Da Gott deiner Meinung nach nicht existiert, kann es auch kein ewiges Leben geben. Soweit ist das logisch.


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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

08.03.2017 16:30
#88  Zu wenig antworten

Zitat von Snooker
Da Gott deiner Meinung nach nicht existiert, kann es auch kein ewiges Leben geben. Soweit ist das logisch.

Gott als existent ohne Begründung vorauszusetzen, ist nicht logisch abgeleitet. Und das ewige Leben - resp. die Ewigkeit alles Endlichen im Ewigen - ist von mir ohne Gott logisch abgeleitet! Gott ist nicht der Schöpfer deiner Ewigkeit! Die Ewigkeit ist auch so da.

Zitat von Desperado
Auch das ist pure Vermutung und Spekulation.

Nee. Logische Ableitung. Lies doch bitte einfach bei mir ("Die Unendlichkeit alles Endlichen" http://der-selbstbestimmte-mensch.xobor....-Endlichen.html) nach.

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Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

08.03.2017 16:41
#89 RE: Zu wenig antworten

Hab ich doch schon, Gysi. Für Deine Logik trifft es zweifellos zu. Sicher auch für die vieler Anderer. Was aber überhaupt nichts zu bedeuten hat. Wir nennen Logik, wenn das Eine sich aus dem andern ergibt bzw. dadurch begründet ist, woraus wir zu diesen und jenen Schlüssen kommen. Ist ja auch in Ordnung, weil uns als Erdenbewohnern sonst nichts zur Verfügung steht, doch könnte das allein auf einem mit Leben erfüllten Planeten irgendwo im Universum schon ganz anders sein. Selbst wenn dort gedacht wird, könnte dieses Denken vollkommen anders vonstatten gehen und die Logik eine ganz andere sein. Nur mal so als Relativierungsversuch.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

08.03.2017 16:53
#90 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi
Gott als existent ohne Begründung vorauszusetzen, ist nicht logisch abgeleitet.

Das bezweifelt doch auch niemand. Allerdings bezweifel ich schon, dass ein Atheist die Begründung eines Theisten für seine Überzeugung als solche anerkennen kann. Die Folgen wären geradezu grotesk. Überleg mal, was das für dich bedeuten würde...

Zitat von Gysi
Und das ewige Leben - resp. die Ewigkeit alles Endlichen im Ewigen - ist von mir ohne Gott logisch abgeleitet! Gott ist nicht der Schöpfer deiner Ewigkeit! Die Ewigkeit ist auch so da.

Dass es die Ewigkeit auch ohne den Menschen gibt, ist wohl kaum von der Hand zu weisen. Umso erfreulicher ist es doch, dass jeder Mensch individuell und persönlich einen Anteil an der Ewigkeit haben kann.


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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

08.03.2017 16:54
#91 Zu wenig antworten

Zitat von Desperado
Für Deine Logik trifft es zweifellos zu.

Ich bin nicht der Besitzer einer - also meiner - Logik. Du kannst mir vorwerfen, Parameter falsch gesetzt zu haben - vielleicht gibt es ja den Urknall gar nicht. Aber du kannst nicht behaupten, dass meine Denke "wilde Spekulation" sei - wie eben jeglicher Gottglaube auch.

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Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

08.03.2017 17:37
#92 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #91
Aber du kannst nicht behaupten, dass meine Denke "wilde Spekulation" sei

Hab ich doch gar nicht, also nicht so jedenfalls.

Denken ist nie verkehrt, und du bist zweifelsohne ein begabter Denker. Doch den Gegenbeweis der Existenz Gottes hast auch du nicht erbracht, und ich kann mir auch nicht denken, dass er das jemals von irgendjemandem wird. Ebenso wartet schon um die nächste Hausecke einer, der sehr schlüssig logisch erklärt, dass die Vorstellung einer Ewigkeit ohne Gott in sich unlogisch ist. Ein anderer wiederum führt logisch aus, dass es sehr wohl einen Gott gibt, vielmehr geben muss, was aber nicht zwangsläufig mit Ewigkeit gleichzusetzen ist, jedenfalls nicht für Unsereins. Das ist wie mit den Schulen im Talmud: Der eine Rabbi sagt so und der andere so und der nächste wieder anders. Ich find's unterhaltsam. Weil ich denke, dass man Gott noch sehr viel weniger denken kann als Unendlichkeit, Tod oder Ewigkeit.

Die Engel beispielsweise dürften keine Endlichkeit denken können, gerechter Ausgleich sozusagen.

