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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

Der substanzielle  Dialog
 
"Je suis Charlie!"
Für Säkularismus und Religionskritik!


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Dieses Thema hat 124 Antworten
und wurde 6.091 mal aufgerufen
 Christentum
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Marta Offline



Beiträge: 3

29.05.2006 15:57
Woran nur Glauben antworten

Hallo,

kennt ihr das?? Ihr beschäftigt Euch mit dem Christentum, dann mit dem Islam und dann lest ihr noch ein bischen in anderen Religionen. Und am Ende kommst du dir vor, als hättest du dich im Irrgarten verlaufen. Welche Religion ist denn nun die RICHTIGE ? Oder wurde Religion wirklich nur erschaffen, damit die Menschen etwas haben woran sie sich klammern können?

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

29.05.2006 18:17
#2 RE: Woran nur Glauben antworten

JEDE Religion hat den Anspruch die einzig richtige zu sein. Du solltest dir darüber klar werden ob du überhaupt eine Religion brauchst. Ich für meinen Teil komme sehr gut ohne zu recht. Ich kann dir keinen Rat geben welche Religion die Beste wäre, nur etwas, was du im Hinterkopf behalten solltest:
- Keine Religion kann ihren Gott beweisen.
- Keine Religion akzeptiert im Grunde neben sich eine andere Religion.
- Keine Religion kann das beschreiben, was dir nach dem Tod widerfährt.
- Keine Religion kann dir eine Begründung für deine Existenz liefern.

Alle Fragen die die Menschen je bewegt haben, wurden und können nicht beantwortet werden. Schlimmstenfalls wird der Vernünftige und Wissenschaftliche Geist mit unsinnigen Doktrien blind, taub und stumm gemacht gegenüber einer Welt in der man nur mit Vernunft weiterkommt und bestehen kann.
http://de.wikipedia.org/wiki/Unsichtbare...arbenes_Einhorn
__________________________________________________
Und über Gott habe ich im Leben noch nicht gelästert. Ich lästere höchstens über die, die ihn erfunden haben.
(Volker Pispers, dt. Kabarettist, *1958)

Joshua ( Gast )
Beiträge:

29.05.2006 22:06
#3 RE: Woran nur Glauben antworten

1. Durch Schriften aus Erlebnissen der Menschheit man sieht es gibt genug Beweise über Gottes existenz.

2. Jeder Religion (Judentum, Christentum, Islam) akzeptiert es gibt einzigen Gott.

3. Jeder Religion beschreibt den weiteren Weg zur Gott.

4. Jeder Religion beschreibt dir Sinn deines Lebens. (Schau dazu passenden Thread. Gennug Zeugnisse.

Das alles was die Menschheit erlebt hat, kann der Mensch auf ein Tag nicht mitbekommen. Lese Bibel. Fange mit Neuen Testament. Lies mal zuerst Johannes Evangelium.


SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

29.05.2006 22:21
#4 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
- Keine Religion kann ihren Gott beweisen.
- Keine Religion akzeptiert im Grunde neben sich eine andere Religion.
- Keine Religion kann das beschreiben, was dir nach dem Tod widerfährt.
- Keine Religion kann dir eine Begründung für deine Existenz liefern.

Tatsache bleibt Xeres, dass die Erkenntnissuche Gott betreffend,durch den Wust von Religionen, die es heute gibt,höchst beschwerlich wurde. Vordergründig sollte man es evtl dabei belassen eine Lebenseinstellung zu finden, mit der man zum einen persönlich gut zurecht kommt, die aber andererseits - und dies ist Quell und Ziel zugleich - den größtmöglichen Nutzen für die Allgemeinheit bietet. Und durch diese beiden Siebe fällt nur noch ein recht kleiner teil der angeboteten religionen, d.h. lebenseinstellungen, durch. Das kann ein Gottglaube, aber auch der Atheismus sein, und hier greift wieder Punkt 1 und was man daraus macht.

Die Fragen, die Xeres aufwirft, sind imho falsch und folgerichtig zugleich, nämlich im Hinblick auf die erfahrene religiöse erziehung:

1) Die frage ist: Was gilt bei mir persönlich als beweis? Gallileo erkannte aufgrund von mathematik und Physik, dass sie erde nicht der Mittelpunkt des Universums sein konnte, und dass sie sich dreht. Er wurde vor gericht gestellt, weil seine Beweisführung nicht erkannt wurde, ähnlich missverstanden wurde auch Pasteur und andere namhafte Wissenschaftler.
Im Übrigen ist die Tatsache, dass die Wissenschaft Gott nicht bisher nachweisen konnte, kein Indiz darauf, dass es ihn nicht gibt ... aber das sind "olle kamellen"!
Im Gefecht mit dem Atheismus kann sicherlich keine religion ihren gott beweisen. Wie sollte das denn möglich sein?

2) Es heißt: Viele Wege führen nach Rom! und: An jeder Religion ist auch etwas Gutes, doch gibt es immer einen kürzesten Weg, egal welche Stadt man anfährt. Im vergleich mit anderen Religionen ist der eigene Weg immer der kürzeste, es kommt also wieder auf die persönlichen Empfindungen an ... Man kann nicht auf zwei Wegen zugleich maschieren.

Das jede religion sich für den kürzesten Weg zu Gott hält, ist klar: und die Verifizierung dieser Aussage erfordert langes Studium und Interesse, ohne Frage.

3) nach meiner religion zerfällt der Körper in seine irdischen bestandteile und kann als recht fruchtbarer humus anderen organismen dieser Erde als Substart dienen, ja und so weit ich informiert bin, deckt sich das mit den gängigen Ergebnissen der Wissenschftler!
Beschreibungen, was das Leben nach dem tod betrifft, gibt es nun wirklich zuhauf, das weiß auch sicher Xeres, nur meint er wahrscheinlich, dass keine dieser Erklärungen auf dem fundament der logik gegründet sind!

4) auch darüber hgibt es innerhalb der Religionen die verschiedensten ansichetn, wozu Marhta auch sicher genügend material zusammengetragen hat.

