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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 551 Antworten
und wurde 169.017 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
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SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

16.01.2018 18:51
#126 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von pebret im Beitrag #120
Ich glaube nicht, dass es so etwas wie ein Nichts gegeben hat, woraus hätte denn dann alles entstehen sollen? Bzw. da ist wohl schon der Begriff der Entstehung falsch und unpassend, da wäre wohl eher der Begriff der Veränderung angebracht.

Ich denke, es ist ein reines und somit absolutes Paradoxon. Eine Illusion mit wesentlichen Inhalt!

Wer eine Frage stellt erhält eine Antwort, aus der sich weitere Frage stellen. Es ist also „unwichtig“ welche Antwort folgt, denn die Schlussfolgerung ist, dass eine andere Antwort folgen wird, die zur ersten Frage zurückführt. Und somit wird die Frage wieder „wichtig“, denn zu ihrer Beantwortung braucht es „unwichtige“ Antworten. Unwichtig und wichtig sind hierbei als „Wichtung“ zu betrachten (das wird Per erfreuen) dessen Wichtigkeit allein von dem abhängt welche ihr zukommt oder zugebracht wird.

Man müsste dem Nichts also einen „wichtigen Wert“ zukommen lassen und schon ist die Illusion perfekt! Was nicht bedeutet das die Illusion nicht Realität ist oder sein kann, denn sie ist ja ein „Bestandteil“ ihres Ausdrucks den wir definieren können. Die Grenzen von Realität und Illusion verschwimmen nicht nur auf Quantenebenen.

Man stelle sich die Frage, warum wir in der Lage sind, diesen „nichtigen Dingen“ so viele „wertvolle“ Informationen entziehen zu können, die einen Sinn beinhalten (könnten), bei dem wir zu glauben wissen, dass es kein „Wesen“ in diesem Nichts gibt?

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.714

16.01.2018 18:55
#127  Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von SOL demiurg
Aus diesem Nichts heraus eine Ursache definieren zu wollen setzt voraus, dass man das Nichts als „Etwas“ bezeichnen muss das „Wesen“ (Bestandteile) besitzt.

Jetzt verhaken wir uns lieber nicht in Wortklaubereien und wer die bessere Rhetorik hat. Du hast es gut erklärt.

Zitat
Aus dem Nichts wird Etwas…z. B. das „Sein“

Na, sag ich doch! Auch, wenn ich zugebe, dass die Theorie die Erklärung, wie aus dem Nichts "etwas" (oder "alles") entstehen kann, schuldig bleibt.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

16.01.2018 19:34
#128 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #125
Etwa ein relatives? Was unterscheidet ein "relatives" vom "absoluten" Nichts? Richtig: nichts!


Das ist leider falsch: "relativ" bedeutet: in Relation zu Etwas; im Relation zu einem Bezug. In Relation zu einem Bezug bedeutet, dass da etwas anderes sein muss.
Absolut sind einzig und alleine Fakten. Ein faktisches (absolutes) NICHTS steht in keiner Relation zu "etwas" anderem. Weil wenn es etwas anderes gibt, dann kann es kein absolutes Nichts geben.

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #125

Ein absolutes Nichts kann nicht definiert werden, da eine Definition die Bestandteile des zu definierenden Ausdrucks zerlegt und somit eine Herleitung zur Feststellung des Sinns voraussetzt.
Darum geht es gar nicht. Eine subjektive WERTUNG des SINNES von NICHTS ist nichts anderes als eine Hirn-Simulation.


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #125

Das relative Nichts kann als Spekulation definiert werden.
Ein relatives NICHTS kann als Spekulation geWERTertet aber nicht definiert werden. Weil ein relatives Nichts in Bezug zu etwas anderem Existierenden steht und also für sich selbst "nicht definiert" werden kann.


Zitat von SOL demiurg im Beitrag #125

Eine Betrachtung, die durch Hypothesen den empirischen oder praktischen Erkenntnissen „unterstützend“, das „Wesen“ der Dinge erläutern soll.



