Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 17 Antworten
und wurde 616 mal aufgerufen
 Lagerhalle
Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

17.05.2017 17:30
Kaktuseulen in die Wüste antworten

Hoffnungslosigkeit ohne Gott - das ist aber auch wie eine Suppe ohne Salz.

Mit wem soll man denn bitte hadern, streiten, rechten, wen um Gnade anflehen, wenn’s Zeit ist einzulenken? Langweilige Sache das, so eine Verzweiflung ohne geistigen Beigeschmack. Wirklich, wenn die Leute wüssten, um was sie sich betrügen, wenn sie ihm beharrlich und wider alle bessere Einsicht entgegenschleudern „es gibt Dich nicht, es gibt Dich nicht“, gäb’s sicher keinen einzigen Infidel mehr. Aber das muss Gott sei Dank nicht meine Sorge sein.

Mit Gott zu rechten und streiten ist das Einzige, was noch was hergibt. Da weißt du von Anfang an, wer der Stärkere ist und wer zuletzt als Sieger daraus hervorgeht, aber bis dahin bist du gezwungen, sämtliche Register zu ziehen, die du so drauf hast und weißt hinterher genau, wo du stehst. Mit Menschen zu streiten ist so gesehen tödlich langweilig und völlig unergiebig. Jedes Messer, jeden Dolch, jeden Colt, jedes Pistölchen, jede Knarre, jede Büchse, jeden Schlag, jeden Tritt, jedes Ausweichsmanöver, jeden Ablenkungsversuch, jede Falle und jeden Hinterhalt, jede noch so kleine ausgefuchste Gemeinheit - irgendwann hast du alles durch, und wenn du dann noch am Leben bist, kostet dich der Kampf mit Deinesgleichen bestenfalls ein herzliches Lachen oder ein entspannendes Gähnen. Es ist dir auch vollkommen gleichgültig, wer nun als Sieger daraus hervorgeht und wer sich als Verlierer fühlt, weil es keinen Sieg als solchen gibt, sondern höchstens ein halbwegs unversehrtes Davonkommen. Und das ist nun mal nichts, was den Einsatz wert ist. Siege langweilen mich und Niederlagen genauso, da ist nichts, woraus ich noch was lernen könnte, das zufällige Ergebnis von kleinen Unachtsamkeiten oder Aufmerksamkeiten, mehr ist das nicht und das ist zu wenig.

Nö, der Mensch ist kein Gegner mehr für mich, ich kann’s nicht ändern, aber das kommt zwangsläufig mit der Zeit, weil dich seine rätselhafte Streitsucht und sein Beharren darauf, um jeden Preis Recht zu bekommen, schlicht nicht mehr scheren, seine Sicht der Dinge, die er erbittert gegen die deine stellt, nicht mehr kümmert und im Grunde der Zankapfel längst gegessen, verdaut und angesät ist, ja das emporgewachsene Bäumchen schon wieder neue Äpfel trägt, bevor noch einer schmatzend in ihn reinbeißt.

Beim Allmächtigen ist das ganz was anderes. Der donnert dir eine drüber, dass du die Sternchen zählen kannst und hat dich noch nicht einmal angehaucht, ja sich noch nicht mal in deine Richtung gewandt, der du da seit Ewigkeiten am Schattenboxen bist und alles Denkbare versuchst, ihn zum Zorn zu reizen. Und hast du ihn endlich soweit, dass er sich wirklich befasst mit dir, dann geht aber auch so richtig die Post ab und nicht so’n lächerlicher Hühnerhof-Hickhack wie unter seinen Menschenkindern. Dann geht’s zur Sache, Leute, aber gründlich und ordentlich, da bist du echt gefordert und kannst mal zeigen, was du so zu bieten hast. Zeig's einem Menschen, und er stirbt dir unter den Händen weg, bevor’s noch angefangen hat, bringt doch nix und niemandem was.

Nö, mit Menschen streiten ist wie Kaktuseulen in die Wüste tragen, kannst du dir getrost sparen.