Die Frage die man sich hinsichtlich der Suche nach der richtigen religion stellen muss, ist also die: Was will und was werde ich erreichen, wenn ich diese Religion vertrete: Wird es nur mir persönlich nutzen --> dann schadet es mir! oder wird es mir durch den nutzen, den die gesellschaft davon hat, nutzen?

Im Fokus muss das Wohl der menschheit liegen! Erst dann kann eine religion überhaupt zu einer "richtigen" werden.!




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Te grati coluimus, Odor atrox quo nons superfundis intolerabilis est



Schwester ( Gast )
Beiträge:

29.05.2006 22:33
#5 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
Keine Religion kann ihren Gott beweisen.

Gott muss sich nicht präsentieren, entweder glaubt man oder nicht. Er hatte uns menschen schon genügend anzeichen gegeben.
In Antwort auf:
Keine Religion akzeptiert im Grunde neben sich eine andere Religion.

Es ist nicht die Religion, sondern die Menschen.
In Antwort auf:
Keine Religion kann das beschreiben, was dir nach dem Tod widerfährt.

Ich kann sie dir beschreiben.
In Antwort auf:
Keine Religion kann dir eine Begründung für deine Existenz liefern.

Die frage war sinnlos.

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Der Prophet Muhammad(saw) sagte:
"Wenn du zu Allah sprechen willst, dann sprich Bittgebete.
Und wenn du Allah zu dir sprechen lassen möchtes dann lies den Quran!"

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

29.05.2006 23:10
#6 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
In Antwort auf:Keine Religion kann das beschreiben, was dir nach dem Tod widerfährt.
Ich kann sie dir beschreiben.
Nein, das kannst du nicht. Das kann Niemand, weil Niemand sterben kann und dann von seinen Erlebnissen im Jenseits berichten könnte. Nahtoderfahrungen zählen hierbei nicht, eben weil betreffende nicht gestorben sind. Wie Snooker gut und richtig erkannt hat ist für mich der Punkt der Beweisbarkeit der springende Punkt. Und beweisen kannst du mir nichts. Was im Koran, der Bibel oder der Thora steht hat nicht mehr oder weniger Beweiskraft wie das, was mir ein beliebiger Mensch erzählen könnte.

In Antwort auf:
In Antwort auf:Keine Religion kann dir eine Begründung für deine Existenz liefern.
Die frage war sinnlos.
Oh, für mich durchaus, da hast du recht. Aber um Menschen zu verstehen muss man sich in sie hineinversetzen, und manche Menschen scheinen einen Grund für ihre Existenz zu brauchen.
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Und über Gott habe ich im Leben noch nicht gelästert. Ich lästere höchstens über die, die ihn erfunden haben.
(Volker Pispers, dt. Kabarettist, *1958)

Schwester ( Gast )
Beiträge:

30.05.2006 01:23
#7 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
Nein, das kannst du nicht. Das kann Niemand, weil Niemand sterben kann und dann von seinen Erlebnissen im Jenseits berichten könnte.

Ich spreche nicht vom Tag des jüngsten nur über die geschehenisse..
In Antwort auf:
Was im Koran, der Bibel oder der Thora steht hat nicht mehr oder weniger Beweiskraft wie das, was mir ein beliebiger Mensch erzählen könnte.

sei dir mal nicht so sicher. Wiviele menschen lagen im kummer??
In Antwort auf:
Oh, für mich durchaus, da hast du recht. Aber um Menschen zu verstehen muss man sich in sie hineinversetzen, und manche Menschen scheinen einen Grund für ihre Existenz zu brauchen.


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emanuel ( Gast )
Beiträge:

30.05.2006 03:37
#8 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
JEDE Religion hat den Anspruch die einzig richtige zu sein.

wenn wir eine verbindung zwischen zwei punkten herstellen möchten, dann ist es unumgänglich diese zwei punkte zu kennen. lange zeit hat sich der mensch damit begnügt, zwischen körperlicher und seelischer (geistiger) struktur seines "seins" zu unterscheiden und sich so zu charakterisieren. in dieser phase der menschheit war gott das unbekannte und wunderbare.

heute gehen wir daran den menschen in ein es-ich-überich einzuteilen, in drei bewußtseinsebenen und geben der seele darin einen platz, je nach geschmack in einer dieser einteilungen. ich wage zu behaupten es könnte daher auch noch eine vierte einheit bestehen.

dem gegenüber betrachten wir den gottesbegriff immer noch als eine einheit. zwar nicht mehr so ganz unbekannt, eher schon alltäglich, ist er immer noch in der einheitsform im handel erhältlich.
wir sollten uns durchringen, um hier weiter zu kommen, den gottesbegriff zumindest in zwei teile aufzugliedern, in einen auf den menschen subjektiv bezogenen und in einen allgemeinen objektiven.

um zu zeigen, dass es gar nicht neue überlegungen sind die mich plagen, stelle ich einen altbekannten text hier herein, mit ein paar erläuterungen:

joh 8, 46-59

46Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?
47Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; ihr hört darum nicht, weil ihr nicht von Gott seid.
48Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, daß du ein Samariter bist und einen bösen Geist hast?
49Jesus antwortete: Ich habe keinen bösen Geist, sondern ich ehre meinen Vater, aber ihr nehmt mir die Ehre.

50Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie sucht, und er richtet.

51Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit.
52Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du einen bösen Geist hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken in Ewigkeit.
53Bist du mehr als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst?

54Jesus antwortete: Wenn ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott;

55und ihr kennt ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen wollte: Ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, wie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.
56Abraham, euer Vater, wurde froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich.
57Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?
58Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich.
59Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus.

Name: Andreas
Namensherkunft: griechisch
Namensbedeutung: "der Tapfere, Mannhafte". Sehr frühe Verbreitung des Vornamens in der christlichen Welt als Apostlename. Auch im Deutschland einer der beliebtesten Vornamen seit dem Mittelalter.

rot - manche dinge haben sich schon erledigt, während man noch darüber spricht.
grün - das ist eine andere farbe.

und ein

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

30.05.2006 09:28
#9 RE: Woran nur Glauben antworten

Hallo Snooker

In Antwort auf:
Die Frage die man sich hinsichtlich der Suche nach der richtigen religion stellen muss, ist also die: Was will und was werde ich erreichen, wenn ich diese Religion vertrete: Wird es nur mir persönlich nutzen --> dann schadet es mir! oder wird es mir durch den nutzen, den die gesellschaft davon hat, nutzen?