Das menschliche Denken ist begrenzt, wir können noch nicht einmal sagen, wie begrenzt. Weshalb ich denn auch immer sage, dass ich als Säugling deshalb alles wusste, weil ich noch nicht denken konnte. Oder musste, je nachdem. Denke wohl gedacht zu haben... Manches, ach was, Vieles, vielleicht sogar das Meiste ist schlicht und ergreifend undenkbar. Unfassbar, nicht zu begreifen, nenn es wie du willst. Unser diesbezüglicher "Bodengewinn" ist in jedem Falle sehr bescheiden. Wir können die Zusammenhänge des Lebens immer besser begreifen, doch was haben wir daraus gelernt? Ohne (Regen)Wald werden wir ersticken, was also ist die logische Schlussfolgerung daraus? Abholzung forcieren!

Manchmal möchte ich Apokalyptiker sein...

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

08.03.2017 17:59
#93  Zu wenig antworten

Zitat von Desperado
Doch den Gegenbeweis der Existenz Gottes hast auch du nicht erbracht,

Das habe ich auch gar nicht behauptet. Ich behaupte, dass - bei Voraussetzung der Ewigkeit - alles Endliche ebenso unendlich ist! Und dass das alles ohne Gott erklärbar ist! Und dass für ein geschlossenenes Weltbild überhaupt Gott überflüssig ist.

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Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

08.03.2017 18:19
#94 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #93
Das habe ich auch gar nicht behauptet. Ich behaupte, dass - bei Voraussetzung der Ewigkeit - alles Endliche ebenso unendlich ist! Und dass das alles ohne Gott erklärbar ist! Und dass für ein geschlossenes Weltbild überhaupt Gott überflüssig ist.

Klar, warum auch nicht?

Ich hab's nicht so mit den geschlossenen Weltbildern, auch nicht von denen, die Gott dafür heranziehen. Ich mag's lieber offen. Aber das ist wohl persönlich.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

09.03.2017 09:20
#95 Zu wenig antworten

Zitat von Desperado
Ich hab's nicht so mit den geschlossenen Weltbildern, auch nicht von denen, die Gott dafür heranziehen.

Nein? Du stellst dir doch gewiss auch die Frage, woher du kommst, woher die Menschheit, das Universum, der Anfang, Raum und Zeit, und was der - wie Reklov sagt - Urgrund ist. Du musst dich ja nicht in einer Ideologie festbeißen, und du kannst dir Optionen offenhalten. Diese Offenheit sollten wir alle im Hintergrund parat halten.

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Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

09.03.2017 11:19
#96 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #95
... was der - wie Reklov sagt - Urgrund ist.
Diese Offenheit sollten wir alle im Hintergrund parat halten.

Der Urgrund? Die dunkle Masse, die das Universum und seine Systeme zusammenhält? Die es möglicherweise schon gab vor Entstehung der Gestirne? Aus der bin ich wohl gekommen und gehör ihr bis heute an. Quatsch.

Diese Art von Offenheit meinte ich denn auch. Ohne die eine oder andere Verbindlichkeit kann der Mensch sich weder definieren noch seine Existenz bewältigen. Man sollte sich nur eine gewisse Flexibilität erhalten bei all seinen Festlegungen, irren ist menschlich und nichts wie es scheint.

Reklov Offline




Beiträge: 4.870

09.03.2017 14:02
#97 RE: Zu wenig antworten

Zitat
Meine Theorie fußt auf logischen Ableitungen. Die der Wiederauferstehungs- und Erlösungsgläubigen ist wilde Spekulation. Und bei DIR ist das nicht viel anders! Das ist ein Unterschied.

Gysi,

... dennoch bleibt es (d)eine Theorie, magst Du dabei auch all Deine begrenzten Erkenntnismöglichkeiten und gut gemeinten Ableitungen (Deduktionen) anwenden.
Der Wiederauferstehungsgedanke (ob Wunsch oder nicht zu beweisende Tatsache!?) befindet sich mit Deinen begrenzten logischen Ableitungen also auf ähnlicher Höhe! Oder willst Du etwa behaupten, Du wärest schon bei der sog. "Stunde Null" dabei gewesen oder wüsstest gar, was auf anderen Galaxien abging/gerade abgeht!?

Lehne Dich mit Deiner äußerst begrenzten Sicht also nicht so weit aus dem Fenster, nur weil Du glaubst, als Bewohner eines etwas höher gelegenen Stockwerkes, mehr Ausblick zu haben, als die Bewohner, welche lediglich das erste Stockwerk oder gar nur das Erdgeschoss des menschlichen Erkenntnis-Hauses bewohnen, denn der Unterschied zwischen euch ist nicht so groß, wie Du es Dir einredest!

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.870

09.03.2017 14:44
#98 RE: Zu wenig antworten

Zitat
Ich behaupte, dass - bei Voraussetzung der Ewigkeit - alles Endliche ebenso unendlich ist! Und dass das alles ohne Gott erklärbar ist! Und dass für ein geschlossenenes Weltbild überhaupt Gott überflüssig ist.

Gysi,

... nur die Substanz, welche keiner anderen bedarf, wäre in der Ewigkeit "unendlich". Die vielen temporären materiellen Erscheinungen, zu denen ja auch unsere, hier auf Erden sich wandelnden Lebensformen gezählt werden können, sind als Endliche keinesfalls schon automatisch "unendlich" zu denken/zu nennen.