Buchauszug (ein paar Jahre alt)

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

17.05.2017 19:16
#2 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Ich diskutiere zwar oft verschiedene Positionen mit mir selbst aus.
Ein Gott ist da aber nie im Spiel.

Zitat
Beim Allmächtigen ist das ganz was anderes. Der donnert dir eine drüber, dass du die Sternchen zählen kannst und hat dich noch nicht einmal angehaucht, ja sich noch nicht mal in deine Richtung gewandt, der du da seit Ewigkeiten am Schattenboxen bist und alles Denkbare versuchst, ihn zum Zorn zu reizen.


Solche Texte findet man bei der "Erbauungsliteratur" in der Bahnhofsbuchhandlung - oder man hört sie bei der Zeltmission.
Ich habe mal die Zeltmission bei mir im Ort besucht.
Das war wirklich ein lustiges Erlebnis!
Der Prediger dort beherrschte perfekt die Klaviatur der seelischen Beeinflussung und am Ende standen viele Leute auf und bekannten nun bekehrt worden zu sein.
War etwa so, wie man sich das in USA vorstellt.
Ich war danach jedenfalls vollkommen geheilt von solche Dingen.

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.983

17.05.2017 19:24
#3  Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Desperado
Nö, mit Menschen streiten ist wie Kaktuseulen in die Wüste tragen, kannst du dir getrost sparen

Ganz schön fatalistisch. Und warum ersparst du dir das nicht hier, mit "den Menschen zu streiten"?

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

18.05.2017 07:07
#4 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #3
Und warum ersparst du dir das nicht hier, mit "den Menschen zu streiten"?

Genau deshalb hab ich es ja eingestellt. Ist mir zu den jüngsten "Vorfällen" eingefallen, aus dem Kontext der dazugehörigen Anekdote genommen klingt es härter als es ist. Da geht eine skurrile Tragikomödie voraus, die den Erzähler zu diesen Überlegungen veranlasst. Evangelikale Prediger, oder "Gefallene Engel" wie der Desperado sie nennt, tauchen übrigens genau so auf in meinem Buch.

Ich habe mich zum Streit provozieren lassen, hat ja Jeder mitbekommen. Vielleicht hatte ich auch grade Lust zu einem solchen. Die mir aber immer sehr schnell vergeht, und gleich drei Mal, wenn es um Gott geht dabei. Darum dieser Auszug: Bringt doch nix. Hatte mich da schon wieder beruhigt.

Meinetwegen könnt ihr doch gerne überzeugte Atheisten sein. Ich finde gar keine Worte um auszudrücken, wie entspannt und gelassen ich das Ganze sehe. Ab und an spuken dann aber Pogrome, die "Internierung" von Christen in der Sowjetunion oder die Verfolgung von Buddhisten in China in meinem Kopf herum, und dann reagiere ich entsprechend allergisch. Mich persönlich kann doch keine noch so ausgeklügelte Argumentation ritzen, und nicht einmal dafür kann ich was.


Guten Morgen

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.983

18.05.2017 09:40
#5  Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Desperado
Ab und an spuken dann aber Pogrome, die "Internierung" von Christen in der Sowjetunion oder die Verfolgung von Buddhisten in China in meinem Kopf herum,

Die Verfolger, die das taten, waren juristisch und moralisch im Unrecht! Aber daraus kannst du nicht schließen, dass die Verfolgten und Gequälten dafür im Sinne der Wahrheitsfindung in Bezug auf ihre Religion im Recht waren oder sind.

Außerdem ist ein Atheist nicht per se ein Despot und Charakterschwein. Es ist aber so, dass in der Philosophie des Monotheismus die Despotie und die Wissenschaftsfeindlichkeit stecken!

Zitat
Bringt doch nix.

Doch! Wer den Stundenzeiger sieht, mag behaupten, dass der sich gar nicht bewegt. Tut er aber sehr wohl.

Zitat
Mich persönlich kann doch keine noch so ausgeklügelte Argumentation ritzen,

Das ist schade.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

18.05.2017 11:36
#6 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Das ist ja Alles richtig, Gysi.