Das "Wesen der Dinge" ist ein neuronale Simulation und also ein subjektives Dafürhalten. "Rot" ist z.b. keine real existierende WESENSeigenschaft von etwas real Existierendem. Weil Farben eine Erlebnissimulation unser Gehirns sind, welches aus den kleinen elektrischen Reizen die es von unseren Sinnesrezeptoren zugestellt bekommt, eine Wirklichkeit simuliert, die uns weder ETWAS über das besonders Kleine noch über das besonders Großes mitteilt. Rot Grün Blau ist nichts anders als elektromagnetische Strahlung die vereinfacht dargestellt, von der Materie reflektiert wird und die von unserem Gehirn als Licht- und Farberlebnis interpretiert wird.

Wenn diese Strahlung ausbleibt.. sehen wir "Nichts" obwohl trotzdem etwas da ist. Die Astrophysiker gehen davon aus, dass es Materie gibt die nicht mit elektromagnetischer Strahlung wechselwirkt. So in etwa, wie wenn Röntgenstrahlen einfach durch Materie durchgeht als wenn da Nichts wäre. Das ist durchaus möglich und in diesem Fall.. ist unser Vorstellung vom und über das NICHTS ohnehin komplett falsch.

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Nur am Glauben kannst du drehen und schrauben. bis die Wahrheit die du glauben willst, dir auch passt..

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.714

16.01.2018 19:42
#129 Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von Perquestavolta
Ein faktisches (absolutes) NICHTS steht in keiner Relation zu "etwas" anderem.

Ja, gut. Das verstehe ich.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

16.01.2018 19:43
#130 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Bezüglich dem "Wesen der Dinge oder dem Wesen" der Zusammenhänge..sind das von uns Menschen konsensuale WERTungen, die wir davon ableiten, welche WESENS-Eigenschaften
die Dinge und Zusammenhänge für UNS nicht haben. Die Dinge und Zusammenhänge haben kein eigenes Wesen.

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SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

17.01.2018 00:47
#131 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #127

Zitat von SOL demiurg
Aus dem Nichts wird Etwas…z. B. das „Sein“
Na, sag ich doch! Auch, wenn ich zugebe, dass die Theorie die Erklärung, wie aus dem Nichts "etwas" (oder "alles") entstehen kann, schuldig bleibt.

Da wirst du nur die Möglichkeit haben dir selbst zu vertrauen, was du als Information zulässt und was nicht...

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #128
Das "Wesen der Dinge" ist ein neuronale Simulation und also ein subjektives Dafürhalten

Nur durch den Gebrauch von Sprache und deren Bestandteile ist es möglich, einzelnen Dingen ihre Bedeutung und somit Wesen (das Miteinander der Einzelteile im Bestand des Gesamten, Verkettung) zu entlocken.

Per, du scheinst meinen ersten Satz im Artikel 126 überlesen zu haben.
Zitat Sol: Ich denke, es ist ein reines und somit absolutes Paradoxon. Eine Illusion mit wesentlichen Inhalt!

Ich sehe das Problem in der einseitigen Betrachtung des Faktes, der unter dem Zwang der Vermutung zu einer Begriffsklärung „mutiert“, die nur einen Bruch-Teil eines durch sich selbst funktionierendes Gesamtes darstellt.

Das Nichts, welches hier durch die Fragestellung als Raum „definiert“ wird (als genaue Bestimmung eines Begriffs) indem eine (erste) Ursache vermutet werden soll, wird dadurch zum „wesentlichen“ Bestandteil von etwas Existenziellem (Etwas). Dadurch, dass es als Etwas definiert werden kann, fließt zwar eine Wertung ein, die der Spekulation, da es aber nicht im Sinne der Fragestellung ist, sondern im Sinne des Begriffes, entzieht sich bei dem Nichts der Fragestellung die Wertung, denn diese „entsteht erst nachdem“ man definiert hat was man mit dem Begriff und somit der Frage andeuten will.