Inwiefern Religion schadet wenn sie nur mir privat von Nutzen ist sehe ich im Moment nicht. Ich vertrete eher die Meinung, dass wenn jeder in seinen vier Wänden seine Religion praktizieren würde, es für die Gesellschaft weniger problematisch wäre. Indem man die Religion auf die Stufe der Gemeinschaft stellt und ihr eine Rolle in der Gesellschaft zuordnet, wird sie automatisch zum Politikum und zugleich wird das persönliche Recht, wie ich diese Religion interpretiere möchte, an diese Gesellschaft übertragen, die mir dann sagt, wie ich sie korrekt zu interpretieren habe.
Diese übernimmt dann auch die Kontrolle, ob man den von dieser Gemeinschaft aufgestellten religiösen Normen genügt oder nicht. Beispiele dieser gesellschaftlichen Kontrolle gibt es zur genüge ohne das ich jetzt speziell darauf einzugehen brauche.

In Antwort auf:
Im Gefecht mit dem Atheismus kann sicherlich keine religion ihren gott beweisen. Wie sollte das denn möglich sein?

Als Atheist gehe ich die Frage der Religion und deren Beweise gleich an, wie ich alle Situationen im Leben angehe und versuche diese, für mich nach meinem Verständnis von Logik, Vorstellungskraft und Überprüfbarkeit zu beurteilen.
An der Grundidee, dass man an eine „Kraft“ glauben kann, vor allem wenn man sich mit dem Universum beschäftigt, ist eigentlich nichts falsch. Diese Idee findet man in allen Kulturkreisen, von den Ureinwohnern Australiens bis zu den Grossstadtesoterikern.

Diesen Urglauben bekämpfe ich als Atheist nicht, aber die Auswüchse dieses Gedankens, die blind bereits gefestigte Erkenntnisse kategorisch verneinen, Verhaltenskodexe predigen, die sich in teilweise in akribischen Details verlieren bis hin zu den Kleider- und Haartrachtvorschriften die vom alleinigen Gott höchstpersönlich kommen sollen, diese Art von Religion lehne ich ab. Denn genau diese fabulösen Interpretationen liefern den Zunder für die religiösen Flächenbrände.


__________________________________________________
Gott ist eine vom Menschen erdachte Hypothese bei dem Versuch, mit dem Problem der Existenz fertig zu werden.
(Sir Julian Huxley, engl. Biologe, 1887-1975)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

30.05.2006 15:05
#10 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
Inwiefern Religion schadet wenn sie nur mir privat von Nutzen ist sehe ich im Moment nicht. Ich vertrete eher die Meinung, dass wenn jeder in seinen vier Wänden seine Religion praktizieren würde, es für die Gesellschaft weniger problematisch wäre.

Einverstanden, höchtswahrscheinlich gäbe es dann tatsächlich weniger zunder für religiöse Verirrungen.
Eventuell ergibt sich aber dennoch ein Problem, nämlich dass sich eine Religion - und gemeint ist hier nicht allein die gottgebundene - nicht so ohne weiteres vom restlichen Leben eines Menschen trennen lässt. Aus einer lebenseinstellung resultieren gewissen Wertmaßstäbe, mit denen der Inhaber arbeitet, Seien es nun atheistische, christliche, jüdische, islamische, etc! Das heißt Entscheidungen, die man im leben trifft, spiegeln die erarbeitete religion wider. und ab hier greift der Grundsatz:

Dient eine Sache nur mir selbst, und nicht der Gesellschaft, muss sie mir schädlich werden, da ich nur durch eine vitale Gemeinschaft existieren kann . Es ist die Aufgabe eines jeden menschen, aktiv an der verbesserung des Miteinanders teilzuhaben; auch dieses ist Grundsätzlich.

Deine oben zitierte meinung würde ich daher als vermittelnde Aktivität bezeichnen, man wird dadurch aktiv, dass man niemanden mit der speziellen ausübung der religiösität - der Anbetung - "auf den Geist geht"

Vermutlich wäre dann der nächste Schritt herauszufinden, wie ich durch meine Religion konstituell aktiv werden kann, indem ich tatsächlich auf die Menschen zugehe, und ihnen durch Grundsätze der Nächstenliebe, wie Friedsamkeit, freundlichkeit, Hilfsbereitschaft sowie das Akzeptieren der Unterschiede usw. dienen kann. Erst dadurch kann ich einen nutzen erfahren der mich im leben voranbringt.


In Antwort auf:
Indem man die Religion auf die Stufe der Gemeinschaft stellt und ihr eine Rolle in der Gesellschaft zuordnet, wird sie automatisch zum Politikum und zugleich wird das persönliche Recht, wie ich diese Religion interpretiere möchte, an diese Gesellschaft übertragen, die mir dann sagt, wie ich sie korrekt zu interpretieren habe.
das ist in der tat eine Schwierigkeit, zu der es doch aber nur kommen kann, wenn gewisse individuen vorgeben in den Besitz der "allerbesten religion oder lebenseinstellung" gekommen zu sein, dieses publizieren und eine Übernahme derselben von den anderen Mitgliedern der gesellschaft, einfordern. Dass das ein Rückschritt in bezug auf die motive des miteinanders, sowie die Möglichkeiten, durch die sich die Motivationen ausdrücken, bedeutete, müsste ebenfalls jedem klar werden können.
Es käme zu einem Verfall der gesellschaft, nicht hinsichtlich ihres Zusammenhalts, den es ohnehin nur sporadisch geben kann, sondern vielmehr bezüglich der bemühungen der mitglieder, innerhalb der gesellschaft zusammenzuarbeiten.

In Antwort auf:
Diesen Urglauben bekämpfe ich als Atheist nicht, aber die Auswüchse dieses Gedankens, die blind bereits gefestigte Erkenntnisse kategorisch verneinen, Verhaltenskodexe predigen, die sich in teilweise in akribischen Details verlieren bis hin zu den Kleider- und Haartrachtvorschriften die vom alleinigen Gott höchstpersönlich kommen sollen, diese Art von Religion lehne ich ab. Denn genau diese fabulösen Interpretationen liefern den Zunder für die religiösen Flächenbrände.

