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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 2.160 mal aufgerufen
 Antireligiöse Politik und Kultur
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.218

23.12.2017 14:03
Ein Weihnachtsgebet antworten

Ein Weihnachtsgebet


Es ist unschlagbar zynisch,
die Sehnsucht der Menschen nach Liebe und Frieden
mit Lockrufen himmlischer Engelschöre
dieser archaisch-christlichen Blutreligion namens Christentum auszuliefern,

einer Blutreligion, der dieser Jesus am Ende seines kurzen Lebens geopfert wird,

geopfert von Gott, seinem Vater, zur Befriedung seiner von Menschen angeblich beleidigten und gekränkten Seele,

einer Befriedung, die er offenbar in Form dieser Qualen eines so exponierten Opfers nötig hat...

Ich sehe Weihnachten glückliche, beschenkte Kinder in familiärer Geborgenheit.

Und dieses Glück sollte nicht mit der Religio-Pille eines Gottes verbittert und vergiftet werden, der offenbar ein richtiges Arschloch ist!
Schützt das Glück der Kinder vor dem Inhumanismus, dem Irrglauben und dem Zweifelsverbot dieser lange überlebten Denkart aus der orientalischen Frühantike!
Eure Kinder sind es wert, nicht in den Racheschlund eines eifernden, eifersüchtigen, neurotischen und schnell beleidigten Jahwe geworfen zu werden!

Beendet die Geschichte GOTTES, damit endlich die Geschichte der MENSCHLICHKEIT beginnt!

Amen.



2017

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 3.464

23.12.2017 22:27
#2 RE: Ein Weihnachtsgebet antworten

Zitat
einer Blutreligion, der das heute so verzückende Jesuskind am Ende seines kurzen Lebens geopfert wird,

geopfert von Gott, dem Vater, zur Befriedung seiner von Menschen angeblich beleidigten und gekränkten Seele,

Gysi,

... der christl. "Opfergedanke" geht auf noch weit ältere heidnische Blut-Kulte zurück, die glaubten, man könne die Götter mit Blut besänftigen - wie es z.B. im heidnischen Baal-Kult eine alltägliche Praxis der Tempel-Priester gewesen war. Es gab sowohl Tier- wie auch Menschenopfer, will man den Historikern glauben.

JESUS schlägt aber ein neues Kapitel im relig. Denken auf, bricht mit dem Gedanken an einen eitlen und rachsüchtigen alttestamentarischen Gott - und stellt sich damit alleine gegen die, auch von jüd. Priestern verwalteten alten Denkmuster, denn sein Vater (ABBA) ist ein Gott der Liebe und der Gnade.
Jesus sagt im NT (Joh. 10,14) auch deutlich, dass niemand sein Leben von ihm "fordert", sondern er es freiwillig hingibt: >> Der Vater liebt mich, weil ich mein Leben hingebe, um es neu zu empfangen. Niemand nimmt mir mein Leben, ich gebe es freiwillig. Ich habe die Macht und die Freiheit, es zu geben und zu nehmen. Das ist der Auftrag, den ich von meinem Vater bekommen habe.« Da fingen die Juden wieder an, sich über Jesus ... <<

Also wenn Du schon Religionskritik üben möchtest, dann aber etwas fundierter - im Notfall erst mal gründlicher nachlesen und nicht nur Oberflächliches hier in Deinem Forum abliefern. Bevor man sich also zur zornigen "Arschloch"-Ausdrücken verleiten lässt, sollte man zunächst genauer im Bild sein.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.218

24.12.2017 11:17
#3  Ein Weihnachtsgebet antworten

Zitat von Reklov
... der christl. "Opfergedanke" geht auf noch weit ältere heidnische Blut-Kulte zurück, die glaubten, man könne die Götter mit Blut besänftigen - wie es z.B. im heidnischen Baal-Kult eine alltägliche Praxis der Tempel-Priester gewesen war. Es gab sowohl Tier- wie auch Menschenopfer, will man den Historikern glauben.

Dieser Blutopfergedanke ist nicht nur heidnisch, sondern auch jüdisch-alttestamentarisch. Und mit diesem Blutopferkult wird auch die "Sünde" der Menschen durch Jesus vergolten. (Nach der christlichen Bibelexegese. Die Realgeschichte sieht gewiss anders aus.)

Zitat
denn sein Vater (ABBA) ist ein Gott der Liebe und der Gnade.

Jesus' "Vater" ist der selbe Gott wie der des Alten Testamentes. Die "Liebe und die Gnade" erfährt allenfalls der Gläubige und Unterworfene. Aber gewiss nicht der, der Gottes Wort hinterfragt und kritisiert. Der ist "ewigen Feuerqualen" ausgesetzt. Im Neuen Testament werden solche Sühnestätten wie die Hölle deutlich öfter erwähnt als im deutlich umfangreicheren Alten Testament. Wer vor Gott nicht einknickt, hat seine beleidigte Rache zu erleiden. Davon steht auch im NT - zuhauf in den Paulus-Briefen, der Offenbarungsgeschichte und den Evangelien - geschrieben. Wenn du - in der typisch hochselektiven Lesart der Bibelgläubigen - nur den Liebe-und Gnade-Gott im Neuen Testament erkennst, muss ich DIR empfehlen, den Text mal etwas genauer zu lesen.

Zitat
Bevor man sich also zur zornigen "Arschloch"-Ausdrücken verleiten lässt,

Wie willst DU denn diesen "Gott" bezeichnen, der sich selber ständig über den grünen Klee lobt, aber der an ein archaisches Blutopferritual festhält und nach ihm seinen eigenen Sohn opfert, obwohl der doch - als allmächtiger Gott! - intelligentere Möglichkeiten zur Besserung der Menschen im Programm haben sollte.

Im voll ritualisierten Abendmahl wird auch heute noch der Leib des Herrn verspeist und sein Blut gesoffen. Des Herrn, den wir heute so rührselig als frischgeborenen Heiland feiern. Den wir zum nächsten Abendmahl bedenkenlos (symbolisch, rituell) leersaufen und verspeisen! Was für ein Beispiel liefert das der Welt? Und wenn du die Kolonisations-, Gesellschafts- und Kriegsgeschichte der christlich dominierten Ethnien verfolgst, siehst du, dass es nicht die Nächstenliebe war, die deren Handlungen bestimmten... Wer nach dieser widersprüchlichen Ethik frühkindlich manipuliert wurde und weiter nach ihr handelt, fährt seine intellektuellen und empathischen Potenzen nur begrenzt hoch. Für die Nächstenliebe unter den Menschen ist diese Religion untauglich.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reklov Offline




Beiträge: 3.464

24.12.2017 13:02
#4 RE: Ein Weihnachtsgebet antworten

Zitat
Wie willst DU denn diesen "Gott" bezeichnen, der sich selber ständig über den grünen Klee lobt, aber der an einem archaischen Blutopferritual festhält und nach ihm seinen eigenen Sohn opfert, obwohl der doch - als allmächtiger Gott! - intelligentere Möglichkeiten zur Besserung der Menschen im Programm haben sollte.

Gysi,

... das von Dir angeführte Selbstlob ist ein Produkt der bibl. Autoren, von denen es ja über 40 gibt. - Die alttestamentarische Story von Abraham und seinem Sohn sollte z.B. den damaligen Wüstensöhnen vermitteln, dass der neue Stammesgott der semitischen Wanderhirten keinen Gefallen am Menschenopfer hat! - Würde die Intelligenz der Menschen ausreichen, um die Empfehlungen Jesu zu erkennen und zu befolgen, wären der Menschheit viele Leidenswege erspart geblieben; auch eine innere Besserung wäre damit einhergegangen. So aber wurden die Inhalte der Bibel lediglich oft dazu benutzt, um persönliche Macht- und Einflussbereiche zu erweitern.

Zitat
Jesus' "Vater" ist der selbe Gott wie der des Alten Testamentes. Die "Liebe und die Gnade" erfährt allenfalls der Gläubige und Unterworfene. Aber gewiss nicht der, der Gottes Wort hinterfragt und kritisiert.

Die Auslegung Gottes wurde durch Jesus vollkommen anders dargestellt, als im Alten Testament, obwohl man auch hier beachten sollte, dass Jesus selbst uns keine einzige Zeile hinterlassen hat. Diese neue Gottesauslegung Jesu brachte aber die jüd. Priester-Elite in zornige Aufruhr. Der Rest der Geschichte ist ja den meisten bekannt.

Zitat
Im voll ritualisierten Abendmahl wird auch heute noch der Leib des Herrn verspeist und sein Blut gesoffen. Was für ein Beispiel liefert das der Welt?

Die "Symbolik" des Abendmahls sollte nicht wörtlich genommen werden.
1Kor 11,23b-25:
Unser Herr Jesus, in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, nahm er Brot, brach es nach der Danksagung und sprach:
DAS IST MEIN LEIB, der für euch:Dies tut zu meinem Gedächtnis. Ebenso auch den Kelch nach dem Abendmahl; er sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr es trinkt, zu meinem Gedächtnis.

Mk 14,22-25:
Und während sie aßen, nahm er Brot, dankte, brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmt, DAS IST MEIN LEIB. Und er nahm einen Becher, dankte, gab (ihn) ihnen, und sie tranken alle daraus, und er sprach zu ihnen:
Dies ist mein Blut, (das des Bundes) das vergossen wird für viele. Amen, ich sage euch: Nicht mehr werde ich trinken vom Erzeugnis des Weinstocks, bis zu jenem Tag, wo ich es neu trinken werde im Reich Gottes.
Hier ist der unbestritten älteste Kern der Überlieferung das Brotwort. Das Kelchwort ist, wie gesagt, schon weniger sicher, und noch weniger die Erwähnung des "Bundes", ungrammatisch im Griechischen und mit Varianten belastet.

Unabhängig, wie hoch wir deren metaphorischen Charakter veranschlagen wollen, ist die Textpragmatik bestimmbar: Anlässlich und anhand dessen, was Jesus austeilt, deutet er sein eigenes Ende an. Die Konfrontation mit der
Jerusalemer Priesteraristokratie war ja längst da, und das "Hosianna" vom letzten Laubhüttenfest – setzen wir die berichtigte Chronologie der Evangelien voraus – war schon ein halbes Jahr her. Man müsste nicht mal ein Prophet sein, um in der Situation, in die Jesus sich hier gebracht hat, Todesahnungen zu hegen. Ja mehr: Wenn, wie uns vielfach versichert wird, Jesus ein so guter Menschenkenner war, dann kannte er unschwer auch schon die Gedanken eines Judas. Der wollte – so dürfen auch wir seine Gedanken lesen – nicht länger warten auf einen sichtbaren Anbruch des Reiches Gottes.

Die Art, wie die Kirche diesen Ritus feiert, ist in jedem Falle eine nachösterliche. Keine der großen Kirchen lässt sich die Details historisierend vorgeben, ändert sie auch nicht aufgrund etwaiger Forschungsergebnisse. Ob gesäuertes oder ungesäuertes Brot verwendet wird und ob die Austeilung in beiderlei Gestalt geschieht oder nur in einer, das wird nach praktischen Gesichtspunkten entschieden und nach der gewünschten Symbolik. Dieses "solches tut" wird nicht in dem engen Sinn genommen, als ob der historische Jesus (soweit uns bekannt) imitiert werden müsste; sondern es geht um die Deutlichkeit des Zeugnisses und des Zeichengebrauchs für die jeweilige Gegenwart.

Jede Deutung, die sich fortan hierfür finden ließ, erfolgte – zu Recht – schon im Rückblick auf das, was anschließend geschah. Was in der Situation zu verstehen war, war vermutlich nur soviel: Negativ: Jener Tod, den Jesus andeutet, ist hinzuzunehmen. Und positiv: Erst als überwundener Tod – worauf das noch Ausstehende der Reich-Gottes-Botschaft Hoffnung macht – gibt dieser Tod dem Ganzen einen positiven Sinn, eine Heilsbedeutung.

Wie gesagt: Die bibl. Texte müssen sorgsam erarbeitet und können nicht wie eine BILD-Zeitung gelesen werden. Es gäbe hierzu natürlich noch weit mehr zu sagen, aber ich soll mich ja kurz fassen.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.218

24.12.2017 17:36
#5  Ein Weihnachtsgebet antworten

Zitat von Reklov
Die alttestamentarische Story von Abraham und seinem Sohn sollte z.B. den damaligen Wüstensöhnen vermitteln, dass der neue Stammesgott der semitischen Wanderhirten keinen Gefallen am Menschenopfer hat!