Es wird ein Auslöser, eine Ursache vermutet, bei der Etwas vor dem auslösenden Ereignis vorhanden gedacht und „in der ein Auslöser“ vermutet wird. Wenn man diesem Nichts nun aber, keine Eigenschaften oder Bestandteile zuschreibt, dann würde man es noch nicht mal „erdenken“ können.

Eine Antwort zur Frage „Gab es ein Nichts?“ wäre dementsprechend: „Wenn du das Nichts als Unbekannte definierst, ja. In seiner Begriffsklärung im Sprachgebrauch, nein. In seiner Wertung als Hypothese, vielleicht ja, vielleicht auch nein…
Hier kann das abstrakte Konzept des Nichts als Fragegrund angenommen werden, ohne dabei eine Wertung einfließen lassen zu müssen, die einer bestimmten (meist eigenen) Wertvorstellung folgt. Doch damit ist die Frage ja nicht beantwortet.

Und das ist das Paradoxon…auf die Frage „folgt“ eine Antwort, die, nach eingehender Definition der Begriffe und deren Klärung der Zusammenhänge, die Bildung einer (meist eigener) Wertvorstellung bestimmt und weitere Fragen „entstehen lässt“, die nicht nur vermuten lassen das die „einzelne Frage“ in ihrer Antwort nicht Bedeutsam ist, sondern erkennen lässt, das zur Beantwortung der Frage die Folgefragen demselben Muster unterliegen und dessen Antworten den Anschein erwecken, als „einzelner Fakt“ gültig zu sein.

Die Frage ist, ob aus diesem abstrakten Konzept, welches wir nicht in der Lage sind im Gesamten zu denken, das uns Bekannte aus einer zufälligen oder gewollten Verkettung entstand.

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #130
Die Dinge und Zusammenhänge haben kein eigenes Wesen.

Genau aus diesem Grund, wird das Verständnis des „durch sich selbst“ funktionierenden Systems, für den Menschen als „Wesen“ nicht zugänglich. Man spricht dem Nichts, dem abstrakten Konzept, von vornherein „Wesen“ ab – in den Augen der meisten Menschen ist es nur eine Verkettung von zufälligen und sinnlosen Dingen, die ihren Sinn nur in dem ihnen zugesprochenen Verhältnis aufzeigen.
Das muss aber nicht sein, wenn man dem Verständnis mitteilt, das „ein“ Wesen nur in seiner Gesamtheit betrachtet werden kann, bei der man erkennt, das es zu gleichen Teilen erschaffen wie unerschaffen ist.

Es braucht das Wesen der Welt, um Wesen der Welt erkennen zu können. Es braucht das Wesen der Neugier, um Neues entdecken zu können. Es braucht das Wesen des Steins, um etwas bauen zu können. Alles hat „ein“ Wesen, woraus wir dann einen Sinn erschließen können, der auf den „Zusammenhang der Dinge“ deutet. Und nicht auf "einen" Fakt der rein die Funktionsweise des Ablaufes erklärt.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.714

17.01.2018 10:02
#132 Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von SOL demiurg
Da wirst du nur die Möglichkeit haben dir selbst zu vertrauen,

Ja, das tue ich. U.a., indem ich meiner genetisch angelegten Fähigkeit vertraue, einer logisch und ethisch haltlosen Religion zu misstrauen! Was glaubst du, wie viele Leute an einen Gott glaubten, wenn all die Bekenntnisgruppen nicht die Möglichkeit hätten, via Religionsunterricht die intellektuelle Wehrlosigkeit der Kinder für ihre Prägungsinteressen auszunutzen?

Zitat
Es braucht das Wesen der Welt, um Wesen der Welt erkennen zu können. Es braucht das Wesen der Neugier, um Neues entdecken zu können. Es braucht das Wesen des Steins, um etwas bauen zu können. Alles hat „ein“ Wesen, woraus wir dann einen Sinn erschließen können, der auf den „Zusammenhang der Dinge“ deutet. Und nicht auf "einen" Fakt der rein die Funktionsweise des Ablaufes erklärt.