Nur ist es so, dass mein durchaus bewegtes Leben so randvoll gefüllt ist mit Gottesbeweisen sprich realen Erfahrungen seiner liebenden und konkreten Gegenwart, dass mir persönlich der Versuch, seine Existenz in Frage zu stellen oder gar zu negieren dem Ansinnen gleichkommt, dasselbe mit der Sonne zu tun. Die Gesetze der Logik dabei anzuwenden, ist in meinen Augen ein vom Ansatz her zum Scheitern verurteiltes Unterfangen, da diese ein rein menschliches Konstrukt ist und demzufolge... naja, allemal interessant, aber gleichermaßen irrelevant. So gesehen fehlt bei mir tatsächlich jede Basis für einen Disput - es gibt sie einfach nicht. Und ich habe nicht das geringste Problem damit, auch nicht damit, dass nicht alle Leute meine Erfahrungen teilen bzw. viele gegenteiliger Meinung sind.

Wenn ich aber nun zwischen den Zeilen oder direkt herauslese, dass es grundsätzlich verkehrt sein soll - aus welchen konstruierten oder herangezogenen Gründen auch immer, und so Leid's mir tut, aber mehr kann es für mich nicht sein -, an Gott zu glauben, bleibt mir als Erwiderung nur ein ehrliches "Du hast sie doch nicht mehr alle". Sonst habe ich dazu nichts zu sagen. Weshalb ich mich auch heraushalte und lieber lese, denn unterhaltsam und anregend ist das Pro und Contra allemal.

Bei mir fallen Eure Philosophien und wissenschaftlichen Gegenargumente allesamt durchs Raster menschlicher Mutmaßung, die gute Absicht dahinter bleibt mir keineswegs verborgen, ich habe euch nichts vorzuschreiben und lasse der Zeit gelassen ihren Lauf. Mehr ist da von meiner Seite her nicht, damit werdet ihr euch wohl oder übel abfinden müssen. Aber ich widerspreche euren Ansichten nicht. Ihr seid zu dieser gleichberechtigten Überzeugung gekommen, weshalb ich sie sowohl ernst nehmen als auch gelten lassen kann. Ich rede euch da ganz bestimmt nicht rein, ihr seid Suchende, und davon gibt es ohnehin immer viel zu wenige.

Wer sucht, der findet.

Reklov Offline




Beiträge: 4.586

18.05.2017 12:27
#7 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat
Nur ist es so, dass mein durchaus bewegtes Leben so randvoll gefüllt ist mit Gottesbeweisen sprich realen Erfahrungen seiner liebenden und konkreten Gegenwart, dass mir persönlich der Versuch, seine Existenz in Frage zu stellen oder gar zu negieren dem Ansinnen gleichkommt, dasselbe mit der Sonne zu tun.

Desperado,

... auch meine persönlichen "Erfahrungen" mit dieser stets falsch interpretierten "Allmacht" wurde hier entweder verlacht oder als purer Zufall erklärt.
Eines muss jedoch allen klar sein: Keiner von uns Erdenbewohnern würde sich mit jemandem abgeben, der ihn negiert oder gar verhöhnt. Wenn das schon unter Menschen so ist, was erwarten dann die Atheisten von "Gott"? Etwa eine spürbare, helfende Zuwendung? - Sie werden auf diesem Gebiet keinerlei Erfahrungen machen können, weil sie ja nie selbst erfahren können, was für Auswirkungen z.B. ein ernst gemeintes Hilfe-Gebet haben kann - praktisch und damit auch beweisbar.
So ähneln die Atheisten (in meinen Augen) jemandem, der kein Wort mit seinem Nachbarn spricht, obwohl ihm dieser nichts getan, ja evtl. sogar unbemerkte Dienste geleistet hat.
In dem Fall wäre es z.B. das "Geschenk des Lebens", welches sie als selbstverständlich oder aber mit Groll als lästig, weil für sie "schwer ertragbar", empfinden! - Aber: Jeder wie er mag und kann.
Der Lauf der Galaxien bleibt in jedem Fall davon völlig unbeeinflusst.

Gruß von Reklov

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

18.05.2017 12:55
#8 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #7
Wenn das schon unter Menschen so ist, was erwarten dann die Atheisten von "Gott"? Etwa eine spürbare, helfende Zuwendung?