Applaus, Fenris! Eien solche Einstellung ist wie löschschaum auf dem schier unlöschbaren kriegerischem feuer der religiösen Verirrungen!



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freily ( Gast )
Beiträge:

30.05.2006 17:38
#11 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
Dient eine Sache nur mir selbst, und nicht der Gesellschaft, muss sie mir schädlich werden, da ich nur durch eine vitale Gemeinschaft existieren kann . Es ist die Aufgabe eines jeden menschen, aktiv an der verbesserung des Miteinanders teilzuhaben; auch dieses ist Grundsätzlich.
Genau meine Meinung auch.!

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

02.06.2006 11:14
#12 RE: Woran nur Glauben antworten

@Snooker

In Antwort auf:
Vermutlich wäre dann der nächste Schritt herauszufinden, wie ich durch meine Religion konstituell aktiv werden kann, indem ich tatsächlich auf die Menschen zugehe, und ihnen durch Grundsätze der Nächstenliebe, wie Friedsamkeit, freundlichkeit, Hilfsbereitschaft sowie das Akzeptieren der Unterschiede usw. dienen kann. Erst dadurch kann ich einen nutzen erfahren der mich im leben voranbringt.

Da bin ich mit Dir einverstanden Snooker, es wäre aber zu klären, inwiefern diese Grundsätze auf der Religion basieren und wie viel davon sich aus einer alltäglichen Gemeinschaft erklären lassen. Ein bisschen vereinfacht könnte man das auch mit der Frage formulieren was war zuerst da, das Huhn oder das Ei respektive die Grundsätze oder die Religion?

Jede Art von Gemeinschaft braucht eine gewisse Struktur mit der sie sich definieren und von welcher das Ueberleben der Gruppe sowie jedes Einzelnen abhängt. Natürlich sind nicht alle von Dir genannten Eigenschaften nötig wenn es nur um die einzelne Gemeinschaft geht, die Kopfjäger und Kannibalen im früheren Borneo haben ihren Begriff von Nächstenliebe sicher anders interpretiert als wir das heute tun. Um eine Struktur zu definieren, die Brücken zwischen einzelnen Gruppen, Völker und Nationen schlägt sind genannte Grundsätze sicher sinnvoll, nur lässt es sich schwierig beantworten, wie unsere Strukturen ohne die Religionen aussehen würden und inwiefern diese bereits bestanden haben und dann in die Religion einbezogen wurden, da man ihren Wert bereits kannte.

Ein weitere Problem das sich hier stellt, ist die Frage, wieweit kann ich an der Verbesserung der Gemeinschaft mitwirken wenn meine persönlichen Bedürfnisse unbefriedigt sind?

“Mens sana in corpore sano”

Wenn wir als Beispiel den Tierschutz nehmen, zeigt sich hier sehr schön, dass wir erst bereit sind die Tiere zu schützen wenn unsere Bedürfnisse an Nahrung langfristig gedeckt sind. Die Bauern in Afrika sehen im Elefanten, der ihre Ernten zertrampelt primär einen Futterkonkurrenten und verstehen nicht, warum wir uns bemühen diese Art zu schützen.

Die Gesellschaft besteht aus vielen Individuen und diese vermögen die verbindlichen Werte nur dann hochzuhalten, wenn sie selber für sich eine gewisse Stufe der Sicherheit erreicht haben. Die Gesellschaft als solches ist ein abstraktes Gebilde, das keine Fähigkeit besitzt von sich aus Gutes zu tun.

Hat die Geschichte nicht gezeigt, dass dort wo das Wohl der Gesellschaft über dem einzelnen Menschen steht und dessen Grundbedürfnisse missachtet, die Gesellschaft als solche längerfristig nicht überlebensfähig ist?


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the swot ( Gast )
Beiträge:

04.06.2006 08:53
#13 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
Hallo,

kennt ihr das?? Ihr beschäftigt Euch mit dem Christentum, dann mit dem Islam und dann lest ihr noch ein bischen in anderen Religionen. Und am Ende kommst du dir vor, als hättest du dich im Irrgarten verlaufen. Welche Religion ist denn nun die RICHTIGE ? Oder wurde Religion wirklich nur erschaffen, damit die Menschen etwas haben woran sie sich klammern können?


Bevor ich dir darauf antworte sage ich vorsichtshalber, dass ich natürlich nicht missioniere. Nur damit es nicht zu Missverständnissen kommt

Also als Jude glaube ich an den G´TT Israels und dessen Gebote.
Und der g´TT Israel beschloss nach der Sinflut mit Noah einen Bund. Die sogenannten 7 noachidischen Gesetze. Diese noachidischen Gesetze sind nach jüdischen Glauben für Nichtjuden gedacht. Wenn ein Nichtjude nach diesen 7 Gesetzen lebt und sie einhält steht auch ihm das Himmelreich offen. Nachzulesen sind diese Gesetze auch noch in irgendeinem anderen Thread in diesem Forum. Ansonsten einfach mal bei http://www.hagalil.com gucken

PS: Man muss anmerken, dass diese Gesetze überhaupt nicht schwer einzuhalten sind. Das sind Sachen wie "du sollst nicht töten" und so etwas ist ja nun wirklich nicht schwer
_____________________________________________

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

04.06.2006 20:07
#14 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
Da bin ich mit Dir einverstanden Snooker, es wäre aber zu klären, inwiefern diese Grundsätze auf der Religion basieren und wie viel davon sich aus einer alltäglichen Gemeinschaft erklären lassen. Ein bisschen vereinfacht könnte man das auch mit der Frage formulieren was war zuerst da, das Huhn oder das Ei respektive die Grundsätze oder die Religion?

ja Fenris, du siehst ja, dass die frage - so gestellt - recht kompliziert wird! Ich denke aber auch dass das erst an zweiter Stelle kommt, denn zunächst gilt ja erst mal ob diese Grundsätze ob nun durch Religion oder ganz ohne, dem Wohl der gesellschaft dienlich sind!
Auf die frage was nun zuerst da war hab ich bisher noch keine Antwort finden können, die Allgemeingültigkeit besitzen könnte.