Richtig. Und jetzt überlege mal, warum es einer gezielten Manipulation von Kindern braucht, um den Gottglauben - in unserer modernen Wissensgesellschaft - noch am Leben zu halten? Es gibt kein "Wesen" Gottes! Die Götter (und später der monotheistische Gott) sind alle in einer Zeit erfunden worden, als es - im Vergleich zu heute - nur wenig Wissen/Erkenntnis gab!

Aber bleiben wir beim Thema: Ist Gott für dich das NICHTS?

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

17.01.2018 11:38
#133 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #131


Zitat von Perquestavolta im Beitrag #130
Die Dinge und Zusammenhänge haben kein eigenes Wesen.

Genau aus diesem Grund, wird das Verständnis des „durch sich selbst“ funktionierenden Systems, für den Menschen als „Wesen“ nicht zugänglich. Man spricht dem Nichts, dem abstrakten Konzept, von vornherein „Wesen“ ab


Es gibt keinen guten Grund, einem dem Menschen nicht zugänglichen Etwas von vornherein ein Wesen zu zusprechen, das andere darin zu erkennen meinen und von dem sie aber behaupten, es sei für den Menschen als Wesen nicht zugänglich.

Dann sind sie entweder selbst kein Mensch, denn es ist ihnen selbst ja zugänglich, da sie ansonsten einfach nur mal etwas von vornherein ein Wesen zuschreiben, was ihnen als Wesen nicht zugänglich ist. Oder sie sind nicht "ganz dicht im Kopf" und möchten mit dieser von Vorneherein-Zuschreibung nur sich selbst und anderen ihre wichtige WICHTigkeit beweisen.




Zitat von SOL demiurg im Beitrag #131

– in den Augen der meisten Menschen ist es nur eine Verkettung von zufälligen und sinnlosen Dingen, die ihren Sinn nur in dem ihnen zugesprochenen Verhältnis aufzeigen.
Das muss aber nicht sein, wenn man dem Verständnis mitteilt, das „ein“ Wesen nur in seiner Gesamtheit betrachtet werden kann, bei der man erkennt, das es zu gleichen Teilen erschaffen wie unerschaffen ist.
Wie kann denn ein Wesen überhaupt in einer Gesamtheit real existieren, wenn es allein davon abhängt, dass man es von vornherein einfach mal voraussetzt, obwohl es einem als Menschen in seinem Wesen gar nicht zugänglich ist.?

Da will mir doch einer das Gehirn vernebeln?!!!




Zitat von SOL demiurg im Beitrag #131

Es braucht das Wesen der Welt, um Wesen der Welt erkennen zu können. Es braucht das Wesen der Neugier, um Neues entdecken zu können. Es braucht das Wesen des Steins, um etwas bauen zu können. Alles hat „ein“ Wesen, woraus wir dann einen Sinn erschließen können, der auf den „Zusammenhang der Dinge“ deutet. Und nicht auf "einen" Fakt der rein die Funktionsweise des Ablaufes erklärt.



Es braucht zuerstmal die geistige Gesundheit und intellektuelle Fähigkeit.. zwischen subjektiver, rein empfindungsbezogener eigener Wirklichkeitsdeutung und rationaler, einfach wertungsneutraler logischer Schlussfolgerung zu unterscheiden..

Aber offensichtlich ist das den Blinden unter den Tauben,
die nicht mal das Wesentliche eines Dinges oder eines Zusammenhang vom Wesen etwas lebendigem unterscheiden können
und und die ihre eigene esoterischen Gehirnvernebelung als göttliche Gesamtheit voraussetzen, irgendwie nicht zugänglich, dass wohl jeder Mensch seiner eigenen Existenz
jenen Sinn geben muss, der für ihn der nützlichste und zweckmäßigste und somit auch der beste ist.

Schön, Gut, Böse.. sind keine objektivierbaren Sachverhalte, sondern rein menschliche Vorlieben, die vom Wesen her nur im menschlichen Individuum selbst zu suchen und zu finden sind.

