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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 551 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Athon Offline




Beiträge: 1.784

19.01.2018 15:28
#176 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #161
Entweder, man lädt das "Höchste Wesen" zu einer lebenslangen "Wegbegleitung" ein, oder man lässt es besser. Jede Falschheit wird hierbei durchschaut und bleibt deswegen auch wirkungslos, ja scheitert...


Jeder ehrliche Glaube zeigt also dadurch Wirkung, dass man seine Liebsten durch eine Flutwelle verliert? Oder das durch Sturm abgedeckte Dach einer Kirche ein Kind erschlägt? Soll man sich darüber freuen, dass sich die in diesen Beispielen genannten Opfer nunmehr im "Paradies" befinden...?

Zitat von Reklov #155
... wenn man darunter das Fehlen von Raum, Körpern und Zeit meint, dann JA. Warum ich so denke, sagte ich ja bereits


Wie der Begriff schon erkennen lässt, muss im NICHTS auch das "Göttliche" fehlen. Dann hätte es also vor dem Beginn der Welt aus Deiner Sicht zwei Zustände gegeben: Ein NICHTS und ein ETWAS ("Gott"). Klingt paradox, findest Du nicht? Und dann hat "Gott" von außerhalb unsere Welt aus diesem NICHTS erschaffen und ist dann selbst Bestandteil dieser "Schöpfung" geworden? Das schaffen aber virtuelle Quantenteilchen auch ganz locker, dauert nur länger...

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Nicht Gott schuf den Menschen, der Mensch schuf Gott! Und hat bis heute daran zu schaffen...

Reklov Offline




Beiträge: 4.256

19.01.2018 15:50
#177 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
Soll man sich darüber freuen, dass sich die in diesen Beispielen genannten Opfer nunmehr im "Paradies" befinden...?

Athon,

... ich musste mich schon von Eltern und langjährigen Freunden viel zu früh an deren Grab verabschieden. Im Gegensatz zu der jeweiligen Trauergemeinde vergoß ich keine Träne - nicht weil ich "roh/gefühllos" bin, sondern, weil für mich das Sein eines Individuums nicht mit dessen Tode als beendet "gedacht" wird.
Derjenige, welcher sich nach seinem Ableben im NICHTS verschwinden sieht, mag da im Einzelfall von mehr oder weniger Panik oder Trauer erfasst werden, zumal ihm auch all seine irdischen Leistungen und Erlebnisse als "bedeutungslos" entgleiten.

Zitat
Dann hätte es also vor dem Beginn der Welt aus Deiner Sicht zwei Zustände gegeben: Ein NICHTS und ein ETWAS ("Gott"). Klingt paradox, findest Du nicht? Und dann hat "Gott" von außerhalb unsere Welt aus diesem NICHTS erschaffen und ist dann selbst Bestandteil dieser "Schöpfung" geworden? Das schaffen aber virtuelle Quantenteilchen auch ganz locker, dauert nur länger...

Paradoxone gibt es einige, denn oft sind 2 sich ausschließende Dinge, für sich alleine betrachtet, wiederum "wahr". Wenn Du aber die virtuellen Quantenteilchen ansprichst, so erheben sich zu diesen ja auch mannigfaltige, ungelöste Fragen.

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

19.01.2018 15:51
#178 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #173

Zitat
Ich hab ein möglichst Realitätsbezogenes Weltbild, Reklov. Allein darauf beziehe ich mich.
Ich bin Atheist in Bezug zu deiner Gottesvorstellung.
Perquestavolta,

... es geht ja hier nicht um "meine" Gottesvorstellung, denn die wäre in jedem Fall falsch! Es geht hier um den Gedankenaustausch über ein "Höchstes Wesen".

Dann geht es ja doch um deine Gottesvorstellung

Aber es geht hier darum wie sich eine Nichts selbst definiert, Die Frage lautet nicht, ob es ein höchstes Wesen, oder vielleicht doch nur ein mittelhohes gab..sondern ob es absolut nichts gab. Und Wenn es absolut Nichts gab, dann gab es noch nicht mal ein Wesen.. egal wie hoch oder höher.

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Nur am Glauben kannst du drehen und schrauben. bis die Wahrheit die du glauben willst, dir auch passt..