In Antwort auf:
“Mens sana in corpore sano”
<--- Italienisch? o.O da frag ich doch gleich mal was das heißt...


In Antwort auf:
Hat die Geschichte nicht gezeigt, dass dort wo das Wohl der Gesellschaft über dem einzelnen Menschen steht und dessen Grundbedürfnisse missachtet, die Gesellschaft als solche längerfristig nicht überlebensfähig ist?

Hmmh. Mir fällt da grad kein Bezug zu ein. Inwieweit könnte denn das Wohl der gesellschaft über dem Wohl des Individuums liegen? Da doch sowohl Zusammensetzung, Werte, als auch ideologien einer gemeinschaft durch ihre Mitglieder festgelegt werden.
Da müsste es ja schon innerhalb der gesellschaft eine elitäre Gruppe geben, die ihrer seits festlegt, in welchem Umfang der Wert der gesellschaft höher ist als der Wert der Individuen, die sie bilden... Ich denke in diesem zuge kommt es zu einer Ungleichbehandlung der menschen und dieses führt zum Scheitern einer gemeinschaft...



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freily ( Gast )
Beiträge:

04.06.2006 20:44
#15 RE: Woran nur Glauben antworten

Zitat von Fenris
Ein bisschen vereinfacht könnte man das auch mit der Frage formulieren was war zuerst da, das Huhn oder das Ei respektive die Grundsätze oder die Religion?
Tja ein kluger Fernsehsender brachte dazu die These, dass das Ei ein Eisprung... eh evolutionären Gensprung machte und somit das Ei zuerst da war.
Diese These wurde als wissenschaftlich logische Erklärung abgegeben. Jetzt weis der vanini dadurch, woher ich meine verbogene Logik habe.
Naja, weist ja keiner auf die Gefahren der vielen Fernsehsendungen auf ein "naives" Gemüt hin.

Womit der emanuel sagen würde,

und ein

vanini Offline



Beiträge: 502

06.06.2006 13:52
#16 RE: Woran nur Glauben antworten
Zitat von SnookerRI
Die Frage die man sich hinsichtlich der Suche nach der richtigen religion stellen muss, ist also die: Was will und was werde ich erreichen, wenn ich diese Religion vertrete: Wird es nur mir persönlich nutzen --> dann schadet es mir! oder wird es mir durch den nutzen, den die gesellschaft davon hat, nutzen?
Im Fokus muss das Wohl der menschheit liegen! Erst dann kann eine religion überhaupt zu einer "richtigen" werden.!
...
Dient eine Sache nur mir selbst, und nicht der Gesellschaft, muss sie mir schädlich werden, da ich nur durch eine vitale Gemeinschaft existieren kann.

Wenn ich mich z.B. nach einem mühsamen Tag mit einem Glas Wein auf den Balkon setze und in die Sterne gucke, so nützt das außer mir niemandem - die Begründung, dass ich damit mir selbst und der "vitalen Geschellschaft" schadete, würde ich gern mal hören...

Die von dir vorgestellte grundsätzliche Aussage ist sehr undifferenziert und einseitig - und wird damit eigentlich richtiggehend falsch. Denn zunächst muss einmal der Begriff "Gesellschaft" genauer definiert werden. Wenn man das zu tun versucht, wird man nicht nur feststellen, dass er sehr ungenau ist, sondern auch, dass er in höchst verschiedenem Sinne gebraucht wird.

Es geht ja hierbei vor allem um die Tatsache, dass der Mensch ein soziales Wesen ist. Soziale Strukturen aber beginnen bereits bei der Paarbeziehung und schließen am Ende die ganze Menschheit ein - weshalb allgemeingültige wohlklingende Aussagen hier eben durchaus nicht so einfach sind, wie es leider oft gemeint wird.

Eines steht allerdings bei jeder menschlichen Sozialisationform fest: Die eigentliche Reale "Grundeinheit" ist der Mensch - und eine personifizierte "Frau" oder einen "Herrn Gesellschaft", mit dem man reden könnte oder der irgend etwas täte, gibt es natürlich nicht, sondern man hat es im Grunde mit nichts anderem zu tun, als bestimmten Gesetzmäßigkeiten und Verhaltensweisen von einzelnen Menschen innerhalb bestimmter sozialer Strukturen.

Dass nun z.B. das Tun Einzelner, welches allein dem ihrem Wohlbefinden, allein schon aus diesem Grunde der Sozialgemeinschaft prinzipiell schaden soll, ist ausgesprochen unsinnig, da ja die Sozialgemeinschaft eben aus diesen Einzelnen besteht, von deren Wohlbefinden letztlich auch die Qualität der ganzen Gemeinschaft mit abhängt.

Etwas anderes ist es freilich, wenn Menschen sich vermeintlichen Nutzen verschaffen, ohne Rücksicht darauf, dass es anderen Menschen bzw. des sozialen Strukturen schadet. Dieser Schaden wird, da ja alle Glieder der Gemeischaft sind, auf alle zurückfallen - also auch auf jene, die ihn in der Absicht eigenen Vorteiles verursacht haben. Es zeigt sich also, dass menschliches Denken und Handeln intuitiv immer auf den eigenen Nutzen abzielt - und sich letztlich nur im Grade der Erkenntnis der Zusammenhänge und der Auswirkungen des eigenen Tuns und Handelns unterscheidet, und natürlich in den jeweiligen persönlichen Mentalitäten.

Die wichtigere Frage, die sich hier auftut, ist die, ob denn nun die Sozialgemeinschaft für den Menschen da ist oder umgekehrt. Die erstere Sicht ist eine primitiv-naturalistische, welche das menschliche Individuum zu einer rein funktionalen Größe degradiert und statt dessen den virtuellen "Sozialkörper" als eigentliches Subjekt darstellt, um dessen Beförderung und Erhaltung es geht - und gegenüber dem persönliche Interessen des Individuums grundsätzlich wenig bis keine Bedeutung haben. Bis zu welcher Perversion das gehen kann, lässt sich an der abartigen "Volks-Ideologie" des Dritten Reiches ablesen.