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Reklov Offline




Beiträge: 4.256

17.01.2018 13:54
#134 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
Aber bleiben wir beim Thema: Ist Gott für dich das NICHTS?

Gysi,

... klinke mich mal ungefragt ein. -

Das NICHTS denke ich als Abwesenheit von Raum, Zeit und all den vielen Objekten/Erscheinungen im Raum. Ein so gedachtes "Höchtes Wesen" darf aber von den 3 genannten Dingen keinesfalls abhängig sein, ansonsten würde ES mit deren Verschwinden ebenfalls versinken - wäre also auch nicht "allmächtig".

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.256

17.01.2018 14:01
#135 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
Richtig. Und jetzt überlege mal, warum es einer gezielten Manipulation von Kindern braucht, um den Gottglauben - in unserer modernen Wissensgesellschaft - noch am Leben zu halten? Es gibt kein "Wesen" Gottes! Die Götter (und später der monotheistische Gott) sind alle in einer Zeit erfunden worden, als es - im Vergleich zu heute - nur wenig Wissen/Erkenntnis gab!

Gysi,

... mit dem Verbieten der Dogmen würde unsere moderne Wissensgesellschaft die Frage nach dem WOHER lediglich in neue Sprachkleider packen, denn unser Wissen nützt uns bei der Frage nach dem WOHER weniger als wenig!

"Götter" kann man zwar erfinden - die eigentliche Frage nach dem, über das "Höheres hinaus nichts gedacht werden kann", ist damit aber keinesfalls vom Tisch.

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

17.01.2018 14:31
#136 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #134

Zitat
Aber bleiben wir beim Thema: Ist Gott für dich das NICHTS?
Gysi,

... klinke mich mal ungefragt ein. -

Das NICHTS denke ich als Abwesenheit von Raum, Zeit und all den vielen Objekten/Erscheinungen im Raum. Ein so gedachtes "Höchtes Wesen" darf aber von den 3 genannten Dingen keinesfalls abhängig sein, ansonsten würde ES mit deren Verschwinden ebenfalls versinken - wäre also auch nicht "allmächtig".




Das heißt also, dass die Voraussetzung der Existenz eines gedachten allmächtigen Wesen darüber entscheidet, wie man sich das Nichts vorzustellen hat, bzw. vorstellen muss und nicht vorstellen darf.

Dann sind wir ja schon wieder fast bei der mittelalterlichen Inquisition, die von Thomas von Aquin gegründet wurde.


Super libros de generatione et corruptione

Zitat

Zu den heute schwer nachvollziehbaren Teilen von Thomas‘ Lehre gehört es, dass er neben der Exkommunikation die Hinrichtung von Häretikern für legitim gehalten hat, da er deren Vergehen im Vergleich zu Falschmünzern, welche damals dem Tode überliefert wurden, als schwerwiegender ansieht.




Übrigens:
Ich hab heute Mittag mal tiefgefrorene "Chicken Wings" probiert, die eindeutig nach "Nichts" geschmeckt haben...

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Athon Offline




Beiträge: 1.784

17.01.2018 14:46
#137 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

@Perquestavolta

Zitat von PQV #136
Ich hab heute Mittag mal tiefgefrorene "Chicken Wings" probiert, die eindeutig nach "Nichts" geschmeckt haben...


Du solltest sie das nächste mal ein paar Tage zum Auftauen liegen lassen. Wie aus dem NICHTS wird sich dann schon Leben bilden...

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Nicht Gott schuf den Menschen, der Mensch schuf Gott! Und hat bis heute daran zu schaffen...

SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

17.01.2018 16:45
#138 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #132
Aber bleiben wir beim Thema: Ist Gott für dich das NICHTS?

Ich habe explizit darauf geachtet, das Wort Gott in meinen Posts nicht zu verwenden, da es zu „Mutationen“ in der Begriffsklärung führen würde.
Ich würde dich darum bitten, das Wort Gott in dieser Themendarstellung, zumindest im Moment, nicht zu verwenden.