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

19.01.2018 16:25
#179 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von seneca im Beitrag #177


Was mich seit geraumer Zeit stört, ist, wenn PQV ad personam oder ad hominem argumentiert, also auf den Mann zielt statt auf die Sache. Vielleicht oder wahrscheinlich ist Reklov für seine Mitmenschen viel erträglicher als Perquestavolta. Das wissen wir nicht und ist auch nicht das Thema hier. Der Administrator sollte bei persönlichen Anwürfen, es haben schon etliche stattgefunden, einschreiten, diese löschen und PQV ermahnen.



Ich enthalte mich, darauf eine diplomatische Rechtfertigung abzugeben. Es ist ja nicht so, dass Reklov selbst nur beim Persönlichen bleibt, sondern UNS allen hier ständig Beschränktheit unterstellt und was gerade DU @seneca leider auch all zu gerne tust. Mag ja sein, dass auch du dir dein Philosophisches Spezialwissen überall ein bisschen zusammen geklaut und daraus deinen privaten Anschauungs-Senf zusammen gerührt hast, um in einem Religionsforum diesbezüglich unbedarfte Leute mit zentnerschwerer Angeberei zu erschlagen ohne dabei die tatsächlich zentrale Problematik dieser ständigen Neuerfindungen Gottes tatsächlich mal zu berühren.

Es gibt heute, den 19 Januar 2018 noch 20 Länder auf dieser Welt, in denen der Nichtglaube an ein "höheres Wesen" mit Verfolgung und sogar der Todesstrafe geahndet wird.
Dieser ganze metaphysische Scheißdreck, der inzwischen auch hier bei uns Europa den Leuten immer mehr das Hirn vernebelt und vor allem junge unerfahren Menschen verunsichert.. dem sollten wir schon mal klar Paroli bieten dürfen..

Und bezügliche Reklovs Ignoranz brauchst du dich auch weniger bemitleiden, als um deine eigene.

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Nur am Glauben kannst du drehen und schrauben. bis die Wahrheit die du glauben willst, dir auch passt..

Reklov Offline




Beiträge: 4.256

19.01.2018 16:35
#180 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
ohne dabei die tatsächlich zentrale Problematik dieser ständigen Neuerfindungen Gottes tatsächlich mal zu berühren.

Perquestavolta,

... an der "ständigen Neuerfindung Gottes" kann sich nur ein Neurotiker stören oder einer, der den alttestamentarischen Satz nicht einzuordnen vermag: "ICH BIN ALS DER ICH DA EINST SEIN WERDE". (2.Mo 3,14)
Solange der Mensch nicht den wahren Sinn seines Daseins erkennt, werden viele von dieser "Neuerfindung" nicht lassen wollen.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 4.256

19.01.2018 16:44
#181 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
Und Wenn es absolut Nichts gab, dann gab es noch nicht mal ein Wesen.. egal wie hoch oder höher.

Perquestavolta,

... finde Dich zunächst mal damit ab, dass weder unsere Sprach-, noch unsere Zahlenlogik in der Lage ist, bei diesem Thema weit genug auszuholen!
Der Mensch ist nicht mal in der Lage, sich z.B. Ewigkeit oder das Nichts bildlich vorzustellen, weil ihm dazu jede anschauliche Erfahrung fehlt.
Stellt der Mensch sich z.B. einen "ewig ausgedehnten Raum" vor, kann er sich das Bild von einer irgendwann auftauchenden Grenze nur schwer verkneifen.

Nicht ohne Grund unterscheidet man ja auch Glauben vom Wissen. Wo also liegt das Problem für Dich?

Gruß von Reklov

SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

19.01.2018 16:46
#182 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #163

Jetzt aber mal zum eigentlichen Thema... Laut Bibel, gab es Wasser und Erde schon, als Gott das Licht (die Kernfusion) der Sonne zündete.. "Über den Wassern lag Finsternis und Gott sprach, es werde Licht. Und es wurde Tag und es wurde Nacht."