Naja, Reklov, ich würde mal sagen, infolge ihrer Überzeugung, dass es ihn nicht gibt, erwarten sie nichts von ihm (Männlichkeitsform, egal). Was nun, wenn ich mir meinen Werdegang so anschaue, überhaupt nichts heißen muss. Es kann durchaus auch mal Boing machen, no Problem. So gesehen ist der Atheismus - zumindest was Gott betrifft - vollkommen bedeutungslos. Das kann sich innerhalb von Sekunden ändern.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.983

18.05.2017 16:15
#9  Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Desperado
Nur ist es so, dass mein durchaus bewegtes Leben so randvoll gefüllt ist mit Gottesbeweisen sprich realen Erfahrungen seiner liebenden und konkreten Gegenwart, dass mir persönlich der Versuch, seine Existenz in Frage zu stellen oder gar zu negieren dem Ansinnen gleichkommt, dasselbe mit der Sonne zu tun.

Wie sehen diese Erfahrungen aus? Das hier ist doch ein Diskussionsforum, das die User (u.a. mich) nicht dumm sterben lassen will!

Zitat von Reklov
... auch meine persönlichen "Erfahrungen" mit dieser stets falsch interpretierten "Allmacht" wurde hier entweder verlacht oder als purer Zufall erklärt.

Deine (hier geschilderten) Erfahrungen zu Gotteserfahrungen aufzubauschen, ist eine Missachtung des Wahrheitsgebotes, "nicht falsch Zeugnis zu reden". Was du dir einredest, ist nicht unbedingt richtig, und wir, die dir widersprechen, wollen dir nicht wegnehmen, was du eh nicht hast!

Zitat
So ähneln die Atheisten (in meinen Augen) jemandem, der kein Wort mit seinem Nachbarn spricht, obwohl ihm dieser nichts getan, ja evtl. sogar unbemerkte Dienste geleistet hat.

Nach meiner 12-jährigen Erfahrung mit dem RF ist das UMGEKEHRT => Die Atheisten sind die Diskussionsfreudigeren unter den Usern. Es sind die GLÄUBIGEN, die sich oft zu schnell beleidigt zurückziehen. Das Argument wird nur geschätzt, wenn es der Stärkung des (eigenen) Glaubens dienen kann.

Zitat von Desperado
So gesehen ist der Atheismus - zumindest was Gott betrifft - vollkommen bedeutungslos.

Der Glaube hat in der Tat derzeit im Weltgeschehen eine zu tragische Bedeutung. Aber diese Position hast du ja erfreulicherweise auch.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

18.05.2017 17:02
#10 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #9
Wie sehen diese Erfahrungen aus? Das hier ist doch ein Diskussionsfdorum, das die User (u.a. mich) nicht dumm sterben lassen will!

Und genau darüber will ich nicht mehr reden, ich habe meine Gründe. Es ist ja auch nicht so, dass ich mit Allem einverstanden gewesen wäre. Das stellen sich Atheisten immer so einfach vor. Nicht selten ist es schwerer, an Gottes Fügung zu glauben, als keinen Plan hinter Manchen vermuten zu müssen, was allem widerstrebt, was man sich im Allgemeinen so wünscht. In der Rückschau kann ich aber sagen, dass es besser nicht hätte laufen können - vor allem nicht anders. Da stand ganz einfach ich dazwischen. Derlei "Prozesse" kann man keinem erklären, der sie nicht aus eigener Erfahrung kennt. Weshalb ich es auch gar nicht erst versuche. Und du wirst deshalb bestimmt nicht "dümmer" sterben.

Zum andern: Wenn ich unter Glauben Religion und ihre Lehre verstehe, mich auf geschriebenes Wort berufe, dieses zum absoluten Dogma und die beliebige Auslegung geistiger Oberhäupter zur Maxime meines Handelns erkläre, öffnet "Glaube" den schlimmsten Verbrechen Tür und Tor, das ist vollkommen klar. Da macht das Christentum überhaupt keine Ausnahme.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.983

18.05.2017 17:17
#11 Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Desperado
und die beliebige Auslegung geistiger Oberhäupter zur Maxime meines Handelns erkläre, öffnet "Glaube" den schlimmsten Verbrechen Tür und Tor, das ist vollkommen klar.