Einigen wir uns auf das Wort Auslöser und/oder Ursache, mit dem Hintergrund, das „Etwas“ in bestimmter Gestalt und auf bestimmter Art und Weise existiert das in Erscheinung getreten ist.

Da wir das Nichts als abstraktes Konzept betrachten können, können wir dies nun als Abstraktum und Konkretum bezeichnen und erhalten zwei Ansichten.
Das Abstraktum bezeichnet etwas Nichtgegenständliches und das Konkretum etwas Gegenständliches.In dieser Fragestellung wäre das Nichts das Abstraktum und die Ursache das Konkretum.
Wobei man bedenken muss, dass das eine ohne dem anderen „nicht existieren“ würde. Um auf die Frage aus meiner Sicht zu antworten:

Das Nichtgegenständliche, wird durch Gegenständliches in seiner reinen Form zum Ausdruck gebracht. Diese reine Form des Bestehens kann als Wesentlich betrachtet werden
da wir sie als „grundlegend“ deuten können. Dieser Form „Wesen“ zuzusprechen setzt voraus, aus welcher Sicht man den Begriff betrachtet, hier dann wertet.
Als konkretes Individuum (also wenn man sagt Gott, Personifikation) macht es wenig Sinn, aber als Essenz oder besser Substanz,
wird Wesen zum „selbstständig Seienden“ dessen Beweggründe uns (noch?) nicht zugänglich sind.

Es ist also die Art und Weise wie wir das Abstrakte als Gegenstand ausdrücken und wie wir dann das Konkrete mit dem Nichtgegenständlichen in „Einklang“ bringen, um es als Gesamtkonzept versthen zu können.
Das tiefere Problem der Fragestellung liegt im Projizieren. Es ist ein Trugschluss zu glauben,
dass das Bewusstsein des Sapiens auf die Beweggründe der Ursache/des Auslösers angewandt, geschweige denn „durchdacht“ werden kann.

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

17.01.2018 17:30
#139 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von Athon im Beitrag #137
@Perquestavolta

Zitat von PQV #136
Ich hab heute Mittag mal tiefgefrorene "Chicken Wings" probiert, die eindeutig nach "Nichts" geschmeckt haben...

Du solltest sie das nächste mal ein paar Tage zum Auftauen liegen lassen. Wie aus dem NICHTS wird sich dann schon Leben bilden...



... meinst du das jetzt "abstrakisch" oder "konkretisch" .. relativ zu SOL demiurgs gelten-lassen-wollen-Sollen.

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SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

17.01.2018 17:34
#140 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #139
... meinst du das jetzt "abstrakisch" oder "konkretisch" .. relativ zu SOL demiurgs gelten-lassen-wollen-Sollen.

Das abstrakte daran ist, dass Du es konkretisieren kannst…aber nicht weißt warum!

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

17.01.2018 18:16
#141 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #138

Das tiefere Problem der Fragestellung liegt im Projizieren. Es ist ein Trugschluss zu glauben,
dass das Bewusstsein des Sapiens auf die Beweggründe der Ursache/des Auslösers angewandt, geschweige denn „durchdacht“ werden kann.



Die Wahrheit liegt Umkehrschluss. SOL demiturg.

Unter den selben Voraussetzungen ist es ebenso ein Trugschluss eine Ursache/ einen Auslöser mit bewusstem Beweggrund voraus setzen zu wollen oder gar zu können.
Die tiefen Probleme der Fragestellung zum Thema und des Projizierens dahinter, können nämlich auch einfach nur auf psychisch sehr problematische Hintergründe zurück zuführen sein. Oft steckt da wirklich "absolut Nichts" anderes dahinter.


Die verschiedenen Möglichkeiten bezüglich Ursprung des Universums, werden nämlich von den Naturwissenschaftlern von den Eigenschaften der Materie und von den sogenannten fundamentalen Naturgesetzen hergeleitet. Es ist nicht so, dass diese Wissenschaftler nur einfache Sapiens sind, als welche sie wie wir alle geboren wurden, sondern ziemlich kluge Sapiens Sapiens Sapiens, die nicht nur mehr als mindestens ein Viertel ihre Lebens damit verbracht haben, sich sehr tiefgehend in diese Dinge einzuarbeiten.. sondern auch noch diese besondere Fähigkeit besitzen, weit über den Tellerrand der eigenen subjektive Vorstellungswirklichkeit hinaus zu denken...ganz ohne dabei den Boden des real noch Möglichen und des realistisch am Wahrscheinlichsten zu verlassen..