Unter EWIGKEIT versteht z.B. Spinoza die Existenz selbst, sofern sie aus der Definition des ewigen Dinges allein als notwendig folgend begriffen wird. Zur Natur der SUBSTANZ gehört es, dass sie existiert, da sie aber (laut Spinoza) von etwas anderem nicht hervorgebracht werden kann, ist sie daher Ursache ihrer selbst.

Meine Anmerkung hierzu: Ob man nun aber von den kurzlebigen Lebensformen unserer Erde das Gleiche behaupten kann/darf, ist zu überdenken, zumal alle hiesigen Lebensformen zunächst mal auf die Existenz der Sonne angewiesen sind und dieser riesige Helium/Wasserstoff-Gasball, , seinen Vorrat auch nicht "ewig" verbrennen kann/wird, weil dieser (laut Meinung heutiger Astrophysiker) nur etwa 4,5 Milliarden Jahre reichen wird.

Von einem "geschlossenem Weltbild" würde ich an Deiner Stelle sowieso nicht reden, denn dazu fehlt jedem Menschen der nötige Gesamtüberblick, damit auch das Begreifen des >Allesumgreifenden<.

>> Wenn nun aber einer behaupten würde, er habe eine klare und deutliche, d.h. wahre Idee von einer SUBSTANZ und zweifle trotzdem, ob eine solche Substanz existiere, so wäre das wahrscheinlich ebenso, als würde er sagen, er habe eine wahre Idee und zweifle trotzdem, ob sie nicht falsch sei (wie jedem klar sein wird, der die Sache im rechten Licht betrachtet). So wenn jemand behaupten würde, eine Substanz werde geschaffen, so behauptet er zugleich, dass eine falsche Idee wahr geworden sei. << (Spinoza)

Behaupten darf und kann nun jeder etwas, nur sollte er nicht so verblendet sein, zu meinen, er befinde sich mit seiner Denke schon bereits im Zentrum der Wahrheit!

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.202

09.03.2017 17:54
#99 Zu wenig antworten

Zitat von Reklov
Lehne Dich mit Deiner äußerst begrenzten Sicht also nicht so weit aus dem Fenster, nur weil Du glaubst, als Bewohner eines etwas höher gelegenen Stockwerkes, mehr Ausblick zu haben,

Ich befinde mich nicht im selben Haus, wenn ich mit den Instrumenten der Wissenschaft arbeite und nicht mit denen der Religionen! Dein Vergleich hinkt.

Zitat
Von einem "geschlossenem Weltbild" würde ich an Deiner Stelle sowieso nicht reden, denn dazu fehlt jedem Menschen der nötige Gesamtüberblick, damit auch das Begreifen des >Allesumgreifenden<.

Ja, davon rede ich aber! Und mein Weltbild ist "geschlossen", weil es die Frage nach dem "Urgrund" nicht mehr offen lässt. Denn es erklärt diesen "Urgrund"! Muss ja so nicht richtig sein. Dann wäre ich aber auf eine überzeugende Gegentheorie gespannt. Und solange bleibt meine ein überzeugendes geschlossenes WeltBILD...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

10.03.2017 10:09
#100 RE: Zu wenig antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #99
Ich befinde mich nicht im selben Haus, wenn ich mit den Instrumenten der Wissenschaft arbeite und nicht mit denen der Religionen!

Nicht im selben Haus

Meines Wissens handelt es sich bei unserer gemeinsamen "Behausung" um eine blauschimmernde Kugel, die zusammen mit ein paar anderen, zum Teil sehr viel größeren aber auch kleineren einen riesigen Feuerball umkreist und sich dabei stetig um die eigene Achse dreht. Und das schon seit Ewigkeiten, um es mal in diese Worthülse zu packen. Mir persönlich geht es ganz einfach so: Warum sollte der Mensch sich über Jahrzehntausende und höchstwahrscheinlich schon sehr viel länger ernsthaft und intensiv mit etwas beschäftigen, das nichts weiter als pure Fiktion ist? Schon allein mein Respekt vor den Urahnen verbietet mir diese gewagte Hypothese, ich will sie ganz bewusst nicht hochmütig nennen. Vielleicht sind wir einfach nur ratlos geworden, die Menschen der Jungsteinzeit waren um nichts weniger intelligent und begabt als wir es heute sind und machten das Beste aus ihrer Lebenssituation. Tun wir das denn noch? Strebt unser Fortschritt nicht vielmehr der Selbstvernichtung entgegen, dem schier unausweichlichen Untergang des Homo Sapiens. Und was wir dabei alles mitnehmen an Lebensformen und Spezies... ich mag gar nicht dran denken.

Wir sitzen im selben Boot und leben im selben Haus, egal, was in unseren Köpfen vorgeht.

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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