Eben. Das Gotteswort kann ganz schön gefährlich sein. Das (demokratische) MENSCHENwort ist zu dem echt ein Fortschritt...

Zitat
Und genau darüber will ich nicht mehr reden,

Wolltest du früher denn? Also zu deinem Einstieg hier ins RF?

Hier haben ja schon einige ihre Gotteserfahrungen dem RF in vertrauliche Hände gegeben. Das war mutig. Aber (nicht nur) ich war von der Interpretation "Gottes"erfahrung bei keinem der Schilderungen überzeugt - nicht im Ansatz. Ich hoffe nicht, dass dein Bedecktsein etwas mit der Befürchtung zu tun hat, dass deine Schilderungen hier ein ähnliches Urteil erfahren könnten.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

18.05.2017 17:46
#12 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #11
Hier haben ja schon einige ihre Gotteserfahrungen dem RF in vertrauliche Hände gegeben. Das war mutig. Aber (nicht nur) ich war von der Interpretation "Gottes"erfahrung bei keinem der Schilderungen überzeugt - nicht im Ansatz. Ich hoffe nicht, dass dein Bedecktsein etwas mit der Befürchtung zu tun hat, dass deine Schilderungen hier ein ähnliches Urteil erfahren könnten.

Vor hundert Jahren mal, man macht so seine Anfangs"fehler", das gehört dazu. Nein, ich würde auch Niemanden damit "überzeugen" wollen, aber ehrlich gesagt ist es mir schlicht zu intim. Eins steht fest: Man kann sich unter Umständen ordentlich verfinstern und vollkommen im Recht fühlen dabei... nur soviel.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.983

19.05.2017 09:56
#13 Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Desperado
aber ehrlich gesagt ist es mir schlicht zu intim.

Ja, die Antwort habe ich schon öfters gehört.

Zitat
Eins steht fest: Man kann sich unter Umständen ordentlich verfinstern und vollkommen im Recht fühlen dabei... nur soviel.

Ich sag ja, dass Gottglaube gefährlich sein kann. Und wenn man dabei das Kommunikationsnetz kappt, sein Wahrnehmungskorrektiv...

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Desperado ( gelöscht )
Beiträge:

19.05.2017 10:52
#14 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #13
Ich sag ja, dass Gottglaube gefährlich sein kann. Und wenn man dabei das Kommunikationsnetz kappt, sein Wahrnehmungskorrektiv...

Alles kann gefährlich sein. Sogar Batman...

Reklov Offline




Beiträge: 4.586

19.05.2017 12:13
#15 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat
Nach meiner 12-jährigen Erfahrung mit dem RF ist das UMGEKEHRT => Die Atheisten sind die Diskussionsfreudigeren unter den Usern. Es sind die GLÄUBIGEN, die sich oft zu schnell beleidigt zurückziehen. Das Argument wird nur geschätzt, wenn es der Stärkung des (eigenen) Glaubens dienen kann.

Gysi,

... diese "Erfahrung" will und kann Dir auch keiner nehmen. Nur - dies alles bleibt ein kleiner Ausschnitt des "Ganzen" und dieser bleibt auch unweigerlich in den bekannten, uns gesetzten Grenzen eingeschlossen.
Im Verhalten der Menschen aus beiden Lagern kann man die unterschiedlichsten Reaktionen vermerken. Manche sind beleidigt, andere frozzeln zynisch, manche fragen herlich ineressiert nach, andere gehen wiederum ärgerlich in die Fäkaliensprache über. Andere - wie z.B. Du - weigern sich z.B. einzugestehen, dass es unterschiedliche Räume der Logik gibt. Das ist verständlich, denn so musst auch Du kleinlaut einsehen, dass Deiner Art, sich der WAHRHEIT nähern zu wollen - nun mal Grenzen gesetzt sind!