Und dass heutzutage gerade unter den Astrophysikern am allerwenigsten noch jemand zu finden ist, der hinter dem Ursprung des Universums eine Ursache mit bewusstem Beweggrund zu finden glaubt.. deutet nicht darauf hin, dass sie sich da nicht ganz sicher sind.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

17.01.2018 18:28
#142 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #140
Zitat von Perquestavolta im Beitrag #139
... meinst du das jetzt "abstrakisch" oder "konkretisch" .. relativ zu SOL demiurgs gelten-lassen-wollen-Sollen.

Das abstrakte daran ist, dass Du es konkretisieren kannst…aber nicht weißt warum!

Und ich glaub, dass du dir gerne einbildest etwas Abstraktes verstehen können zu meinen, was du aber nicht konkretisieren kannst.

Esoterik ist eine Geistes-Krankheit, von der besonders oft Leute befallen werden, die bei sich selber Konkret und Abstrakt nicht unterscheiden können.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

17.01.2018 19:23
#143 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
"Raum, Zeit und Kausalität sind angeborene Anschauungsformen des Denkens" (Kant)



Das ist nicht ganz falsch. Unser Gehirn ist ein Produkt der Realität, angepasst ans Überleben in unserer Überlebensnische. Unser Erfolg basiert darauf, Fehler die andere schon begangen haben nicht wiederholen zu müssen und also diese Fehler auch zu erkennen. Das steht im Widerspruch zum allgemeinen Wirklichkeitssverständnis.. welches über eine Kausallette zum Ursprung einer einzigen Ursache zurückführt, die zudem auch noch bewusste Beweggründe gehabt haben muss. Denn tatsächlich verdanken wir unser Erfolg im Da-SEIN den Irrtümern vieler Versuche, die es nicht gebraucht hätte, wenn in der Natur eine geplante Ordnung vorhanden wäre.

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Athon Offline




Beiträge: 1.784

18.01.2018 13:17
#144 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #134
Das NICHTS denke ich als Abwesenheit von Raum, Zeit und all den vielen Objekten/Erscheinungen im Raum. Ein so gedachtes "Höchtes Wesen" darf aber von den 3 genannten Dingen keinesfalls abhängig sein, ansonsten würde ES mit deren Verschwinden ebenfalls versinken - wäre also auch nicht "allmächtig".


Vorraussetzung für ein NICHTS muss dann aber auch die Abwesenheit eines "Höchsten Wesens" sein, denn sonst kann das NICHTS nicht als NICHTS bezeichnet werden und ist es letztlich auch nicht. Es sei denn, Du siehst das "Höchste Wesen" außerhalb des NICHTS existierend und dann auch agierend. Selbst für einen Gläubigen würden solche Überlegungen aus meiner Sicht aber schon ziemlich herbe Kost darstellen...

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Reklov Offline




Beiträge: 4.256

18.01.2018 16:45
#145 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
Denn tatsächlich verdanken wir unser Erfolg im Da-SEIN den Irrtümern vieler Versuche, die es nicht gebraucht hätte, wenn in der Natur eine geplante Ordnung vorhanden wäre.

Perquestavolta,

... klar, man hätte uns auch auf eine Erde setzen können, auf der schon alles "perfekt installiert" ist - mit dazu gehörender Bedienungsanleitung für das Leben.
Nein - so wie es aussieht, sollen wir uns auch selbst bemühen, versuchen, forschen und erfinden, damit es auf keinen Fall langweilig wird. Wer alles schon "ordentlich" vorfindet, sieht auch keinen Grund, selber kreativ zu werden.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.256

18.01.2018 16:48
#146 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
Es sei denn, Du siehst das "Höchste Wesen" außerhalb des NICHTS existierend und dann auch agierend. Selbst für einen Gläubigen würden solche Überlegungen aus meiner Sicht aber schon ziemlich herbe Kost darstellen.

