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Dieses Thema hat 551 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Reklov Offline




Beiträge: 4.182

17.05.2018 12:40
#551 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
Wenn die Regelmechanismen der Natur so vollkommen wären wie sie von dir, @reklov gesehen und gedeutet werden, dann gäbe es schon mal wenigstens keine bösen Erbkrankheiten oder Missgeburten.

Gysi,

... diese Frage beschäftigte schon die Juden zu Moses Zeiten.

Zunächst 2 Bibelstellen:

2 Mose 34:7 / LUT:
>> ... der da bewahrt Gnade in tausend Glieder und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, und vor welchem niemand unschuldig ist; der die Missetat der Väter heimsucht auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied. <<

Johannes 9:1-3 / LUT
>> Und Jesus ging vorüber und sah einen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er ist blind geboren? Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes offenbar würden an ihm. <<

Erbkrankheiten wurde schon im antiken Judentum als ungerecht empfunden und die Israeliten hatten dafür ein Sprichwort entwickelt: "Die Väter essen unreife Trauben, und die Söhne bekommen davon stumpfe Zähne.“ Das soll heißen: eine Generation hat für die Fehler einer anderen zu bezahlen."


Ein anders lautender Gedankengang (Quelle Internet):

>> Der Zweite Weltkrieg liegt weit über 60 Jahre zurück. Doch er ist nicht verschwunden. Wie die Forschung heute weiß, lebt er weiter. In den Seelen derer, die ihn miterlebt haben, aber auch in vielen Seelen der Nachgeborenen. Bei vielen zeigt sich das als fehlende Verankerung im Leben, mangelnde Geborgenheit, Gefühlsstörungen oder verdeckte Schuldgefühle. Aber auch in unerklärlichen körperlichen Schmerzen oder ernsthaften psychischen Krankheiten. Sind wir für immer seelisch verflucht, obwohl die heutigen Generationen doch unschuldig sind? Oder gibt es Wege, dem Fluch zu entkommen? <<


In der Welt ist das oft so, aber kann das auch vor Gott gelten? Ist das göttliche Gerechtigkeit?

Das 1. Gebot scheint dies zu bestätigen. Denn in der vollständigen Fassung der Bibel, wie wir sie vorhin gehört haben, sagt es ja auch: Ich, der Herr dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht an den Kindern bis ins 3. und 4. Glied.“

Dieses 1. Gebot soll zugleich eine Selbstvorstellung Gottes sein. Er wird als eifernder Gott vorgestellt, der scheinbar die Kinder für die Fehler ihrer Väter bezahlen lässt. So jedenfalls kann man diese Aussage verstehen. Und so ist sie von den Israeliten im Exil auch verstanden worden. Und sie empfanden es als ungerecht. Sie wollten - verständlicher Weise - nicht für die Sünden ihrer Väter und deren Väter bezahlen müssen. Die Väter essen unreife Trauben, und die Söhne bekommen davon stumpfe Zähne.“ Das kann nicht Gottes Gerechtigkeit sein.

Medizinisch "nüchtern" betrachtet:

>> Als Erbkrankheit (oder genetisch bedingte Krankheit) werden Erkrankungen und Besonderheiten bezeichnet, die entweder durch eine Mutation (Genvariante) in einem Gen (monogen) oder durch mehrere Mutationen (Genvarianten) in verschiedenen Genen (polygen) ausgelöst werden können und die zu bestimmten Erkrankungsdispositionen führen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von monogenetischer bzw. polygenetischer Erkrankung.
Im engeren Sinne zählt man jedoch nur jene Erkrankungen und Besonderheiten zu den Erbkrankheiten, die durch von Anfang an untypisch veränderte Gene ausgelöst und durch Vererbung von den Vorfahren auf ihre Nachkommen übertragen werden. Die früheste Methode zur Erforschung der Vererbungswege war die Stammbaumanalyse bei Familienstammbäumen, in denen beispielsweise die Bluterkrankheit oder die Farbenblindheit usw. gehäuft auftraten.
Syndrome wie Formen von Trisomie, bei denen sich nicht die übliche Zahl von 46 Chromosomen im menschlichen Genom findet, können somit genau genommen nicht als Erbkrankheit gezählt werden, da sie zumeist spontan erst bei der Zellteilung des Embryos auftreten und daher selten von einem Elternteil geerbt werden. << (Quelle Internet)

>> Aber wer das 1. Gebot richtig und bis zum Ende ließt, kann ja vor allem nicht übersehen, dass Gottes Liebe und Barmherzigkeit seinen Zorn und seinen Willen zur Strafe um ein Vielfaches übersteigt. 3- bis 4-fach wird das Böse gerächt, aber 1000-fach wird das Gute vergolten. D.h. wer sich Unrecht zuschulden kommen lässt und die Fehler seiner Vorfahren nachahmt, der wird für die letzten 3 bis 4 Generation mit bestraft, aber wer das Gute von seinen Vorfahren übernimmt und ihnen darin nacheifert, der steht vor Gott unter dem Segen von 1000 Generationen. Und umgekehrt: Mit unseren Fehlern tragen wir Verantwortung für die nächsten 3 bis 4 Generationen, aber mit dem Guten das wir tun, segnen wir die nächsten 1000 Generationen. << (Quelle: Internet)

Jeder darf sich nun auch hierzu seine, ihn ansprechende Variante herausgreifen.
Ich persönlich verwende das Wort "Strafe" nicht, sondern spreche lieber von "Konsequenzen" oder "Wirkungen von Informationen auf geistiger und körperlicher Ebene".

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.375

19.05.2018 16:47
#552 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Hallo Reklov

Auf die Frage die ich dir - und nicht Gysi gestellt hatte, bist du wiedermal überhaupt nicht eingegangen. Wie Erbkrankheiten zustande kommen wissen wir. Ebenso wissen wir heutzutage, dass der "Geist" kein eigenständiges Wesen ist, wie man ihn sich zu Zeiten der alten Israeliten noch vorstellte. Das kann man zum einen an den sogenannten Wolfskindern feststellen, die zum Glück nur äußerst selten vorkommen und zum anderen auch ganz einfach am Ameisenhaufen messen, welcher in seinem ganzen der einzelnen Ameise um den Faktor mehrerer "Zigtausend" mehr Geist verleiht, als sie selbst jemals besitzen könnte. Der Mechanismus der diesbezüglich dahinter steckt, beruht auf nichts anderem als auf intersubjektivem Informationsfluss. Genau gleich, wie bei uns Menschen. Nur in einem sehr viel kleineren Maßstab.

Die Frage lautet also noch immer, wie DU auf die Existenz eines großen planenden Geistes kommst, der aus dem Nicht alles erschaffen haben soll? Dass du DIR selbst, privat wie auch persönlich, die Regelmechanismen der Natur als vollkommen vorstellst, spielt dabei keine Rolle.

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Nur am Glauben kannst du drehen und schrauben. bis die Wahrheit die du glauben willst, dir auch passt..

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