Wie dem auch sei - förderlich kann in unserem Menschsein nur der offene Austausch von Informationen sein. Was dann einer daraus zu machen/denken in der Lage ist, bleibt ihm überlassen!

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.586

19.05.2017 12:25
#16 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat
Aber (nicht nur) ich war von der Interpretation "Gottes"erfahrung bei keinem der Schilderungen überzeugt - nicht im Ansatz. Ich hoffe nicht, dass dein Bedecktsein etwas mit der Befürchtung zu tun hat, dass deine Schilderungen hier ein ähnliches Urteil erfahren könnten.

Gysi,

... wie solltest Du auch überzeugt sein? - Mir haben z.B. frühere Reiseschilderungen über Korsika auch nur Spärliches vermitteln können. Als ich aber dann selber auf die Insel reisen und mit all meinen Sinnen ihre ganze Schönheit selbst "erleben" konnte, war das eine völlig andere Sache!

Hättest Du also die Möglichkeit, auch innere Lebenserfahrungen anderer Mitmenschen 1 zu 1 selbst zu "erleben", wärest Du auch jedesmal ein neuer und völlig anderer Mensch. So bleibst Du eben auf diesem Gebiet - was die Seelen- und Realerlebnisse der Andersdenkenden angeht - Gysi der Unerfahrene!

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.983

19.05.2017 14:42
#17 Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Reklov
So bleibst Du eben auf diesem Gebiet - was die Seelen- und Realerlebnisse der Andersdenkenden angeht - Gysi der Unerfahrene!

Dein Motor heult mal wieder zu laut auf. Wir sind beides Menschen mit sehr ähnlichen Sinnen. Du ziehst dich immer wieder in deinen vermeintlichen Erfahrungsvorteil zurück, den ich ja nicht haben kann. Du könntest meinen Analyse-Vorteil auch haben. Aber du opferst ihn dem Irrealen. In dem Land liegt nämlich deine von dir immer wieder so hochgepriesene "Erfahrung"!... MEIN Erfahrungsvorteil ist der Respekt vor der Realität. Ich erfahre die Wirklichkeit! Und was "erfährst" du? Den Selbstbetrug, deine Gottträume in die Realität gesetzt haben zu glauben.

Und noch was - ein Satz aus der Volksphilosophie: "Eigenlob stinkt!" Notorische Arroganz macht unsympathisch. Und das zu Recht. Da ist was dran.
Von der Welt stößt du dich ab. Um deinem "Gott" nahe zu sein.... Wenn der "nach (unserem) Bilde" ist, wird der dich nicht bei sich haben wollen!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta Offline



Beiträge: 4.033

19.05.2017 19:26
#18 RE: Kaktuseulen in die Wüste antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #15

... diese "Erfahrung" will und kann Dir auch keiner nehmen. Nur - dies alles bleibt ein kleiner Ausschnitt des "Ganzen" und dieser bleibt auch unweigerlich in den bekannten, uns gesetzten Grenzen eingeschlossen.
Das gilt doch für dich selbst "mindestens genauso, wie für jeden Anderen, Reklov. Dem einzelnen Menschen ist eben nur ein winzig kleiner, vom Auflösungsbreich und der Reichweite seiner Sinne begrenzter Ausschnitt "des Ganzen" zugänglich.


Zitat von Reklov im Beitrag Hat "Gott" ein Bewusstsein?

Im Verhalten der Menschen aus beiden Lagern kann man die unterschiedlichsten Reaktionen vermerken. Manche sind beleidigt, andere frozzeln zynisch, manche fragen herlich ineressiert nach, andere gehen wiederum ärgerlich in die Fäkaliensprache über.
Du verstehst ja meistens gar keine andere Sprache, Reklov. Wie oft hast du dich hier schon über leere Worthülsen und der Beschränktheit von Begriffen anderer ergossen.. Wie können dich dann ein paar Begriffe und Worthülsen aus der Fäkaliensprache dermaßen erschüttern?