Als der Biblische Gott sich selbst erfand.. gab es also schon alle Bausteine unserer Welt.
Dies schon mal versucht auf andere Weise zu deuten?
Wenn du dies auf diese Weise erläuterst, dann solltest du darüber nachdenken, dass derjenige der die Bibel schrieb, von Kernfusionen hätte wissen müssen.
Auch musste er wissen, dass „vor ihm“ nichts weiter war als Wasser, Finsternis und schroffe Berge (durch das schwache Gravitationsfeld und Kometenschlägen bedingte Gasentstehung).
Woher das Wissen über etwas was er nicht wissen konnte, da wir ja anscheinend heutzutage erst in der Lage sind diese Aussagen „mit unserem Verständnis“ zu deuten.
Er wusste über eine „Abfolge“ Bescheid (Atmosphärenbildung), die er zu dieser Zeit noch gar nicht hätte wissen können. Geschrieben wurde die Bibel vor ca. 2000 Jahren, „erdacht“ aber schon weitaus früher.

SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

19.01.2018 16:57
#183 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Vielleicht hilft ja eine kleine Auflockerung, die sogar themenbezogen ist.

OFF TOPIC

Ein Junge prahlt: "Mein Opa ist Pastor, alle sagen Hochwürden zu ihm.

"Ein anderer Junge daraufhin: "Mein Opa ist Kardinal, alle sagen Eminenz zu ihm."

Da sagt Franz: "Mein Opa wiegt 200 Kilo und wenn der auf die Straße geht sagen alle Allmächtiger Gott!"

Reklov Offline




Beiträge: 4.256

19.01.2018 17:07
#184 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
Jetzt aber mal zum eigentlichen Thema... Laut Bibel, gab es Wasser und Erde schon, als Gott das Licht (die Kernfusion) der Sonne zündete.. "Über den Wassern lag Finsternis und Gott sprach, es werde Licht. Und es wurde Tag und es wurde Nacht."

SOLdemiurg,

... gab es vor der "Kernfusion" schon das Konzept der Lichtwellen, eine Form der elektromagnetischen Strahlung? Das ist auch eine der vielen ungelösten Fragen.

Zitat

Als der Biblische Gott sich selbst erfand.. gab es also schon alle Bausteine unserer Welt.

Nein, in der Genesis heißt es: > Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde <. Von schon vorher da gewesenen "Bausteinen" ist nicht die Rede! - "Sich selbst erfinden" passt auch nicht so recht zu einem Wesen, dass schon als stets "da gewesen" gedacht wird. Hier versagen unsere Vorstellungen von Raum und Zeit völlig. Ist aber auch kein Wunder, denn wir sind nun mal zu Lebzeiten erdgebundene Wesen.

Gruß von Reklov

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 635

19.01.2018 17:56
#185 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Widerspruch

Das die Genesis eine Schöpfung aus dem Nichts progagiert, beruht auf einem falschen Verständnis des hebr. Originaltextes.

D’Holbach bewies schon vor über 200 Jahren, dass die Bibel (Genesis) nicht von einer Schöpfung des Nichts ausging, und dass diese eine spätere Erfindung der Theologen ist.

Das bestätigt auch Wikipedia, Siehe unter creatio ex nihilo
Der Annahme, eine Creatio ex nihilo [Schöpfung aus dem Nichts] sei schon im Buch Genesis (1,1-2,4a) enthalten, wird von [modernen] Alttestamentlern widersprochen. Oswald Loretz bestreitet, dass dieser Gedanke aus dem Text herausgelesen werden könne. Im Judentum wurde der Gedanke einer Schöpfung aus dem Nichts erstmals von Maimonides (1138–1204) in seinem Hauptwerk "Führer der Unschlüssigen" formuliert.

D’Holbach (System der Natur, 1770)
Die „SCHÖPFUNG“ [des Universums] in dem Sinne, den die Modernen [Holbach meint die neuzeitlichen Denker; nicht diejenigen des Altertums] diesem Wort beilegen, ist nur eine theologische Erfindung. Das hebräische Wort ‘barah’ (er machte, er gestaltete) ist im Griechischen in der Septuaginta [griech. Bibel] mit ‘epoiein’ (gründen, schaffen) übersetzt. Vatable und Grotius versichern, dass man, um den hebr. Satz des ersten Verses der Genesis wiederzugeben, sagen muss: „Als Gott den Himmel und die Erde schuf, war die Materie ungestaltet". Hieraus ist ersichtlich, dass das hebr. Wort, welches man mit ‘schaffen’ übersetzt hat, nicht anderes bedeutet als ‘formen, bilden, in Ordnung bringen’. ‘porisein’ (schaffen) und ‘poiein’ (machen) haben immer ein und dasselbe bezeichnet. Nach dem hl. Hieronymus ist lat. ‘creare’ dasselbe wie lat. ‘condere’: begründen, bauen. Die Bibel sagt nirgendwo, dass die Welt aus nichts gemacht worden sei. [Dieses ist eine Erfindung späterer Theologen, die von griechischen Philosophen Ideen übernommen haben.]