Die herrschenden katholischen Exegesen sind eben auch die deinen. Aber man kann's auch anders sehen: Gott verlangte die absolute Hingabebereitschaft! Dann sagte er zu Abraham: Hihi, war ja doch nicht so gemeint. War damit der alte Blutopferkult überwunden? Wo steht das geschrieben? Wenn Gott ihn wollte, dann war der gefälligst auch wieder da! So wie bei seinem Filius (nach katholischer Exegese...).

Zitat
dass Jesus selbst uns keine einzige Zeile hinterlassen hat.

Man muss sich schon auf die Evangelisten verlassen, auf Paulus, den Offenbarungs-Johannes usf. Fest steht, dass diese Neutestamentarier keine neue Ethik markieren, die der alten Blut- und Teufelsethik überlegen ist... Man kann die Jesus-Worte als einen Fortschritt wahrnehmen wollen. Aber mit Religionstoleranz, feministischen und anderen Emanzipationen, Humanismus und Demokratie - haben die herzlich wenig zu tun. Es wird von den "progressiven" Theologen aber behauptet, das das so sei. Sie machen einen auf Kirchenrebell und ziehen die Zweifelnden aber eben doch wieder in dieses frühantike Sklavenboot... Die Schönredner übersehen gerne und immer wieder, dass Jesus mit weitem Abstand der energischste Höllenfeuerpropagierer der gesamten Bibel ist.

Zitat
Unser Herr Jesus, in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, nahm er Brot, brach es nach der Danksagung und sprach:
DAS IST MEIN LEIB, der für euch:Dies tut zu meinem Gedächtnis. Ebenso auch den Kelch nach dem Abendmahl; er sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr es trinkt, zu meinem Gedächtnis.

Natürlich hat diese Rede mit der damals herrschenden archaischen Opferblut-Denkart zu tun, der auch er selbst (nach der - fantasierten, das Christentum begründenden - Exegese!) zum Opfer fallen musste. Die "progressiven" Schönredner reden nur so schön, weil sie den auch neutestamentarischen Inhumanismus SELBER nicht wahrhaben wollen! Die frühkindliche religiöse Prägung geschieht in einer Zeit der intellektuellen Wehrlosigkeit (des Schülers), und die wird von den Gotteslehrern mit großem Erfolg gerne genutzt...

Zitat
Die bibl. Texte müssen sorgsam erarbeitet und können nicht wie eine BILD-Zeitung gelesen werden. Es gäbe hierzu natürlich noch weit mehr zu sagen, aber ich soll mich ja kurz fassen.

Was ist DIR denn lieber: biblischer Klartext - oder verschwurbelt nebulöse Schönwetter-Exegese? Die "Progressiven" wollen die Bibel mit der modernen Ethik harmonisieren. Um ihre göttliche Zeitlosigkeit zu lehren. Aber mit was für einer Berechtigung dürfen diese Apologeten das Wort Gottes verändern?

Wir haben erfreulicherweise die biblische Blutopfer- und Höllenethik überwunden! Und auch die Harmonisierungsmaniker gestehen, dass es keine kirchlich-christlichen Kräfte waren, die unsere Welt über diese archaische Ungläubigenverdammungs-Ethik hinaus besser gemacht haben! Daher sollten wir den ethischen Stand nicht gefährden und die ethische Entwicklung nicht bremsen, indem wir sie in Jahwes Rachen werfen! Es wird immer wieder Gläubige geben, die sich auf die Bibel original berufen und den MENSCHENGEMACHTEN Humanismus verwerfen. Und DIE sind die, die AUFRICHTIG glauben! Aufrichtig an den BIBELGOTT glauben. An die Menschen weniger. Die sind denen genauso wenig wert, wie der SOUVERÄNE MENSCH es diesem Gott ist - nämlich nichts... Und diese "Fundamentalisten" sind das Werk dieser "progressiven" Bibelneuinterpreten - und müssen auch für deren Taten entsprechend zur Verantwortung gezogen werden. Was für eine breite Blut- und Hassspur der monotheistischen Religionen durch die Menschheitsgeschichte!

Es gibt Deisten, die es mit der Bibel nicht so haben, aber einen Gott als den Urbeginn zwingend voraussetzen. Hin und wieder sagst du ja selber, dass du es mit der Bibel nicht so hast. Aber vor den Nichtbibelgläubigen musst du sie offenbar dann doch verteidigen...

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