Athon,

... niemand hat behauptet, dass Überlegungen zum Gottesthema "leichte Kost" wäre. Hier kann und darf jeder das "gesicherte Wissen" getrost über Bord kippen, dafür der Fantasie etwas mehr Raum geben.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.256

18.01.2018 16:54
#147 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
Das heißt also, dass die Voraussetzung der Existenz eines gedachten allmächtigen Wesen darüber entscheidet, wie man sich das Nichts vorzustellen hat, bzw. vorstellen muss und nicht vorstellen darf.

Dann sind wir ja schon wieder fast bei der mittelalterlichen Inquisition, die von Thomas von Aquin gegründet wurde.

Perquestavolta,

Unsinn! - Jeder (auch Du) darf und kann sich heute frei entfalten, seine Gedanken nach Belieben zu Wort kommen lassen. Ist doch schön - oder?

Gruß von Reklov

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 635

18.01.2018 17:28
#148 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Jetzt sind wir beim höchsten Wesen angelangt, wahrlich keine leichte Kost.

Summum bonum: Das höchste Gute oder das höchste Gut, als höchstes Wesen "summum ens" = Gott, nach Platons Ideenlehre
Die engl. Wiki-Version von summum bonum ist besser als die deutsche:

Summum bonum is a Latin expression meaning "the highest good", which was introduced by the Roman philosopher Cicero, to correspond to the Idea of the Good in ancient Greek philosophy. The summum bonum is generally thought of as being an end [Ziel] in itself, and at the same time containing all other goods.

The term was used in medieval philosophy [Scholastik]. In the Thomist synthesis of Aristotelianism and Christianity, the highest good is usually defined as the life of the righteous [Leben der Gerechten] and/or the life led in communion with God and according to God's precepts [Leben in Gemeinschaft mit Gott gemäss Gottes Geboten]. In Kantianism, it was used to describe the ultimate importance, the singular and overriding end [Ziel] which human beings ought to pursue [also nicht die berühmte pursuit of happyness gemäss amerikan. Verfassung].
- Vgl. auch den Sünden-Begriff als die "Ferne von Gott".

Das höchste Gute oder das höchste Wesen (summum ens) sind Hypostasen (nach Kant Gedankendinge) und sollen uns anspornen, das höchste Gute anzustreben. Also eine metaphysische Begründung für Ethik und Moral. Zur deren Begründung braucht es aber keine Idee des höchsten Wesens oder des höchsten Guten, wie Schopenhauer (und andere) nachgewiesen haben.

__________________________________________________
RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

18.01.2018 17:58
#149 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Manche Leuten müssen sich ein "höchstes Wesen" an die Stirn nageln, denn wenn sie überzeugt sind, dass Moral und Ethik ohne Glaube an dieses Wesen nicht möglich sind, so können sie das wohl nur von ihnen selbst herleiten. Es scheint als müssten wir gar froh darum sein, denn wenn diese Leute nicht ein höchstes Wesen vor die Stirn genagelt hätten, wäre die Welt längst schon nur mehr ein Ort des Grauens.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

18.01.2018 19:16
#150 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Damit wir wider einen Bogen zum Thema finden. Metaphysik der Nichts. Da wir hier einen gebildeten Philosophen haben.. .. und selbst vor sarkastischem Humor fast platzen.. übrigens mein liebster unter den Gelehrten des Geistes ist der Wilhelm Busch, denn er war der "einzige" der seine Philosophie der Erziehung von Groß und Klein widmete und dabei weder sich selbst, noch seine Zuhörer und Bestauner todernst nahm ...

Also...wie schaut es metaphysisch mit der Definition des Nichts aus?

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Nur am Glauben kannst du drehen und schrauben. bis die Wahrheit die du glauben willst, dir auch passt..

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