Wenn wir nun aber schauen, wo eine solche Denkweise zuerst kultiviert wird, dann sehen wir (wieder einmal) die Schriften des Alten Testamentes die unrühmliche Vorreiterrolle übernehmen. Denn neben der perversen ethnischen Werteinteilung von Menschen ist die abartige Personifizierung des "Volkes Gottes" im AT außerordentlich bizarr. Gott spricht mit "seinem Volk" fast ausschließlich in der Einzahl, "Schädlinge" des Volkes werden sollen wie kranke Körperteile radikal ausgemerzt werden, damit "Israel" rein vor dem Herrn stehe usw...

Auch wenn das Neue Testament das ethnisch-jüdische Volk Gottes durch die "Gemeinde" der christlichen Gläubigen ersetzt, die Herkunft des Denkhorizontes aus dem Alten Testament lässt sich nich verleugnen. Wieder geht es (insbesondere auch, was die stets so bombastisch vorgetragenen Nächsten-Liebes-Anordnungen betrifft) im Kern vor allem um die Gemeinschaft der Auserwählten, um deren Reinhaltung inklusive Ausmerzens des "Fehlerhaften"; wieder sehen wir (z.B. in der Offenbarung) Christus "Gemeinden" in der personifizierten Einzahl ansprechen usw... Tja, Snooker, und dass auf gedanklichen Grundlagen wie diesen Aussagen zustande kommen, wie du sie formuliert hast, kann darum auch nicht verwundern!

Dass die Frage nach dem tieferen Wesen der bewussten Individualität eine sehr wichtige ist, auch und vor allem in ethischer Hinsicht, wird von niemandem, der sich einmal damit beschäftigt hat, bestritten. Dass aber die "Antworten", die hierzu z.B. von Judentum, Christentum und Islam gegeben werden, nicht nur nichts leisten, weil sie oberflächlich und primitiv sind, sondern genau deshalb auch richtiggehend gefährlich genannt werden müssen, liegt offen am Tage.


Sage mir, was du glaubst, und ich sage dir, wer du bist.

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

06.06.2006 14:36
#17 RE: Woran nur Glauben antworten

@snooker

In Antwort auf:
Dient eine Sache nur mir selbst, und nicht der Gesellschaft, muss sie mir schädlich werden, da ich nur durch eine vitale Gemeinschaft existieren kann

In Antwort auf:
Hmmh. Mir fällt da grad kein Bezug zu ein. Inwieweit könnte denn das Wohl der gesellschaft über dem Wohl des Individuums liegen? Da doch sowohl Zusammensetzung, Werte, als auch ideologien einer gemeinschaft durch ihre Mitglieder festgelegt werden.

Ja, was jetzt?


Nun dann wage ich mich wieder einmal aufs Minenfeld der Logik und behaupte,

Wenn somit eine Sache nur mir dient, dient sie zugleich auch der Gesellschaft, weil diese sich durch mich definiert!

Wenn der vanini also nach geschlagener Schlacht am Abend auf dem Balkon seinen Amarone schlürft, dann ist das ganz und gar keine selbstsüchtige Handlung sondern, ganz im Gegenteil, ein wertvoller Beitrag an die Gesellschaft.


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(Sir Julian Huxley, engl. Biologe, 1887-1975)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

06.06.2006 14:56
#18 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
Ja, was jetzt?

Bei letzterem ging es doch allein um eine Überbewertung entweder der gesellschaft oder des Individuums in Verbindung mit der Frage, ob dies einersetis möglich, und wenn ja: erstrebenswert andererseits wäre!

In Antwort auf:
Wenn somit eine Sache nur mir dient, dient sie zugleich auch der Gesellschaft, weil diese sich durch mich definiert!

Kawumm!! kann eine Sache nur mir dienen, wenn sie gleichzeitig auch der Gesellschaft dient? Wenn du mich so verstanden hast, fenris, sollten wir nochmal ein paar Gedanken weit zurückgehen! Ehrlich


In Antwort auf:
Wenn der vanini also nach geschlagener Schlacht am Abend auf dem Balkon seinen Amarone schlürft, dann ist das ganz und gar keine selbstsüchtige Handlung sondern, ganz im Gegenteil, ein wertvoller Beitrag an die Gesellschaft.

Vollkommen richtig! Er hat eine Schlacht geschlagen und gönnt sich nun etwas erholung, damit er demnächst abermals erfolgreich für die Gesellschaft tätig sein kann..

Würde vanini seinen Amarone, Joint, Tequila oder sonst was ohne jeglichen positiven Bezug zur Gesellschaft genießen, diente es es also nur ihm persönlich, kurz- wie langfristig so wäre dies der gesellschaft zum Schaden, schon allein deshalb, weil sie keinen nutzen davon trüge.

Es fgeht also um intentionen: Was will ich durch meine Tat erreichen und wofür?


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vanini Offline



Beiträge: 502

06.06.2006 15:27
#19 RE: Woran nur Glauben antworten

Zitat von SnookerRI
In Antwort auf:
Wenn somit eine Sache nur mir dient, dient sie zugleich auch der Gesellschaft, weil diese sich durch mich definiert!

Kawumm!! kann eine Sache nur mir dienen, wenn sie gleichzeitig auch der Gesellschaft dient? Wenn du mich so verstanden hast, fenris, sollten wir nochmal ein paar Gedanken weit zurückgehen! Ehrlich
...
Würde vanini seinen Amarone, Joint, Tequila oder sonst was ohne jeglichen positiven Bezug zur Gesellschaft genießen, diente es es also nur ihm persönlich, kurz- wie langfristig so wäre dies der gesellschaft zum Schaden, schon allein deshalb, weil sie keinen nutzen davon trüge.

Es geht darum, dass "die Gesellschaft" nichts anderes ist als die Gemeinschaft einzelner Individuen samt dem dazugehörigen Beziehungsgeflecht. Die eigentümliche Unterscheidung zwischen Dingen und Sachen, die nur Auswirkungen aus ein bestimmtes Individuum haben sollen und solchen, die Auswirkungen auf die Gemeinschaft haben ist darum eben inhaltlich unsinnig, da jedes Individuum ein Teil der Gemeinschaft ist und im "Beziehungsgeflecht" mit drin hängt, und Wohl und Wehe jedes Individuums unausweichlich immer Auswirkungen auf die Gemeinschaft hat, es also ein "nur ihm persönlich" de facto gar nicht geben kann.

Und rein formal: Die Aussage, dass etwas, was "nicht nützt", deshalb automatisch gleich "schadet", ist zumindest schon mal elementar-logisch nicht sinnvoll - denn sonst bräuchte es ja für "nicht nützen" und "schaden" nur ein einziges Wort...


Sage mir, was du glaubst, und ich sage dir, wer du bist.

Fenris Offline

Freidenker

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06.06.2006 15:59
#20 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
Wenn du mich so verstanden hast, fenris, sollten wir nochmal ein paar Gedanken weit zurückgehen! Ehrlich

Warum, ich finde wir sind doch schon weit gekommen, oder etwa nicht? Oder damit Du den schwammigen Begriff der Gesellschaft besser definieren kannst?

Wie kann ich ein Glas Wein mit positivem oder ohne jeglichen positiven Bezug zur Gesellschaft genießen?? Auf diese Definition wäre ich wirklich gespannt.

Ernsthaft, ich denke ich verstehe Deinen Standpunkt, der meiner Meinung nach einfach nur einen kleinen Fehler beinhaltet und zwar indirekt. Die Umschreibung "etwas zu tun, dass nur mir persönlich dient" zielt mehr oder weniger direkt auf den Begriff Egoismus, der sich seinen negativen Beigeschmack aber im allgemeinen Verständnis von "auf die Kosten der Anderen" geholt hat. Für mich ist Egoismus nicht nur negativ behaftet, sondern liefert ebenfalls einen Beitrag zum Antrieb des Individuums und dieser Aspekt wird gerne verkannt respektive unterschlagen. Ich persönlich kann mir gut vorstellen, Dinge zu tun, die nur mir dienen und die für die Gesellschaft absolut keine Relevanz haben und daher weder zu deren Weiterentwicklung noch deren Untergang führen.


__________________________________________________
Gott ist eine vom Menschen erdachte Hypothese bei dem Versuch, mit dem Problem der Existenz fertig zu werden.
(Sir Julian Huxley, engl. Biologe, 1887-1975)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

06.06.2006 17:39
#21 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
Für mich ist Egoismus nicht nur negativ behaftet, sondern liefert ebenfalls einen Beitrag zum Antrieb des Individuums und dieser Aspekt wird gerne verkannt respektive unterschlagen.

Gut fenris, vielleicht hatte ich mich nicht klar genug ausgedrückt, der Antrieb des Individuums ist natürlich ein wichtiger Punkt, wenn es um den nutzen für die gesellschaft geht...so weit sind wir uns einig.


In Antwort auf:
Ich persönlich kann mir gut vorstellen, Dinge zu tun, die nur mir dienen und die für die Gesellschaft absolut keine Relevanz haben und daher weder zu deren Weiterentwicklung noch deren Untergang führen.

Ja gut damit kann ich wohl leben, kein thema... Mir geht es auch nur darum, in allem, was ich tue einen Nutzen für die mich umgebende Gesellschaft zu bringen.


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SnookerRI Offline

Soul-Societist


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06.06.2006 17:43
#22 RE: Woran nur Glauben antworten
In Antwort auf:
und Wohl und Wehe jedes Individuums unausweichlich immer Auswirkungen auf die Gemeinschaft hat, es also ein "nur ihm persönlich" de facto gar nicht geben kann.

Ja vanini, drei menschen drei Meinungen... kein problem!


In Antwort auf:
Die Aussage, dass etwas, was "nicht nützt", deshalb automatisch gleich "schadet", ist zumindest schon mal elementar-logisch nicht sinnvoll - denn sonst bräuchte es ja für "nicht nützen" und "schaden" nur ein einziges Wort...

Das ist wohl eher ein problemchen in der Sprache als denn eines in der logik... "schaden" weist sowohl auf kurz als auch lange sicht hin auf eine Schädigung von etwas oder jemandem hin.
"Nicht nützt" birgt zumindest potentiell die Möglichkeit in absehbarer zeit schädlich zu werden - wenn du meine Definition liest wirst du feststellen, dass ich von werden sprach. Natürlich kann es auch gut gehen, es ist aber kein muss!


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Fenris Offline

Freidenker

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07.06.2006 14:17
#23 RE: Woran nur Glauben antworten

@snooker

In Antwort auf:
Die elementaren fragen: Wo komme ich her? Warum bin ich? Wo gehe ich in? wurden mir durch den Glauben an die Existenz eines Gottes am effektivsten beantwortet. Es ist nicht so dass ich mich mit dem Atheismus nicht beschäftigt hätte. All die großen Philosophen schätze ich sehr. Nur konnten mir diese drei fragen hinsichtlich meiner Existenz nicht zufriedenstellend beantwortet werden.

Es freut mich für Dich Snooker, wenn Du da Deine zufriedenstellende Antwort gefunden hast und die will ich auch gar nicht hinterfragen.

Für mich stellt sich höchsten die Frage, ob Religion generell diese wirklich beantworten kann, wenn man berücksichtigt, dass auch sie der Kernfrage grundsätzlich ausweicht. Der Erklärungsversuch der Religion endet für mich daher mit der Schlussfolgerung, dass ich nicht Grund sondern schlussendlich nur Ursache bin.

Um das „Warum bin ich“ befriedigend beantworten zu können, müsste die Religion meiner Meinung nach im Stande sein, die Frage nach dem ZWECK meines Daseins zu beantworten. Die Frage müsse demnach lauten, warum hat der Schöpfer überhaupt geschaffen, was hat ihn motiviert und wozu dient es ihm?

Nur wenn das Motiv des Schöpfers bekannt wäre, könnte man die Frage nach dem Sinn der eigenen Existenz beantworten.

Meiner Meinung nach, beschränkt sich die Religion darauf, dem Leben einen Sinn zu geben, indem sie die Abhängigkeiten zum vermeintlichen Schöpfer erklärt, den Sinn der Schöpfung, die solche Fragen erst aufwirft, als solche aber gar nicht hinterfragt sondern einfach als gegeben annimmt.