Die Frage stellt eigentlich sich gar nicht wirklich, weil hier jeder längst schon verstanden hat, dass du "spirituell" weit über deinen Verhältnissen lebst. Alle ernsten Bemühungen, aller guter Wille, dir in sachlicher und umgänglicher Sprache den Standpunkt von uns Atheisten offen zu legen und dass auch wir Menschen sind, die Sinn für Kunst, Ästhetik, Schönes und Edles haben, nur dass wir davon auf keine allumfassende höhere Wahrheit schließen, die jenseits des sinnlich Erfahrbaren hinweg existiert. Die Schönheit der Natur ist ein Konstrukt unseres Hirns, nicht das Werk eines übernatürlichen Schöpfers, Reklov.

Gerade und im Besonderen ist das menschliche Bewusstsein in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus wissenschaftlich empirischer Forschungen gerückt. Und es hat sich gezeigt, was viele Ketzer des göttlichen und vergeistigten Menschenbildes immer schon wussten, Reklov. Nämlich das Schönheit, Ordnung, Gut und Böse.. subjektive Interpretation weitläufig sehr anpassungsfähigen Empfindnes sind.. Dass unser Gehirn ein Beziehungsorgan ist und unsere scheinbar so selbstverständlich individuelles ICH-Bewusstsein ein Produkt von Wechselwirkungen mit unseren Artgenossen und ihrer Wahrnehmung. Vorbilder und Gegenbilder sind die Schöpfer unserer Ich-Illusion.

Kann man natürlich alles ignorieren und wegreden.. Nur ob das dann noch etwas mit einem höheren (reifen) Bewusstsein, mit höherer Erkenntnis (Weisheit) etwas zu tun hat, wage ich zu bezweifeln. Auch weil das letztendlich immer in Hahnenkämpfen und Pfauentänzen enden wird. Selbst dann wenn ich mich, wie schon länger beabsichtigt ganz aus dem RF-Wogeheichhin zurückziehen würde..


Zitat von Reklov im Beitrag Hat "Gott" ein Bewusstsein?

Andere - wie z.B. Du - weigern sich z.B. einzugestehen, dass es unterschiedliche Räume der Logik gibt.


Jetzt einfach mal grundsätzlich: Warum und zu wessen Vorteil sollten sie sich das eingestehen Reklov? Logik ist etwas Prinzipielles, etwas Grundlegendes auf dem unser ganzes gegenseitige Verstehen aufgebaut ist. Es ist die Basis, auf der alle Menschen sich untereinander auf Augenhöhe miteinander verständigen können. Wozu brauchen wir dann noch andere Räume der Logik, wenn diese nur für Spezialisten der Egozentrik und der Selbstbeweihräucherung "künst"lich gedacht werden müssen.

Zitat von Reklov im Beitrag Hat "Gott" ein Bewusstsein?

Das ist verständlich, denn so musst auch Du kleinlaut einsehen, dass Deiner Art, sich der WAHRHEIT nähern zu wollen - nun mal Grenzen gesetzt sind!


Diese "Kleinlaut" das immer die anderen einsehen müssen sollen dürfen, nur er selbst nie...ist eben genau die Logik des Egozentrikers, des Narzissten, des Schöpfers anderer Logikräume. Solcher Leute, die ihren eigenen Gestank der Selbstbelobigung mit der Existenz anderer, übergeordneter Räume der Logik begründen, die sich selbstverständlich dann immer nur ihnen erschließen.


Zitat von Reklov im Beitrag Hat "Gott" ein Bewusstsein?
Wie dem auch sei - förderlich kann in unserem Menschsein nur der offene Austausch von Informationen sein. Was dann einer daraus zu machen/denken in der Lage ist, bleibt ihm überlassen!]




Eigentlich wäre das sogar eine tolle Sache.. Aber mit Leuten, die in anderen Räumen der Logik unterwegs sind, welche nur über das ihre eigene höheres Bewusstsein erfahrbar sind ist das so ziemlich unmöglich.. Es sei denn man holt sie hie und da wieder mit ein paar Begriffen und Worhülsen der Fäkaliensprache auf die Erde hernieder.

-----
Religion vergiftet die Welt

 Sprung  
________________________________________

"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

________________________________________

=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

... Platz für Verlinkungsaustausche ...

VORSICHT! Vertrauensunwürdige Werbung!

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor