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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 48 Antworten
und wurde 10.936 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Seiten 1 | 2
Reklov Offline




Beiträge: 4.334

03.01.2018 10:40
#26 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat
Damit es auch für Dich klar ist: Ich glaube an die Existenz der Existenz, nicht aber an die Existenz (eines) Gottes.

Athon,

... solch eine Aussage ist jederzeit leicht und vor allem völlig "kostenlos" zu machen, zumal jedem von uns ja auch die Außen- und Innenwelt als Existenz "vor Augen" steht - auch wenn viele verdrängen, dass die eigne Existenz nur eine sehr kurze und von viele Dingen abhängige ist. Viel entscheidender ist: Wir haben weder den Kosmos, noch uns selber "konzipiert". Diese einfache Erkenntnis speist auch die vielen Religionen und philosoph. Denkmodelle - gibt auch den Stoff zu diesem Forum her. Die Frage, warum sich z.B. der Mensch eine Ewigkeit in sein Bewusstsein rufen kann, obwohl sie ja niemand erleben oder ermessen kann, deutet auf ein ähnliches Problem hin, wie die Gottesfrage.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.334

03.01.2018 10:50
#27 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat
Als ich sagte, dass ja der Geist und die Seele meiner Eltern in uns Kindern weiterleben würde und auch der Körper nur zurück in die biologische Haut unserer Planeten kehre, die, solange uns die Sonne scheint, immer wieder daraus Neues hervorbringt.

Perquestavolta,

... damit hast Du lediglich etwas in Sprache gekleidet, was man so während des Lebens aufschnappt. Ob aber die Gene auch den Geist und die Seele der vorangehenden Generationen in sich bergen und "weitertransportieren" (können) - bleibt vorerst auch nur eine unbewiesene Vermutung.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.820

03.01.2018 10:52
#28 Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat von SOL demiurg
So, wie dieses Bindeglied in der Aussage fehlt: „Ich glaube an die Existenz der Existenz.“

Was für ein "Bindeglied"? An die Existenz können wir nicht nur glauben, wir wissen von ihr! Wie wir diese Existenz spezifisch wahr-nehmen, ist eine andere Geschichte.

Aber die Diskussion scheitert, wenn wir uns nicht auf vernünftige Definitionsbegriffe einigen können. Wenn der eine sagt (ich z.B.), wir müssen von einem an uns interessierten, uns wahrnehmenden und mit uns kommunizierenden Gott ausgehen, wenn wir uns auf die Gottessuche begeben - und der andere aber darauf besteht, Gott sei ohne (uns bekannte) Eigenschaften - oder gar ALLES (Pantheismus), dann kommen wir nicht weiter. Pantheismus ist Atheismus. Und der "Urgrund" ist nicht automatisch Gott, sondern der Urgrund eben halt. Der muss nicht ein Gott sein. Ist er auch nicht (so sage es ich, der auch von einem "Urgrund" ausgeht).

Zitat
Dem Menschen scheint es nicht möglich, sich dem Verständnis zu nähern, dass er sich aus der Natur heraus entwickelt hat und unabdinglich mit ihr verbunden ist.

Seit es die Evolutionstheorie gibt, weiß der Mensch davon sehr wohl. Warum schreibst du so, als sei "der Mensch" im Schnitt dümmer als du?

Zitat
Warum denkst du ist dieses fehlende oder vernachlässigte Bindeglied so schwer ausfindig zu machen

Es gibt noch ein "missing link" zwischen den Gorillas und den Menschen. Aber das meinst du wohl nicht. Du meinst das zwischen den Menschen und Gott? Das geht aus deinem Text nicht genau hervor. Ja, warum ist es so schwer zu finden? Weil es das Bindeglied mitsamt dem anderen Ende vom Menschen (Gott) nicht gibt! Wäre doch auch eine Möglichkeit, oder?

Doch du schreibst zuerst von dem "Bindeglied der Begrifflichkeit mit Gott". Aber du meinst den Gottesbegriff, den wir brauchen, um vernünftig miteinander zu diskutieren. Ist doch alles ein wenig verquast, wie du dich ausdrückst.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.660

03.01.2018 11:27
#29 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #27

Zitat
Als ich sagte, dass ja der Geist und die Seele meiner Eltern in uns Kindern weiterleben würde und auch der Körper nur zurück in die biologische Haut unserer Planeten kehre, die, solange uns die Sonne scheint, immer wieder daraus Neues hervorbringt.
Perquestavolta,

... damit hast Du lediglich etwas in Sprache gekleidet, was man so während des Lebens aufschnappt. Ob aber die Gene auch den Geist und die Seele der vorangehenden Generationen in sich bergen und "weitertransportieren" (können) - bleibt vorerst auch nur eine unbewiesene Vermutung.




Sagtest du nicht, dass jeder in seinem Glauben/seinen Vermutungen glücklich sein dürfen sollte? Ich bin eher für eine naturalistische Sicht der Dinge. Und dass die Gene unsere Wesensnatur/Seele vorgeben, ist nun mal eine nachmessbare Tatsache. Dass die Gene nur von Generationen zu Generationen weitergegeben werden können auch. Dass es zufällige Mutationen im Erbgut gibt, die für sich die Beerbten sehr nachteilig auswirken können, ist auch eine nachmessbare Tatsache. Dass Kunst und Kultur viel mehr ein Nebenprodukt der Evolution sind und immer dann, wenn Katastrophen Epidemien, Hungersnöte.. den Menschen auf seine tatsächliche Existenz reduzieren, nämlich auf seinen Überlebenstrieb, nicht mehr WERT sind, als es zum Abwischen des Hintern braucht, ist auch eine messbare Tatsache. Und dass Milliarden Menschen die unter den gegenwärtig recht angenehmen Lebensbedingunge meinen, das Kunst und Kultur überhaupt erst den Sinn des Sein und Daseins ausmachen, unter den Realbedingungen einer Welt-umspannenden Naturkatastrophe.. die statistisch gesehen ganz sicher irgendwann kommen wird.. übereinander herfallen werden und sich gegenseitig auffressen, ist auch eine messbare Tatsache, die in unseren Genen steckt.

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Nur am Glauben kannst du drehen und schrauben. bis die Wahrheit die du glauben willst, dir auch passt..

Athon Offline




Beiträge: 1.865

03.01.2018 14:49
#30 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #26
... solch eine Aussage ist jederzeit leicht und vor allem völlig "kostenlos" zu machen, zumal jedem von uns ja auch die Außen- und Innenwelt als Existenz "vor Augen" steht -


Wie Du gesehen hast, kann selbst eine solch leicht zu tätigende Aussage völlig mißverstanden werden...

Zitat
Wir haben weder den Kosmos, noch uns selber "konzipiert". Diese einfache Erkenntnis speist auch die vielen Religionen und philosoph. Denkmodelle - gibt auch den Stoff zu diesem Forum her.


Richtig, da sind wir absolut einer Meinung.

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Nicht Gott schuf den Menschen, der Mensch schuf Gott! Und hat bis heute daran zu schaffen...

Athon Offline




Beiträge: 1.865

03.01.2018 14:53
#31 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

@Rübennase

Zitat von Rübennase #23
wtf


Für Dein "wtf" habe ich auch ein "wtf": welch treffliche Formulierung...

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Reklov Offline




Beiträge: 4.334

03.01.2018 16:17
#32 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat
Und dass Milliarden Menschen die unter den gegenwärtig recht angenehmen Lebensbedingunge meinen, das Kunst und Kultur überhaupt erst den Sinn des Sein und Daseins ausmachen, unter den Realbedingungen einer Welt-umspannenden Naturkatastrophe.. die statistisch gesehen ganz sicher irgendwann kommen wird.. übereinander herfallen werden und sich gegenseitig auffressen, ist auch eine messbare Tatsache, die in unseren Genen steckt.

Perquestavolta,

... wo Not ist, da naht auch meistens Hilfe! - Sollte es aber zu Deiner visionären Mutmaßung kommen, so werden sich diejenigen, die nicht mit aller Gewalt am Leben kleben, wohl keinesfalls dem Kannibalismus zuwenden, sondern sich eher ihrem Ende ergeben.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.334

03.01.2018 16:48
#33 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat
Und der "Urgrund" ist nicht automatisch Gott, sondern der Urgrund eben halt. Der muss nicht ein Gott sein. Ist er auch nicht (so sage es ich, der auch von einem "Urgrund" ausgeht).

Gysi,

... das Wort "Urgrund" lässt (mich) mehr an materielle, den "Boden für unser Leben" bildende Natur-Vorgänge denken, während z.B. "Ursache seiner selbst" noch mal völlig andere Aufgaben von unserem Vorstellungsvermögen abverlangt. - Sehr schwierig bleibt es, hier mit den Begriffen unserer Sprache die richtige Spur finden zu können.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.334

03.01.2018 16:53
#34 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat

Sagtest du nicht, dass jeder in seinem Glauben/seinen Vermutungen glücklich sein dürfen sollte?

Perquestavolta,

... also "glücklich" macht weder ein angelernter/übernommener Glaube, denn er liefert ja beim Nachdenken auch die unausweichlichen Zweifelsfragen, noch eine Vermutung, denn sie bleibt als ungelöstes Rätsel vor einem stehen.

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.660

03.01.2018 17:36
#35 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #32


... wo Not ist, da naht auch meistens Hilfe! - Sollte es aber zu Deiner visionären Mutmaßung kommen, so werden sich diejenigen, die nicht mit aller Gewalt am Leben kleben, wohl keinesfalls dem Kannibalismus zuwenden, sondern sich eher ihrem Ende ergeben.




Ja.. natürlich Reklov, du bist ja auch mehr ein Schulmeister der großer Worte und Sprüche, um dein eigenes Gefieder damit zu schmücken...als ein wirklicher Kenner und Versteher des tatsächlichen Lebens..... Aber auch die leidenschaftliche Ernsthaftigkeit, mit der du um den Hoheitsanspruch deiner eigenen Mutmaßungen rivalisierst, die sich nur äußerst wenig bis gar nicht auf messbare Tatsachen dahinter stützen können..... und auch der Tatbestand, dass wenn du dabei mal mit dem Rücken zur Wand stehst, alles andere als jene Größe zeigst, die du dir sonst immer selber zuschreibst, sondern jedesmal sofort und gleich zum Charakterschwein mutierst, wie es selbst in der Gosse nicht leicht zu finden ist....

...spricht ziemlich dafür, dass an meinen Mutmaßungen wesentlich mehr daran ist als an deinen..

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.660

03.01.2018 18:14
#36 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #34

Zitat

Sagtest du nicht, dass jeder in seinem Glauben/seinen Vermutungen glücklich sein dürfen sollte?
Perquestavolta,

die unausweichlichen Zweifelsfragen, noch eine Vermutung, denn sie bleibt als ungelöstes Rätsel vor einem stehen.


Ich mutmaße mal, dass du damit schon öfter fremde Federn als deine eigenen behaupten konntest. Und dass dir diese ungelösten Rätsel in Zweifelsfragen immer so wichtig sind, könnte viel mehr damit zu tun haben, dass da ein ganz fieser Charakter seiner eigenen schwachen Mittelmäßigkeit durch ungelöste Rätsel viel leichter den Schein der Großartigkeit verleihen kann, als durch gelöste Rätsel.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.820

03.01.2018 19:09
#37  Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat von Reklov
... das Wort "Urgrund" lässt (mich) mehr an materielle, den "Boden für unser Leben" bildende Natur-Vorgänge denken, während z.B. "Ursache seiner selbst" noch mal völlig andere Aufgaben von unserem Vorstellungsvermögen abverlangt. - Sehr schwierig bleibt es, hier mit den Begriffen unserer Sprache die richtige Spur finden zu können.

Wir sind nicht die ersten, die den Begriff benutzen. Ein, zwei Metaphysik-Freunde aus der Aufklärung und dem Deutschen Idealismus haben ihn auch benutzt. Kant, Descartes - ich weiß nicht mehr genau. Also - ich finde, er passt. Obwohl ich meine Ableitungen nicht "metaphysisch" nennen möchte...

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.660

03.01.2018 19:10
#38 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Ungelöste Rätsel in Glaubensfragen, haben schon so manchem Unschuldigen zu einem nicht gerade menschenwürdigen Tod auf dem Scheiterhaufen verholfen..
Begriffe sollten von daher immer ambivalent gehandhabt werden...Es ist ja schließlich nur unser Hirn, das aus einem "Begriff" jenen Sinn herleitet, den es darin zu erkennen glaubt. Also steckt der Sinn nicht, im Begriff sondern in unserem Hirn und nicht weil ein rätselhafter und göttlicher Geist ihn dort abgelegt hat, sondern weil unser Gehirn ein lernfähiges Beziehungsorgan ist, dass durch Wechselbeziehungen mit seiner Mitwelt auch ganz neue Begriffe selbst erfinden kann, die sich für die Orientierung ebenso notwendig wie zweckmäßig erweisen.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.820

03.01.2018 19:47
#39  Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat von Perquestavolta
Begriffe sollten von daher immer ambivalent gehandhabt werden...

Verstehe ich nicht. Wir brauchen doch feste Begriffsdefinitionen, die wir einander gleich benutzen und verstehen. Mit Reklov ist die Diskussion schwierig bis unmöglich, weil er auf einem anderen Gottesbegriff besteht, als ich den meine, verwenden zu müssen. Reklovs Gottesbegriff ist untauglich für eine qualifizierte Diskussion.

Aber mit deiner Begriffsambivalenz kann ich auch nichts anfangen. Wir brauchen doch eine SPRACHE, über die wir uns verständigen.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.660

03.01.2018 20:00
#40 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zudem sind Begriffe immer Konsens-abhängig. Der Begriff "Substanz" hatte zu Spinozas Zeiten eine ganz andere konsensuale Bedeutung, als für unseren heutigen Konsens der Begrifflichkeiten. Die Existenz chaotischer Zustände in der Natur, welche sich der einfachen Erklärbarkeit entziehen, wurden´ damals viel häufiger als mystische Geheimnisse oder Rätsel gedeutet. Die methodischen Naturwissenschaften haben da schon einiges darüber herausgefunden, warum früher viel öfter Geister und Heiligen-Erscheinugen gesichtet wurden, als das heutzutage noch vorkommt.

Die ganz natürliche Eigenheit unseres Gehirns in den Wolken manchmal Gesichter, Gestalten und Fabelwesen zu erkennen, lässt darauf schließen, dass es leidenschaftlich gerne überall nach Ordnungsmustern sucht, um irgendwelche Bedeutungen darin zu erkennen, die oftmals gar nicht gegeben sind.

Dieser Besonderheit unser Hinrs verdanken wir viele spannende Geister- und Spukgeschichten.. übernatürliche Sichtungen und außerirdische Begegnungen..und dass Schizoprene auch heute noch häufig Stimmen hören, die sie als völlig real erleben, sollte .. oder könnte uns durchaus dazu veranlassen, hinter den großen Rätseln und Geheimnissen des scheinbar Unerklärlichen und Unbegreiflichen, zuerst mal ganz banale Wahrnehmungs-Täuschungen zu mutmaßen, die vom Gehirn der Betroffen selbst erzeugt werden.. Die Überbewertung zufälliger Koinzidenzen, mit denen die telepathische Nachrichten von gerade Verstorbenen erklärt werden..können auch ganz auf natürliche Art und Weise anderes als zufällig in Erscheinung treten..

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.660

03.01.2018 20:07
#41 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #39

Zitat von Perquestavolta
Begriffe sollten von daher immer ambivalent gehandhabt werden...
Verstehe ich nicht. Wir brauchen doch feste Begriffsdefinitionen, die wir einander gleich benutzen und verstehen.

Natürlich brauchen wir das. Aber die eigentliche "Bedeutung" der Begriffe selbst, hängt ja auch vom konsensualen Kontext ab, mit dem wir sie in Beziehung setzen. Und dieser Bezug kann von Subjekt zu Subjekt eine ganz unterschiedliche WERTigkeit besitzen.

Athon meinte, dass er an die "Existenz" der Existenz glaube, aber nicht an die Existenz eines Gottes, der im Falle dass er existieren würde, ein intelligentes Bewusstsein haben müsste. Und wie @SOL demiurg davon herleiten will, dass @Athon damit auf die Existenz Gottes verweisen will.. kann wohl nur dadurch erklärt werden, dass ihm die Ambivalenz von Begriffen im Zusammenhang mit dem Kontext nicht bekannt ist. Es sei denn, er will da absichtlich nichts davon wissen.

Nehmen wir die ambivalente Bedeutung des Begriffes Bahnhof.. "ich nix verstehen", ist eine der häufigsten Bedeutungen des Begriffes Bahnhof auf der ganzen Welt. Ganz konsensual und ohne Zweifel, dass da jemand etwas anderes sagen will.

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Athon Offline




Beiträge: 1.865

04.01.2018 09:33
#42 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

@Gysi

Zitat von Gysi #39
Wir brauchen doch feste Begriffsdefinitionen, die wir einander gleich benutzen und verstehen.


Das hört sich richtig an, ist aber leider doch nicht so einfach. Ich erinnere mich an eine Diskussion mit SnookerRI über die Definition von "wissen". Ein gutes Beispiel dafür, wie eine individuelle Überzeugung in Definitionen einfließen kann.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.820

04.01.2018 10:08
#43  Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat von Athon
Das hört sich richtig an, ist aber leider doch nicht so einfach. Ich erinnere mich an eine Diskussion mit SnookerRI über die Definition von "wissen".

Wer einen guten Dialog haben will, kann sich auf Begriffsinhalte einigen. Wer nur einen Schein-Dialog will, kann den Dialogerfolg leicht zerstören.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.660

04.01.2018 11:24
#44 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Missionarischer Scheindialog.. ich hab zu dieser Begrifflichkeit gerade eben Google gefragt und siehe was ich da gefunden habe.

Zitat
„Die Liebe steht über allem! Sie ist die Sonne in der geistigen Welt. Für jeden muti-
gen Geist ein großes eigenes Reich, in dem die Sonne des Vaters in Ewigkeit
leuchtet. – Kostenlos und unverbindlich helfe ich allen Menschen, die Kontakt mit
der geistigen Welt besitzen, unter gewissen Voraussetzungen die höchsten Geistes-
ebenen kennenzulernen. In Wort und Tat werden Geisthelfer so geschult, daß sie
lernen, alle Ebenen zu durchreisen, und in der Lage sind, sich eigene große geistige
Wirkungsfelder zu schaffen, von denen aus sie hilfsbedürftige Mitmenschen leiten
und belehren können. Wer ernsthaft dem Lichte zustrebt, der wird es hier bestimmt
finden. Anmeldung per Telefon ...“



Quelle: www.ezw-berlin.de/downloads/Information_21.pdf


Ist ja nicht das Eigentliche... Das Problem der unterschiedlichen Auffassung von Begrifflichkeiten hängt wohl mit dem Idealismus dahinter zusammen..

Auch dazu hat Google einige recht interessante Antworten geliefert, von denen mich die hier www.f-nietzsche.de/Jodl_Idealismus-Referat.pdf wirklich am allerbesten Überzeugt.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.660

04.01.2018 22:02
#45 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Weil hier Athon die Zeugen Jehovas angeschnitten hat:

Sekten und Leute im allgemeinen, die ein sadistische Freude daran haben, Herrschaft und Macht über die Gedankenwelt anderer Mitmenschen zu erlangen..besetzen Begriffe nicht nur besonders gerne mit anderen Sinnbedeutungen, sondern auch überaus häufig. Dies funktioniert so ähnlich wie der Trick von IT-Hackern, durch des Überlastung des Speicherbuffers unserer Blechheini-CPU`s, zuerst mal ordentlich Verwirrung zu stiften, um dadurch unbemerkt schädlichen Programmcode einschleusen zu können. Es ist fast genau das das Selbe.

Und es erklärt auch, warum sogar besonders intelligente Menschen eines Morgens plötzlich mit extrem religiösen Wahnvorstellungen aufwachen können, welche nicht nur gegen jedwede rationale Vernunft, sondern auch gegen jeglichen Tatsachen-Beleg "absolut" resistent sind. Zusammenhänge, die auf einfache Art und Weise ganz natürlich erklärt werden können, werden als am unwahrscheinlichsten angenommen.

Vielleicht sollten wir hier mal die Begrifflichkeit des Zufalls und der Koinzidenz in Diskussion stellen. Die Sinnbedeutung dieser Begrifflichkeiten scheint nicht nur "Gläublinge" vor großen Schwierigkeiten zu stellen.

ach ja..
http://sekten-info-nrw.de/index.php?opti...ask=view&id=126.. In solche unscheinbaren kritischen Texten steckt oft viel mehr naturwissenschaftliches Wissen über die Doofheiten unseres Hinrs, als es sich Naturforscher erlauben könnten, anderswo öffentlich zu publizieren, ohne der atehistischen "Volksverhetzung" angeklagt zu werden.. Zwinker

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Wu Offline




Beiträge: 416

04.01.2018 22:35
#46 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Existenz
1.
Leben, Dasein, Vorhandensein
2.
Lebensunterhalt

aus neulat.
existentia zu lat.
exsistere „heraustreten, hervorkommen, ins Leben treten“, aus lat.
ex „aus, heraus“ und lat.
sistere „stellen, bringen, führen“

___________________________________

"I think human consciousness is a tragic misstep in evolution. We became too self-aware. Nature created an aspect of nature separate from itself, we are creatures that should not exist by natural law."

True Detective

SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

13.01.2018 22:42
#47 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Hallo Wu,
du wirst schnell bemerken, das solch eine Definition nicht ausreichen wird, um das, was ins Leben getreten ist, mit dem Vorhandensein des Daseins begrifflich so zu führen, das wenn man den Begriff Existenz benutzt für jeden deutlich wird, das "Übersetzer" vor hundeten von Jahren ihren Lebensunterhalt damit verdienten, Menschen Dinge begrifflich zu machen. Ihre Leben hingen davon ab, wie sie die Existenz darstellten.

SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

14.01.2018 01:36
#48 RE: Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #28

Zitat von SOL demiurg
So, wie dieses Bindeglied in der Aussage fehlt: „Ich glaube an die Existenz der Existenz.“
Was für ein "Bindeglied"? An die Existenz können wir nicht nur glauben, wir wissen von ihr! Wie wir diese Existenz spezifisch wahr-nehmen, ist eine andere Geschichte.

Aber die Diskussion scheitert, wenn wir uns nicht auf vernünftige Definitionsbegriffe einigen können. Wenn der eine sagt (ich z.B.), wir müssen von einem an uns interessierten, uns wahrnehmenden und mit uns kommunizierenden Gott ausgehen, wenn wir uns auf die Gottessuche begeben - und der andere aber darauf besteht, Gott sei ohne (uns bekannte) Eigenschaften - oder gar ALLES (Pantheismus), dann kommen wir nicht weiter. Pantheismus ist Atheismus. Und der "Urgrund" ist nicht automatisch Gott, sondern der Urgrund eben halt. Der muss nicht ein Gott sein. Ist er auch nicht (so sage es ich, der auch von einem "Urgrund" ausgeht). Es gibt noch ein "missing link" zwischen den Gorillas und den Menschen. Aber das meinst du wohl nicht. Du meinst das zwischen den Menschen und Gott? Das geht aus deinem Text nicht genau hervor. Ja, warum ist es so schwer zu finden? Weil es das Bindeglied mitsamt dem anderen Ende vom Menschen (Gott) nicht gibt! Wäre doch auch eine Möglichkeit, oder?
Doch du schreibst zuerst von dem "Bindeglied der Begrifflichkeit mit Gott". Aber du meinst den Gottesbegriff, den wir brauchen, um vernünftig miteinander zu diskutieren.


Diese Möglichkeit besteht nicht.
Nicht das Bindeglied zwischen Menschen und Gott, sondern zuerst zwischen Menschen und Menschen.
Du hast mein „oder“ überlesen: „…die Haltung dahingehend auf einem ausgewogenen Niveau zu halten das erlaubt, den Begriff Gott als „Erkenntnis“ UND als „Kennung“ zu deuten?
Sind wir doch alle vernunftbegabte Wesen, oder nicht?“