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SnookerRI Offline

Soul-Societist


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07.06.2006 14:57
#24 RE: Woran nur Glauben antworten

In Antwort auf:
Für mich stellt sich höchsten die Frage, ob Religion generell diese wirklich beantworten kann,
Das lieber fenris, muss jedermanns eigene entscheidung sein. Für mich persönlich war es so ... Aber Leute wie du, gysi, vanini, etc. liefern doch beste beispiele dafür, dass man auch auf anderen Wegen zufriedenstellende Antworten auf die Fragen erhält. Und es ist ja längst nicht so, dass eine Antwort, mit der man im Alter von sagen wir 20 jahren noch zufrieden war, auch mit 67 diese Zufriedenheit liefert. Wie oft schon hörte ich Menschen sagen: Ja früher hab ich das auch mal anders gesehen. Leben heißt Veränderung. Wenn man mit einem bestimmten Alter der meinung ist, religion Atheismus ist Blödsinn, so heißt dass doch nicht dass sich diese haltung gleich einem Dogma im leben manifestieren muss.

In Antwort auf:
Um das „Warum bin ich“ befriedigend beantworten zu können,

Auch bei mir hörte die beantwortung dieser Frage nicht mit: "Weil ein universaler Schöpfer mich geschaffen hat" auf; anhängig war natürlich sofort die frage: Warum hat er mich denn erschaffen? Was bringt es ihm? Was war sein Motiv?

meine momentane Antwort auf diese frage beziehe ich aus dem verhältnis Gottes zu Menschen, welches sich aus den Schriften ergiebt, und da fällt vor allem die liebe auf, die er zu Menschen hat. Gott schuf den menschen aus Liebe, weil er wollte, dass sich auch andere Lebensformen an einer Existenz erfreuen konnten.
Diese Ansicht ist jederzeit erweiterbar!


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vanini Offline



Beiträge: 502

08.06.2006 11:47
#25 RE: Woran nur Glauben antworten

Auch auf die Gefahr hin, vom eigentlichen Thread-Thema sehr weit abzuweichen:

Zitat von SnookerRI
Das ist wohl eher ein problemchen in der Sprache als denn eines in der logik...

Tja, Snooker, dir (und einigen anderen noch deutlich mehr!) scheint nicht ganz klar zu sein, dass es sich bei Sprache und Logik gewissermaßen um ein und die selbe Sache handelt! Ohne Sprache gibt es keine formulierbare Logik, und ohne Logik ist jegliche Sprache sinnfrei - also de facto keine Sprache mehr.

Dass dies bei der reduzierten Zeichen- und Formelsprache in den Naturwissenschaften offensichtlicher wird als bei der eigentlichen Sprache, liegt vor allem daran, dass bei den ersteren klare Definitionen der Bedeutung der verwandten Zeichen gelten. Dass aber die Gesetze der Logik natürlich in gleicher Weise in der "normalen" Sprache gelten, wird nicht zuletzt dadurch oft verschleiert, dass die verwandten Begrifflichkeiten nicht klar und eindeutig in ihrer Bedeutung und ihrem Aussagegehalt bestimmt werden - mal bewusst, mal unbewusst. Im umgangssprachlichen Bereich führt das dann notwendiger Weise zu Missverständnissen - und in Diskussionen wie diesen zu barem Unsinn.

Wenn ich zum Beispiel festlege, dass 1x1=1 sei, im selben Moment aber behaupte, dass 1x1=34 sei, wird jeder sofort erkennen, dass beide Aussagen nicht zugleich gelten können deshalb eine falsch sein muss. Wenn aber z.B. behauptet wird, dass Gott alles, was außer Gott existiert, seine Ursache allein in Gott habe, da er alles aus dem Nichts erschaffen hat, im selben Moment aber behaupte, dass nicht alles seine Ursache in Gott habe (also z.B. "das Böse"), dann ist dies ganz genau so ein logischer Unsinn, der den Träger dieser Aussage, die Sprache nämlich, ad absurdum führt.

Nicht alles hat eben schon allein darum irgend einen Sinn, dass man es aussprechen kann. Und genau das ist ja einer der Kernpunkte der elementar-logischen Kritik an den meisten religiösen Fundamentalbehauptungen. An dieser Stelle erinnere ich an die kürzlich von "Penis" versandte Rundmail mit dem absurden Buchtabensalat - nicht mehr Aussagegehalt haben letztlich viele religiöse Glaubenssätze... Und dass sich die Alogik der Fundamente im "Überbau" fortpflanzt und vermehrt - und nicht zuletzt auch die natürliche Verstandestätigkeit der damit hantierenden Gläubigen z.T. ganz erheblich einzuschränken in der Lage ist, liegt nicht nur auf der Hand, sondern ganz offen zu Tage.

Und wenn nun die elementaren Gesetzmäßigkeiten des logischen Verstandes in der Religion nicht mehr gelten sollen, z.B. weil es sich angeblich um viel "höhere" Dinge handelte, als dem menschlichen Verstande zugänglich seien, so muss zum einen festgestellt werden, dass solcherlei unsinnige Verkündungen dem Verstande nicht genügen, also klar unter seinem Niveau liegen und zum anderen, dass mit solcherlei "Begründungen" sich jeglicher abartige Unfug "rechtfertigen" ließe - was ja bekanntlich auch immerefort geschieht.

Das Einzige, was den oft zum Schreien widersinnigen religiösen Behauptungen und Weltbildern dennoch einige Seriosität und Respekt verschaffen könnte, wäre eine deutliche positive ethische Auswirkung auf Denken und Verhalten der Menschen. Dass dies so sei, wir zwar immer wieder als die selbstverständlichte Tatsache der Welt hingestellt - doch bei genauerem Hinsehen in Geschichte und Gegenwart wird man unausweichlich feststellen, dass Ethik nicht nur nicht auf Religiosität gründet, sondern durch sie, wenn überhaupt, dann ganz klar negativ beeinflusst wird!


Sage mir, was du glaubst, und ich sage dir, wer du bist.

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dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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