__________________________________________________
RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

19.01.2018 18:00
#186 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #188
SOLdemiurg,
... gab es vor der "Kernfusion" schon das Konzept der Lichtwellen, eine Form der elektromagnetischen Strahlung? Das ist auch eine der vielen ungelösten Fragen.
Gruß von Reklov
Zitat von seneca im Beitrag #189
„Als Gott den Himmel und die Erde schuf, war die Materie ungestaltet".


Dazu folgendes:

Wenn du die Kernfusion „unserer“ Sonne meinst, dann ja…die Milchstraße ist ja nicht die erste, geschweige denn einzige Galaxie im All.
Ich denke du meinst die „allererste“ Kernfusion? Den Auslöser oder die Ursache?

Meine Meinung dazu ist:
Ich kann mir keinen „ersten Auslöser“ vorstellen. Wenn es diesen geben würde, wäre vorher „nichts“ gewesen.
Und das ist unlogisch. Ich denke mir folgendes dazu:

Alles folgt den gleichen Gesetzen und unterliegt auch diesen. Alles blüht auf und alles vergeht.
Es wird „zurück“ in den Ursprung verwandelt aus dem der Ursprung „entsteht“. Wenn man bedenkt, dass alles nur Anhäufungen einzelner Atome ist die sich formen,
ist es auch einfacher zu verstehen, dass sich alles in diese „Urform“ zurück wandelt.
Man nehme sich als Gedankenbeispiel ein „verpixeltes Bild“, welches man aus einzelnen Pixeln zu einem Bild zusammenfügen,
auseinander nehmen und ein neues Bild mit den gleichen Pixeln erschaffen kann…und das auf jede „erdenkliche“ Art.

Erdenklich deshalb, weil alles Gesetzmäßigkeiten unterliegt, welche sich nicht ändern, immerwährend vorhanden sind und auch immer den gleichen Abläufen folgen…werden.
Mal vereinfacht ausgesdrückt.

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 635

19.01.2018 18:27
#187 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat SOL demiurg

„Als Gott den Himmel und die Erde schuf, war die Materie ungestaltet".
Wenn du die Kernfusion „unserer“ Sonne meinst, dann ja…die Milchstraße ist ja nicht die erste, geschweige denn einzige Galaxie im All.
Ich denke du meinst die „allererste“ Kernfusion? Den Auslöser oder die Ursache?

Meine Meinung dazu ist:
Ich kann mir keinen „ersten Auslöser“ vorstellen. Wenn es diesen geben würde, wäre vorher NICHT(oder?) „nichts“ gewesen.
Und das ist unlogisch. Ich denke mir folgendes dazu:
[...]


Ich dachte, ehrlich gesagt, gar nicht so weit. Ich habe den Text von D'Holbach (engl. und vermehrt) bereits im Post 12 gebracht, wo es um die Ewigkeit der Welt ging.

Ich wollte v.a. belegen, dass die Genesis keine valable Erkenntnisquelle ist, sondern eine menschliche Dichtung von vor 800 Jahren vor Chr., etwa zur gleichen Zeit wie Homer's Illias (sagt man).

Die Schreiber der Genesis hatten keine Ahnung von der ungeheuren Ausdehnung des Weltalls und der riesigen Zeitdauer seit Entstehung der Welt. Sie hatten auch keine Ahnung davon, was auf der Sonne passiert.

Der Glaube an die Creatio ex nihilo durch irgendein (zufällig menschenähnlich gedachtes) höchstes Wesen ist offensichtlich absurd.

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RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

19.01.2018 19:08
#188 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von seneca im Beitrag #191
Zitat SOL demiurg
Meine Meinung dazu ist:
Ich kann mir keinen „ersten Auslöser“ vorstellen. Wenn es diesen geben würde, wäre vorher NICHT(oder?) „nichts“ gewesen.
Und das ist unlogisch. Ich denke mir folgendes dazu:[...][/i]

Ich dachte, ehrlich gesagt, gar nicht so weit. Ich habe den Text von D'Holbach (engl. und vermehrt) bereits im Post 12 gebracht, wo es um die Ewigkeit der Welt ging.

Nein. Ich meinte nichts, im Sinne von überhaupt nichts. Nicht mal das gedachte Nichts.
Vieles überliest man schnell oder es „kombiniert“ sich erst aus anderen Posts.
Gerade bei solch einem Thema verliert man schnell den Faden, da das Wollkneuel was man entwirren muss den Anschein erweckt es wäre gar keines!
Zitat von seneca im Beitrag #191
Ich wollte v.a. belegen, dass die Genesis keine valable Erkenntnisquelle ist,
sondern eine menschliche Dichtung von vor 800 Jahren vor Chr., etwa zur gleichen Zeit wie Homer's Illias (sagt man).

Ich bin mir da nicht ganz sicher. Ja zur „Dichtung“ aber:
Moses war ein Amun-Priester der aus Ägypten verbannt wurde (warum wohl?). Angefangen mit Heliopolis als Stätte allen Wissens,
kamen später viele Gelehrte und Reisende in den Tempeln zu Sais um von den ägyptischen Priestern und Gelehrten zu lernen und trugen es unter ihr Volk,
webten es in ihre Kultur ein. Auf der Basis ägyptischen Wissens…ist unsere heutige Zivilisation aufgebaut.
„Es“ unterlag zwar unzähligen Veränderungen bis hin zu Täuschung und Verrat, aber das „Grundwissen“ bleibt den meisten „Dichtungen“ erhalten.
So auch Moses´s. Die Frage ist dann aber woher es die Ägypter wussten?
Zitat von seneca im Beitrag #191
Der Glaube an die Creatio ex nihilo durch irgendein (zufällig menschenähnlich gedachtes) höchstes Wesen ist offensichtlich absurd.

Naja…aus dem „Nichts“ heraus ist Alles entstanden! Aber nicht aus dem nichts heraus.

Athon Offline




Beiträge: 1.784

19.01.2018 21:17
#189 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #178
Wenn Du aber die virtuellen Quantenteilchen ansprichst, so erheben sich zu diesen ja auch mannigfaltige, ungelöste Fragen.


Dann frag' doch einfach einmal...
Und? Mit Deiner persönlichen Ansicht zu der Frage der zwei Zustände NICHTS und "Gott" hälst Du hinter dem Berg. Warum?

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Nicht Gott schuf den Menschen, der Mensch schuf Gott! Und hat bis heute daran zu schaffen...

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

20.01.2018 12:45
#190 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Ich denke auch, dass solange wir den Göttern Narrenfreiheit gewähren, nur weil sie so wenig erfassbar und so unbekannt sind wie das Nichts, werden wir auch mit aller wissenschaftlichen Erkenntnis nichts dagegen ausrichten können, dass uns irgendwann ein paar ganz kranke Fanatiker doch noch die göttliche Apokalypse bescheren.

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Nur am Glauben kannst du drehen und schrauben. bis die Wahrheit die du glauben willst, dir auch passt..

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

20.01.2018 15:18
#191 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Religiöse Weltanschauung suggeriert in der Missionierung, dass eigene kritisch analytische Denkprozesse (Rationalität) bei der Informationsverarbeitung auf dem Weg zur Erkenntnis im Glauben gar nicht notwendig sind oder sogar zu ganz unerwünschten Ergebnissen führen.."Such dir aus was du gerne glauben kannst, und überlass das Denken den Philosophen".
Der Glaube ist ein wichtiger Hilfsoperator beim erschließen neuer Erkenntnisse.. und aus diesem Grund sind wir alle "gläubig".

Der Glaube ist also eine "vorläufige Schätzung", die es zu überprüfen und nicht zu verteidigen gilt und der Wille hierfür sollte eigentlich bei uns allen vorhanden sein.

Schätzungen die sich der Überprüfbarkeit entziehen, entziehen sich nicht selbst der Überprüfbarkeit, sondern sind das Ergebnis irrationaler Denkprozesse, die das Unwahrscheinlichste für das Wahrscheinlichste halten. Es ist natürlich einfacher einen Blinden zu fragen, was er sieht, wenn man etwas über das Nichts erfahren will, als einen Tauben zu fragen der das Nichts nur hört.

Ist das Nichts eine reine Frage der Wahrnehmung? Ich glaube schon! Ist die Wahrnehmung eine Frage der objektiven oder der subjektiven Qualität? Dies gilt es herauszufinden und danach kann man sich den großen philosophischen Gedanken zuwenden.

Amen.

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Reklov Offline




Beiträge: 4.256

20.01.2018 16:04
#192 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
Dann frag' doch einfach einmal...

Athon,

... da kenne ich mich zu wenig aus, um fundiert fragen zu können.

Zitat
Mit Deiner persönlichen Ansicht zu der Frage der zwei Zustände NICHTS und "Gott" hälst Du hinter dem Berg. Warum?

Das NICHTS ist nicht "Gott", denn das so gedachte Wesen kann sich nicht einfach plötzlich aus dem Nichts erschaffen haben. Es muss also schon stets wenigstens "ein Ding" da gewesen sein, aus dem dann alles andere hervorging. Als erstes vielleicht die Ausdehnung des Raumes?
Die Genesis beschreibt auf ihre Weise den ersten Schöpfungsprozess mit: > Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. < - Himmel steht für den Raum und Erde für die Materie. So die "moderne" Auslegung des alten Textes.

Gruß von Reklov

Athon Offline




Beiträge: 1.784

20.01.2018 19:07
#193 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #192
... da kenne ich mich zu wenig aus, um fundiert fragen zu können.


Es ist doch aber logisch, dass, wenn man behauptet, dass noch ungelöste Fragen existieren, diese Fragen auch kennen muss. Dann kann doch der Weg, sie auch zu stellen, nicht so weit sein. Niemand hat verlangt, dass sie auch noch fundiert sein müssen...

Zitat
Das NICHTS ist nicht "Gott", denn das so gedachte Wesen kann sich nicht einfach plötzlich aus dem Nichts erschaffen haben.


Richtig. Du hattest ja auch schon festgestellt, dass "Gott" sich vor Schaffung der Welt außerhalb des NICHTS hat befinden müssen.

Zitat
Es muss also schon stets wenigstens "ein Ding" da gewesen sein, aus dem dann alles andere hervorging.


Und dieses "Ding" soll also "Gott" gewesen sein? Hmm... Dann ist demnach unsere Welt aus "Gott" hervorgegangen und nicht aus dem NICHTS? Wenn es trotzdem eines NICHTS bedurft hätte, müsste es dann nicht auch noch heute "existieren"?

Zitat
Als erstes vielleicht die Ausdehnung des Raumes?


Eine Ausdehnung eines Raumes setzt zwingend die Existenz eines solchen voraus. Was nicht vorhanden ist, kann sich nicht ausdehnen.

Zitat
Die Genesis beschreibt auf ihre Weise den ersten Schöpfungsprozess mit: > Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. < - Himmel steht für den Raum und Erde für die Materie. So die "moderne" Auslegung des alten Textes


Man kann nun aber "moderne" Auslegungen eines Textes nicht denen in den Mund legen, die die Begriffe Raum und Materie vermutlich so nicht gekannt haben.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

20.01.2018 19:24
#194 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

[quote] Reklov schrieb: Die Genesis beschreibt auf ihre Weise den ersten Schöpfungsprozess mit: > Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. < - Himmel steht für den Raum und Erde für die Materie. So die "moderne" Auslegung des alten Textes[



1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

2 Die Erde war noch leer und öde,
Dunkel bedeckte sie und wogendes Wasser,
und über den Fluten schwebte Gottes Geist*.

3 Da sprach Gott: »Licht entstehe!«,
und das Licht strahlte auf.

(Und Gott sah, dass es gut war. Aber danach hätte er gar nicht Ausschau halten müssen, oder er hat einfach mal etwas probiert? Hat er aber erst mal probieren müssen, war er nicht allwissend und ohne allwissend zu sein, ist die göttliche Allmacht wie alle Atombomben zusammen in der Hand eines Blinden)

Licht hat er auch erst gemacht, als Himmel und Erde schon erschaffen waren...
Übrigens.. hat dann auch nicht der Mensch die größten Atombomben gebaut..

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SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

20.01.2018 20:58
#195 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Wie oft willst du eigentlich noch "belegen", dass der Gott der Bibel (oder Abrahamiten) nicht existiert?

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

20.01.2018 21:22
#196 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #195
Wie oft willst du eigentlich noch "belegen", dass der Gott der Bibel (oder Abrahamiten) nicht existiert?


Das hängt nicht allein von mir ab. Aber deine Frage ist schon berechtigt. "Im Glauben" existiert dieser Gott der Abrahamiten ja nun mal. Und einen Gott der allein im Glauben existiert, mit rationalen Argumenten widerlegen zu wollen, ist eigentlich Unsinn. Es ist in etwa damit vergleichbar, einem Suchtkranken einreden zu wollen, dass es doch eigentlich gar keinen Grund für seine Sucht gäbe.

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

20.01.2018 21:26
#197 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Aber jetzt mal andersherum eine Frage.

Kannst du dir vorstellen, dass Glaube eigentlich nur eine Schätzung ist?

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Nur am Glauben kannst du drehen und schrauben. bis die Wahrheit die du glauben willst, dir auch passt..

SOL demiurg Offline




Beiträge: 733

21.01.2018 12:42
#198 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #197
Aber jetzt mal andersherum eine Frage.

Kannst du dir vorstellen, dass Glaube eigentlich nur eine Schätzung ist?
Ich drücke es mal mit meinen Worten aus:
Ich will das Spiel spielen, nicht gewinnen.

Perquestavolta Offline



Beiträge: 3.410

21.01.2018 13:09
#199 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat von SOL demiurg im Beitrag #198
Zitat von Perquestavolta im Beitrag #197
Aber jetzt mal andersherum eine Frage.

Kannst du dir vorstellen, dass Glaube eigentlich nur eine Schätzung ist?
Ich drücke es mal mit meinen Worten aus:
Ich will das Spiel spielen, nicht gewinnen.


Dann frag ich jetzt mal ganz forsch, um was es überhaupt bei deinem Spiel geht?
Mit einem Alles-Gott kann man alles relativieren und mit einem unbekannten Gott kann man alles rechtfertigen, weil die Eigenschaften eines unbegreiflichen Gottes beliebig festgelegt werden können. Wenn das dein Spiel sein sollte, dann muss dir entweder sehr langweilig sein, oder es gibt da irgendwelche Defizite die dich sehr bedrücken.

Ich bin der Meinung, dass wenn man ein Spiel spielt bei dem man Nichts gewinnen will, dann will man wenigstens sich selbst etwas beweisen. Wenn man dabei aber auf andere angewiesen ist, dann muss man beim Spiel gewinnen, denn sonst kann der Selbst-Beweis den man anstrebt nicht erbracht werden.

Nichts ist eine Frage der Wahrnehmung oder des Glaubens. Ein Blinder kann Nichts sehen und ein Gehörloser kann Nichts hören. Es gibt auch welche die Nichts hören, Nichts riechen, und Nichts sehen. Aber es gibt niemand, der Nichts glaubt. Und hier fangen dann ja die ganzen unsinnigen/sinfreien Rivalitätsspielchen an. Und dahinter steckt Nichts anderes als das Sexualhormon Testosteron.

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Reklov Offline




Beiträge: 4.256

21.01.2018 16:11
#200 RE: Gab es ein "NICHTS"? antworten

Zitat
(Und Gott sah, dass es gut war. Aber danach hätte er gar nicht Ausschau halten müssen, oder er hat einfach mal etwas probiert? Hat er aber erst mal probieren müssen, war er nicht allwissend und ohne allwissend zu sein, ist die göttliche Allmacht wie alle Atombomben zusammen in der Hand eines Blinden)

Perquestavolta,

... Deine Kritik kann sich ja verständlicherweise nur auf die damalige Denkweise der unbekannten Genesis-Autoren beziehen. Mehr nicht. Unwissend (im Vergleich zu allwissend) sind also (bis heute!) lediglich wir Menschen.

Gruß von Reklov

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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