Das Bindeglied ist das Verständnis der Dinge wie wir sie sehen, deuten und nutzen. Du sagst Atom, wohingegen ich dieses auch mit Atum deuten „kann“ (der ägyptischer Gott) ohne dabei das Atom als tot betrachten zu müssen, so wie z.B. Atheisten es tun.
Diese ganzen kleinen Prozesse auf atomarer Ebene, die das Leben auf einer Art darstellen die wenig mit Leidenschaft zu tun hat, bilden das Leben auf einer Art aus, welche erst durch Leidenschaft begehrenswert wird.
Die Begrifflichkeit der Existenz hat nichts mit einer Wortdefinition zu tun welche in der Lage ist einzelne Worte dem Dummen begrifflich zu machen, sondern den Witz in seiner Gesamtheit zu verstehen. Jedes einzelne Wort hat eine Funktion darin, welche durch die Erzählweise und Art der Ausführung unterstützt wird. Lässt man etwas weg, wird der Witz unverständlich. Wer aber die Gesamtfunktion des Witzes versteht, hat den Beifall auf seiner Seite.

Es gibt keine "andere Geschichte" wenn du verstehst was Gott, Existenz oder Urgrund ist.

Aber ich gebe dir Recht wenn du sagst dass wir uns einigen müssen. Die Begrifflichkeit der Existenz beinhaltet ja auch die Existenz eines Gottes. Die, die vom Menschen erschaffen wurden. Diese existieren auf der Art und Weise, wie sie ihre Schöpfer ans Licht bringen (wie sie ihren Glauben ausführen "An ihren Taten wirst du sie erkennen").
Wie du den Urgrund siehst, oder Gott, ist nicht von Belang. Es kommt darauf an, wie du dem Urgrund mit all seinen kleinen Prozessen gegenüberstehst.

Das wichtigste Kriteriuem, denke ich, ist, ob der Urgrund ausgelöst wurde oder sich einfach ausgelöst hat.

Zitat von Gysi im Beitrag #28

Zitat von SOL demiurg
Dem Menschen scheint es nicht möglich, sich dem Verständnis zu nähern, dass er sich aus der Natur heraus entwickelt hat und unabdinglich mit ihr verbunden ist.
Seit es die Evolutionstheorie gibt, weiß der Mensch davon sehr wohl. Warum schreibst du so, als sei "der Mensch" im Schnitt dümmer als du?

Denkst du wirklich dass der Mensch sich verinnerlichen konnte er stamme aus der Natur, aus einem kleinen blubbernden Klecks Schleim?
Wissen zu besitzen und Wissen zu benutzen, dazwischen existiert eine himmelweite Ausdehnung. Was hat denn dieses Wissen den ca. 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten gebracht?

Warum ich „der Mensch“ sage? Weil mir das Wort „Affe“ hier im Forum als Beleidigung vorgeworfen wurde, „Tier“ für den Menschen als niederes Wort gilt und „Homo Sapiens“ heutzutage eine Genderbewegung auslöst. Verzeih wenn ich mich nicht mit Menschen identifizieren möchte, deren einziger Beweggrund es ist die Weltherrschaft an sich zu reißen und dabei Pinky anstatt Brain auf einen Thron setzen. Nein, ich kürze damit die Menschengruppe ab, die Per gerne als schwarmintelligent bezeichnet.
Vielleicht ist das Missverständnis dadurch begründet, weil du mein Verständnis zur Welt nicht teilen kannst?

Meine Aussage "der Mensch" bezieht sich auf jene Gruppe, die mit dem Wissen das es besitzt in dilletantischer Weise agiert und es auf eine Weise nutzt, die weder der eigenen Spezies noch dem Erhalt des Gesamten dienlich ist. Ich denke, ich habe mich nun klar ausgedrückt?

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.820

14.01.2018 11:12
#49  Begrifflichkeit der Existenz antworten

Zitat von SOL demiurg
Ich denke, ich habe mich nun klar ausgedrückt?

Leider nein. Du warst ja schon immer kryptisch. Aber so kryptisch habe ich dich noch nie gelesen...

Zitat
Sind wir doch alle vernunftbegabte Wesen, oder nicht?

Dann beweise mit Klartext-Schreibe, dass du das ebenso bist! Glaubst du etwa, dass deine Mituser hier im RF dir deine rhetorische Herumschwurbelei als... geistige Tiefe auslegen?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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